Eine reizende Gegend, im Hintergrunde ein klarer See, von
lieblichen Gebirgen eingeschlossen. Rechts ein Fels, über
ihm der Eingang in Cheristanens Felsenhöhle, vor welcher sie
in ihrem früheren Kostüm, doch ohne Krone steht und in die
Ferne blickt.
Cheristane. Nun hat er bald die steile Höh erklommen und wird
den süßen Blick nach Minnas Hütte senden, von der er wähnt,
daß sie sein Liebstes stets umschirme. So mag er denn zum
letztenmal sich ihres Anblicks freuen.
(Kurze Musik. Sie verwandelt sich in ein liebliches Bauermädchen,
im italienischen Geschmacke zart gekleidet, und sinkt rasch
in den Fels, welcher zu einer freundlichen Hütte wird, die von
Reben und Blumen umrankt ist und aus deren Tür sie schnell
überraschend tritt. Zugleich verwandeln sich die Kulissen in
orientalische hohe Blumen und goldgesäumte Palmen, die noch
praktikabel gegen die Mitte der Bühne reichen. Nachdenkend
setzt sie sich im Vordergrunde auf eine mit Blumen behangene
Rasenbank.)
Ach! selber darf er sich nur warnen,
Mit Glück und Unglück selbst umgarnen,
Und da er frei von allen Schicksalsketten,
Kann er nur selbst von Schmach sich retten.
O trüber Schicksalsspruch, der einem Kinde Flügel leihet und
sie seinem Engel raubt.