Fünfter Auftritt

Voriger. Baumeister Sockel.

Sockel. Guten Morgen, Herr von Wolf! Sie haben mich rufen

lassen, ich wäre schon gestern gekommen, aber ich hab ein Haus

stützen müssen, was ich vor zwei Jahren erst gebaut hab.

Verstanden? Ich sag Ihnens, man möcht jetzt lieber Holz hacken

als Häuser bauen. Erstens brennen s' Ziegel, wenn man einen nur

ein unbeschaffenes Wort gibt, so fallt er schon voneinander.

Nachher wollen s' immer ein Million Zins einnehmen, lauter

Zimmer, keine Mauern. Verstanden? Drum sind manche moderne

Häuser auch so dünn, als wenn s' bloße Futteral über die alten

wären. Hernach hat halt ein Baumeister vor Zeiten auf solide

Einwohner rechnen können, aber jetzt zieht sich ja manchmal ein

Volk hinein, das nichts als rauft und schlagt, Tisch und Stühl

umwirft und das Unterste zu oberst kehrt. Ja wo soll denn da ein

Haus die Geduld hernehmen, da wirds halt springgiftig, und

endlich fallts vor Zorn zusamm. Verstanden?

Wolf. Das ist alles ganz recht, aber jetzt lassen Sie uns

vernünftig reden.

Sockel. Erlauben Sie, aber meine Reden sind ein wahrer Triumph

der Vernunft. Verstanden?

Wolf. Ich habe Ihnen die unangenehme Nachricht zu sagen, daß

Sie den Bau des Schlosses nicht bekommen werden.

Sockel. Hören Sie auf, oder ich stürz zusamm wie eine alte

Gartenmauer. Das ist ja nach unserer Verabredung nicht möglich!

Verstanden?

Wolf. Der gnädge Herr will den Baumeister Gründling nehmen.

(Ein Bedienter, der Flottwell das Frühstück gebracht hat,

kommt zurück.)

Sockel. Aber es war ja schon alles richtig. Ich hab Ihnen ja

tausend G--

Wolf (rasch auf den Bedienten blickend). Nun ja, Sie haben mir

da tausend Gründe gesagt, die--

Der Verschwender · 第 11 / 102 题