Voriger. Baumeister Sockel.
Sockel. Guten Morgen, Herr von Wolf! Sie haben mich rufen
lassen, ich wäre schon gestern gekommen, aber ich hab ein Haus
stützen müssen, was ich vor zwei Jahren erst gebaut hab.
Verstanden? Ich sag Ihnens, man möcht jetzt lieber Holz hacken
als Häuser bauen. Erstens brennen s' Ziegel, wenn man einen nur
ein unbeschaffenes Wort gibt, so fallt er schon voneinander.
Nachher wollen s' immer ein Million Zins einnehmen, lauter
Zimmer, keine Mauern. Verstanden? Drum sind manche moderne
Häuser auch so dünn, als wenn s' bloße Futteral über die alten
wären. Hernach hat halt ein Baumeister vor Zeiten auf solide
Einwohner rechnen können, aber jetzt zieht sich ja manchmal ein
Volk hinein, das nichts als rauft und schlagt, Tisch und Stühl
umwirft und das Unterste zu oberst kehrt. Ja wo soll denn da ein
Haus die Geduld hernehmen, da wirds halt springgiftig, und
endlich fallts vor Zorn zusamm. Verstanden?
Wolf. Das ist alles ganz recht, aber jetzt lassen Sie uns
vernünftig reden.
Sockel. Erlauben Sie, aber meine Reden sind ein wahrer Triumph
der Vernunft. Verstanden?
Wolf. Ich habe Ihnen die unangenehme Nachricht zu sagen, daß
Sie den Bau des Schlosses nicht bekommen werden.
Sockel. Hören Sie auf, oder ich stürz zusamm wie eine alte
Gartenmauer. Das ist ja nach unserer Verabredung nicht möglich!
Verstanden?
Wolf. Der gnädge Herr will den Baumeister Gründling nehmen.
(Ein Bedienter, der Flottwell das Frühstück gebracht hat,
kommt zurück.)
Sockel. Aber es war ja schon alles richtig. Ich hab Ihnen ja
tausend G--
Wolf (rasch auf den Bedienten blickend). Nun ja, Sie haben mir
da tausend Gründe gesagt, die--