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Anmerkungen zur Transkription
Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1927 so weit
wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler
wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr
verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert.
Das Original wurde in Frakturschrift gesetzt. Besondere
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Handfertigkeitsbuch für junge Mädchen
Handfertigkeitsbuch für
junge Mädchen
Eine Anleitung für geschickte Mädchenhände
zur Anfertigung von Web- und Stickarbeiten, Malereien
und allerlei Handfertigkeiten
herausgegeben von der Redaktion des „Kränzchens“
Bearbeitet von
+Else Pauli+
+Mit 175 Abbildungen+
[Illustration]
Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Berlin, Leipzig
Zweite Auflage
Nachdruck verboten / Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung,
vorbehalten / Druck der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in
Stuttgart
Inhalt
Vorwort 1
I. Kapitel: Web- und Stickarbeiten 9
1. Die Maske 9
2. Handwebereien 10
3. Buntstickereien 13
4. Das handbestickte Kleidungsstück 17
5. Kreuzsticharbeiten 19
6. Monogramme und Buchstaben 27
7. Häkeleien verschiedener Art 31
8. Künstlerische Blumen 38
9. Teepuppen 44
10. Nadelmärchen 51
11. Kissen aus bunten Wollresten 55
12. Körbchen mit duftenden Rosen 56
13. Wollpüppchen 61
14. Die Zupfpuppe 64
15. Lochstickerei 67
16. Tülldecken 70
17. Gabelspitzen mit Häkelei 73
II. Kapitel: Malerei 78
18. Stoffmalerei 78
19. Malerei auf Ton 81
20. Holzmalerei 87
21. Porzellanmalerei 94
22. Malerei mit Emailfarben 100
23. Osterkarten mit Malerei 102
III. Kapitel: Handfertigkeiten 105
24. Linoleumschnitt 105
25. Ausschneidetechnik 108
26. Teller und Schalen aus Luftschlangen 113
27. Bast- und Stroharbeiten 115
28. Untersetzer mit gepreßten Blumen 121
29. Klapperdeckchen und Tortenpapier in Ausschneidetechnik 124
30. Perlarbeiten 126
IV. Kapitel: Laubsägearbeiten 137
31. Puppenstube 137
32. Fensterbild 143
33. Handgearbeiteter Lampenschirm 146
V. Kapitel: Bastelarbeiten 151
34. Kleines Spielzeug (Dorf und Eisenbahn) 151
35. Knebelpuppen 155
36. Kreisel 157
37. Holztiere 158
38. Holzbasteleien 166
~a~) Geburtstagsleuchter 166
~b~) Sparbüchse 168
~c~) Brieföffner 170
39. Hampelmann 171
40. Flaschenkork 172
VI. Kapitel: Papp- und Papierarbeiten 174
41. Allerlei Spiele 174
42. Geduldspiele 181
43. Feine Buntpapierarbeiten 181
44. Behälter aus Kartonpapier 185
45. Schmuckpapier 188
46. Lampenschirme aus Papier 195
47. Bemalte Deckchen und Papierservietten 197
48. Papierpuppen 200
VII. Kapitel: Buntes Allerlei 202
49. Bildstickereien 202
50. Pinseldruck 204
51. Schattenrisse 206
52. Dackel als Bi-ba-bo-Spielzeug 209
53. Schattenspiele 211
54. Bilderbuch von eigener Hand 212
55. Purzelmann 214
VIII. Kapitel: Weihnachtsarbeiten 215
56. Handarbeiten für den Weihnachtstisch 215
57. Weihnachtliches Allerlei 228
IX. Kapitel: Handarbeiten für die Reise 235
Vorwort
Liebe Leserinnen!
Als ich ein kleines Mädchen war, wollte ich eines Tages Ölbilder
malen. Ich hatte von berühmten Ölbildern gehört und erkundigte mich,
„was man dazu braucht“. Nun nahm ich eine große Gänsefeder und tauchte
sie in das Öl der Nachtlampe, die in Großmamas Zimmer von abends bis
morgens brannte, dann malte ich los. Zunächst kamen die blaugetünchten
Wände des „großen Hausflurs“ an die Reihe, und wenn ich nicht daran
gehindert worden wäre, hätte ich nach und nach sämtliche Flächen, die
mir in dem alten Hause zur Verfügung standen, mit meinen phantastischen
Ornamenten bedeckt. So verstand ich die Ölmalerei. Später hatte ich
noch oft Gelegenheit, allerlei Fehlgriffe zu machen, wenn ich meinem
Vergnügen, zu basteln und zu pinseln, nachgehen wollte und so gar keine
Anregung und noch weniger eine Anleitung bekam; denn in der kleinen
Stadt im Osten gab es für derartige Betätigungen kein Verständnis.
Später bin ich dann zum Kunstgewerbe gekommen, und noch heute tun mir
alle die Mädel leid, die Geschick zum Basteln und Pinseln haben und
denen, besonders in kleinen Städten und auf dem Lande, die Möglichkeit
fehlt, sich vernünftig belehren zu lassen. Dadurch verlieren sie viel
Zeit und schließlich vielleicht auch die Lust; denn es ist keine reine
Freude, immer wieder von vorn anfangen zu müssen, wenn man etwas
falsch gemacht hat. Und dann besteht die Gefahr, daß die ganze Sache
in einen lächerlichen Dilettantismus ausartet, daß junge, moderne
Mädchen alte, längst überholte Techniken ausüben, ebenso überholte
Muster gedankenlos nacharbeiten und ihre Zeit mit unnützen Spielereien
vertrödeln, anstatt mit einfachen Mitteln etwas Brauchbares zu
schaffen, was ihnen Spaß macht, geschmackvoll aussieht und nützlich
ist. Es gibt ja so viel Kleinkunstgewerbe, das mit Geduld und
Geschick -- ich sage absichtlich nicht Talent -- und verhältnismäßig
geringen Ausgaben hergestellt werden kann, und man muß ja auch nicht
+alles+ können.
Es ist nur nötig, sich klarzumachen, was man will; ein kleiner
Gegenstand, gut und sauber ausgeführt, brauchbar und für die Person
geeignet, für die er bestimmt ist, ist viel, viel wertvoller als eine
große, unnütze Gabe. Der materielle Wert spielt bei allen diesen Dingen
eine unbedeutende Rolle. Junge Mädchen sollen keine Kostbarkeiten
verschenken, und schließlich ist es doch so, daß fast alles, was von
euch hergestellt wird, mehr oder weniger für Geschenke verwendet werden
soll, wenn ihr es nicht gerade für euren Privatgebrauch arbeitet, in
diesem Fall darf es erst recht nicht viel kosten. Aber, was ihr euch
auch vornehmt, auf eins müßt ihr unbedingt achten, das ist +gutes
Material+ und +gutes Handwerkszeug+. Ihr könnt machen, was ihr wollt,
wenn diese Dinge nichts taugen, ist es schade um Zeit und Mühe. Ich
will euch in diesem Buch keinen Unterricht erteilen, ich kann euch nur
einige Anregungen geben; ich will ganz zwanglos mit euch plaudern und
euch auf mancherlei aufmerksam machen, was ihr vielleicht nicht kennt
und was leicht herzustellen ist, wenn es euch Freude macht.
Ihr, die ihr vielleicht wenig oder gar keine Gelegenheit habt, hübsche
und dabei einfache Dinge zu sehen, die ihr nacharbeiten könnt, an euch
wende ich mich besonders. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, wie das
ist, wenn man zum Beispiel vor einem Schreibwarengeschäft steht und
im Schaufenster Tischkarten mit bunten Blümchen ausliegen sieht. Man
pinselt selber ganz nett, da möchte man doch zu gern wissen, wie man,
wenn auch nicht ganz dasselbe, aber doch etwas Ähnliches machen kann.
Aber ihr modernen Mädchen, ihr habt es doch viel besser; ihr habt in
der Schule allerlei Stunden, in denen ihr Handfertigkeiten lernt, und
für euch sind doch die ungesunden Benzinbrandmalereien und ähnliche
Kulturgreuel ein überwundener Standpunkt. Oder brennt +ihr+ etwa doch
noch Blumen und Tiere, Sprüche und Ornamente in weißes Lindenholz? Das
laßt lieber bleiben, und wenn ihr solch Hausgreuel besitzt, dann seht
es euch genau an, als abschreckendes Beispiel.
Ein +Schlüsselbrett+ zum Beispiel kann man mit einer Holzbeize glatt
anstreichen, dann sieht es manierlich aus; dasselbe Mittel eignet
sich für +Truhen+, +Kasten+, +Kästchen+, +Bilderrahmen+ und so
weiter. „Haussegen“ habe ich abhobeln lassen, die Bretter wurden für
Schrankfächer verwendet, da sind sie nützlicher, als wenn sie über
der Tür hängen und sich mit ihren Sprüchen wichtig tun. Also, solch
„Kunstgewerbe“ treibt lieber nicht, aber wenn ihr eine +Briefmappe+
selber kleistern wollt oder einen +Bucheinband+, dann will ich euch
gern helfen.
Ihr habt doch sicher alle eine kleine Bibliothek, ich kann sie mir ganz
gut vorstellen; da wird manch ein Buch ein Röckchen brauchen, und die
vielen Ansichtskarten und all die „Erinnerungen“ an die Tanzstunde, die
müssen doch unbedingt in eine anständige Mappe hinein, vom „Tagebuch“
gar nicht zu reden. Ich habe mir mein Tagebuch auch allein gemacht,
als ich ein Backfisch war. Da nahm ich ein ganz dickes Diarium ohne
Linien, band es sehr fein in mattes Glanzleinen, auf der Vorderseite
brachte ich ein kupfernes Schild an, das ich von meiner abgenutzten
Klaviermappe abtrennte, und dann kam als Hauptsache der Verschluß.
Ich befestigte eine kleine Schließe mit einem alten Messingschloß
an den Deckeln, ein Schlüsselchen gehörte dazu. Da dieser Verschluß
aber den Nachteil hatte, daß man von oben und von unten in das Buch
hineinsehen konnte, klebte ich aus einem blauen, festen Heftdeckel
drei Überschlagseiten ein, so daß der Buchinhalt fest darin lag, wie
in einer Mappe, man konnte nicht mehr oben und unten hineinsehen
und darin herumlesen. Jetzt habt ihr das Rezept, wie man selber ein
Tagebuch macht, aber nun hört weiter: Das alte Messingschloß, dieser
Fund aus der Bodenkammer, wurde gerade an dem Tage morsch, als ich
meinen Tanzstundenball beschrieben hatte; das Schlüsselchen brach
ab, blieb stecken, und ich mußte mit meinem Tagebuch in die einzige
Eisenhandlung der kleinen Heimatstadt wandern, in welcher der Freund
meines „Schwarms“ beschäftigt war. Ihr könnt euch nicht denken, wie
aufgeregt ich war, als ich ihm mein treubehütetes Tagebuch über den
Ladentisch hinüberreichen mußte, als er das Schloß untersuchte, es mit
der Zange aufknipste und schließlich ein neues Schlößchen anbrachte.
Also, liebe Leserinnen, nehmt keine alten Schlösser mit rostigen
Schlüsseln, dann braucht ihr keine Angst zu haben.
Aber wißt ihr, was immer hübsch wird, wenig oder nichts kostet und
viel Spaß macht? Das ist buntes +Spielzeug+; dafür gibt es allerlei
Techniken, manches eignet sich auch zum +Tafelschmuck+, als +Damen+-
und +Herrenspende+, vielleicht auch für +Lotterien+, aber hauptsächlich
ist es für die kleinen Geschwister gedacht, die haben die größte Freude
daran. Dafür will ich euch mancherlei Vorschläge machen. Ich bin auch
sehr für die lustigen +Perlarbeiten+, die +Untersetzer+ aus farbigen
Glasperlen, die so sehr praktisch sind, weil man heiße Schüsseln darauf
stellen kann und mit ihrer Hilfe das Tischzeug und die Tischplatte
schont.
Wenn ihr euch einen einfachen +Webeapparat+ wünschen dürft, dann
tut es; ihr wißt es vielleicht gar nicht, wie hübsch die bunten
handgewebten +Gürtel+, +Hutbänder+, +Lautenbänder+, +Kleiderbesätze+,
+Täschchen+ und dergleichen wirken, und außerdem sind sie ganz
besonders kleidsam.
Wer ein wenig Geschick zum +Laubsägen+ hat, wird auf diesem Gebiet
oft in Anspruch genommen werden. Früher war das eine ausgesprochene
Knabenarbeit, aber die Mädchen von heute haben sportgeübte Arme
und feste Hände, da macht ihnen das Sägen keine Beschwerde. In der
Häuslichkeit findet sich oft Gelegenheit, sein Können zu zeigen;
meist kommt es dabei mehr auf die Geschicklichkeit an. Ich sah
+Hausapotheken+ aus großen Zigarrenkisten, die sehr brauchbar waren und
recht gut aussahen, und mancherlei +Spielzeug+, +Schlüsselbretter+,
+Brieföffner+ und dergleichen mehr, die handwerklich mustergültig waren.
Von den neuen Techniken hat die +Ausschneidearbeit+ viel Freunde
gefunden. Da gibt es mancherlei Arten: am einfachsten ist das
Ausschneiden aus zusammengefaltetem Papier; man kann, wenn man
Geschmack und Phantasie hat, vielfache hübsche Muster entstehen
lassen und auf diese unterhaltende Weise reizende Tortenblätter und
Papierservietten anfertigen, die viel, viel hübscher sind als die
„gekauften“, schon weil sie eben gar nicht im Dutzend gekauft werden
können. Das ist ja eben der Reiz solcher Handarbeit, daß sie nicht
überall und immer wieder erhältlich ist; das werdet ihr längst gemerkt
haben. Aber seid deshalb nur nicht gar zu eitel auf euer Machwerk, wenn
euch einmal etwas ganz besonders gut gelungen ist, denn ihr könnt euch
darauf verlassen, es ist wie im Märchen von Schneewittchen; hinter den
Bergen, bei den sieben Zwergen, gibt es immer jemand und etwas, was
viel, viel tausendmal schöner ist.
Wer einen eigenartigen Zimmerschmuck braucht, den möchte ich an die
+Lampenschirme+ erinnern. Für euern persönlichen Gebrauch kommen ja
vor allem die +Papierlampenschirme+ in Betracht, die passen am besten
in euer Stübchen. Der +seidene+ Schirm wirkt anspruchsvoller; wenn ihr
aber Gelegenheit habt, die Herstellungsart zu erlernen, laßt sie euch
nicht entgehen, ihr habt gewiß einmal Veranlassung, Verlobungs- und
Hochzeitsgeschenke zu machen, da ist solch ein Lampenschirm ein sehr
geschätzter Gegenstand, besonders wenn ihr nicht auf Überraschungen
ausgeht, sondern euch rechtzeitig genau erkundigt, welche Größe, Farbe,
Technik erwünscht ist, sonst könnt ihr mit eurer Überraschung allerlei
erleben.
Viele von euch werden den +Linoleumdruck+ nicht kennen. Ich will
euch auch darüber einige Winke und Anleitungen geben, denn diese
Technik eignet sich nicht nur für Wandschmuck, sondern auch für
+Kalenderrückwände+, +Glückwunsch+- und +Tischkarten+, erfordert
indessen ganz besonderes Zeichentalent. Wer das nicht besitzt, braucht
trotzdem nicht zu weinen, es gibt ja so viel anderes, was sich mit
einigem guten Willen erlernen läßt.
Da sind zum Beispiel die +Buchstaben+ und +Monogramme+, die nicht
nur, wie üblich, zum Wäschezeichnen zu verwenden sind. Ihr könnt
euch mit solchen Zeichnungen sehr feine und originelle +Exlibris+
herstellen; die eignen sich, in entsprechender Größe, zum Schmuck
für Briefpapier und Karten. Ihr könnt sie bunt in feiner Seide und
in farbigen Perlen sticken und damit +Handtäschchen+, +Briefmappen+,
+Besuchskartentäschchen+, +Kassetten+ und ähnliches verzieren, es kommt
nur darauf an, daß ihr die richtige Form für die einzelnen Gegenstände
findet.
Wer +Gesellschaftsspiele+ selber herstellen kann, macht sich bei alt
und jung beliebt, denn moderne und eigenartige Spiele sind nicht
billig. Wenn man sie selber herstellt, kann man sie viel unterhaltender
machen, als die gekauften, denen doch immer die persönliche Note fehlt.
Hier kommt es wieder auf den Farben- und Formensinn an.
Wer pinsel- und farbenfroh gestimmt ist, hat mancherlei Aussichten,
sich mehr oder weniger nützlich zu machen. Die +Tonmalerei+ ist sehr
unterhaltend; man kann mit starken, ungebrochenen Tönen, am besten
ohne Vorzeichnung, aus freier Hand +Blumentöpfe+ und +Schalen+ recht
flott bemalen, sie sollen die wenig geschmackvollen Papierhüllen für
Blumentöpfe ersetzen; wenn sie vorsichtig behandelt werden, halten
sie sich recht gut und lange, und wenn sie schließlich unansehnlich
geworden sind, lassen sie sich ohne viel Kosten wieder ersetzen.
Sehr ähnlich ist die +Malerei+ auf +Holz+ und +Span+; da gibt es
+Körbchen+, +Dosen+, +Schachteln+, +Untersetzer+ und ähnliche
praktische Gegenstände, die im Haushalt immer Verwendung finden und
denen ein buntes Ornament recht gut steht.
Schwieriger ist die +Porzellanmalerei+, weil hier das Brennen der
einzelnen Stücke hinzukommt, das wieder eine besondere Kenntnis der
Farben und ihrer Wirkung nach dem Brennen voraussetzt. Da man indessen
auf diesem Gebiet viel Brauchbares leisten kann, solltet ihr es
nicht versäumen, die +Porzellanmalerei+ zu erlernen, falls euch die
Gelegenheit hierzu geboten wird; ihr werdet sicherlich klug genug sein,
keine kostspieligen Arbeiten anzufangen, solange euch die nötige Übung
fehlt.
Da ist zum Beispiel eine Abart der +Buchbinderei+, die nicht ganz
einfach ist; das ist das Anfertigen von +Kästchen+, +Dosen+,
+Schachteln+, eine saubere, angenehme Beschäftigung, bei der ihr zeigen
könnt, ob ihr an peinliche Sauberkeit und Pünktlichkeit im Arbeiten
gewöhnt seid, denn hier nützt euch der feinste Farben- und Formensinn
allein gar nichts, ihr müßt auf den Millimeter richtig messen können;
wenn die Maße nicht stimmen, ist die ganze Arbeit umsonst.
Bunt und lustig geht es auch bei der +Bastarbeit+ zu. Hier gibt es
außerordentlich viel Möglichkeiten, sich geschickt zu betätigen. Die
hübschen +Bastuntersetzer+ sind sehr praktisch, sie bewähren sich in
jedem Haushalt und können in den verschiedensten Arten hergestellt
werden.
Sehr wirkungsvoll sind auch andere handgearbeitete +Untersetzer+.
Es gibt da verschiedene Techniken: sehr beliebt sind die kleinen
Glasuntersetzer, bei denen der Hauptreiz in den Einlagen liegt; man
verwendet hierzu farbige Seiden, Brokatreste, Stickereien, Strick- und
Häkeldeckchen, Perl- und Filetmotive. Statt der wenig geschmackvollen
Einlagen aus bunten Federn oder gar Schmetterlingsflügeln bringt
man jetzt vielfach +konservierte Blumen+, ein Nachklang aus der
Biedermeierzeit. Wenn es richtig gemacht wird, sieht es reizend aus,
eine Geduldsprobe, die sicherlich manchen von unsern lieben jungen
Leserinnen gelingen dürfte.
Und da wir vorhin von „gefallen“ redeten, denke ich an die zierlichen
+Ansteckblumen+, die immer flott wirken und sicher nicht so bald
unmodern werden, weil sie kleidsam sind. Diese Ansteckblumen sind ja
eigentlich weniger für ganz junge Mädchen geeignet, für Backfische kann
ich mir ein buntes Bändchen für die Bluse hübscher denken. Aber wenn
ihr die vorgeschlagene Ansteckblume verschenken wollt, würdet ihr euch
sicher sehr beliebt machen, und für euren eigenen Gebrauch gebe ich
euch ein paar Winke, wie ihr euch seidene +Blusenbändchen+ recht fein
und eigenartig bemalen könnt, damit ihr nicht zu kurz kommt. Ich will
euch auch verraten, wie man +Gesichtsmasken+ anfertigt, weil wir doch
gerade bei der Eitelkeit angelangt sind.
Manche von euch wird gewiß recht gut sticken. Für solche fleißigen
Stickerinnen will ich einige +Nadelmalereien+ einfügen, in der
Voraussetzung, daß ihr die Technik vollkommen beherrscht. Es gibt
zwar in den einschlägigen Geschäften mancherlei Lehrbücher über die
einzelnen Textiltechniken, es gibt Vorlagen für +Strick-+, +Häkel+-,
+Kreuzstich+- und +Madeira-Arbeiten+, aber ich will doch nicht
vergessen, einige einfache Muster zu bringen, von denen ich annehme,
daß ihr sie gelegentlich recht gut verwerten könnt. Ich bin fest davon
überzeugt, daß ihr in späteren Jahren gerade die alten Techniken gern
wiedersehen werdet, manches andere wird inzwischen unmodern geworden
sein, aber solch ein richtiges, einwandfreies Kreuzstichmuster -- um
ein Beispiel zu nennen -- wird immer wieder Verwendung finden. Zu
andern Handfertigkeiten braucht man mancherlei Handwerk, man ist an
Raum und Zeit gebunden, aber zum Häkeln, Sticken und Stricken braucht
ihr nur die notwendigen Materialien, nicht wahr?
Ich bin, um euch recht viel Anregungen geben zu können, in viele
Werkstätten und Schulen, zu Kunstgewerblerinnen und Fachlehrerinnen
gegangen und habe mir dort, an der Quelle, mancherlei angesehen.
Was mir am besten gefallen hat, zeige ich euch in diesem Buch und
schreibe dazu einen Text, eine Anregung, eine Gebrauchsanweisung, wie
es sich am besten trifft. Es wird ein wenig kunterbunt und gar nicht
lehrhaft darin zugehen, aber das ist meine Absicht. Es soll durchaus
keine ausgeklügelte Abhandlung werden, in der Art „das dürft ihr aber
nicht tun“, es soll wie eine flotte Unterhaltung zwischen Freundinnen
sein, in der doch auch die Gedanken wechseln, man spricht von diesem
und jenem und lernt dabei ... Gerade bei den ernstesten Lehrbüchern
kommt es leicht vor, daß sie vor lauter Gründlichkeit ganz „furchtbar
langweilig“ werden, wie ihr sagen würdet, und das wäre hier bestimmt
das Verkehrte. Von dem vielen, was ich für euch, liebe Mädchen,
zusammengetragen habe, mache ich nun dieses Buch. Hoffentlich habt
ihr recht viel Nutzen davon; ihr sollt alle darin etwas finden. Ihr,
die ihr am liebsten mit Nadel und Faden arbeitet, ihr, die ihr pappt
und kleistert, ihr, die ihr pinselt und bastelt, ihr, die ihr die
Laubsäge, die Glasperlen, die Buntpapiere handhabt, ihr alle, die ihr
aus getrockneten Blumen, aus Seide oder glitzernden Flitterrestchen ein
wenig Freude und Buntheit in eure und anderer Häuslichkeiten bringt,
euch allen wünsche ich: Fröhliches Handwerk!
I. Kapitel
Web- und Stickarbeiten
1. Die Maske
[Illustration: Abb. 1.
Schnittmuster einer Maske.]
Der Gipfel der Tanzstundenfreuden ist der Maskenball. Ist das Kostüm
selbst entworfen und selbst genäht, so ist der Spaß besonders groß.
Nun fehlt nur noch die +Maske+, die man ebenfalls ohne viel Mühe und
Kosten selber herstellen kann. Das Grundmaterial besteht aus einem
dünnen Seidenrest in entsprechender Größe. Man schneidet den Stoff nach
der Zeichnung (Abb. 1) aus, den Schnitt stellt man selber her, indem
man etwas über Kopfhöhe an der Wand ein Stück Papier mit Reißnägeln
befestigt. Nun setzt man sich zwischen die Lampe und das an der Wand
angeheftete Papier so weit entfernt, daß der Schatten des Profils in
natürlicher Größe darauf fällt. Eine zweite Person umzieht nun den
Schatten, der auf das Papier fällt, mit Bleistift. Der so entstandene
Schnitt wird sauber nachgezeichnet. So entsteht der Maskenschnitt, der
immer wieder verwendet werden kann. Er wird mit Ölpauspapier oder mit
Kreide auf den Seidenstoff übertragen, die Seide wird mit der Schere
ausgeschnitten und gesäumt. Nun hält man sich die Maskenform vor das
Gesicht und zeichnet mit Kreide die Augenlöcher ein, die ebenfalls mit
einer Schere ausgeschnitten werden. Nagelscheren eignen sich ihrer
gebogenen Form wegen am besten für runde Öffnungen. Die Augenlöcher
werden mit Langettenstich umsäumt, der Seidenstoff wird mit weißem
Schleierstoff abgefüttert; ein Gummiband hält die Maske am Hinterkopf
zusammen, es wird an den beiden äußersten Seiten fest angenäht. Wer
die Maske besonders reich verzieren will, umnähe die Augenlöcher und
den Rand mit Pailletten. Es ist empfehlenswert, beim Säumen sehr
feinen besponnenen Blumendraht einzunähen, damit die Maske festere
Umrisse bekommt. Den unteren Rand der Maske kann man mit entsprechend
breiter Spitze benähen, sie verhüllt noch besser und erschwert das
Erkennen. Am geschmackvollsten sind schwarze Masken mit entsprechend
schwarzer Spitze; auch grüne Masken sehen hübsch aus, wenn sie zur
Farbe des Kostüms passen. Wenn die Spitze nicht dieselbe Farbe wie
der Seidenstoff hat, läßt man sie lieber fort, nur schwarze Spitze
kann schließlich für jede farbige Maske verwendet werden, sie paßt
indessen nicht zu Weiß. Wer sich besonders unkenntlich machen will und
keine passende Spitze zur Verfügung hat, kann einen Volant aus dem
Maskenstoff anfertigen und mit kleinen Stichen annähen; dieser Vorhang
darf nicht nach kurzem Tragen der Maske abreißen, dasselbe gilt für die
Spitze.
2. Handwebereien
Die +Hand+-, besonders die +Perlweberei+ ist eine der beliebtesten
Techniken, weil ihre Vielseitigkeit es ermöglicht, allerlei nützliche
Gegenstände in dieser ziemlich einfachen Weise zu verzieren. Es
gehören indessen scharfe Augen dazu, sehr viel Geduld und eine
gewisse Fingerfertigkeit, die man sich aber mit einigem guten Willen
aneignen kann. Wer keinen Webeapparat besitzt, kann ihn ohne viel
Schwierigkeiten, fast kostenlos, selber herstellen.
[Illustration: Abb. 2.
Einfacher Webeapparat aus einer Zigarrenkiste.]
Eine einfache +Zigarrenkiste+, +Fäden+ und +Reißnägel+ bilden
das Hilfsmaterial; damit kann man mit Leichtigkeit kleinere
Gegenstände, zum Beispiel +Achselträger+, +Gürtel+, +Hutbänder+ und
+Serviettenringe+ weben. Man schneidet Längsfäden in der gewünschten
Länge, und zwar einen Faden mehr, als man Perlen in der Breite
haben will. Diese Fäden werden an einem Ende verknotet, über die
Zigarrenkiste gespannt und mit Reißnägeln befestigt, wie wir es auf der
Abb. 2 deutlich zeigen. Damit die Fäden nebeneinander liegen bleiben,
ritzt man mit einem Messer kleine Kerben in entsprechenden Abständen
in das Kistenholz. Nachdem die Breite des Perlbandes festgestellt
worden ist, zieht man entsprechend viel Perlen auf, verknotet den
Anfangs-Aufziehfaden an einen Längsfaden, legt die aufgezogenen
Perlen +auf+ die Längsfäden, und zwar in der Art, daß jedesmal eine
Perle zwischen zwei Längsfäden liegt. Dann fährt man mit der Nähnadel
+unter+ dem Längsfaden wieder durch jede Perle hindurch. Die Muster
entstehen durch die verschiedenen Farben der einzelnen Perlen, und es
kommt nun darauf an, bei der Farbenzusammenstellung einen recht guten
Geschmack zu zeigen. Außer +Glas+- und +Metallperlen+ kann man auch
+Holzperlen+ verwenden. Auf unsrer Abb. 3 zeigen wir ein paar sehr
feine +Achselträger+ aus weißen Glasperlen, die in der beschriebenen
Art hergestellt worden sind. Sie sind sehr praktisch für Tanzstunden-
und leichte Sommerkleider, die silbrig glitzernden Perlen wirken
durchaus geschmackvoll, gar nicht auffällig, buntes Perlmaterial darf
man für diesen Zweck nicht verwenden, farbige Achselträger würden
bestimmt unfein aussehen. An jedem Achselträger wird an beiden Enden
je ein Perlmutterknopf zum Befestigen angenäht. Auf dem nächsten Bilde
sehen wir einen +Lacetgürtel+, der aus schildartigen Teilen besteht,
die über Lacetband gewebt sind. Diese Schilder sind in drei Farben
gehalten, die geschickt zueinander abgestimmt werden müssen. Bevor man
einen solchen Gürtel webt, muß man genau wissen, für welches Kleid er
bestimmt ist; man kann ihn hell, man kann ihn auch dunkel halten. Für
dunkle Kleider soll man keine hellen Gürtel wählen, auch nicht dunkle
Gürtel zu hellen Kleidern tragen. Aus diesen verschiedenen Gründen
müssen die Farben vor der Herstellung sehr genau überlegt werden. Sehr
fein sind Zusammenstellungen wie zum Beispiel Schwarz-Orangegelb-Weiß,
Türkis-Orangegelb-Grau, Pfauenblau-Giftgrün-Schwefelgelb,
Grasgrün-Weiß-Orangegelb, Lachsrosa-Grau-Weiß, Schwarz-Kobaltblau-Weiß,
Tiefveilchenblau-Giftgrün-Weiß, Ocker-Tütenblau-Türkis. Rot ist so sehr
auffallend, daß es lieber nicht oder sehr sparsam verwendet werden
soll, Hellblau und Hellila sind ebenfalls ungeeignet für diesen Zweck.
Wer besonders hübsche Muster weben will, achte auf die einfachen
Kreuzstichmotive, die sich dafür stets eignen dürften, besonders,
wenn man im Anfang zu leichten Übungszwecken solche Kreuzstichmuster
auseinandernimmt oder auf andere Weise vereinfacht.
[Illustration: Abb. 3. Achselträger in Perlweberei.]
Das zweite Modell auf unsrem Bilde (Abb. 4) ist ein handgewebter
+Gürtel+, der auch als +Hutband+ verwendet werden kann. Er besteht
aus Wollfäden und ist ebenfalls auf der Zigarrenkiste in der
angegebenen Art hergestellt. Das Muster eignet sich auch recht
gut für Perlenweberei; es sind vier Töne, die sehr geschickt
nebeneinandergesetzt sind; der tiefste Ton ist lila, daneben steht
Grasgrün, alles übrige ist kirschrot und dottergelb. Die Technik ist
dieselbe, die Verwendbarkeit des Streifens sehr vielseitig, er kann
unter anderem auch als +Kleiderbesatz+ benutzt werden; in diesem Fall
muß er recht schmal gehalten sein und in den Farben dem Stoff sehr
geschickt angepaßt werden. Wer mit der Technik gut Bescheid weiß,
kann von diesen einfachen Anfängen zu größeren Arbeiten übergehen.
Handgewebte +Kissenplatten+ und kleine +Wandteppiche+ sind sehr beliebt
und werden, wenn die Muster geometrisch gehalten sind, nicht so
schnell unmodern wie andre Handarbeiten, besonders, wenn man kräftige,
unvermischte Töne geschickt nebeneinandersetzt. Auf dem kleinen
Zigarrenkistenapparat kann man große Gegenstände nur dann herstellen,
wenn sie aus kleinen, dem Miniaturwebeapparat entsprechenden Stücken
bestehen, die dann zusammengenäht werden.
[Illustration: Abb. 4. Handgewebte Gürtel aus Wollfäden und Lacetband.
Entwurf und Ausführung: Liselotte Volk.]
Während für Perlwebereien dünne Fäden aufgezogen werden müssen, kommt
bei Wollwebereien ein stärkeres Material, zum Beispiel Bindfaden, in
Betracht. Das gilt auch, wenn mit Seidenkordel gewebt werden soll. Man
stopft das Muster zwischen den Fäden, in dieser Art ist das +Band+
auf unsrer Abbildung ausgeführt.
3. Buntstickereien
Wenn man moderne Handstickereien mit solchen früherer Jahre vergleicht,
vor allem mit den sogenannten „Augenpulvern“ unsrer Mütter und
Großmütter, so können wir mit Leichtigkeit feststellen, daß die
Handarbeiten der letzten Moden, was Technik, Grundstoff und Ausführung
anbelangt, großzügiger, einfacher und dekorativer geworden sind. Und
wenn wir auch, dem Geschmack der Zeit folgend, vielfach die Ideen zu
unsern Mustern einer Epoche entnehmen, die in betonter Einfachheit und
Gefühlseligkeit förmlich schwelgte, so borgen wir uns doch schließlich
nur den vielfach veränderten Stil und die Farben; die komplizierte
Technik dieses mühseligen Stich-an-Stichreihens entspricht kaum mehr
unserm modernen Empfinden, und darum vereinfachen wir die Technik
und die Muster. Sticken ist heutzutage kein Mittel mehr, um die
überflüssige Zeit totzuschlagen, +gute+ Handarbeiten werden immer
teurer, ihr Wert steigert sich durch den Wettbewerb mit billigem
Dilettantismus.
Auch wir Modernen sticken bunte Blumenkränze und farbenfröhliche
Sträuße mit glänzender Seide, aber wir verwenden keine zeitraubenden
dünnen Fäden, wir bevorzugen +starke+ Seidenfäden, die schnell decken,
wir können uns nicht gar so lange bei einer Blume, bei einem Blatt
aufhalten wie die Stickerinnen früherer Jahrzehnte.
Während man früher farbige Muster mit den größten Ausmaßen, zum
Beispiel Vorhänge mit feinsten Seidenfäden stickte, verwendet man
jetzt zu verhältnismäßig kleinen Arbeiten, zu Taschen, Beuteln,
Kinderhäubchen, Nähkissen, Nähbüchern, Tabletteinlagen und so weiter
möglichst starkfädiges Stickmaterial.
Darum hat die Wollstickerei ganz besonderen Anklang gefunden, während
die Arbeiten mit buntem feinen Garn kaum mehr verwendet werden. Dagegen
verarbeitet man vielfach Wolle in Verbindung mit Seide und erzielt
dadurch recht gute Wirkungen mit verhältnismäßig wenig Mitteln.
Was die einzelnen Formen der Muster anlangt, so gilt das ungeschriebene
Gesetz nicht mehr, das einstmals forderte: „Der Grundstoff muß
vollständig von der Stickerei bedeckt sein!“ Im Gegenteil, besonders
bei größeren Handarbeiten findet man häufig eine Art „gesperrte“
Technik, der man die Absicht, Zeit zu sparen, deutlich ansieht. Solch
eine Stickerei wirkt, wenn sie technisch einwandfrei ausgeführt ist
und wenn Grund- und Stickmaterial geschmackvoll zueinander abgestimmt
sind, häufig fast skizzenhaft, betont flüchtig, ohne an Wirksamkeit
einzubüßen.
Als Farben des Stickmaterials kommen ständig neue Töne, gebrochen und
ungebrochen, in den Handel, eine Seide leuchtender und waschechter
als die andere, eine Wolle weicher und vollfädiger als die andere,
und auch die Stoffe, die als Grundmaterial zur Verwendung gelangen,
werden immer mehr darauf eingerichtet, die Wirkung der Stickerei zu
unterstreichen, vor allem aber auch die Arbeitsdauer so viel wie
möglich einzuschränken. Selbst die kleinsten modernen Handarbeiten
tragen unsichtbar, aber leserlich für die Eingeweihten, das Motto: Zeit
ist Geld.
[Illustration: Abb. 5. Buntstickereien: Kissen, Kaffeewärmer,
Arbeitstäschchen und Taschentuchbehälter.]
Wir zeigen auf unserer Abb. 5 eine Anzahl solcher Handarbeiten, deren
Herstellung in diesem Sinne durchaus zu empfehlen ist.
Die verschiedenen kleinen Täschchen können leicht aus Resten
hergestellt werden, nur das gestickte +Kissen+ unsrer Vorlage erfordert
ein größeres Stück Stoff. Hier ist karmoisinrotes Tuch in der Größe
von 32: 51 Zentimeter verwendet. Die Ecken sind mit blätterartigen
Figuren bestickt, die aus einem Kelch hervorzugehen scheinen. Sie sind
in bunter Wollstickerei und meist im schrägen Plattstich ausgeführt.
Die Ecken zieren starke Quasten. -- Sehr gut wirkt der aus feinem
weißen Waschtüll gearbeitete +Kaffeewärmer+ (im Vordergrund links).
Die untere Breite mißt ungefähr 36, die Höhe etwa 32 Zentimeter. Die
Zeichnung überträgt man am besten mit Blaustift auf festes weißes
Papier und heftet sie dem Tüll unter; die begrenzenden Linien lassen
sich auf diese Weise leicht einziehen. Größere Blumen und Flitter
werden noch mit Twist oder Glanzgarn in verschiedenen Stichen
ausgeführt. In die Verbindungsnaht wird ein schmaler 3 Zentimeter
breiter Tüllvolant mit eingefaßt; eine Tüllrosette dient zum Anfassen.
Die Grundform ist mit einfarbigem Seidenstoff überzogen. -- Zu dem
reizenden +Arbeitstäschchen+ (rechts vom Kaffeewärmer) braucht man ein
Stückchen Rohseide oder feines gelbliches Leinen von 18 Zentimeter
Breite und 31 Zentimeter Länge. Von dieser werden 9 Zentimeter zur
Tasche umgeschlagen. Den Deckel ziert eine Stickerei in bunter Wolle.
Nachdem das Satinfutter angebracht ist, wird das Ganze mit zwei Fäden
grüner Wolle eingestochen, über die sich dann noch solche von roter
Wolle legen. Einen besonderen Ausputz bildet der 11 Zentimeter lange
und 4 Zentimeter breite Zipfel, der einem alten Siegel nachgebildet ist
und das Täschchen zugleich schließt. Zu diesem Zwecke muß ein Knopf
auf der unteren Seite angebracht werden. -- Auch der aus schwarzem
Tuch hergestellte +Taschentuchbehälter+ (rechts vor dem Kissen) ist
sehr geschmackvoll. Er mißt 19 Zentimeter im Quadrat; die Ecken
werden hereingeschlagen und mit kornblumenblauer Wolle bestickt. Drei
Ecken werden durch Zierstiche -- Bäumchen- oder Languettenstiche --
zusammengefügt; die vierte dient als Schluß und wird mit einer Schlinge
versehen. Zuletzt wird die Arbeit mit blauer Seide gefüttert und an den
Ecken werden kleine blaue Bällchen angebracht. -- Das niedliche andere
+Arbeitstäschchen+ (an der äußersten rechten Ecke unseres Bildes) ist
12 Zentimeter im Quadrat groß, erfordert also einen Streifen Tuch von
12 Zentimeter Breite und 24 Zentimeter Länge. Auf der oberen Seite
ist eine bunte Wollstickerei angebracht; grüner Vorstoß umrandet das
aus blauem Tuch angefertigte Täschchen, das zuletzt mit grüner Seide
gefüttert und mit blauen Bändern gebunden wird.
4. Das handbestickte Kleidungsstück
Das +handbestickte Kleidungsstück+ erfreut sich besonders bei der
Jugend einer meist berechtigten Beliebtheit. Jungen Mädchen macht es
Freude, ihre Schürzen, Blusen, Kleider, Gürtel, Taschen, Mützen und
so weiter selber zu besticken; häufig entwerfen sie selber die Muster
dafür und geben sich viel Mühe, mit einem großen Aufwand von Zeit und
Kosten diese eigenen Entwürfe auszuführen.
[Illustration: Abb. 6. Handbesticktes Überziehjäckchen aus rotem Stoff
mit farbiger Stickerei.]
Gerade diese selbstentworfenen Muster und ihre Farbenzusammenstellung
wirken häufig sehr dilettantenhaft; man wundert sich oft, wie viel
Geschmacklosigkeiten auf einem einzigen Stück vereinigt sind. Da sieht
man naturalistische Rosen und Veilchen, zu einem Strauß geordnet, und
all dies auf eine Bluse gestickt, als ob es sich um ein altmodisches
Sofakissen handelte. Und naturalistisch gehaltene Weinranken auf einem
Gürtel, und große Schmetterlinge auf einem Kleid! Etwas Ähnliches haben
wir alle schon erlebt.
Wie lächerlich wirkt solch unverstandenes Kunstgewerbe auf den Kenner.
Geometrische Figuren sind für solche Ornamentik empfehlenswerter,
indessen wird auf diesem Gebiet wieder häufig der Fehler gemacht, daß
die Muster dadurch viel zu langweilig werden, und der Fehler wird
noch größer, wenn man versucht, die Eintönigkeit der Ornamente durch
krasse Farben zu vermindern. Diese Wirkung ist noch schlimmer, als wenn
man eine Bluse mit Lilien bestickt, „weil es die Lieblingsblumen der
Trägerin sind“.
Wer beim Besticken der einzelnen Kleidungsstücke einen guten Geschmack
zeigen will, bringe nur stark vereinfachte Formen und Linien. Gewiß
können Blumen und Schmetterlinge als Vorbild dienen, aber die Formen
müssen so lange auseinandergenommen werden, die Linien sollen so
stark stilisiert, das heißt vereinfacht sein, daß man bestimmt
nicht mehr erkennen darf, woher die Motive stammen. Auch die Farben
müssen dementsprechend verändert werden, und bei der Auswahl des
Stickmaterials sei man stets darauf bedacht, daß ein Kleidungsstück
keine Tischdecke, kein Sofakissen, kein Kaffeekannenwärmer ist.
Kleidungsstücke, die dem Witterungswechsel ausgesetzt sind -- auch
Handtaschen gehören in dieses Gebiet --, müssen unbedingt wasch- und
regenecht bestickt werden; unecht bestickte Hüte, die in den Regen
kommen und tüchtig abfärben, können einen ganzen Anzug, von Kopf bis zu
Fuß, gefährden.
Am besten ist es, die Handarbeit auf einem Kleidungsstück in möglichst
bescheidenen Grenzen zu halten, häufig genügen einige feine Zierstiche,
um es geschmackvoll zu schmücken. Wer aber durchaus mit Ornamenten
prunken möchte, dem zeigen wir obiges handbesticktes Überziehjäckchen
aus rotem Stoff mit farbiger Handstickerei (Abb. 6), das mit seiner
sparsamen, vornehmen Ornamentik durchaus mustergültig ist. Hier
sehen wir, wie hochrotes Tuch, das doch stets sehr schwierig in der
Verarbeitung ist, geschmackvoll und nützlich verwendet wurde. Es ist
in einzelne Teile aufgeteilt, die mit Zierstichen verbunden sind;
bestickte Knöpfe und zwei aufgesetzte, ebenfalls handbestickte Taschen
bilden den Hauptschmuck. Statt der Knopflöcher wurden geschürzte
Ösen als Verschluß angebracht. Auf den Taschen sehen wir außer den
umrandenden Zierstichen flachgestickte Ornamente, die aus Rosenknospen
und Blättchen umgewandelt worden sind, das heißt, man sieht dies nur,
wenn man sich sehr bemüht. Die Knospe und die Blätter sind auf den Kopf
gestellt, vor allem aber stark stilisiert. Das „Auf-den-Kopf-Stellen“
genügt nämlich nicht, um ein Ornament für solchen Zweck geeignet zu
machen, dazu gehört schließlich doch etwas mehr. Auch die Farben sind
nicht naturalistisch. Die Muster sind weiß gehalten, mit Grau und Blau
umrandet. Alte und neue Zierstiche sind für dieses Überziehjäckchen
zu Hilfe genommen worden, um ihm eine persönliche Note zu geben,
ein Verfahren, das sehr zu loben ist, wie überhaupt unsere hübschen
Zierstiche viel mehr verarbeitet werden sollten.
Hoffentlich wird unser gutes Beispiel dazu beitragen, noch mancherlei
Irrtümer auf diesem Gebiet zu beseitigen oder ungeschehen zu machen.
5. Kreuzsticharbeiten
Zu den bekanntesten Handarbeitstechniken gehört der Kreuzstich.
Daß er sich auch in früheren Zeiten schon einer großen Beliebtheit
erfreute, davon zeugen u. a. die prachtvollen farbigen Meßgewänder
in den Klöstern des Mittelalters; welch künstlerische Wirkungen
wurden da durch den Kreuzstich in seinen originellen Varianten --
Rosenstich, Augenstich -- erzielt! Nachdem ihn verschiedene andre
Techniken verdrängt hatten, kam er in der Biedermeierzeit wieder zu
Ehren, eignete er sich doch wie kein andrer Stich zur Verarbeitung der
farbenfröhlichen, naiven Muster jener Zeit. Ja, der Kreuzstich war
weltlich geworden, aber obgleich er immer noch vielfach zu kirchlichen
Zwecken verwendet wurde, fand man die hübschen Kreuzsticharbeiten mit
der bunten Ornamentik doch zumeist in den besseren Bürgerhäusern.
-- Die Gegenwart, die so viel aus den Tagen der Biedermeierzeit
entlehnt, brachte auch die Kreuzsticharbeiten wieder in Aufnahme. Stark
modernisiert und stilisiert, den heutigen Begriffen und Bedürfnissen
angepaßt, erkennen wir die anmutigen Motive in sichtbar veränderter
Form kaum wieder.
Während man sonst auf groben, löchrigen Geweben -- im Mittelalter
verwendete man sogar Hanf und Leder -- den Kreuzstich arbeitete, wird
jetzt meist Seide und mehr oder weniger starkes Leinen gewählt. Am
beliebtesten sind die bunten Rupfenarten, Leinwand, die in den feinsten
Nuancen und in reicher Auswahl eingefärbt ist.
[Illustration: Abb. 7. Kreuzstichmuster: Ornament.
Entwurf von Else Levin.]
Wir bringen verschiedene Kreuzstichmuster, die mit einigem Geschick
selbst von ungeübten Händen nachgemacht werden können, und deren
Herstellung mit wenig Kosten verknüpft ist. Wir sehen in Abb. 7
ein modernes Ornament, das, nach rechts und links angesetzt, eine
außerordentlich wirksame Borte ergibt. Durch Spieglung sind wir in der
Lage, das Muster auf seine vielfache Verwendbarkeit hin zu prüfen.
Wir können es sowohl zur Verzierung von Gürteln als auch von Decken
und Kissen verarbeiten. Es eignet sich zum Schmuck für Kinderkleider,
Theaterhauben, für elegante Blusen und Schürzen. Als einfaches
Ornament, wie wir es hier im Bilde sehen, läßt es sich als Mittelstück
für Kissenplatten in Hochformat verwerten. Man hält es am besten in
drei Farben, die man dem Hintergrund harmonisch anpaßt. Sehr dekorativ
wirkt die Stickerei in Schwarz, Orange und Grün auf kobaltblauem
Grund, ganz gleich, ob es sich um seidenes oder leinenes Material
handelt. Auf Leinen stickt man am besten mit Perlgarn, dessen Stärke
sich nach der Gewebeart richtet. Zur Ausführung verwendet man, wie
bekannt, Kanevas oder Kongreßstoff, ihre Fäden werden, wenn die Arbeit
vollendet ist, wieder herausgezogen. Abb. 8 stellt eine Bordüre dar,
die zum Schmuck von großen waschbaren Portieren und Vorhängen aller
Art zur Verwendung gelangt, zum Beispiel für Vorhänge auf Balkone,
Loggien, in Schlafzimmern, Dielen, vor Bücherregalen und anderen.
Unser Originalmodell ist in Schwarz, Zinnoberrot und Zitronengelb
auf cremefarbenem Grund gestickt und kann je nach Belieben und
Zweckdienlichkeit in großem oder kleinem Format ausgeführt werden.
[Illustration: Abb. 8. Bordüre für Portieren und Vorhänge.]
In Abb. 9 sehen wir das Muster für eine kleinere Mitteldecke, die
am besten auf nicht zu starkem weißen Leinen ausgeführt wird. In
Zinnoberrot, Grün, Violett und Schwarz ist die Stickerei gehalten,
doch überlassen wir es dem Geschmack unserer Leserinnen, eine andere
Farbenwahl zu treffen.
[Illustration: Abb. 9. Muster für kleinere Mitteldecken.]
Wer die Arbeit als Nähtischdeckchen oder Kissenplatte verwenden will,
dürfte sich am besten für grellfarbiges Grundmaterial -- Seide oder
Leinwand -- entscheiden. Auf kobaltblauem Hintergrund steht sehr
gut: Weiß, Giftgrün und Orangegelb, auf scharfem Grün: Zinnoberrot,
Schwarz und Hellkobaltblau, auf Orange: Schwarz, Weiß und Giftgrün.
Beliebig wiederholt, ergibt unsre Vorlage ein sehr originell wirkendes
Füllmuster, das besonders für starke Stoffarten in Betracht kommt und
für Abend-, Garten- und Dielendecken sehr zu empfehlen ist.
[Illustration: Abb. 10. Flächenmuster für Perlstickerei.]
Abb. 10 zeigt ein +Flächenmuster+, das sich auch für +Perlstickerei+
eignet. Dieses Muster kann sehr vielfach verwendet werden, so zum
Beispiel für +Bänder+, +Gürtel+, +Borten+, +Kinderhäubchen+ und
+Kleider+, +Taschen+, wenn man nur einen Streifen davon benutzt, sonst
paßt es für +Gartentischdecken+, +Vorhänge+ und +Kissen+. Unser Modell
ist schwarz, kobaltblau, giftgrün, mit weißem Mittelpunkt auf weißem
Grund gehalten.
[Illustration: Abb. 11. Tulpenmuster für Mappen, Kissen und Taschen.
Entwurf von Else Levin.]
Das fünfte Muster (Abb. 11) eignet sich am besten für +Kissen+ in
drei Farben, zum Beispiel Schwarz, Kobaltblau und Orangegelb. In
Wolle ausgeführt wirkt es sehr stark, man kann es auch für +Fußbänke+,
+Fußkissen+ und kleine +Vorleger+ benutzen.
[Illustration: Abb. 12. Muster für Kreuzstich- und Filettechnik.
Entwurf von Else Pauli.]
Der sechste Entwurf (Abb. 12) eignet sich auch sehr gut für
+Filettechnik+, ein Füllmuster von vielfacher Verwendbarkeit. In
Wolle gestickt empfiehlt es sich für +Vorhänge+, +Decken+, +Kissen+,
+Vorleger+ und +Mappen+, in Seide ausgeführt paßt es besser
für kleinere Gegenstände, zum Beispiel +Taschen+, +Nähkissen+,
+Briefmappen+. Es besteht eigentlich aus zwei Teilen, verwendet man
die rechte oder die linke Seite einzeln, so entsteht ein Motiv zur
Verzierung von +Häubchen+, +Gürteln+, +Mützen+, +Blusen+; setzt man
dieses Motiv nach oben und unten fort, so entsteht eine +Borte+, die
stehend und liegend verwendet werden kann. Solche Borten eignen sich
für +Decken+, besonders aber für +Gürtel+ und +Kinderkleidung+. Je nach
dem Hintergrund stickt man die Arbeit in zwei bis drei Farben; eine
gute Wirkung erzielt man, wenn das Muster in Kobaltblau und Giftgrün
auf schwefel- oder orangegelben Grund gesetzt wird.
[Illustration: Abb. 13. Leichtes Flächenmuster.]
[Illustration: Abb. 14. Füllmuster.]
Auf der nächsten Vorlage (Abb. 13) sehen wir ein leichtes
+Flächenmuster+, das in +Streifen+ zerlegt werden kann; auf diese
Weise entsteht eine fortlaufende Borte, die für +Kindersachen+ ganz
besonders geeignet ist. Das Muster kann sehr farbig gehalten werden:
die Schmetterlinge abwechselnd in zwei Farben in jeder Reihe, so daß
vier verschiedenfarbige Schmetterlinge entstehen, in der ersten Reihe:
der erste feuerrot, der zweite tütenblau, in der zweiten Reihe: der
erste orangegelb, der zweite giftgrün. Die kleinen Kreuzornamente und
der Verbindungspunkt zwischen den einzelnen Schmetterlingen werden
schwefelgelb gestickt. Diese Farbenangabe gilt für einen weißen,
schwarzen, grauen oder dunkelblauen Grund, Farben, die bei starker
Leinwand häufig vorkommen. Solches Leinen wird gern zu +Garten-+ und
+Balkonkissen+, auch für +Kinderzimmer-+ und +Dielenkissen+ verwendet,
und gerade dafür ist das Schmetterlingsmuster ganz besonders geeignet.
Abb. 14 zeigt ein einfaches +Flächenmuster+ in zwei Farben für
+Garten-+ und +Dielentischdecken+, +Kissen+, +Vorleger+, +Schreib-+ und
+Sammelmappen+, +Kassetten+. Am besten wirkt die Stickerei in Wolle
oder -- waschecht -- in Perlgarn und Garn in drei Farben: schwarz,
weiß auf orangegelbem, kobaltblauem oder giftgrünem Grund, tütenblau,
schwefelgelb auf grasgrünem Grund; die Mittelstücke können einzeln für
+Knöpfe+ verwendet werden.
Die nächste Zeichnung (Abb. 15) stellt ein +Flächenmuster+ dar, aus
dem man eine +Borte+ machen kann, sowohl eine aufrecht stehende, als
auch eine sich nach rechts und links fortsetzende +Borte+, die sich
für +Taschen+, +Kindersachen+ und +Deckchen+ recht gut eignet. Als
Flächenmuster paßt sie für +Kissen+, +Mappen+, +Taschen+ und, wie die
meisten dieser Entwürfe, auch für +Bucheinbände+. Man stickt das Muster
am besten in drei Farben: die Herzen kobaltblau auf schwarzem oder
türkisgrünem Grund, die Verbindungslinien schwefelgelb, oder giftgrüne
Herzen auf pfauenblauem Grund mit orangegelben Verbindungslinien.
Solche Farben wirken immer gut; aber nur nicht Rot für die Herzen
nehmen!
[Illustration: Abb. 15. Flächenmuster. Entwurf von Else Pauli.]
6. Monogramme und Buchstaben
Schon unsere Groß- und Urgroßmütter wandten dem Wäschezeichnen ein
berechtigtes Interesse zu. Gehörte es doch zum „guten Ton“, jedes Stück
der Aussteuer selbst zu zeichnen, und der runde Stickrahmen spielte
eine wichtige Rolle im Leben der Braut.