Über der Vollendung der Malereien in der Villa Chigis und in den

Vatikanischen Loggien war das Jahr 1519 herangekommen. Wir finden

Raffael in einer fieberhaften Thätigkeit. Täglich tritt der Papst,

der nach Vollendung der Loggien alles, was im Vatikan an Malerei

und Architektur gemacht wird, in seine Hände gelegt hat, mit neuen

Wünschen an ihn heran; bald muß er für die Kapelle des Jagdschlosses

la Magliana in der Campagna Kartons zu Freskobildern zeichnen, bald

für eingelegte Holzarbeiten, bald für Münzstempel Vorlagen liefern,

bald die Dekorationen für ein Karnevalsfest im Vatikan entwerfen; und

neben den Stanzen wird ein großer Saal zur Aufnahme von Wandgemälden

vorbereitet. Dabei drängen ihn beständig die Vertreter fremder Fürsten,

die für ihre Herren Bilder von ihm haben wollen; sie lassen sich nicht

abschrecken, wenn sie einmal vor der Thür seiner Werkstatt abgewiesen

werden; zu ihrer Beruhigung macht Raffael dann wohl vor ihren Augen ein

paar Pinselstriche an dem bestellten Gemälde, die angefangenen Bilder

werden beiseite gestellt, um neuen Platz zu machen, die dann bald

dasselbe Schicksal teilen. Der sonst immer heitere und liebenswürdige

Meister fängt an, in den Ruf eines Melancholikers zu kommen. Wenn wir

die Zahl der zum Teil sehr umfangreichen Ölgemälde überblicken, welche

Raffael seit 1517 neben seiner sonstigen angestrengten Thätigkeit

noch entstehen ließ -- ganz abgesehen von zweifelhaften Werken --,

so begreifen wir, daß er sich im Übermaß der Arbeit aufreiben mußte,

ungeachtet der Hilfe, welche ihm seine gut ausgebildeten Schüler,

besonders Giulio Romano und Giovan Francesco Penni, die bei ihm

wohnten, gewährten. Nicht jeder Besteller eines Bildes war so geduldig,

wie die Nonnen von Monteluce bei Perugia, die im Jahre 1516 an das vor

elf Jahren in Auftrag gegebene Bild der Krönung Marias erinnerten,

die dann auch erlangten, daß Raffael die Komposition entwarf, und

nun doch wieder warten mußten, bis lange nach des Meisters Tode die

Schüler das (jetzt in der Vatikanischen Pinakothek befindliche) Gemälde

fertig machten. Vor allem galt es den Papst zu befriedigen; als

Geschenke für den König und die Königin von Frankreich hatte dieser

zwei Gemälde bestellt, einen Erzengel Michael und eine heilige Familie.

Die Überreichung dieser Geschenke lag Leo X am Herzen, und ungeduldig

mahnte er immer von neuem zur Eile, bis im Frühjahr 1518 die Bilder

auf Maultiere geladen und, von einem Gehilfen Raffaels begleitet, nach

Fontainebleau gebracht werden konnten. Beide Bilder befinden sich

jetzt im Louvre. Der heilige Michael ist als ein schöner Jüngling in

antiker Rüstung, aber ohne Helm, dargestellt, der mit großen Schwingen

herniederstürmt, um den Satan, der schon unter ihm zu Boden gestürzt

ist, mit hoch erhobenem Speer zu treffen; die wilde, dunkelfarbige

Gestalt des Teufels und düstere Felsen, aus deren Ritzen die

Höllenflammen hervorzüngeln, heben die Lichtgestalt des Engels mächtig

hervor (Abb. 95). Die große heilige Familie des Louvre, wie das vom

Papst der Königin geschenkte Bild zum Unterschied von einer gleichfalls

im Louvre befindlichen kleineren heiligen Familie (Die Jungfrau mit

der Wiege), einer ganz von Schülerhand gemalten Komposition Raffaels,

genannt wird, zeigt eine Maria, deren Antlitz an zarter, jungfräulicher

Bescheidenheit mit den Florentiner Madonnen wetteifert, und einen

Jesusknaben, der aus der Wiege springt und sich fröhlich der Mutter in

die Arme wirft (Abb. 96); das Kind ist so kindlich, wie Raffael nur

jemals eines ersonnen hat, aber seine göttliche Bedeutung wird durch

die Huldigungen angezeigt, die ihm dargebracht werden: nicht nur, daß

Elisabeth knieend den kleinen Johannes lehrt, die Händchen zum Gebet

vor dem Altersgenossen zu falten, auch Engel sind in das enge Gemach

herabgestiegen, um anbetend zu verehren und Blumen zu streuen. Den

mächtigen Formen der gedrängten Komposition entspricht eine kräftige

Farbengebung mit scharfen Gegensätzen zwischen Licht und Schatten.

Schon den Zeitgenossen mißfiel es, daß Raffael in seinen letzten

Gemälden die Schatten allzu schwarz machte, und in der Folgezeit hat

sich die Anwendung einer besonderen schwarzen Farbe, die nachgedunkelt

und durch die übrigen Farben durchgeschlagen ist, als sehr verderblich

erwiesen. Beim Malen der großen heiligen Familie hat Giulio Romano

geholfen, dem die Ausführung einer heiligen Margareta, die nach Vasaris

Angabe gleichzeitig als Geschenk für das französische Königshaus nach

Fontainebleau kam (jetzt ebenfalls im Louvre), beinahe vollständig

überlassen blieb. Mit welcher Sorgfalt Raffael auch jetzt noch die

Natur zu Rate zog, davon legen drei Studienblätter zu der großen

heiligen Familie Zeugnis ab: die Louvresammlung bewahrt die nach einem

leichtgekleideten Mädchen gemachte Aktzeichnung zur Madonna (Abb. 97);

in der Uffiziensammlung finden wir die im Gemälde fast ganz getreu

benutzte, sorgfältig ausgeführte prächtige Gewandstudie zu derselben

Figur (Abb. 98) und die köstliche Modellstudie des Christuskindes (Abb.

99).

[Illustration: Abb. 95. +Der heilige Michael.+ Zeichnung nach dem

Gemälde von 1518, in der Louvresammlung.]

[Illustration: Abb. 96. +Die große heilige Familie+ im Louvre zu

Paris.

(Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl.,

in Dornach i. Els. und Paris.)]

[Illustration: Abb. 97. +Naturstudie+ zur Madonna der großen

heiligen Familie im Louvre.]

Zu Raffaels letzten Madonnenbildern gehört ferner das berühmte große

Bild in Madrid, welches Philipp IV als die Perle seiner Sammlung

bezeichnete, und das seitdem den Namen „~la perla~“ behalten hat.

Es ist ein inniges Familienbild, scharf beleuchtet in stimmungsvoller

Morgenlandschaft; Maria hat den einen Arm um den Nacken der in

tiefernste Gedanken versunkenen Mutter Anna gelegt, mit der anderen

Hand umfaßt sie den Knaben, der aus der Wiege auf ihr Knie geklettert

ist und lächelnd nach den Früchten greift, die der kleine Johannes ihm

bringt. Besteller des Bildes waren die Grafen von Canossa zu Verona.

-- Gleichfalls in Madrid befindet sich eine „Heimsuchung Marias“ in

lebensgroßen Figuren, welche Raffael für den päpstlichen Kämmerer

Branconio d’Aquila -- denselben, zu dessen Palast in Rom er den Entwurf

lieferte -- anfertigte. -- Für den Kardinal Colonna malte der Meister

die begeisterte Jünglingsgestalt des Vorläufers Johannes (jetzt in der

Tribuna zu Florenz), ein um der Neuheit seiner Auffassung willen häufig

nachgebildetes Gemälde.

[Illustration: Abb. 98. +Gewandstudie+ zur Madonna der großen

heiligen Familie im Louvre.]

[Illustration: Abb. 99. +Naturstudie+ zum Jesuskind der großen

heiligen Familie im Louvre.]

Die Wucht der Formen, die großen Linienzüge, die scharfen Gegensätze

von hell und dunkel, die wir in all diesen Bildern gewahren, scheinen

von dem aufgeregten Seelenzustande zu erzählen, aus dem heraus der mit

der flüchtigen Zeit im Kampfe liegende Meister schuf. Das vierte der

Vatikanischen Gemächer, dessen Ausmalung er leiten sollte, verhieß

ihm Gelegenheit, sich in gewaltig bewegten, leidenschaftlichen

Darstellungen Luft zu machen. Das Leben Konstantins sollte hier

geschildert werden, mit dem Sieg über Maxentius als Hauptdarstellung

(Abb. 100). Zwar rührt der Karton zu dieser Schlacht, von dem

Bruchstücke erhalten geblieben sind, nicht von dem Meister selbst

her; aber einzelne Studien zu dem Bilde hat er gezeichnet und

sicherlich auch einen Gesamtentwurf angefertigt; denn nur auf Grund

eines solchen läßt es sich erklären, daß das erst mehrere Jahre nach

Raffaels Tode ausgeführte Gemälde jene Fülle von Leben und jene

machtvolle Großartigkeit besitzt, die dasselbe trotz seiner Mängel

zu einem unübertroffenen Muster der Schilderung eines gewaltigen

Heldenkampfes machen. Sicherlich geht auch die meisterhafte Anordnung

der Wandeinteilung im Konstantinsaal auf Raffael zurück, die mit

den figurenreichen Geschichtsdarstellungen großartige Architekturen

wechseln läßt, in denen die Riesengestalten berühmter Päpste thronen.

Dem Drange nach kraftvollster Wirkung, den der Meister empfand,

entspricht es, daß der -- in der Folge wieder aufgegebene -- Versuch

gemacht wurde, Ölmalerei an die Stelle der Freskomalerei treten zu

lassen. Raffael hat kaum den Beginn der Malerei im Konstantinsaale

erlebt; wenn wir in der Maxentiusschlacht noch eine Nachwirkung seines

Geistes vernehmen, so gewahren wir in den übrigen Bildern nur allzu

deutlich, wie ohnmächtig Giulio Romano und seine Genossen derartigen

Aufgaben gegenüberstanden, sobald sie ganz auf sich selbst angewiesen

waren. -- Zu solchen großen Werken gehörte die Größe des Meisters.

Glücklicher bewahrten die Schüler das Erbe seines Geistes in rein

dekorativen Sachen; wenigstens sind die Stuckarbeiten, welche Giovan

da Udine in der Villa Madama ausführte, deren Bau Giulio Romano nach

Raffaels Tode übernahm, ebenbürtige Sprößlinge des Zierwerks in den

Vatikanischen Loggien; freilich vermochte bei diesen Arbeiten auch

ein genaues Studium antiker Vorbilder einigermaßen Ersatz zu leisten

für die aus Raffaels schaffensfreudiger und unermüdlicher Phantasie

geflossenen Anregungen.

[Illustration: Abb. 100. +Mittelgruppe aus der

Konstantinschlacht.+ Wandgemälde im Vatikan, nach Vorarbeiten

Raffaels.]

[Illustration: Abb. 101. +Aktstudie zu dem Verklärungsbilde im

Vatikan.+ Sammlung der Ambrosiana zu Mailand.]

[Illustration: Abb. 102. +Vorzeichnung zu dem Verklärungsbilde in

nackten Figuren.+ In der Albertina zu Wien. Die sechs oberen Figuren

anscheinend von Raffael selbst gezeichnet.]

[Illustration: Abb. 103. +Die Verklärung Christi auf dem Berge

Tabor+ in der Gemäldesammlung des Vatikan. Raffaels letztes Bild.

(Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl.,

in Dornach i. Els. und Paris.)]

Das letzte Werk, an das Raffael selbst die Hand legte, war eine große

Altartafel, welche Giulio de’ Medici für die Hauptkirche seines

Bischofssitzes Narbonne bestellte. Raffael mochte wohl fühlen, daß

das Überwiegen der Schülerarbeit in der Ausführung seiner Werke

schließlich seinem Ruhm schaden würde, zumal da man in Rom anfing,

den Namen des Venezianers Sebastiano (später del Piombo zubenannt),

eines Nachfolgers und Freundes des Michelangelo, neben dem seinigen

zu nennen. Und da gerade dieser in Bezug auf die Farbengebung sehr

hervorragende Maler vom Kardinal den Auftrag bekam, das Gegenstück

zu Raffaels Bild anzufertigen, so mag dies mit ein Grund gewesen

sein, Raffael zu bestimmen, das Altargemälde, als dessen Gegenstand

die Verklärung Christi auf dem Tabor gewählt wurde, ganz eigenhändig

auszuführen. Selbstverständlich war es damit nicht ausgeschlossen, daß

der Meister bei den mehr mechanischen Teilen der Arbeit Schülerhilfe

benutzte, etwa bei der Übertragung der Zeichnung ins Große, oder

wenn es sich darum handelte, auf Grund der Aktstudien (Abb. 101),

welche er selbst mit dem äußersten Fleiß zeichnete -- wie noch eine

Anzahl erhaltener Blätter dieser Art bekunden --, einmal das ganze

fertig komponierte Gemälde in nackten Figuren aufzubauen, um für die

Formenrichtigkeit der Gestalten eine unbedingt sichere Unterlage

zu haben (Abb. 102). Seinen ursprünglichen Bestimmungsort hat das

Gemälde nie gesehen; nach Raffaels Tode glaubte man diese seine letzte

Schöpfung an dem Hauptschauplatz seiner Thätigkeit behalten zu müssen,

und stellte die Tafel auf dem Altar von St. Pietro in Montorio zu

Rom auf; 1797 als Beute der Franzosen nach Paris gebracht, befindet

sich das Bild seit 1815 in der Vatikanischen Pinakothek. Raffaels

letztes Werk ist eins seiner gewaltigsten (Abb. 103). Durch mächtige

Gegensätze ergreift es den Beschauer. Auf der Höhe des Berges, etwas

entfernt, schwebt die verklärte Gestalt des Erlösers zwischen Moses

und Elias hellleuchtend in der lichten Wolke über den geblendet zu

Boden gestürzten drei Jüngern. Inzwischen spielt sich am Fuße des

Berges ein Vorgang menschlichen Elends und menschlicher Ohnmacht ab:

vor die neun zurückgebliebenen Jünger ist der Vater des mondsüchtigen

Knaben, von einer Volksschar begleitet, hingetreten. Der Unglückliche

hält den in Krämpfen tobenden Knaben fest und heftet, von den Leiden

des Sohnes bis zur Verzweiflung ergriffen, die stieren Augen mit einem

letzten Hoffnungsschimmer auf die Jünger Jesu; zwei Frauen haben

sich vor diesen auf die Kniee geworfen; die eine bittet mit sanften,

stummberedten Blicken, die andere, unter der wir uns die Mutter des

Knaben vorstellen, verlangt leidenschaftlich, fast gebieterisch

Hilfe; flehend strecken die Begleiter die Hände aus. Und die neun

Apostel stehen dem gegenüber, erschüttert, von Mitleid ergriffen,

aber unfähig zu helfen; denn derjenige, der helfen könnte, hat sie

verlassen und ist auf den Berg gegangen, -- darauf weist einer von

ihnen zwei seiner Gefährten hin, die, beschämt über ihre Ohnmacht,

nach dem schrecklichen Schauspiel nicht mehr hinzusehen wagen; daß

derjenige, der auf dem Berge weilt, helfen wird, das verkündet mit

fester Zuversicht ein anderer Apostel, der sich emporgerichtet hat,

den Hilfesuchenden. Durch diese Gestalt löst sich die dramatische

Spannung, wir wissen, daß die Hilfe da ist: wir erkennen es an dem

Ausdruck der Gewißheit in Mienen und Gebärde des Jüngers, wir sehen es

auch mit dem leiblichen Auge: denn unwillkürlich folgt der Blick der

Richtung der scharf durchgehenden Linie, welcher die emporgestreckte

Hand dieses Apostels den letzten Nachdruck verleiht, und haftet nun

wieder auf der Lichtgestalt des Erlösers. „Beides ist eins: unten das

Leidende, Bedürftige, oben das Wirksame, Hilfreiche, beides aufeinander

sich beziehend, ineinander einwirkend“ (Goethe). Der Gegensatz geht

auch in dem Äußeren der Darstellung durch: oben wohllautende Harmonie

der Farben und Linien, alles in Lichtmassen schwimmend; unten schroff

durcheinander gehende Linien, grell zusammenstoßende Farben und

finstere Schatten. -- Die beiden Personen, welche wir, ohne daß sie

sich irgendwie störend bemerklich machten, am Bildrande als Zuschauer

der Verklärung gewahren, sind eine Zuthat, welche nur für den Besteller

eine Bedeutung hatte: die Schutzheiligen des Vaters und Oheims des

Kardinals, Julianus und Laurentius. -- Raffael hatte die Verklärung

eben vollendet -- vielleicht fehlten noch die letzten Übergehungen,

welche die allzu harten Farbenzusammenstellungen in der unteren

Bildhälfte gemildert haben würden, -- da ereilte ihn der Tod. Es befiel

ihn ein heftiges Fieber, gegen das bei dem Zustande von Überreizung,

in welchem er sich seit langem befand, sein Körper keine genügende

Widerstandskraft besaß. Aus dem dichterischen Nachruf, den der Graf

Castiglione dem Freunde widmete, möchte man schließen, daß Raffael sich

bei den Ausgrabungen das Fieber zugezogen habe; denn daß der Tod ihn

gefällt habe aus Unwillen darüber, daß er es unternahm, den Leichnam

der Stadt zum Leben zurückzurufen, ist der Inhalt dieses Gedichts.

Ein unzeitiger Aderlaß beschleunigte den Verlauf der Krankheit, die

nur wenige Tage dauerte. Raffael bereitete sich auf den Tod vor und

ordnete alle seine Angelegenheiten aufs sorgfältigste. Am Karfreitag

(6. April) des Jahres 1520 verschied er. Er hatte die Schwelle des

reifen Mannesalters noch nicht erreicht und hatte doch eine Thätigkeit

hinter sich, wie sie so reich kaum jemals einem Künstler im Laufe

eines langen Menschenlebens beschieden gewesen ist. Ganz Rom sprach

von nichts anderem als von Raffaels Tod, man erzählte sich, daß der

Vatikanische Palast in der Nacht seines Hinscheidens Risse bekommen

habe und den Einsturz drohe. Der Schmerz war allgemein; denn jeder,

der ihm nahe gestanden, hatte den Liebenswürdigen geliebt. Der

Papst weinte bitterlich, und die fremden Gesandten schickten ihren

Herren ausführliche Berichte über den Trauerfall. Die Leiche wurde

in der Werkstatt aufgebahrt, zu ihren Häupten stand das Gemälde der

Verklärung Christi. Als Begräbnisplatz hatte Raffael sich das schönste

Gebäude Roms, das besterhaltene Baudenkmal des Altertums ausgewählt;

das Pantheon. Nach seinem Vermächtnis führte der Bildhauer Lorenzetto

ein Marmorstandbild der Madonna aus, welches zwischen den Porphyrsäulen

eines der schönen alten Tabernakel aufgestellt wurde. Daneben wurde

eine einfache Inschriftplatte in das Marmorgetäfel eingelassen, um

die Stelle der Gruft zu bezeichnen. Kardinal Bembo hat die kurze

lateinische Grabschrift verfaßt mit dem Epigramm:

„Hier ist Raffael; er, bei dessen Leben Besiegung,

Bei dessen Tode den Tod fürchtete Mutter Natur.“

[Illustration: (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément

& Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Raffael · 第 7 / 7 段