Am liebsten brütet der Uhu auf steilen, unzugänglichen Felswänden

inmitten großer Gebirgswaldungen, wo ihn dann ausgedehnte Abholzungen

leicht zum Verlassen der Gegend bewegen. In Ausnahmefällen ist der

Horst aber auch so leicht zugänglich, daß sein Inhalt bald dem Dachse

oder der Schuljugend zum Opfer fällt. In den Wäldern der Ebene muß

der Uhu natürlich auf oder in Bäumen brüten, und gern benutzt er dann

einen alten Bussardhorst. In großen, vogelreichen Sümpfen fand ich

das Uhuheim sogar schon bodenständig auf einem trockenen Inselchen.

Altes Gemäuer zerfallender Burgen ist ihm auch sehr erwünscht, ja

im Orient, wo ihm niemand etwas zuleide tut, errichtet er sein Heim

sogar inmitten volkreicher Städte. So konnte man ihn wenigstens

früher in Sarajevo und Mostar öfters vom Fenster aus beobachten. Für

Konstantinopel gehört der Uhu noch heute geradezu zu den Kennvögeln.

Brehm fand ihn in den Ringmauern der spanischen Stadt Jativa brütend,

und Lenz erhielt junge Uhus vom Dachboden einer tief im Thüringer Wald

versteckten Fabrik. Der Horst ist mit etwa 1 +m+ Durchmesser zwar

ziemlich umfangreich, aber mit sehr wenig Kunst erbaut, ja häufig legt

der Vogel seine Eier ohne jede Unterlage einfach auf den nackten Fels.

Während der Paarungszeit macht er sich durch vieles Rufen und die

grimmigen Katzbalgereien der eifersüchtig ihre Reviergrenzen wahrenden

Männchen recht bemerkbar, aber während der eigentlichen Brutzeit,

die 30-35 Tage dauert, verhält er sich ziemlich still. Die Eier sind

von rundlicher Form und rein weißer Farbe, an Zahl gewöhnlich zwei

bis drei, aber auch nur eines oder vier bis fünf. Dombrowski möchte

dieses starke Schwanken der Eierzahl auf das verschiedene Alter der

Brutvögel zurückführen. Die Jungen verraten sich leider leicht durch

beständiges Zischen und Pfeifen. Die halbflügge Brut klettert schon auf

den Horstrand, um gierend und klagend die futterbringenden Alten zu

erwarten. Diese hängen mit großer Liebe an ihrer Nachkommenschaft und

führen auch miteinander ein musterhaftes, sehr zärtliches Eheleben. Bei

ihren Kindern läßt Frau Uhu ein sanftes »Tuck tuck« hören und füttert

die Kleinen anfangs aus dem Kropf, bis sie imstande sind, selbst

kleine Fleischstücke aus den überbrachten Beutetieren herauszureißen.

Man kennt Beispiele, wo die Alten ihre Jungen in einen andern Horst

schleppten, wenn der erste zu stark beunruhigt wurde.

[Illustration: Abb. 17. Uhu in Hab-Acht-Stellung

(Aufnahme aus Hagenbecks Tierpark in Stellingen)]

Mohr besaß ein Uhuweibchen, das ein Ei legte, worauf er ihm zwei

Hühnereier zum Bebrüten unterschob. Der Uhu brütete diese auch wirklich

aus und nahm sich mit mütterlicher Sorgfalt der geschlüpften Kücken an.

Noch als sie schon drei Wochen alt waren, betreute er sie mit größter

Zärtlichkeit, gluckste wie eine Henne und ließ nur ausnahmsweise sein

»Uhu« hören. Das ihm vorgesetzte Fleisch zerbröckelte er in ganz kleine

Stückchen und legte diese dann den Küchlein vor. Gegen jeden, der sich

den Kücken nähern wollte, nahm er sofort Kampfstellung ein. In einem

ähnlichen Falle brütete der Uhu zwar Enteneier aus, kröpfte aber dann

ganz behaglich die jungen Entchen. Gefangene Uhus sind im Käfig schon

häufig zur Fortpflanzung gebracht worden, selbst unter ganz primitiven

Verhältnissen. Berühmt geworden ist namentlich die ergiebige, lange

Jahre hindurch fortgesetzte Uhuzucht des Stockholmer Tiergartens.

Ich entnehme darüber dem Berichte Dr. Alarik Behms folgendes: Die

erste Paarung wurde am 1. April beobachtet und dann bis zum 11. an

jedem Abend. Das Männchen sträubte vorher das Gefieder, breitete den

Schwanz fächerförmig aus und erinnerte in seinen Bewegungen an einen

balzenden Birkhahn. Sein Ruf war tief und grob, der des Weibchens

dagegen eine halbe Oktave höher und heller. Die Paarung wurde unter

mächtigem Flügelschlagen und lautem Geschrei vollzogen; namentlich

das Weibchen pfiff dabei stark. Auch beim Eintragen der Baustoffe,

das schon am 2. April begann und bei dem auch das Männchen mithalf,

stieß es pfeifende Laute aus, die wie das Geräusch einer ungeschmierten

Schiebkarre klangen. Eingetragen wurden: Sägespäne, Rindenstücke und

Kies. Am 14. lag das erste, am 20. das zweite und am 28. das dritte Ei

im Horste. Das Weibchen begann aber mit dem Brutgeschäft gleich beim

ersten Ei. Das Männchen zeigte sich als idealer Ehemann und fütterte

seine Gemahlin fleißig mit Katzenfleisch, Hühnerköpfen und anderen

Leckerbissen. Auf einem Ast gegenüber der Bruthöhle verkürzte es durch

fleißiges »Singen« dem Weibchen die langen Tage des Wartens. Menschen

gegenüber zeigte es sich um diese Zeit sehr bösartig und zerriß einmal

dem Wärter die Mütze, so daß dieser nicht mehr zum Betreten des Käfigs

zu bewegen war und infolgedessen in diesem bald eine fürchterliche

Schweinerei herrschte. Das erste Junge schlüpfte am 20., das zweite am

22. Mai aus, während das dritte Ei sich als unbefruchtet erwies. Die

Jungen waren beim Ausschlüpfen nicht größer als Küchlein, wuchsen aber

erstaunlich schnell. Schon nach acht Tagen krochen sie unter den Federn

der Mutter hervor, um wenigstens mit den Köpfen draußen zu liegen. Der

Vater trug die Atzung in die Bruthöhle, aber das wirkliche Füttern

besorgte nur die Mutter.

Inhalt

Einleitung 5

Die letzten deutschen Biber 5

Der Nerz 30

Der Luchs 37

Der Uhu 59

Der Verein Naturschutzpark

hat die Absicht, in der Lüneburger Heide und in den Salzburger

Hohen Tauern zwei Gebiete zu schaffen, in denen Pflanze und Tier

vollständigen Schutz vor dem menschlichen Zugriff haben sollen und

in dem die volle Harmonie der Kräfte in der Natur wiederhergestellt

werden soll, die der Mensch durch seinen Erwerb fast überall zu stören

gezwungen ist. Die Gebiete sind so groß, daß die ursprüngliche Tier-

und Pflanzenwelt erhalten wird. Durch den Verein soll zunächst an zwei

Stellen ein Stück deutscher Erde in vollkommener Unberührtheit und

Schönheit künftigen Zeiten erhalten werden.

Der Verein bittet alle, die mit seinen Zielen übereinstimmen, um ihre

Mitgliedschaft, die jährlich RM 3.-- (Mindestbeitrag) kostet. Für

körperschaftliche Mitgliedschaft von Vereinen sind RM 20.-- angesetzt.

Die Mitglieder erhalten die Mitteilungshefte des Vereins unberechnet.

Der Verein besitzt folgende ~Lichtbilder-Vorträge~:

+A.+ Die Naturschutzbewegung

+B.+ Der Naturschutzpark in der Lüneburger Heide

+C.+ Der Naturschutzpark in den Salzburger Alpen

+D.+ Naturschutzgebiete außerdeutscher Länder

+E.+ Aussterbende und ausgestorbene Tiere

Die Vorträge können jederzeit nur gegen Erstattung der Versand-

und Verpackungskosten vom Verein leihweise bezogen werden.

Mitteilungshefte, in zwangloser Folge, unterrichten unsere Mitglieder

über das Neueste der Naturschutzparkbewegung. Ansichtspostkarten

unserer Parke, Vereinsnadeln, Plakate, Werbemarken und Prospekte stehen

zu geringsten Preisen zur Verfügung

Verein Naturschutzpark E. V.

Geschäftsstelle Stuttgart, Pfizerstraße 2 +D+

Freude am Leben

und sichere Grundlagen für eine moderne

Weltanschauung

findet jeder in der

Natur

Zum Beitritt in den

KOSMOS

Gesellschaft der Naturfreunde

laden wir

alle Naturfreunde

jedes Standes, sowie alle Schulen, Volksbüchereien, Vereine usw. ein

Die Mitglieder erhalten laut § 5 der Satzung als Gegenleistung ~für

ihren Jahresbeitrag im Jahre 1927 kostenlos~:

I. Die Monatsschrift Kosmos, Handweiser für Naturfreunde. Reich

bebildert. 12 Hefte im Jahr

II. Die ordentlichen Veröffentlichungen. 4 Buchbeilagen. 1927 sind

vorgesehen: Dr. Kurt Floericke, Aussterbende Tiere :: Wilh.

Bölsche, Im Bernsteinwald :: H. Günther, Was ist Magnetismus?

:: W. Flaig und Dr. Lang, Der Gletscher

III. Vergünstigungen beim Bezuge von hervorragenden

naturwissenschaftlichen Werken

Jedermann kann jederzeit Mitglied werden. Bereits Erschienenes wird

nachgeliefert

Anmeldungen bei jeder Buchhandlung oder durch die Geschäftsstelle des

~Kosmos~. Stuttgart, Pfizerstraße 5

Folgende seit Bestehen des Kosmos erschienene Buchbeilagen

erhalten Mitglieder, solange vorrätig, zu ~Ausnahmepreisen~:

[Sidenote: 1904]

Bölsche, W., Abstammung des Menschen. -- Meyer, Dr. M. W.,

Weltuntergang. -- Zell, Ist das Tier unvernünftig? (Dopp.-Bd.). --

Meyer, Dr. M. W., Weltschöpfung.

[Sidenote: 1905]

Bölsche, Stammbaum d. Tiere. -- Francé, Sinnesleben d. Pflanzen. --

Zell, Tierfabeln. -- Teichmann, Dr. E., Leben u. Tod. -- Meyer, Dr. M.

W., Sonne u. Sterne.

[Sidenote: 1906]

Francé, Liebesleben d. Pflanzen. -- Meyer, Rätsel d. Erdpole. -- Zell,

Streifzüge d. d. Tierwelt. -- Bölsche, Im Steinkohlenwald. -- Ament,

Seele d. Kindes.

[Sidenote: 1907]

Francé, Streifzüge im Wassertropfen. -- Zell, Dr. Th., Straußenpolitik.

-- Meyer, Dr. M. W., Kometen und Meteore. -- Teichmann, Fortpflanzung

und Zeugung. -- Floericke, Dr. K., Die Vögel des deutschen Waldes.

[Sidenote: 1908]

Meyer, Dr. M. W., Erdbeben und Vulkane. -- Teichmann, Dr. E., Die

Vererbung. -- Sajó, Krieg und Frieden im Ameisenstaat. -- Dekker,

Naturgeschichte des Kindes. -- Floericke, Dr. K., Säugetiere des

deutschen Waldes.

[Sidenote: 1909]

Francé, Bilder aus dem Leben des Waldes. -- Meyer, Dr. M. W., Der Mond.

-- Sajó, Prof. K., Die Honigbiene. -- Floericke, Kriechtiere und Lurche

Deutschlands. -- Bölsche, W., Der Mensch in der Tertiärzeit.

[Sidenote: 1910]

Koelsch, Pflanzen zw. Dorf u. Trift. -- Dekker, Fühlen u. Hören. --

Meyer, Welt d. Planeten. -- Floericke, Säugetiere fremd. Länder. --

Weule, Kultur d. Kulturlosen.

[Sidenote: 1911]

Koelsch, Durch Heide und Moor. -- Dekker, Sehen, Riechen und Schmecken.

-- Bölsche, Der Mensch der Pfahlbauzeit. -- Floericke, Vögel fremder

Länder. -- Weule, Kulturelemente der Menschheit.

[Sidenote: 1912]

Gibson-Günther, Was ist Elektrizität? -- Dannemann, Wie unser Weltbild

entstand. -- Floericke, Fremde Kriechtiere und Lurche. -- Weule,

Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge. -- Koelsch, Würger im

Pflanzenreich.

[Sidenote: 1913]

Bölsche, Festländer u. Meere. -- Floericke, Einheimische Fische. --

Koelsch, Der blühende See. -- Zart, Bausteine des Weltalls. -- Dekker,

Vom siegh. Zellenstaat.

[Sidenote: 1914]

Bölsche, W., Tierwanderungen in der Urwelt. -- Floericke, Dr. Kurt,

Meeresfische. -- Lipschütz, Dr. A., Warum wir sterben. -- Kahn, Dr.

Fritz, Die Milchstraße. -- Nagel, Dr. Osk., Romantik der Chemie.

[Sidenote: 1915]

Bölsche, W., Der Mensch der Zukunft. -- Floericke, Dr. K., Gepanzerte

Ritter. -- Weule, Prof. Dr. K., Vom Kerbstock zum Alphabet. -- Müller,

A. L., Gedächtnis und seine Pflege. -- Besser, H., Raubwild und

Dickhäuter.

[Sidenote: 1916]

Bölsche, Stammbaum der Insekten. -- Sieberg, Wetterbüchlein. -- Zell,

Pferd als Steppentier. -- Weule, Krieg in den Tiefen der Menschheit

(Dopp.-Bd.).

[Sidenote: 1917]

Besser, Natur- u. Jagdstud. i. Deutsch-Ostafrika. -- Floericke, Dr.,

Plagegeister. -- Hasterlik, Dr., Speise u. Trank. -- Bölsche, Schutz-

u. Trutzbündnisse i. d. Natur.

[Sidenote: 1918]

Bölsche, Sieg des Lebens. -- Fischer-Defoy, Schlafen und Träumen.

-- Kurth, Zwischen Keller u. Dach. -- Hasterlik, Dr., Von Reiz- u.

Rauschmitteln.

[Sidenote: 1919]

Bölsche, Eiszeit und Klimawechsel. -- Floericke, Spinnen und

Spinnenleben. -- Zell, Neue Tierbeobachtungen. -- Kahn, Die Zelle.

[Sidenote: 1920]

Fischer-Defoy, Lebensgefahr in Haus u. Hof. -- Francé, Die pflanze als

Erfinder. -- Floericke, Schnecken und Muscheln. -- Lämmel, Wege zur

Relativitätstheorie.

[Sidenote: 1921]

Weule, Naturbeherrschung I. -- Floericke, Gewürm. -- Günther,

Radiotechnik. -- Sanders, Hypnose und Suggestion.

[Sidenote: 1922]

Weule, Naturbeherrschung II. -- Francé, Leben im Ackerboden. --

Floericke, Heuschrecken und Libellen. -- Lotze, Jahreszahlen der

Erdgeschichte.

[Sidenote: 1923]

Flaig, Kampf um Tschomo-lungma. -- Floericke, Falterleben. -- Francé,

Entdeckung der Heimat. -- Behm, Kleidung und Gewebe.

[Sidenote: 1924]

Floericke, Käfervolk. -- Henseling, Astrologie. -- Bölsche, Tierseele

und Menschenseele. -- Behm, Von der Faser zum Gewand.

[Sidenote: 1925]

Lämmel, Sozialphysik. -- Floericke, Wundertiere des Meeres. --

Henseling, Mars. -- Behm, Kolloidchemie.

[Sidenote: 1926]

Francé, Die Harmonie in der Natur. -- Floericke, Zwischen Pol und

Äquator. -- Bölsche, Abstammung d. Kunst. -- Dekker, Planeten und

Menschen.

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10 Bände brosch. für nur RM 10.--

20 Bände geb. für nur RM 27.--

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50 Bände brosch. für nur RM 42.--

Auf Wunsch können größere Beträge nach vorhergehender Vereinbarung auch

in _Teilzahlungen_ entrichtet werden.

Aussterbende Tiere · 第 7 / 7 段