So schreibt mir Herr Winkelmann: »Vor zwei Jahren saßen zwei

Anmerkungen zur Transkription.

Das Original ist in Fraktur gesetzt. Schreibweise und Interpunktion des

Originaltextes wurden übernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler

sind stillschweigend korrigiert worden.

Folgende Zeichen sind für die verschiedenen Schriftformen benutzt

worden:

~gesperrt gedruckter Text~

=antiqua gedruckter Text=

Dr. Kurt Floericke

Aussterbende

Tiere

[Illustration]

Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde

Franckh'sche Verlagshandlung / Stuttgart

KOSMOS-BÄNDCHEN

AUSSTERBENDE TIERE

KOSMOS

Gesellschaft der Naturfreunde in Stuttgart

Die Gesellschaft Kosmos bezweckt, die Kenntnis der Naturwissenschaften

und damit die Freude an der Natur und das Verständnis ihrer

Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres Volkes zu verbreiten.

-- Dieses Ziel sucht die Gesellschaft durch Verbreitung guter

naturwissenschaftlicher Literatur zu erreichen im

KOSMOS

Handweiser für Naturfreunde

Jährlich 12 Hefte mit 4 Buchbeilagen

Diese Buchbeilagen sind, von ersten Verfassern geschrieben, im guten

Sinne gemeinverständliche Werke naturwissenschaftlichen Inhalts.

Vorläufig sind für das Vereinsjahr 1927 festgelegt (Reihenfolge und

Änderungen auch im Text vorbehalten):

~Dr. Kurt Floericke, Aussterbende Tiere~

~Wilh. Bölsche, Im Bernsteinwald~

~H. Günther, Was ist Magnetismus~?

~W. Flaig u. Dr. L. Lang, Der Gletscher~

Jedes Bändchen reich illustriert

Diese Veröffentlichungen sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen;

daselbst werden Beitrittserklärungen entgegengenommen. Auch die früher

erschienenen Jahrgänge sind noch erhältlich.

Geschäftsstelle des Kosmos: Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart

Aussterbende Tiere

Biber / Nerz / Luchs / Uhu

Von

Dr. Kurt Floericke

[Illustration]

Stuttgart

Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde

Geschäftsstelle: Franckh'sche Verlagshandlung

1927

Mit 17 Abbildungen und einem farbigen

Umschlagbild

Alle Rechte, besonders das Übersetzungsrecht, vorbehalten

Nachdruck verboten

+Copyright 1927

by Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart

Printed in Germany+

Druck von Holzinger & Co. Stuttgart

Einleitung

Wer gleich dem Verfasser die freilebende Tierwelt unseres Vaterlandes

vier Jahrzehnte lang fleißig und liebevoll beobachtet hat, der wird

tief erschrocken sein darüber, wie furchtbar sie innerhalb dieser

Zeitspanne, die doch vom naturgeschichtlichen Standpunkte aus nur als

winzig bezeichnet werden kann, verarmt und verödet ist. Wir wissen

alle, daß die sogenannte menschliche Kultur mit ihren mancherlei

unangenehmen Begleiterscheinungen und Auswüchsen die Hauptschuld an

dieser unaufhaltsam sich vollziehenden Veränderung trägt, und zur

Abwendung des Schlimmsten ist ja als notwendiges Gegengewicht gegen

den Siegeszug von Industrie und Technik die Naturschutzbewegung ins

Leben getreten, die erfreulicherweise bereits weite Kreise unseres

Volkes erfaßt hat. Es ist dringend zu wünschen und zu hoffen, daß es

ihr gelingen möge, wenigstens kärgliche Reste einstiger Herrlichkeit

in großen Naturschutzparken oder durch strenge und vernünftige

Gesetzesvorschriften, die aber nicht nur auf dem Papier stehen

dürfen, in letzter Stunde zu retten und den kommenden Geschlechtern

zu erhalten. Nun wird von mancher Seite den Naturschützern

entgegengehalten, daß zwar die rastlos fortschreitende Kultur manche

Tiere, die sog. Kulturflüchter nämlich, ausgerottet oder in ihre

entlegensten Schlupfwinkel verdrängt, daß sie aber dafür andere Arten,

denen gerade die Beschaffenheit der neuzeitlichen Kultursteppe zusagt,

zur Einwanderung veranlaßt oder ihre Vermehrung und Ausbreitung

weitgehend begünstigt habe. Das ist auch gar nicht zu leugnen und

wenigstens bis zu einem gewissen Grade richtig. Aber der Tausch, den

der Naturfreund dabei gemacht hat, ist doch ein herzlich schlechter.

Verschwunden sind die urwüchsigen und reckenhaften Gestalten des

altgermanischen Waldgebiets, eingezogen sind kleine und unansehnliche

Formen, die unserem Gemüt wenig zu sagen haben, zumal sie teilweise

gar nicht alteingesessene Arten sind, sondern ursprüngliche Bewohner

der Mittelmeerländer. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der uns

erst recht klar wird, wenn wir die betreffenden Tiere einmal näher

betrachten. Ich möchte deshalb zunächst in diesem Kosmosbändchen einige

wenige Vertreter dieser Tiere unseren Lesern eingehender vorführen,

um ihnen zu zeigen, welch unersetzliche Naturschätze wir schon

verloren haben oder zu verlieren im Begriff stehen. Ich möchte weiter

dartun, in welcher Schnelligkeit und in welcher Weise die Ausrottung

vor sich ging und welche Hoffnungen noch bestehen auf Erhaltung der

Überbleibsel. Wenn dadurch die Teilnahme weiterer Kreise für solche

schwer bedrohten »Naturdenkmäler« wachgehalten und das Interesse für

die Schaffung großer Naturschutzparke (vgl. S. 78) zu ihrer Erhaltung

gesteigert würde, so wäre der vornehmste Zweck dieses Büchleins

erreicht.

Die letzten deutschen Biber

Ein einziges deutsches Säugetier kannte ich bisher noch nicht

aus freier Natur: unseren größten und gescheitesten Nager, den

sagenumwobenen Biber. Im Sommer 1924 war es mir endlich zu meiner

großen Freude vergönnt, diese Lücke bei einem zweitägigen Aufenthalt

in Aaken a. d. Elbe auszufüllen. Wenn ich trotz der bedauerlichen

Kürze der Beobachtungszeit hier einiges Neue und Wissenswerte über

den Biber und seinen gegenwärtigen Bestand mitzuteilen vermag, so

verdanke ich dies in erster Reihe der großen Liebenswürdigkeit

einiger ortsansässiger Biberfreunde, die mir nicht nur in geradezu

mustergültiger Weise als sachkundige Führer dienten, sondern mir

auch aus dem reichen Schatze ihrer langjährigen Erfahrungen viele

hochinteressante Eigenbeobachtungen zur Verfügung stellten. Besonders

gebührt dieser Dank, dem ich hierdurch auch öffentlich Ausdruck geben

möchte, Herrn Karl ~Krietzsch~ in Dessau, Herrn Oberpostsekretär

~Winkelmann~ in Aaken und Herrn Amtmann ~Behr~ in Steckby.

So schrieb mir z. B. Herr Krietzsch kurz vorher nach Magdeburg: »Punkt

4 Uhr früh schwimmt der Biber bei Aaken über die Elbe, bezieht seinen

Bau im Hornhafen und wird dabei photographiert.« Und genau nach diesem

Programm verlief die Sache, nur daß sich die Beleuchtung in der frühen

Morgenstunde noch als zu schwach für gute photographische Aufnahmen

erwies. Es ist eine Lust, unter so ausgezeichneter Führung Naturstudien

und Beobachtungen zu machen; der Ortsunkundige wird wohl manchen

vergeblichen Gang tun müssen, bis es ihm glückt, eines Bibers ansichtig

zu werden, obwohl die vielen Schleif- und Hauspuren des Tieres einem

aufmerksamen Auge kaum entgehen können. Für mich war es ein geradezu

weihevoller Augenblick, und das Herz schlug mir rascher, als nach einer

Viertelstunde bangen Wartens der große Rattenkopf des schwimmenden

Bibers in den Elbefluten auftauchte und wir nun rasch einen Kahn

bestiegen und auf bequemste Beobachtungsentfernung dem seltenen Wilde

bis zu seinem Baue folgten.

Früher war der europäische Biber, +Castor fiber L.+ (der

nordamerikanische ist von neueren Forschern unter dem Namen canadensis

als besondere Form abgetrennt worden) weit verbreitet und insbesondere

in Deutschland durchaus keine Seltenheit, worauf schon Ortsnamen

wie Biberach und Bebra hinweisen. Die Stadt Biebrich am Rhein führt

einen Biber im Wappen, der aber fälschlich einen Fisch im Maule hält,

während in Wirklichkeit der Biber niemals an Fischen oder anderem

Getier sich vergreift, sondern ausschließlich Pflanzenfresser ist. Doch

wird schon im Mittelalter über rasche Abnahme der Biber an Rhein und

Donau geklagt, weil das Tier sich nicht mit dem regen Schiffsverkehr

auf diesen Strömen vertrage. Das ganze Mittelalter hindurch spielte

der Biber als geschätzter Fastenbraten eine große Rolle, und als

besonderer Leckerbissen galt der Biberschwanz, für den man gern den in

damaliger Zeit erstaunlichen Preis von 6 Gulden zahlte, und nach dessen

absonderlicher Gestalt ja heute noch eine bestimmte Dachziegelart

ihren Namen führt. Von Quacksalbern aller Art sehr begehrt war das

sog. Bibergeil (man zahlte beim Seltenerwerden des Tieres zeitweise

bis zu 180 Gulden für die Geilsäcke eines alten Männchens!), das

gegen alle erdenklichen Übel helfen sollte, hauptsächlich aber als

Beruhigungsmittel bei Krampfzuständen galt. Großer Wertschätzung

erfreute sich auch der feine und leichte Biberpelz, nach welchem

ja Gerhart Hauptmann seine prächtige Diebskomödie mit den vielen

politischen Spitzen benannt hat. Der mollige Biberpelz, dem die

langen Grannenhaare abgeschoren wurden, schützt vortrefflich gegen

rauhe Winde und scharfen Frost, während die minderwertigen Felle zu

teuren Filzhüten verarbeitet wurden. Da also der erlegte Biber einen

erheblichen Geldwert darstellte, kann es nicht wundernehmen, daß die

Zahl der Tiere infolge unablässiger und schonungsloser Verfolgung rasch

und dauernd zurückging. Zuerst wurde der Biber, wie so viele Tiere, in

dem schießwütigen England ausgerottet.

Gegenwärtig ist der europäische Biber nur in Sibirien noch in größerer

Menge zu finden, während er in Europa selbst fast völlig ausgerottet

und auch an seinen letzten Zufluchtstätten mit dem Untergange bedroht

ist. Heute kommt er in Europa nur noch an vier Stellen vor, nämlich

1. im weiten Urstromtale der Elbe zwischen Wittenberg und Magdeburg,

2. im südfranzösischen Rhonedelta, 3. im südlichen Norwegen gegenüber

dem Skagerrak, 4. im russischen Sumpfgebiet Polesje, das vom Prijpet

durchflossen wird. Allerdings sind schon Stimmen laut geworden, daß

der Biber durch die Kriegs- und Revolutionszustände dort ausgerottet

worden sei; wer aber die Unzugänglichkeit dieser Gegend sowie die große

Menschenscheu der dortigen Biber kennt, wird gleich mir nicht recht

daran glauben. Ferner findet sich in »Brehms Tierleben« und anderen

Werken die Angabe, daß der Biber auch auf der Balkanhalbinsel noch

vorkomme und in Bosnien »besonders häufig« sei. Da ich aber dort nie

die geringste Spur des großen Nagers gefunden habe, wandte ich mich um

nähere Auskunft an meinen alten Freund, den bekannten Balkanforscher

Othmar Reiser, der so freundlich war, mir folgendes zu antworten: »Ich

habe schon vor Jahren festgestellt, daß es sich bei diesen Angaben

um Verwechslungen mit dem Fischotter oder sogar mit dahintreibenden

Baumstämmen handelte. Lange kann es freilich noch nicht her sein, daß

der Biber von dort verschwunden ist, denn Knochenreste sind vielfach

gefunden worden, und ich selbst war einmal zufällig Zeuge, wie bei

einer prähistorischen Grabung am Trebewitsch bei Sarajevo ein gut

erhaltenes Kieferstück des Bibers zutage gefördert wurde. Außerdem

hat sich der slawische Name des Tieres ›Dabar‹ im Dabar-Polje in der

Herzegowina, an das Du Dich wohl noch erinnern wirst, und im Namen des

Dorfes Dabar im Bezirke Sanskimost erhalten. Als einzigen greifbaren

Beweis aus diesen Gegenden kenne ich aber nur die traurigen Überreste

eines ausgestopften Bibers in der unbedeutenden zoologischen Sammlung

in Belgrad, der in den 60er Jahren in der Drina gefangen worden sein

soll.«

Fast alles, was wir über die Naturgeschichte des europäischen Bibers

wissen, ist an den Elbebibern beobachtet worden, über die erst

neuerdings (1922) wieder Mertens eine sorgfältige und ausführliche

Arbeit veröffentlicht hat. Das Wohngebiet des Bibers an der Elbe und

ihren Nebenflüssen ist landschaftlich von hohem Reiz und auch sonst

für den Tier- und namentlich für den Vogelforscher von hervorragender

Anziehungskraft. Dichte Auwaldungen mit üppigem Unterwuchs und

eingebetteten Wiesen und kleinen, schilf- und rohrbewachsenen Seen

geben der überaus wechselvollen Landschaft das Gepräge. Selten sah

ich irgendwo in Deutschland so viel Tagschmetterlinge wie hier,

und in hoher Luft entzückte mich das herrliche Flugbild des edlen

Wanderfalken. Der Biber liebt besonders die Altwässer der Elbe mit

ihren vielen Lachen und Tümpeln, Seerosen, Igelkolben, Schwertlilien

und Schachtelhalmen (auch die Wassernuß kommt hier noch vor),

mit ihrem stattlichen Wuchs von Weichhölzern und den zahlreichen

Weidenhegern am Rande und mit ihren undurchdringlichen, von Brennesseln

und wildem Hopfen durchwucherten Dorndickichten. Daß sich der Biber

gerade hier in der Nähe großer Industrien und an der durch eine

starke Schiffahrt beständig beunruhigten Elbe erhalten konnte,

dürfte auf verschiedene Umstände zurückzuführen sein. Vor allem sind

diese sumpfigen Geländestreifen verhältnismäßig spät vom Menschen

besiedelt worden, denn man scheute die Mühe ihrer Urbarmachung und

den Kampf mit dem Hochwasser, der die Errichtung kostspieliger Dämme

und Deiche erforderte. Erst in neuerer Zeit ist diese Besiedlung

in stärkerem Maße erfolgt, und damit begann auch das allmähliche

Erlöschen des Biberbestandes, der bis dahin ein ziemlich ungestörtes

Dasein hatte führen können. Ein weiterer glücklicher Zufall war es,

daß dieses Gebiet in fast ununterbrochenem Zusammenhange Domänen- oder

Regierungsbesitz darstellte, und daß die Fürsten und Herzöge von Anhalt

von jeher weidgerechte Jäger und große Naturfreunde waren, ebenso ihre

Forstbeamten. Die Biberjagd an sich hatte ja überhaupt für die Fürsten

und großen Herren wenig Reiz, denn sie brachte keine stolzen Trophäen,

keine Gehörne und Geweihe; sie reizte auch nicht durch die Gefahr, die

in der Bekämpfung des Bären oder des grimmen Bassen lag, gab auch keine

Gelegenheit zur Entfaltung höfischen Prunkes wie etwa die Reiherbeize.

War also auch Aasjägerei ausgeschlossen, so konnte doch die

Wilddieberei auf den wertvollen Biber niemals ganz unterdrückt werden,

und in der Zeit des Umsturzes ist sie natürlich wieder besonders üppig

ins Kraut geschossen. Auch die hohen Steilufer waren dem Biber günstig,

denn sie ermöglichten es ihm, seine Baue so anzulegen, daß er jederzeit

unter Wasser ausfahren konnte, während der üppige Pflanzenwuchs stets

genügende Äsung bot. Alle diese Umstände haben zusammengewirkt, um den

Bestand der Elbebiber bis auf die heutige Zeit zu erhalten. Wie lange

noch?

Die heutige Anzahl der Biber einigermaßen zuverlässig festzustellen,

ist sehr schwer und erfordert unermüdliche Ausdauer neben großer

Begeisterung für die Sache. Herr Amtmann Behr brauchte dazu im Jahre

1913 vom September bis Dezember volle 43 Tage. Er führt insgesamt 188

Biber auf. Davon kamen auf preußisches Gebiet 82 Baue mit 114 und

auf anhaltinisches 59 Baue mit 74 Bibern. Das bedeutete schon eine

wesentliche Abnahme, denn um die Jahrhundertwende herum hatte der

verstorbene Forstmeister Freiherr von Nordenflycht in Lödderitz,

der sich auch als Jagdschriftsteller einen Namen gemacht hat, den

Gesamtbestand der Elbebiber auf 250 Stück angegeben. Leider ist auch

seit der Behrschen Zählung eine unverkennbare weitere Verringerung

des Biberbestandes eingetreten, und Professor Mertens urteilt

sicherlich viel zu optimistisch, wenn er die heutige Kopfzahl auf rund

200 schätzt. Im September 1924 gab mir Herr Krietzsch eine genaue

Aufstellung der nach seinen Beobachtungen noch vorhandenen Biber.

Darnach wohnten an der Elbe von Wittenberg bis zum Wellmitzhafen bei

Dessau vor dem Kriege 92 Biber, heute dagegen nur noch 14 Alte und

4 Junge; an der Mulde von Dessau bis Raguhn früher 81 Biber, heute

noch 6 Alte; an der Elbe von Wallmitzhafen bis Magdeburg früher 48

Stück, heute noch 13. Die Gesamtzahl betrug also 1913 immerhin 222

Biber, heute nur noch 37, darunter 6 Junge. Das wäre allerdings ein

ganz erschreckendes Zusammenschmelzen innerhalb 12 Jahren, das für

die Zukunft des Biberbestandes das Schlimmste befürchten ließe. Es

mag sein, daß diese Schätzung etwas zu niedrig gegriffen ist, zumal

neuerdings von zuverlässiger Seite eine Zunahme der Biber in der

Kreuzhorst bei Magdeburg gemeldet wird, aber immerhin dürfte sie

gegenwärtig der Wahrheit näher kommen als die Mertenssche Angabe. Von

diesen 37 einwandfrei festgestellten Bibern leben 15 auf preußischem

und 22 auf anhaltinischem Gebiet. Amtmann Behr nimmt den heutigen

Bestand doch als wesentlich höher an. Wie weit das Hochwasser 1926

geschadet hat, entzieht sich noch meiner Kenntnis.

Im allgemeinen läßt sich in neuerer Zeit eine Verschiebung des

Verbreitungsbezirkes nach Norden feststellen; namentlich in der

teilweise abgesperrten Kreuzhorst bei Magdeburg scheint infolge

Neueinwanderung eine Zunahme des Bestandes stattzufinden.

Außerdem lebte von 1917 bis 1924 noch ein Biber als Einsiedler

im Mühlteich bei Mosigkau. Wie der dorthin gekommen sein mag? Er

errichtete nicht nur einen Bau, sondern auch eine Burg und ging zur

Ranzzeit oft aus dem Wasser heraus aufs Feld. Seit April 1924 ist das

Tier spurlos verschwunden, aber anscheinend nicht gewilddiebt worden,

sondern liegt wahrscheinlich infolge Äsung von Eichenrinde verendet in

seinem Bau. Wo die Biber nämlich an ihren Bauen gestört werden und der

eine Teil zugrunde geht, bekommt der andere in der Ranzzeit Sehnsucht

nach seinesgleichen, sucht nach einem neuen Gatten, findet ihn nicht

und treibt sich deshalb ruhelos in der Gegend umher, wobei er in die

Nebenlöcher der Elbe und Mulde gerät, vereinzelt sogar schon weit in

die Havel hinaufgeschwommen ist. Weiden gibt es an solchen Plätzen

gewöhnlich nicht; die Tiere äsen deshalb aus Not Eichenrinde, deren

Gerbsäuregehalt schwere Verdauungsstörungen bei ihnen hervorzurufen

scheint. Ein alterfahrener Waldläufer versicherte meinem Gewährsmann,

daß viele Biber auf diese Weise umkämen und daß man sein blaues Wunder

erleben würde, wenn man einmal alle Baue öffnen wollte. Eine gewisse

Bestätigung erfährt diese auch von Krietzsch geteilte Ansicht durch

die Sektion eines Bibers, der in den ersten Tagen des Februar 1925

in stark abgemagertem, aber sonst unverletztem und gut erhaltenem

Zustande verendet in der Elbe bei Trochheim gefunden und dem Zerbster

Museum eingeliefert wurde. Die ganzen Därme waren voll großer Klunkern

und die Leber tuberkulös. Auch ein im November 1924 in einem Graben

bei Groß-Rosenburg tot aufgefundener Biber wies keine Schußverletzung

oder sonstige Spuren von Gewaltsamkeit auf. Das schon recht alte Tier

war bereits einige Wochen vorher in offenbar krankem Zustande an der

Modderschleuse beobachtet worden.

Durch allerlei dumme Zufälle gehen alljährlich mehrere Biber zugrunde.

So ergab die Untersuchung eines wahren Prachtstückes, das am 3. März

1925 im Luch am Elbeufer verendet angetrieben wurde, daß das Tier

nicht von Menschenhand getötet, sondern wahrscheinlich von einem

Dampfer gerammt worden war. Einige Wochen vorher wurde bei Vogerode ein

toter Biber angeschwemmt, der mit dem linken Vorderfuß in einer neuen

Bügelfalle hing. Durch das Auslegen von Ottereisen, das im Biberbezirk

ganz verboten werden müßte, werden die Biber überhaupt sehr gefährdet,

wenn auch meist unabsichtlich. Dazu kommt die immer noch nicht völlig

unterdrückte Wilddieberei. So ging im Frühjahr 1924 durch die Zeitungen

die Nachricht, der »letzte« Biberbau an der Saale sei von Wilddieben

zerstört und seine Bewohner erschlagen worden. Laut brieflicher

Mitteilung des Herrn Winkelmann verhielt sich die Sache aber doch

etwas anders. Ein berüchtigter Wilddieb hatte während des Frostes den

kleineren Biberbau am Goldberger See im Lödderitzforst mit dem Spaten

angegraben und dann in die Öffnung hineingeschossen, wobei er von einem

Bauern aus der Umgegend beobachtet wurde. Der eine Biber war daraufhin

unter das Eis geflüchtet, ist hier elend umgekommen, wurde im Frühjahr

beim Fischen gefunden und der Oberförsterei übergeben, die das Skelett

aufgestellt hat. Harte Winter sind überhaupt für den Biber insofern

schlimm, als dann die Strolche auf dem Eise an jeden Bau herankommen,

die Biber selbst aber wegen des Eises schwer flüchten können. So kommen

viele um und werden erschossen oder erschlagen. Wie mir Herr Maler

Zehle mitteilt, wurde noch im letzten Winter versucht, die Biberburg

im Krügersee niederzubrennen und so die Tiere herauszutreiben. Zum

Glück brannte aber das Schilf nur auf der einen Seite an, ohne den Bau

wesentlich zu beschädigen.

Ferner gehen leider auch ohne besonderes Zutun des Menschen viele

Biber dadurch verloren, daß sie in die Reusen und Netze der Fischer

geraten und ertrinken, wenn sie sich nicht durch Zerreißen der Netze

befreien können. Da das zuweilen geschieht, freuen sich die dadurch

geschädigten Fischer über jeden umgekommenen Biber, dreifach aber,

wenn sie sich durch heimliche Aneignung des Tieres mit dem wertvollen

Pelze, dem teuren Bibergeil und dem schmackhaften Fleisch bereichern

können. Besonders gefährlich sind auch die Nachstellungen, die durch

die Mordlust der Schiffer drohen, die mit ihren Kähnen zeitweise

innerhalb der Biberreviere ankern. Während der Schutzbeamte auf dem

Lande sich bewegen muß, kann der Schiffer vom Wasser aus im kleinen

Kahne den Biberbauen ungesehen sich nähern, und so wird manches Stück

heimlich umgebracht oder angeschossen und später verludert im Bau

gefunden. Manchmal werden die Tiere auch bei der Fischerei mit dem

Netz ans Land gezogen, denn sie sind zu dumm oder zu träge, um über

das Netz hinwegzuspringen. Ein auf diese Weise gefangener Biber benahm

sich so zutraulich und täppisch, daß er mit der Rute wieder ins Wasser

zurückgejagt werden mußte. Der schlimmste Feind des aussterbenden

Tieres ist aber doch plötzlich einsetzendes Hochwasser, namentlich

wenn es noch Eisschollen mit sich führt. Die Biber flüchten dann aus

ihren Bauen auf die Deichkronen oder andere erhöhte und trockene

Plätze und sind hier natürlich allen Zufälligkeiten und Nachstellungen

preisgegeben. Bei solchen Gelegenheiten weit sich verirrende Biber

werden oft aus bloßer Unkenntnis umgebracht, weil man sie irrtümlich

für Fischottern hält. Aber auch für den friedlichen Beobachter ergibt

das schöne Gelegenheiten.

So schreibt mir Herr Winkelmann: »Vor zwei Jahren saßen zwei Biber

beim Frühlingshochwasser, als der Damm nur 1-1/2 Meter aus der Flut

hervorragte, unterhalb des Wachthauses auf dem Damme und versuchten

wiederholt, sich in die Deichkrone einzugraben. Dies mußte jedesmal

von der Deichwachmannschaft, die dort während des Hochwassers Tag und

Nacht in Bereitschaft lag, verhindert werden. Schließlich nahmen die

Tiere davon Abstand, hielten sich aber noch tagelang auf der Deichkrone

auf. Beim Herannahen von Menschen plumpsten sie jedesmal ins Wasser,

schwammen zwischen den Bäumen herum und kehrten nach Vorübergang der

Störenfriede auf ihre alten Plätze zurück. Als später das Wasser fiel,

suchten sie ihre Baue wieder auf.« Es sei aber ausdrücklich betont, daß

auch in solchen Fällen ernsthafte Dammbeschädigungen durch den Biber

höchstens bei ganz mangelhafter Aufsicht verursacht werden könnten. Die

Tiere kommen auf die Dämme ja überhaupt nur, wenn diese unmittelbar

ans Wasser stoßen und kein anderes erhöhtes Ufer zur Verfügung steht.

Deshalb erscheint schon aus rein praktischen Gründen der Vorschlag von

Mertens sehr beachtenswert, für solche Fälle besondere Biberschutzhügel

anzulegen. Auf der Straße von Aaken nach Steutz liegt ein Wirtshaus,

das jenseits der Straße noch eine Veranda für die Gäste hat. Bei

Hochwasser fährt das Motorboot des Fährmanns bis an die Treppenstufen

des Gasthauses. Als Herr Winkelmann einmal das Fährboot benutzte,

saßen die beiden am Hornhafen heimischen Biber auf einem Bündel selbst

zusammengeschleppten Reisigs unmittelbar hinter der Veranda. Beim

Heranfahren des Bootes plumpste der eine ins Wasser, der andere aber

blieb ruhig sitzen und äugte die Menschen nur neugierig an. Daraufhin

kam auch der andere Biber sofort wieder auf die Sasse zurück, und

beide ließen sich nun in aller Ruhe und Bequemlichkeit beliebig lange

beobachten.

[Illustration: Abb. 1. Elbebiber, an einer Sandbank ruhend

(Naturaufnahme von Amtmann Behr)]

Der am Ufer ruhende Biber macht einen gedrungenen Eindruck und erinnert

stark an eine riesenhafte Ratte, nur daß die Hinterfront abgestutzt

erscheint, weil die Kelle im Ruhezustande unter den Leib geschlagen

wird, also überhaupt nicht sichtbar ist (Abb. 1). Von weitem sieht ein

solcher ruhender Biber wie ein am Ufer liegender Stein aus und wird

deshalb trotz seiner Größe in seiner Unbeweglichkeit vom Unkundigen

leicht übersehen. Selbst bei der Anlage ihrer Baue kümmern sich die

Biber bisweilen herzlich wenig um die unmittelbare Nachbarschaft des

Menschen. So ist im Aakener Hornhafen von jeher ein Biberbau gewesen,

und die Tiere haben sich durch das beständige Hämmern und Klopfen der

Schiffsbauer eigentlich nie stören lassen. Brieflicher Mitteilung des

Herrn Behr zufolge lag früher am hochbewaldeten Ufer der Elbe bei

Steckby hinter einem Buhnenwinkel ein weitverzweigter Biberbau, der

zuweilen auch von Dächsen und Füchsen befahren wurde. Hochwässer hatten

hier einen tiefen Kolk gerissen, der durch eine schmale Rinne mit der

Elbe in Verbindung stand, aber bei niedrigem Wasserstande trocken lag,

so daß der Biber, um zu seinem Bau zu gelangen, über Land wechseln

mußte. Die Zugangsröhren lagen bis auf einige vom Dachs angelegte unter

Wasser, wie dies bei Biberbauen stets der Fall zu sein pflegt. Da die

Strömung weitere Landmassen wegriß, wurde von der Strombauverwaltung

ein Deckwerk aus Faschinen und Steinpflaster angelegt, wobei die tief

liegenden Eingänge verschüttet wurden. Diese geräuschvollen Arbeiten

konnten aber das hier hausende Biberpaar nicht zum Verlassen seines

Heims bewegen, sondern die Tiere benutzten nun eine hochliegende

Dachsröhre als Einschlupf, wobei sie eine Strecke von 12 Metern den

Hang hinauf zurückzulegen hatten und sich dabei oft prächtig beobachten

ließen.

Werden die Biber an solchen Plätzen vom Menschen überrascht, so zeigen

sie sich recht blöde und unbeholfen, aber nicht eben furchtsam. Das

Tollste in dieser Beziehung hat Herr Amtmann Behr erlebt. Er teilte mir

darüber brieflich folgendes mit: »Im Sommer 1922 war der Wasserstand

der Elbe überaus niedrig, so daß die Sandbänke, die die Tiere passieren

mußten, bis weit ins Flußbett hineinliefen. Des Abends erfolgte der

Auswechsel, wenn das Büchsenlicht längst geschwunden war, während

sich des Morgens die Heimkehr oft stark verspätete, namentlich wenn

Fischer oder Schiffer hier tätig waren. So lag ich einmal im Juli

vor Tagesgrauen in meinem Versteck und harrte der Heimkehr meiner

Freunde. Auf der Sandbank hatte Herr Hermann Hähnle aus Stuttgart einen

Kino-Apparat aufgestellt, um die Tiere zu filmen, was auch tadellos

gelang. Da die ständig vorüberfahrenden Kähne ein zeitiges Einwechseln

verhinderten, erfolgte dieses erst um 8 Uhr morgens, als die Sandbank

schon stark von der Sonne beschienen wurde. Langsam, Schritt für

Schritt, stieg der erste Biber schwerfällig über die dünenartige

Fläche, wobei er die Kelle nachschleifen ließ (Abb. 2). Am Kolk

angelangt, schob er sich ebenso schwerfällig ins Wasser und schwamm,

nur den Kopf zeigend, zur anderen Seite hinüber, um hier ebenso

täppisch auszusteigen. Als er so ziemlich an das Rohr angelangt war,

sprang ich ihm entgegen und stellte mich auf den Wechsel, um ihn wieder

in den Tümpel zurückzutreiben. Doch diesen Scherz faßte er falsch auf,

ging zum Angriff über und biß mit seinen langen Nagezähnen durch den

Schaft meines Wasserstiefels, auch noch durch Beinkleid, Unterbeinkleid

und Strümpfe, und erst als ich ihm einen leichten Schlag auf den Kopf

versetzte, ließ er los, kehrte um und machte denselben Weg zurück.«

[Illustration: Abb. 2. Elbebiber, über eine Grasfläche wechselnd

(Naturaufnahme von Amtmann Behr)]

Noch ein anderes hübsches Biberstückchen vom Januar 1913 aus Dessau!

Damals kam ein Biber in die sog. Wasservorstadt, nachdem er sich

schon im Herbst öfters dort hatte blicken lassen. Er entwickelte

eine ganz verblüffende Dreistigkeit und unternahm öfters am hellen

Tage Spaziergänge über den Wasserwall hinweg in die eingefriedigten

Gärten, um dort mit großem Behagen die Kohlköpfe zu verspeisen.

Auch zugeworfene Apfelstückchen nahm er gerne an und ließ sich bei

seinen Schmausereien durch Zuschauer nicht im geringsten stören,

obgleich einmal ein ganzes Mädchenpensionat um ihn versammelt war. Den

Schaden an den Kohlstrünken hätte man ihm gern verziehen, aber leider

benagte er auch die Obstbäume, und es wurde deshalb beschlossen, ihn

einzufangen und an die Forstverwaltung abzuliefern. Bald war zur

Ausführung dieser schwarzen Tat ein Mann mit einem großen Sack zur

Stelle. Der Biber aber setzte sich ruhig hin und harrte der Dinge, die

da kommen sollten. Es sah aus, als wäre es eine Kleinigkeit, ihm den

Sack überzustülpen, aber sobald ihm der Mann den Sack vorhielt, sprang

der Biber mit Fauchen und Knurren nicht etwa in den Sack, sondern auf

den Mann. Sack und Mann verschwanden jedesmal nach der glänzenden

Attacke des Bibers, und schallendes Gelächter der Zuschauer belohnte

den Sieger. Dieses Schauspiel wiederholte sich einigemal, aber der

Biber ließ sich das wenig verdrießen, denn nachdem er seinen Gegner

schneidig abgewiesen hatte, ging er in aller Seelenruhe wieder an

seinen Kohl und labte sich. Schließlich sah man ein, daß dem Biber bei

seiner Tapferkeit und überlegenen Ruhe nicht beizukommen sei und ließ

ihn ungestört seines Weges ins nahe Wasser ziehen.

[Illustration: Abb. 3. Biberwechsel über eine Sandbank

(Naturaufnahme von Amtmann Behr)]

Sportsegler, die im Sommer die Wasserreise von Dresden nach Potsdam

zu machen pflegen, haben mir oft versichert, daß sie auch bei Tag

auf Reisighaufen oder Weidenköpfen ruhende Biber antrafen, die sich

um die lautlos vorbeisegelnden Boote kaum kümmerten, sondern ruhig

weiter dösten, um erst im Wasser zu verschwinden, wenn man Lärm machte

oder ihnen gar zu nahe auf den Leib rückte. Besonders menschenscheu

kann man nach alledem den Elbebiber also unmöglich nennen, wenn er

auch unter gewöhnlichen Umständen immer genügend auf seine Sicherheit

bedacht bleibt. Erschwert wird seine Beobachtung aber durch seine

nächtliche Lebensweise und durch die sumpfige Beschaffenheit des

Geländes, in dem man es an Sommerabenden vor Stechmücken kaum aushalten

kann. Die unverkennbaren Spuren seiner Anwesenheit müssen schon jedem

halbwegs aufmerksamen Spaziergänger auffallen, am meisten natürlich

die Burgen und abgeschnittenen Hölzer mit der sanduhrartig gestalteten

Schnittfläche und die herumliegenden Späne, auf denen sich der Eindruck

der großen Nagezähne deutlich erkennen läßt. Aber auch die regelmäßig

begangenen Wechsel stechen sehr ins Auge, sei es als deutliche Straßen

im hohen Wiesengrase, sei es als glatte Rutschbahnen am abschüssigen

Ufer, sei es als scharf ausgeprägte Fährte auf einer Sandbank. An

solchen Stellen kann man sowohl die Schwimmhäute der Hinterbeine wie

die Zehen der Vorderfüße deutlich erkennen, wenn auch alles durch den

nachschleifenden Schwanz etwas verwischt erscheint (Abb. 3). Stellt man

sich an einem solchen Wechsel etwas gedeckt an und verhält man sich nur

bewegungslos, so wird man namentlich an schönen, stillen Sommerabenden

oft die Freude haben, den Biber im nahen Wasser unter der Oberfläche

entlang schwimmen zu sehen, wobei er nur die Nasenspitze herausstreckt,

während sich zwei feine Striche im Wasserspiegel abzeichnen. Wo das

Tier sich ganz sicher fühlt, taucht es auch weiter aus dem Wasser

hervor, so daß der halbe Kopf und der Rücken hervorragen (Abb. 4).

Schließlich steigt der Biber an Land, schiebt sich schwerfällig die

Böschung hinauf, schüttelt sich das Wasser aus dem Pelz und trottet

langsam am Ufer entlang, bis er nach einiger Zeit mit weithin hörbarem

Plumps wieder ins Wasser zurückfällt. War er irgendwie erschreckt

worden, so stößt er mit seinen breitruderigen Hinterfüßen kräftig

nach oben aus, schlägt gleichzeitig mit dem Schwanze laut klatschend

auf die Wasseroberfläche, was wohl ein Warnungszeichen für seine

Kameraden sein soll, und sinkt dann fast senkrecht in die Tiefe. Oft

aber gleitet er auch völlig lautlos ins feuchte Element, wenn nämlich

ringsum alles ruhig blieb. Beim Tauchen werden die auch auf der

Innenseite dicht behaarten Ohrmuscheln zusammengefaltet und so der

Gehörgang verschlossen, die durchsichtige Nickhaut über die kleinen

Rundaugen gezogen und die Nasenflügel mit Hilfe besonderer Muskeln fest

zusammengepreßt. Die Lehrbücher geben übereinstimmend an, daß der Biber

etwa zwei Minuten unter Wasser bleiben könne, dann aber zum Atemholen

wieder an die Oberfläche kommen müsse. Indessen ist diese Zeitangabe

sicherlich viel zu niedrig gegriffen. Ich selbst konnte mit der Uhr in

der Hand an einem in Gefangenschaft gehaltenen Biber feststellen, daß

er volle 10 Minuten unter Wasser blieb, und Behr sah in einem kleinen,

klaren Tümpel bei Steckby einen Biber sogar 14 Minuten lang ruhig auf

dem Grunde liegen, ehe er von neuem Atem schöpfte. Ein Förster und ein

Bühnenarbeiter wollen dasselbe 15 bis 20 Minuten lang beobachtet haben.

Die außergewöhnlich großen Lungen des Tieres vermögen ja auch eine ganz

bedeutende Luftmenge zu fassen. Das Geruchsvermögen des Bibers ist

gut entwickelt, während die etwas blöde dreinblickenden Augen stark

kurzsichtig sind. Die selten zu hörende Stimme ist leise knurrend, bei

Ärger zornig fauchend. Die noch im Bau liegenden Jungen wimmern nach

Mertens wie kleine Kinder.

[Illustration: Abb. 4. Elbebiber ruhig schwimmend

(Naturaufnahme von Amtmann Behr)]

[Illustration: Abb. 5. Biberschnitte von Erlen bei Törten,

unweit der Mulde

(Naturaufnahme von Amtmann Behr)]

Wenn man unsere Abb. 5 betrachtet, wird man sehr geneigt sein, den

Biber für einen argen Waldverwüster zu halten, denn er hat hier in

der Tat ganz greulich gewirtschaftet. Unser Erstaunen wird noch

wachsen, wenn wir hören, daß hier die Arbeit eines einzigen Bibers

vorliegt, der sich im Frühjahr 1913 als Einzelgänger bei Törten a. d.

Mulde aufhielt. Er war zugewandert, als an seinem alten Wohnorte die

Weidenanpflanzungen immer seltener wurden und hatte nun seinen Stand

in hohes Laubholz verlegt, wo er Espen fällte, darunter Stämme bis

zu 40 +cm+ Durchmesser. Der Schlag erreichte schließlich eine Größe

von 3/4 Morgen. Der Übeltäter war ein ungewöhnlich starkes Tier und

wurde von Förster Radtke, der ihn öfters beobachtete, auf 80, von

anderen sogar auf 90 Pfund geschätzt (Brehm gibt das Gewicht des

Bibers mit 20 bis 30 +kg+ sicher zu niedrig an), ein Zeichen dafür,

daß trotz unvermeidlicher Inzucht noch keine Entartung des deutschen

Biberbestandes eingetreten ist. Trotz unserer lehrreichen Bilder

ist der forstliche Schaden des Bibers nicht so groß, wie vielfach

angenommen wird, und wird eigentlich nur dann wirklich empfindlich,

wenn man den Tieren ihre natürliche Hauptnahrung, nämlich Weiden-

und Wurzelwerk von Wasserpflanzen, schmälert. Es sind ja immer nur

einzelne Stücke, die dazu neigen, übermäßig zu schneiden und auch

stärkere Bäume anzugehen. Man sollte also die Schädlichkeit des

Bibers nicht noch aufbauschen, wie es leider vielfach geschieht, um

Freund Bockert »interessanter« zu machen; es fehlt ohnehin nicht

an Stimmen, die den Abschuß der letzten Elbebiber immer und immer

wieder verlangen. Seine Arbeiten verrichtet der Biber nur des Nachts

bei völlig hereingebrochener Dunkelheit und läßt sich dabei nicht

gerne belauschen. Dies war sogar im Hamburger Tiergarten der Fall,

wo das Bibergehege einen besonderen Anziehungspunkt bildet. Selbst

in mondhellen Nächten konnten die Tiere nicht beim Fällen der für

sie eingepflanzten Pappelstümpfe beobachtet werden. Sie brauchten 29

Tage zum Fällen eines 36 +cm+ starken Baumes, weil sie offenbar nur

mit großen Unterbrechungen daran arbeiteten, da sie ja anderweitige

Nahrung im Überfluß hatten. Die von Brehm gepflegten Biber zeigten

sich etwas umgänglicher und schnitten schließlich auch in den späteren

Nachmittagsstunden. Zum Umlegen einer 8 +cm+ dicken Weide brauchten sie

nur fünf Minuten. In Steckby vom Biber abgeschnittene Stämme hatten

gewöhnlich eine Dicke von 15 bis 30, manchmal aber auch 40 und selbst

60 +cm+, und zwar handelte es sich in diesem Falle stets um Schwarz-

oder Silberpappeln. Nach einem Berichte Friedrichs wurde am Kühnauer

See bei Dessau eine Pappel von 192 +cm+ Umfang in mehrjähriger, von

großen Pausen unterbrochener Arbeit umgelegt. Für mich unterliegt es

gar keinem Zweifel, daß solche starke Bäume nicht zu Nahrungszwecken,

sondern lediglich zum Schärfen der Schneidezähne angenommen werden, oft

wohl auch nur aus Langeweile und Spielerei. So sah ich im Gasthause

in Aaken die Photographie einer riesenhaften Pappel, die aus vier

Stämmen zusammengewachsen war. An diesem gewaltigen Baum hatten fünf

Biber jahrelang genagt, natürlich nur ab und zu. Dieses Biberfraßstück

sollte auf eine Ausstellung nach Leipzig geschickt werden, aber sein

Umfang erwies sich als so groß, daß der Transport unterbleiben mußte.

Ein halbes Jahr später riß ein Sturm den mächtigen Baum um, und zwar an

der angefressenen Stelle. Schneereiche Winter bereiten dem Schneiden

mancherlei Schwierigkeiten. So sah ich einen Stamm, der vom Biber

zunächst in der gewöhnlichen Weise unten angeschnitten war. Tiefer

Schnee hatte ihn dann genötigt, die Arbeit an einer höheren Stelle von

neuem zu beginnen. Hier wiederum durch stärkeren Schneefall vertrieben,

hat er endlich in großer Höhe nochmals angefangen und nun den Baum

wirklich gefällt, der also unterhalb der Bruchstelle noch zwei weitere

tiefe Einschnitte zeigt. Pappeln und Weiden sind die Lieblingsbäume des

Bibers, er geht aber auch alle anderen Weichhölzer des Auenwaldes an,

mit Vorliebe Ahorn, Wildbirne, Holzapfel und Haselstrauch, seltener

die bitteren Schwarzerlen und Eichen, nur ausnahmsweise die Birke und

die Kiefer, die er aber nicht entrindet, weil ihm wahrscheinlich ihr

Harzgehalt zuwider ist. Sehr gern werden neu auftauchende Baumarten

heimgesucht, wie dies ja auch von den Spechten bekannt ist. So erzählt

Mertens, daß auf dem Klostergut Prester eine ganze Reihe frisch

gesetzter Apfelstämmchen in wenigen Nächten abgeschnitten und ins

Wasser geschleppt wurde.

[Illustration: Abb. 6. Biber zum Schneiden in einen

Weidenbaum kriechend

(Blitzlichtaufnahme von Amtmann Behr)]

Seinem Schneideplatze nähert sich der Biber erst nach völlig

hereingebrochener Dunkelheit und mit erhöhter Vorsicht, wie sich dies

sehr hübsch auf unserer nach einer Blitzlichtaufnahme hergestellten

Abb. 6 sehen läßt, wo das Tier gerade in den zum Schneiden bestimmten

Weidenstrauch kriecht. Beim Schneiden nimmt es eine eichhörnchenartig

hockende Stellung an, und in den Erholungspausen setzt es sich fast

aufrecht, wobei es sich fest auf die Kelle stützt. Durch das schnelle

Schneiden entsteht ein schnarrendes Geräusch, und dünne Stangen fallen

schon nach Verlauf weniger Minuten. Während dünne Weidenzweige glatt

durchgenagt werden, erhält die Schnittfläche bei stärkeren Stämmen

schließlich das sanduhrartige Aussehen, das wir auf den Abb. 5 und 7

gut bemerken können. Auf Abb. 7 sehen wir zugleich, daß Meister Bockert

manchmal auch vergeblich arbeitet, indem der Baum zwar fällt, aber

mit seinem Wipfel in den Nachbarbäumen hängen bleibt. Kommt der Stamm

dabei recht schräg zu liegen, so besteigt der Biber ihn wenigstens,

um die Rinde zu äsen. Am Schneideplatz liegen massenhaft Späne bis zu

10 +cm+ Länge herum, denen die Spur der Nagezähne so deutlich

aufgeprägt ist, daß man nach ihrer größeren oder geringeren Breite

leicht das ungefähre Alter des Bibers bestimmen kann. Nähert sich die

Arbeit ihrem Ende, so rückt der Biber von Zeit zu Zeit von dem Stamm ab

und blickt spähend zum Wipfel empor, als ob er sich vergewissern wolle,

nach welcher Richtung hin der Baum wohl fallen wird. Er muß in dieser

Beziehung ein sehr gutes Urteilsvermögen besitzen, denn nur äußerst

selten kommt es vor, daß ein Biber von dem fallenden Baum erschlagen

wird. Mir ist diesbezüglich nur ein gut beglaubigter Fall zu Ohren

gekommen. Mertens geht also immerhin zu weit, wenn er angibt, daß es

überhaupt niemals vorkäme. Ich vermute, daß auch die eigentümliche

sanduhrartige Form des Schnitte die Fallrichtung in bestimmter Weise

beeinflußt, aber über diesen Punkt wären noch weitere und gründlichere

Untersuchungen notwendig. Die beim Schneiden gewonnene Rinde wird

gleich an Ort und Stelle behaglich zerschrotet. Die gefällten Bäume

werden dann nach und nach in »handliche« Stücke zerschnitten, aber

nicht entrindet, und allmählich ins Wasser geschleppt, besonders

die Weiden. Muß das Tier dabei über Sandbänke hinweg, so entstehen

auf diesen förmliche Schleifbahnen (Abb. 8). Das Hinabschaffen der

Zweige an den mit Gestrüpp bewachsenen Steilufern wäre nicht leicht,

wenn jedesmal eine andere Stelle benützt werden sollte, und deshalb

schafft sich Meister Bockert durch beständige Benutzung der gleichen

Stelle eine Schlittenbahn, auf der er mit seinen Vorräten leicht und

vergnüglich hinabrutscht. Die eingesammelten Hölzer bilden schließlich

ein Floß vor dem Eingang zum Biberbau, und im Wasser erhält sich die

Rinde namentlich der Weidenzweige frisch und schmackhaft und kann dann

an ungemütlichen Wintertagen als Nahrungsvorrat dienen. Der Biber

futtert ja am liebsten naß. Aus dem Gesagten erhellt schon, daß die

Anlage von Weidenpflanzungen die erste Vorbedingung für das Gedeihen

dieser Tiere ist. Exinger beobachtete an seinen gefangenen Bibern, die

er auf einem ziemlich großen Teiche hielt, daß sie ein feines Vorgefühl

für die kommende Witterung haben und sich nach ihr zu richten wissen.

Eines Abends machten sie sich bei schönem Wetter plötzlich mit großer

Hast an die Arbeit, Stämme in ihren Teich zu schleppen. Binnen einer

einzigen Nacht hatten sie 186 Stämme von 2 bis 3 +m+ Länge und

8 bis 11 +cm+ Dicke ins Wasser geschafft, und wirklich trat ein

Witterungsumschlag ein, und 24 Stunden später war der ganze Teich fest

zugefroren und mit einer 7 +cm+ dicken Eiskruste bedeckt.

[Illustration: Abb. 7. Vom Biber angeschnittene und oben hängen

gebliebene Rüster]

[Illustration: Abb. 8. Holzschleife des Bibers nach dem Wasser (Elbe)

bei Steckby]

Neben Weidenzweigen bilden die Wurzeln von allerlei Sumpf- und

Wasserpflanzen die Hauptnahrung des Bibers, wodurch sich auch seine

Vorliebe für die alten und toten Elbearme und die kleinen Seen im

Urstrombette erklärt. Bevorzugt werden die süßen Wurzelknollen vom

Rohr, Schilf und namentlich der beiden Wasserrosen. Der Biber beißt

sie unter Wasser ab, so daß sie zur Oberfläche emporsteigen, oft viele

an einer Stelle. Wo Zuckerrübenfelder in der Nähe des Wassers sich

befinden, werden sie auch nächtlicherweile vom Biber gern heimgesucht.

Während der schönen Jahreszeit werden als Zukost auch die zartesten

Blätter und Blüten der Wasserpflanzen verspeist, junges Gras auch

nicht verschmäht und sogar Seerosenfrüchte aufgenommen, deren harte

Samenschalen unverdaut wieder abgehen. Mertens hatte einmal einen

merkwürdigen Anblick, indem auf der von leichtem Nebel verschleierten

Wasserfläche eine weiße Welle sich zu nähern schien. In Wirklichkeit

war es ein Biber, der Seerosenblüten in großer Zahl gepflückt und in

den Fang genommen hatte, so daß sie rechts und links wie ein Strauß

heraushingen.

Die gewöhnlichen Wohnbaue der Biber werden ganz nach Art des

Fischotters im Steilufer des Flusses angelegt, womöglich der größeren

Festigkeit halber im Wurzelgeflecht einer alten Eiche, Rüster oder

Weide, immer so, daß das Tier auch bei niedrigem Wasserstande unter

Wasser in seine Behausung gelangen kann. Bisweilen wird dabei der

schützende Baum derartig unterwühlt, daß er schließlich zum Umstürzen

gebracht wird, wie dies im Aakener Hornhafen vorgekommen ist. Auch am

Nordufer des Steinsees haben die Biber eine 80 +cm+ starke Eiche

durch Unterwühlen des Erdreichs zu Fall gebracht. Alte Baue können im

Laufe der Zeit einen recht beträchtlichen Umfang annehmen, und manche

Röhren führen dann so niedrig unter der Erdoberfläche entlang, daß

das Begehen oder Befahren solcher Uferstrecken geradezu gefährlich

wird und namentlich bei der Heuernte gar nicht selten Menschen oder

Pferde durchbrechen. Der Biber fährt dann erschrocken aus seinem Bau

und flüchtet ins Wasser. Noch schlimmer wird die Sache, wenn die Biber

in den Deichen wühlen, was glücklicherweise selten vorkommt. Doch muß

die Strombauverwaltung in dieser Beziehung immer ein scharfes Auge

auf sie haben. Auch in solchen Fällen ist es nicht nötig, die Tiere

abzuschießen, weil sie sich auch durch andere Mittel leicht vergrämen

lassen. Mertens gibt an, daß der Damm bei Ranies in den Jahren 1920

und 1921 stark unterwühlt war und deshalb mit großen Kosten wieder

ausgebessert werden mußte; die Gesamtlänge der damals aufgegrabenen

Röhren soll nicht weniger als 86 +m+ betragen haben. In den

Wohnkessel des Baus werden einige derbe Holzprügel eingetragen und zu

ganz feinen Spänchen zernagt, wodurch eine weiche Unterlage geschaffen

wird.

Wo Ruhe im Revier herrscht und der Biber sich unbehelligt weiß,

errichtet er außer diesen Bauen, die dann nur als Notwohnungen dienen,

auch noch sog. Burgen, wie ich selbst eine am Schmiedersee besichtigen

konnte. Sie sind oberirdisch sichtbar und haben backofenförmige

Gestalt (Abb. 9). Diese Burg fiel schon von weitem durch die teilweise

entrindeten und deshalb weißen Weidenzweige auf, die zu ihrer

Herstellung verwendet waren. Obenauf lagen lange, trockene Rohr- und

Schilfhalme. Die Baustoffe werden nicht etwa sorgfältig angeordnet,

sondern liegen wirr, kreuz und quer durcheinander, so daß der ganze

Bau ein sehr sparriges Aussehen erhält. Früher befand sich dort mitten

im Wiesengelände eine zweite Biberburg dicht beim sog. Försterfriedhof

auf einer kleinen Erhebung, die den winzigen Rest der sog. Schmiedburg,

eines alten Bollwerks der Sachsen gegen die Wenden, darstellt. Im

Goldberger See bei Lödderitz befindet sich gleichfalls im Schilf und

Rohr versteckt eine regelrechte Biberburg, die ziemlich hoch und

etwa 3 +m+ breit ist. Zu den Burgen führen im tieferen Wasser

mündende Geschleife. Ändern sich die Örtlichkeitsverhältnisse in

unerwünschter Weise, so verlegen die Biber ihren Wohnsitz. So lebte

vor einigen Jahren ein Paar im sog. Kuhlenhagen. Da aber dieser Teil

der alten Elbe Fischreichtum aufwies und infolgedessen immer stärker

befischt wurde, haben sich die ruheliebenden Tiere nach dem nördlichen

Teile der Kreuzhorst verzogen, wo sie unter Naturschutz stehen und

deshalb weniger gestört werden. Fortwährend haben die Tiere an ihren

Burgen herumzubasteln, zu ändern, zu vergrößern und zu verbessern.

Alle erforderlichen Dichtungsstoffe, wie Gras, Erde, Sand, Lehm und

Schlamm, werden (wie auch bei den Dammbauten) nur mit dem Maule und mit

den Händen bewegt und ausschließlich mit letzteren verarbeitet, also

nicht mit der Kelle, welches unausrottbare Märchen sich immer wieder

in den Büchern fortpflanzt. An schönen, ruhigen Tagen sonnt sich der

Biber gerne auf dem Dache seiner Burg oder auf in der Nähe befindlichen

Kopfweiden, oder er richtet sich als lauschige Ruheplätzchen besondere

Sassen her. Die Sasse, von der ich selbst einen Biber aufscheuchte,

war in den lehmigen Morast eingetieft und mit trockenem Gras und Laub

gepolstert, übrigens so angelegt, daß bei nahender Gefahr ein einziger

Satz das Entkommen ins Wasser ermöglichte.

[Illustration: Abb. 9. Biberburg am Schmiedersee

Naturaufnahme von Oberpostsekretär Winkelmann)]

Aussterbende Tiere · 第 1 / 7 段