(Nr. 5645-5656.)
=Kempten.= +Freyberg+, Bezirksamtsassessor: „Albrecht Dürers
Christlich-mythologische Handzeichnungen von N. Strixner.“ -- =Koburg.=
+Ernst Fischer+, Fabrikbesitzer: Alter, im Stadtgraben von Koburg
aufgefundener Säbel. -- =Köln.= +Brasseur+, Gemälderestaurateur:
Photographien nach zwei im Besitz des Herrn Geschenkgebers befindlichen
Gemälden von H. Holbein und G. von der Weyden. +De la Motte+:
Photographie nach einem Gemälde der v. Eyk’schen Schule: St. Eligius,
aus der Goldschmiedestube zu Antwerpen. -- =Leipzig.= Verlagshandlung
von +B. Hermann+: Genealogisch-histor. Tafel zum Verständniß der
Schleswig-Holstein. Frage, von F. Arends. -- =Mainz.= Prof. Dr. +L.
Lindenschmit+, Director des röm.-german. Centralmuseums: Gemusterte
Fußplatte von gebranntem Thon. -- =Nürnberg.= +v. Gemming+, Oberst:
Medaille aus dem Erz der geschmolzenen Glocke des Frankfurter Domes.
+Göschel+, Schreinermeister: 3 kleinere Silbermünzen und 2 Jetons
vom 17. Jhdt. +Wich+, Goldarbeiter: 7 Silbermünzen vom 16. u. 17.
Jhdt. -- =Prag.= +Direktion des vaterl. Museums+: 7 Gypsabgüsse von
Bronzedenkmälern daselbst. -- =Wien.= Dr. +Jos. von Bergmann+, k. k.
Rath u. Custos: Medaille auf den Herrn Geschenkgeber. -- =Worms.= Dr.
+Schröder+: Medaille auf die Enthüllung des Lutherdenkmals zu Worms,
von Chr. Schnitzspahn.
Chronik der historischen Vereine.
+Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und
Erhaltung der Baudenkmale.+ XIII. Jahrgang. -- März-April. Wien, 1868.
4.
Die deutsche Kaiserkrone. Von Canonicus Dr. Fr. Bock. (Mit 4
Holzschnitten.) -- Das römische Bad und Mosaikbild im Chiemseehofe
zu Salzburg. Von Dr. Friedr. Kenner. (Mit 6 Holzschnitten u. 1
Tafel.) -- Marienkirchen aus der Umgebung von Klagenfurt. Beschrieben
und illustrirt von Hans Petschnig. -- Hügelgräber bei Chotieschau
in Böhmen. Mitgeth. von Dr. J. E. Födisch. -- Die Spital-Capelle
zu Krems in Nieder-Oesterreich. Aufgenommen und beschrieben von
Hermann Riewel. (Mit 5 Holzschnitten.) -- Lichtsäule am Friedhofe zu
Keutschach in Kärnthen. (Mit 3 Holzschnitten.) -- Zur Bibliographie der
Erbhuldigungen in Steiermark. Mitg. von Dr. Franz Ilwof. -- Die Cuppa
eines romanischen Pontifical-Kelches zu Lambach. Mitg. von Dr. Karl
Lind. (Mit 9 Holzschnitten.) -- Ein Rundthurm am Schlosse zu Przemýsl.
(Mit 1 Holzschn.) -- Mittheilungen über Denkmale der mittelalterlichen
Kunst im Pusterthale in Tyrol. Von G. Tinkhauser. (Mit 5 Holzschn.) --
Die älteste Abbildung einer nieder-österr. Burg. -- Der Grabstein des
Bernhard Walther von Walthersweil in Judenburg. -- Grabmal der Familie
Hohenburg zu Rosenberg in Sagritz. -- Besprechungen.
Mai-Juni: Die Kirche zu Selpritsch. (Mit 7 Holzschnitten.) -- Die
Sammlungen des germanischen Museums. Von A. Essenwein. (Mit 3
Holzschnitten u. 1 Tafel.) -- Verschlackte Wälle in Böhmen. (Mit 5
Holzschn.) (Dr. Jul. Ernst Födisch.) -- Das Schloß Tyrol. (Mit 10
Holzschn.) (Dr. Gotter.) -- Der Tabor zu Feldbach in Steiermark. (Mit 3
Holzschn.) (J. Scheiger.) -- Die Domkirche zu Venzone in Friaul. (Mit 1
Holzschn.) (Sacken.) -- Das lateinische Cancional zu Jung-Bunzlau. (A.
P. Schmidt.) -- Der Grabstein Caspar’s von Prainer in der Kathedrale
zu Grätz. (Hönisch.) -- Das Grabmal des Erzbischofs Zbigniew Olešnicki
in der Kathedral-Kirche zu Gnesen. (Mit 2 Holzschn. u. 1 Tafel.) (Dr.
Jos. v. Lepkowski.) -- Hausaltärchen in der Schatzkammer des St.
Petersstiftes in Salzburg. (Mit 1 Holzschn.) -- Romanischer Meßkelch
sammt Patena. (Mit 2 Holzschn.) -- Corvinische Codices in der k. k.
Hofbibliothek. (A. v. Perger.) -- Ciborium zu Hall in Tyrol. (Mit 1
Holzschn.) -- Siegel eines Wiener Malers aus dem XIV. Jahrhundert. (Mit
1 Holzschn.) (A. Camesina.) -- Besprechungen. -- Notizen.
+Mittheilungen des historischen Vereines für Krain+. Redigirt von
August Dimitz. Zweiundzwanzigster Jahrg. 1867. April-December. Laibach.
4.
Urkunden zur Geschichte der Reformation in Krain aus den Jahren
1540 bis 1634. Gesammelt und veröffentlicht von A. Dimitz. --
Vereinsnachrichten.
+Verhandlungen des historischen Vereines für Niederbayern.+ XIII. Band.
1. u. 2. Heft. Landshut, 1866. 1867. 8.
Urkundenbuch zur Geschichte der Stadt Abensberg. Herausgeg. von Peter
Dollinger u. Nikolaus Stark.
+Kunst-Album+ desselben Vereins. Erstes Heft. Inhalt: Blatt I.
Abbildung eines Reliefs: Christus vor Pilatus. Blatt II. Abbildung
eines Plafonds im Schlosse Ortenburg. Blatt III. Ansicht des Schlosses
Engelburg. Landshut, 1867. qu. 2.
+Sitzungsberichte der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu
München.+ 1867. II. Heft IV. München. 1867. 8.
Bemerkungen zum Nachtsegen. (Zingerle.) -- Meraner Fragmente der Eneide
von Heinrich von Veldeken. (Ders.) -- Eine Anzahl altfranzösischer
lyrischer Gedichte aus dem Berner Codex 389. (Hofmann.)
1868. I. Heft I-III: Ein unedirtes altfranzösisches Prosastück aus der
Lambspringer Handschrift. (Hofmann.) -- Das altfranzösische Gedicht auf
den heiligen Alexius, kritisch bearbeitet. (Ders.) -- Das zweitälteste
unedirte altfranzösische Glossar. (Ders.) -- Aufzeichnungen über die
oberpfälzische Familie von Präckendorf. (Rockinger.)
+Abhandlungen der historischen Classe+ ders. Akademie. Zehnten Bandes
dritte Abtheilung. In der Reihe der Denkschriften der XXXVIII. Band.
München, 1867. 4.
Kurze urkundliche Geschichte des gräflich zweybrückischen Hauses
von J. G. Lehmann. -- Neue Beiträge zur Geschichte des Würmthales
von Friedrich Kunstmann. -- Churfürst Moritz gegenüber der
Fürsten-Verschwörung in den Jahren 1550-51. Von C. A. Cornelius. --
Ueber die Größe und Schicksale der Entschädigungen, welche dem Hause
Wittelsbach für die Abtretung der Mark Brandenburg von dem Kaiser Karl
IV. verschrieben worden sind. Von Carl August Muffat.
+Abhandlungen der philosophisch-philologischen Classe+ ders. Akademie.
Eilften Bandes zweite Abtheilung. In der Reihe der Denkschriften der
XLII. Band. München, 1867. 4.
Ueber die Ausdrücke: altnordische, altnorwegische und isländische
Sprache von Conrad Maurer.
+Ueber die sogenannte Leukothea+ in der Glyptothek Sr. Majestät
König Ludwigs I. Vortrag in der öffentlichen Sitzung der k. Akademie
der Wissensch. am 25. Juni 1867... gehalten von Dr. Heinrich Brunn.
München, 1867. 4. 25 Stn.
+Almanach+ ders. Akademie für das Jahr 1867. München. 12.
+Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte+,
herausgegeben +von dem historischen Vereine von und für Oberbayern.+
Siebenundzwanzigster Band. Zweites und drittes Heft. (München, 1867.) 8.
Die Pfarrei Allershausen im k. Bezirksamte Freising. Geschichtlich
beschrieben von Joseph Grassinger. -- Otto von Krondorf. Ein Beitrag
zur Kritik Aventins. Von Freiherrn Edmund Oefele. -- Geschichte
des Landgerichts Traunstein. Von Joseph Wagner. Dritte Abtheilung.
Geschichte der industriellen Anstalten im Landgerichtsbezirke
Traunstein. -- Beiträge zur Geschichte des Patriziergeschlechtes
Schrenk in München. Von Ernest Geiß. -- Die Benedictionskosten der
Indersdorfer Pröbste, insbesondere die Prälaten-Benediction zu Attl am
9. Sept. 1635. Von Friedr. Hektor Grafen Hundt. -- Ueber eine römische
Verbindungsstraße von Pons Oeni (Innbrücke bei Rosenheim, Pfunzen) nach
Turum (Oetting). Von Bernhard Zöpf. -- Regesten ungedruckter Urkunden
zur bayerischen Orts-, Familien- und Landesgeschichte: Zwanzigste
Reihe. Regesten aus alten Briefsprotokollen der ehemaligen Hofmarken
Adelshofen und Bruck bei Fürstenfeld. Gefertigt von Jakob Groß.
Einundzwanzigste Reihe. Regesten von Urkunden aus dem Archive der Stadt
Pfaffenhofen. Mitg. von Pfarrer Mich. Trost.
Achtundzwanzigster Band. Erstes Heft. Die Reihenfolgen der Gerichts-
und Verwaltungsbeamten Altbayerns nach ihrem urkundlichen Vorkommen vom
XIII. Jahrhundert bis zum Jahre 1803. Mitgeth. von Ernest Geiß. Zweite
Abtheilung. Niederbayern, mit dem Innviertel, Salzburg, Nordtirol,
den auswärtigen Besitzungen des Bisthums Freising und den ehemals
altbayerischen Aemtern im jetzigen Regierungsbezirke Oberpfalz. (Mit
einem Ortsregister über beide Abtheilungen.) -- St. Christoph und seine
Erzbruderschaft im Pütrich-Kloster zu München. Von Anton Mayer.
+Neunundzwanzigster Jahres-Bericht+ desselben Vereines. Für das Jahr
1866. Erstattet... durch den ersten Vorstand Friedrich Hektor Grafen
Hundt. München, 1867. 8.
Die +Sammlungen+ desselben Vereins. Herausgegeben von den Conservatoren
derselben. Erste Abtheilung: Bücher. Handschriften. Urkunden. Erstes
Heft: Die Bücher-Sammlung nach ihrem Bestande zu Anfang des Jahres
1866. Herausgegeben durch Bibliothekar Föringer. Erstes Heft.
Alphabetischer Catalog. A-L. München, 1867. 8. 238 Stn.
+Kirchenschmuck.+ Ein Archiv für kirchliche Kunstschöpfungen und
christliche Alterthumskunde. Herausgegeben unter der Leitung +des
christlichen Kunstvereins der Diöcese Rottenburg+. Redigirt von Pfarrer
Laib und Dekan Dr. Schwarz. XXIII. Band, erste Hälfte. Zwölfter
Jahrgang 1868. Erstes Vierteljahrsheft. Stuttgart. 8.
Zur Kunstgeschichte des Doms in Mainz. (F. Falk.) -- Die alte
bischöfliche Kirche in Mainz. -- Die sogenannten Willigiskelche im
Mainzer Dome und ihre wahre Bedeutung. (Falk.) -- Das älteste Cruzifix
im Vorarlbergischen. -- Zur Sitte und Sprache der Kirche. -- Literatur.
-- Miscellen.
+Verhandlungen des Vereins für Kunst und Alterthum in Ulm und
Oberschwaben.+ Achtzehnte Veröffentlichung. Der größern Hefte zwölfte
Folge. Mit 4 Steindrucktafeln und 2 Holzschnitten. Ulm, 1868. 4.
Studien aus der Staatssammlung vaterländischer Alterthümer von
Oberstudienrath Dr. K. D. Haßler.
+Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in
Hohenzollern.+ I. Jahrgang 1867/68. Sigmaringen. 8.
Angelegenheiten des (am 15. April 1867 gegründeten) Vereins. --
Urkunden zur Geschichte des Dominikaner-Nonnen-Klosters Hedingen. Von
A. Lichtschlag. -- Beiträge zur Geschichte der Stadt Sigmaringen. Von
Seb. Locher. (Hiezu 1 Tafel mit 3 lithograph. Siegelabbildungen.)
+Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-,
Alterthums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den
angränzenden Landschaften.+ Ersten Bandes erstes Heft. Freiburg im
Breisgau, Fr. Xav. Wangler. 1867. 8.
Die römische Töpferei zu Riegel, von H. Schreiber. -- Ein
gleichzeitiger Bericht über das am 15. Okt. 1632 in Hüfingen
angerichtete Blutbad, von K. H. Frhrn. Roth von Schreckenstein. --
Beiträge zur Schul- und Gelehrtengeschichte. I. Von Fr. Bauer. -- Der
Bauernaufstand im Hegau 1460, von Theodor von Kern.
+Correspondenzblatt des Gesammtvereines der deutschen Geschichts-
und Alterthumsvereine+. Herausgeg. vom Verwaltungsausschusse des
Gesammtvereines in Altenburg. Sechzehnter Jahrgang. 1868. Nr. 3-5.
März-Mai. 4.
Die Urkunden der Deutschen Kaiser und Römischen Könige im
Regierungsarchive zu Altenburg. Mitgetheilt von Dr. Hase. -- Zur
Geschichte der Grafen von Wartberg. Von Grote-Schauen. -- Literarische
Anzeigen. -- Zur Erhaltung und Zerstörung von Kunstdenkmälern in
Preußen. -- Otto, Bischof zu Halberstadt. 1123-1134. -- Notizen
über alterthümliche Funde, Restaurationsarbeiten etc. -- Fürsten im
Johanniter-Orden. Vom Archivrath v. Mülverstedt. -- Das Ordens-Kreuz im
Wappen der Johanniter-Ritter. Von dems.
+Mittheilungen des Freiberger Alterthumsvereins+ auf das 6. Vereinsjahr
1866. Herausgeg. im Auftrage des Vereins von Buchdr. Heinr. Gerlach. 5.
Heft. Mit Wappentafeln. Freiberg. 1867. 8.
Mittheilungen über das Gymnasium zu Freiberg. Vom Gymn.-Oberl. Werner
Prössel. -- Die Bevölkerung Freibergs vor dem Jahre 1643. Von Dr.
G. Benseler. -- Die regierenden Bürgermeister der Stadt Freiberg.
Zusammengestellt von Gerlach. -- Die Wappen hervorragender Geschlechter
aus Freibergs Vergangenheit. Von dems. Mit 2 Taf. Abb. -- Das
Schützenbuch und die Königstafeln der Freiberger Schützengilde. Von
dems. -- Das Hochnothpeinliche Halsgericht. Von Archivar Heinze. --
Ueber die Bedeutung des Ausdruckes „Zipkorn“. Von Adv. Gautsch. --
Freiberger Urkunden-Sammlung. Briefe von Luther und Melanchthon. Mitg.
von Buchdr. H. Gerlach. -- Nachträge, Bemerkungen etc. zu früheren
Abhandlungen.
Nachrichten.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
21) +Die Kaiserurkunden der Provinz Westfalen+ 777-1313, kritisch,
topographisch und historisch, nebst anderweitigen Documenten und
Excursen von +Dr. Roger Wilmans+. Erster Band. +Die Urkunden des
Karolingischen Zeitalters 777-900+. Mit zwei lithographirten
Tafeln. Münster, Druck und Verlag von Friedrich Regensberg. 1867. 8.
Die bei Urkundenpublikationen in älterer Zeit fast ausschließlich
zur Anwendung gebrachte Gruppierung war topographischer Natur, indem
man die auf einzelne Klöster, Stifter, Orte, Territorien u. s. w.
bezüglichen Urkunden gemeinschaftlich edierte. Später wurden große
Dokumentensammlungen lediglich nach dem Princip der Chronologie
veranstaltet. Endlich galt es, die Urkunden nach ihrer Gleichartigkeit
zusammenzustellen, und so entstanden Ausgaben von Urkunden, die von
Kaisern, Königen und anderen Regenten, geistlichen (namentlich den
Päpsten und Bischöfen) und weltlichen Standes ausgestellt waren. Das
vorliegende Werk nun vereinigt die erstgenannte Maxime der Gruppierung
mit der zuletzt bezeichneten Art der Zusammenstellung, indem es sich
auf ein bestimmtes Territorium beschränkt, nämlich Westfalen, und nur
eine bestimmte Klasse von Dokumenten, nämlich die Kaiserurkunden,
in’s Auge faßt. Dieses Arrangement des urkundlichen Materials und
die demselben entsprechende Behandlung dürften als neu zu betrachten
sein; ihre Vorzüge an sich schon unterliegen keinem Zweifel, und wenn
die Durchführung eine so völlig gelungene ist, wie in unserem Werk,
dann muß die neue Methode als ein höchst schätzenswerthes Mittel zur
Förderung der Geschichtswissenschaft gepriesen werden.
Wir können daher die Idee des Verfassers, welche seinem Buch zu
Grunde liegt, nur als eine sehr fruchtbare bezeichnen, und stimmen
ihm von Herzen bei, wenn er sagt: „Die Bearbeitung und Erläuterung
der einschlägigen Kaiserurkunden in dem oben angedeuteten Sinne zu
unternehmen, möchte ich nun überhaupt für eine wichtige, den Vorständen
unserer Provinzial-Archive obliegende Aufgabe, und gleichsam für
eine Schuld erachten, die wir in unserer besonderen Stellung an die
deutsche Reichsgeschichte abzutragen haben. Denn da wir allein uns
im vollständigen Besitz und freiester Disposition über das bei jeder
Urkunde in Betracht kommende diplomatische und archivalische Material
befinden, und durch unser Amt auf die Erwerbung der speziellsten
Kenntniß der Localverhältnisse angewiesen sind, so dürften wir zunächst
berufen sein, das rechte Verständniß dieser wichtigen Geschichtsquellen
auch den weiteren wissenschaftlichen Kreisen zu vermitteln.“
Diese Winke zur Beherzigung für Beamte in Provinzialarchiven verdienen
gewiß alle Beachtung; wo man aber die Provinzialarchive durch die Sucht
nach Concentration verstümmelt und die Archivare zu Conservatoren
herunter decretiert hat, da ist die Lösung einer so schönen Aufgabe,
wie sie Wilmans den Provinzial-Archivaren zuweist, eine Unmöglichkeit,
die freilich der Geschichtswissenschaft nicht zum Vortheil gereicht.
Die tiefgehenden Forschungen, wie sie in unserem Werk niedergelegt
sind, machen im Speziellen und im Ganzen den Eindruck
wissenschaftlicher Vollendung, und ohne auf Einzelheiten eingehen zu
können, glauben wir die Ueberzeugung aussprechen zu dürfen, daß die
gewonnenen Resultate in beiweitem den allermeisten Fällen auf der Basis
der rechten Erkenntniß beruhen.
Das Einzige, was wir an dem Werke aussetzen möchten, ist das Register.
Denn einmal entbehrt es wenigstens an einer Stelle der Genauigkeit,
da wir unter „Mainz“ nur die Erzbischöfe Sunderolt und Siegfried
aufgeführt finden, während außer diesen doch auch noch Bonifacius,
Lullus, Liutbert und Hatto hätten genannt werden sollen. Der Letztere
wird im Verzeichniß gar nicht aufgeführt. Außerdem genügt unseres
Dafürhaltens bei einer sonst so musterhaften Arbeit ein so einfaches
Register wie das vorhandene nicht, und wir halten uns im Interesse der
Wissenschaft zu dem Wunsche berechtigt, der Verfasser möge sein Werk
durch Register krönen, wie wir deren z. B. in Stumpf’s Acta Moguntina
sæculi XII. finden.