(Schluß folgt.)
Auszüge aus den Wertheimer Inventaren des 16. und 17. Jahrhunderts[96].
I. Baarschaft, Silbergeschmeide und Waffen, welche Hans Kallenbach,
Gräflich Werthheimischer Rentmeister, 1587 hinterlassen.
i vierfach gulden Regall. iii Doppel Regall. i Schifnobel. i halb
Schifnobel. iii Vngarische Doppel Ducaten. i stückh goldts vf 20
Patzen gewirdigt. ii Frantzosische Kronnen. i beeß Doppel Regall.
vi Ungarische Ducaten. i gekhrumpter Doppel Pordugaleser. viiii
Pordugaleser. iii Stückhlein goldt vnbekhanndt vf ... goldtgüldten
geacht. xiii goldtgüldten. v stück goldt, eins vf 40 Patzen geacht.
v Schlickhen Taller. iii beser Taller. xv Spitzgröschlein. xxvii
alte Turnuß. v f. an Müntz. vii gld. Taller. xxxxiii f. v Patzen an
allerlay Müntz. i Doppel Scheuren[97] vberguldt. i Scheuren verguldt.
i Schwitz Pecher mit eim Deckhel. iii glatter Pecher mit füßlichen,
deren einer zerbrochen. i Silbrenn Khenndlein mit Hannß Connradt
Schmiders wappen. i Silbren Khenndl mit einem zerbrochen Deckhel[98].
vi Backhöllein[99]. i Pecher mit dreyen Eicheln. ii Pecherlein mit
Khnöpffen. i Indianische Nuß mit Silber beschlagen. i Silbren Dolchen
wigt 33 loth vnd 3 q. i Silbren Dolchen mit einem Crucifix, so
Schaffen[100] gewesen, ohne Messer. i Moßbacher Weidtner mit Silber
beschlagen[101]. i Eisen Spitz dolchen ohne Silber. i Mannß Leibgürtl
mit Silber beschlagen. i gewirckhter Porth mit Silber beschlagen vnd
verguldt. i gestückht Pörtlein mit Sammet. i Paar Weibermesser mit
Silber beschlagen vnd einem Silbren Khettlein. i Silber Weibergürttel.
i Silbren Kettel. i gemalt Drichelein[102] darin ligt ii Perlein
Schappel[103], i Beerlein Mutter, ii Rotter Scheppelich. i Feuer
Spiegel[104]. i Seidengürttlein mit Silberen stefften so verguldt.
i Sammeten gürtl mit Silber beschlagen. i Seidengürtl mit Silber
beschlagen. ii guldtener Breutschnür. i gemalt Drichlein darin ligt iii
gülden Leisten, i gulden Leisten vf weiß genähet, ii gulden Khregen,
i gulden Khragen mit einer Brustlappen[105], vi stückhlein gulten
Portten. iii Löffel mit Silber beschlagen. i guldt Petschier Ring,
so Hannß Schaffen gewesen. i güldten Petschier Ring, so Kallenpachs
gewesen. i guldtener Ring mit einem Kröttenstein. iii guldtener Ring
mit Türkhus. i guldten Ring mit einem Schmaragt. i guldten Ring mit
einem Robin. Ist dem Elßlein verschafft[106]. i gulden Ring schlecht
mit einem Robin. i gulden Ring mit einem Carniol. i gulden Ring
mit Sieben Perlein. i guldten Dennckhring[107] doppel. ii guldten
Dennckhring ein Jeder drifach. i guldener geflochtener Ring vierfach.
i gulden gewinnen Ring genannt Sternschuß[108]. ii gulden dreu Ring.
i Silbren gicht Ring. ii Silbren Dennckhring doppel[109]. iii Paar
große vergulte Schloß. iiii Paar vergulter Cleiner Schloß. iii Silbren
Crucifix, deren zwey verguldt. i Silbren Christoffel mit zweyen Ringen.
ii Silbren Khettlein mit Khnöpfen verguldt an einen gürtl gehörig. i
güldten Zannstuerer. i Silbren Zannstuerer[110]. i Vberguldte Eichel.
viii Loth allerlay Silber in einem Peuttel. i Silbren vergulten
Rinckchen an einem gürttel gehörig. iii Silbren Klippen zimblich groß.
lxiiii stückh allerlay Müntz, groß und khlein, wegen an gewicht x
loch. i Silbren Pfeufflein. ii ungefaste gelbe Augstein[111]. i groß
vergulte Müntz, darauf die Aufferstehung Christi stehet. i gegossen
vbergulte Müntz, Graff Georgen von Eisenberg[112] Bildt. i Rundt
vergultes gefeßlein mit zweyen Ringeln. ii Stückh eingefast Einhorn.
i Stückhlein vngefaßter Einhorn. ii Rundter Stückhlein Perlein Mutter.
i gefaster Khrottenstein. i gefaster Bluttstein[113]. i ungefaster
Khatzendoniger[114]. ii Silbern Bisem Khnöpff[115]. i Amadist vnd
Cristall in Silber gefast. iii Cranatsteinlein vngefast. iii Cristall
Steinlein gar khlein. i vngefaster Wolffszann[116]. viii Carniol,
drey Silbren Eichel, zwo Corallen vnd zwo Silbren Corallen, alles an
einem Schnürlein. i Patter mit Cleinen Rotten Corallen. i groß Patter
mit Müntzen, wigt 14 Loth. i Clein Silbren Khettelein mit gar Cleinen
Corallen. i eingefaster Dattelkhorn[117]. i Schlecht Patter mit
Schwarzen Augsteinen. i Patter mit Cleinen gelben Augsteinen. i guldten
Khettlein, wigt acht goldtguldten. i Schechtelein mit Khrebsaugen vnd
zwey Stückh Ellendtskhlawen[118]. i Schechtelein, darinen Cleine bese
Müntz. ii stückh Ellennts Khlawen, deren Eins gefast. i Renndtling[119]
mit einer Behemischen Clingen. i Reutschwerdt mit einer Silbren
Platten. i Hanndt Degen mit Silber beschlagen. i Wehrlein mit Silber
beschlagen. i Dusseggen[120] mit Silber beschlagen. i Khnebelspieß.
i Cleins spieslein. i Ottergabel. i alte Hellepardten. i Clein
Buerstbüchslein. i Hirschen Bulluerflaschen. i alt Fürbüchslein. i
Cleiner Feustling[121]. ii Pulluer Flaschen. i khöcher. i Faustkholb.
iii Hulffter zu Püchsen. i Messener Faustkholb. i Bartten, u. s.
w.[122].
II. Fahrende Habe der 1629 wegen Zauberei verhafteten Margaretha Stark
von Wertheim.
An +Geld+: 35 Doppel vnd einfache Ducaten. 9 Französische Cronen.
15 Goltgulden. 35 Stuckh Marzeller[123]. 310 Stuckh allerlei alte
Munz. 5¾ Joachimsdaler. 654 Rdlr. 11½ Guldenthaler. 26 ganze
Königsdaler. 18½ Kopfstukh. 1 Säkhlin mit Pfeningen. 1 Sakhelin mit
Dreiern vnd Wurzburgischen Schillingern. 1 Blasen mit Strassburger
Creuzerlen. 1 Blasen mit allerhand Munz. 1 Beutel mit 3 Kreuzern vnd
Dreibaznern. 199½ Reichsdaler. 1 Stukh Golt, so 6 Rdlr. gultig.
2 Guldenthaler. 1 dreifacher, 1 doppelter Augspurg Daler. 1 Gulten
mit Pfenningen. +Silbergeschmeidt+: 1 Silbern Becher mit 1 Rdlr. am
Boden. 1 Säkhlin, darin Silbern Löfel, gurtl, Ring vnd Becher, so die
Juden von Wenkheim versetzt. 1 Schalen übergult. 2 Silbern Becher
mit füssen. 14 guldin Ring. hat Low Jud Reichenberger versezt. 1
Perlin Huetschnur. 1 Guldin Ring mit 5 Steinen. 1 Silbern Becher mit
3 Eicheln fußlin. 2 Silbern Becherlin. 1 Klein Silbern Becherlin. 1
Guldin Ring. 1 Silbern Fingerhut. 1 Schaupfening. 6 Silbern Ring.
+Böthwerkh+: 16 Ober vnd Unter Bötth. 8 Pfulben. 12 Kussen. +Getuch+:
14 Leilacher. 2 Böthziechen. 3 Stukh wurkhin Duech. 15 Stukh fläxin
Duech schmal vnd brait. 46 Lailacher. 8 Kussenziechen. 22 Dischtücher.
1 Stukh gewirfelt Bötthziechen. 6 Handtzwehel. 2 Deppich. 1 Schoppel.
2 Stukhlin Kreppduech. 12 Handtzwehel[124] guet vnd bös. 12 Leilacher
wurkhin. 4 Kussenziechen. 6 Dischtucher schlecht. +Zinnwerkh+: 63
Zin gros und klein. 8 zinern Loffel. 6 Viertel Kanten. 19 Maskanten.
15 Seidlins Kändlin. 5 Flaschen. 7 Deller. 8 zinern Schussel. 5
zinern Kanten. 2 Becher. 1 zinern Saltz Kandtlin. +Messing+: 8
Messing Leuchter. 2 Messing Kessel. 2 Häfen. 2 Bokhen. 3 Kändlin. 4
Kohlpfannen. 1 Ring. 2 Spritzen. 1 Seiher. 2 Hanen. +Kupfer+: 5 Kessel
gros vnd klein. 3 Häfen. 1 Stuzen. 1 Kupferling[125]. 2 Seiher. 1
Wasserständer. 1 Stüzen. 2 Kessel. 1 Hafen. 3 Löfel. 1 Höllhafen[126].
5 Kessel. +Eisen+: 13 Pfannen. 2 Bratpfannen. 5 kleine Pfannen. 3
Lofel. 4 Pfannen. 2 Bratspis. 2 Röster. 6 Blechine Schussel. 1 Bankh
Messer. 6 Stukh Messing gewicht. 6 Stukh Eisen gewicht. 2 Messer. 4
Fleischbeihel. 3 waag mit Schusseln. 1 große Schnapwaag. 1 Mörser. 1
Dannenschmär. 1 halbe weisse haut Niderlendisch Leders. Etliche Stukh
selbigen Leders. 1 Spiegel. 2 täfelen darauf schulden. 2 Mussqueten. 3
Rohr.
+Wertheim.+
Dr. +Alex. Kaufmann+.
(Schluß folgt.)
Zur Geschichte der Feuerwaffen.
(Mit einer Tafel Abbildungen.)
Der mächtige Einfluß, welchen im jüngsten Kriege die Art der Waffen
auf den Erfolg gezeigt, hat allenthalben die Sachverständigen zu
neuen Versuchen angeregt, und eine Erfindung drängt die andere.
Die Infanteriewaffe wird jedenfalls einer gänzlichen Umbildung
unterzogen, und Alles, was bisher noch in dieser Beziehung in Gebrauch
war, gehört in der kürzesten Frist nur mehr der Geschichte und
Alterthumsforschung an. Es muß sich nun aber auch für den Geschichts-
und Alterthumsforscher das Resultat ergeben, daß auf die Kriegführung
der früheren Zeit wol die Waffen einen ähnlichen Einfluß hatten wie
heutzutage, und das Studium der Entwicklung der Feuerwaffen hat deshalb
heute auch für andere Kreise als die militärischen ein Interesse
gewonnen. Insbesondere ist es interessant, den Anfängen jeder Erfindung
nachzugehen und zu sehen, ob sie rasch oder erst langsam Eingang fand,
zu sehen, wie manche Neuerung nicht durchgreifen konnte, wie manches
Motiv wieder aufgegeben wurde und erst Jahrhunderte später seine
Bedeutung erhalten konnte[127].
[Illustration: Fig. 1.]
In dem interessanten Aufsatze: „Die ersten Büchsenschützen, die an der
Wange abschossen“ (Anzeiger 1866, Nr. 5, Sp. 172 ff.) hat Toll einige
Irrthümer berichtigt, die ziemlich allgemein sich eingebürgert hatten.
Wir möchten daran noch einige Bemerkungen knüpfen. Man scheint im 14.
und 15. Jahrhundert den Handfeuerwaffen keine sehr große Ausdehnung und
Bedeutung gegeben zu haben, indem man selbst sehr kleine Feuerwaffen
auf Gestelle auflegte. So sind z. B. die Geschütze, welche aus einer
Münchener Handschrift (Cod. germ. 600) im Anzeiger 1860, Nr. 11,
Sp. 405 ff., beschrieben und abgebildet sind, sehr klein[128]. Der
Verfasser (v. Retberg) setzt das Manuscript in die Zeit von 1345 bis
höchstens 1350; Toll in die Zeit von 1360-80. Ein solches Geschütz,
wie sie in diesem Münchener Codex enthalten sind, wurde unlängst vom
german. Museum erworben. Wir bilden es in Fig. 1 ab. Es besteht aus
einem Blocke von Eichenholz, der sich nach rückwärts verjüngt und eine
Länge von 1,44 Met. hat. Am vorderen Ende ist die Breite des Blockes
0,135 Met., die Höhe 0,1. Darauf ist mit eisernen Bändern ein, wie
es scheint, aus +einem+ Stücke geschmiedetes konisches Geschützrohr
befestigt. Dasselbe hat eine Länge von 0,23 Met.; die Lichtöffnung der
Mündung beträgt 0,04 Met., die innere Länge 0,22 Met., die Weite am
Ende 0,025 Met. Das vordere Ende ist des Bandes wegen rund und enger;
der übrige Theil ist roh achteckig. Das Gewicht beträgt sammt Schaft
33½ Pfd. Ein Gewerkszeichen hat das Geschütz nicht. Wir haben es
ähnlich, wie das Fol. 17b des Münchener Codex (siehe die Tafel an der
citierten Stelle des Anzeigers), in ein Gestelle gelegt zu denken. Das
Geschütz soll aus dem Zeughause zu Dresden stammen, wo es der Verkäufer
vor mehreren Jahrzehnden mit einer größeren Zahl anderer Waffen, die
nun zum Theil im Besitze des german. Museums sind, gekauft hat, als
man die unscheinbaren Stücke von den damals für werthvoll gehaltenen
sonderte.
[Illustration: Fig. 2.]
Ferner ist in der Sammlung des german. Museums ein Geschütz aus dem 14.
Jahrh., eine Lothbüchse (Fig. 2), aufgestellt worden, die gleichfalls
kleines Kaliber hat.
Wenn es zweifelhaft ist, ob man das soeben beschriebene Geschütz den
Handfeuerwaffen im engeren Sinne oder den Stücken der Artillerie
zuzählen soll[129], so haben wir hier ganz sicher ein Artilleriestück
vor uns; doch ist es auch für die Geschichte der Handfeuerwaffen sehr
wichtig, indem es zeigt, daß man die Vorzüge des längern Rohres wohl
kannte, aber bei dem schlechten Pulver und der Schwierigkeit des Ladens
bei den Handröhren davon abstand. Erst mit Beginn des 15. Jahrh. werden
die Handröhren dieser Lothbüchse proportional. Sie ist aus drei Stücken
geschmiedet, die zusammengeschweißt und mit Ringen umlegt sind, und hat
ein Kaliber von 0,04 M., was einer Bleikugel von 1½ Pfd. entspricht,
und eine Länge von 0,94 Met. Die Kammer, welche eingeschraubt war,
ist abgesprengt, hatte aber, wie sich aus dem Schafte, der vollkommen
Original ist, ergibt, eine Länge von 0,178, so daß die ganze Büchse
eine Länge von 26 Kalibern hatte. Die Eisenstärke beträgt 0,013 M. und
ist, den Gewindetheil für die Kammer abgerechnet, ohne Verstärkung nach
dem Boden zu. Sie ist vielmehr innen und außen cylindrisch.
Der Schaft ist unter seinem Schwerpunkte von einer Gabel umfaßt, die
unten wahrscheinlich einen Stift hatte, der in ein Loch des Gestelles
eingelassen wurde; die Gabel ist nur noch zum Theil vorhanden. Das
Gewicht der Büchse mit Schaft in ihrem jetzigen Zustande beträgt 48 Pfd.
Von großem Interesse ist jedenfalls auch eine Büchsenröhre im german.
Museum, die der Mitte des 15. Jahrh. angehören dürfte. Sie ist von
Eisen geschmiedet, sechseckig, ohne Verstärkung, nur mit einer
gegliederten Einfassung des Mundstückes. Der Boden ist nicht am Ende,
sondern in ungefähr ⅓ der Länge, und der Theil hinter dem Boden ist
nach rückwärts offen. Wenn sie nicht einen sehr +starken Haken+
an der Unterseite hätte, so müßte man annehmen, daß hier ein Stiel
eingesteckt worden ist, wie sich dies auch auf dem unten zu erwähnenden
Kriegzuge im Hausbuche zeigt. Die ganze Länge der Röhre ist 0,89
Met.; die innere Weite 0,24, die Länge des Innern 0,70. Der Haken ist
0,1 lang. Das Gewicht beträgt 22¼ Pfd. Das Zündloch ist schräg
angebracht.
Eine Röhre, welche bei einer Ausgrabung auf der Marienburg gefunden
wurde, muß den Umständen nach aus der Belagerung von 1457 stammen.
Durch diese Zeitbestimmung ist sie höchst wichtig, da sie eine sehr
bedeutende Länge hat, nämlich 1,42 M. Einen Hahn hatte sie noch nicht;
die offene Pfanne hat nach hinten eine Erhöhung, um das Gesicht des
Schützen gegen die Flamme des abgebrannten Pulvers zu schützen. Ihr
Gewicht beträgt 24½ Pfund.
Als Beitrag zur Art des Anschlagens der Gewehre dient auch das bekannte
Bild im Artushofe zu Danzig, die Belagerung der Marienburg von 1460,
wo nicht blos ähnliche Gewehrformen, wie die eben beschriebene, sich
zeigen, sondern auch ein an der Wange anlegender Schütze zu sehen ist.
In etwa dieselbe Zeit gehört eine Handfeuerwaffe im german. Museum,
die jedoch dem Aussehen nach nur theilweise noch ursprünglich sein
dürfte, theilweise ergänzt ist. Wir wollen es unterlassen, ihr einen
Namen zu geben; sie wurde uns als „+Schießprügel+“ bezeichnet. In
einen starken, hölzernen Schaft sind vier eiserne Röhren eingelassen,
deren jede ein eigenes Zündloch hat, das durch einen hölzernen Schuber
bedeckt ist, so daß das Pulver nicht herabfallen konnte, wenn sich die
Röhre um ihre Axe drehte. Hinter diesen Zündlöchern wird der Stiel
enger, so daß er in der Hand gefaßt werden kann. Der vordere Rand ist
mit vier Stacheln besetzt, so daß die Feuerwaffe, wenn die vier Schüsse
abgefeuert waren, als Keule dienen konnte.
Venturi[130] gibt unter Fig. 5 die Abbildung eines geharnischten
Ritters zu Pferde, der eine ähnliche Waffe trägt, die zwar einläufig
erscheint, uns jedoch von dem Gebrauche dieser Handröhren einen Begriff
gibt[131].
Eine Anzahl Handröhren finden sich abgebildet in dem fürstlich
Wolfegg’schen Manuscripte, welches das german. Museum unter dem Titel
„Mittelalterliches Hausbuch“ herausgegeben hat. Es erscheinen bereits
dergleichen Handröhren in größerer Zahl. So tragen z. B. solche eine
Anzahl Fußknechte in dem Kriegszuge Blatt 51b und 52a. Sie erscheinen
als ziemlich lange, hölzerne Stangen, an denen je eine Röhre angebracht
ist. Theilweise haben die Stangen Astansätze und erscheinen so ziemlich
unbearbeitet; theils jedoch zeigt sich eine gewisse Schäftung, und
man kann sogar eine Art Kolben erkennen. Es ist damit die Zeit Kaiser
Friederich’s III. charakterisiert. Aehnliche Handröhren sollen in
Original noch existieren, theilweise zum Laden von hinten eingerichtet.
Ob wir irren, wenn wir glauben, an einigen Röhren auf der genannten
Zeichnung im Hausbuche Kammerladung erkennen zu können, mag dahin
gestellt sein. Wir erinnern uns nicht, Gelegenheit gehabt zu haben,
solche in Original zu sehen.
+Nürnberg.+
+A. Essenwein.+
(Schluß folgt.)
Geistliche Scherze des Mittelalters.