X.

Aufenthalt in San Rafael. -- Viehzucht. -- Versuch mit dem Lasso.

-- Weiterreise. -- Nächtliches Concert. -- Totogalpa. -- Der

gastfreundliche Cura. -- Eine Hochzeit. -- Ocotal. -- General

Guardiola. -- Hahnenkämpfe. -- Spielwuth der Bewohner.

Ich ward genöthigt, einige Tage hier zu bleiben, theils weil Don Eusebio

Geschmack an mir gefunden hatte und mich durchaus in seinem Hause

beherbergen wollte, was mir sehr angenehm war, um etwas auszuruhen,

und dann, weil zwei der Maulthiere am vorigen Tage ganz erschöpft

zurückgelassen werden mußten, und ich so meine Bagage zu erwarten hatte,

bis Apolinario sie auf anderen Thieren nachgeholt haben würde. Die kurze

Rast bekam mir aber vortrefflich und mein Gesundheitszustand besserte

sich schnell und merklich.

Don Eusebio zeigte mir seine Besitzung, meist Weideland und an Umfang

beinahe so groß, als manches kleine Fürstenthum, mit ungefähr 4000

Stück Rindvieh, nannte sich selbst aber dabei einen armen Mann; er hatte

insofern nicht ganz Unrecht, als er von all' seinem Eigenthume kaum 600

bis 700 Piaster jährlich realisiren kann. (Das Stück Rindvieh im Preise

von 3, 4, höchstens 5 Piaster.)

Da Don Eusebio eine kleine Ladung Rohzucker nach Ocotal zu senden hatte,

so contrahirte ich mit ihm für Thiere nach dem nicht weit von Ocotal

gelegenen Dipilto, einem der bedeutendsten Minenplätze des Landes. Es

mußten dazu noch einige von den in den Savannahs grasenden Maulthieren

eingefangen werden, und auf Don Eusebio's Einladung beschloß ich, auch

einen Versuch mit dem Lasso zu machen.

Eines Morgens ritten wir in Begleitung von zwei Mozos, jeder mit seinem

Lasso am Sattelknopfe, zur Jagd aus, nachdem ich von Don Eusebio noch

einige Lectionen, wie zu verfahren sei, erhalten hatte, denn es ist ein

verwünschter Unterschied, einen Lasso zu Pferd oder zu Fuß zu werfen.

Nachdem die Mozos in Zeit einer halben Stunde den geschäftlichen Theil

erledigt, d. h. die nöthigen Maulthiere eingefangen, kam an mich die

Reihe, meine Künste zu produciren. Ein starker Bulle ward ausersehen und

ich ritt langsam auf denselben los. Der Stier, Schlimmes ahnend, fing an

zu laufen, ich galoppirte hinterdrein, das Pferd scharf in der Faust. In

angemessener Entfernung erhob ich mich ein wenig in den Bügeln, wirbelte

den Lasso um den Kopf, lehnte mich vorwärts, um ihn zu werfen, als --

schnapp! der Steigbügel mir entschlüpfte, und ich kopfüber zu Boden

schoß. -- Ungeheuere Heiterkeit von allen Seiten! -- Das gut abgerichtete

Pferd stand im Augenblicke still, und nachdem ich mich überall befühlt

und entdeckt hatte, daß alle meine Knochen noch ganz waren, stieg ich

wieder auf, mein Glück auf's Neue zu versuchen; diesmal ging's besser,

der Lasso fiel, den halben Cirkel beschreibend, dem Thiere kunstgerecht

über die Hörner; das Pferd, als ob es die Länge des am Sattel

befestigten Lasso genau berechnet hätte, wendete augenblicklich um und

brachte durch einen heftigen Ruck den Bullen zu Boden. Nur ist noch eine

gewisse Geschicklichkeit erforderlich, sich des Thieres auch ganz zu

bemeistern, was meiner Unerfahrenheit doch wahrscheinlich etwas schwer

geworden sein dürfte, hätte Don Eusebio nicht, seinen Lasso von der

andern Seite werfend, alle weiteren Schwierigkeiten beseitigt, und so

endete denn dieser erste Versuch mehr zu meinem Ruhme, als ich in der

That verdient hatte. -- Ungeheuere Zufriedenheit!

* * * * *

Nachdem Don Eusebio mich während meines Aufenthalts bei ihm so gastfrei

behandelt, als seine Mittel es nur irgend erlaubten, begleitete er mich

noch einige Meilen auf meiner Weiterreise.

* * * * *

Ich änderte nun meine Richtung, die bisher eine nordöstliche gewesen

war, in eine nordwestliche und, obschon weit im Binnenlande, eine

mit der rechtwinkligen Form der Meeresküste parallel laufende Linie

beschreibend, setzte ich meine Reise in alleiniger Begleitung eines

Mozo fort. Der Weg glich so ziemlich dem vorigen, nur daß in so

beträchtlicher Höhe, wie ich mich befand (3000 bis 4000 Fuß auf den

tiefsten Punkten), die Nachtluft, zumal auf den Gipfeln der Hügel, recht

empfindlich kühl ward, mein Poncho und ein tüchtiges Feuer mir äußerst

angenehm waren, desto mehr aber die Thiere zu leiden hatten, denen die

Kühle häufig eine Art von Darmgicht oder Kolik zuzieht, die zwar nur

einige Stunden anhält, sie aber doch für diese Zeit ganz unfähig macht,

zu gehen.

Wasser ist hier häufiger und von vorzüglicher Qualität. Die

Zuckerrohrfelder, obwohl nur klein, sind ergiebig, der übrige Boden, wie

bisher, Wald und Weideland. Die Landschaft war hier unter dem Einflusse

der Morgennebel und des reichlichen Thaues schön grün geblieben.

Bergauf- und bergabsteigend bot die Pflanzenwelt eine höchst

überraschende Abwechselung dar, denn in der bedeutenden Wärme der Thäler

sproßte die tropische Vegetation in vollster Ueppigkeit, während auf

den höchsten Höhepunkten, die ich berührte, oft selbst die Kiefer

als verkrüppeltes Knieholz hinter mir blieb, und ich so manchmal

im Zeitraume eines Tages die Vegetation von 30 bis 40 Breitegraden

beobachten konnte.

Ich passirte eine Menge von Dörfern, von bald christlichen, bald

heidnischen Namen, unter denen ich mich besonders eines lieblichen

Blickes in das Thal Santa Rosa, von der Borda di Santa Rosa herab, mit

Vergnügen erinnere. Die Nächte freilich wurden des täglich heftigern

Thaues wegen auch im nämlichen Grade unangenehmer und mein

Schlummer ward oft gestört vom nächtlichen Geheul der Cayotas oder

südamerikanischen Wölfe, welches ganz so klingt, als ob eine Bande

ungezogener Gassenbuben im höchsten Discant schrie, und in das sich

manchmal das tiefe, langgezogene Geheul eines Jaguars mischt. Obschon

man allgemein und, wie ich glaube, mit Recht behauptet, daß diese

Bestien, außer vielleicht im furchtbarsten Hunger, den Menschen nie

angreifen, so kann man sich doch, wenn das schändliche Concert zu arg

wird und gar nicht aufhören will, eines gewissen Büchsenfertigmachungs-

und Messerzurechtlegungsgefühles nicht erwehren, und manch' liebes Mal

trieb mich die Sorge um die Thiere aus dem Hammock, um mit der Büchse im

Arme die Wachtrunde zu machen.

Am dritten Tage gegen Abend gelangte ich nach Totogalpa, einem mit

Ausnahme des Cura (Pfarrers), der ein Weißer ist, nur von Indianern

bewohnten Dorfe, die sich immer wieder nur unter einander verheirathen

und so ihren Stamm rein und unvermischt erhalten. -- Der Cura war ein

=compadre= (auf gut deutsch Herr Gevatter) Don Eusebio's, weshalb der

Mozo Ordre hatte, mich nach seinem Hause zu bringen. Der Cura,

ein respectabel aussehender Vierziger, war die Herzensgüte und

Freundlichkeit selbst. Da ich immer noch ein wenig zu schlank im

Verhältniß meiner Körperlänge war und blaß aussah, so litt er nicht, daß

ich im Hammock schlief, sondern ich mußte durchaus ein Bett annehmen,

wie ich erst später zu meinem großen Leidwesen erfuhr, des würdigen

Mannes eigenes Bett, da er in dem Artikel nicht eben reichlich versehen

war.

Mr. Stevens rühmt in seinem Werke über Central-Amerika mit allem Rechte

die Güte der Curas, und ich muß dieses Lob in vollster Ausdehnung

bestätigen; mit vielleicht nur wenigen Ausnahmen in den größern Städten

ist das Haus des Cura stets die Zufluchtsstätte aller Obdach- oder sonst

Hülfebedürftigen, und so auch in Totogalpa. Es blieben in derselben

Nacht wenigstens zehn bis zwölf Personen, darunter auch drei Damen,

welche auf dem Wege nach Leon begriffen waren, in der Pfarrei, und

vielleicht dreißig Maulthiere und Pferde ließen sich die Weide auf des

guten Pfarrers Protero trefflich schmecken.

Die bessern Häuser haben hier alle einen Patio oder Veranda, den jeder

Reisende ebenso als sein Eigenthum betrachten kann wie die Landstraße;

zwischen den Säulen schlingt er seinen Hammock auf, in einer Ecke oder

auf dem freien Platze vor dem Hause zündet er sein Feuer an, kocht seine

mitgebrachten Vorräthe und zahlt nur dann etwas, wenn er irgend etwas

von den Vorräthen des Hauses consumirt, -- =nota bene= wenn Vorräthe da

sind. --

Der Cura theilte mir beim Schlafengehen mit, daß am andern Morgen drei

junge Paare den ledigen mit dem Ehestande vertauschen wollten, und

lange vor Tagesanbruch folgte ich ihm in die Kirche, der Ceremonie

beizuwohnen, denn es ist hier Sitte, jede Trauung noch vor

Sonnenaufgang zu vollziehen, eine Sitte, die wahrscheinlich noch

indianisch-heidnischen Ursprungs ist.

Die jungen Paare erschienen, gefolgt von ihren Verwandten, im Geleite

der Brautführer und Brautjungfern; der Cura vollzog die Trauung nach dem

Ritus der katholischen Kirche und im Zwielichte des anbrechenden Tages

begab sich der ganze Hochzeitszug nach dem Hause des Bräutigams, um dort

den Tag bis zur späten Nacht mit Essen, Trinken und Tanzen zuzubringen.

Der Cura führte mich in eins der Häuser, um die Festlichkeiten mit

anzusehen. Inmitten der dichtgedrängten Menge ward getanzt, doch stets

nur ein Paar auf einmal, beim Klange zweier Guitarren und einer Geige.

Das Mädchen stand auf einer Seite des kleinen Tanzraumes und der junge

Bursche bewegte sich hüpfend und tänzelnd auf sie zu, bald vorwärts,

bald rückwärts, und drehte sich in verschiedenen Bewegungen um sie

herum; dann that das Mädchen desgleichen, dann beide zusammen, worauf

beide abtraten, um einem neuen Paare den Raum zu überlassen, sich selbst

aber mit Tortillas und Bohnen zu erlaben. Aus besonderer Rücksicht auf

mich als Fremden und die würdige Begleitung, in der ich mich befand,

näherte sich mir eine Art von Ceremonienmeister und forderte mich zum

Tanze auf; da aber mittlerweile der Tag angebrochen war und die Thiere

gesattelt vor der Thür standen, entschuldigte ich mich mit meinen

bestiefelten und pfundbespornten Gemüthszuständen, schüttelte dem

wackern Diener Gottes herzlich die Hand und galoppirte lustig dahin in

der frischen Morgenluft.

Bald bot sich mir von der Höhe der Borda de Ocotal eine wunderliebliche

Aussicht in das Thal, wo sich der Riococo hinab nach der Ostküste

schlängelt, an seinen Ufern das reizend gelegene Dörfchen Ocotal und

drüben auf der andern Seite die grandiosen Berge von Dipilto. Noch ein

steiles Hinabklettern, bei dem die Thiere manchmal eine ganze Strecke

auf dem Hintertheile rutschend zurücklegten, dann die Passage des

Riococo, jetzt ziemlich leicht, doch in der Regenzeit sehr schwierig und

gefahrvoll, und ich ritt nach kurzer Zeit über die Plaza von Ocotal

nach dem Hause der Sennora, Donna Chepa (Josephine) G., einer großen

corpulenten Dame, an die ich eine Empfehlung hatte. Aufnahme wie

überall.

Als ich beim Frühstück saß, kam der Militärcommandant des Departements,

Don Gabriel Y., in Gesellschaft eines kurzen, dickbeleibten Sennors mit

ungeheuerm militärischen Schnurrbart und blauem Oberrock, um der Sennora

einen Besuch abzustatten. An mich wurden nun viele Fragen: Leon, die

Revolution, Munoz etc. betreffend, gerichtet, die ich ungenirt und so

gut ich es vermochte beantwortete. Mir fiel dabei auf, daß der dicke

Herr im blauen Oberrock mit dem gewaltigen Schnurrbarte seine übrigens

recht hübschen und sanften blauen Augen immer schüchtern wie ein

verlegenes Mädchen niederschlug, wenn ich ihn ansah, eine Gewohnheit,

die mir an Männern nie recht gefallen will. -- Später in Dipilto, wo ich

denselben nochmals antraf, erfuhr ich erst, daß es der General Guardiola

sei, auch »der Tiger von Honduras« benannt. -- Dieser Mann hatte sich im

Jahre 1844, wo er die Regierung von Honduras unterstützte, eine traurige

Berühmtheit erworben durch seine blutige, grausame Verfolgung der

Gegenpartei. Im Jahre 1849 conspirirte er dann selbst gegen die

Regierung, hatte aber schlechten Succes und hielt sich seit jener Zeit

als Verbannter in Costa-Rica auf. Dann ward er von der Regierung von

Nicaragua herbeigerufen, um ein Commando gegen Munoz zu übernehmen,

konnte sich jedoch nicht mit dem commandirenden General, Don Fruto

Chammorro, vertragen und nahm deshalb sehr schnell wieder seine

Entlassung.

Ocotal ist die von Manchen als Nuevo Segovia bezeichnete Stadt; die

eigentliche Stadt dieses Namens ist jedoch 4 Miles tiefer hinab, am

Riococo gelegen, ward im Anfange des vorigen Jahrhunderts aber von

Flibustiern, die den Fluß heraufkamen, zerstört und die geflüchteten

Bewohner bauten das heutige Ocotal.

Ich wünschte noch vor Nacht Dipilto zu erreichen und brach also auf,

sobald Menschen und Thiere sich ein wenig erholt hatten. Als ich über

die Plaza kam, bemerkte ich eine Menge Menschen und aus ihrer Aufregung

und der allgemein auf einen Punkt gerichteten Aufmerksamkeit schloß ich,

daß da etwas Absonderliches los sein müsse. Als ich an die Stelle kam,

sah ich, daß ein Paar Kampfhähne die Helden der Scene waren, und der

heutige Tag, wie man mir sagte, der eines weitberühmten Hahnengefechts.

Jetzt erst ward mir plötzlich klar, warum ich unterwegs so viele Leute

mit Bretern auf dem Rücken gesehen hatte, auf deren jedem fünf bis sechs

Hähne festgebunden waren. Ein Mann zu Pferde kam sogar mehr als 30 Miles

weit her, die vier Ecken seines Sattels nach den vier Himmelsgegenden zu

mit ebenso vielen Hähnen garnirt, zwei an Stelle der Holftern, zwei

an Stelle der Satteltaschen. Die Hähne fechten hier nicht mit den

gewöhnlichen Sporen, sondern mit sichelartigen Messerchen, deren

haarscharfe Klinge manche so geschickt an das rechte Bein des Hahnes zu

befestigen verstehen, daß oft schon beim ersten Anlauf der Gegner ein

Bein einbüßt. Eben als ich anlangte, fiel einer der armen Kämpen,

von seinem Gegner in die Seite gestochen und schändlich hinterlistig

umgebracht, zu Boden und maß den Wahlplatz mit seinem Heldenleibe.

Gleich war jedoch ein neues Paar zur Stelle, und ein barfüßiger,

ziemlich lumpenhaft toilettirter Sennor frug mich, ob ich nicht mit ihm

auf einen der Duellanten wetten wollte. Wie viel? -- Zehn! -- Was zehn,

Piaster? (Etwas hoch, dachte ich.) -- Nein, zehn Mark Silber (ziemlich

80 Dollars). Bagatelle! meinte ich und machte, daß ich weiter kam, denn

ein so niedriges und grausames Vergnügen schien mir nicht werth, Zeit

und noch weniger Geld daran zu setzen. Es ist übrigens eine gewöhnliche

Sache, hier anscheinend arme Leute recht hohe Summen bei Hahnen-

und Stiergefechten verwetten zu sehen. Das Spiel ist hier die

vorherrschendste Leidenschaft und, wie man mich versicherte, sollen am

selben Tage auf zwei Hähne von besonderer Kriegsreputation in mehrern

Wetten die Summen von 2000 Dollars im Ganzen auf dem Spiele gestanden

haben. So fand ich auch, was ich vorher nicht beachtet hatte, in jedem

Hause einen oder mehrere Kampfhähne, jeden mit einem Bindfaden am

Fuße, auf einer Art von Papageienstock sitzend, die lediglich zu jenem

barbarischen Vergnügen aufgefüttert werden.

Bald hinter Ocotal tritt man wieder in eine tiefe Schlucht ein, und

gleich im Anfange hören alle bewohnten Plätze auf. Ein zwar enger, aber

doch nicht zu beschwerlicher Weg führte bald auf dem einen, bald auf dem

andern Ufer des Rio di Dipilto hin, der hell, klar und lustig über die

Steine dahinhüpft, hier und da von einem kleinen Salto (Wasserfall)

unterbrochen, mühsam an manchen Stellen sich durch das Thal zwängend,

dessen vielfache Windungen ihm manchmal das Aussehen geben, als hätte

hier die Welt ein Ende. Mein Mozo, für den das Hahnengefecht mehr

Anziehungskraft hatte, als für mich die Reize dieser malerischen Natur,

war etwas zurückgeblieben, und so verfolgte ich denn meinen Pfad in

einer angenehmen Einsamkeit. Die steilen Höhen rechts und links, bedeckt

mit majestätischen Kiefern, wie ich sie noch kaum so hoch gesehen,

ließen die Sonne nicht so eindringen, und die tiefe Ruhe, durch das

sanfte Gemurmel des dahineilenden Flüßchens noch traulicher gemacht,

ward nur dann und wann vom leisen Gesange eines Vögelchens unterbrochen.

Viele Nordländer sind der Meinung, daß die Vögel der Tropen nicht

singen; dem ist aber nicht so, nur muß sich das Ohr an ihren Gesang

gewöhnt haben, der so zart ist, daß sie fast leichter zu sehen als

zu hören sind. Ich aber fühlte mich so froh gestimmt, daß ich die

schweigsamen Wälder lustig vom Gesange deutscher Lieder wiederhallen

ließ, was ihnen wohl nicht häufig passiren mag.

Endlich und endlich öffnete sich das Thal ein wenig und auf einem

kleinen Plateau, just nur groß genug, um den Gebäuden nothdürftig Raum

zu geben, erschienen die Dächer von Dipilto, vergoldet vom letzten

Strahle der untergehenden Sonne.

Wanderbilder aus Central-Amerika. Skizzen eines deutschen Malers · 第 27 / 33 题