Während der letzten zwei Tage haben wir uns ängstlich nach e

Ansiedlungen

in den

Urwäldern von Canada.

Schilderung des Bodens, Klimas u. s. w. -- Lebensweise

und Beschäftigungen der Ansiedler. -- Durch Erfahrung und

genaue Beobachtung bewährte Vorschriften, betreffend die Niederlassung

und das Gedeihen der neuen Ankömmlinge; mit

vorzüglicher Berücksichtigung der häuslichen Einrichtungen und

dem weiblichen Theil der Ansiedler-Familien zufallenden

Pflichten.

Ein Wegweiser

für

Auswandrer nach Amerika

von

einer Emigrantin.

Aus dem Englischen

von

^Dr.^ F. A. Wiese.

Mit vielen Abbildungen.

[Illustration]

Leipzig, 1837.

Baumgärtners Buchhandlung.

Einleitung.

Unter den vielen, im Verlauf des letzten Jahrzehents über Canada

erschienenen Werken, welche Auswanderung zum Thema haben, ertheilen

nur wenige oder vielleicht nicht ein einziges über die häusliche

Einrichtung der Ansiedler hinreichend genaue Auskunft, um derjenigen,

welche für alle Bequemlichkeiten und den wohlbehaglichen Zustand einer

Familie verantwortlich ist, -- der Hausfrau, welcher die häusliche

Ordnung obliegt, als treuer und sichrer Führer zu dienen.

Zwar hat ^Dr.^ _Dunlop_ eine geistreiche Flugschrift, betitelt

»^The Backwoodsman^,« (der Urwald-Siedler) herausgegeben, allein sie

geht nicht in die Routine weiblicher Pflichten und Geschäfte, in dem

bezeichneten neuen Wirkungskreise, ein. In der That kann nur die Feder

einer Frau die andre Hälfte von dem beschreiben, was von der innern

Einrichtung und Leitung eines Hauswesens in den Urwäldern zu sagen ist,

sie allein vermag die neuanlangenden weiblichen Auswandrer über die

schwierigen Pflichten und Prüfungen, welche ihrer warten, gehörig zu

unterrichten.

»Vorausgewarnt, vorausgewaffnet,« ist ein Sprichwort unsrer Vorväter,

das in seiner markigen Kürze viel Stoff zum Nachdenken enthält; seine

Bedeutung im Auge, ist die Verfasserin vorliegenden Werkes bestrebt

gewesen, den Frauen und Töchtern von Auswandrern aus den höheren

Ständen, welche inmitten unsrer canadischen Wildnisse eine Heimath

suchen, jeden nur möglichen Unterricht zu ertheilen. Wahrheit war ihr

Hauptziel, denn es wäre grausam, Leute, die ihre Familie, ihr Vermögen

und ihre Hoffnungen in ein wildfremdes Land versetzen, mit falschen

Hoffnungen zu täuschen und glauben zu machen, daß in diesem Lande

Milch und Honig fließe, und daß es zur Erlangung von Bequemlichkeit

und Ueberfluß daselbst nur geringer Mühe bedürfe. Sie zieht es vor,

gewissenhaft und treu die Dinge in ihrem wahren Lichte darzustellen,

damit der weibliche Theil der Ankömmlinge im Stande sei, den neuen

Verhältnissen kühn ins Gesicht zu blicken, in dem ihm angebornen

Tact und Scharfsinn ein Mittel in vorkommenden Schwierigkeiten zu

finden, und, gehörig vorbereitet, mit jener muthvollen Freudigkeit,

wovon wohlerzogne Frauenzimmer oft außerordentliche Beweise liefern,

dem Uebrigen zu begegnen. Desgleichen wünscht sie, ihnen zu zeigen,

wie vortheilhaft es ist, Alles wegzulassen, was außschließlich jener

künstlichen Verfeinerung des modischen Lebens in England angehört; und

wie sie durch Verwendung des Geldes, welches der Ankauf von dergleichen

mehr lästigen und überflüssigen Artikeln erheischen würde, auf wahrhaft

nützliche Gegenstände, die in Canada nicht leicht zu erlangen sind,

sich das Vergnügen verschaffen können, einem wohlgeordneten Hauswesen

vorzustehen. Sie wünscht ihnen den Vortheil einer dreijährigen

Erfahrung zu sichern, damit sie jeden Theil ihrer Zeit zweckmäßig

anwenden mögen, und lernen, daß alles, sowohl Geld als Geldeswerth,

das irgend einem Gliede der Emigranten-Familie angehört, gewissenhaft

als _Capital_ zu betrachten sei, welches durch Vermehrung entweder des

Einkommens oder der häuslichen Ordnung und Bequemlichkeit seine Zinsen

tragen werde.

Diese Aussprüche, welche mehr auf Nutzen und Brauchbarkeit, als

künstliche persönliche Verfeinerung abzwecken, sind nicht so unnöthig,

als das Publikum vielleicht meinen dürfte. Die nach dem brittischen

Amerika auswandernden Familien sind nicht mehr von dem Range im Leben,

wie die, welche früher dort eine neue Heimath suchten. Es sind nicht

blos arme Landleute und Handwerker, die in großen Anzahlen dem Westen

zuziehen, sondern auch unternehmende englische Capitalisten, und die

vormals in Ueberfluß lebenden Landeigenthümer, welche, beunruhigt durch

die Schwierigkeit, in einem Lande, wo alle Gewerbe überfüllt sind, eine

zahlreiche Familie in Unabhängigkeit zu erhalten, sich den Schaaren

anschließen, die jährlich aus England nach jenen Colonien strömen.

Von welcher Bedeutung ist es nicht, daß die weiblichen Glieder dieser

Colonien gehörigen Unterricht hinsichtlich der wichtigen Pflichten

erhalten, denen sie sich unterziehen; daß sie sich auf die Mühen

gefaßt machen und vorbereiten, welche ihrer warten, und so Reue und

Mißvergnügen über grundlose Erwartungen und getäuschte Hoffnungen

vermeiden.

Es ist eine dem Publikum nicht allgemein bekannte Thatsache, daß

brittische Offiziere und ihre Familien gewöhnlich die Bewohner der

Urwälder sind, und da sehr viele außer Dienst stehende Offiziere jedes

Ranges Land-Bewilligungen in Canada erhalten haben, so kann man sie

als die Begründer der Civilisirung in der Wildniß betrachten; und ihre

Frauen, nur zu oft zärtlich erzogen und von vornehmer Abkunft, sehen

sich auf einmal in alle, mit der rohen Lebensweise eines Waldsiedlers

verbundnen Beschwerden und Entbehrungen versenkt. Die Gesetze, welche

die Bewilligung von Grundeigenthum regulieren, nöthigen den Colonisten,

sich auf eine bestimmte Zeit verbindlich zu machen, so wie zur Ausübung

gewisser Pflichten, und verstatten daher, ist einmal die Absteckung des

Bodens erfolgt, keinen Urlaub. Dieselben Gesetze nöthigen sehr weislich

einen Mann von besserer Erziehung, der sowohl im Besitz von Vermögen

als gebildetem Verstand ist, alle seine Kräfte einem bestimmten

Flächenraum ungelichteten Bodens zu widmen. Es läßt sich wohl denken,

daß nur solche, die eine junge Familie in Wohlstand und Unabhängigkeit

zu erhalten wünschen, sich dergleichen Mühseligkeiten unterziehen

werden. Diese Familie macht die Niederlassung eines solchen Ansiedlers

der Colonie noch werther; und der auf halben Sold gesetzte Offizier,

welcher dergestalt gleichsam die Avantgarde der Civilisirung führt und

in jene rohen Distrikte anständige und wohlerzogne weibliche Wesen

bringt, die durch geistige Verfeinerung alles um sich her sänftigen und

veredeln, dient seinem Vaterlande durch Gründung friedlicher Dörfer

und anmuthiger Wohnstätten eben so nachdrücklich, als je zur Zeit des

Kriegs durch persönlichen Muth oder militairische Klugheit.

Es wird sich im Verfolg dieses Werkes ergeben, daß die Verfasserin,

Damen, welche der höhern Ansiedler-Klasse angehören, die geistigen

Quellen einer besseren Erziehung eben so sehr im Auge zu behalten

empfiehlt, als sie ihnen die Beibehaltung aller unvernünftiger und

künstlicher Bedürfnisse, so wie jedes nutzlose Thun und Treiben

widerräth. Sie mögen ihre Aufmerksamkeit auf die Naturgeschichte,

die Flora dieser neuen Heimath richten, hierin werden sie eine

unerschöpfliche Quelle für Unterhaltung und Belehrung finden, eine

Beschäftigung, die den Geist erleuchtet und erhebt und für den Mangel

an jenen leichteren weiblichen Zeitvertreiben, welche nothwendiger

Weise den gebieterischen häuslichen Pflichten weichen müssen, Ersatz

leisten dürfte. Dem Weibe, welches fähig ist, die Schönheiten der

Natur zu empfinden und den Schöpfer des Weltalls in seinen Werken zu

verehren, eröffnet sich ein reicher Vorrath reiner ungeschminkter

Freuden, die es inmitten der einsamsten Gegend unsrer westlichen

Wildnisse frei von Langerweile und übler Laune erhalten.

Schreiberin dieser Seiten spricht aus Erfahrung und würde sich sehr

freuen, wenn sie vernehmen sollte, daß die einfachen Quellen, aus

welchen sie selbst so manche Freude geschöpft hat, die Einsamkeit

zukünftiger Ansiedlerinnen in den Urwäldern von Canada zu erheitern

vermögen.

Als allgemeine Bemerkung für Ansiedler jechlicher Art und jechlichen

Standes, mag hier noch stehen, daß das Ringen nach Unabhängigkeit oft

sehr mühevoll und ohne eine thätige und heitere Lebensgefährtin fast

unmöglich ist. Kinder sollte man frühzeitig die aufopfernde Liebe

schätzen lehren, welche ihre Aeltern zur Ueberwindung des natürlichen

Widerstrebens, das Land ihrer Vorväter, den Schauplatz ihrer frühesten

und glücklichsten Tage, zu verlassen und in einem fernen Welttheile

als Fremdlinge eine neue Wohnstätte zu suchen, neue Banden, neue

Freundschaften zu knüpfen, und gleichsam des Lebens mühevollen Pfad

von neuem anzutreten bestimmte, und alles dies, um ihre Kinder in eine

Lage zu versetzen, worin sie durch Fleiß und Thätigkeit sich stets die

materiellen Bedürfnisse und Bequemlichkeiten des Lebens zu verschaffen

und ihren Nachkommen ein wohlbestelltes Grundeigenthum zu hinterlassen

vermögen.

Junge Männer söhnen sich bald mit diesem Lande aus, indem es ihnen

dasjenige gewährt, was den größten Reiz für die Jugend hat -- nämlich

große persönliche Freiheit. Ihre Beschäftigungen sind erheiternd

und der Gesundheit zuträglich; ihre Belustigungen, z. B. Jagen,

Schießen, Fischen und Gondeln sind vorzüglich einladend und für viele

bezaubernd. An allen diesen Zeitvertreiben aber können ihre Schwestern

keinen Antheil nehmen, daher die Mühseligkeiten und Beschwerden des

Ansiedler-Lebens insbesondre dem weiblichen Theil der Familie anheim

fallen. Mit einem Hinblick auf Abhülfe dieser Entbehrungen und um zu

zeigen, wie man einige Schwierigkeiten sich erleichtern andre vermeiden

kann, hat die Verfasserin manche ihr nützlich erscheinende Vorschläge

eingestreut. Einfache Wahrheit, durchaus auf persönliche Kenntniß

gestützt, ist die Grundlage des vorliegenden Werkes; eingeflochtne

Erdichtungen hätten es vielleicht manchen Lesern willkommner gemacht,

würden aber auf der andern Seite seiner Brauchbarkeit Abbruch

gethan haben; indeß werden auch Diejenigen, welche keineswegs

die Absicht haben, die Mühseligkeiten und Gefahren des in Rede

stehenden Ansiedler-Lebens zu theilen, wohl aber von Scenen und

Lebens-Verhältnissen, die von denen eines seit langer Zeit civilisirten

Landes so himmelweit verschieden sind, einige Kenntniß zu erlangen

wünschen, ihre Rechnung finden und sowohl Unterhaltung als auch manche

nützliche Lehre daraus schöpfen.

Die Urwälder von Canada.

Erster Brief.

Abfahrt von Greenock in der Brig _Laurel_. -- Beschaffenheit

der Kajüte. -- Reise-Gefährte. -- Mangel an Beschäftigung

und Unterhaltung. -- Des Capitains Goldfinke. --

Brig _Laurel_, Juli 18, 1832.

_Theuerste Mutter!_

Ich erhielt Ihren letzten lieben Brief nur wenige Stunden vor unsrer

Abfahrt von Greenock. Da Sie den Wunsch äußern, eine ausführliche

Beschreibung unsrer Reise von mir zu erhalten, so will ich meine

Mittheilungen von der Zeit unsrer Einschiffung an beginnen, und so oft

schreiben, als mich meine Neigung dazu treibt. Gewiß sollen Sie keinen

Grund haben, über zu kurze Briefe von mir zu klagen, ich fürchte Sie

werden dieselben nur zu lang finden.

Nach manchem Aufschub, mancher fehlgeschlagnen Erwartung glückte es uns

endlich, eine Gelegenheit zur Ueberfahrt in einer schnell segelnden

Brig, dem _Laurel_ von Greenock, zu finden; und günstige Winde tragen

uns jetzt in reißendem Fluge über den atlantischen Ocean.

Der _Laurel_ ist kein regelmäßiges Passagier-Schiff, dies aber

betrachte ich als einen Vortheil, denn was wir auf der einen Seite

an Unterhaltung und Mannigfaltigkeit einbüßen, gewinnen wir auf der

andern an Behaglichkeit. Die Kajüte ist recht hübsch aufgeputzt und

ich erfreue mich des Genusses, (denn ein solcher ist es in der That,

in Vergleich zu den schmalen Sitzen der Staats-Kajüte) eines hübschen

Sophas mit rothem Ueberzug, in der großen Kajüte. Die Staats-Kajüte

steht uns auch offen. Wir zahlten für unsre Ueberfahrt nach Montreal

jedes funfzehn Pfund, allerdings ein ziemlich hoher Preis, der aber

jede andre Ausgabe in sich einschließt; und übrigens hatten wir keine

Wahl. Das einzige nach Canada bestimmte Fahrzeug auf dem Flusse war

mit Auswandrern, vorzüglich Holländern aus der niedrigen Klasse,

buchstäblich überfüllt.

Die einzigen Passagiere in dem _Laurel_, außer uns, sind der Neffe des

Capitains, ein hübscher blondhaariger Bursche von ungefähr funfzehn

Jahren, der die Unkosten für seine Ueberfahrt abarbeitet; und ein

junger Herr, der nach Quebek reist, wo er in einem Handlungshause eine

Anstellung als Commis erhalten hat. Derselbe scheint zu sehr mit seinen

Angelegenheiten beschäftigt, um sehr mittheilend gegen andre zu sein;

er spaziert viel umher, spricht wenig und liest noch weniger; unterhält

sich aber oft mit Singen, wenn er das Deck auf- und abschreitet, seine

Lieblingslieder sind, »_O Heimath, süße Heimath!_« u. s. w.; und jener

treffliche Gesang, »_Schöne Insel_[1]« u. s. w. gewiß eine süße Weise,

und ich kann mir den Zauber, welchen sie für ein am Heimweh leidendes

Herz hat, leicht vorstellen.

Die Scenerei des Clyde (Fluß) gefiel mir ausnehmend; der Tag, an

welchem wir die Anker lichteten, war heiter und angenehm, und ich

blieb bis spät Abends auf dem Deck. Das Morgenlicht begrüßte unser

Schiff, als es mit einem günstigen Winde von Lande her stattlich durch

den Nordcanal hinsteuerte; an diesem Tage sahen wir die letzte der

Hebriden, und vor Eintritt der Nacht verloren wir die nördliche Küste

von Irland aus den Augen. Eine weite Wasserfläche und über uns der

Himmel sind jetzt unser einziger Anblick, durch nichts unterbrochen,

als wenn sich in weiter Ferne am Saume des Horizonts die kaum zu

unterscheidenden Umrisse eines Fahrzeugs zeigen, -- ein Fleck in

dem unermeßlichen Raume, -- oder dann und wann einige Seevögel

vorübergleiten.

Es macht mir Vergnügen, diese Wandrer des Oceans, indem sie mit den

hochgehenden Wogen steigen und fallen, oder um unser Schiff flattern,

zu beobachten; und oft denke ich mit Verwunderung darüber nach, woher

sie kommen, nach welchem fernen Ufer sie ihren Flug nehmen, und ob sie

den langen Tag und die finstre Nacht hindurch die wilde Woge zu ihren

Ruheplatz wählen; und dann fallen mir unwillkührlich die Worte des

amerikanischen Dichters _Bryant_ ein:

»Er der von Zone zu Zone

Durch den grenzenlosen Luftkreis ihren

bestimmten Flug lenkt,

Wird auf dem langen Wege, den ich

allein durchwandern muß,

Meine Schritte richtig leiten.«

Wiewohl wir noch nicht viel über eine Woche an Bord gewesen sind,

so fängt mich doch schon die Reise zu langweilen an. Ich kann ihre

Einförmigkeit blos mit der Einkerkerung in ein Dorfwirthshaus während

schlechten Wetters vergleichen. Ich habe mich bereits mit allen Büchern

der Schiffs-Bibliothek, die des Lesens werth sind, bekannt gemacht;

unglücklicher Weise besteht sie größtentheils aus alten Novellen und

faden Romanen.

Wenn das Wetter schön ist, sitze ich auf einer Bank auf dem Deck,

in meinen Mantel gehüllt, und nähe, oder wandle mit meinem Gatten

Arm in Arm umher und schwatze über Pläne für die Zukunft, die wohl

nie verwirklicht werden dürften. Die Männer, welche nicht thätig

beschäftigt sind, verdienen in der That Mitleiden; Frauenzimmer haben

in ihrer Nadel stets ein Zufluchts-Mittel gegen die tödtende Langeweile

eines müßigen Lebens; aber wo ein Mann auf einen engen Raum, wie das

Deck und die Kajüte eines Handelsschiffs, beschränkt ist und nichts zu

sehen, nichts zu hören, nichts zu thun hat, spielt er wirklich eine

sehr bedauernswürdige Rolle.

Ein einziger Passagier an Bord scheint sich vollkommen glücklich

zu fühlen, wenn man anders nach der Lebhaftigkeit seines Gesanges

schließen darf, womit er uns begrüßt, so oft wir seinem Käfig nahe

kommen. Dies ist »Harry« der Goldfinke des Capitains -- »des _Capitains

Gehülfe_,« wie ihn die Matrosen nennen. Dieses niedliche Geschöpf

hat nicht weniger als zwölf Reisen auf dem _Laurel_ mitgemacht.

»Es ist ihm ganz einerlei, ob sich sein Käfig auf dem Lande oder

auf der See befindet, er ist stets zu Hause,« sagte der Capitain,

seinen kleinen Liebling mit zärtlichen Blicken betrachtend und durch

die Aufmerksamkeit, die wir seinem Vogel widmeten, sich offenbar

geschmeichelt fühlend.

Ich habe mich bereits mit dem kleinen Gefangnen befreundet. Er verfehlt

nie, meine Annäherung mit einem seiner lieblichsten Gesänge zu

begrüßen, und nimmt ein Stückchen Bisquit von meinen Fingern, welches

er so lange in seinen Krällchen hält, bis er mir mit einigen seiner

klarsten Töne gedankt hat; dieses Zeichen von Anerkennung nennt der

Proviantmeister _sein Tischgebet_.

Wenn uns der Wind noch länger begünstigen sollte, werden wir uns in

der nächsten Woche an der Küste von Neufundland befinden. Für jetzt

leben Sie wohl.

Fußnoten:

[1] England.

Zweiter Brief.

Ankunft an der Küste von Neufundland. -- Der Goldfinke singt kurz

vor Entdeckung des Landes. -- Der Meerbusen St. Laurence. --

Schwierige Fahrt auf dem Flusse. -- Ein französischer Fischer wird

als Lootse angestellt. -- Die Insel Bic. -- Grün-Eiland. --

Anstellung eines regelmäßigen Lootsen. -- Scenerei von Grün-Eiland.

-- Gros-Eiland. -- Quarantaine-Gesetze. -- Emigranten auf Gros-Eiland.

-- Ankunft vor Quebek. -- Anblick der Stadt und ihrer Umgebungen.

Brig _Laurel_, Fluß St. Laurence, August 6, 1832.

_Theuerste Mutter!_

Ich brach meinen letzten Brief aus der einfachen Ursache ab, weil ich

nichts weiter zu schreiben hatte. Ein Tag war gleichsam das Echo des

vorhergehenden, so daß eine Seite aus dem Tagebuche des Unterschiffers

eben so unterhaltend und eben so belehrend gewesen sein würde, als mein

Tagebuch, wofern ich nämlich ein solches während der letzten vierzehn

Tage geführt hätte.

So arm an Ereignissen war diese ganze Zeit, daß die Erscheinung einer

Anzahl Flaschennasen, einiger Robben und eines Meerschweins[2], --

wahrscheinlich auf ihrem Wege zu einer Mittags- oder Thee-Gesellschaft

am Nordpol, -- als eine Begebenheit von großer Wichtigkeit betrachtet

wurde. Jeder griff nach seinem Fernglase, als sie sich zeigten, und man

stierte sie an, als wollte man sie in Verlegenheit setzen.

Den _fünften August_, also gerade einen Monat, nachdem wir die

brittischen Inseln völlig aus den Augen verloren, bekamen wir die Küste

von Neufundland zu Gesicht, und ob sie gleich braun, rauh und öde

erschien, so begrüßte ich doch ihren Anblick mit Entzücken. Nie ist mir

etwas so erfrischend und köstlich vorgekommen, als die kühle Landluft,

welche uns entgegen wehete und uns, wie mich täuchte, Gesundheit und

Freude auf ihren Schwingen zuführte.

Nicht ohne einiges Befremden gewahrte ich die rastlose Thätigkeit des

oben erwähnten Goldfinken, einige Stunden bevor der Ausruf »_Land!_«

vom Mastkorbe erscholl. Er sang in einem fort, und seine Töne waren

länger, heller und durchdringender als früher; das kleine Geschöpf,

versicherte mir der Capitain, fühlte die Umänderung in der Luft, als

wir uns dem Lande näherten. »Ich verlasse mich,« sagte er, »fast eben

so sehr auf meinen Vogel als auf mein Fernglas, und bin bis jetzt nie

getäuscht worden.«

Unsre Fortschritte, nachdem wir in den Golf hineingesteuert, waren

etwas langsam und langweilig. Die Strecke durch denselben bis zum

Eingang in den majestätischen Laurence-Fluß beträgt neunzig englische

Meilen, er scheint an und für sich allein ein Ocean zu sein. Die Hälfte

unsrer Zeit bringen wir über der großen Karte in der Kajüte zu, die

mein Gatte unaufhörlich auf- und zurollt, um sich mit den Namen der

fernen Ufer und Inseln, an denen wir vorbeifahren, bekannt zu machen.

Wir sind bis jetzt ohne Lootsen, und der Capitain, ein vorsichtiger

Seemann, will das Schiff nicht gern an diese gefährliche Fahrt wagen,

daher unsre Reise nur langsam von statten geht.

Den _siebenten August_. -- Wir erhielten diesen Morgen Besuch von

einem schönen kleinen Vogel, der nicht viel größer war, als ein

Zaunkönig. Ich pries ihn als einen Vogel guter Vorbedeutung -- einen

kleinen Boten, abgesendet, uns in der neuen Welt willkommen zu heißen;

gewiß ich fühlte eine fast kindische Freude bei Erblickung des kleinen

Fremdlings. Es giebt glückliche Momente in unserm Leben, wo wir aus den

unbedeutendsten Dingen große Freude schöpfen, wie Kinder, denen das

einfachste Spielwerk Vergnügen macht.

Gleich nachdem wir in den Meerbusen hineingesteuert waren, äußerte sich

bei allen an Bord eine sichtbare Veränderung. Der Capitain, ein ernster

schweigsamer Mann, wurde ganz gesprächig. Mein Gatte zeigte sich mehr

als gewöhnlich lebhaft und aufgeregt, ja selbst der gedankenvolle

junge Schotte thauete auf und wurde im buchstäblichen Sinne des Wortes

unterhaltend. Die Schiffsmannschaft entfaltete den regsten Eifer in

Erfüllung ihrer Pflicht, und der Goldfinke sang lustig von Morgen

bis Abend. Was mich betrifft, so war mein Herz voller Hoffnung, die

jedes Gefühl von Zweifel oder Bedauern, welches die Gegenwart hätte

verdüstern oder die Zukunft bewölken können, verdrängte.

Ich kann jetzt deutlich die Umrisse der Küste auf der Südseite des

Flusses mit meinen Augen verfolgen. Bisweilen hüllen sich die Hochlande

plötzlich in dichte Nebelwolken, die in beständiger Bewegung sind und

in dunkeln Wogen dahin rollen, bald von rosigem Licht gefärbt, bald

weiß und flockig, oder glänzend wie Silber, wenn die Strahlen der Sonne

darauf fallen. So schnell sind die Veränderungen, welche in diesen

Nebelmassen vor sich gehen, daß man, bei dem nächsten Blick darauf,

die Scene wie durch Zauber umgewandelt findet. Der Nebelschleier wird

wie von unsichtbaren Händen emporgehoben, und die wilden bewaldeten

Berge enthüllen sich nebst den kühnen felsigen Ufern und langgedehnten

Buchten zum Theil dem überraschten Auge. Ein andermal zertheilt sich

die Dunstschicht und schwebt gleich hohen Rauchsäulen in den Thälern

und Schluchten hin oder hängt gleich schneeweißen Vorhängen zwischen

den dunkeln Waldkiefern.

Ich kann mich an diesen seltsam gestalteten Wolken nicht satt sehen;

sie erinnern mich an die schöne Zeit, die ich in den Hochlanden

(schottische) zwischen nebelgekrönten Hügeln des Nordens verlebte.

Gegenwärtig ist die Luft kalt, und wir haben häufige Windstöße und

Hagelschauer mit gelegentlichem Donnerwetter, gleich darauf ist alles

wieder hell und heiter, und die Luft füllt sich mit Wohlgerüchen, und

Mücken, Bienen und Vögel schwärmen vom Ufer aus hinter uns her.

_Den achten August._ Wiewohl ich nur mit Gefühlen von Bewunderung

auf der Majestät und Gewalt dieses mächtigen Flusses weilen kann, so

fängt mich doch seine Endlosigkeit zu langweilen an, und ich sehne

mich nach einem nähern Anblick des Ufers; denn vor der Hand sehen

wir in südlicher Richtung nichts als lange Reihen mit Nadelholz

bedeckter Hügel und hier und da ein weißes Fleckchen, wie man mir sagt,

Ansiedlungen und Dörfer; während hohe Berge, von allem Grün entblößt,

auf der Nordseite des Flusses die Aussicht beschränken. Meine Vorliebe

für bergige Gegenden zieht mein Auge gewaltsam nach letztrer Seite,

und ich beobachte mit wahrem Vergnügen die Cultur-Fortschritte dieser

rauhen und unwirthbaren Gegenden.

Während der letzten zwei Tage haben wir uns ängstlich nach einem

Lootsen umgesehen, der das Schiff nach Quebek geleiten soll. Es sind

mehre Signal-Schüsse gethan worden, aber bisher ohne Erfolg; kein

Lootse hat uns bis jetzt mit einem Besuche beehrt, und so befinden wir

uns gleichsam auf einer Station, ohne Wagenlenker und blos mit einer

der Führung der Zügel unkundigen Hand. Ich bemerke bereits einige

Zeichen von Ungeduld unter uns, aber Niemand tadelt den Capitain, der

sich sehr besorgt bei der Sache zeigt, da der Fluß mit Felsen und

Untiefen gefüllt ist und demjenigen, der nicht genau mit der Fahrt in

dieser Gegend vertraut ist, große Schwierigkeiten entgegengesetzt.

Ueberdies ist er den Unternehmern für die Sicherheit des Schiffs

verantwortlich, im Fall er einen Lootsen an Bord zu nehmen unterläßt.

Während ich obige Bemerkungen niederschrieb, wurde ich plötzlich

durch einen Lärm auf dem Deck gestört, und als ich hinaufging, um die

Ursache kennen zu lernen, erfuhr ich, daß ein Boot mit dem so lange

ersehnten Lootsen vom Ufer abgestoßen sei; allein nach allem Lärm und

Durcheinanderlaufen ergab sichs, daß es nur ein französischer Fischer

nebst einem armseligen zerlumpten Jungen, seinem Gehülfen, war. Der

Capitain bewog ohne große Schwierigkeit Monsieur _Paul Breton_, uns

bis Grün-Eiland, eine Strecke von einigen hundert englischen Meilen

den Fluß weiter aufwärts zu geleiten, wo wir, wenn nicht noch früher,

seiner Versicherung nach, einen regelmäßigen Lootsen finden würden.

Es fällt mir etwas schwer, Monsieur _Paul_ zu verstehen, da er einen

besondern Dialect spricht; aber er scheint ein guter Mensch zu sein und

zeigt sich sehr gefällig. Wie er uns erzählt, ist das Getraide zur Zeit

noch grün und kaum in der Aehre, und die Sommerfrüchte sind noch nicht

reif, indeß meint er, daß wir zu Quebek Aepfel und andre Früchte in

Ueberfluß finden werden.

Je weiter wir den Fluß hinaufkommen, desto einladender und anmuthiger

wird der Anblick des Landes auf beiden Seiten. Grüne Fleckchen mit

weißen Hütten zeigen sich auf den Ufern und längs den Berg-Abhängen

ausgestreut; während hier und da eine Dorfkirche mit ihrem Thurme

hervorgukt, der mit seiner blitzenden Fahne und hellem Zinndache die

umgebenden Gebäude überragt. Die südlichen Ufer sind besser bevölkert,

aber nicht so malerisch als die nördlichen, indeß bieten beide Seiten

dem Auge viel Erfreuliches dar.

Diesen Morgen ankerten wir im Angesicht der Insel Bic, einem

niedlichen, niedrigen, mit Bäumen bedeckten und recht einladenden

Eiland. Ich fühlte großes Verlangen, meinen Fuß auf canadischen Boden

zu setzen, und muß gestehen, daß es mich etwas verdroß, als mir der

Capitain rieth, an Bord zu bleiben, und die Gesellschaft, welche

sich vorbereitete, ans Ufer zu gehen, nicht zu begleiten; mein Gatte

unterstützte den Wunsch des Capitains, und ich begnügte mich damit,

vom Schiffe aus meine Augen auf die reichen Laubmassen zu richten,

welche ein leichtes Lüftchen hin und her bewegte. Indeß hatte ich

bald Ursache, dankbar zu sein, daß ich meinem eigensinnigen Wunsch

nicht gewillfahrtet, denn Nachmittags wurde es trübe und neblich,

und bei der Rückkehr des Bootes erfuhr ich, daß der Boden gerade da,

wo die Gesellschaft gelandet, morastig sei, und daß sie bis über die

Fußknöchel ins Wasser eingesunken. Sie hatten die Insel kniehoch mit

üppigem rothen Klee, schlanken Bäumen, niedrigem Strauchwerk und einem

Ueberfluß von wilden Blumen bedeckt gefunden.

Um mich einigermaßen dafür zu entschädigen, daß ich ihn nicht

hatte begleiten dürfen, überreichte mir mein Gatte bei seiner

Rückkehr ein prächtiges Bouquet, das er für mich gesammelt. Unter

den Blumen befanden sich süß duftende rothe Rosen, derjenigen nicht

unähnlich, welche wir in Schottland die pimpinellenblättrige Rose

(^burnet-leaved^) nennen, mit glatten glänzenden Blättern und wenigen

oder gar keinen Dornen; ferner das Lungenkraut (^Pulmonaria^) welches

ich häufig in den Hochlanden gepflückt habe; eine Zucker-Erbse mit

rothen Blüthen und blaßgrünen Blätter-Ranken; eine weiße Orchis, von

entzückendem Geruch; und außer diesen verschiedne kleine, weiße und

gelbe Blumen, die mir völlig unbekannt waren. Der Proviantmeister

versah mich mit einem Porzelankruge und frischem Wasser, so daß ich

während des Restes unsrer Reise den Genuß eines schönen Blumen-Straußes

haben werde. Die Matrosen hatten nicht vergessen, ein oder zwei

buschige Aeste zur Schmückung des Schiffs mitzubringen, und der

Vogelkäfig war bald in eine kleine Laube umgestaltet.

Obgleich das Wetter jetzt sehr schön ist, so machen wir doch nur

langsame Fortschritte; der Wind bläst von allen Seiten, nur nicht von

der rechten. Wir schwimmen mit der Fluth vorwärts, werfen, wenn diese

uns verläßt, die Anker aus und warten dann so geduldig als möglich,

bis es wieder Zeit ist, dieselben zu lichten. Zu meiner Unterhaltung

mustre ich bald die Dörfer und Ansiedlungen durch das Fernglas des

Capitains, bald belauere ich das Erscheinen der weißen, zwischen den

Wogen schaukelnden Meerschweine (^porpoises^). Diese Thiere sind

von milchweißer Farbe und haben nichts von dem ekelhaften Aeußern

der schwarzen. Dann und wann steckt eine Robbe ihr drolliges Haupt

dicht neben dem Schiffe aus dem Wasser hervor, ganz so aussehend wie

_Sindbad's_ kleiner Meer-Greis[3].

Es ist ein glücklicher Umstand für mich, daß meine Liebe zur

Naturgeschichte mir mancherlei Gegenstände, die vielen der Beachtung

unwerth erscheinen, zu Quellen der Unterhaltung und Belehrung macht.

Das einfachste Kräutchen, das auf meinem Pfade wächst, die unscheinbare

Mücke, welche um mich her summt, gewährt mir Stoff zum Nachsinnen und

zur freudigen Bewunderung.

Wir befinden uns jetzt im Angesicht von Grün-Eiland. Es ist die größte

und, meines Bedünkens, eine der bevölkertsten Inseln, an denen wir

bisher vorbeigekommen sind. Mit jeder Minute nimmt die Scenerei an

Schönheit zu.

So weit das Auge reichen kann, sieht man das Ufer dicht mit Dörfern

und Meiereien in einer fast ununterbrochnen Linie bedeckt. Auf

der Südseite glänzt und funkelt Alles von den Zinndächern der

ansehnlicheren Gebäude; die übrigen Häuser sind mit weiß übertünchten

Schindeln gedeckt. Letztere gefallen mir weniger als die einfachen

(nicht angestrichnen) Schindeln; die weiße Farbe der Dächer der

Hütten und Hausstätten blendet das Auge, und vergebens sieht man

sich zur Erleichterung nach Schiefer- oder Stroh-Dächern um; die

Schindeln, in ihrem natürlichen Zustande, erlangen bald das Ansehn

von Schieferplatten, so daß man sie kaum davon unterscheiden kann.

Was würden Sie zu einem rosenroth angestrichnen Hause mit einem Dache

von derselben muntern Farbe, und auf der Vorderseite mit grünen

Fensterladen, grünen Thüren und einer grünen Verandah (Vorhalle)

sagen. Jedenfalls ist das Innere in entsprechendem Geschmack verziert.

In der Regel bemerkt man in einem canadischen Dorfe, ein oder mehre

dergleichen rosenfarbne Häuser, die sich durch ihr prahlendes Aeußere

vor ihren bescheidnern Brüdern auszeichnen.

_Den elften August._ -- Gleich unter Grün-Eiland nahmen wir einen

wirklichen Lootsen an Bord, den ich indeß, beiläufig gesagt, nicht

halb so gut leiden kann, als Herrn _Paul_. Er ist etwas superklug

und scheint sich offenbar nicht wenig auf seine überlegne Kenntniß

des Flußes einzubilden. Der gutmüthige Fischer verließ seinen Posten

mit recht gefälligem Anstand und scheint mit seinem geschickteren

Nebenbuhler bereits ziemlich befreundet zu sein. Ich meines Theils

gerieth in große Sorge, als der neue Lootse an Bord kam; das erste

was er that, war, daß er uns einen gedruckten Zettel einhändigte,

welcher Verordnungen von Seiten des Gesundheit-Ausschusses zu Quebek

hinsichtlich der Cholera enthielt, die, nach seiner Aussage, sowohl an

diesem Orte als zu Montreal wahrhaft pestartig wüthet.

Diese Verordnungen verbieten sowohl dem Capitain als dem Lootsen, unter

Androhung schwerer Strafe im Unterlassungsfall, ausdrücklich, irgend

Jemand, sei es von der Schiffsmannschaft oder den Passagieren, ohne

vorherige strenge Untersuchung von Seiten der Quarantaine-Anstalt aus

dem Schiffe zu entlassen.

Dies war für alle höchst unangenehm und ärgerlich, besonders da der

Capitain an demselben Morgen den Vorschlag gethan hatte, daß er uns

an einem anmuthigen Orte, Namens Kranich-Insel landen wolle, damit

wir den Nachmittag bis zur Rückkehr der Fluthzeit in dem Hause eines

angesehnen Schotten zubringen könnten, der die beste Ansiedelung,

sowohl in Hinsicht der Gebäude als Anlage des Bodens, die mir bis jetzt

zu Gesicht gekommen, daselbst besitzt.

Die Lage der Insel ist an sich selbst sehr schön. Um sie her fluthet

der gewaltige St. Laurence-Fluß, auf seinen Wogen den Handel

verschiedner Nationen tragend; im Vordergrunde sind die volkreichen

und lebhaften Ansiedelungen der südlichen Ufer, während dahinter und

weit darüber hinaus sich die hohe Bergkette nach Norden zu erhebt,

gegenwärtig dicht mit Dörfern, anmuthigen Meiereien und angebauten

Feldern bedeckt. Die Insel selbst zeigte uns ebne freie Plätze und

smaragdgrüne Wiesen, nebst Obstpflanzungen und Kornfeldern, die sanft

abwärts nach dem Wasser-Rande verliefen. Nach einer Einkerkerung von

ziemlich fünf Wochen an Bord des Schiffs, können Sie sich leicht

vorstellen, mit welcher Freude uns die Aussicht erfüllte, einige

Stunden an diesem einladendem Orte zuzubringen.

Wir hoffen, diesen Abend den Quarantaine-Platz (Gros-Eiland) zu

erreichen, wo wir, wie uns der Lootse sagt, drei Tage werden verweilen

müssen. Ob wir uns gleich alle einer guten Gesundheit erfreuen,

so müssen wir doch, weil wir aus einem inficirten Hafen kommen,

Quarantaine halten und dürfen nicht landen.

_Den zwölften August._ Wir erreichten Gros-Eiland gestern Abend,

-- eine schöne felsige Insel, mit Buchen-, Birken-, Eschen- und

Tannen-Wäldchen bedeckt. Es liegen hier verschiedne Schiffe dicht

am Ufer vor Anker, eins davon führt das traurige Krankheitssymbol,

die gelbe Flagge; es ist ein Passagier-Schiff und hat Pocken- und

Masern-Kranke unter seiner Mannschaft. Sobald sich an Bord Zeichen von

ansteckenden Krankheiten äußern, wird die gelbe Flagge aufgesteckt, und

die Erkrankten werden in das Cholera-Hospital oder hölzerne Gebäude

geschafft, welches auf einer Anhöhe des Ufers errichtet worden ist. Es

ist mit Palisaden und einer Soldaten-Wache umgeben.

In einer kleinen Entfernung vom Hospital steht ein temporäres Castell

mit einer Besatzung, zur Aufrechterhaltung und Einschärfung der

Quarantaine-Vorschriften. Diese Vorschriften gelten als sehr mangelhaft

und in mancher Hinsicht als völlig ungereimt; in der That bringen sie

den unglücklichen Emigranten bedeutende Nachtheile[4].

Wenn die Passagiere und Mannschaft eines Schiffs eine gewisse Anzahl

nicht übersteigen, so ist es ihnen, unter Verantwortlichkeit sowohl des

Capitains als des Uebertreters, nicht erlaubt, zu landen; überschreiten

sie dagegen die festgesetzte Zahl, -- sie seien nun krank oder gesund,

so müssen beide -- Passagiere und Mannschaft -- ans Land gehen, ihre

Betten und Kleider mitnehmen, die man auf dem Ufer ausbreitet, um

sie zu waschen, zu lüften und zu durchräuchern, wodurch die Gesunden

nothwendiger Weise jeder Gelegenheit zur Ansteckung von Seiten der

Kranken ausgesetzt werden.

Die Schuppen und Gebäude zur Aufnahme derjenigen, die sich den

Quarantaine-Gesetzen unterziehen müssen, stehen in der unmittelbaren

Nähe des Hospitals.

Nichts kann größer sein, als mein sehnsüchtiges Verlangen nach der

Erlaubniß zum Landen und zur Durchforschung dieser malerischen Insel;

das Wetter ist so schön, und die unter dem Einfluß kühler Lüftchen

hin und her wogenden grünen Wäldchen, die kleinen felsigen Baien und

Einbuchten der Insel erscheinen so reizend und lockend! -- aber allen

meinen Bitten setzte der besuchende Arzt, welcher an Bord des Schiffs

kam, ein entschiedenes Nein entgegen.

Wenige Stunden nach seinem Besuche indeß langte ein indianischer Korb,

gefüllt mit Stachelbeeren und Himbeeren, nebst einem Strauße wilder

Blumen und dem Compliment dieses Arztes an Bord unsers Kerkers an.

Ich unterhalte mich mit Entwerfung kleiner Skitzen des Castells und

der umgebenden Landschaft oder beobachte die am Ufer umherwandelnden

Auswandrer-Gruppen. Wir haben bereits die Passagiere von drei

Emigranten-Schiffen landen sehen. Man glaubt, einen Meßplatz oder mit

Menschen überfüllten Markt vor sich zu haben: Kleider flattern im Winde

oder liegen auf dem Erdboden ausgebreitet; überall stößt das Auge

auf Kisten, Bündel, Körbe; auf Männer, Weiber und Kinder, die theils

schlafen, theils sich in der Sonne weiden; einige sind mit Ordnung

ihrer Güter beschäftigt, die Weiber waschen und kochen unter freiem

Himmel, neben den Holz-Feuern, die auf dem Strande lodern; während

hier und da Gruppen von Kindern in fröhlicher Ausgelassenheit einander

haschen und jagen, ihre neuerlangte Freiheit genießend. Mit diesen

vermischt zeigen sich die stattlichen Gestalten und bunten Uniformen

der Schildwachen, während der dünne blaugraue Rauch der brennenden

Holzstöße sich langsam über die Bäume wegwälzt und die malerische

Wirkung der Scene erhöht. Als mein Gatte die Aufmerksamkeit eines

Offiziers vom Castell, der an Bord des Schiffs gekommen war, auf die

malerische Erscheinung vor uns lenkte, erwiederte dieser mit einem

traurigen Lächeln: »Glauben Sie mir, daß in gegenwärtigem Falle, so

wie in vielen andern, nur die Ferne dem Anblick einen Zauber verleiht;

könnten Sie einige von jenen so heiter erscheinenden Gruppen, die Sie

bewundern, näher betrachten, so würden Sie, denk' ich, ihr Auge mit

siechem Herzen davon abkehren; Sie würden hier die Krankheit in allen

ihren Formen, Sie würden Laster, Armuth, Schmuz und Hungersnoth -- das

menschliche Elend in seinen grellsten Farben und in der abscheulichsten

Gestalt erblicken, Scenen, wie sie nur der Pinsel eines _Hogarth_ zu

malen, oder die Feder eines _Crabbe_ zu schildern vermöchte.«

_Den vierzehnten August._ -- Wir haben die Anker wieder gelichtet

und schwimmen mit der Fluth stromaufwärts. Gros-Eiland liegt gerade

fünfundzwanzig englische Meilen unterhalb Quebek, ein günstiger Wind

würde uns binnen wenigen Stunden dahin führen; vor der Hand kommen wir

nur kleine Strecken vorwärts und legen, wenn uns die Fluth verlassen,

bald an dem einen, bald an dem andern Ufer an. Indeß macht mir diese

Art zu steuern Vergnügen, indem sie mir Gelegenheit verschafft, beide

Seiten des Flusses, der sich, je mehr wir uns Quebek nähern, immer mehr

und mehr verschmälert, genauer kennen zu lernen. Morgen werden wir,

wofern kein Hinderniß eintritt, im Angesicht eines Ortes ankern, der

sowohl wegen der geschichtlichen Erinnerung, welche er weckt, als auch

wegen seiner natürlichen schönen Lage alle Aufmerksamkeit verdient. Bis

Morgen also Adieu.

Ich rechnete sehr darauf, die Wasserfälle von Montmorenci zu sehen, die

sich im Angesicht des Flusses befinden; allein die Sonne ging unter,

und die Sterne stiegen glänzend am Himmel empor, ehe wir das Geräusch

des Katarakts vernahmen; und ob ich gleich meine Augen anstrengte,

bis ich es müde wurde, die von den Schatten der Nacht verschleierte

Scenerei anzustarren, so konnte ich doch nichts als die dunkeln, den

Canal bildenden Felsen-Massen erkennen, zwischen welchen hindurch die

Wassermassen des Montmorenci in den St. Laurence-Fluß strömen.

Am zehnten August, Nachts Um zehn Uhr schimmerten uns die Lichter der

Stadt Quebek aus der Ferne, wies ein Sternen-Kranz über dem Wasser,

entgegen. Um halb elf Uhr ließen wir der Citadelle gegenüber die Anker

fallen, und ich versank in Schlaf, von den mannigfaltigen Scenen

träumend, an denen ich vorbeigekommen war.

Abermals sollte ich in meiner Erwartung, das Ufer zu betreten,

getäuscht werden. Der besuchende Arzt rieth meinem Gatten und mir, ja

nicht ans Land zu gehen, indem die immer noch in der Stadt herrschende

Sterblichkeit dies sehr gefährlich mache. Er gab uns eine traurige

Schilderung von dem Platze. »_Oede und Wehe und große Trauer_, --

_Rahel_ beweint ihre Kinder, denn sie sind nicht mehr!« sind Worte, die

man passend auf diesen von der Seuche heimgesuchten Ort anwenden kann.

Nichts ist wohl imposanter als die Lage von Quebek, welche die Seiten

und den Gipfel eines großartigen Felsen einnimmt, auf dessen höchstem

Punkte (Cap Diamant) das Castell steht, welches den Fluß beherrscht

und eine treffliche Aussicht auf die umgebende Gegend gewährt. Die

Einbuße dieses edeln Anblicks war mir in der That sehr unlieb, und

gewiß dürfte mir nie seines Gleichen vorkommen; er würde noch lange in

meiner Erinnerung fortgelebt und, nachdem ich bereits Jahre lang in

der Einsamkeit der canadischen Wälder begraben gewesen, meinen Augen

vorgeschwebt haben.

Die Anhöhen gegenüber, die sogenannte Point Levi-Seite, sind höchst

malerisch, jedoch weniger gebietend als der Felsen, vorauf die Stadt

steht. Das Ufer ist steinig, abschüssig und mit Bäumen bekleidet,

die sich bis an den Rand des Wassers erstrecken, ausgenommen da,

wo sie gefällt worden sind, um weißübertünchten Hütten, Gärten und

Obstpflanzungen Platz zu machen. Allein meiner Ansicht nach würde diese

höchst romantische Lage eine noch weit schönere Wirkung hervorbringen,

wenn man auf die Gebäude und Anlage des Bodens mehr Geschmack verwendet

hätte. Wie reizend und anziehend würde ein solcher Platz in England

oder Schottland geworden sein. Die Natur hat hier alles gethan, der

Mensch aber nur wenig, und die hier und da von ihm errichteten plumpen

hölzernen Häuser, welche eben so elend als geschmacklos sind, geben ihm

eben keine Ansprüche auf Lob. Es ist indes möglich, daß weiter aufwärts

hübsche Dörfer und Häuser vorkommen, die jedoch durch die dazwischen

liegenden Wäldchen dem Auge entzogen werden.

Von Point Levi bis zu den Landungsstufen unterhalb des Zollhauses in

Quebek soll der Fluß gerade eine englische Meile breit sein; es war

sehr unterhaltend für mich, die Fährböte zwischen den beiden Ufern

spielen zu sehen. Wie mir der Capitain sagte, sind hier nicht weniger

als zwölf dergleichen seltsam aussehende Maschinen im Gange. Sie

haben jedes seine bestimmten Stunden, so daß man sie in fortwährender

Aufeinanderfolge kommen und gehen sieht. Die Zusammengruppirung von

allerlei Passagiren macht ihren Anblick ebenfalls eigenthümlich;

schlecht- und gutgekleidete, alte und junge, arme und reiche Leute;

Rinder, Schafe, Pferde, Schweine und Hunde, Geflügel, Marktkörbe,

Gemüse, Früchte, Heu, Korn, kurz Alles, was man sich nur denken kann,

gleiten darauf über den Fluß.

[Illustration: _Katarakt zu Montmorenci._ St. 25.]

Die Fährböte sind flach, rings herum mit Gitterwerk als Brustwehr

versehen, und haben an jedem Ende ein Weiden-Flechtwerk zur Aufnahme

der lebendigen und leblosen Ladung; die Mitte des Bootes, wenn man

es so nennen kann, nehmen vier magre, abgetriebne Pferde ein, die im

Kreise gehen, wie bei einer Dreschmaschine, und die Ruderschaufeln zu

beiden Seiten in Bewegung setzen. Für das Vieh ist eine Art Hürde da.

Wie ich höre, ist man gegenwärtig mit Errichtung eines Denkmals zu

Ehren des General _Wolf_ im Gouverneurs-Garten, welcher an den St.

Laurence stößt und von Point Levi aus gesehen werden kann, beschäftigt.

Ueber die Inschrift ist man noch nicht einig[5].

Der Capitain ist so eben von der Stadt zurückgekehrt. Recht gütig

hat er für mich einen Korb mit reifen Aepfeln, frischem Fleisch,

Gemüse, Brod und Butter an Bord gebracht. Auf dem Deck wimmelt es von

Zollbeamten und Leuten, die einen Theil der Schiffs-Fracht, welche

hauptsächlich in Rum, Branntwein, Zucker und Kohlen als Ballast

besteht, ausladen. Gegen fünf Uhr Abends sind wir gesonnen, Quebek

zu verlassen. Das _brittische Amerika_, ein prächtiges Dampfschiff

mit dreifachem Deck, wird uns bis Montreal bugsiren (ins Schlepptau

nehmen). Für jetzt muß ich Ihnen Lebewohl sagen.

Fußnoten:

[2] ^Delphinus Phocaena.^

[3] Siehe des Seemann's Sindbad Reisen in den arabischen Mährchen

(Tausend und eine Nacht).

[4] Es ist zu hoffen, daß die Regierung diesen mangelhaften und

nachtheiligen Gesetzen abhelfen werde, da sie in der That zu

wiederholten Malen gerade die Uebel, welche der Gesundheits-Ausschuß

von der Colonie abzuhalten wünscht, für die armen Auswandrer

herbeigeführt haben.

Manches schätzbare Leben ist durch die zu nahe Zusammengesellung der

Gesunden mit den Angesteckten muthwillig geopfert worden, nicht zu

gedenken der vielen andern Leiden, Ausgaben und Unbequemlichkeiten, die

man dem heimathslosen Wandrer wohl ersparen könnte.

Müssen nun einmal Quarantaine-Gesetze bestehen, -- und ich halte sie

für ein nothwendiges Uebel, -- so sollte man wenigstens alles thun, um

sie für die Emigranten so wenig drückend und nachtheilig, als möglich

zu machen.

[5] Seit jener Zeit, zu welcher die Verfasserin Quebek besuchte,

ist _Wolf's_ Denkmal vollendet worden. Lord _Dalhousie_ hat in der

Weihschrift der Säule mit eben so viel Geschmack als Gefühl, die Namen

der beiden mit einander wetteifernden Helden, _Wolf_ und _Montcalm_,

vereinigt, eine Freisinnigkeit, welche den canadischen Franzosen nur

angenehm sein kann, während sie dem brittischen Krieger nichts von

seinem Ruhme entzieht.

Der Entwurf zu dem Monument ist das Werk Major _Young's_ vom 97.

Regiment. Die Höhe des Untersatzes, vom Fußboden aus, beträgt vierzehn

Fuß; auf dem Untersatz ruht ein sieben Fuß, drei Zoll hoher Sarcophag,

und von diesem erhebt sich eine zweiundvierzig Fuß, acht Zoll hohe

Spitzsäule; die Breite der letztern, an der Grundfläche, beträgt sechs

Fuß, die Dicke vier Fuß, acht Zoll. J. C. _Fisher_, ^L. L. D.^ erhielt

für nachstehende Inschrift auf den Sarg eine Preis-Medaille: --

^Mortem virtus communem

Famam Historia

Monumentum Posteritas

Dedit.^

Auf dem Untersatz über der Schwelle ist eine Inschrift von ^Dr.^

_Mill's_ Feder, welche Lord _Dalhousie_, den Statthalter von

Unter-Canada, als Kostenbestreiter nennt, und die Todestage von _Wolf_

und _Montcalm_, den 13. und 14. Septbr. 1759 angiebt. _Wolf_ fiel auf

dem Schlachtfelde; und _Montcalm_, durch die einzige Kanone im Besitz

der Engländer verwundet, starb am folgenden Tage nach der Schlacht.

Dritter Brief.

Abfahrt von Quebek. -- Wir werden von einem Dampfschiffe bugsirt. --

Fruchtbarkeit des Landes. -- Verschiedne Gegenstände, die sich uns

beim Hinaufsteuern des Flusses darbieten. -- Ankunft vor Montreal. --

Die Stromschnellen (Rapids).

Brig _Laurel_, St. Laurence, unterhalb Montreal,

August 17, 1832.

Es war nach Sonnenuntergang und ein schöner Abend, als wir Quebek

verließen, was in Gesellschaft eines schönen Dampfschiffs geschah,

dessen Deck und Gallerie von Passagiren aller Art wimmelten; in der

That ein herrliches Fahrzeug, auf welchem das Auge mit Vergnügen

weilte; es durchpflügte stattlich das Wasser, welches unter seinen

Ruderschaufeln schäumte und rauschte; während unsre Brig mit ihren

weißen Segeln, gleich einem Schmetterling, seiner Spur folgte. Am

Himmel glühte das schönste Rosenroth und Orangengelb, welche sich

unten im Fluße abspiegelten; dann kamen die Sterne zum Vorschein und

leuchteten in dem reinen blauen Aether, glänzender, als ich sie je in

der Heimath gesehen, was sich, meines Bedünkens, wohl der größeren

Reinheit der Atmosphäre zuschreiben lassen dürfte. Mein Gatte sagte,

daß dieser Abend einem italienischen Sonnen-Untergang gleiche.

Unsre Fahrt war höchst angenehm; das Wetter war mäßig warm, und die

Luft völlig rein und heiter. Wir haben während der letzten wenigen Tage

eine kalte, feuchte Atmosphäre, wie wir sie oft während des Frühlings

in England erfahren, mit einem wonnevollen, durch leichte, vom Flusse

her wehende Lüftchen gekühlten Sommer vertauscht.

Je weiter wir landeinwärts kommen, desto fruchtbarer erscheint

die Gegend. Die Saaten reifen unter einem milderen Klima, als das

unterhalb Quebek ist. Wir sehen Felder mit indianischem Korn in voller

Blüthe; eine stattliche Getraideart, mit schöner federartiger, reich

purpurfarbiger Aehre, unter welcher sich Büschel von blaßgrünen,

seidenähnlichen Blättern im Winde hin- und herbewegen. Nachdem diese

Pflanze ihre völlige Reife erlangt hat, soll es ein schöner Anblick

sein, die goldnen Körner aus ihrer Silber-Scheide hervorbersten zu

sehen; zugleich ist dieselbe dem Froste sehr ausgesetzt und hat manche

Feinde: als Bäre, Racuns (Waschbäre), Eichhörnchen, Mäuse, Vögel u. s.

w.

Ansiedlungen in den Urwäldern von Canada. Ein Wegweiser für Auswandrer nach Amerika von einer Emigrantin. · 第 1 / 26 段