Ich bin nicht mehr dieselbe, die ich war, als ich diese Wohnung verließ.
Jene Täuschung der ersehntesten Hoffnung, jener erste Verlust, der mir ein
Stück meines Lebens in Julien hinwegnahm: sie haben mich in die Tiefen
des Lebens geführt, wo die Schwermuth hauset. Damals fühlte ich zuerst
den Schmerz, daß alle Verbindungen, die der Mensch im Jugendmuthe, als zu
seinem Seyn gehörend betrachtet, wandelbar sind. Ich fühle nun meine
Liebe nicht mehr über dem Schicksal, und sehne mich, sie durch engere
Verhältnisse zu sichern. Der Gang meiner Vorstellungen ist verwandelt; das
Spiel mit jeder Lebensfreude, welches mich sonst dahinriß, betrachte ich
jetzt aus der Ferne, als ein Schauspiel.