XXXI.

Juliens Herz, das mich liebte, ist erstarrt. Ruhig und fest, wie sie durch

das Leben ging, trat sie dem Tode entgegen. »Wir tauschen:« war ihr letztes

Wort, »ich leitete deine Kindheit in das Leben hinaus, du leitest mein

Leben zu Grabe.«

Morgen wird sie beigesetzt, und nach kurzer Zeit ist jede Spur ihres

Daseyns, aus dem Kreise, welchen sie belebte, verschwunden. Nur die

Erinnerung desselben, die leise Spur ihres lebendigen Wirkens, umschweben

noch einige Zeit die Gegenstände, welche ihr angehörten, wie der Nachhall

einer verklungenen Harmonie noch melancholisch durch die Lüfte zittert.

Eine Trennung, die längste, schmerzlichste, ist doch nicht gleich dem Tode:

der Geist begleitet den Geschiedenen, in die Kreise seines Wirkens, und

das Wiedersehen liegt innerhalb des freudigen Gebietes der Möglichkeiten

im Sonnenstrahl der Hoffnung. Doch jenseit des Grabes ist alles still und

dunkel, und unser Leben versinkt in Nacht, wie ein Stern aus dem Bogen des

Himmels.

Heloise : ein kleiner Roman · 第 32 / 48 题