Im Verlag Ullstein / Berlin

Umschlagbild: Die Filmschauspielerin Carmen Boni / Phot. Ufa

Copyright 1909 by Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau

~Printed in Germany~

Die Spree ist ein Heidekind. Ihre Jugend ist arm und ohne Wagemut,

ihre Kraft gering und ihre Lustigkeit schüchtern. Frühzeitig -- als

halberwachsen Ding -- muß sie in Dienst nach der anspruchsvollsten

Stadt der Welt, nach Berlin, wo man ihr, einer jungen, billigen,

schmucklosen Dienerin, auf die schwachen Schultern viel Last und Qual

ladet.

Aber auch sie hat eine grüne Heimat und eine grüne Jugend. Gar nicht

fern von dem schreienden, lachenden, gellenden Berlin wohnt die große

Stille in hohen Föhrenwäldern, ist eine andere Welt, wohnt ein anderes

Volk, ist eine andere Zeit. Gar nicht fern von dem prangenden Reichtum

der glänzenden Weltstadt ziehen arme Sandwege durchs Land, stehen

hohe Farnkräuter an alten Ziehbrunnen; nur wenige Stunden von dem

Mittelpunkt kaltherziger Weisheit, heißblütiger Genußsucht sieht das

Volk auf den Blättern der Pflanze ~cerweny drest~ die Blutstropfen

Christi glänzen, saugen die Kinder süßen Saft aus weißen Birkenstämmen,

legen die Leute das Freundschaftskraut »~kokoski~« unters verwitterte

Strohdach, um am grünenden oder welkenden Kräutlein zu erkennen, ob

das ferne liebe Leben eines Freundes noch frisch und grün oder im Tode

verblichen sei.

Das ist das Land, wo ein kecker Hase, der ins Dorf kommt, den Leuten

ein Feuer verkündet, wo man neun Sünden verziehen bekommt, wenn man

eine Maulwurfsgrille tötet, wo der Mann sich eine krabbelnde Fledermaus

unter die Mütze steckt, um im Spiele Glück zu haben, wo das Mädchen dem

jungen Burschen, dessen Liebe sie gewinnen will, einen Apfel zu essen

gibt, den sie eine ganze Nacht lang in der Schulterhöhle getragen hat.

Das ist das Land Wendei. Keine rote oder blaue Grenzlinie kennzeichnet

das Wendenland auf einem Kartenbild; jahrhundertelang war es ein

Spielball der Brandenburger, Sachsen und Böhmen, und auch heut noch

muß man von der sächsischen Stadt Bautzen die böhmische Grenze entlang

durch die schmale schlesische Lausitz bis hin in den brandenburgischen

Spreewald wandern, wenn man die Wendei kennenlernen will.

Ein anderes Volk als in Berlin, der deutschesten aller deutschen

Städte, die nur wenig Bahnstunden entfernt ist -- ureingesessene

Slawen, die in grauer Vorzeit den ganzen Osten unseres Vaterlandes bis

an die Ostsee beherrschten, dann zurückwichen Schritt um Schritt und

die trotz jahrtausendelanger Abhängigkeit, in die sie alsbald gerieten,

sich ihre trotzige Eigenart in Sprache und Sitte, in Kleidertracht,

Häuserbau und Gemeindeanlage bewahrt haben. Jetzt aber ist Wendenland

eine kleine, zerbröckelnde Slaweninsel im brausenden deutschen Meere,

das an seiner Küste zehrt, seine geistigen Springfluten über das Land

gießt und es bald bis zum letzten Brocken aufgezehrt haben wird.

Sorben, oder -- wie sie die Deutschen nennen -- Wenden. Eines von

den Völkern, die jahrtausendelang bestehen, ohne eine Geschichte zu

haben, die alt werden, ohne je jung gewesen zu sein, Blutsverwandte der

Tschechen und Schicksalsverwandte der südslawischen Stämme der Slowenen

und Kroaten, die auf den mageren Ziegenweiden des felsigen Karstlandes

ihre Jahrhunderte verträumten.

Kein Hoheslied, kein Heldenbuch, keine steinerne Tafel mit

unvergänglichen Gesetzen, keine Ruhmeshalle mit Ewigkeitsphysiognomien

großer Menschen und großer Geschehnisse kennzeichnete den Weg, den

diese Nationen durch die Geschichte schritten. Ihre Spur verlief im

Sand. Die Weltgeschichte vermerkt ihre Namen nur in nebensächlichen

Fußnoten. Einige Grenzplänkeleien mit dem großen Karl, dem schlauen

Heinrich, dem Markgrafen Gero, den Meißener Bischöfen, den dänischen

Herrschern, nicht viel mehr von eigener Geschichte.

Eine recht dürftige Historie. Geschickte, fleißige Forscher und

Sammler haben dagegen Mythen, Sagen, Märchen, Volkslieder, Schnurren,

Eigentümlichkeiten in Sitte und Brauch getreulich niedergeschrieben,

Dinge, die Zeugnis geben von dem Leben, das einst im wendischen

Völkerwald war. Schmaler, Andree, Schulenburg, Veckenstedt, Tetzner

und andere tüchtige Männer wurden unsere Lehrer über das Wendentum.

Aber es sind nur Einzelheiten, Forschungsergebnisse, abgerissene

Töne und Klänge, die sie einfangen. Ein ganzes Bild haben sie nicht

zusammengestimmt; selbst die Sage vom König der Wenden liegt bei ihnen

in Schutt und Trümmern.

Die deutschen Dichter sind an diesem einsamen Heide- und Flußwald, an

dieser geschichtlichen Trümmerburg vorbeigegangen. Die Wenden selbst

waren immer stille Leute. Kein politischer Alarmruf ging von ihnen aus,

kein kraftvoller Dichter erstand aus ihrer Mitte. Ein tausendjähriges

Volk sind die Wenden, ohne Geschichte, ohne Literatur, ohne bildende

Kunst, kleine Ansätze abgerechnet.

Wenn mich, den Schlesier, das Heidegeheimnis meiner Heimat reizte,

so lag das nahe. Ich bin mit ganzer Liebe an das Werk gegangen, habe

nach den Trümmerbildern, die ich fand, die Sage vom Wendenkönig

rekonstruiert und hoffe, daß mich das deutsche Herz nirgends, wo

zwischen Nationalitäten abzuwägen war, zu einer Sünde ungerechter

Parteilichkeit verführt hat.

Kraft, geistige und körperliche Fruchtbarkeit, Entwicklungsfähigkeit,

Wollen zur Höhe, Schätze und Kräfte sonder Zahl waren auch im Volke

der Lausitzer Sorben. Die Kinder Gottes sind alle zur Herrschaft

berufen. Aber den Wenden fehlten die Führer. Die Könige, die Führer,

die Befreier kommen von selbst ihre lichte Straße daher oder sie kommen

nicht, mag das Volk auch tausend Jahre am Boden knien und rufen: »Tauet

Himmel den Gerechten!«

Gegen versagte Gnade, die im Weltplan begründet ist, hilft kein Wollen,

kein Beten, kein Toben. Der Führer kommt nicht, das Volk verträumt

seine Zeit, es altert und vergeht, ohne daß es jung war. -- --

Heutigen Tags hat der Donner der Lokomotiven, das Sausen der

Automobile, die durch die Wendei rasen, die Lutchen und andere

Zwerggeisterlein, die Mittagsfrau und die Kobolde vertrieben; der

scharfe Wind geistiger Aufklärung, der schneidend über alles Land fegt,

hat die blauen Traumlichter romantischen Glaubens in den Herzkammern

der Wenden ausgelöscht; die Sucht nach Gold und Lust hat das

Heidevölklein aus seinen stillen Wald- und Wiesenwinkeln herausgelockt

ins breite allgemeine Gefild, in die große Stadt, wo die jungen

Burschen ihre Kraft, die jungen Mütter die Milch ihrer Brust verkaufen;

der moderne Fabrikbetrieb verlangt viele Kräfte; die malerischen

Volkstrachten mit ihrer soliden Pracht haben vielfach schäbigem

modischen Zeug aus billigen Bazaren Platz gemacht; die wendische

Sprache hört mehr und mehr auf: bald wird die ganze Wendei nichts mehr

sein als eine historische Reminiszenz.

Aber in der Zeit, von der dies Buch erzählen will, in den Jahren 1860

bis 66, da war es doch noch ganz anders. Damals begann die Zersetzung

des Wendentums erst, die jetzt beinahe vollendet ist.

Rot glüht der Wald über die Heide. In den Wellen der stillen Spree

schwimmen die ersten gelben Weidenblätter wie lange, gelbe Schifflein.

Eine kleine Flotte, mit der der junge Herbst spielt. Weiden den ganzen

Fluß hinab, auch auf den Moorwiesen, die sich lang im Abendsonnenschein

dehnen. Torf schläft in der schlammigen, quabbeligen Erde, saures

Gras wächst darüber, und zahllose Wollblumen wiegen leicht die

Perückenköpfe. Hoch und ragend aber steht der Föhrenwald. Das Auge

blickt tief hinein; denn die Stämme sind schlank, die Föhre duldet kein

Unterholz. Wie ein Heer von Kriegern stehen die Stämme und sind alle

rot wie in blankes Kupfer gepanzert.

Und erst die Kronen! Wie Burgen türmen sie sich in der Luft; das

Abendsonnengold vermischt sich dem dunklen Grün, und die Burgen haben

alle Wände und Dächer von grünroter Patina bedeckt.

Alt, ehrwürdig, kostbar ist das alles.

Kein Laut. Nur irgendein schwarzgefiederter Burgwart gibt manchmal den

Brüdern ein Signal, die draußen auf der Wiese noch nach Beute suchen.

Der erste Stern taucht auf.

Da treibt der Gänsehirt seine schnatternde Herde heim.

Das zweite Sternlein erglimmt.

Ein alter Wende blinzelt hinauf, erkennt sein Zeichen und treibt zehn

Schweinchen, die er aufs Feld geführt hatte, in den Stall.

Das dritte Sternlein schimmert im Osten.

Da singt der Schafhirt zur Heimkehr.

Ein vierter Stern ersteht leuchtend am Himmel.

»Geht ein, Rote, Schwarze, geht ein!« ruft der Kuhhüter und strebt nach

dem Dorfe.

Das fünfte Sternlein strahlt friedlich hernieder. Da hören die Kinder

auf zu spielen, schließen sich den Herden an und helfen sie heimführen.

Draußen, wo die stille Spree schläfrig zwischen den Weiden rinnt und

wo die alte Landstraße weit hinausführt -- Gott weiß, wohin! --,

wird es nun ganz still, und wie der Mond aufsteigt, findet er nichts

Lebendes auf den weiten Wiesenplänen als ein paar Birken, die die

weißen schlanken Leiber biegen und die herrlichen Lockenköpfe zu leisen

Liedern zierlich bewegen. --

Eine Wolke verhüllt das strahlende Himmelslicht, und dunkle Schatten

legen sich auf das Gelände und auf die alte Landstraße, die weit

hinausführt, Gott weiß, wohin.

Da schleicht durch die Schatten der Waldbäume ein Gespenst. Es hat

einen brennenden Leib, greift mit zuckenden Armen irr in der Luft

herum, dehnt sich zur Höhe, kauert sich zu Boden, huscht zu den Birken,

verbirgt sich hinter den Weiden, schaut ins Wasser, springt wieder

über die Wiese und zittert plötzlich entsetzt empor, als ein zweites

brennendes Gespenst ihm nahe kommt.

Da gibt es eine wilde Jagd weit über den Moorgrund. Das erste Gespenst

duckt sich zusammen, versteckt sich, wird aufgescheucht, jagt davon,

schlägt Zacken wie ein gehetztes Wild, springt zwischen die Bäume, und

das zweite setzt ihm nach, langt nach ihm mit gierigen, flackernden

Händen. -- Horch! Ein Knarren kommt die Landstraße daher. Ein Wagen

wird sichtbar. Darin sitzen Menschen. Ganz langsam geht das Pferd, fast

unhörbar auf dem grasbewachsenen Wege. Der Kutscher hebt seine Peitsche

und weist nach den brennenden Gespenstern.

»~Ty newetko pormorski!~«

»Fluche nicht, Lobo!« sagt die eine Frau, die im Wagen sitzt, leise und

ängstlich. »Gott schütze uns! Es sind Jakub und Merten. Gott sei ihnen

gnädig!«

»Gott sei ihnen gnädig!« brummt auch der eingeschüchterte Knecht.

Da recken sich die Gespenster, langen noch einmal mit brennenden Armen

hinauf gen Himmel und verschwinden. Langsam schleicht das Fuhrwerk

weiter. Nun, da es eine Wegbiegung erreicht, atmet die Frau auf und

sagt zu der jüngeren Begleiterin, die neben ihr sitzt, im Flüsterton:

»Es waren Jakub und Merten. Jakub hat seinen Vater Merten, der bei ihm

im Auszug war, mit einem Strick erdrosselt, weil er ihm zu lange lebte,

und dann hat ihn der Gewissensteufel geplagt, und da hat er sich mit

demselben Strick erhängt. Jetzt irren die armen Seelen über dem Moor.

Hast du gesehen, wie der Vater den Strick in der Hand hält und den Sohn

damit treibt?«

Das Mädchen schmiegt sich fröstelnd an die Alte.

»Ich fürchte mich«, sagt es leise.

»Es ist unsere böse Gegend hier, Hanka«, fährt die Ältere fort. »Um

alles will ich hier nicht sein zur Abendzeit. Und wir wären längst

daheim, wenn sich Lobo, der Liederlich, nicht betrunken hätte.«

Der Kutscher hört die Anklage und brummt für sich. Langsam schleicht

das Gefährt dahin. Wer will in verrufener Gegend den bösen Jäger wecken

oder in rascher Fahrt dem Nachtfuhrmann begegnen? Ist nicht selbst der

himmlische Fuhrmann, dessen Wagen am Firmament steht, auf zu rascher

Fahrt an eine Mauer der Hölle angefahren, so daß die hintere Achse aus

dem Quadrat wich und sich die Deichsel für alle Ewigkeit verbog?

Langsam schleicht das Gefährt. Neue Wiesenflächen tauchen auf. Die

alte Bäuerin sagt furchtsam, beklommen: »Hanka, erschrick nicht; aber

ich muß es dir sagen: Hier ist noch eine böse Gegend; hier wohnt die

Todesgöttin Smjertniza. Gott schütze uns!« ...

In einem Nebelschloß wohnt die Todesgöttin Smjertniza. Sie ist immer

in weißen Kleidern. Die Tür ihres Hauses ist zweifach verriegelt, mit

einer Menschenhand und mit einem Menschenfuß. Aber ob sich auch die

Menschen mit Hand und Fuß gegen die Tür ihres Schlosses stemmen -- wenn

sie ihre Lichter entzündet, schiebt sie die Riegel zur Seite und geht

über die Felder bis zu den Dörfern. Die Menschen sehen sie nicht. Die

Tiere sehen sie. Aber der Mensch, dem sie begegnet und den sie meint,

stirbt nach drei Tagen ...

Drüben liegt die Wiese mit dem dunklen Waldrand.

»Schau geradeaus, Hanka! Geradeaus! Schau nicht hinüber!«

Lobo, der Kutscher, hält durch Zurufe die Pferde zu noch langsamerem

Gange an. Wie unter angstvollem Zauberbann schleicht der Wagen dahin.

Da schallt Hundegebell übers Feld. Die Frauen horchen erschreckt auf.

»Es ist Tyra, unser Hund!« sagt Lobo. »Ich kenne ihn an der Stimme. Er

hat sich losgerissen von der Kette.«

Zwei Tiere jagen aus dem Busch am Wegrand, ein Reh, ein Hund dahinter.

Sie springen dicht vor dem Gefährt auf die Straße. Die Pferde bäumen

auf. Das Reh bleibt zitternd stehen. Der Hund steht, keucht. Die Pferde

stehen. Die alte Frau schreit gellend auf:

»Die Smjertniza, die Todesgöttin!«

Drüben über der Wiese, weit drüben steht das Nebelschloß -- Lichter

blitzen drin --, eine weiße Gestalt löst sich von dem Schlosse los --

»Die Smjertniza! Die Tiere -- sehen -- sie --«

»~Ty newetko pormorski!~« flucht da der Knecht, schlägt auf die Pferde

wie rasend, die Pferde gehen durch, jagen die Straße entlang, springen

über einen Graben querfeldein auf ein Dorf zu --

Beim Eingang des Dorfes schlägt der Wagen um -- zerbirst an einem

Prellstein -- die Insassen fliegen heraus -- Pferde reißen sich los,

jagen davon --

Schreiende Leute kommen gelaufen. Sie richten Lobo, den Knecht, und

Hanka, das Mädchen, die wenig verletzt sind, auf und tragen die

Bäuerin, die am Sterben ist, nach ihrem Gehöfte.

* * * * *

Wie ein Herrensitz ist das Gehöft des Scholta[1] Hanzo. Hoch ragt das

schindelgedeckte Wohnhaus, das nach wendischer Art mit der schmalen

Giebelseite der Dorfstraße zugekehrt ist. Die Dorfstraße ist ziemlich

weit vom Hause entfernt. Eigener Zufuhrweg, Teich und Anger liegen

zwischen ihr und dem Gehöft; das wendische Angerdorf ist breit und

geräumig angelegt. Muster von Lindenblättern, mit Sternen durchwirkt,

schmücken den Giebel des Hauses, ein Kreuz schaut ernst aus dem

Blattgerank, und ein Spruch, der darunter steht:

»Durch Gott und eigene Kraft

Haben wir's geschafft«

zeigt an: hier wohnen starke, selbstbewußte Menschen. Es ist eines

der wenigen Bauernhäuser der Wenden, die groß, geräumig und von einem

gewissen Luxus sind. Ein Mann hat es gebaut, der ein Withas[2] werden

wollte, der aber doch ein Bauer blieb. Eine hohe Mauer, ein festes

Tor schließen den Hof und den Vorgarten ab, der steinerne Stall, die

hölzerne Scheune ragen darüber empor. Der Großgarten trennt das Gebäude

vollends von jeder unmittelbaren Nachbarschaft.

Es ist spät. Um diese Stunde wacht sonst im Gehöft kein Mensch mehr,

es sei denn ein Wächter in unsicheren Zeiten, wenn Brandleger in der

Gegend auftauchen.

Heute aber sitzen unter dem zweiten Hauptgebäude, das dem Wohnhaus

gegenüber liegt, in einem Laubengang zischelnde Leute, Knechte und

Mägde des Großbauern. Sie hocken auf niederen Schemelchen oder kauern

am Boden und schauen hinüber nach den erleuchteten Fenstern.

»Ich hab' schwarze Holzklötzer in der Spree schwimmen sehen«, sagt ein

Knecht.

»Und ich hab' weiße Männer fahren sehen in einem Kahn«, sagt eine Magd.

»Es meldet sich immer an«, sagt ein drittes.

Dann Stille.

»Erzähl' es noch einmal, wie es war, Lobo!«

»Es war ganz einfach«, sagt einer. »Lobo war besoffen!«

»~Hognity kjandros~« -- fährt Lobo auf den Sprecher los. Aber der wehrt

ihn gemütlich ab.

»Ich bin kee abgefaulter Baier, ich bin höchstens a abgefaulter

Schläsinger.«

»~Cerwiško!~ Aas!« fährt der Wende abermals auf und geht auf den

Deutschen zu.

»Ruhe! ~Tormy gótuju.~ Die Wolken türmen sich!« mahnt ein alter Wende.

»Drüben liegt die sterbende Frau. Ruhe!«

Ein Weilchen Stille.

Die alte Krone: Ein Roman aus dem Spreewald · 第 6 / 38 题