Das Schiff verfolgte seinen Lauf durch das blaue Mittelmeer, sah Kreta
und Sizilien, und trat durch die Säulen des Herkules in den Atlantischen
Ozean. Bald lag auch der böse biskayische Meerbusen hinter ihm.
Glücklich durcheilte es den Kanal und kam in die Elbe, wo es von dem
Lotsenkutter mit lautem Hurra begrüßt wurde. »Alles wohl zu Hause!« --
Der Mann konnte es behaupten, denn er hatte mit Herrn Gottfried gestern
noch gesprochen. »Die »Hammonia« wird von ganz Hamburg erwartet.«
Und weiter und weiter verfolgte der Eisenbau seine Bahn. Vorüber an der
Küste von Holstein, an den Elbinseln, an Altona und dann langsam bis zum
Hamburger Hafen. Wo wart ihr, drei lange lange Jahre, seit das Schiff
von dieser Stelle hinauszog in die unermeßliche Weite? --
Niemand sprach, aber es war ihnen wie einst Robinson, dem
wiederkehrenden Robinson, sie hätten den Boden der Heimat küssen mögen.
* * * * *
Und dann standen im Kontor die Söhne dem Vater gegenüber, er erkannte
sie kaum; der laute Jubel brach erst los nach langem, innigen Umarmen
und Begrüßen. Für heute hatte alle Arbeit ein Ende; Mann für Mann, vom
Kapitän bis zum Kajüttsjungen, mußten die Gefährten der Weltreise ihren
Chef besuchen; alle erhielten eine bedeutende Extrazulage, und für die
Hinterbliebenen der beiden Verunglückten sollte reichlich gesorgt
werden; dann aber, nachdem der Mannschaft Freiheit gegeben, sich in der
Stadt nach Belieben zu bewegen, nachdem die Weltumsegler ihrem Reeder
ein donnerndes Hoch gebracht, -- dann sah Herr Gottfried
freudestrahlenden Blickes von einem seiner beiden Söhne zum anderen und
sagte mit erstickter Stimme: »Jetzt kommt zur Mutter nach Dockenhuden!«
Wir folgen ihnen nicht. Solche Augenblicke kann niemand schildern,
niemand aus der Schilderung kennen lernen, -- man muß sie erleben, um zu
wissen, daß sie des Daseins seltene, selige Höhepunkte bilden.