oder
Fahrt der jungen Hamburger mit der »Hammonia« nach
den Besitzungen ihres Vaters in der
Südsee.
Von
S. Wörishöffer,
Verf. von »Robert der Schiffsjunge,« »Auf dem Kriegspfade,«
»Kreuz und Quer durch Indien,« »Onnen Visser.«
Vierte Auflage.
Mit fünfundzwanzig Tonbildern.
Bielefeld und Leipzig
Verlag von Velhagen & Klasing.
1888.
Alle Rechte vorbehalten.
Inhalt.
Erstes Kapitel.
Die Hammonia und das Haus Gottfried. Palma. Ins Innere. Der Lamantin.
Das Negerdorf und der Zauberer. Der Fledermausbau. Der Heerwurm.
Zibetkatzen und Pythonschlange. Die Gallinas. Elefantenjagd. Waldbrand.
Franz unter den Gallinas. Die Rettung. Die Bestrafung des Zauberers.
Wieder an Bord. Erste Präparierübung.
Zweites Kapitel.
Fischfang mit dem Licht. Flußpferdjagd mit der »Hansa«. Der Uralte der
Gewässer. Dr. Bolten in Lebensgefahr. Heuschreckengenüsse und
Hippopotamusbraten. Der Nashornvogel. Naturwissenschaftliche
Beschäftigungen an Bord.
Drittes Kapitel.
Vor der Nigermündung. Im Lande der Bonnyleute. Der Affenberg. Der Löwe.
Getrennt von den Genossen. Die Nacht im Baume. Der Mandril. Die
Rhinozerosse. Besiegt von den Moskitos. Die Büffeljagd. Wieder
vereinigt. Heim zur Hammonia.
Viertes Kapitel.
Nach Fernando Po. Die Quelle. Im Cyklon. Der Hai. Nach der Kapstadt.
Mazembas Kraal. Nach dem Kaffernlande. Die Zwergmakis. Die Buschmänner.
Überfall der Kaffern. Die Belagerung. Der Tod des Retters. Zur Kapstadt
zurück.
Fünftes Kapitel.
Nach Madagaskar. Der weiße Hahn. Der Krokodilteich. Das Gottesurteil.
Der verhängnisvolle Schuß. Gefangen. Das Todesurteil. Gerettet von den
Genossen. Rua-Roa. Jagderlebnisse. »Zwei tote Affen und zwei lebendige
Stachelschweine.«
Sechstes Kapitel.
Nach Mauritius. Naturwissenschaftliche Übungen an Bord. Rua-Roas
Gipsabguß. Die Vogelinsel. Fregattvogel und Tölpel. Zur Fouquéinsel. Die
Nacht auf dem Riff. Korallenfischerei. Der Hai. Der Blutschwur. Auf dem
Bambu Pik.
Siebentes Kapitel.
Nach Ceylon. Im Urwalde. Die Elefantentränke. Der Überfall des Tigers.
Die Tempelruinen. Das Dorf der Singhalesen. Die jungen Tiger und die
Ziegenamme. Ratten und Schlangen. Singhalesischer Pfannkuchen. Das
Diamantfeld.
Achtes Kapitel.
Zu den Ureinwohnern Ceylons. Das Veddadorf. Die Schakale. Verrat der
Veddas. Die Höhle. Rettung. Zurück zur Hammonia im Hafen von Galle.
Neuntes Kapitel.
Nach Java. Das Totenthal. Die Flammen des Moro Api. Der Gewittersturm.
Die Höhle des Verrats. Das Tigerpaar. Wieder unter Menschen. Der Feuer
und Schlammberg. Zurück zur Hammonia. Die Strafe der Gelben.
Zehntes Kapitel.
Nach Borneo. Fänge mit dem Schleppnetz. Die Seewiese. Begegnung mit dem
Julius Cäsar. Nachrichten von zu Haus. Weitere Arbeiten mit dem
Schleppnetz. Ankunft in Borneo. Banjar-massing. Der photographische
Apparat. Im Kohlenbergwerk. Die malaiischen Führer. Ins Innere.
Elftes Kapitel.
Die Nacht bei den Dajaks. Die Schädeltrophäen. Totenfeier. Blutrache.
Das Ende der Führer.
Zwölftes Kapitel.
Nach Lombock. Die einmal blühende Palme. Nach Celebes.
Naturwissenschaftliche Beschäftigungen an Bord. Das Pfahldorf der
Orang-Badju. Die Zauberlaterne im Märchenreich. Überfall der
Orang-Badju. Rettung. Ins Innere am Nordende von Celebes. Der Hirscheber
und die Alfuren. Der Fang des Meerwurms. Der ermordete Kamerad. Nach den
australischen Inseln.
Dreizehntes Kapitel.
Die »Schatzkammer der Naturforscher.« Die Nightinsel. Das Beuteltier.
Die Papuas und ihr Lager. Jagdbeute. Der Rüsselpapagei und der
Leierschwanz. Der Doktor in der Felsspalte. Der Atlasvogel. Der Taucher
und die Sepie. Nach Sidney. Ins Innere. Die Australneger und die
Schafherden. Die Känguruhjagd. Känguruhbraten. Rua-Roa und die
Buschotter. Der lachende Hans. Der Wombat. Der Verrat der Australneger.
Gerettet und fast verschmachtet. Das Manna. Wohl aufgehoben bei
deutschen Landsleuten.
Vierzehntes Kapitel.
Durch das Korallenmeer. Auf Tonga. Das Seebeben. Das Wrack der
»Eintracht«. Die Gefangenen der Menschenfresser. Ihre Befreiung.
Fünfzehntes Kapitel.
Nach den Samoainseln. »Tabu.« Auf des Vaters Besitzungen. Die Nachricht
vom Attentat. Dankgottesdienst. Haifischjagd. Tänze der Eingebornen.
Ausflug ins Innere. Barbarische Justiz und Rettung. Rua-Roas Taufe.
Abschied von Samoa.
Sechzehntes Kapitel.
Heimreise. Am Sinai vorüber. Der Suezkanal. Letztes Abenteuer. Taucher
und Schwertfische. Ankunft und Wiedersehn! --
Erstes Kapitel.
Vor der Barre der afrikanischen Handelsstadt Lagos am Meerbusen von
Guinea lag auf den blauen Fluten des Atlantischen Meeres ein stattlicher
Schraubendampfer, von dessen Topp die rotweiße Hamburgische Flagge
lustig im Morgenwind flatterte. Am Heck stand mit großen goldenen
Buchstaben der Name »_Hammonia_«, das ganze Schiff war neu, vor nicht
viel mehr als etwa vier Monaten daheim in der freien Reichsstadt erst
vom Stapel gelaufen und für diese seine Reise um die halbe Erdkugel auf
der Werft des Hauses Gottfried am Reiherstieg eigens erbaut worden.
An Bord befanden sich die beiden Söhne des Reeders mit ihrem Erzieher,
dem würdigen Doktor Bolten und dem jungen Doktor Holm, einem Vetter der
Knaben, zugleich dem naturwissenschaftlichen Lehrer und Führer der
kleinen Expedition, die nicht allein das geheimnisvolle Innere Afrikas,
sondern auch die Sundainseln, Australien und die Perlen des Großen
Ozeans besuchen sollte, und deren Zweck mehr in wissenschaftlichen als
kaufmännischen Erfolgen bestand.
Das Haus Gottfried ist eine der größten und unternehmendsten
Handelsfirmen Hamburgs. Wenn eins unserer jetzigen großen
Kaufmannshäuser an die Handelsfürsten der ehemaligen Reichsstädte des
Mittelalters erinnert, an die Fugger und Welser von Augsburg, die Krafft
von Ulm, so thut es dieses. Nicht allein daß seine auf eigenen Werften
erbauten Schiffe alle Meere durchpflügen, daß seine Wechsel auf allen
Kontoren in den Hafenstädten der fünf Erdteile so gut gelten wie bares
Geld, es gleicht besonders darin dem mächtigen Hause der weiland Welser,
welche damals das heutige Venezuela mit eigenen Feldhauptleuten und
Truppen besetzen und kolonisieren ließen, daß es auch seinerseits und
zwar auf einer Inselgruppe des Stillen Ozeans sich eine Herrschaft
geschaffen hat, die einem Königreiche gleichkommt.
Aus diesem Gottfriedschen Handelsreiche holen die Schiffe des Hauses die
Landesprodukte, hierhin bringen sie wieder zum Austausch europäische
Waren. Aber nicht bloß dem Gewinn dienen die großartigen Unternehmungen
und Verbindungen des Hauses Gottfried, auch der Wissenschaft kommen sie
zu gute, für welche der Handelsherr offenen Blick und offene Hand hat.
Das »Museum Gottfried« ist Zeuge davon. In ihm findet sich vereinigt,
was Forscher und Gelehrte im Auftrage des Prinzipals auf der Inselwelt
der Südsee gefunden haben. Seine Schiffe führen junge Gelehrte mit,
welche die Tierwelt der Tiefsee und des Landes, die Flora des Meeres und
des Innern, die Rassen und Gebräuche der Einwohner erforschen, und
kostbare Werke mit prachtvollen Abbildungen berichten von den Schätzen
des Museums Gottfried.
Dem jüngeren Sohne des weltbekannten hamburgischen Reeders war von den
Ärzten eine Luftveränderung, namentlich ein Aufenthalt in tropischen
Klimaten verordnet; Herr Gottfried bestimmte daher sein neuerbautes
Schiff, die Hammonia, zur Reise nach den Südseeinseln und gestattete,
daß dem langgehegten Wunsche des ältesten Knaben, einen
wissenschaftlichen Ausflug ins Innere von Afrika zu machen, bei dieser
Gelegenheit unerwartete Erfüllung zu teil wurde. Franz bezeigte bis
jetzt für das Stillleben hinter dem Kontorpulte nur außerordentlich
geringe Neigung, er schien mit seinem Wandertrieb und seiner regen
Teilnahme für alle naturwissenschaftlichen Entdeckungen zum Kaufmann
nicht so recht geschaffen; der Vater beschloß daher, ihn die Welt
jenseits des Ozeans und jenseits europäischer Kultur durch eigene
Anschauung kennen lernen zu lassen und dann erst über seine fernere
Zukunft zu entscheiden; für diese Reise waren zwei bis drittehalb Jahre
bestimmt und den beiden Knaben nicht allein zuverlässige Begleiter,
sondern auch an die geachtetsten Handelshäuser aller Häfen schon
vorausgesandte Empfehlungen mitgegeben, so daß nach menschlichen Kräften
überall bestens gesorgt schien und das Unternehmen die schönsten Früchte
versprach.
Auf Madeira war die Hammonia nach zwölftägiger Fahrt angelangt; hier
wurden die jungen Leute einstweilen abgesetzt, und während der Dampfer
aus Rio eine Ladung Reis holte, vollendete Hans, der zweite Sohn des
Reeders, eine vom vortrefflichsten Erfolg begleitete Kur, die ihn so
glücklich genesen ließ, daß schon jetzt im Beginn der Weiterreise fast
alle Spuren des schleichenden wie eine Art von beginnendem Brustleiden
aufgetretenen Fiebers beseitigt waren.
Die Hammonia war inzwischen von Rio zurückgekehrt, hatte die
Gesellschaft an Bord genommen, und nach einem dankbaren Abschiede von
dem schönen Madeira trat das wackere Schiff die Fahrt nach Lagos an, wo
wir unsere Freunde soeben wohl und munter angekommen fanden.
An Bord herrschte Lust und Leben, alles freute sich des wundervollen,
wolkenlosen Himmels und der balsamischen Luft, deren Durchsichtigkeit
die Stadtbewohner früher auch nicht einmal geahnt, viel weniger für
möglich gehalten hätten. Während der Dampfer mittels kleiner
Schleppschiffe, die allein über das Riff vor dem Hafen den Weg finden,
seine Ladung löschte, wurde das große Boot herabgelassen und für die
Fahrt nach dem einige Seemeilen entfernten kleinen Örtchen Palma mit
Proviant und Munition hinreichend versehen. Das Wetter gestattete diese
Fahrt längs der Küste, und so hatten sich denn sämtliche Teilnehmer der
Reise, ganz afrikanisch gekleidet, aufgemacht, um voll Erwartung
kommender Abenteuer den sechs Matrosen nachzuklettern.
Der alte Doktor ging voran. Er war ein sehr rüstiger, wohlerhaltener
Fünfziger mit ebenso milden als intelligenten Zügen, von Kopf bis zu den
Füßen gleich den übrigen bewaffnet und vielleicht zum erstenmale seit
seinen Knabenjahren in weißes Leinen gehüllt. Jeden Augenblick ermahnte
er die jungen Leute zur Vorsicht, ohne indessen viel Gehör zu finden;
die lustige Schar sprang und kletterte ihm nach, ehe seine Worte von
allen verstanden worden waren.
Auf den Köpfen die breitrandigen Strohhüte mit herabflatterndem leinenen
Schirm zum Schutz des Nackens, im Gürtel die breiten dolchartigen Messer
und am Riemen über der Schulter die Botanisierkapseln nebst Fangnetz, so
präsentierten sich der sechsundzwanzigjährige Karl Holm, und die beiden
Brüder Gottfried, Franz von sechzehn, Hans von vierzehn Jahren, hübsche
schlanke Knaben, auf deren jugendlichen Gesichtern die wärmere Sonne des
Südens schon anfing, ihren Einfluß zur Geltung zu bringen. Außer diesen
vier Hauptpersonen und den Matrosen befand sich im Boote noch ein Kommis
der in Lagos ansässigen Zweigniederlassung des hamburgischen
Handelshauses Geiser und Kopp, von seinen Prinzipalen den Söhnen des
befreundeten Reeders als Dolmetscher beigegeben, ein junger Hamburger,
den die Knaben persönlich kannten und der mit Land und Leuten durch
längeren Aufenthalt vollkommen vertraut geworden war.
Vom Bord grüßen der Kapitän und Papa Witt, der Obersteuermann, ein alter
Freund der Brüder, die er schon als ganz kleine Kinder gekannt und denen
er jahraus jahrein von seinen Reisen die schönsten ausländischen
Seltenheiten mitgebracht hatte. Wenn er zu Hause war, dann gab es gewiß
für die Jungen an Sonntagnachmittagen ein Jagdvergnügen auf den kleinen
umbuschten Elbinseln, eine Erzählung von fremden, geheimnisvollen
Gegenden, der sie mit atemlosem Interesse horchten, oder einen Besuch in
seiner Kajütte, wo dann aus Kisten und Kasten die verlockendsten
Spielereien hervorkamen, genug, der Alte, selbst unverheiratet und im
Dienste des Gottfriedschen Hauses ergraut, hatte seine ganze Zuneigung
den beiden Knaben geschenkt, daher sah er ihnen auch jetzt so
wohlgefällig nach und schwenkte den Strohhut, als die Matrosen ihre
Ruder einlegten.
»Hübsch langsam!« ermahnte er zum zehntenmale und mit dem ganzen Abscheu
des Seemanns vor Fußwanderungen. »Nichts übereilt, ihr habt Zeit genug.«
Der Kapitän nickte lächelnd. »Hofft nur von dem Anblick der Küste nicht
zu viel Schönes,« warnte er. »Das meiste ist Busch!«
Ein Grüßen herüber und hinüber, ein Hurra der Matrosen auf dem Dampfer,
und die wissenschaftliche Expedition hatte in aller Form begonnen.
Bisher war man nur in den Häfen zivilisierter Völker gewesen oder
schwamm in bequemer, ja eleganter Kajütte über das Meer, hier aber,
hinter der Ansiedelung Palma, in dem kleinen Dorfe ^L'epée^, entfaltete
sich das geheimnisvolle, unbekannte Naturleben der Neger, hier wohnten
die Schwarzen, unbeeinflußt von Kultur und Sitte, ganz wie seit Anbeginn
der Schöpfung, eben darum aber das Sehenswerteste, Interessanteste, was
es für die jungen abenteuerlustigen Reisenden überhaupt geben konnte.
Die Knaben sahen immer wieder nach ihren Gewehren. Sollte sich denn
nicht bald am Strande irgend ein »wildes Tier« erspähen lassen, und wäre
es auch nur ein ganz bescheidener Vogel oder eine Fledermaus?
Aber nichts dergleichen zeigte sich. Bis nach Palma hin erglänzte die
baumlose sandige Küste in unangenehm blendendem Weiß, nur verkrüppeltes
Buschwerk reckte seine niederen Äste, und ohne Weg oder Steg erhob sich
steil abfallend das wüste Gestade.
Doktor Bolten sah durch die Brille. »Wahrhaftig,« sagte er, »auf den
ersten Anblick hin erscheint Afrika äußerst häßlich.«
»Das ist die Küste beinahe überall,« antwortete der junge Kaufmann.
»Erst etwa eine halbe Stunde von der See entfernt beginnt die
eigentliche tropische Vegetation. Hier herum lebt auch außer den
Strandvögeln kein Tier.«
Auf eine Jagdbeute vom Boot aus war also nicht zu hoffen, und erst als
das kleine Palma erreicht wurde, sahen unsere Freunde in ziemlicher
Entfernung bewaldete Höhenzüge. Hier standen zwei oder drei steinerne
wie Speicher erscheinende Gebäude, zwischen denen sich Negerhütten
vereinzelt erhoben und wo auch mehrere schwarze Gesichter den Reisenden
begegneten, obwohl doch kein eigentliches Dorf vorhanden war. Das
Negerreich ^L'epée^ lag hinter einem breiten, mit geringem Pflanzenwuchs
bestandenen Landstrich, dahin ging es in Begleitung von mehreren als
Gepäckträger gemieteten Krunegern ohne Aufenthalt vorwärts.
Mit jeder Viertelstunde wurde die Gegend hübscher und die Vegetation
üppiger. Hier flog ein bunter, farbenprangender Schmetterling, dort
blühten nie gesehene Blumen oder reiften Früchte an saftigen Stielen, so
daß die Knaben voll Entzücken bald hierhin, bald dorthin sprangen.
»Langsam! langsam!« ermahnte Doktor Bolten, »jede Anstrengung kann für
den Weißen in diesem Klima tödlich werden. Der Weg ist ohnehin
beschwerlich genug!«
Und das war er wirklich. Die Luftwurzeln der Bäume erstreckten sich in
mächtigem Umfang Hunderte von Schritten weit in die Umgebung hinaus,
Rankengewächse flochten grüne, hängende Mauern, und Sumpfstellen
nötigten oft zu weiten, zeitraubenden Bogen.
Man wollte eine breite Lagune erreichen, sich dort übersetzen lassen und
dann jenseits des Wassers das Negerdorf besuchen. Als nach vieler Mühe
der Rand des Gewässers sichtbar wurde, fand sich auf den Fluten
desselben ein äußerst reges Treiben. Einige zwanzig bis dreißig
Rindenkähne mit Balancierstangen, aber ohne Mast oder Segel, voll von
schwarzen Gestalten, strebten sämtlich dem Mittelpunkt der Lagune zu,
und vom anderen Ufer her kamen immer noch mehr nach. Kaum gelang es dem
Dolmetscher, durch wiederholte Zurufe endlich einen der Schiffer zur
Umkehr zu bewegen und ihn an das Land zu locken. Erst nachdem der
Schwarze Geld gesehen, ruderte er schnellstens herbei, trieb aber mit
rückwärts gewandten Blick fortwährend zur Eile und ermahnte seine
Genossen, durch verdoppelte Arbeit die verlorene Zeit wieder einzuholen.
Die vier Kruneger warfen das Gepäck ins Boot, nahmen ohne weiteres ihr
einziges Kleidungsstück, einen Streifen Baumwollenzeug, von den Hüften,
banden ihn um die Köpfe und schwammen wie Fische dem leichten Fahrzeug
voran. Es war, als sei die ganze Bevölkerung plötzlich toll geworden.