Der weiche Gaumen ist auf der Vorderfläche mit einem geschichteten
Pflasterepithel überzogen; die mit hohen Papillen ausgestattete Tunica
propria ist durch eine zusammenhängende Lage dicker elastischer
Fasern von der Submukosa getrennt. In letzterer befinden sich
Fettgewebe, die quergestreiften Muskeln und eine mächtige, vielfach
geschlossene Lage von Schleimdrüsen, deren Körper oft tief in die
Muskeln hineinreichen und deren lange Ausführungsgänge schräg abwärts
gerichtet sind. Ihr feinerer Bau stimmt mit den Schleimdrüsen der
Zungenschleimhaut überein. Die Rückfläche des weichen Gaumens ist
eine Strecke weit vom freien Rande nach aufwärts von fettloser, sonst
aber gleich beschaffener Schleimhaut überzogen; diese geht aber dann
-- in individuell wechselnder Höhe -- in typische respiratorische
Nasenschleimhaut mit gemischten Drüsen (s. Nasenhöhle) über; letztere
können zuweilen bis zur Uvula herab verfolgt werden.
Die Wand des Pharynx besteht aus drei Häuten: Schleimhaut, Muskelhaut
und Faserhaut. Die aus geschichtetem Pflasterepithel und einer
papillentragenden Tunica propria bestehende Schleimhaut ist von der
Muskelhaut durch eine starke Lage längsverlaufender elastischer
Fasern scharf abgegrenzt; diese »elastische Grenzschicht« sendet die
einzelne Muskelfasern umfassenden Fortsetzungen in die Muskelhaut.
Sie verliert sich nach abwärts gegen den Anfang des Ösophagus; auch
nach oben nimmt die Grenzschicht an Stärke ab, bildet aber da, wo die
Muskulatur fehlt, eine Lage, die die bindegewebige Schleimhaut von
der Submukosa trennt. Die Submukosa gewinnt kopfwärts eine bedeutende
Stärke und heftet sich als Fascia pharyngobasilaris der Schädelbasis
an. Zahlreiche Schleimdrüsen vom Bau der Zungenschleimdrüsen, liegen
unterhalb der elastischen Grenzschicht; ihre Ausführungsgänge sind
oft von Leukozytenhaufen umgeben. Auch im Pharynx findet man zugrunde
gehende Schleimdrüsen. In der Pars nasalis des Pharynx geht das Epithel
in mehrreihiges flimmerndes Zylinderepithel über, dessen untere Grenze
ziemlichen Schwankungen unterliegt; die hier befindlichen Drüsen liegen
über der Grenzschicht und stimmen im Bau mit den gemischten Drüsen der
respiratorischen Nasenschleimhaut überein.
[Illustration: Fig. 227.
Querschnitt der Tonsilla palatina eines 23jährigen. Bei ×, × geht der
Schnitt schräg durch die Schleimhaut, so daß die Knötchen in mehreren
Schichten unter dem Epithel zu liegen scheinen. 4mal vergrößert.
Technik Nr. 127, S. 360.]
Sehr reichlich ist die Entwicklung des lymphatischen Gewebes. Dasselbe
bildet zwischen beiden Gaumenbögen jederseits eine unter dem Namen
~Tonsilla palatina~ bekannte, ansehnliche Anhäufung, die hinsichtlich
ihres Baues beim Menschen und bei vielen Tieren einer Summe großer
Zungenbälge entspricht (s. S. 316); hier wandern so zahlreiche
Lymphozyten durch das Epithel in die Balghöhlen, daß die Tonsillen als
die ausgiebigste Quelle der Speichelkörperchen zu betrachten sind.
In der Nachbarschaft der Tonsille sind viele Schleimdrüsen gelegen.
Auch in der Pars nasalis pharyngis ist das lymphatische Gewebe stark
vertreten; es bildet am Dache des Schlundkopfes eine ansehnliche,
als »~Pharynxtonsille~« bekannte Masse, die hinsichtlich ihres Baues
mit dem der Gaumentonsillen übereinstimmt, nur ist das lymphatische
Gewebe weniger scharf von der übrigen Tunica propria abgegrenzt. Auch
hier wandern viele Lymphozyten durch das Epithel. Die Entwicklung
des gesamten adenoiden Gewebes der Mundhöhle und des Pharynx ist
bedeutenden Schwankungen unterworfen; man faßt es auch unter dem Namen
»lymphatischer Rachenring« zusammen.
Die ~Muskelhaut~ (Mm. constrictores pharyngis) besteht aus
quergestreiften Fasern, deren Anordnung in das Gebiet der
makroskopischen Anatomie gehört. Die ~Faserhaut~ ist ein derbfaseriges,
mit zahlreichen elastischen Fasern durchsetztes Bindegewebe. Blut-,
Lymphgefäße und Nerven verhalten sich wie die der Mundhöhle.
B. Rumpfdarm.