V. Verdauungsorgane.

Schleimhaut.

Die innere Oberfläche des gesamten Darmtraktus, der Respirationsorgane

sowie gewisser Bezirke des Urogenitalsystems und einzelner

Sinnesorgane ist von einer weichen, feuchten Haut, der ~Schleimhaut,

Membrana mucosa~, überzogen. Dieselbe besitzt gegen das Lumen einen

Epithelüberzug, der je nach der Aufgabe des von der Schleimhaut

ausgekleideten Organes sehr verschieden gebaut sein kann; an

vielen Stellen sind aus diesem Epithel Drüsen entstanden, die sich

entweder im Bereich der Schleimhaut vorfinden oder mit ihr nur

durch Ausführungsgänge in Verbindung geblieben sind. Das vielerorts

mit besonderen Einrichtungen (speziell im Verhalten der Blut- und

Lymphgefäße) versehene Bindegewebe der Schleimhaut bezeichnen wir als

~Tunica propria~ (Stroma). Dieses geht bei solchen Schleimhäuten, die

unverschieblich mit der Unterlage (besonders mit Knochen) verbunden

sind, unmittelbar in das die Verbindung herstellende Bindegewebe über,

das wir als ~Tela submucosa~ bezeichnen. Wo die Schleimhaut auf der

Unterlage stark verschieblich ist, ist dieses Bindegewebe sehr locker

gebaut; auch besitzen solche Schleimhäute in der Regel als basalen

Abschluß eine schmächtige Lage glatter Muskulatur (~Tunica muscularis

mucosae~), die der Schleimhaut eine Eigenbeweglichkeit verleiht.

Die Schleimhaut setzt sich also in diesen Fällen zusammen aus:

I. Tunica epithelialis,

II. Tunica propria,

III. Tunica muscularis mucosae.

A. Kopfdarm.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 126 / 286 题