III. Organe des Nervensystems.

Die Elemente des Nervengewebes und der Glia sind vielfach unter

Anteilnahme von Bindegewebe zu kleineren und größeren Einheiten

zusammengeschlossen, die alle unter sich in Verbindung stehen und die

gesamten Bestandteile des Körpers durch ihren regulierenden Einfluß zu

einem Organismus gestalten.

Zur mikroskopischen Charakterisierung der Anteile des Nervensystems

gehört in erster Linie der Nachweis von Nervenzellen oder Nervenfasern;

die letzteren sind oft (besonders in den peripheren Nervenendigungen)

nur mit besonderen, schwierigen Methoden zu erkennen.

Eine histologische Schilderung des Nervensystems nach seinem

funktionellen Aufbau ist bei dem eigenartigen Zusammenhang seiner

Elemente kaum durchführbar; auch würde eine, unsere heutigen

Kenntnisse nur einigermaßen berücksichtigende, funktionelle

Darstellung weit über den Rahmen dieses Buches hinausgehen. Hier

werden deshalb nur die wesentlichen Tatsachen der Zusammensetzung

des Nervensystems insoweit berücksichtigt, als sie zur Erkennung

pathologischer Abweichungen im Allgemeinen erforderlich sind.

I. ~Das zentrale Nervensystem~ gliedern wir in Gehirn und Rückenmark,

die aber unmittelbar ineinander übergehen. Wie der Rumpfabschnitt in

den meisten Systemen deutlicher als der Kopfabschnitt eine segmentale

Gliederung erkennen läßt, so sind auch im Rückenmark Anklänge an eine

Segmenteinteilung noch leichter festzustellen als im Gehirn, in dessen

Hauptteilen eine Segmentierung fehlt.

Die Segmentierung des Rückenmarkes kommt zwar weniger in seinem

äußeren Aufbau zum Ausdruck, wohl aber in dem segmentalen

Zusammenhang mit den peripheren Nerven (Wurzeln), der Anordnung

der Spinalganglien, sowie in der Anordnung gewisser Zellgruppen

in seinem Innern.

Die nervösen Zentralorgane bilden nach ihrer Anlage ein

relativ dünnwandiges Rohr, dessen Wandung aus zahlreichen

Zellen besteht. Mit der Wandverdickung vermehren sich diese

Zellen; gleichzeitig beginnt aber eine Differenzierung, die

regelmäßig zur Ausbildung von drei Schichten führt (siehe Fig.

149, S. 239): den Zentralkanal unmittelbar begrenzend 1. ~die

Matrix~, 2. aus Zellen bestehend, die der Matrix entstammen,

die ~Mantelzone~ und 3. der zellfreie ~Rindensaum~. Am fertigen

Zentralnervensystem ist nur noch das Ependym als Rest der Matrix

aufzufassen; die Gesamtheit der Nervenzellen und des überall

verbreiteten Gliaplasmodiums ist aus der Matrix durch Vermittlung

der Mantelzone entstanden. Der zellfreie Rindensaum ist im

Rückenmark die Anlage der weißen Substanz. Im Gehirn (besonders

im Klein- und Großhirn siehe S. 239 u. 245) führen kompliziertere

Entwicklungsvorgänge zu mannigfachen Abweichungen.

Rückenmark.

Das Rückenmark besteht aus zwei, schon mit unbewaffnetem Auge

unterscheidbaren Substanzen, einer weißen und einer grauen, deren

Lagerungsbeziehungen am besten an Querschnitten des Rückenmarks (Fig.

143) erkannt werden können.

Die ~weiße Substanz~ enthält fast ausschließlich markhaltige

Nervenfasern (daher ihre weiße Farbe) und schließt die graue Substanz

rings ein. Sie wird durch einen tiefen vorderen Längsspalt, die

~Fissura mediana anterior~, und ein hinteres »~Septum~ (früher Fiss.)

~med. post.~« unvollständig in eine rechte und linke Hälfte getrennt.

Jede Hälfte zerfällt durch die Austrittsstellen der vorderen und

hinteren Nervenwurzeln in einen großen ~Seitenstrang~, in einen

~Vorder~- und einen ~Hinterstrang~. Im unteren Hals- und oberen

Brustteile des Rückenmarkes läßt jeder Hinterstrang zwei Abteilungen

unterscheiden, von denen die mediale ~Fasciculus gracilis~ (~Goll~),

die laterale ~Fasciculus cuneatus~ (Burdach) heißt. Die Vorderstränge

hängen im Grunde des vorderen Längsspaltes durch die ~weiße Kommissur~

(oft schlechthin als Comm. anterior bezeichnet) miteinander zusammen.

In dieser Kommissur kreuzen neben anderen Fasern die vom Gehirn

herabsteigenden (motorischen) Pyramidenbahnen.

In der weißen Substanz des Rückenmarkes verlaufen im Prinzip drei

Arten von Nervenfasern. 1. Die zu peripheren Neuronen gehörigen

sensiblen, motorischen und sympathischen Fasern; 2. Fasern, die

zu Rückenmarkszellen gehören, die die Neurone verschiedener

Rückenmarkssegmente miteinander verbinden; 1. und 2. bilden die

faserigen Anteile des »Eigenapparates«; dazu treten aber noch

3. zahllose Fasern, die die Verbindung mit Neuronen herstellen,

deren zelligen Anteile im Gehirn liegen. Die letzteren werden auf

Querschnitten, die näher dem Gehirne liegen, naturgemäß einen

größeren Raum beanspruchen. Daher kommt es, daß die Gesamtmasse

der weißen Substanz um so mächtiger wird, je mehr sie sich dem

Gehirn nähert. Das macht sich auf Querschnitten des Rückenmarkes

an einer absoluten Zunahme der weißen Substanz in kaudo-kranialer

Richtung bemerkbar.

Die ~graue Substanz~ (ihrer relativen Armut an markhaltigen Fasern

wegen weniger weiß erscheinend) enthält fast alle Nervenzellen des

Rückenmarkes, ist mikroskopisch ziemlich scharf gegen die umgebende

weiße Substanz abgegrenzt und erscheint auf dem Querschnitte in Form

eines H, besteht also im ganzen aus zwei seitlichen Säulen, welche

durch ein frontal gestelltes Blatt, die ~graue Kommissur~, miteinander

verbunden werden. An jeder Säule unterscheiden wir eine dickere

~Vordersäule~ (-horn) und eine schlankere ~Hintersäule~ (-horn).

[Illustration: Fig. 143.

Querschnitt der Lendenanschwellung des menschlichen Rückenmarks. 11mal

vergr. Technik Nr. 97a, S. 270.]

Die Gesamtmasse der grauen Substanz wie ihre Form wechselt in

den verschiedenen Höhen des Rückenmarkes nicht unbeträchtlich;

die Gesamtmasse ist am größten in den zu den mächtigen

Innervationsbezirken der Extremitäten zugehörigen Teilen

(Intumescentia cervicalis und lumbalis). Hier ist im Vergleich

zum »Brustmark« das Verhältnis der grauen zur weißen Substanz

zugunsten der grauen verschoben. Das Ende des Conus medullaris

besteht fast nur aus grauer Substanz. Am lateralen Teile der

Vordersäule in gleicher Frontalebene mit dem Zentralkanale findet

sich die besonders im oberen Teile des Brustmarkes deutlich

ausgeprägte ~Seitensäule~ (-horn). Vom vorderen Umfange der

Vordersäule entspringen in mehreren Bündeln die im wesentlichen

motorischen ~vorderen~ Wurzeln, während an der hinteren und

medialen Seite der Hintersäule die größtenteils sensiblen

~hinteren Wurzeln~ der Spinalnerven eintreten.

In den vorderen Wurzeln wie in den hinteren verlaufen auch

sympathische Fasern, die peripher durch die Rami communicantes

mit dem Grenzstrang in Verbindung stehen. Ein Teil dieser Fasern

entspringt sicher aus den (sympathischen) Zellgruppen der

Seitensäule des Rückenmarkes; von anderen kennen wir den Verlauf

nicht.

An der lateralen Seite der Hintersäulenbasis findet sich eine aus

netzartig verbundenen Balken grauer Substanz gefügte Masse, die

~Formatio reticularis~; an der medialen Seite der Hintersäule, nahe

der grauen Kommissur der ~Dorsalkern~ (~Clarke~), der in der ganzen

Länge des Brustmarkes und im oberen Teil des Lendenmarkes als gut

abgegrenzte Gruppe von Ganglienzellen sichtbar ist, aber auch in den

übrigen Partien des Rückenmarkes nicht ganz fehlt. An der Spitze

der Hintersäule unterscheidet man eine, besonders makroskopisch gut

wahrnehmbare gallertig scheinende Masse, die ~Substantia gelatinosa~

(~Rolando~), dorsalwärts von dieser die schmale ~Zona spongiosa~, an

deren dorsalem Rande endlich die ~Randzone~ (Zona terminalis), ein

Feld quer durchschnittener, feiner Nervenfasern, sich befindet. In

dem grauen schmalen Querstück der £H£-Figur liegt der Querschnitt

des das ganze Rückenmark durchziehenden Zentralkanals, welcher von

der kaudalwärts an Masse abnehmenden ~Substantia grisea centralis~

umgeben ist. Der ~Zentralkanal~ ist 0,5 bis 1 mm weit und nicht selten

obliteriert. Dorsal und ventral wird er von einer schmalen Lage

grauer Substanz bedeckt; dorsal, wo sie faserärmer ist, bezeichnet

man sie als Comm. posterior (grisea), ventral tritt sie gegenüber

des Comm. anterior (alba) ganz zurück. Von der ganzen Peripherie der

grauen Substanz strahlen gröbere oder feinere Fortsätze, die ~Septula

medullaria~, in die weiße Substanz.

~Feinerer Bau.~ Wir beginnen hier mit der ~grauen Substanz~, von

deren Kenntnis das Verständnis der weißen Substanz abhängt. Die graue

Substanz besteht aus multipolaren Nerven-(Ganglien-)zellen, die mit

ihren Dendriten und Neuriten ein dichtes Gewirr, den ~Nervenfilz~

(Neuropilem) bilden. In diesen Filz treten noch Nervenfasern, die zum

Teil von den weißen Strängen, zum Teil von den Hinterwurzeln herkommen;

die ~Neuroglia~ trägt das Ganze.

1. Die ~Nervenzellen~ werden nach dem Verhalten ihres Neuriten

eingeteilt in a) motorische Nervenzellen, b) Strangzellen, c)

Binnenzellen, d) Bahnzellen; a-c gehören zum »Eigenapparat« des

Rückenmarkes, das heißt dem Teil dieses Organes, der auch bei

Ausschaltung höherer Zentren sensible Erregungen in motorische

Leistungen umsetzen kann. Die unter d aufgeführten Zellen bewirken

dagegen eine Verbindung mit höheren Zentren; ihr Neurit leitet in

zentripetaler Richtung. Durch zahlreiche aus dem Gehirn absteigende

Bahnen wird der »Eigenapparat« des Rückenmarkes andauernd reguliert;

diese Bahnen verlaufen in der weißen Substanz und gelangen in die graue

erst unmittelbar vor der Endaufsplitterung an den Ganglienzellen.

a) Die ~motorischen Nervenzellen~, welche in Gruppen in der Vordersäule

liegen.

Man sieht an der Hals- und Lendenanschwellung zwei Gruppen,

eine medial-vordere und eine lateral-hintere (vgl. Fig. 142),

sie sind im obersten Halsmark und im Brustmark zu einer Kolonie

vereint; minder scharf läßt sich noch eine medial-hintere

und eine lateral-vordere Gruppe unterscheiden, die beide

gleichfalls motorische Zellen enthalten. Auf Längsschnitten

(besonders gut bei Amphibien) zeigt sich, daß die Zellgruppen den

Ursprungsgebieten der einzelnen Wurzeln entsprechend segmental

angeordnet sind.

[Illustration: Fig. 144.

Querschnitt durch das Rückenmark eines 7 Tage bebrüteten Hühnerembryo.

80mal vergrößert. Die weiße Substanz ist noch wenig entwickelt, der

Zentralkanal noch sehr groß. Technik Nr. 99a, S. 271.]

Diese Ganglienzellen besitzen einen großen (67-135 µ) Zellkörper,

dessen ~Nißl~-Substanzen ihm das oben (S. 136) geschilderte, getigerte

Aussehen verleihen sowie ausgedehnte, weit bis in die Hintersäulen

und in die Vorder- oder Seitenstränge reichende Dendriten; ihr Neurit

tritt, meist nach Abgabe unbedeutender Seitenzweige (»Kollateralen«),

gewöhnlich aber ohne diese, an der Spitze der Vordersäule in die weiße

Substanz, durchsetzt diese in schräg absteigendem Verlaufe und wird

dabei, indem er eine Markscheide erhält, zum Achsenzylinder einer

markhaltigen Nervenfaser. Er verläßt als Bestandteil eines vorderen

(ventralen) Wurzelfaserbündels das Rückenmark. Alle (nach anderen

Autoren nur die Mehrzahl) vorderen Wurzelfasern entspringen aus den

motorischen Vordersäulenzellen, und zwar aus denen derselben, nicht der

entgegengesetzten Seite (Fig. 144).

Mit den vorderen Wurzeln verlassen höchstwahrscheinlich auch die

Neuriten etwas kleinerer, ebenfalls multipolarer Nervenzellen,

deren Summe man als Nucleus sympathicus lateralis (an der Kante

der Seitensäule gelegen) bezeichnet.

b) Die ~Strangzellen~ (Fig. 145) bilden die Hauptmasse der Nervenzellen

der grauen Substanz und liegen in dieser überall (mit Ausnahme der von

den motorischen Nervenzellen eingenommenen Stellen) teils zerstreut,

teils in Gruppen (wahrscheinlich in allen Teilen des Querschnittes).

Die Strangzellen sind ein wichtiges Glied in der Reizübertragungskette

im Rückenmark, indem sie einerseits unter dem Einfluß der peripheren

sensiblen Neurone stehen, andererseits durch ihre verzweigten Neuriten

mit einer größeren Anzahl von motorischen Neuronen beider Seiten

verbunden sind. Durch ihre Vermittlung können auf einen lokalen

Reiz hin eine große Anzahl motorischer Neurone erregt werden. Die

Strangzellen sind meist kleiner, wie die motorischen Nervenzellen

und besitzen wenige, schwach verästelte, aber weit ausgestreckte

Dendriten. Ihr Neurit tritt, nachdem er noch in der grauen Substanz

viele Kollateralen abgegeben hat, in die weiße Substanz (in den

Vorder- oder Seitenstrang, sehr selten in den Hinterstrang), und zwar

entweder derselben (»homolaterale Zellen«) oder der entgegengesetzten

Seite (»kontralaterale Zellen«). Zellen der letzteren Art hat man auch

~Kommissurenzellen~ genannt, weil ihr Neurit die vordere Kommissur

durchsetzt, ehe er in die weiße Substanz eintritt.

[Illustration: Fig. 145.

Schema der Lage und Verästelung der Nervenzellen, sowie der hinteren

Wurzeln des Rückenmarks.]

Die Kommissurenzellen nehmen ein Feld ein, welches den

Zentralkanal von der ventralen Seite her bogenförmig umfaßt;

dort sind sie von besonderer, den motorischen Vordersäulenzellen

nahekommender Größe. Auch weiter hinten, im mittleren

Abschnitt der grauen Substanz finden sich noch zerstreute

Kommissurenzellen, dagegen fehlen sie in der Hintersäule.

In der weißen Substanz angelangt, teilt sich der Neurit der meisten

Strangzellen in eine vertikal auf- und absteigende »~Stammfaser~«,

die während ihres parallel der Rückenmarklängsachse gerichteten

Verlaufes Seitenäste (Kollateralen) abgibt, welche wieder in die graue

Substanz einbiegen und hier frei verästelt enden; auch die Stammfasern

selbst enden schließlich wie eine Kollaterale. Die vom Vorderstrang

eintretenden Kollateralen dringen einzeln oder bündelweise in die

Vordersäule, wo sie die großen motorischen Zellen umspinnen, besonders

zahlreich sind sie im lateral-vorderen Bezirk der Vordersäule; nicht

weniger zahlreich sind die vom Seitenstrang herkommenden Kollateralen.

Beim Erwachsenen sind die Neuriten aller Strangzellen mit einer

Markscheide umgeben.

Es gibt auch noch andere Strangzellen, deren Neurit in die weiße

Substanz tritt und dort ~ohne~ Teilung auf- oder abwärts umbiegt.

Unter dem Namen »~plurifunikuläre Zellen~« sind Strangzellen

beschrieben worden, deren Neurit in der grauen Substanz sich in 2

oder 3 Äste teilt, die sich in ebensoviele Fasern verschiedener

Stränge fortsetzen.

c) Die ~Binnenzellen~, die die graue Substanz nicht überschreiten,

besitzen ganz kurze, sich rasch verästelnde Neuriten; sie kommen in den

Hintersäulen vor (Fig. 145), wo ihre Endverästelung sich entweder auf

derselben oder auf der entgegengesetzten Rückenmarkshälfte ausbreitet.

[Illustration: Fig. 146.

Stück eines Längsschnittes des Rückenmarkes einer neugeborenen

Ratte. 110mal vergr. Der Schnitt hat zwei hintere Wurzeln getroffen.

Kollateralen sind nicht zu sehen. Technik Nr. 99a, S. 271.]

d) Die ~Bahnzellen~, deren Neurit in frontaler Richtung aufsteigt, die

Erregung also von sensiblen, peripheren Neuronen in frontalere Zentren

weiterleitet. Unter ihnen sind diejenigen der ~Clarke~schen Säulen (s.

S. 230) am besten bekannt. Ihr Neurit zieht dem Kleinhirn zu.

2. Die ~Nervenfasern~ stammen, soweit sie aus den Vorder- und

Seitensträngen hereintreten, zu einem Teil von den markhaltigen

Kollateralen und Enden der Strangzellen-Neuriten, zum anderen Teil

von (ebenfalls eine Markscheide besitzenden) Neuriten, die vom Gehirn

kommen[99]. Dazu kommen noch die markhaltigen Nervenfasern der hinteren

(dorsalen) Wurzeln, welche von den zentripetalen Fortsätzen der

Spinalganglienzellen (S. 139) abstammen. Diese hinteren Wurzelfasern

treten in das Rückenmark in zwei Gruppen ein, eine laterale -- sie

verläuft in der Randzone -- und eine stärkere, mediale, welche im

Hinterstrang verläuft. Jede dieser Fasern senkt sich von da nicht

direkt in die graue Substanz, sondern teilt sich zuerst y-förmig in

eine längere aufsteigende und eine kürzere absteigende Stammfaser

(Fig. 146), von welchen unter rechtem Winkel viele Kollateralen

entspringen (Fig. 145). Erst diese treten in die graue Substanz ein und

verteilen sich mit ihren Endverästelungen fast über alle Punkte der

grauen Substanz. Von der lateralen Wurzelfasergruppe endet ein Teil

in der Hintersäulenspitze und bildet dort einen sehr feinfaserigen,

dichten Plexus; ein zweiter Teil liegt in der Substantia gelatinosa

(Fig. 147¡c¡); von der medialen Gruppe endet ein Teil im Dorsalkern

(~Clarke~) (Fig. 147¡a¡); hier reichen die Markscheiden weiter als

sonst, d. h. bis zu den letzten Endverästlungen. Ein anderer Teil,

welcher den medialen Abschnitt der Substantia gelatinosa durchsetzend

ventralwärts bis in die Vordersäule zieht, umspinnt dort fächerförmig

ausstrahlend die motorischen Vordersäulenzellen (Fig. 147¡b¡);

diese letzteren, sehr kräftigen Kollateralen (»Reflexkollateralen«)

entspringen von dem gleich an die Teilungsstellen grenzenden Abschnitt

der Stammfasern und bilden das Reflexbündel.

[Illustration: Fig. 147.

Querschnitt durch das Rückenmark einer neugeborenen Ratte,

Kollateralen. 75mal vergr. Auf der rechten Hälfte ist nur je ein

Repräsentant jeder Art eingezeichnet. Technik Nr. 99a, S. 271.]

Reflexbündel und Dorsalkernkollateralen senken sich in

lateralwärts konkavem Bogen in die graue Substanz und sind

in ihrer ansehnlichen Masse leicht wahrzunehmen (Fig.

143). Man hat ihre Einsenkungsstelle »Einstrahlungszone«,

»Wurzeleintrittszone«, genannt.

Ein weiterer, kleiner Teil der Hinterwurzelfasern endlich tritt durch

die hintere graue Kommissur in die Hintersäule der anderen Seite. Ein

letzter, ebenfalls kleiner Teil geht quer durch die Hintersäulenbasis

zum Seitenstrang derselben Seite. Wie die Kollateralen verhalten sich

auch die Enden der Stammfasern, die wahrscheinlich erst nach langem,

unter Umständen bis in die Medulla oblongata hineinreichendem Verlaufe

in die graue Substanz umbiegend endigen.

Die Eigentümlichkeiten der Subst. grisea centralis und Subst.

gelatinosa, welche auch zur grauen Substanz gehören, werden durch die

Menge der Neuroglia bedingt und sollen mit dieser beschrieben werden.

Was den feineren Bau der ~weißen~ Substanz betrifft, so besteht

diese nur aus Nervenfasern, markhaltigen und marklosen. Die Dicke

der Fasern ist sehr verschieden; die dicksten Fasern finden sich in

den Vordersträngen und an den lateralen Teilen der Hinterstränge,

die feinsten in den medialen Teilen der Hinterstränge und in den

Seitensträngen da, wo die weiße Substanz an die graue stößt. In den

übrigen Partien sind dicke und dünne Fasern gemischt vorhanden.

Die meisten Nervenfasern verlaufen der Längsachse des Rückenmarkes

parallel, sind also in dessen Querschnitte quer getroffen. Außerdem

kommen schräg verlaufende Fasern vor. Solche liegen in größerer Anzahl

vor der grauen Kommissur und bilden, sich kreuzend, die weiße Kommissur

(Fig. 143).

[Illustration: Fig. 148.

Stück eines Querschnittes des menschlichen Rückenmarkes

(Seitenstranggegend). 180mal vergrößert. Technik Nr. 98b, S. 271.]

Sehr wichtig ist die Querschnittstopographie der weißen Substanz,

deren Kenntnis zum Verständnis vieler Krankheitsbilder notwendig ist,

bezüglich dieser Topographie muß auf die Spezialschriften verwiesen

werden.

Die ~Neuroglia~, deren elementare Zusammensetzung oben (S. 140)

beschrieben ist, schließt die nervöse Substanz allseitig von dem

Blutgefäßbindegewebsapparat ab.

Bindegewebe findet sich im Rückenmarke nur sehr spärlich in der

unmittelbaren Umgebung der Blutgefäße, die von der Pia mater aus

von allen Seiten in die weiße Substanz eindringen, aber in der

Regel vor der grauen Substanz haltmachen.

Gegen alle Bindegewebsoberflächen (also auch an den Gefäßgrenzen) sind

feinere oder gröbere gliöse Membranae limitantes ausgebildet. Besonders

kräftig ist eine solche an der ganzen Oberfläche des Rückenmarkes

(sogenannte Hornspongiosa) zu finden, wo sie von einem dichten Filz von

Gliafasern gestützt wird (Fig. 148).

Von hier aus erstrecken sich verschieden kräftige, gliöse Septen

in die weiße Substanz hinein.

Die weiße Substanz wird von dem ziemlich gleichmäßig verteilten,

gliösen Plasmodium durchzogen, das alle Nervenfasern umhüllt; die

in der weißen Substanz liegenden Zellkerne gehören sämtlich dem

Gliaplasmodium an.

Mit der ~Golgi~-Methode (siehe S. 271), die nur Bruchstücke des

Gliaplasmodiums inkrustiert, stellen sich die Elemente der Glia

in der weißen Substanz meist als »Langstrahler« (siehe Fig. 92,

S. 141) dar.

In der grauen Substanz bildet die Glia teilweise einen noch

dichteren Filz; man findet hier die sogenannten Kurzstrahler am

häufigsten.

Besonders reich an gliöser Substanz ist die unmittelbare Umgebung

des Zentralkanals, der bei jüngeren Individuen regelmäßig mit den

Ependymzellen (s. S. 142) ausgekleidet ist.

In ~Golgi~-Präparaten besitzen die Ependymzellen einen radiär

die graue, bei Embryonen auch die weiße Substanz durchsetzenden

Fortsatz; nach dem Lumen zu sind diese Zellen mit fädigen

Anhängen versehen.

Beim Erwachsenen setzen sich die Ependymzellen nur hinten (in das

Septum medianum posterius) und vorne, bis zum Grunde der Fissura

mediana anterior noch bis zur Oberfläche des Rückenmarkes fort.

Sehr oft ist der Zentralkanal beim Erwachsenen durch gewucherte

Ependymzellen ganz oder teilweise geschlossen.

Gehirn.

Die Zusammensetzung des Gehirnes findet ihren charakteristischen

Ausdruck sowohl in der Anordnung der weißen Substanzen wie in den auch

hier durch die mehr graue Farbe auffallenden Ganglienzellgruppen.

Bieten die aus markhaltigen Nervenfasern zusammengesetzten weißen

Substanzen histologisch keine Besonderheiten, so ist dies im

höchsten Grade bei den grauen Substanzen der Fall, die nach Form,

Zusammenlagerung, Größe und Pigmentgehalt der Ganglienzellen viele

bedeutsame Differenzen aufweisen. Der Verteilung der grauen Substanzen

folgt deshalb naturgemäß die Darstellung.

Die hochkomplizierte Zusammensetzung des Gehirnes entstammt einer

embryonalen Anlage, die sich histologisch zunächst dem Rückenmarke

durchaus ähnlich verhält. So behalten denn auch Teile des Gehirnes

zeitlebens in ihrem Aufbau eine innige Verwandtschaft zum Rückenmarke

bei. Insbesondere sind dies Teile, die dem Ventrikelsystem der

kaudaleren Hirnabschnitte anliegen. Die charakteristischen Abweichungen

hängen mit den besonderen Aufgaben zusammen, die die Ausbildung der

Sinnesorgane und der großen regulativen Apparate (Großhirnrinde,

Kleinhirnrinde u. a.) mit sich bringen. Diese dem Hirnstamm

eingelagerten Teile umfassen das ~zentrale Höhlengrau~, die Ursprungs-

und Endkerne der Hirnnerven und gewisse als dem vegetativen System

zugehörig erkannte Ganglienzellgruppen (besonders im Zwischenhirne).

Ontogenetisch sehr frühzeitig kommt es zur Absonderung großer

Ganglienzellgruppen, die neue besondere Formationen bilden; unter ihnen

sind am auffälligsten die sogenannten ~Stammganglien~ des Großhirnes,

die Substantia nigra, der Nucleus ruber, der ~Nucleus olivaris inf.~

und der ~N. dentatus~ des Kleinhirnes. Diese Ganglienzellgruppen

bleiben dem Ventrikelsystem noch relativ genähert, während sich endlich

durch frühzeitige Zellabwanderung die grauen ~Rindensubstanzen~ in

~Groß-~ und ~Kleinhirn~ ausbilden. Diese stellen die größte Abweichung

vom einfacheren Aufbau der Nervensubstanz dar, zeigen gleichzeitig in

Aufbau und Funktion das höchste erreichte Differenzierungsstadium.

Der Ausgangsort für die Ausbildung aller Strukturen im Gehirn

bildet wiederum die dem Ventrikelsystem anliegende Matrix, deren

Überrest als ~Ependym~ alle Hohlräume des Gehirnes auskleidet.

Ihm kommen die gleichen Charaktere wie im Rückenmarke zu; auf

die besondere Ausgestaltung dieses einschichtigen Epithels im

Bereiche der Plexus chorioidei wird unten (S. 252) besonders

eingegangen.

a) Die dem Rückenmarksgrau ähnlich gebauten Teile des Hirnstamms.

Hierher gehören die Ganglienzellgruppen, die von mannigfachen kurzen

und langen Bahnen durchsetzt, in den Gebieten des Hirnstammes von der

Rautengrube bis zum Infundibulum mit dem Ursprunge der motorischen,

dem Eintritt der sensiblen Hirnnerven in Verbindung stehen. Ferner

kennen wir auch im Hirnstamm große Nervenzellenhaufen, die etwa

mit den Bahnzellen des Rückenmarkes in Vergleich zu setzen sind

([sensible] Hinterstrangkerne, [motorische] Nucleus ruber u. a.);

diese sind Nervenzellsysteme, die in die Kette der langen motorischen

und sensiblen Bahnen eingeschaltet sind. Auch Strangzellen fehlen dem

Hirnstamm natürlich nicht.

Histologisch finden wir deshalb prinzipiell die gleichen

Zellformen wie im Rückenmark, multipolare (in den Ursprungskernen

des motorischen Trigeminusanteiles und im Hypoglossuskern

auffallend große) motorische Zellen, ferner Zellen vom Typus

der Bahnzellen, Strangzellen usw. (eine ins Einzelne gehende

Schilderung kann hiervon nicht gegeben werden).

In neuerer Zeit wendet sich die Aufmerksamkeit besonders den

Zentren für das vegetative Nervensystem zu, die vermutlich

durch die ganze Länge des Hirnstammes verteilt, ihren kranialen

Abschluß im Zwischenhirn finden. Hier gehören die in dichte

Fasergeflechte eingeschlossenen Gruppen kleinerer Ganglienzellen,

wie sie im zentralen Höhlengrau des III. Ventrikels (mediale

Fläche des Thalamus, Tuber cinereum, Corpus mamillare, Ganglion

interpedunculare usw.) gefunden werden, zu den vegetativen

Zentren. Hierfür spricht auch die Ähnlichkeit der hier gefundenen

Ganglienzellen mit denjenigen des viszeralen Vaguskernes und der

sympathischen Anteile in den Seitenhörnern des Rückenmarkes.

Aus der großen Zahl der besonderen Einrichtungen des Hirnstammes

greifen wir hier noch die ~Olive inferior~ nebst dem ~N. dentatus~, die

Substantia nigra und die sogenannten ~Stammganglien~ heraus.

b) Oliva inferior und N. dentatus.

In allen wesentlichen Einzelheiten des Aufbaues übereinstimmend,

haben wir anscheinend Apparate vor uns, die in irgendeiner

Beziehung zur Regulation des Gleichgewichtes stehen; diese

Gebilde sind beim aufrecht gehenden Menschen bedeutend stärker

entwickelt als bei den vierbeinigen Säugern.

Die ziemlich einheitlich gebauten Ganglienzellen dieser gefalteten

grauen Bänder sind von mittlerer (18-25 µ) Größe, besitzen zahlreiche,

kleine ~Nißl~körper, zumeist reichlich gelbes Pigment und viele sehr

stark verästelte Dendriten; der Neurit geht mannigfache Verbindungen

ein, von denen z. B. die Verbindung der unteren Olive mit dem

Kleinhirn, des N. dentatus mit dem N. ruber (von da Bahnen zu den

motorischen Kernen des Rückenmarkes) sicher gestellt sind.

c) Substantia nigra.

Hier wird die schon makroskopisch sichtbare Dunkelfärbung dadurch

hervorgerufen, daß die meist spindelförmigen Ganglienzellen ein

tiefdunkelbraunes, feinkörnig angeordnetes Pigment enthalten (Melanin).

Das Pigment, das den meisten Tieren an dieser Stelle fehlt,

entwickelt sich beim Menschen vom 4. bis zum 18. Lebensjahre,

ohne dann weiterhin zuzunehmen. Auch ist es längst nicht in allen

Ganglienzellen dieser Regionen vorhanden. Die Bedeutung dieser

Pigmentierung, die auch in den Nervenzellen des Locus coeruleus

zu finden ist, bedarf noch der Aufklärung.

d) Die Stammganglien.

Diese in ihrer Bedeutung noch stark umstrittenen, gewaltigen

Nervensubstanzanhäufungen, die man in N. caudatus und N.

lentiformis unterteilt, enthalten zahlreiche meist kleinere

multipolare Ganglienzellen, deren Form und Verteilung es

besser erscheinen lassen, den N. caudatus und das Putamen

des Linsenkernes zusammenzufassen und vom Globus pallidus

abzutrennen; auch neuere experimentell physiologische, wie

pathologische Erfahrungen deuten in diese Richtung.

Die dunklere, mehr rotbraune Färbung des N. caudatus und des Putamens

rühren von dem größeren Zellreichtum dieser Abschnitte her, während

der Globus pallidus seine mehr gelbgraue Farbe einmal einem größeren

Reichtum an Nervenfasern, dann auch dem Vorhandensein eines gelblichen

Pigmentes verdankt.

Nach neueren Forschungen ist das Corpus striatum ein wichtiges,

übergeordnetes Zentrum für zahlreiche Automatismen und steht

durch viele Bahnen mit kaudaleren Zentren in Verbindung; unter

den letzteren spielt die Regio hypothalamica, über deren äußerst

komplizierte Zusammensetzung hier nichts gesagt werden soll, eine

wichtige Mittlerrolle.

e) Die Großhirnrinde.

Wie in allen Teilen der grauen Substanz; so sind auch hier

Nervenzellen, Nervenfasern und Glia die Elemente, die das histologische

Bild bestimmen. Die typische Art ihrer Zusammenlagerung ist in der

Großhirnrinde, wenn man die Zellen betrachtet, eine bestimmte parallel

zur Oberfläche angeordnete Schichtung.

Diese kommt besonders gut an Zellenpräparaten (Färbung

nach ~Nißl~) zum Ausdruck. Faserpräparate (~Weigert~sche

Markscheidenfärbung) müssen zur Ergänzung herangezogen werden.

[Illustration: Fig. 149.

Querschnitt durch die Wand des Großhirns bei einem ca. 10 wöchentlichen

menschl. Embryo. 500mal vergrößert.]

Trotz der scheinbaren Gleichförmigkeit in der Zusammensetzung

der Großhirnrinde bestehen im Einzelnen nicht unerhebliche

Verschiedenheiten, die in typischer Form für die einzelnen ~Areae~

bestimmte Schichtungsformen erkennen lassen. Für jedes nachweislich

einer besonderen Funktion vorstehende Rindengebiet gibt es einen

besonderen Schichtungstypus (~Zytoarchitektonik~)[100].

[Illustration: Fig. 150. Fig. 151.

Fig. 150 und 151. Stücke senkrechter Schnitte der Großhirnrinde

(hintere Zentralwindung) des erwachsenen Menschen. 45mal vergr.

Fig. 150 Markscheidenfärbung nach Technik Nr. 97a, S. 270. Fig. 151

Zellenfärbung nach Technik Nr. 98b, S. 127.]

In früher Embryonalperiode besteht die Wand des Großhirns,

ähnlich wie diejenige des Rückenmarkes und der übrigen Teile

des Zentralnervensystems aus drei Schichten (Fig. 149): 1. aus

der zellreichen Matrix, die dem Ventrikel unmittelbar anliegt,

2. der weniger zellreichen Mantelschicht und 3. der zellfreien

Randschicht.

Mit dem weiteren Dickenwachstum der Großhirnwand wandern immer

mehr Neuroblasten (siehe S. 134) in die Mantelzone ein, ohne daß

es zunächst zu der typischen Schichtung kommt; diese bildet sich

erst im 6.-7. Embryonalmonat aus.

Der Ausgangszustand, der auch in einer großen Reihe von Rindenarealen

beibehalten wird, besitzt, wenn wir ausschließlich die Verteilung der

Zellen berücksichtigten sechs Schichten. Diese sind:

I. Lamina zonalis,

II. Lamina granularis externa,

III. Lamina pyramidalis,

IV. Lamina granularis interna,

V. Lamina ganglionaris,

VI. Lamina multiformis.

Von diesem Grundtypus (Fig. 150 u. 151) lassen sich die

Abweichungen in der Schichtung bei verschiedenen Rindenarealen

verstehen, indem es da entweder zu einer Schichtenvermehrung

(durch Unterteilung einer oder der anderen Schichte), oder zu

einer Schichtenverminderung kommt.

Die Abgrenzung eines Areals mit bestimmtem Schichtungstypus gegen

ein anderes ist in der Regel ziemlich scharf ausgeprägt.

Zu dem typischen Aufbau eines Rindenbildes trägt auch die

Verteilungsart der Nervenfasern bei. Überall strahlen aus dem

Rindenweiß Faserbündel (sogenannte Radii) in das Rindengrau ein.

Innerhalb des Graus werden verschiedene Lagen angetroffen, in denen

sich Gruppen von Nervenfasern parallel zur Oberfläche ausbreiten

(~tangentiales Flechtwerk~ in der Lamina zonalis, ~superradiäres

Flechtwerk~ in den oberen Lagen der III. Schichte, ~interradiäres

Flechtwerk~ etwa in der IV. Schichte).

Auch in dieser Beziehung sind die einzelnen Rindenareale recht

verschieden ausgebildet.

In der einzelnen Schichten der Großhirnrinde sind folgende Strukturen

bemerkenswert.

I. ~Lamina zonalis~ (Molekularschicht, Neurogliaschicht). In dieser

Grenzschichte gegen das piale Bindegewebe, ist das Gliaplasmodium, das

in den oberflächlichsten Lagen einen dichten Grenzfilz (siehe Fig. 91,

S. 141) bildet, vorherrschend; in ihm verästeln sich die Dendriten der

in den tieferen Schichten liegenden Nervenzellen; außerdem ist hier

mehr oder weniger deutlich die ~Tangentialfaserschichte~ (Fig. 150)

ausgebildet.

Bei Säugetieren finden sich hier noch in geringer Zahl die

Caljalschen Zellen, die mit ihren feinen Ausläufern parallel der

Hirnoberfläche liegen; ihre nervöse Natur ist unsicher. Beim

Menschen finden sich an deren Stelle die ~Retzius~schen Zellen,

deren unregelmäßig gestalteter Körper parallel der Oberfläche

lange Fortsätze aussendet, von denen kurze Seitenzweige

senkrecht in die Höhe steigen; andere Fortsätze gehen in die

Tiefe (Fig. 152). Sie gehören wahrscheinlich zu den Gliazellen.

[Illustration: Fig. 152.

Schema der Großhirnrinde. Die Zellen rechts sind nach einem Präparate

vom erwachsenen Menschen gezeichnet. 120mal vergr. Technik Nr. 99b, S.

272. Die radiären Bündel sind durch punktierte Linien angedeutet. Die

Dicke der Hirnrinde ist im Schema auf die Hälfte reduziert, also nur

60mal vergrößert.]

II. ~Lamina granularis externa~ (Schichte der kleinen Pyramidenzellen)

Figg. 151, 153, 154); in ihr liegen sehr kleine (10-12 µ)

Ganglienzellen von pyramidenförmiger Gestalt; die Spitze der

Pyramidenzelle läuft in einen langen Zytoplasmafortsatz (Dendriten)

aus, der nach Abgabe kleiner Seitenzweige in die Lamina zonalis tritt,

wo er in viele, oft mit kleinen Zacken besetzte, Äste zerfällt (Fig.

152, 1, 2). Deswegen ist auch die Größe der Pyramidenzellen schwer

zu bestimmen; die bedeutenden Differenzen in den Größenangaben sind

auf diesen allmählichen Übergang des Zellkörpers in den Fortsatz

zurückzuführen. Von den Seitenflächen und von der Grundfläche der

Pyramidenzelle entspringen nur kleine Dendriten. Der Neurit entspringt

stets von der Grundfläche und zieht nach Abgabe verzweigter Seitenäste

(Kollateralen) in der Regel der weißen Substanz (dem Marke) zu, um

dort in eine oder sich teilend in zwei Nervenfasern (Fig. 152, 3)

überzugehen; zuweilen aber verläuft er in die Lamina zonalis umbiegend,

wo er sich teilend in das Geflecht der Tangentialfasern tritt (Fig.

152, 2). Der Neurit und seine Kollateralen sind von einer markhaltigen

Scheide umhüllt.

III. ~Lamina pyramidalis~ (Schicht der mittleren und großen

Pyramidenzellen); die Größe der Pyramidenzellen, deren sehr starker

Neurit stets dem Marke zuläuft, nimmt nach der Tiefe hin zu (20-40 µ).

Diese Schichte ist in der Regel die bedeutendste an Ausdehnung.

IV. ~Lamina granularis interna.~ Sie ist beim erwachsenen Menschen

sehr verschieden in den einzelnen Regionen ausgebildet; meist ist sie

besonders zellreich; die einzelnen Zellen sind sehr klein und von sehr

wechselnder Form.

Durch die in dieser Schichte schon stark ausgebildeten Radii

(siehe S. 241) werden die Zellen dieser Schicht oft säulenartig

angeordnet.

V. ~Lamina ganglionaris.~ In vielen Regionen der Rinde auffallend

zellarm, enthält sie in der Regel wieder größere dem Pyramidentypus

entsprechende Zellformen, in der Rinde der (motorischen) vorderen

Zentralwindung die sogenannten ~Beetz~schen Riesenpyramidenzellen

(siehe Fig. 153).

Diese pyramidenförmigen Zellen sind die Ursprungszellen für

die motorischen Pyramidenbahnen; sie gleichen den motorischen

Zellen des Hirnstammes und des Rückenmarkes, die zum peripheren

motorischen Neuron gehören, in der Anordnung des ~Nißl~-Körper,

die auch hier den Zelleib »getigert« erscheinen lassen. In

den übrigen Pyramidenzellen sind die mehr feinscholligen

~Nißl~-Körper weniger charakteristisch angeordnet.

VI. ~Lamina multiformis.~ Mit vorwiegend spindelförmigen, in der Form

aber sehr wechselnden Ganglienzellen ausgestattet, bildet dieses Gebiet

die meist nicht sehr scharfe Grenze gegen das Mark.

Die große Mehrzahl der Ganglienzellen der Hirnrinde steht durch

ihren Neurit mit subkortikalen Zentren in Verbindung; doch gibt

es außer den oben erwähnten Zellen in der II. Schicht auch sonst

viele Zellen vom ~Golgi~schen Typus, deren verästelter Neurit

bald auf die nähere Umgebung der Zelle beschränkt, bald bis zur

Lamina zonalis ausgedehnt ist, wo er reich verästelt endet (Fig.

152, 5 u. 6).

Über die regionalen Verschiedenheiten kann in diesem Buche kein

vollständiges Bild entworfen werden. Nur als Beispiele mögen an

Hand von Fig. 153 und Fig. 154 zwei typische Rindenregionen

besprochen werden, in denen der Aufbau von dem sechsschichtigen

Grundtypus abweicht.

Fig. 153 entstammt der vorderen Zentralwindung, die wir als

Ausgangspunkt der zentralen motorischen (Pyramiden-) Bahn kennen:

Schicht I-III sind deutlich ausgebildet; durch das Fehlen der IV.

Schicht geht Schicht III unmittelbar in Schicht V über, deren

Riesenpyramiden so an die großen Pyramidenzellen der III. Schicht

unmittelbar anzuschließen scheinen.

[Illustration: Fig. 153.

Schnitt durch die vordere Zentralwindung; Mikrophotographie, in der die

Nervenzellen hervorgehoben wurden. (Präp. von Dr. Spatz-München.) 30mal

vergrößert. Technik Nr. 52, S. 148.]

[Illustration: Fig. 154.

Schnitt durch die Großhirnrinde im Gebiet der Fiss. calcarina; Technik

und Vergrößerung wie bei Fig. 153. (Präp. von Dr. Spatz-München.)]

Fig. 154 ist ein Durchschnitt durch das Gebiet der Fissura

calcarina, die das kortikale Sehzentrum in sich birgt; hier

liegt eine Schichtenvermehrung vor, indem die Zona granularis

interna (IV) in drei Schichten geteilt erscheint. Im ganzen

erscheint diese Rindenregion schmal im Vergleich zu der Rinde der

Zentralwindung.

Wenn wir auch noch weit davon entfernt zu sein scheinen, die

funktionelle Bedeutung der Differenzen im Aufbau der einzelnen

Rindenregionen zu erkennen, so hat doch die mühsame Erforschung

dieser Hirntopographie die Lokalisation einzelner Funktionen in der

Großhirnrinde außerordentlich gefördert.

Die ~Neuroglia~ verhält sich derjenigen des Rückenmarkes durchaus

ähnlich; die Inkrustierung mit Silberchromat (~Golgi~) läßt auch hier

im wesentlichen zwei Bilder hervortreten: Langstrahler, vorzugsweise im

Mark, und Kurzstrahler, die meist in der Rinde gefunden werden (Fig.

152).

Auch hier sind diese Formen natürlich nur als Bruchstücke

des Gliaplasmodiums aufzufassen. Dieses bildet im Übrigen an

Blutgefäß- und Bindegewebsgrenzflächen wiederum Grenzsäume.

e) Die Kleinhirnrinde.

Da die Furchenbildung des Kleinhirns diejenige des Großhirns weit

übertrifft, ist die Zahl der in der Kleinhirnrinde untergebrachten

Ganglienzellen trotz der kleineren Gesamtgröße dieses Hirnteiles

sehr groß. Schon mit bloßem Auge erkennt man an Durchschnitten durch

das Kleinhirn das relative geringe Ausmaß der weißen Substanz (Mark)

gegenüber der Rinde. An der letzteren selbst tritt die äußerste,

zellarme »Molekularschicht« deutlich hervor gegen die zellreiche

»Körnerschicht«. Erst mit dem Mikroskop erkennt man an der Grenze

beider eine Lage von großen Zellkörpern, die in gewissen Abständen

voneinander stehend, als »Schichte der ~Purkinje~zellen« die Dreizahl

der Rindenschichten vervollständigen (Fig. 155).

[Illustration: Fig. 155.

Stück eines senkrechten Schnittes durch das Kleinhirn des erwachsenen

Menschen. 12mal vergr. Technik Nr. 98b, S. 271.]

Im Kleinhirn endigen (genaueres darüber siehe die

Darstellungen, die sich mit der Bahnentopographie beschäftigen)

eine große Reihe von Neuriten, die aus Rückenmarks-,

Brücken-Mittelhirnganglienzellen, zu einem bedeutenden Teile

auch aus den Oliven stammen. Die genauere Endigungsweise dieser

Fasern ist nicht bekannt. Zu einem großen Teile dürfte ihre

Endaufsplitterung aber in der Körnerschichte zu suchen sein.

Der weitaus größte Teil der Ganglienzellen, die wir in der

Kleinhirnrinde finden, erstreckt sich mit ihrem Neurit nicht über

das Gebiet der Kleinhirnrinde hinaus, muß also mit uns unbekannten

Assoziationsverrichtungen in diesem Gebiete selbst vertraut sein.

[Illustration: Fig. 156.

Schema der Kleinhirnrinde. Alle Elemente sind nach Präparaten vom

erwachsenen Menschen (120mal vergr.) gezeichnet. Technik Nr. 99c, S.

272. ¡K¡ Korbzelle.]

Nur die ~Purkinje~zellen entsenden einen langen Neuriten, der in das

Mark übertritt. Sein Ziel ist uns unbekannt.

Solange die Kleinhirnrinde noch nicht völlig entwickelt ist,

besteht eine Reihe von Eigentümlichkeiten, die dem Erwachsenen

fehlen. So findet sich bei Embryonen und jungen Tieren über der

noch wenig ausgebildeten Molekularschicht eine »oberflächliche

Körnerschichte«; diese bleibt bei vielen Tieren zeitlebens

erhalten, beim Menschen kann sie bei Entwicklungsstörungen, z. B.

bei Idiotie auch im späteren Leben gefunden werden. Die Zellen

dieser embryonalen Schichte wandern zum Teil in die tieferen

Schichten aus, zum Teil bilden sie sich zu Gliazellen um.

Wir besprechen zuerst die ~Purkinje~zellen und die mit ihnen

unmittelbar in Verbindung stehenden Bildungen.

[Illustration: Fig. 157.

Fibrillenkörbe um die Purkinjezellen. 750mal vergrößert. (Präp. von

Privdoz. Ph. Stöhr jun. Würzburg.) Technik s. O. Schultze, Sitzber.

Physik.-Med. Ges. Würzburg, 1918.]

Ihr etwa birnenförmiger, pigmentarmer Körper, der von gut

entwickelten ~Nißl~-Schollen eingenommen wird, schickt zwei

starke Dendriten in die Molekularschichte, welche sich dortselbst

in ein ungemein reiches Astwerk verzweigen und bis zur freien

Rindenoberfläche reichen (Fig. 89, S. 139 und Fig. 156). Das

gesamte, reichverzweigte Dendritensystem nimmt ebenso, wie wir

es an Spalierbäumen kennen, nur eine relativ schmale Schicht

ein; die Ausbreitungsebene steht immer quer zur Längsrichtung

der Windungen, so daß die Verästelung nur auf Querschnitten der

Windungen zu sehen ist.

Die Ursprungsstelle des Neuriten ist der Körnerschichte

zugekehrt; die zuerst marklose Gliahülle wird noch innerhalb

der Körnerschicht markhaltig (siehe S. 145); Kollateralen,

die hier abgegeben werden, verästeln sich entweder noch

in der Körnerschicht, oder sie laufen in die Umgebung der

~Purkinje~zellkörper zurück, um dort zu enden.

Endlich gelangt der Neurit in die Markschichte.

Die Zellkörper der ~Purkinje~zellen werden von Fibrillenkörben

umschlossen (Fig. 157), deren Fibrillen sich größtenteils aus den

Verzweigungen der in der Molekularschichte gelegenen (2.) ~Korbzellen~

herleiten lassen (Fig. 156).

Die Korbzellen sind multipolare Ganglienzellen, deren Dendriten

hauptsächlich gegen die Oberfläche streben. Ihr langer, anfangs

dünner, weiterhin dicker Neurit verläuft horizontal in der

Querrichtung der Windungen und schickt gegen die Oberfläche

einzelne Kollateralen; wichtig sind aber vor allem die Äste des

Neuriten, die er senkrecht in die Tiefe an die Fibrillenkörbe der

~Purkinje~zellen entsendet. An der Bildung der Fibrillenkörbe

haben aber wohl zweifellos auch andere Zellen Anteil, zum

Teil auch solche, die in der Körnerschichte liegen; die von

hier kommenden Fibrillenzüge nennt man auch »Kletterfasern«;

sie reichen außerdem bis zu den Dendritenverzweigungen der

~Purkinje~zellen. Zweifellos bilden die Fibrillenkörbe ein

hochkompliziertes und wichtiges, wenn auch noch nicht deutbares

Strukturelement der Kleinhirnrinde.

In der ~Molekularschicht~, die zu einem großen Teil von den

Dendritenverzweigungen der beiden eben beschriebenen Zellarten

eingenommen wird, kommen außerdem noch (3.) sogenannte ~kleine

Rindenzellen~ vor.

Sie unterscheiden sich von den Korbzellen hauptsächlich dadurch,

daß sie mit den Fibrillenkörben nicht in Beziehung treten (Fig.

156).

Wenig geklärt ist noch die Zusammensetzung der ~Körnerschicht~, in

der wir neben zahlreichen Zellen ein dichtes Flechtwerk von Fibrillen

finden, die zur Endaufsplitterung der rindenwärts ziehenden Fasern

gehören (Fig. 159).

[Illustration: Fig. 158.

Ans einem feinen Schnitte durch die Kleinhirnrinde des erwachsenen

Menschen. 400mal vergr. Technik Nr. 100a, S. 272.]

Dieses Fasergeflecht wird auch von den Neuriten der

~Purkinje~zellen durchzogen. Außer diesen und den oben erwähnten

Fasern liegen zwischen den Zellen der Körnerschicht eigentümliche

körnig strukturierte Substanzhaufen, die sich wie Plastosomen

färben, daher von manchen Autoren als ~Neurosomenhaufen~

bezeichnet werden; auch bei der üblichen Hämatoxylin-Eosinfärbung

nehmen sie reichlich Farbstoff (und zwar Eosin) auf, weswegen

man sie auch »~Eosinkörper~« genannt hat. Andere Autoren endlich

sehen in diesen Strukturen Degenerationsprodukte von Fibrillen.

Mit der Endaufsplitterung der Nervenfasern stehen sie offenbar in

inniger Beziehung.

Unter den Zellen der Körnerschicht unterscheidet man 4. die ~kleinen~

und 5. die ~großen Körnerzellen~, die im ~Golgi~bild durch ihre

charakteristischen Formen sehr leicht zu unterscheiden sind. Die

Neuriten beider Zellformen verlassen die Kleinhirnrinde nicht.

Dabei sind die ~kleinen Körnerzellen~ multipolare Ganglienzellen

mit kurzen, krallenförmig endigenden Dendriten und einem feinen,

von keiner Markscheide umhüllten Neuriten, der senkrecht in

die Molekularschichte zieht und dort T-förmig in zwei Äste sich

teilt; diese Äste verlaufen längs der Windungen, parallel der

Oberfläche derselben und enden frei und unverästelt.

Die ~großen Körnerzellen~, welche an Zahl gegen die kleinen

sehr zurücktreten, sind ebenfalls multipolar, aber doppelt so

groß als die zuerst beschriebenen; ihre reicher verästelten

Dendriten (Fig. 156) reichen bis in die Molekularschicht hinein,

während der markwärts gerichtete Neurit sich noch innerhalb der

Körnerschicht in ein sehr reiches Astwerk auflöst.

[Illustration: Fig. 159.

Stück eines Schnittes durch das Kleinhirn des erwachsenen Menschen.

45mal vergr. Technik Nr. 97a, S. 270.]

Die ~Glia~, die sich im Kleinhirn in ihrem Grundaufbau ebenso

wie im ganzen Zentralnervensystem verhält -- auch hier ergeben

~Golgi~präparate in der Rinde Kurzstrahler, im Mark Langstrahler --,

weist nur in der Molekularschicht der Rinde auffallende, bemerkenswerte

Bildungen auf. Die Molekularschichte ist von zahlreichen, senkrecht

zur Oberfläche aufsteigenden, Gliafasermassen durchzogen, die zu

»Zellen« gehören, die etwa in der Höhe der ~Purkinje~zellen liegen

(~Bergmann~sche Gliazellen). Auch sie treten in ~Golgi~präparaten (Fig.

156) oft sehr schön hervor.

Nicht selten (besonders im Alter) finden sich in der Hirnsubstanz

runde oder biskuitförmige Körper mit deutlicher Schichtung,

welche sich mit Jodtinktur und Schwefelsäure violett färben, also

dem Amylum verwandt sind. Diese ~Corpuscula amylacea~ (siehe

Techn. Nr. 101, S. 272) sind fast regelmäßig in den Wänden der

Hirnhöhlen, aber auch noch an vielen anderen Orten, sowohl in

der grauen, wie in der weißen Substanz, auch im N. opticus,

vorhanden, zeigen bei genauerer Untersuchung eine homogene,

mit einzelnen Fortsätzen versehene Kapsel und sind durch

Amyloidinfiltration umgebildete Gliazellen.

Gefäße und Hüllen des Zentralnervensystems.

Die bindegewebige Umgebung der nervösen Zentralorgane ist

zu einer wichtigen Hilfseinrichtung für dieselben geworden.

Gehirn und Rückenmark eng anliegend führt die ~Pia mater~[101]

(Leptomeninx)[102] den nervösen Zentralorganen die Blutgefäße

zu, die überall von spärlichem Bindegewebe begleitet, in

die Nervensubstanz eindringen. Die ~Arachnoidea~[103], aus

einem schwammartigen Gerüst feinerer und gröberer Balken

eines eigenartigen Bindegewebes bestehend, ist von einer in

langsamer Zirkulation befindlichen Flüssigkeit, dem ~Liquor

cerebrospinalis~, durchsetzt; dieser hat vermutlich eine

zweifache Bedeutung: einmal dient er dem Stoffaustausch,

dann bildet er, da er nach außen an eine überall dicht

abgeschlossene bindegewebige und knöcherne Kapsel angrenzt, eine

Art von Wasserkissen, in dem die nervösen Zentralorgane bei

Körperbewegungen elastisch verschieblich sind, ohne Schaden zu

leiden. Gegen die knöcherne Wandung der Kapsel schließt endlich

die ~Dura mater~ (Pachymeninx)[104] ab, die in der Schädelkapsel

gleichzeitig das innere Periost bildet und also gegen den

Knochen unverschieblich ist, im Wirbelkanal dagegen unabhängig

vom Periost eine durch den ~epiduralen Spaltraum~ vom Periost

getrennte elastische Hülle darstellt; dieses Verhalten ist an

dieser Stelle notwendig, weil sich die Länge des Wirbelkanals bei

den Rumpfbewegungen andauernd etwas verändert.

Die Hüllen des Zentralnervensystems entstehen aus der embryonalen

bindegewebigen, zunächst einheitlichen Umhüllung dadurch, daß

die einzelnen Lagen durch Flüssigkeitsansammlungen voneinander

getrennt werden.

Die schützende Funktion der Meningen, die durch die Knochenbildung

extrem verstärkt wird, ist im Aufbau der ~Dura mater~ am stärksten

ausgeprägt. Im Rückenmarkgebiet (~Dura mater spinalis~) besteht sie aus

straffaserigem Bindegewebe, das viele elastische Fasern enthält. Ihre

innere Oberfläche ist mit einer einfachen Lage platter Epithelzellen

überzogen. Sie ist arm an Blutgefäßen und Nerven.

Die ~harte Hirnhaut~ (~Dura mater cerebralis~) ist zugleich Periost

der inneren Schädelfläche und besteht aus zwei Schichten: 1. aus einer

~inneren~, welche der Dura mater spinalis entspricht und -- abgesehen

von einem größeren Reichtum an elastischen Fasern -- ebenso gebaut ist

wie diese und 2. aus einer ~äußeren Schicht~, welche dem Periost des

Wirbelkanals entspricht. Sie besteht aus den gleichen Elementen wie

die innere Schicht, nur verlaufen die äußeren Fasern in einer anderen

Richtung (von vorn und lateral nach hinten und medianwärts) wie die

inneren Fasern, welche von vorn median nach hinten und lateralwärts

ziehen.

Die Blutgefäße bilden zwei Netze, die untereinander Verbindungen

besitzen: 1. das äußere Netz ist als periostales Gefäßnetz zu

betrachten und versorgt auch die Schädelknochen; 2. das innere, dicht

am Plattenepithel des Subduralraumes liegende Kapillarennetz ist

deshalb bemerkenswert, weil es der Ausbreitung von Erkrankungen günstig

ist.

Die Nerven, die in der Dura mater reichlich angetroffen werden, gehören

teilweise zu den Gefäßen, teilweise endigen sie frei im Bindegewebe.

Der die Dura mater von der Arachnoidea trennende ~Subduralraum~ steht

mit Lymphräumen in Verbindung, die außerhalb des Zentralnervensystems

liegen.

Durch Injektionen von gefärbten Flüssigkeiten bei Tieren,

durch die Tatsache, daß Erkrankungen sich auf diesen Wegen

ausbreiten, ist nachgewiesen, daß solche Zusammenhänge längs den

Austrittsstellen der peripheren Nerven mit den Lymphbahnen dieser

Nerven bestehen: dies ist dadurch möglich, daß sich die Dura an

den Nerven eine Strecke weit fortsetzt (bei den Rückenmarksnerven

bis zur Verbindung mit den Spinalganglien), auch sollen die

Lymphbahnen der Nasenschleimhaut, die tiefen Lymphgefäße und

Lymphknoten des Halses mit dem Subduralraum, der stets nur

minimale Flüssigkeitsmengen enthält, in Verbindung stehen.

~Arachnoidea~ und ~Pia mater~ lassen sich histologisch nicht so gut

voneinander trennen; beide sind durch zahlreiche Bindegewebsbälkchen,

die den Subarachnoidealraum durchsetzen, miteinander verbunden.

Alle Maschenräume des ~Subarachnoidealraumes~ sind von Plattenepithel

ausgekleidet; feine Bindegewebsbündel, die vielfach von sehr feinen

elastischen Fasern umsponnen werden, bilden das hauptsächliche

Substrat, in dem die Blutgefäße, die zu den nervösen Zentralorganen

verlaufen, eingehüllt sind.

Die pialen Blutgefäße, die gut mit Nerven versorgt sind, dringen

allenthalben von der Oberfläche aus in das Nervensystem ein und bilden

ein in der grauen Substanz engmaschiges, in der weißen Substanz weites

Netz von Kapillaren, welche überall miteinander zusammenhängen. Die in

der Hirnrinde befindlichen Kapillaren münden in Venen, die nicht in der

Rinde selbst, sondern darunter, in der weißen Substanz ihren Anfang

nehmen und von da die Rinde passierend zu den in der weichen Hirnhaut

liegenden Venen verlaufen. Das in den Kapillaren befindliche Blut muß

also die ganze Rinde passieren, ehe es sich in Venen ergießt. Sämtliche

Blutgefäße besitzen noch eine zweite, sogenannte adventitielle

Scheide, welche oft nur aus einer einfachen Schicht platter

Epithelzellen hergestellt wird und bei vielen Erkrankungen besonders

charakteristische Veränderungen darbietet. Die lockere adventitielle

Scheide der Blutgefäße läßt sich vom Subarachnoidealraum aus

injizieren; es können sich also wohl auch natürlicherweise auf diesem

Wege Stoffe ausbreiten. Die Wand der venösen Sinus durae matris wird

nur durch eine aus platten Epithelzellen gebildete Haut hergestellt.

Sie sind in das straffe Bindegewebe der Dura eingeschlossen und werden

so dauernd offen gehalten.

[Illustration: Fig. 160.

Stück des Plexus chorioideus des erwachsenen Menschen. 80mal vergr.

× Blutgefäß im optischen Querschnitt. Die großen Punkte im Epithel

(rechts unten) sind nicht Kerne, sondern Pigment und Fettkörnchen.

Technik Nr. 102b, S. 272.]

[Illustration: Fig. 161.

Schnitt durch eine Falte des Plexus chorioideus (Mensch). 500mal vergr.

Technik Nr. 102c, S. 273.]

Das gefäßreiche, lockere Gewebe der Pia mater bereitet der

Fortleitung von Erkrankungen wenig Widerstand. Sind einmal

krankheitserregende Stoffe längs der Blut- oder Lymphbahn in

dieses Gebiet gelangt, so breiten sie sich meist rasch über große

Flächen des Gehirns und Rückenmarkes aus und verursachen die

sogenannte Hirnhautentzündung.

Mit dem pialen Bindegewebe unmittelbar in Zusammenhang stehen

die ~Telae chorioideae~ und die ~Plexus chorioidei~, die, in die

Ventrikelhohlräume hineinhängend, für den Stoffwechsel des Gehirns

anscheinend von großer Wichtigkeit sind. Das äußerst dichte Netz

der Gefäßkapillaren (Fig. 160), von zartem Bindegewebe umschlossen,

bildet hier Läppchen, die von einer Lage kubischer Epithelzellen

überkleidet sind. Diese Epithelzellen (Fig. 161) sind wahrscheinlich

für die Bereitung der Ventrikelflüssigkeit und damit natürlich auch

des gesamten Liquor von großer Bedeutung; darauf weisen häufig

anzutreffende Einschlüsse (Fett, Pigment, künstliche, der Blutbahn

zugeführte Farbstoffe) hin, die das Zytoplasma dieser Zellen erfüllen

(Fig. 161). Beim Neugebornen besitzen sie, wie die Ependymzellen

flimmernde Anhänge.

Das Epithel ist entwicklungsgeschichtlich ein Teil der Hirnwand,

die durch das gefäßreiche Bindegewebe in die Ventrikelhohlräume

vorgewölbt wird; ist also als ein besonders differenzierter Teil

der Matrix (siehe S. 241) zu betrachten.

Wie der Liquor cerebrospinalis durch die Tätigkeit der Telae und der

Plexus höchstwahrscheinlich mit neuen Stoffen versehen wird, so besitzt

er auch die Möglichkeit, verbrauchte Stoffe an die Blutbahn abzugeben.

Als solche Orte sehen viele Autoren die ~Arachnoidealgranulationen~

(~Pacchioni~) an; dies sind hernienartige Ausbuchtungen der

Arachnoidea, welche, die verdünnte Dura mater vor sich herstülpend, in

die venösen Sinus der Dura hineinragen.

Gelangen giftige Stoffe unmittelbar in den Liquor hinein,

so entfalten sie ihre Wirkung auf das zentrale Nervensystem

in ungleich stärkerer Weise, als wenn sie in der Blutbahn

an das Nervensystem herankommen. So gelingt es, ganze Teile

des Nervensystems vorübergehend dadurch auszuschalten, daß

man lähmende Substanzen (Narkotika) unmittelbar dem Liquor

einverleibt. Der Plexus chorioideus hat also eine ähnliche

Bedeutung für die Isolierung des Nervensystems wie die Grenzhäute

der Glia, die den unmittelbaren Übergang von Stoffen aus der

Blutbahn in das Nervengewebe regulieren. Schaltet man den Plexus

aus oder umgeht man ihn, so ist das Nervengewebe der Einwirkung

irgendwelcher Substanzen preisgegeben.

Peripheres Nervensystem.

Nerven.

Die ~zerebrospinalen Nerven~ bestehen zumeist aus markhaltigen

Nervenfasern von verschiedener Dicke und nur vereinzelten marklosen

Nervenfasern; sie erscheinen deshalb bei auffallendem Lichte weiß.

Ganglienzellen finden sich regelmäßig im Verlauf einzelner

Zerebrospinalnerven, z. B. im N. glossopharyngeus. Auch in

vorderen (ventralen) Spinalnervenwurzeln sind solche Zellen

gefunden worden.

Die Vereinigungsweise der Nervenfasern zeigt viele Übereinstimmung

mit derjenigen der quergestreiften Muskelfasern, da auch ihnen

durch Bindegewebe Schutz vor der Umgebung und eine Zuleitung von

Ernährungsbahnen gewährleistet wird. Dementsprechend umhüllt ein

aus dicken Bindegewebsbündeln und zahlreichen elastischen Fasern

gebildetes, oft Fettzellengruppen enthaltendes Gewebe, das ~Epineurium~

(Fig. 162), den ganzen Nerven. Ins Innere der Nerven ziehende,

bindegewebige Fortsetzungen des Epineurium umhüllen die (sogenannten

sekundären) Nervenfaserbündel, deren jedes von dem recht derben

~Perineurium~ umfaßt wird. Dieses besteht aus feineren, konzentrisch

gekrümmten, längsverlaufenden Bindegewebslamellen, elastischen Fasern

und Häutchen, die von zusammenhängenden Lagen platter Bindegewebszellen

gebildet werden. Das Perineurium setzt der Präparation einen

beträchtlichen Widerstand entgegen. Vom Perineurium ausgehende Septa

dringen ins Innere des (sekundären) Nervenfaserbündels: man hat sie

~Endoneurium~ (Endoneurallamellen der Nervenbündel) genannt; sie

bestehen vorzugsweise aus Bindegewebsbündeln, elastischen Fasern

und nur da und dort vorkommenden Häutchen platter Zellen. Vom

Endoneurium endlich zweigen sich von diesen wiederum feine Blätter,

die »~Fibrillenscheiden~« (= Endoneuralscheiden der Nervenfasern)

ab, welche ähnlich dem Perimysium der einzelnen Muskelfaser jede

einzelne Nervenfaser umgeben[105]. Sie bestehen im wesentlichen aus

längs verlaufenden Bindegewebsbündeln. Die genannten Hüllen stehen mit

Fortsetzungen der harten und weichen Hirnhaut in direkter Verbindung.

[Illustration: Fig. 162.

Stück eines Querschnittes des Nervus medianus des Menschen. 30mal

vergr. Technik Nr. 103, S. 273.]

Teilungen (d. h. Kollateralen) der peripherischen Nervenfasern kommen

während des Verlaufes nicht vor (erst gegen das Ende); dagegen zweigt

sich nicht selten eine verschieden große Anzahl von Nervenfasern von

einem Nervenfaserbündel ab, um sich einem anderen Nervenfaserbündel

anzuschließen. Daraus resultiert ein spitzwinkeliges Geflecht von

Faserbündeln.

Die ~sympathischen~ Nerven sind teils mehr weiß, teils mehr grau,

was von der größeren oder geringeren Anzahl feiner markhaltiger

Nervenfasern herrührt, so enthalten z. B. die Nn. splanchnici viele

markhaltige Nervenfasern; in den grauen Sympathikusnerven, z. B. in

den Zweigen der Bauch- und Beckengeflechte sind sehr wenige, feinste

markhaltige, dagegen viele marklose Nervenfasern vorhanden. Ein Teil

der markhaltigen Nervenfasern sind Fortsetzungen von Spinalnerven, ein

anderer Teil sind Nervenfortsätze sympathischer Nervenzellen; auch

lang ausgezogene Dendriten sympathischer Nervenzellen finden sich

zuweilen im Verlaufe sympathischer Nerven (siehe auch S. 261). Ihre

Vereinigung geschieht durch Bindegewebe, durch welches sie zu Bündeln

zusammengehalten werden.

Die größeren ~Blutgefäße~ verlaufen innerhalb des Epineurium in

longitudinaler Richtung und bilden langgestreckte Kapillarnetze, deren

Träger das Peri- und Endoneurium sind.

[Illustration: Fig. 163.

Stück eines Querschnittes des Nervus medianus des Menschen. 300mal

vergr. Technik Nr. 103, S. 273.]

Die ~Lymphbahnen~ finden sich in den kapillaren Spalten zwischen den

Lamellen des Perineurium und zwischen den einzelnen Nervenfasern,

so daß jede Nervenfaser von Lymphe umspült ist. Sie stehen nur in

Zusammenhang mit dem Subdural- und Subarachnoidealraum; gegen die die

Nerven umgebenden Lymphgefäße sind sie geschlossen. Gelangen einmal

krankheitserregende Stoffe in diese Bahnen hinein, so breiten sie sich

längs der Nerven über große Strecken aus.

Ganglien.

Unter Ganglien verstehen wir im Verlaufe der peripherischen Nerven

eingeschaltete Ganglienzellengruppen, die meist makroskopisch sichtbar

sind. Alle Ganglien bestehen aus Nervenfasern, die zu kleinen Bündeln

vereint sind und zwischen sich die teils in Längsreihen, teils in

rundlichen Gruppen gelagerten Ganglienzellen fassen. Eine bindegewebige

Hülle, die Fortsetzung des Perineurium, umgibt die äußere Oberfläche

des Ganglion und sendet Nerven- und Ganglienzellen umfassende

Fortsetzungen ins Innere des Ganglion. Die Ganglien sind sehr reich

an Blutgefäßen, deren Kapillaren die einzelnen Zellen umspinnen.

Hinsichtlich des feineren Baues bestehen Unterschiede zwischen den

Spinalganglien und den sympathischen Ganglien.

Die ~Spinalganglien~ besitzen große runde, meist pigmentierte

Ganglienzellen, die konstant den Apparato reticulare (S. 138) und einen

bläschenförmigen, mit einem großen Kernkörperchen versehenen Kern

einschließen. Jede Zelle ist von einer »kernhaltigen Hülle« umgeben,

welche aus platten, zuweilen sternförmigen, konzentrisch geschichteten

Bindegewebszellen besteht und als Fibrillenscheide auf den Fortsatz

der Ganglienzelle übergeht. Nach innen von dieser Hülle liegt eine

homogene Membran, »Kapsel«, deren Innenseite mit einer meist einfachen

Schicht von Zellen »Mantelzellen« (Fig. 165) bekleidet ist. Es sind

Fortsetzungen der Schwannschen Zellen des Neurilemm (S. 144) und wie

diese der Glia zugehörig. Fast alle Nervenzellen der Spinalganglien

sind in embryonaler Zeit bipolar, die Fortsätze entspringen an den

entgegengesetzten Polen der Zelle. Im Verlaufe der Entwickelung

verdünnt sich der Zellkörperabschnitt, von dem die beiden Fortsätze

ausgehen zu ~einem~ Stiel (Fig. 84), der somit die zellulipetale

und die zellulifugale Bahn der ursprünglichen beiden Fortsätze

enthält, so wird die Zelle unipolar; zu einer £T£-Zelle. Außer dieser

unipolaren Zellform enthalten die Spinalganglien noch andere, scheinbar

multipolare, die wahrscheinlich dem sympathischen Nervensystem

zugehören.

Unter den ~unipolaren Zellen~ unterscheiden wir a) ~große~ runde

Zellen; ihr von einer kegelförmigen Zytoplasma-Erhebung entspringender

Fortsatz ist spiralig oder knäuelförmig gewunden, zieht dabei

bogenförmig um die Zelle; bald nach seinem Austritt aus der Kapsel

wird seine Neurilemmhülle markhaltig. Nach Abgabe einiger feiner

Kollateralen (Fig. 166, _{2} C) teilt er sich regelmäßig nach kürzerem

oder längerem Verlaufe im Niveau eines Schnürringes £T£- oder

£Y£-förmig in zwei (Fig. 166, _{1}) oder drei (Fig. 166, _{2}) Äste.

Jeder der beiden Äste kann sich noch einmal teilen; von den

daraus hervorgehenden Zweigen des peripherischen Astes verläuft

dann der eine im ventralen, der andere im dorsalen Ramus des

Spinalnerven (Fig. 166, _{3}).

[Illustration: Fig. 164.

Längsschnitt durch ein Spinalganglion einer Katze. 18mal vergrößert.

Technik Nr. 104. S. 273.]

[Illustration: Fig. 165.

Stück eines Querschnittes des Ganglion Gasseri des Menschen. 330mal

vergrößert. Fortsätze sind an solchen Schnitten nicht zu sehen. Bei ×

sieht man den Tigroid (S. 137) -freien Teil der Zelle, von welchem der

Neurit ausgeht. Technik Nr. 104, S. 273.]

Spitzwinkelig entspringende Kollateralen können, sich vielfach

windend, Knäuel bilden (Fig. 166, _{3} Kn), von welchen dann

in kugelige Verdickungen (siehe unten S. 263) endigende Fäden

ausgehen können. Aus diesem Grunde und weil sie bei jungen

Menschen völlig fehlen, ist man geneigt, sie als eine Varietät

der unter 2a beschriebenen Zellen mit Regenerationserscheinungen

anzusehen. Andererseits werden sie als gleichwertig den bei

Tieren beschriebenen interstitiellen Glomeruli als im Bindegewebe

frei auslaufende Nervenendverästlungen betrachtet. Auch andere,

vielleicht von Zerebrospinalnerven kommende, ähnliche Endapparate

sind beschrieben worden.

[Illustration: Fig. 166.

Schema der nervösen Teile eines Spinalganglion des Menschen.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 117 / 286 题