Das Muskelsystem setzt sich zusammen aus einer großen Anzahl
kontraktiler Organe, den Muskeln, welche, aus quergestreiftem
Muskelgewebe bestehend, meist durch Vermittlung besonderer
bindegewebiger Formationen, der ~Sehnen~, mit dem Skelett, mit der
Haut, mit den Eingeweiden usw. in Verbindung treten. Dazu kommen
noch gleichfalls bindegewebige Hilfsapparate, wie die ~Faszien~,
~Sehnenscheiden~ und ~Schleimbeutel~.
~Muskeln.~ Jeder Muskel besteht aus quergestreiften Muskelfasern
(S. 124), die in der Regel derart miteinander verbunden sind, daß
sie sich der Länge nach neben- und hintereinander legen und durch
lockeres Bindegewebe, das ~Perimysium~, zusammengehalten werden; quere
Durchflechtungen kommen nur selten (z. B. in der Zunge) vor. Niemals
berühren sich benachbarte Muskelfasern mit ihrem Sarkolemm direkt,
sondern jede einzelne Muskelfaser ist von einer zarten bindegewebigen
Hülle, dem ~Perimysium der einzelnen Muskelfaser~ (Fig. 125) umgeben,
welches mit den Nachbarhüllen zusammenhängt.
Indem eine sehr verschieden große Anzahl von Fasern durch eine
etwas dickere Bindegewebshülle (~Perimysium internum~) umfaßt wird,
kommt es zur Bildung eines Muskelbündels (Fig. 124). Eine Summe von
Muskelbündeln bildet alsdann einen Muskel, der an seiner Oberfläche
von einer noch dickeren Bindegewebshülle, dem ~Perimysium externum~,
umgeben wird. Sämtliche Perimysien hängen unter sich zusammen.
Die Einteilung in sekundäre Bündel, die in einer gewissen Anzahl
tertiäre Bündel bilden, aus deren Vereinigung endlich ein Muskel
sich aufbauen soll, ist eine durchaus willkürliche und läßt sich
an vielen Präparaten gar nicht erkennen.
[Illustration: Fig. 124.
Stück eines Querschnittes des M. omohyoideus des Menschen. 60mal vergr.
Technik Nr. 87, S. 205.]
[Illustration: Fig. 125.