D. Tubulo-alveoläre Drüsen.

Verzweigte Röhrensysteme, an deren Ende einfache oder verzweigte

Endkammern sitzen, deren Lumen ausgebaucht ist. Diesen Bauplan

besitzen die Milchdrüse, die Lunge, in modifizierter Form auch

die Prostata.

Bei den meisten, vorzugsweise bei den mit unbewaffnetem Auge sichtbaren

Drüsen wird von seiten des umgebenden Bindegewebes eine Hülle gebildet,

welche Scheidewände, Septa, in die Drüse sendet und so dieselbe in

verschieden große Komplexe, ~Drüsenläppchen~ teilt. Die Septa sind die

Träger der größeren Blutgefäße und Nerven.

~Technik.~

Nr. 10. ~Schlußleisten.~ Darm, Niere und andere (Stückchen von

0,5-1 cm Länge) werden in Chromosmium-Essigsäure (S. 17) oder in

Sublimatkochsalzlösung (S. 16) fixiert, nach dem Härten (S. 17)

in Paraffin eingebettet; mit dem Mikrotom angefertigte dünne (ca.

10 µ) Schnitte werden aufgeklebt (siehe Mikrotomtechnik), mit M.

Heidenhains Eisenlackmethode (S. 40) gefärbt und in Xylolbalsam

eingeschlossen. Die Leisten sind als schwarze Striche (bzw.

Punkte) schon mit guten Trockensystemen zu sehen (Fig. 21, 23).

An solchen Präparaten kann man mit Immersionssystemen auch die

Zentralkörperchen sehen, doch wird deren Auffinden nur Geübten

gelingen.

Nr. 11. Für die Untersuchung der meisten ~Epithelien~ genügen die

zur Organfixierung viel verwandten Konservierungsflüssigkeiten

(~Zenker~, ~Müller~-Formol u. a., s. S. 16). Man bettet in

Paraffin, Zelloidin-Paraffin oder Zelloidin (S. 22ff.) ein und

färbt mit Hämatoxylin und Eosin (s. S. 41) oder Eisenhämatoxylin

(S. 40).

Nr. 12. Lebende ~Flimmerzellen~ erhält man, wenn man einen Frosch

tötet, (S. 11), ihn auf den Rücken legt und mit einer Schere

den Unterkiefer abschneidet. so daß das Dach der Mundhöhle frei

vorliegt. Von der Schleimhaut dieses Daches schneide man mit

einer feinen Schere einen schmalen, ca. 5 mm langen Streifen

ab, bringe ihn in einigen Tropfen Kochsalzlösung auf den

Objektträger und bedecke ihn mit einem Deckglase. Bei schwacher

Vergrößerung wird nun der Neuling kaum etwas wahrnehmen, wenn

nicht Strömungen, in denen die großen Blutzellen schwimmen (Fig.

98), ihn auf die richtige Stelle leiten; man nehme deshalb starke

Vergrößerung und suche die Ränder des Präparates ab. Im Anfang

ist die Bewegung der Flimmerhaare noch so lebhaft, daß der

Beobachter die einzelnen Haare nicht sieht, der ganze Haarsaum

wogt; man hat das Bild passend mit einem vom Winde bewegten

Kornfelde verglichen; nach wenigen Minuten schon nimmt die

Schnelligkeit ab, die Härchen werden deutlich. Ist die Bewegung

erloschen, so kann man sie vermittelst Durchleiten (S. 47)

eines Tropfens konzentrierter Kalilauge von neuem anfachen; der

Effekt ist jedoch ein kurz vorübergehender, so daß das Auge des

Beobachters während des Durchleitens das Okular nicht verlassen

darf. Wasserzusatz hebt die Flimmerbewegung bald auf.

Nr. 13. ~Speicherung in Nierenzellen.~ Man injiziert einer weißen

Maus subkutan 1 ccm einer 1%igen Lösung von Trypanblau (bei

~Hollborn~, Leipzig zu beziehen). Nach 24-30 Stunden erkennt

man in der zerzupften Nierenrinde des getöteten Tieres eine

regelmäßige, tropfige Speicherung des Farbstoffes. Die andere

Niere konserviere man in Formalin 10%ig (s. S. 14) 24 Stunden

lang, wässere ebenso lange und färbe die Gefrierschnitte mit

Alaunkarmin (s. S. 8). Die Schnitte werden dann durch Alkohol in

Karbolxylol überführt und in Kanadabalsam eingeschlossen.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 85 / 286 题