a) ~Mehrschichtiges prismatisches Epithel~, dessen oberste Lage
durch prismatische Zellen gebildet wird (Fornix conjunctivae,
Teile von Drüsenausführungsgängen). Zum Unterschied von den
mehrreihigen Epithelien grenzt hier die oberste Zellage nicht
an das Bindegewebe an.
b) ~Mehrschichtiges Plattenepithel~ (s. Fig. 24), dessen oberste
Lage von Plattenzellen gebildet wird (Haut, Anfangsteil des
Darmtraktus, Stimmband, Teile des Urogenitalsystems).
[Illustration: Fig. 25.
Mehrreihiges Flimmerepithel der Reg. respiratoria des Menschen.
Technik Nr. 110.]
Die besondere Anpassung an die wechselnde Wandausdehnung in
Harnblase und Ureter bedingt ein sehr verschiedenes Aussehen
ihres Epithels in gedehntem und ungedehntem Zustande (Fig.
295). Die basalen Zellen ordnen sich bei der Dehnung in wenige
Schichten, beim Nachlassen der Dehnung in viele Schichten
übereinander, während die zweikernigen Deckzellen ungedehnt mehr
kubisch, gedehnt abgeplattet erscheinen. Man hat diesem Epithel
den wenig passenden Namen »Übergangsepithel« gegeben.
[Illustration: Fig. 26.
Epithelzellen des Kaninchens isoliert. 560mal vergr. 1. Plattenzellen
(Mundschleimhautepithel), Technik Nr. 119. 2. Zylinderzellen
(Kornealepithel). 3. Zylinderzellen mit Kutikularsaum s (Darmepithel).
4. Flimmerzellen, h Wimpern (Bronchusepithel). Technik nach S. 12,
§ 3a.]
Die Lage an der Oberfläche macht die Epithelzellen besonders geeignet,
äußere Reize aufzunehmen und sie für den Körper nutzbar zu machen.
Diese ursprünglich wohl allen Epithelzellen eigene Fähigkeit wird
von einzelnen besonders ausgebildet, wodurch wiederum mannigfache
Formänderungen entstehen. Wir bezeichnen solche hochspezialisierte
Zellen als ~Sinneszellen~ (s. unter Sinnesorgane). Viele, ja
die meisten reizaufnehmenden und reizübertragenden Zellen haben
aber ihre Lage im Oberflächenepithel eingebüßt und sind in
geschützteren Lagen des Körpers zu größeren Massen vereinigt; sie
bilden so das ~Nervengewebe~. Zur Reizaufnahme sind nunmehr in den
Oberflächenepithelien nur noch feine fadenartige Ausläufer dieser
Zellen zurückgeblieben, die hier in der verschiedensten Weise zwischen
den Epithelzellen endigen (s. intraepitheliale Nervenendigungen).
[Illustration: Fig. 27 (s. a. Fig. 25).