Mikrozentrum und Kern nähern sich einander, schließlich gelangt
ersteres in die nächste Nähe der Kernmembran, wobei in dem das Zentrum
umgebenden Zytoplasma in radiärer Richtung ausstrahlende feine Fäden
deutlich sichtbar werden. Die Summe dieser Fäden heißt ~Astrosphäre~.
Dann teilt sich das Zentrum in zwei, je von einer Astrosphäre umgebene
Zentren, die auseinander rücken (Fig. 8). Dann vergrößert sich der
Kern, das Kerngerüst wird chromatinreicher und seine Chromatinstränge
erscheinen alsbald in Form einer für jede Tierart konstanten Anzahl
(beim Menschen 24) von geschlängelten Teilstücken (Chromosomen), die
quer zur Längsachse des Kerns gestellt sind.
Diese Teilstücke sind auch an vielen ruhenden Kernen vorhanden,
sie sind aber wegen der vielen Seitenäste, durch welche sie sich
mit ihren Nachbarn zu einem Netzwerk verbinden, nicht leicht
zu unterscheiden. Mit Beginn der Teilung werden die Seitenäste
eingezogen, dadurch werden die Teilstücke dicker und erscheinen
deutlicher.
Die Gestalt der Teilstücke ist meist die von winklig gebogenen Fäden,
»Schleifen«, deren Umbiegungsstellen (»Scheitel«) nach der einen, dem
Zentralkörperchen zugekehrten Seite (»~Polseite~«, »Polfeld«), deren
freie Enden nach der andern Seite (»~Gegenpolseite~«) gerichtet sind.
Die Teilstücke bilden in diesem Stadium einen »~dichten Knäuel~« (Fig.
8 u. 19), werden aber bald immer dicker und verlaufen mehr gestreckt:
dadurch wird aus dem dichten Knäuel ein »~lockerer Knäuel~«.
[Illustration: Fig. 8.