1. Stadium. Prophase.

Mikrozentrum und Kern nähern sich einander, schließlich gelangt

ersteres in die nächste Nähe der Kernmembran, wobei in dem das Zentrum

umgebenden Zytoplasma in radiärer Richtung ausstrahlende feine Fäden

deutlich sichtbar werden. Die Summe dieser Fäden heißt ~Astrosphäre~.

Dann teilt sich das Zentrum in zwei, je von einer Astrosphäre umgebene

Zentren, die auseinander rücken (Fig. 8). Dann vergrößert sich der

Kern, das Kerngerüst wird chromatinreicher und seine Chromatinstränge

erscheinen alsbald in Form einer für jede Tierart konstanten Anzahl

(beim Menschen 24) von geschlängelten Teilstücken (Chromosomen), die

quer zur Längsachse des Kerns gestellt sind.

Diese Teilstücke sind auch an vielen ruhenden Kernen vorhanden,

sie sind aber wegen der vielen Seitenäste, durch welche sie sich

mit ihren Nachbarn zu einem Netzwerk verbinden, nicht leicht

zu unterscheiden. Mit Beginn der Teilung werden die Seitenäste

eingezogen, dadurch werden die Teilstücke dicker und erscheinen

deutlicher.

Die Gestalt der Teilstücke ist meist die von winklig gebogenen Fäden,

»Schleifen«, deren Umbiegungsstellen (»Scheitel«) nach der einen, dem

Zentralkörperchen zugekehrten Seite (»~Polseite~«, »Polfeld«), deren

freie Enden nach der andern Seite (»~Gegenpolseite~«) gerichtet sind.

Die Teilstücke bilden in diesem Stadium einen »~dichten Knäuel~« (Fig.

8 u. 19), werden aber bald immer dicker und verlaufen mehr gestreckt:

dadurch wird aus dem dichten Knäuel ein »~lockerer Knäuel~«.

[Illustration: Fig. 8.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 67 / 286 题