2. ~Chloroform~ 20 ccm.

3. ~Paraffinchloroform~, eine gesättigte Lösung (5 g der Mischung in 25

ccm Chloroform). Diese Lösung ist bei Zimmertemperatur flüssig.

4. Ein ~Trockenofen~ (»Thermostat«) aus Kupferblech mit doppelten

Wänden, deren Zwischenraum mit Wasser gefüllt ist. Unter dem Kasten

brennt eine kleine Gasflamme. Oben befinden sich drei Öffnungen;

zwei führen in den erwähnten Zwischenraum, in die eine wird ein

Reichertscher Regulator, in die andere ein Thermometer eingesetzt[24].

Die dritte Öffnung führt in den Luftraum des Kastens. Hier wird ein

zweiter Thermometer eingesetzt.

Der Wärmekasten mit Zubehör ist für denjenigen, der viel mit

Paraffin arbeitet, kaum entbehrlich. Man kann jedoch statt dessen

das Paraffin auf dem Wasserbade schmelzen und durch eine kleine

Spiritusflamme flüssig erhalten.

5. Ein ~Einbettungsrähmchen~. Dasselbe besteht aus zwei geknickten

Metallplatten, die so

[Illustration: Skizze von 2 geknickten Metallplatten]

aneinander gesetzt werden.

Statt dieses Rähmchens kann man sich aus Stanniol oder steifem

Papier (alten Korrespondenzkarten) geformter Kästchen bedienen.

Die einzubettenden Objekte müssen vollkommen wasserfrei sein, 1 bis 3

Tage in mehrmals gewechseltem absolutem Alkohol gelegen haben. Dann

werden sie in Fläschchen mit ca. 20 ccm Chloroform übertragen, woselbst

sie bis zum nächsten Tage, bei kleinen Objekten kürzer, verweilen.

Danach kommen die Objekte in Paraffinchloroform (s. oben) und nach 2

bis 24 Stunden je nach der Größe und Beschaffenheit der Stücke in ein

Schälchen geschmolzenen, aber ~nicht zu heißen~ Paraffins.

Das Paraffin darf nur 2-3 Grade über seinen Schmelzpunkt

erhitzt sein; für die oben angegebene Mischung soll die Luft im

Wärmekasten eine Temperatur von ca. 53° C haben. Hat man das

Paraffin auf dem Wasserbade geschmolzen, so stelle man die Flamme

so, daß die Oberfläche des Paraffins mit einem dünnen Häutchen

erstarrten Paraffins bedeckt bleibt.

Nach etwa einer halben Stunde werden die Stückchen in ein zweites

Schälchen geschmolzenen Paraffins gebracht, woselbst sie je nach der

Größe 1-5 Stunden bleiben.

Das geschieht, um den letzten Rest des Chloroforms aus dem

Objekte zu entfernen. Selbstverständlich muß immer das gleiche

Schälchen für die Übertragung aus dem Paraffinchloroform benützt

werden. Enthält das Schälchen nach häufigerem Gebrauche viel

Chloroform, so kann man dieses durch stärkeres Erhitzen des

Paraffins austreiben. So lange das Paraffin noch Chloroform

enthält, steigen von einer eingetauchten heißen Nadel Bläschen

auf.

Nach Ablauf der angegebenen Zeit nehme man einen tiefen Teller, lege

einen Objektträger hinein und stelle auf diesen das mit Glyzerin in

dünner Schicht bestrichene Einbettungsrähmchen, in welches jetzt

Paraffin und Objekt gegossen werden. Dann gebe man, so lange das

Paraffin noch flüssig ist, dem Objekt mit erhitzten Nadeln die

gewünschte Lage. Sobald das geschehen ist, gieße man in den Teller

vorsichtig kaltes Wasser bis zum oberen Rande des Rähmchens; das

Paraffin beginnt sofort zu erstarren, worauf man noch mehr Wasser

zugießt, bis das ganze Rähmchen unter Wasser steht. Durch diese

Manipulation erhält das Paraffin eine homogene Beschaffenheit, während

es sonst leicht kristallinisch wird und dann sowohl schwerer zu

schneiden ist, als auch auf die Struktur der eingeschlossenen Teile

schädlich einwirkt. Nach etwa 10 Minuten werden die Metallplatten

abgenommen und der Paraffinblock bis zur vollkommenen Erstarrung auf

dem Objektträger im Wasser belassen.

Das so eingeschmolzene Objekt ist schon nach einer halben Stunde

schneidbar; soll es später verarbeitet werden, so wird es mit einer

Nadel signiert und kann bis zum Schneiden unbegrenzt lange Zeit

aufgehoben werden.

¿b¿) In Zelloidin.

Das in Platten käufliche (bei Dr. Grübler) Zelloidin hat die Konsistenz

speckigen Käses. Man zerschneide die Platte in kleine Stückchen und

lasse sie an einem staubfreien Orte an der Luft trocknen, wobei sie

gelb und steinhart werden. 16 g dieses trockenen Zelloidins werden in

100 ccm absolutem Alkohol + 100 ccm Äther gelöst. Die Hälfte dieser

8%igen Lösung mit 50 ccm absolutem Alkohol + 50 ccm Äther verdünnt.

Die Hälfte dieser 4%igen Lösung mit 25 ccm abs. Alkohol + 25 ccm Äther

verdünnt.

Alle drei Lösungen sind in gut verschlossenen weithalsigen Flaschen

aufzubewahren. Diese stellt man in gut verschließbare größere

Gefäße, die Alkohol absol. enthalten und auf deren Boden sich 15-20

g weißgeglühtes Kupfervitriol befindet (S. 4). Wenn das Zelloidin zu

sehr eingedickt ist, kann es durch Zugießen von Äther-Alkohol verdünnt

werden.

Nach einiger Zeit werden die Lösungen trüb und milchig; es ist

alsdann besser die Lösung vollkommen eintrocknen zu lassen und

die Stücke von neuem in Äther-Alkohol zu lösen.

Die einzubettenden Stücke müssen vollkommen wasserfrei sein, 1 bis

2 Tage in mehrmals gewechseltem absolutem Alkohol gelegen haben.

Aus diesem werden die Stücke auf je 24 Stunden in Äther-Alkohol

(zu gleichen Teilen) in die 2%ige, 4%ige und 8%ige Zelloidinlösung

übertragen. Hier können die Stücke beliebig lange verweilen. Meist

sind sie nach 24 Stunden hinreichend durchtränkt, nur große, viele

Binnenräume enthaltende Objekte müssen länger (bis zu 8 Tagen)

in der dicken Lösung verweilen. Dann wird das Stück rasch auf

einen Korkstöpsel oder einen kleinen Holzklotz, die man vorher

mit Alkohol-Äther durchtränkt[25], aufgesetzt und etwas Zelloidin

darübergegossen. Dabei ist zu beachten, daß das Objekt nicht fest auf

den Kork aufgedrückt werde, sonst löst es sich leicht ab. Es muß sich

eine 1-2 mm dicke Schicht zwischen Kork und Objekt befinden.

Dicker darf die Schicht nicht sein; auch gut gehärtetes

Zelloidin ist elastisch, eine dicke Schicht solch elastischen

Materials würde zu einem Ausweichen des Objektes beim Schneiden

Veranlassung geben.

Nun wird das Ganze 1/2 Stunde (zarte Objekte) bis 4 Stunden unter eine

nicht fest schließende Glasglocke zu langsamer Trocknung gebracht und

dann in eine Glasdose mit ca. 30 ccm 80%igem Alkohol übertragen. Damit

die Objekte untertauchen, klebe man die Korkstöpsel mit ihrer unteren

Fläche vermittelst Zelloidin an die Innenfläche des Dosendeckels. Am

nächsten Tage wird der 80%ige Alkohol durch 70%igen Alkohol ersetzt, in

welchem die Stücke lange aufgehoben werden können.

Man kann auch die in Zelloidin einzubettenden Stücke zu späterer

Verarbeitung aufheben. Das Objekt wird dann aus dem 8%igen Zelloidin

in ein Schälchen gebracht, das fest zugedeckt mehrere Stunden stehen

bleibt, bis die beim Gießen entstandenen Luftblasen entwichen sind.

Dann nehme man den Deckel ab und lasse das Schälchen unter einer

Glasglocke so lange stehen, bis sich eine Haut auf der Oberfläche

gebildet hat (6-12 Stunden). Dann kommt das Schälchen samt Inhalt

in 70%igen Alkohol; nach 24 Stunden schneidet man aus dem erstarrten

Zelloidin einen das Präparat enthaltenden Block zurecht und konserviert

in 70%igen Alkohol.

Sollen solche konservierten Blöcke auf Kork aufgeklebt werden,

so müssen sie zuvor auf 1/2 Stunde in Alkohol absol., und dann 5

Minuten in dickes Zelloidin eingelegt werden.

Zur Anfertigung feinerer Schnitte kann man das Zelloidin noch ~härten~.

Zu diesem Zwecke bringe man die in Zelloidin eingeschlossenen Stücke

aus dem 70%igen Alkohol auf 2 Tage oder beliebig länger in ein

Alkohol-Glyzeringemisch (Alkohol 80% 1 Teil, reines konzentriertes

Glyzerin 6-10 Teile). Je größer das Verhältnis von Glyzerin zu Alkohol

ist, desto härter wird das Zelloidin.

Man kann die Mischung noch mehr ändern. Als äußerste Grenze

dürfte 1 Teil Alkohol zu 30 Teilen Glyzerin zu bezeichnen

sein; noch stärkere Differenzen führen zu einem starken Rollen

der Schnitte; siehe ferner Neumayers Angabe zur Technik der

Zelloidineinbettung (Zeitschr. für wissensch. Mikroskopie Bd.

XXV, S. 38).

Um das Federn der elastischen Zelloidinblöcke zu verhindern, trockne

man den aus dem Alkohol-Glyzerin entnommenen Block mit Filtrierpapier

sorgfältig ab, mache ein paar seitliche Einkerbungen und tauche ihn in

flüssiges Paraffin. Solche Blöcke lassen sich nicht trocken aufheben.

Man lege sie in das Alkohol-Glyzerin zurück.

Einer besonderen Behandlung bedürfen die mittelst der ~Golgi~schen

Methode fixierten Präparate, da ein länger als eine Stunde dauernder

Aufenthalt in absolutem Alkohol oft schädlich wirkt. Das aus der

Silberlösung genommene Stückchen wird 15-20 Minuten in 30 ccm 96%igem,

dann 15 Minuten in ebensoviel absolutem Alkohol gehärtet, dann auf 5

Minuten in die dünne Zelloidinlösung gebracht. Unterdessen schneidet

man in die plangeschnittene Seitenfläche eines möglichst breiten

Stückes Holundermark eine Vertiefung, gerade groß genug, um das

~ganze~ Präparat eben aufzunehmen, welches hier eingefügt und mit

etwas Zelloidin übergossen wird. Dann setze man ein zweites Stückchen

Holundermark auf, gieße wieder etwas Zelloidin über und stelle das

Ganze auf ca. 5 Minuten zum Antrocknen unter eine Glasglocke. Dann

Übertragung in 80%igen Alkohol auf 5 Minuten und dann mit einem mit

80%igem Alkohol benetzten Messer schneiden. Mikrotom ist durchaus

nicht nötig, es lassen sich leicht mit freier Hand genügende Schnitte

herstellen. Benützt man ein Mikrotom, so soll die Schnittdicke zwischen

40 und 120 µ schwanken. Es empfiehlt sich, an der Schnittfläche so viel

Holundermark abzutragen, daß letzteres nur eine (1 mm) schmale Rinde um

das Zelloidin bildet.

¿g¿) In Zelloidin-Zedernöl-Paraffin.

Diese Methode ist für kleine Objekte, die mit feineren Methoden

untersucht werden sollen (Plastosomen, Vitale Färbung u. a.),

besonders dann zu empfehlen, wenn Schnittserien erforderlich sind,

anderseits die bei Paraffin unvermeidlichen Schrumpfungen vermieden

werden sollen. Zuverlässig arbeitet die Methode besonders bei kleinen

Objekten (bis zu 0,5 cm Kantenlänge bei würfelförmigen Blöcken).

Man braucht drei verschiedene Mischungen von Zelloidin, denen etwas

Zedernholzöl beigemengt ist. Wie beim Zelloidin (s. S. 24) muß bei der

Aufbewahrung dieser Mischungen sorgfältig auf dichten Abschluß gegen

die Luftfeuchtigkeit geachtet werden.

Die Mischungen sollen folgendermaßen zusammengesetzt sein:

Zelloidin I: 4 Teile 2%iges Zelloidin und 1 Teil Zedernöl.

Zelloidin II: 4 Teile 4%iges Zelloidin und 1 Teil Zedernöl.

Zelloidin III: 5 Teile 8%iges Zelloidin und 1 Teil Zedernöl.

Über die Herstellung der Zelloidinlösungen s. S. 23.

Die Objekte kommen aus Alk. abs. auf 24 Stunden in Äther-Alkohol (zu

gleichen Teilen), hierauf nacheinander in die 3 Zelloidinmischungen,

in denen sie je nach der Größe einen Tag bis mehrere Wochen verweilen.

Ganz kleine Objekte, wie Nierenstückchen von 2 mm Kantenlänge habe

ich im Laufe von 2 Tagen mit gutem Erfolge durch die 3 Mischungen

hindurchgeführt.

Aus der 3. Mischung bringt man die Objekte in ein möglichst kleines

Papierkästchen mit so viel von Zelloidin 3, daß die Objekte gerade

damit bedeckt sind. Das Kästchen läßt man dann in einer flachen Schale

auf Chloroform gut zugedeckt etwa 10 Minuten schwimmen, bis sich

durch die Chloroformdämpfe die oberflächliche Schichte des Zelloidins

gehärtet hat. Dann taucht man den ganzen Block in Chloroform unter, bis

er nach 3-4 Stunden ganz durchgehärtet ist.

Wenn man sich davon überzeugt hat, daß der Block gut durchgehärtet

ist, schneidet man vorsichtig das Zelloidin möglichst knapp bis an

die Objektoberfläche weg und bringt das Objekt für 12-24 Stunden in

Chloroform-Paraffin, dem man 3-5 Tropfen Zedernöl (auf etwa 10 ccm)

zugemischt hat. In dieser Mischung stellt man das Objekt oben auf den

Trockenschrank, nachdem unter das Schälchen noch ein umgestülptes Gefäß

gestellt worden ist. Unter allen Umständen muß eine zu starke Erwärmung

vermieden werden.

Dann für je 10 Minuten in Paraffin I und II und Einbetten wie bei

Paraffinbehandlung.

Nur die Übung lehrt, die Konzentration des Zelloidin 3 mit dem

Härtegrad des Einbettungsparaffins so in Übereinstimmung zu bringen,

daß die Schnittfähigkeit ein Optimum erreicht. Aber in den meisten

Fällen erzielt man ausreichende Resultate.

d) Schneiden und Weiterbehandeln der Schnitte.

¿a¿) Paraffinobjekte.

1. Der Paraffinblock wird zuerst ~zurechtgeschnitten~, d. h. durch

schichtweises Abtragen des Paraffins in eine vierseitige Form gebracht.

Hierbei soll ringsherum eine 1-2 mm dicke Paraffinschicht um das Objekt

erhalten bleiben. Auf die Schnittfläche achten!

2. ~Aufblocken~: entweder auf Würfel von Hartholz, die man sich in

passender Größe von jedem Schreiner herstellen lassen kann oder

auf Metalltischchen, die vielfach den Mikrotomen beigegeben sind.

In beiden Fällen überzieht man diesen Träger mit einer ca. 1-2 mm

dicken Paraffinschicht, die heiß aufgetragen wird, setzt unmittelbar

hintereinander mit der rechten Hand einen in einer Spiritusflamme

erwärmten Metallspatel auf die Paraffinschicht des Trägers und mit

der linken Hand die Unterfläche des Paraffinblockes auf den Spatel,

zieht dann unter leichtem Druck auf den Paraffinblock den Spatel unter

diesem weg. Drückt man dann den Paraffinblock auf den Träger fest auf,

so erstarrt das Paraffin wieder; zum Schlusse verstreicht man mit dem

erwärmten Spatel die Berührungskanten von Block und Träger und legt das

Ganze für mindestens 5 Minuten in kaltes Wasser.

Man schneidet den Paraffinblock so niedrig als es die Objektgröße

erlaubt, da mit der Höhe des Blockes die Federung zunimmt, worunter die

Exaktheit der Schnitte leidet.

3. ~Schneiden mit querer Messerstellung.~ Nur weiche und kleine Objekte

lassen sich gewöhnlich so schneiden, daß man das Messer senkrecht zur

Achse des Mikrotoms einstellt. Je nach dem Härtegrad des Paraffins

kann man bei dieser Messerstellung Schnitte von jeder gewünschten

Schnittdicke (2-30 µ) rasch hintereinander schneiden, so daß sie in

Bandform aneinander haften. Dazu ist Voraussetzung, daß die dem Messer

zugewandte Fläche des Blockes mit der Messerschneide und mit der vom

Messer abgewandten Fläche genau parallel steht. Diese Methode erfordert

große Übung. Dem Anfänger sei geraten, jeden Schnitt einzeln vom

Messer zu nehmen; nur, wenn jeder Schnitt gleichmäßig »kommt« ist eine

zuverlässige Schnittdicke erreicht.

4. ~Schneiden bei schräger Messerstellung.~ Handelt es sich um große

Objekte von ungleichem Gefüge, so soll das Messer in einem zur

Längsachse des Mikrotoms möglichst spitzen Winkel festgeschraubt

werden. Die Paraffinsäule muß so zur Messerschneide stehen, daß diese

zuerst eine ~Kante~ der Säule trifft. Der Messerschlitten ist ~langsam~

zu bewegen, jeder Druck dabei ist zu vermeiden.

5. ~Mißstände beim Schneiden und deren Beseitigung.~ Jeder, der mit

Paraffin gearbeitet hat, wird über manchen mißlungenen Versuch zu

berichten wissen.

Oft gleitet das Messer über das Objekt und trennt einen Schnitt

entweder unvollkommen oder gar nicht.

Die Ursache hierfür kann zunächst im Mikrotom liegen. Die Bahn des

Messerschlittens ist nicht sauber (man achte auch auf den vertikalen

Teil der Schlittenbahn), oder das Messer ist nicht scharf genug,

oder es ist an der Unterfläche mit Paraffin beschmutzt. In letzterem

Falle wird der Messerschlitten herausgehoben, das Messer vorsichtig

mit Terpentinöl und einem weichen Lappen gereinigt. Messer mit dünnem

Rücken federn, wenn man den vordersten Teil der Schneide benutzt; so

kommt es, daß bei schräger Messerstellung die Schneide nur im Anfange

des Schnittes eingreift und über den letzten Teil des Präparates

erfolglos weggleitet. Auch eine steilere Einstellung der Messerschneide

durch keilförmige Eisenplättchen oder durch verstellbare Messerhalter

beseitigt oft Schwierigkeiten. Bei Mikrotomen älterer Konstruktion

liegt der Grund oft in ungenügender Feststellung des Paraffinblockes.

In zweiter Linie ist die Ursache im Objekt zu suchen. Dasselbe ist

vielleicht zu hart, oder sehr ungleichen Gefüges, oder schlecht

eingebettet. In letzterem Falle liegen zwei Möglichkeiten vor.

Entweder das Präparat war nicht gehörig entwässert, dann zeigt

es undurchsichtige Flecken, oder es enthält noch Chloroform; in

diesem Falle ist es weich, ein leichter Druck mit der Nadel auf die

Oberfläche des Präparates ausgeübt, hinterläßt eine Delle oder preßt

gar Flüssigkeit aus. In beiden Fällen muß die Einbettungsprozedur in

umgekehrter Reihenfolge bis zum absoluten Alkohol (in letzterem Falle

bis zum Paraffinbade) wiederholt werden.

Endlich kann die Konsistenz des Paraffins schuld sein.

Die Schnitte rollen sich.

Das kann verhindert werden, indem man einen Pinsel oder eine gebogene

Nadel gegen den sich rollenden Schnitt hält. Der Grund des Rollens

liegt in dem zu harten Paraffin, das auch schuld ist, wenn

die Schnitte bröckeln.

Die Brauchbarkeit des Paraffins ist in hohem Grade abhängig von

der äußeren Temperatur. Ist das Paraffin zu hart, so suche man

nicht sogleich durch Beimischung von weichem Paraffin eine passende

Konsistenz herzustellen -- das sei der letzte Ausweg --, sondern

versuche zuvor einfachere Mittel. Man schneide in der Nähe des Ofens

oder (bei Gasbeleuchtung) mit nahegerückter Lampe. Oft führt schon ein

~leichtes~ Erwärmen des Messers zum Ziele.

Selbst ganz gutes Paraffin bröckelt, wenn es mit kaltem Messer

geschnitten wird.

Die Schnitte falten sich und werden zusammengedrückt. Dadurch erhalten

die geschnittenen Objekte eine falsche Form. Der Grund liegt in zu

weichem Paraffin. Öfteres Einlegen des Blockes in kaltes Wasser,

Schneiden im kalten Zimmer (im Sommer in den Morgenstunden) beseitigen

diesen Übelstand.

6. ~Aufkleben der Schnitte.~ Nur dicke Schnitte werden, sofern sie von

einem durchgefärbten Stück stammen, auf den Objektträger gebracht und,

nachdem das Paraffin durch Xylol herausgelöst ist, gleich nach den (S.

45) angegebenen Regeln eingelegt.

In der Mehrzahl der Fälle müssen die Schnitte zuerst aufgeklebt werden.

Die hier zu verwendenden Objektträger müssen ganz ~rein~ sein; man

putze sie mit etwas Alkohol und einem sauberen, ~nicht fetten~ Tuche

oder lege sie auf eine halbe Stunde in kaltes Seifenwasser. Auf den gut

getrockneten Objektträger wird ein kaum stecknadelkopfgroßer Tropfen

Eiweiß-Glyzerin[26] zu einer kaum sichtbaren Schichte verstrichen;

der Objektträger wird dann mit einem Tropfen destilliertem Wasser

beschickt, und die Schnitte werden auf dem Wasser ausgebreitet und

in bestimmter Reihenfolge angeordnet. Beachte dabei die Größe des zu

verwendenden Deckglases! Nun ziehe man den Objektträger durch eine

Spiritusflamme oder bringe ihn 1-3 Minuten in den Wärmekasten. Durch

die leichte Erwärmung breiten sich die Schnitte glatt aus.

Das Paraffin darf nicht schmelzen; die aus geschmolzenem Paraffin

und Wasser entstandene Mischung ist in Karbolxylol nicht mehr

löslich.

Dann ordne man die Schnitte noch einmal mit einer Nadel, lasse durch

leichte Neigung des Objektträgers das überflüssige Wasser abfließen

oder sauge es mit einem Streifen Filtrierpapier ab und lasse das

Ganze, vor Staub geschützt, gut trocknen. Am nächsten Tage wird

der Objektträger mit Xylol übergossen und, wenn die Schnitte schon

gefärbt sind, in Xylolbalsam (S. 45) eingeschlossen. Sollen dagegen

die Schnitte auf dem Objektträger noch gefärbt werden, so wird der

Objektträger aus Xylol in absoluten Alkohol übertragen. Nach ca. 5

Minuten wird der Objektträger aus dem Alkohol genommen, in der Umgebung

der Schnitte rasch abgewischt, angehaucht und entweder in die Farbe

gelegt oder mit einigen Tropfen der Farblösung, z. B. Hämatoxylin

(direkt auf die Schnitte) bedeckt. Von da wird der Objektträger langsam

in eine Schale mit destilliertem Wasser gebracht und dann entweder in

dünnes Glyzerin (S. 44) oder nach bekannter Vorbehandlung mit absolutem

Alkohol und Karbolxylol (S. 45) in Xylolbalsam eingeschlossen.

Ein Ablösen der Schnitte kommt nur dann vor, wenn das Wasser

nicht in genügender Menge -- zwischen Schnitten und Objektträger

muß das Wasser ganz ausgebreitet sein -- zugesetzt war. Man kann

auch auf Deckgläschen aufkleben, dadurch wird das Einlegen in

Farbe, Alkohol usw. weniger kostspielig.

¿b¿) Zelloidinobjekte.

Block und Messer müssen dauernd unter Alkohol feucht gehalten werden.

Der Alkohol soll je nach Bedarf 70-80%ig sein; Alkohol von

niederer Konzentration härtet den Zelloidinblock mehr.

Die Schnitte werden in Alkohol aufbewahrt, man nimmt sie einzeln mit

einem Pinsel vom Messer. Das Messer soll mit einem möglichst langen

Teil der Schneide durch das Objekt gezogen werden, muß also extrem

»schräg« stehen.

Dünne Schnitte, die sich beim Schneiden leicht in Falten legen, breite

man möglichst auf dem Messer noch mit dem Pinsel aus, da länger

vorhandene Falten sich später oft schwer aus den Schnitten wegbringen

lassen.

Das Färben von Zelloidinschnitten wird durch das Zelloidin ziemlich

stark gestört, da sich diese Substanz vielfach intensiv mit färbt;

selbst Hämatoxylin verleiht dem Zelloidin oft einen leicht blauen

Ton und soll deshalb nur in verdünnter Lösung angewendet werden. In

absoluten Alkohol dürfen die Schnitte nicht gebracht werden, da dieses

das Zelloidin löst. Sie werden aus 96%igem Alkohol in Karbolxylol

aufgehellt und in Xylolbalsam eingeschlossen.

Schnittserien von Zelloidinobjekten kommen nur für ganz spezielle

Zwecke, z. B. für das Zentralnervensystem in Betracht. In dieser

Hinsicht seien die Artikel von Weigert[27], von Obregia[28] und

von Maximow[29] bestens empfohlen.

¿g¿) Zelloidin-Paraffinobjekte.

Im allgemeinen wird wie beim Paraffinverfahren aufgeblockt und

geschnitten. Sehr oft macht es aber Schwierigkeiten, die Schnitte

vollständig eben auf dem Objektträger aufzukleben, weil beim Strecken

die umgebende Paraffinschicht ein von dem des eingeschlossenen

Zelloidins abweichendes Ausdehnungsbestreben hat. Man entferne dann

vor dem Schneiden den Paraffinmantel streckenweise und lege auch

beim Serienschneiden jeden Schnitt einzeln auf den Objektträger,

nachdem er schon auf dem Messer möglichst geglättet ist. Mit

dieser Vorsichtsmaßnahme gelingt es fast immer, glatte, tadellose

Schnittserien zu bekommen.

Die Schnitte werden ebenso aufgeklebt wie Paraffinschnitte; nach dem

Entfernen des Paraffins durch Xylol kommen die Präparate in Alk. abs.,

von da zur Auflösung der das Färben störenden Zelloidinschichte in

Alkohol-Äther (zu gleichen Teilen) auf 5 Minuten. Danach lassen sich

die Schnitte allen Färbemethoden unterwerfen wie Paraffinschnitte.

§ 8. Färben.

Im Gegensatz zur technischen Färberei kommt es beim Färben zu

mikroskopischen Zwecken darauf an, verschiedene Bestandteile

des Körpers durch Farbstoffbehandlung deutlicher zu

unterscheiden. Durch geeignete Farbstoffkombinationen gelingt

es, gleichzeitig eine größere Zahl verschiedener Strukturen

durch charakteristische Farbtöne hervorzuheben. Es liegt

nahe, anzunehmen, daß eine chemische Verschiedenheit in der

Zusammensetzung der einzelnen Strukturbestandteile für die

Verbindung mit jeweils bestimmten Farbstoffen verantwortlich sei.

Für die übergroße Mehrzahl der Fälle trifft diese Annahme aber

nicht zu. Trotz großer Bemühungen, eine sichere theoretische

Grundlage für die Färbemethoden zu finden, läßt es sich heute

noch nicht sicher sagen, ob elektrochemische, adsorptive

Oberflächenkräfte oder konstitutionschemische Einflüsse für

gewisse Färbungsergebnisse eine Erklärung abgeben können.

Für Färbeversuche kommt es einmal auf die Eigenschaften und

die Beschaffenheit des zu gelingt es, gleichzeitig eine

größere Zahl verschiedener Strukturen durch charakteristische

Farbtöne hervorzuheben. Es liegt nahe, anzunehmen, daß eine

chemische Verschiedenheit in der Zusammensetzung der einzelnen

Strukturbestandteile für die Verbindung mit jeweils bestimmten

Farbstoffen verantwortlich sei. Für die übergroße Mehrzahl

der Fälle trifft diese Annahme aber nicht zu. Trotz großer

Bemühungen, eine sichere theoretische Grundlage für die

Färbemethoden zu finden, läßt es sich heute noch nicht sicher

sagen, ob elektrochemische, adsorptive Oberflächenkräfte oder

konstitutionschemische Einflüsse für gewisse Färbungsergebnisse

eine färbenden Materials, dann vor allem auch auf die

Eigenschaften der Farbstofflösung an. Ein und dasselbe

Material färbt sich ganz verschieden, je nachdem, ob es

lebend, tot, aber unfixiert, oder ob es endlich fixiert der

Farbstoffwirkung ausgesetzt wird. Ziemlich konstant ist die

Färbung im Lebendzustande, die wir »vitale Färbung« nennen,

ebenso die Färbung fixierter Präparate. Totes unfixiertes und

schlecht fixiertes Material verhält sich je nach den Umständen

sehr verschieden. Geringe, für manche Strukturelemente aber

sehr wesentliche Einflüsse werden von der Art des angewandten

Fixationsmittels ausgeübt. Deshalb werden im speziellen Teil für

bestimmte Färbungen besondere Fixationsmethoden empfohlen.

Aber auch die Auswahl und die Anwendungsart der Farbstoffe ist

von allergrößter Bedeutung sowohl für die vitale Färbung wie

für die Färbung des fixierten Objekts. Die gebräuchlichsten

Farbstoffe werden in saure (oxychrome), basische (basochrome)

und indifferente Farbstoffe eingeteilt; die meisten Farbstoffe

sind Salze, bei denen der Farbcharakter entweder an der Base

(basische) oder an der Säure (saure) haftet. In bestimmter

Anwendungsweise, besonders aus wässeriger Lösung zeigen basische

und saure Farbstoffe eine sozusagen gegensätzliche Wirkung auf

bestimmte Strukturelemente des Gewebes, so daß man im allgemeinen

z. B. die sauren Farbstoffe als Plasmafarbstoffe, die basischen

als Kernfarbstoffe bezeichnet hat. Doch gelingt es, bei etwas

abweichender Methodik die genannte Farbstoffwirkung auch völlig

umzukehren, was davor warnt, in diesen Verhältnissen etwa

chemische Gesetzmäßigkeiten zu erblicken.

Sehr wichtig für die Wirkung des Farbstoffes ist das

Lösungsmittel und die Konzentration, in der er dargeboten wird.

Leicht diffundierende Farbstoffe dringen sehr rasch in die Gewebe

ein, bringen aber für gewöhnlich keine haltbaren Färbungen

hervor. Dagegen geben schwerer diffundierende Farbstoffe eine

Reihe von ausnehmend schönen Kontrastfärbungen, so daß sie

speziell zur Darstellung feinerer Strukturen verwandt werden

können. Solche Kontraste, die sich in wässeriger Lösung der

Farbstoffe erzielen lassen, verschwinden vielfach, wenn man die

Präparate in Alkohol überführt, weil die meisten Farbstoffe in

Alkohol leichter diffundieren, und sich so leichter auch in

vorher ungefärbte Strukturbestandteile ausbreiten können.

Dieselbe Wirkung des Alkohols wird beim Färben sehr oft

absichtlich ausgenutzt, indem man die Präparate in einer

wässerigen Farblösung zunächst »überfärbt«, sie dann im Alkohol

»extrahiert«. Man kann sich dann unter dem Mikroskop von dem

»Differenzierungsgrad« schrittweise überzeugen und die Entfärbung

durch das Fertigmachen des Präparates unterbrechen. Diese Art

des Färbens nennt man regressive Färbung im Gegensatz zur

progressiven Färbung, bei der man von vornherein nur so lange

färbt, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.

Die Löslichkeit der Farbstoffe und damit auch die

Färbeeigenschaften werden oft durch bestimmte Zusätze zu den

Farbstofflösungen (Salze u. a.) verändert. Soweit die Färbekraft

durch solche Zusätze erhöht wird, spricht man vielfach von

Beizen. Man kann nämlich einen ähnlichen Effekt erzielen, wenn

man das Gewebe vorher mit dem betreffenden Salz behandelt, statt

das Salz der Farbstofflösung zuzusetzen.

Gerade die Verschiedenartigkeit der unzähligen bekannten

Farbstoffe in bezug auf ihre Lösungseigenschaften und die

Veränderlichkeit dieser Löslichkeit durch bestimmte Zusätze

scheint die Hauptgrundlage der außerordentlich zahlreichen

Färbungsvorschriften zu sein[30].

Bei der Unsicherheit in der theoretischen Deutung der

Färbemethoden sei dem Anfänger empfohlen, sich so genau wie

möglich an die erprobten Vorschriften zu halten. Nur so wird

er es lernen, die schwierige Färbetechnik zu beherrschen. Mit

dem Fortschreiten in der technischen Fertigkeit ergibt sich

ein Eindringen in die theoretischen Grundlagen des Färbens als

notwendig. Bei dem heutigen Stande dieser Grundlagen darf die

Färbemethodik nur als ein Mittel betrachtet werden, bekannte

Strukturen zu verdeutlichen. Ausdrücklich sei davor gewarnt, nur

aus färberischen Eigenschaften sonst unbekannte Strukturen zu

deuten.

~Allgemeine Regeln.~ Vor dem Gebrauche ist die betreffende

Farbstofflösung stets zu filtrieren. Die aus einem Stückchen

Filtrierpapier von 5 cm Seite bestehenden kleinen Trichter werden

einfach durch zweimaliges Zusammenlegen hergestellt und in einen

Korkrahmen gesteckt, den man sich durch Ausschneiden eines Stückes

von ca. 2 cm Seite aus einer Korkplatte von ca. 5 cm Seite verfertigt

hat. Der Korkrahmen wird auf vier lange Stecknadeln gestellt. Solche

Trichter können viele Male benutzt werden; Trichter und Rahmen sollen

nur für eine und dieselbe Flüssigkeit zur Anwendung kommen. Die in die

Farbflüssigkeiten gebrachten Schnitte sollen nicht an der Oberfläche

schwimmen; ~sie sind~ mit Nadeln in die Farbe ~unterzutauchen~.

A. Kernfärbung.

a) von Schnitten und Häuten.

1. Mit ~Hansenschem Hämatoxylin~ (s. S. 7). Man filtriere 3-4 4 ccm der

Farblösung in ein Uhrschälchen, dahin kommen

a) die Schnitte 1-5 Minuten,

werden dann b) in destill. Wasser abgespült 1-2 "

kommen dann c) in mehr (ca 30 ccm) destill. Wasser 5 Min. u. mehr

dann Einschließen in Xylolbalsam nach § 10, 3 (S. 45).

Die Hauptsache ist bei der Hämatoxylinfärbung und bei vielen

anderen Färbungen ~das ordentliche Auswaschen~; ist das Wasser

auch nur leicht blau geworden, so muß es durch neues ersetzt

werden. Anfangs sehen die Schnitte ganz verwaschen blau aus;

meist nach 5 Minuten, manchmal erst nach Stunden erfolgt die

Differenzierung, die schon manche Details mit unbewaffnetem Auge

erkennen läßt. Dabei geht die anfangs blaurote Farbe allmählich

in schönes Dunkelblau über, das um so reiner wird, je länger (bis

24 Stunden) die Schnitte im Wasser liegen.

Die Zeit, in welcher sich die Schnitte färben, ist sehr

verschieden. Schnitte in Alkohol fixierter und gehärteter Objekte

färben sich in 1-3 Minuten. War die Fixierung mit Müllerscher

Flüssigkeit oder mit Kalibichromat-Essigsäure erfolgt, so

müssen die Schnitte etwas länger (bis 5 Minuten) in der Farbe

bleiben. Anfängern ist zu empfehlen, die Schnitte verschieden

lange Zeit, 1, 3, 5 Minuten in der Farbe zu belassen und dann zu

kontrollieren, welche Zeitdauer zu einer gelungenen Färbung die

passende ist.

Nach vollendeter Färbung wird die benützte Farblösung durch das Filter

wieder in die Hämatoxylinflasche zurückgegossen. Das Uhrschälchen ist

sofort zu reinigen.

~Fehler-Korrektur.~ Ist ein Präparat zu stark gefärbt, so kann man das

Hämatoxylin zum Teil wieder ausziehen; die zu dunklen Schnitte kommen

dann

a) in ca. 5 ccm (Uhrschale voll) destilliertes Wasser + 2-3 Tropfen

Essigsäure ca. 2 Minuten,

hier werden die Schnitte rot und heller,

dann b) in ~mehrmals~ zu wechselndes, reines,

destilliertes Wasser ca. 5 Minuten,

hier wird die Essigsäure ausgewaschen, die roten Schnitte werden

wieder blau. Schlecht ausgewaschene Schnitte verblassen nachträglich.

Kombination der Kernfärbung mit Gegenfärbung siehe G. S. 41.

Statt des Hansenschen Hämatoxylins möge auch P. Mayers ~Hämalaun~

(Hämatein pur. Grübler 0,5 g in 25 ccm 90%igem Alkohol durch

Erwärmen gelöst und zusammengegossen mit einer Lösung von

25 g Alaun in 500 ccm destilliertem Wasser) empfohlen sein.

Anwendung wie bei Hansens Hämatoxylin; man kann auch durchfärben

(24 Stunden). Größere durchgefärbte Stücke müssen mit 1%iger

Alaunlösung ausgewaschen werden.

2. Mit ~Anilinfarben~. Aus der großen Reihe seien hierfür empfohlen:

~Vesuvin~ und ~Methylviolett~ B (S. 9). Man filtriere davon ca. 5 ccm

in eine Uhrschale.

Dahin kommen a) die Schnitte 2-5 Minuten,

dann b) in 5 ccm destill. Wasser 1/2 Minute,

dann c) in 5 ccm Alk. absolut 3-5 Minuten,

hier werden die ganz dunklen Schnitte unter viel Farbenabgabe

heller, so daß man einzelne Teile (z. B. bei Haut die Drüsen)

schon mit unbewaffnetem Auge erkennen kann,

dann d) in neuen Alk. absolut ca. 2 Minuten,

dann Einschließen in Xylolbalsam nach § 10,3 (S. 45).

Der Effekt ist eine sehr schöne, dauerhafte Kernfärbung; der Nachteil

liegt im starken Verbrauche von Alkohol absol.

Ähnlich wird ~Saffranin~ (S. 9) verwendet. Man filtriere davon ca. 5

ccm in eine Uhrschale.

Dahin kommen a) die Schnitte 24 Stunden,

dann b) in 5 ccm Alkohol 96% 1/2 Minute,

dann c) in 5 ccm Alkohol absol. und weiter wie bei Methylviolett B.

Man kann der Saffraninfärbung auch eine Ansäuerung vorausschicken,

d. h. die Schnitte kommen a) in 10 ccm destill. Wasser + 1 Tropfen

reine Salzsäure 5-10 Minuten.

dann b) zum Abspülen in reines, destilliertes

Wasser 1/2 Minute,

dann c) (wie oben a) in die Farbe 24 Std. usw.

Zu langes Verweilen in dem absoluten Alkohol kann bis zu völliger

Entfärbung der Schnitte führen. Mißlingen der Färbung beruht bei

mit Chrom-Osmium-Essigsäure fixierten Objekten auf zu geringem

Essigsäuregehalt dieser Fixationsflüssigkeit.

Kombination der Anilinkernfärbung siehe S. 41, G.

b) von Stücken vor Zerlegung dieser in Schnitte, sog. »Durchfärbung«.

3. Mit ~Boraxkarmin~ (S. 9). a) In 30 ccm dieser Farblösung kommen

Stücke vorher fixierter und gehärteter Objekte,

a) wenn sie klein (5 mm Seite) sind 24 Stunden,

wenn sie größer sind 2-3 Tage,

dann b) direkt in 25 ccm salzsauren

Alkohol (S. 9, _{42}) 1-3 Tage,

dann c) in reinen Alkohol 90% 24 Stunden,

dann d) zum Nachhärten in Alkohol 96% 24 Stunden und mehr.

Der gebrauchte Boraxkarmin wird wieder in die Flasche

zurückgegossen.

Beim Differenzieren in salzsaurem Alkohol wird der Alkohol

nach wenigen Minuten rot -- nur in Chromsalzlösungen (z. B. in

Müllerscher Flüssigkeit fixierte Objekte) geben oft wenig Farbe

ab -- und muß nun durch neuen salzsauren Alkohol ersetzt werden;

nach etwa 1/4 Stunde wird der Alkohol abermals gewechselt;

dieser Wechsel wird so oft wiederholt, bis der Alkohol nicht

mehr gefärbt ist. Das kann 1-3 Tage in Anspruch nehmen; während

des ersten Tages wechsle man alle 2, während der folgenden Zeit

alle 4 Stunden. Wenn man sparsam sein will, kann man mit einer

Nadel das Objekt aus dem roten Flüssigkeitshof, in dem es liegt,

langsam hinausschieben und an eine andere ungefärbte Stelle der

Flüssigkeit bringen.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 40 / 286 题