10. ~Sublimat-Kochsalzlösung~ (23, S. 6)[20] 20 ccm.

~Kleine~ (höchstens 4 mm) Stücke verweilen darin

je nach Größe 1-6 Stunden,

werden dann in allmählich verstärktem Alkohol

gehärtet (S. 17).

Diese Lösung wirkt schrumpfend, ist aber ein ausgezeichnetes Mittel zur

Fixation von Zell- und Kernstrukturen.

Behandlung sublimathaltiger Schnitte.

Schnitte von den in 8, 9, 10 fixierten Objekten werden vor dem Färben

eingelegt in

Jodalkohol (12 ccm Alkohol 90% + 3 Tropfen Jodtinktur) 15 Min., dann in

große Mengen von Natriumthiosulfat (10 ccm dieser Lösung

(17, S. 6) + 100 ccm destill. Wasser) 15 Minuten,

dann in destill. Wasser zum Abspülen 1 Minute.

Die Schnitte sind durch das Natriumthiosulfat ganz jodfrei und damit

Anilinfarbstoffen gegenüber haltbar geworden (M. Heidenhain).

11. ~Osmiumsäurelösung~ (21, S. 6). Beim Gebrauche derselben nehme man

sich vor dem Einatmen der die Schleimhäute sehr reizenden Dämpfe in

acht. Man fixiert entweder durch Einlegen sehr kleiner (bis 5 mm Seite)

Stückchen in die (meist in 1%iger Lösung benützte) Säure, die nur in

kleinen Quanten (1-6 ccm) angewendet zu werden braucht, oder dadurch,

daß man das feuchte Objekt den Dämpfen der Osmiumsäure aussetzt. Zu

letzterem Zwecke gieße man in ein ca. 5 cm hohes Reagenzgläschen ca.

1 ccm der 2%igen Lösung, füge ebensoviel destilliertes Wasser hinzu und

stecke das Objekt mit Igelstacheln an die Unterseite des Korkstöpsels,

mit welchem man das Reagenzgläschen fest verschließt. Nach 10-60

Minuten (je nach der Größe des Objektes) wird das Stückchen abgenommen

und direkt in die in dem Gläschen enthaltene Flüssigkeit geworfen. In

beiden Fällen verweilen die Objekte 24 Stunden in der Säure; dabei

müssen die Gläser gut verschlossen und im Dunkeln gehalten werden. Dann

werden die Objekte herausgenommen, in (womöglich fließendem) Wasser

1/2-2 Stunden ausgewaschen, in destilliertem Wasser kurz abgespült und

in allmählich verstärktem Alkohol gehärtet (§ 5).

Osmiumsäure-Lösung und -Mischungen schwärzen das Fett; will

man osmiertes Fett konservieren (vgl. § 10, 3), so dürfen die

Schnitte nicht in Terpentinöl, absolutem Äther oder Xylol, welche

osmiertes Fett lösen, aufgehellt werden. Man nehme Chloroform

(oder Nelkenöl); zum Einschluß muß mit Chloroform verdünnter

Kanadabalsam verwendet werden. Reine Osmiumlösung (aber nicht

Mischungen dieser) schwärzt auch Pigment. Ungeeignet sind

Osmiumsäure-Lösung und -Mischungen für elastische Fasern, die

durch sie wahrscheinlich gelöst werden.

12. ~Chromosmium-Essigsäure~ (Flemmings Flüssigkeit) (S. 6),

vorzügliches Mittel zur Fixierung der Kernteilungen.

Die Wirkung dieser Mischung auf die Kerne ist an der Peripherie

der Stückchen eine andere, als im Innern, wo die Chromatingerüste

deutlicher sind, weil in der Peripherie die Osmiumsäure, welche

den Kernsaft körnig und das Kerngerüst undeutlicher macht, reiner

zur Wirkung kommt.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 38 / 286 题