~Kleine~ (höchstens 4 mm) Stücke verweilen darin
je nach Größe 1-6 Stunden,
werden dann in allmählich verstärktem Alkohol
gehärtet (S. 17).
Diese Lösung wirkt schrumpfend, ist aber ein ausgezeichnetes Mittel zur
Fixation von Zell- und Kernstrukturen.
Behandlung sublimathaltiger Schnitte.
Schnitte von den in 8, 9, 10 fixierten Objekten werden vor dem Färben
eingelegt in
Jodalkohol (12 ccm Alkohol 90% + 3 Tropfen Jodtinktur) 15 Min., dann in
große Mengen von Natriumthiosulfat (10 ccm dieser Lösung
(17, S. 6) + 100 ccm destill. Wasser) 15 Minuten,
dann in destill. Wasser zum Abspülen 1 Minute.
Die Schnitte sind durch das Natriumthiosulfat ganz jodfrei und damit
Anilinfarbstoffen gegenüber haltbar geworden (M. Heidenhain).
11. ~Osmiumsäurelösung~ (21, S. 6). Beim Gebrauche derselben nehme man
sich vor dem Einatmen der die Schleimhäute sehr reizenden Dämpfe in
acht. Man fixiert entweder durch Einlegen sehr kleiner (bis 5 mm Seite)
Stückchen in die (meist in 1%iger Lösung benützte) Säure, die nur in
kleinen Quanten (1-6 ccm) angewendet zu werden braucht, oder dadurch,
daß man das feuchte Objekt den Dämpfen der Osmiumsäure aussetzt. Zu
letzterem Zwecke gieße man in ein ca. 5 cm hohes Reagenzgläschen ca.
1 ccm der 2%igen Lösung, füge ebensoviel destilliertes Wasser hinzu und
stecke das Objekt mit Igelstacheln an die Unterseite des Korkstöpsels,
mit welchem man das Reagenzgläschen fest verschließt. Nach 10-60
Minuten (je nach der Größe des Objektes) wird das Stückchen abgenommen
und direkt in die in dem Gläschen enthaltene Flüssigkeit geworfen. In
beiden Fällen verweilen die Objekte 24 Stunden in der Säure; dabei
müssen die Gläser gut verschlossen und im Dunkeln gehalten werden. Dann
werden die Objekte herausgenommen, in (womöglich fließendem) Wasser
1/2-2 Stunden ausgewaschen, in destilliertem Wasser kurz abgespült und
in allmählich verstärktem Alkohol gehärtet (§ 5).
Osmiumsäure-Lösung und -Mischungen schwärzen das Fett; will
man osmiertes Fett konservieren (vgl. § 10, 3), so dürfen die
Schnitte nicht in Terpentinöl, absolutem Äther oder Xylol, welche
osmiertes Fett lösen, aufgehellt werden. Man nehme Chloroform
(oder Nelkenöl); zum Einschluß muß mit Chloroform verdünnter
Kanadabalsam verwendet werden. Reine Osmiumlösung (aber nicht
Mischungen dieser) schwärzt auch Pigment. Ungeeignet sind
Osmiumsäure-Lösung und -Mischungen für elastische Fasern, die
durch sie wahrscheinlich gelöst werden.
12. ~Chromosmium-Essigsäure~ (Flemmings Flüssigkeit) (S. 6),
vorzügliches Mittel zur Fixierung der Kernteilungen.
Die Wirkung dieser Mischung auf die Kerne ist an der Peripherie
der Stückchen eine andere, als im Innern, wo die Chromatingerüste
deutlicher sind, weil in der Peripherie die Osmiumsäure, welche
den Kernsaft körnig und das Kerngerüst undeutlicher macht, reiner
zur Wirkung kommt.