DER SCHOCKER.

[Sidenote: III 120]

Dieses Schiff hat ein aufwärts gehendes und langes Vorderteil. Das

Hinterteil ist dagegen schmal. Oberhalb der Berghölzer springt

der Rumpf stark zurück. Es hat einen graden und sehr schrägen

Vordersteven. An dem viereckigen, oberen Ende des Vorderstevens liegt

ein Flaschenzug, der einerseits auf dem Vordersteven, andererseits auf

einer Stütze (Snoves) ruht, die gut befestigt ist.

Das Fahrzeug hat einen Fischkasten und vorn ein Flütenverdeck, das

als Wohnung dient. Während die Schocker früher in der Mitte offen

waren, sieht man jetzt grössere, die in der Mitte geschlossen sind. Am

Vorderteil hat der Schocker ein kleines Deck, genannt «Kootje».

Der Schocker hat Schwerter und einen auf ⅘ der Länge liegenden Mast,

an der Hauptrippe. Seine Länge beträgt 26,1 m, die Breite 4,48 m, der

Tiefgang 0,98 m. Er hat Takelung mit Besanmast (Bazaantuig) und einem

grossen Vorstagsegel, das am Bord hinter dem Mast befestigt ist, also

ohne durchlaufendes Deck. Dies letztere findet man jedoch manchmal in

letzter Zeit. An dem Bugsprietmast kann man einen Klüver anbringen.

Während die «Schocker» früher eine Beplankung mit Überlappung hatten,

sieht man heut oft welche mit glattem Rumpf. Es sind sehr alte Schiffe;

die grossen Modelle stammen jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert.

Weder ~Witsen~ noch ~Van Yk~ erwähnt sie, obwohl sie schon zu ihrer

Zeit vorhanden sind, denn es finden sich Zeichnungen davon auf den

Tragbahren der reformierten Kirche von Workum etwa aus dem Jahre 1600.

[Sidenote: II 203]

[Sidenote: III 125]

Der «Schocker» stammt von der Zuiderzee und zwar von den Küsten von

Overijssel (Vollenhoven), von Schokland, (wahrscheinlich auch Urk) und

von Enkhuizen.

Nach dem oben Gesagten würde die Insel Schokland ihren Namen von den

«Schockers» haben.

Durch ihren graden und schrägstehenden Vordersteven unterscheiden sich

diese Schiffe von den andern Fischereifahrzeugen, welche die Zuiderzee

aufsuchen, ausgenommen von der «Haringschuit» (Heringsschute).

Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1 · 第 104 / 142 题