[Sidenote: II 219]
[Sidenote: II 220]
Neben den «Büsen» und den «Hukern» traf man früher noch ein
Fischereifahrzeug, das zur Gruppe der «Smakken» gehört. Das ist die
_Scholschuit_ (Schute zum Fang von Seezungen) auch _Bazaanschuit_
genannt. In der Zwarten Waal haben sie eine Takelung mit Gaffel
(Gaffeltuig), daher ihr Name _Zwartewaalsche Gaffelaar_.
Dieses Schiff ist kürzer als der Huker; es ist ziemlich breit, hat
kräftige Rippen und gleicht sehr den «Visschersnikken» von Paesens
und Wierum (nicht zu verwechseln mit dem «Binnensnik») und den
«Palingschuiten» von Heeg und Gaastmeer, die die Aale nach London
brachten.
[Sidenote: II 202]
Die «Scholschuit», die man in Pernis, Middelharnis und Zwartewaal
findet, wird später durch die Schaluppe verdrängt.
Der Walfischfang, der früher so in Blüte stand, ist schon im 19.
Jahrhundert völlig verschwunden. Während 1756 sich noch 186 Fahrzeuge
mit diesem Fang beschäftigten, geht diese Zahl im Jahre 1785 auf 66
zurück, besonders wegen der hohen Prämien, die England zahlt.
In dem Masse, wie dieses Gewerbe bei uns abnahm, blühte es in England
auf. Während es hier nur 26 Walfischfänger im Jahre 1750 gab, stieg
diese Zahl im Jahre 1785 schon auf 152. Man bewilligte hier Prämien von
3000 bis 8000 Fl. je nach der Grösse der Schiffe, was bewirkt, dass im
Jahre 1854 bei uns nur 2 Walfischfänger in See gehen. (~Koenen~, S.
164.)
Zu diesem Fang verwendete man die «Noortsvaerders» sowie die schon oben
beschriebenen «Fluitschepen» (Flüten).
Die Heimat der «Büse» ist also Vlaardingen und Enkhuizen, dann findet
man auch welche in Maassluis auf einem Teil der Zuiderzee.
Die Heimat des «Bom» ist Scheveningen, Katwijk und Noordwijk, d. h.
längs der flachen Küste der Nordsee.
Die der Schaluppe ist Middelharnis, Zwartewaal und Pernis, während man
endlich den Logger überall antrifft.
Der alte Huker war besonders in Maassluis vertreten und der «Loggerbom»
oder «Leleybom» in Scheveningen.
Man würde sich eine falsche Vorstellung von der niederländischen
Fischereiflotte machen, wenn man sich einbildete, dass wir nur 724
Fischereifahrzeuge besitzen. Neben den schon erwähnten Schiffen
gibt es eine ausserordentlich grosse Zahl kleinerer Fahrzeuge, die
ausschliesslich zum Fischfang benutzt werden. Wenn wir einen Blick in
den Bericht über die niederländische Seefischerei im Jahre 1905 werfen,
so sehen wir, dass in diesem Jahre (S. 342) die Flotte im ganzen
5334 Schiffe mit einer Gesamttragfähigkeit von 234766 t und einer
Gesamtbesatzung von 20141 Mann umfasst. Im J. 1891 sind diese Ziffern
4427, 164259 und 15482.
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|=Stand der niederländischen Fischereiflotte und ihrer Mannschaft=|
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| JAHR | ZAHL | LADEFÄHIGKEIT IN m³ | MANNSCHAFTEN |
| -- | -- | -- | -- |
| 1905 | 5334 | 234766 | 20141 |
| 1904 | 5781 | 215873 | 21226 |
| 1903 | 5922 | 218249 | 21467 |
| 1902 | 5938 | 215660 | 21225 |
| 1901 | 5851 | 199248 | 20164 |
| 1900 | 5719 | 195950 | 19498 |
| 1899 | 5661 | 191530 | 19232 |
| 1898 | 5385 | 186554 | 18709 |
| 1897 | 5318 | 184576 | 18387 |
| 1896 | 5211 | 181953 | 17895 |
| 1895 | 5189 | 179782 | 17643 |
| 1894 | 5151 | 176649 | 17286 |
| 1893 | 4902 | 172603 | 16700 |
| 1892 | 4647 | 167549 | 16142 |
| 1891 | 4427 | 164357 | 15482 |
Ein Teil der kleinen Schiffe ist auf der Nordsee in Tätigkeit, ein
kleiner Teil an den Küsten von Friesland und Groningen und der Rest auf
den Küstenflüssen von Seeland und Holland sowie auf der Zuiderzee.
Unter ihnen findet man alle Namen der Fischereifahrzeuge, so dass es
sehr schwer ist, darin ihren Ursprungsort zu entdecken; überdies haben
sich diese Schiffe in den letzten 50 Jahren bei uns derartig vermehrt,
dass das Auftreten eines bestimmten Typs an einem Orte noch keineswegs
seine Herkunft aus dieser Gegend bestätigt. So findet man unter anderen
augenblicklich «Schocker» und «Botter» auf der oberen Maas, wo man sie
nie erbaut hat. Überdies verwendet man, seitdem die Fischerei aufblüht,
als Fischereifahrzeug alle Arten von Schiffen, die ursprünglich
durchaus nicht hierfür bestimmt waren. Um einen genauen Begriff von den
Fischereifahrzeugen und ihrer Entwickelung zu erhalten, dürfen wir uns
nur mit den hierfür erbauten Schiffen befassen.
Wie wir bei der allgemeinen Klassifikation gesagt haben, kann man sie
in Hauptklassen wie folgt einteilen:
_a_) Schocker; _b_) Botter; _c_) Vollschiffe (Knots, Aken u. s. w.);
_d_) Schiffe zum Heringsfang.