DER TURFIJKER UND DER HAGENAAR.

[Sidenote: III 101]

In der Gegend östlich der Linie Leyden-Delft, nördlich von Rotterdam,

südlich des alten Rheins und westlich von Utrecht gibt es einen sehr

sonderbaren Schiffstyp, mit kleinen Abmessungen, Beplankung mit

Überlappung und nach deutscher Art gebaut; das ist der _Turfijker_,

von dem heut wahrscheinlich kein Exemplar mehr vorhanden ist, während

derselbe Typ sich im «Hagenaar» wiederfindet.

[Sidenote: III 99]

Der _Haagenaar_ ist flach und ohne Wölbung und ragt nur sehr wenig,

mit Rücksicht auf die geringe freie Höhe der Brücken im Haag, aus dem

Wasser heraus, daher sein Namen «Hagenaar» (Schiff vom Haag). Wir

finden hier also, im «Herzen Hollands», einen Bovenlandertyp.

Es ist sonderbar, dass dieselben grossen holländischen Aken (Typen von

Dorsten) auch im Nordwesten von Noordbrabant (Langstraat) vorkommen,

wo man sie noch baut, während man auf der Maas und dem Waal diesen Typ

nicht baut.

Die zweite Gruppe, die oberhalb von Bonn zu finden ist, unterscheidet

sich etwas von der ersteren durch das charakteristische lange

Steuerruder, das an dem durch das Hinterteil gehenden Stützpfosten

befestigt ist. Vom Ende des Steuerruders und oberhalb dieser Stütze

geht ein starkes Holzstück ab, das fest mit der Ruderpinne verbunden

ist. Man nennt dies Steuer das «Klaphekken». Alle zu dieser Gruppe

gehörigen Schiffe sind hiermit ausgerüstet. Diese Schiffe sind übrigens

flacher als die der ersten Gruppe. Sie haben eine Beplankung mit

Überlappung, obwohl man heut auch schon viele mit glatter Beplankung

trifft.

Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1 · 第 86 / 142 题