DIE BAGGERAAK.

[Sidenote: III 68]

Die _Baggeraak_ bildet eine besondere Gruppe. Wie bereits gesagt, kann

man sie in 3 Klassen teilen. Zur ersten gehört die «Vlet» (Flette),

die man in Südholland, westlich der Betuwe, im Westen von Nordbrabant

(Biesbosch und Donge) sowie in Zeeland, kurz auf unseren Flüssen mit

Ebbe und Flut antrifft. Die Flette oder Baggeraak (auch «Sliedrechtsche

Aak» genannt) ist ein kleines, festes Schiff, das ausser einer

kleinen Vorderkajüte ganz offen ist. Die Takelung besteht aus dem

sogenannten «Spriettuig»; sie hat Schwerter und abnehmbare Setzborde

wie die meisten «Baggeraakjes», um das Ablaufenlassen der Handbagger

zu erleichtern. Man stellt diese Setzborde erst auf, wenn die Barke

teilweise beladen ist, d. h. wenn sie schon merklich eintaucht.

Der Mast liegt auf ⅕ und ¼ der Länge. Das Verhältnis der Länge zur

Breite ist 4 : 1. Die Beplankung geht bis in die äusserste Spitze

des Vorderteils, gegen die ein falscher Steven gebaut ist. In Zeeland

verwendet man hierzu viele «Hoogaarsen» und in Brabant und Holland

«Boeieraakjes» wie im Biesbosch und auf dem Amer und der Donge. Man

verwendet sie noch viel auf der Maas, obwohl man dort, wie auf den

Oberläufen anderer Flüsse ehemals die «Bovenlandschen Baggeraakjes.»

benutzte.

[Sidenote: III 70]

Zu den «Bovenlandschen Baggeraakjes» gehören:

Die der Maas, die die Mitte halten zwischen dem «Keen» und den

«Whalemajol». Sie besitzen eine kleine Takelung, mit Spriet

(«Spruittuig») und ein «Klaphekken» (besondere Art Steuerruder). Die

grössten, besonders bekannt unter dem Namen «Hedelsche Aken», die

Schwerter haben, werden zu allen möglichen Zwecken verwandt. Diese

Maasschiffe gehören weder zu den wirklichen Maastypen noch zu den

Rheintypen von oberhalb Bonn (Keen, u. s. w.). Sie bilden eine Gruppe

für sich, die sich wahrscheinlich aus den beiden oben genannten Klassen

entwickelt hat.

[Sidenote: III 73]

[Sidenote: III 72]

Vom Rhein ist uns nur die _Vreeswijksche Zandschuit_ geblieben

(Sandbarke von Vreeswijk), die ein Vorderteil wie eine «Dorstensche

Aak» hat, während das Hinterteil dem der «Dortsche Zandschuit»

(Sandbarke von Dordrecht) gleicht. Diese Dortsche Zandschuit hat

gleiches Vorder- und Hinterteil und einen glatten Rumpf. Obgleich dies

Schiff spitzer ist, ähnelt es etwas dem «Westerling», der als ein

sehr altes Schiff von der oberen Schelde bekannt ist (siehe ~Dehem~,

S. 505). Die alte Dortsche Zandschuit wurde besonders zum Baggern von

Ballast für die Seeschiffe verwendet.

Im Westen und im Rheinland verwendet man zur Beseitigung der Dünen eine

grosse Zahl von «Bokken», die wir schon bei den «Westlanders» erwähnt

haben.

[Sidenote: III 87]

In der Provinz Utrecht verwendet man die «Slijkpraam», die der schon

genannten «Krommen Rijnaak» gleicht, während man endlich in Groningen

noch die «Vlotpraam» oder «Slijkpraam» antrifft.

[Sidenote: II 246]

Von einem gewissen Standpunkt aus müssten die oben erwähnten

_Hoogeveensche Pramen_, die in den Torfmooren Verwendung finden, zu

dieser Gruppe gerechnet werden.

Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1 · 第 79 / 142 题