[Sidenote: III 47]
[Sidenote: II 176]
[Sidenote: II 178]
Die _Kraak_ ist ein Schiff von starkem Bau mit geradem Bord, vollem
und rundem Vorder- und Hinterteil, das zur Gruppe der «Schmacken»
gehört. Dies Schiff, von der Grösse einer kleinen «Tjalk» gehört in die
Gegend, die begrenzt wird von der gebrochenen Linie Amsterdam, Naarden,
Nigtevecht, Haarlem, Zaandam, Amsterdam. Die letztgenannte Stadt muss
als Ursprungsort der Kraaken betrachtet werden. Es sind sehr alte
Schiffe. Die alten Stiche aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts zeigen
sie schon, jedoch nicht unter dem Namen «Kraak», sondern unter dem
Namen «Lichter».
So spricht ~Witsen~ (S. 170) von «Amsterdamschen Binnenlichters», als
von «een plomb gebouwd zonder zeil of mast, overdekt met hooge ronde
duiken» (ein schwer gebautes Schiff ohne Masten und Segel, bedeckt mit
Platten, die runde hohe Luken haben).
Man führte sie meist mit dem Bootshaken; sie hatten keinen Mast. Der
hintere Teil hatte eine kleine Kabine. Die Abbildung eines «Lichters»
(Leichters) aus dem 17. Jahrhundert ist mit folgendem Distichon
versehen:
[Sidenote: II 177]
«Te lichten menich schip bequaem,
Daar af voert dit schip zijnen naem.»
(Den Namen führt dies Schiff, weil es manch anderes erleichtern
konnte). Später baute man grössere Leichter und man spricht von
Leichtern aus Nigtevecht, Brouwershaven, Wieringen u. s. w.
Sie haben alle dieselbe massive Form, vorn und hinten etwas nach oben
gebogen. Manche haben eine «Statie». In der Mitte ist das Schiff
immer gerade. Die grösseren Abmessungen bedingen eine Takelung, und
der getakelte Leichter erhält den Namen «Kraak», der nichts mit der
Benennung spanischer «Caraques» (Kraken) zu tun hat.
[Sidenote: III 48]
Das Bild, das die zwischen Amsterdam und Haarlem verkehrende Fähre
darstellt, gibt schon eine Vorstellung von dem Vorläufer der «Kraak».
Zu den «Kraken» muss man auch die «Yker» rechnen, mit glattem Rumpf.
«Yker» ist ein neuerer Name für dasselbe Schiff. Es ist wiederum darauf
hinzuweisen, dass der alte «Turfijker» nichts mit dem «Yker» mit
glattem Rumpf zu tun hat, dem er nur im Namen gleicht.
In Haarlem nennt man die «Kraak» «Haarlemmerpont». Dieser ist etwas
weniger bauchig, und sein Hinterteil ist nicht so voll.
Die Niederlande, die in allen Richtungen von zahllosen Flüssen und
Strömen durchzogen werden, sind seit den ältesten Zeiten die Heimat
par excellence der Fähren und anderer Fahrzeuge zur Beförderung von
Menschen und Tieren gewesen.