Ebenfalls ein Badeort, aber wie himmelweit verschieden vom zauberisch
schönen Matlock! Rund umgeben von kahlen Felsen, liegt es wie in
einem Kessel. Wild und traurig ist die ganze Gegend umher,
große Schätze verbarg die Natur hier tief im Schoße der Erde,
aber dem Wanderer lächelt sie nicht freundlich entgegen.
Eine Meile von Buxton liegt die ebenfalls berühmte Pools Höhle;
man versicherte uns, sie wäre nach der von Castleton kaum sehenswert
und überdies noch beschwerlicher zu besuchen. So viel bedurfte es
nicht einmal, um uns von dem Unternehmen, sie zu sehen, abzuschrecken.
Buxton, sonst ein unbedeutendes Dorf, ist durch seine warme Heilquelle,
welche die Römer schon gekannt haben sollen, ein ziemlich ansehnlicher
Ort geworden. Das Wasser ist lauwarm, schmeckt nicht übel, und wird
sowohl zum Trinken als zum Baden gegen Gicht, Skorbut und viele
andere Übel gebraucht.
Man lebt hier ziemlich einfach und langweilig. Der Morgen wird mit
Promenieren im Crescent, einer im Halbzirkel gebauten Reihe
zierlicher Häuser, hingebracht. Letztere enthalten viele hübsche Wohnungen
für die Brunnengäste und ein paar elegante Gasthöfe, in welchen sich
die zu Bällen und Assembleen bestimmten Säle befinden. Dessen ungeachtet
haben sie das Ansehen eines einzigen großen Prachtgebäudes von mehr als
dreihundert Fenstern in der Front. Elegante Läden, ein paar
Leihbibliotheken, in welchen man nach englischem Badegebrauch von
der Promenade ausruht, und einige Kaffeezimmer erfüllten das Erdgeschoß,
ringsumher läuft ein oben bedeckter Säulengang für die Spaziergänger,
zum Schutze bei dem hier sehr gewöhnlichen Regenwetter. Das Brunnengebäude
und die Bäder liegen ganz in der Nähe. Nach der Morgenpromenade
wird die übrige Zeit des Tages mit Spazierenfahren und Reiten zugebracht,
obgleich die Gegend eben nicht einladend ist.
Die Jagd macht hier für die Herren eine Hauptergötzlichkeit aus.
Liebhaber davon können auf eine Koppel Jagdhunde, die dazu gehalten wird,
subskribieren. In England fehlt es überhaupt am Wilde, hier aber
in dieser öden Wüstenei gibt es noch bisweilen Hasen und Füchse,
auch wilde Enten und andere Wasservögel in Menge auf den nahegelegenen
Sümpfen des Strömchens Wye. Des Abends ist Ball oder Spiel-Assemblee,
und dreimal die Woche Schauspiel in einer zu diesem Behufe ganz artig
aufgeputzten Scheune.
Die größte Merkwürdigkeit sind hier die prächtigen, vom Herzog
von Devonshire erbaute Pferdeställe; man hält sie für die schönsten
und in ihrer Art vollkommensten in Europa, und unseres Wissens mögen sie
diesen Ruhm wohl verdienen. Im Zirkel gebaut, umgeben von einer Kolonnade,
unter welcher die Pferde, geschützt vor Wind und Regen, den ganzen Tag
nach englischer Weise gepflegt, geputzt und gestriegelt werden,
umschließen sie eine sehr schöne, bequeme Reitbahn. Ein Teil des Gebäudes
enthält Wagen-Remisen, und das Ganze ist von beträchtlicher Größe,
so daß es aussieht, als ob die vierbeinigen Brunnengäste hier die
Hauptpersonen wären. Ein daran hinfließender Bach dient dazu,
diese Prachtställe reinlich zu halten und fast allen üblen Geruch
zu verbannen.
Das Interessanteste für uns war eine Fensterscheibe in der Halle,
dem ältesten Absteigequartier in Buxton, in welchem Maria Stuart
auf ihrer unglücklichen Reise von Schottland verweilte. Sie schrieb
mit prophetischem Sinn folgende Zeiten darauf:
"Buxton! whose fame thy baths shall ever tell;
which I perhaps shall see no more, farewell!"