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Buch
von der deutschen Poeterei
von
Martin Opitz
Abdruck der ersten Ausgabe (1624)
Vierter Druck
Halle a. S.
Verlag von Max Niemeyer
1913
Neudrucke deutscher Litteraturwerke des XVI. u. XVII. Jahrhunderts.
No. 1.
Einleitung.
Seit dem Erscheinen dieser Ausgabe (1876. 1882) ist das Buch von der
deutschen Poeterei Gegenstand eindringender Forschung geworden, durch
welche seine Stellung in der Geschichte der Poetik, sowie die
Beziehungen zu den Quellen Opitzens hinlänglich klargestellt worden
sind. Abgeschlossen wurden diese Untersuchungen durch die mit Einleitung
und eingehendem Commentar versehene Ausgabe: 'Martin Opitzens
Aristarchus sive de contemptu linguae Teutonicae und Buch von der
Deutschen Poeterey, herausgegeben von Dr. Georg ~Witkowski~.' Leipzig
1888.
Die wichtigeren Einzelabhandlungen sind: O. Fritsch, Martin Opitzens
Buch von der d. P. Ein kritischer Versuch (Diss.), Halle 1884; -- K.
Borinski, Die Kunstlehre der Renaissance in Opitz' Buch von der d. P.
(Diss.), München 1883, und danach in desselben 'Die Poetik der
Renaissance und die Anfänge der litterarischen Kritik in Deutschland',
Berlin 1886, S. 63 ff.; -- W. Berghoeffer, Martin Opitz Buch von der d.
P. (Göttinger Diss.), Frankfurt a/M. 1888; [-- R. Beckherrn, M. Opitz,
P. Ronsard und D. Heinsius (Diss.) Königsberg 1888; -- G. Wenderoth, Die
poetischen Theorien der französischen Plejade in Martin Opitz' deutscher
Poeterei: Euphorion 13, 445-468.]
* * * * *
Das Buch von der deutschen Poeterei erschien in Breslau 1624. Die
Ausgabe ist in 4^o und besteht aus 38 ungezählten Blättern (= 9½ Bogen)
mit den Signaturen =A=-=K=, angehängt sind dann noch zwei Blätter »=An
den Leser=« mit Signatur =L=.
Diese Ausgabe ($A$) liegt unserem Abdrucke zu Grunde. Derselbe ist für
diesen Druck, unter Berücksichtigung der Ausgabe von Witkowski, von
neuem mit dem Originale (Ex. der Stadtbibliothek in Leipzig) sorgfältig
verglichen worden. Abgewichen ist von der Originalausgabe nur insofern,
als ihre Druckfehler verbessert sind. Diese zerfallen in 3 Klassen:
1) Druckfehler, die von Opitz selbst in dem Anhange »=An den Leser=«
(S. 59) als solche aufgeführt werden. Es folgt hier das Verzeichniss
derselben nach Seite und Zeile unseres Abdrucks: 7 7 inimicæ vene. 9 27
{Ên' pote soi chronos outos en}. 10 7 =heutiges tagen=. 11 33 {idiorêta}.
12 11 =Marcilius=. 15 2 {men}. 15 30 d, escorte. 19 1 =habe=] =hate=.
23 21 =kürtze=] =kurtze=. 27 37 {tôê, ê psychê}. 29 6 =nechst=] =echst=.
29 11 L irrite. 32 7 ciel] liel. 32 21 =auff einandere=. 32 31
=abstehlen=] =abstehen=; -- =möge=] =mögen=. 37 20 =stehen=] =sehen=.
38 24 {thalaasta}. 38 25 {thal astan}. 38 29 distichion. 38 30
=Ancareonten=. 41 8 =nach=] =noch=. 41 20 =lateinischen ~vnd~=
hexametros. 41 37 communs =~der~ gemeinen=. 43 39 =abschnitt=]
=abschrit=. 44 35 =himmelront=. 44 40 =Iu summa=. 53 23 STRO. I. 56 4
{enkrinesthai}. -- Ausserdem gibt Opitz noch zu 15 29 =genawe= an,
welches aber schon im Texte ebenso richtig dasteht.
2) Ferner sind folgende gröbere Druckfehler verbessert, die zum Teil in
allen, zum Teil auch nur in einzelnen der älteren Ausgaben beseitigt sind:
26 34 =satt=] =saat= (doch vgl. Anz. f. dtsch. alt. 14, 287). 27 17
=reime=] =reine=. 28 29 =denn=] =den=. 29 38 =Haupt-brecher-Löwen-zwinger=.
33 2 =erempel=. 36 28 =ö=] {o}. 40 2 =doppeltlaudender=. 40 10 =der
andere=] =~das~ a.= 42 12 =abschritt= (43 39 derselbe Fehler von
Opitz verbessert). 46 14 C'ouurir. 48 19 =nicht=] =nchit=. 48 23
=vneigeflochtenen=. 49 22 =Capittl=. 51 44 =Meisterück=. 56 29 =des
Frawenz=. 57 30 statt =besitzen= das 2. mal =besetzen=. -- Nicht
besonders erwähnt sind umgekehrte =n= oder =u=, wie 18 3 =vou= u. a.
3) Endlich sind nach Witkowski's Vorgange noch folgende Fehler
verbessert: 9 7 =Volckern=. 9 27 {toi}] {soi}. 15 40 Pro longeant. 18 30
=saeit= (=sueit= Goldast statt =sneit=). 28 26 {Arêos}. 34 28 =mir=]
=nur=. 36 29 =vnnd mitlere=. 37 21 Punkt nach =es=. 38 22 H. 38 23
{autên}. 49 3 Sous] Solus.[1]
[1] Unrichtig ändert Witkowski 46 18 =beseite= (mhd. #besîte#) in
=beiseite=. -- Den von Witkowski S. 80 bemerkten Druckfehlern unserer
ersten Ausgabe sind noch einige hinzuzufügen, die zum Teil auch von
Witkowski übernommen sind: ausser geringfügigen (12 31 =großes=. 13 14
=Geistes, welchen=. 40 18 =auff=. 43 15 =auf=. 59 5 =erinnern=) der
störendere 45 25 =~des~ Himmels kertzen=.
Die Abkürzungen sind aufgelöst. Häufiger ist nur =[=e]= für =en= (32
mal), =v[=n]= für =vnd= (12 m.), =[=n]= für =nn= (10 m.); ausserdem
=[=m]= für =mm= (4 m.) und einmal =[=e]= für =em=.
* * * * *
Die auf $A$ folgenden Ausgaben waren ebenfalls Einzeldrucke; erst 1690
wurde das Werk in die Gesammtausgabe aufgenommen. Die Titel der
einzelnen Ausgaben findet man verzeichnet bei Hoffmann von Fallersleben,
Martin Opitz von Boberfeld (Leipzig 1858) und in Witkowski's Ausgabe
S. 77-80, dessen Chiffern ich annehme. Sie erschienen: $B$ Frankfurt und
Breslau 1634. $C$ Wittenberg 1634. $E$ Wittenberg 1635 (zum Drittenmahl
auffgeleget). $G$ Wittenberg 1638 (zum Vierdtenmahl auffgeleget). $H$
Wittenberg 1641 (zum Fünfften mahl auffgeleget). $I$ Frankfurt a/M.
1645. Die erste Ausgabe, in welcher sich Hanman's Anmerkungen befinden
(-- Jetzo aber von Enoch Hannman an vnterschiedlichen Orthen vermehrt
vnd mit schönen Anmerckungen verbessert. Nunmehr zum sechstenmahl
correct getruckt.). Über Hanmanns Anmerkungen s. Borinski, Poetik der
Renaissance s. 285 ff., Witkowski s. 68 ff. -- $K$ Wittenberg 1647
(Nunmehr zum Sechsten mahl auffgeleget). Ohne Hanmanns Anmerkungen. $L$
Frankfurt a/M. o. J. (ca. 1650). Mit den Anmerkungen; »zum siebenden mal
correct gedruckt«. $M$ Frankfurt a/M. 1658 dsgl., »zum achten mal
correct gedruckt«. $N$ Breslau, Fellgibel o. J. Diese Ausgabe gehört in
den 1. Teil der 1690 erschienenen Gesamtausgabe von Opitzens Werken, hat
aber besonderen Titel und Paginierung und kommt auch separat vor. -- Die
genannten Ausgaben sind sämmtlich 8^o (resp. 12^o); eine zweite
Quartausgabe vom Jahre 1626 führt Grässe im Trésor des livres an und
Goedeke im Grundriss^1. Die Angabe scheint aber auf Irrtum zu beruhen.
Ueber eine 2. Ausgabe Wittenberg 1634 und eine Danziger 1635 [vielmehr
1634, s. u.], welche nicht nachweisbar sind, s. Witkowski $D$ u. $F$.
Endlich wurde die Poeterei aufgenommen in die beiden in der Mitte des
18. Jahrhunderts veranstalteten Opitzausgaben: $O$ von Bodmer, Zürich
1745 (nur der 1. Teil erschienen, darin die Poeterei S. 1-70); $P$ von
Triller, Frankfurt a/M. 1746 (Vier Bände, die Poeterei eröffnet den 1.
Band).
Auf allen Ausgaben nach der ersten lautet der Titel »Prosodia Germanica,
=Oder Buch von der deutschen Poeterey &c.=« Man wird kaum annehmen
dürfen, dass der Zusatz »Prosodia Germanica« von Opitz selbst herrühre,
da Opitz sicher nach der Ausgabe von 1624 bei keiner folgenden beteiligt
gewesen ist. Dieselben zeigen nicht nur keine Veränderungen, sondern
sind sogar derart aus der ersten Ausgabe, und dann wieder eine aus der
andern, abgedruckt, dass das von Opitz selbst dort gegebene
Druckfehlerverzeichniss ~nicht~ berücksichtigt worden ist, wie überhaupt
das ganze Nachwort »=An den Leser=« (S. 59. 60) in allen Ausgaben von
$B$ ab fehlt, so dass sich dieselben unsinnigen Druckfehler teils durch
alle folgenden Ausgaben hindurchziehen, teils in einzelnen derselben
verbessert werden, aber zuweilen durch Conjectur anders als Opitz
vorgeschrieben. Z. B. sind die Fehler =Marcilius= statt =Manilius=
12 11, liel st. ciel 32 7, =der= st. =oder= 41 37 bis 1690 in allen
Ausgaben, erst Triller und Bodmer bessern richtig. 32 31 steht 1624
=abstehen=, Opitz corrigiert =abstehlen=, die folgenden Ausgaben machen
aus =abstehen= das nahe liegende =absehen=, und diese Lesart ist auch
noch in $OP$ vorhanden. Ebenso ist in derselben Zeile 32 31 das =mögen=
statt =möge= in allen späteren Ausgaben conserviert; u. a. m.
Es geht daraus hervor, dass für den Text der Poeterei allein die Ausgabe
$A$ von 1624 in Betracht kommt.
~Heidelberg~ [Dritter Druck 1902]. $Wilhelm Braune.$
* * * * *
Auch dieser ~vierte~ Druck ist mit der Originalausgabe verglichen
worden. Für Nachträge zur Einleitung bin ich G. Witkowski zu Dank
verbunden; insbesondere hat er den alten Druck $F$ in der Buchhandlung
von Gustav Fock (aus dem Nachlasse Reinhold Bechsteins) aufgefunden und
mir den Titel der Ausgabe, deren Verbleib ihm nicht bekannt ist,
freundlichst mitgeteilt:
$F$ Prosodia Germanica .... =Martin Opitzen= [wie in $C$] =Dantzig,
Gedruckt durch Andream Hünefeldt, Im Jahr, 1634=. [12o =A=-=E= 11b].
~Heidelberg~ 1913. $W. B.$
_MARTINI
OPITII_
Buch von der Deutschen
Poeterey.
In welchem alle jhre eigen-
schafft vnd zuegehör gründt-
lich erzehlet, vnd mit exem-
peln außgeführet wird.
Gedruckt in der Fürstlichen
Stadt Brieg, bey Augustino
Gründern.
In Verlegung David Müllers Buch-
händlers in Breßlaw. 1624.
_Horatius ad Pisones:_
_Descriptas servare vices, operumque colores,
Cur ego, si nequeo, ignoroque, Poëta salutor?
Cur nescire, pudens pravè, quam discere malo?_
[A 2a] Denen Ehrenvesten, Wolweisen, Wolbenambten vnd Wolgelehrten
HErren Bürgermeistern vnd Rathsverwandten der Stadt Buntzlaw, seinen
günstigen Herren vnd beförderern.
EHrenveste, Wolweise, Wolbenambte vnd Wolgelehrte insonders günstige
HErren,
Was bißanhero von einem vnnd dem andern, auch vornemen Leuten, zum
offteren an mich ist begehret worden, das ich nemlich von vnserer
Deutschen Poeterey, derselben art vnd zuegehör, etwas richtiges
auffsetzen möchte, habe ich vorwichene tage zue wercke gebracht. Zwar
erstlich, solchem ehrlichen begehren wie billich zue verhengen: nachmals
aber, die jenigen vor derer augen diese vorneme wissenschafft ein grewel
ist zue wiederlegen, vnd die, so sie als ein leichte ding vor handen zue
nemen vnbedacht sich vnterstehen, ab zue halten, die gelehrten aber vnd
von natur hierzue geartete gemüter auff zue wecken, mir, der ich dißfals
bey weitem nicht genung bin, die hand zue bitten, vnd den weg so ich
allbereit vmb etwas eröffnet vollendts zu bähnen. Weitleufftiger vnd
eigentlicher zue schrei-[A 2b]ben hat mich nicht allein die enge der
zeit, sondern auch sonsten allerley vngelegenheit verhindert, die mir
von denen zuegefüget wird, welche, wann es bey jhnen stünde, wünschen
wolten, das auch das gedächtniß der Poeterey vnnd aller gutten Künste
vertilget vnd außgerottet würde. Ob mich nun wol dergleichen vnbilliche
Wiederwertigkeit, die ich ohne meinen verdienst tragen muß, offtermals
kaum nicht zwinget wie Nero zue sagen; _Vellem nescire literas_: jedoch
habe ich, in erwegung derer Vrsachen die mir etwas beßers rahten, vnd
das die Zahl vieler grossen Männer die mir huldt sein die wenigen
abgünstigen weit hinwieget, zwar ietzund in diesem geringen wesen den
willen mit meinem schlechten studieren etwas zue fruchten erweisen
wollen: vnnd wil auch nachmals besten fleißes mich bemühen, an größeren
vnd mehr wichtigen sachen (denn ich gar wol weiß, das es mit der
Poeterey alleine nicht außgerichtet sey, vnd weder offentlichen noch
Privatämptern mit versen könne vorgestanden werden) durch beystandt
Göttlicher hülffe alle mein heil zue versuchen. Indeßen, Großgünstige
HErren, wollen sie, zum pfande meiner künfftigen vorsorge wie mein
geliebtes Vaterlandt vnnd sie meiner je mehr vnd mehr ruhm vnd ehre
haben mögen, dieses buch auff, vnd annemen, vnd beynebenst geneiget
erwegen das ich auch darumb jhnen solches billich vor andern
zueschreiben sollen, damit ich nicht, wann ich [A 3a] sie in diesen vnd
andern meinen schrifften lenger mit stilleschweigen vbergienge, von
denen die meinen künfftigen vorsatz nicht wissen für vndanckbar möge
gescholten werden. Welchen lasters ich nicht alleine anderwerts frey vnd
ledig bin, sondern auch dißfals kühnlich sagen darff, das ich solche
große liebe zue meinem Vaterlande trage, dergleichen zwar von allen
erfordert, aber bey wenigen erfunden wird. Ich muß nur bekennen, das ich
nicht vnlengst auß weit abgelegenen orten, da es mir an ehre, föderung,
freundschafft vnd alle dem was ich bedürffend nicht gemangelt hette,
mich mehrentheils darumb zuerücke gemacht, vnnd meinen zuestandt in
vngewißheit gesetzet, das ich das verlangen, daheime vnd bey den
meinigen die zeit zue verschliessen, nicht lenger ertragen können.
Welches ich sonsten kaum so rundt herauß sagen wolte, auß furchte, das
es mir von andern für eine zärtligkeit vnd weichmuth möchte außgeleget
werden, wenn mir nicht wißend, das Vlyßes so sehr auff sein Ithaca zue
geeilet, als Agamemnon auff sein _Mycène_, vnd der grosse mann hertzlich
gewünschet, auch nur ein räuchlein so darauß auffgienge von fernen zue
schawen. Der Vater der Musen Alfonsus in Sicilien, als jhm einer
erzehlete wie Rom so gewaltig, Venedig so groß, Florentz so reich,
Meilandt so Volckreich were, gab er jhm dieses gar gerne zue, aber, hub
er darneben an, ich wil niergendts lieber sein als zue _Carioncilla_:
[A 3b] welches ein flecken war, darinnen der löbliche vnnd tugendhaffte
König gebohren vnd auffgewachsen. Kan mir also niemand zue rechte vbel
deuten, das ich mein Buntzlaw, ohne ruhm zue sagen, die erzieherinn
vieler stattlichen berühmbten leute, welche ich bey anderer gelegenheit
schon wil zue erzehlen wissen, als ein Kind seine Mutter ehre, vnd
bestes vermögens hand zue wercke lege, wie nicht alleine ich durch das
Vaterland, sondern auch das Vaterland durch mich bekandter werde.
Nebenst dieser gemeinen vrsache hiesiger meiner zueschreibung habe ich
nicht weniger in acht zue nemen, die grosse gunst vnd freundschafft, mit
welcher ein ietweder von den Herren mir bey aller vorgehenden
gelegenheit zum offtersten begegnet: ja das sie auch mir entweder mit
Blutfreundschafft oder verwandtniß bey gethan sind, oder, worunter ich
Herren Sänfftleben verstehe, mich zue alle dem was ich weiß vnnd kan,
wie wenig es auch ist angewiesen vnd geleitet haben. Werden also die
HErren, in betrachtung obgemeldeter vrsachen, in guttem verstehen, das
ich Jhren namen hiesigen geringfügigen buche, das doch hoffentlich an
seinem orte wird ersprößlich sein, vorsetzen, vnd dadurch, weil anietzo
nichts anders in meinem vermögen gewesen, nur etzlicher maßen mein
danckbares gemüte vnd gutten vorsatz [A 4a] erweisen wollen. Befehle sie
hiermit in den schutz des Höchsten, mich aber in jhre beharliche gunst
vnd liebe; der ich gleichfalls jederzeit bin
E. E. W.
Dienstwilligster
Martin Opitz.
[A 4b] _AD
DN. MARTINUM OPITIUM
Poësin Germanicam ædentem,
Parodia ex Carm. II. Lib. II. Horat._
_#Nullus argento color est, etc.#_
_INgenI nullus decor est, ineptis
Illitæ chartis inimice venæ
#Martie Opiti#, nisi patriæ aptos
Vernet in usus.
Vivet extento venerandus ævo
#Heinsius# plectri genitor Batavi:
Illum aget prorâ metuente sisti
Gloria ad Indos.
Altius scandes patriâ canendo
Barbyto, qvàm si Latium peritæ
Atticæ jungas, Syriæque Peithus
Noveris artem.
Carminis multos cacoêthes urit,
Nec scit expelli; nisi mille vulgo
Finxerit versus peregrina jactans
Gutture verba.
Conditam Almanis numeris Poësin
Exteræ distans, solio polorum
Inseret Phoebus populumque vernis
Instruet uti
Vocibus, laudem, & sine nube nomen
Deferens illi, viridemque laurum,
Teutonæ ingenteis repolit loqvelæ
Qvisqvis acervos._
_Augustinus Iskra Siles:_
[B 1a] _MARTINI OPITII_
Buch von der Deutschen Poeterey.
Das I. Capitel.
Vorrede.
WIewol ich mir von der Deutschen Poeterey, auff ersuchung vornemer
Leute, vnd dann zue beßerer fortpflantzung vnserer sprachen, etwas auff
zue setzen vorgenommen; bin ich doch solcher gedancken keines weges, das
ich vermeine, man könne iemanden durch gewisse regeln vnd gesetze zu
einem Poeten machen. Es ist auch die Poeterey eher getrieben worden, als
man je von derselben art, ampte vnd zuegehör, geschrieben: vnd haben die
Gelehrten, was sie in den Poeten (welcher schrifften auß einem
Göttlichen antriebe vnd von natur herkommen, wie Plato hin vnd wieder
hiervon redet) auffgemercket, nachmals durch richtige verfassungen
zuesammen geschlossen, vnd aus vieler tugenden eine kunst gemacht. Bey
den Griechen hat es Aristoteles vornemlich gethan; bey den Lateinern
Horatius; vnd zue unserer Voreltern zeiten Vida vnnd Scaliger so
außführlich, das weiter etwas darbey zue thun vergebens ist. Derentwegen
ich nur etwas, so ich in gemeine von aller Poeterey zue erinnern von
nöthen zue sein erachte, hiervor setzen wil, nachmals das was vnsere
deutsche Sprache vornemlich angehet, etwas vmbstendtlicher für augen
stellen.
Das II. Capitel.
Worzue die Poeterey, vnd wann sie erfunden worden.
DIe Poeterey ist anfanges nichts anders gewesen als eine verborgene
Theologie, vnd vnterricht von Göttlichen sachen. Dann weil die erste vnd
rawe [B 1b] Welt gröber vnd vngeschlachter war, als das sie hette die
lehren von weißheit vnd himmlischen dingen recht fassen vnd verstehen
können, so haben weise Männer, was sie zue erbawung der Gottesfurcht,
gutter sitten vnd wandels erfunden, in reime vnd fabeln, welche
sonderlich der gemeine pöfel zue hören geneiget ist, verstecken vnd
verbergen mussen. Denn das man jederzeit bey allen Völckern vor gewiß
geglaubet habe, es sey ein einiger vnd ewiger GOtt, von dem alle dinge
erschaffen worden vnd erhalten werden, haben andere, die ich hier nicht
mag außschreiben, genungsam erwiesen. Weil aber GOtt ein vnbegreiffliches
wesen vnnd vber menschliche vernunfft ist, haben sie vorgegeben, die
schönen Cörper vber vns, Sonne, Monde vnd Sternen, item allerley gutte
Geister des Himmels wehren Gottes Söhne vnnd Mitgesellen, welche wir
Menschen vieler grossen wolthaten halber billich ehren solten. Solches
inhalts werden vieleichte die Bücher des Zoroasters, den Man für einen
der eltesten Lehrer der göttlichen vnd menschlichen wissenschafft helt,
gewesen sein, welcher, wie Hermippus bey dem Plinius im ersten Capitel
des 30. Buches bezeuget, zwantzig mal hundert tausendt Verß von der
Philosophie hinterlassen hat. Item was Linus, wie Diogenes Laertius
erwehnet, von erschaffung der Welt, dem lauffe der Sonnen vnd des
Mondens, vnd von erzeugung der Früchte vorgegeben hat. Dessen werckes
anfang soll gewesen sein:
{Ên pote toi chronos houtos en hô hama pant' epephykei}
Es war die zeit da erstlich in gemein
Hier alle ding' erschaffen worden sein.
Neben diesem haben Eumolpus, Museus, Orpheus, Homerus, Hesiodus vnnd
andere, als die ersten Väter der Weißheit, wie sie Plato nennet, vnd
aller gutten ordnung, die bäw-[B 2a]rischen vnd fast viehischen Menschen
zue einem höfflichern vnd bessern leben angewiesen. Dann inn dem sie so
viel herrliche Sprüche erzehleten, vnd die worte in gewisse reimen vnd
maß verbunden, so das sie weder zue weit außschritten, noch zue wenig in
sich hatten, sondern wie eine gleiche Wage im reden hielten, vnd viel
sachen vorbrachten, welche einen schein sonderlicher propheceiungen vnd
geheimnisse von sich gaben, vermeineten die einfältigen leute, es müste
etwas göttliches in jhnen stecken, vnd liessen sich durch die
anmutigkeit der schönen getichte zue aller tugend vnnd guttem wandel
anführen. Hat also Strabo vrsache, den Eratosthenes lügen zue heissen,
welcher, wie viel vnwissende leute heutiges tages auch thun, gemeinet,
es begehre kein Poete durch vnterrichtung, sondern alle bloß durch
ergetzung sich angeneme zue machen. +Hergegen+, spricht er Strabo im
ersten Buche, +haben die alten gesagt, die Poeterey sey die erste
Philosophie, eine erzieherinn des lebens von jugend auff, welche die art
der sitten der bewegungen des gemütes vnd alles thuns vnd lassens lehre.
Ja die vnsrigen+ (er verstehet die Stoischen) +haben darvor gehalten,
das ein weiser alleine ein Poete sey. Vnd dieser vrsachen wegen werden
in den Griechischen städten die Knaben zueföderst in der Poesie
vnterwiesen: nicht nur vmb der blossen erlüstigung willen, sondern damit
sie die sittsamkeit erlernen.+ Ingleichem stimmet auch Strabo mit dem
Lactantius vnd andern in diesem ein, es seyen die Poeten viel älter als
die Philosophen, vnd für weise leute gehalten worden, ehe man von dem
namen der Weißheit gewust hat: vnnd hetten nachmals Cadmus, Pherecydes,
vnd Hecatéus der Poeten lehre zwar sonsten behalten, aber die abmessung
der wörter vnd [B 2b] Verse auffgelöset: biß die folgenden nach vnd nach
etwas darvon enzogen, vnd die rednerische weise, gleichsam als von einem
hohen Stande, in die gemeine art vnd forme herab geführet haben. Solches
können wir auch aus dem abnehmen, das je älter ein Scribent ist, je
näher er den Poeten zue kommen scheinet. Wie denn Casaubonus saget, das
so offte er des Herodotus seine Historien lese, es jhn bedüncke, als
wehre es Homerus selber.
Das III. Capitel.
Von etlichen sachen die den Poeten vorgeworffen werden; vnd derselben
entschuldigung.
AVß oberzehlten sachen ist zue sehen, wie gar vnverstendig die jenigen
handeln, welche aus der Poeterey nicht weiß ich was für ein geringes
wesen machen, vnd wo nicht gar verwerffen, doch nicht sonderlich
achten; auch wol vorgeben, man wisse einen Poeten in offentlichen
ämptern wenig oder nichts zue gebrauchen; weil er sich in dieser
angenemen thorheit vnd ruhigen wollust so verteuffe, das er die andern
künste vnd wissenschafften, von welchen man rechten nutz vnd ehren
schöpffen kan, gemeiniglich hindan setze. Ja wenn sie einen gar
verächtlich halten wollen, so nennen sie jhn einen Poeten: wie dann
_Erasmo Roterodamo_ von groben leuten geschahe. Welcher aber zur antwort
gab: Er schätzte sich dessen lobes viel zue vnwürdig; denn auch nur ein
mittelmässiger Poete höher zue halten sey als zehen _Philosophastri_.
Sie wissen ferner viel von jhren lügen, ärgerlichen schrifften vnd leben
zue sagen, vnd vermeinen, es sey keiner ein gutter Poete, er musse dann
zu gleich ein böser Mensch sein. Welches allerseits vngegründetes
vrtheil ich kaum einer antwort würdig achte; vnnd jhnen alleine für das
erste zue bedencken gebe, wer Solon, Pythagoras, Socrates, Cicero vnd
andere gewesen, die sich doch [B 3a] des Poetennamens nie geschämet
haben. Ich köndte auch sonsten viel vortreffliche leute erzehlen, die
auff diese kunst (wo ich sie eine kunst nennen soll) jhren höchsten
fleiß gewendet haben, vnd dennoch dem gemeinen nutze mit vnsterblichem
lobe vorgegangen sind. So ist auch ferner nichts närrischer, als wann
sie meinen, die Poeterey bestehe bloß in jhr selber; die doch alle
andere künste vnd wissenschafften in sich helt. Apuleius nennet den
Homerus einen viel wissenden vnnd aller dinge erfahrenen Menschen;
Tertullianus von der Seele: einen Vater der freyen künste. Plato,
welcher im Tragedien schreiben so weit kommen, das er auch andern kampff
anbitten dörffen, hat vermischet, wie Proclus von jhm saget, {tên te
Pythagoreion kai Sôkratikên idiotêta}, die Pythagorische vnnd Socratische
eigenschafft, hat die Geometrie vom Theodorus Cyreneus, die wissenschafft
des Gestirnes von den Egyptischen Priestern erlernet, vnd ist aller dinge
kündig gewesen. So hat man vnsere Musen zue mahlen pflegen, als sie mitt
zuesammen gehenckten händen in einem reyen tantzten, jhnen auch den namen
{Mousai}, gleichsam als {homousai}, gegeben, das gemeine bandt vnd
verwandschafft aller künste hierdurch an zue deuten. Wann auch die verse
nur blosse worte sindt, (wiewol das so wenig möglich ist, als das der
Cörper ohne die Seele bestehen könne) was ist es denn das Eratosthenes
ein getichte von beschreibung der Welt, so Hermus geheissen, das
Parmenides vnnd Empedocles von natur der dinge, das Seruilius vnd
Heliodorus, derer Galenus erwehnet, von der ärtzney geschrieben haben?
Oder, wer kan leugnen, das nicht Virgilius ein gutter Ackersman,
Lucretius ein vornemer naturkündiger, Manilius ein Astronomus, Lucanus
ein Historienschreiber, Oppianus ein Jägermeister, vnd einer vnd der
andere der Philosophie obristen sein, da sie doch nichts als Poeten sein.
Es sey denn das wir glauben wollen, Theocritus habe Schaffe getrieben,
vnd Hesiodus sey hin-[B 3b]ter dem Pfluge gegangen. Doch muß ich gleichwol
bekennen, das auch an verachtung der Poeterey die jenigen nicht wenig
schuldt tragen, welche ohn allen danck Poeten sein wollen, vnd noch
eines theils zum vberfluß, ebener massen wie Julius Cesar seine kahle
glitze, sie jhre vnwissenheit vnter dem Lorbeerkrantze verdecken.
Gewißlich wenn ich nachdencke, was von der zeit an, seit die Griechische
vnd Römische sprachen wieder sind hervor gesucht worden, vor hauffen
Poeten sind herauß kommen, muß ich mich verwundern, wie sonderlich wir
Deutschen so lange gedult können tragen, vnd das edele Papir mit jhren
vngereimten reimen beflecken. Die worte vnd Syllaben in gewisse gesetze
zue dringen, vnd verse zue schreiben, ist das allerwenigste was in einem
Poeten zue suchen ist. Er muß {euphantasiôtos}, von sinnreichen einfällen
vnd erfindungen sein, muß ein grosses vnverzagtes gemüte haben, muß hohe
sachen bey sich erdencken können, soll anders seine rede eine art
kriegen, vnd von der erden empor steigen. Ferner so schaden auch dem
gueten nahmen der Poeten nicht wenig die jenigen, welche mit jhrem
vngestümen ersuchen auff alles was sie thun vnd vorhaben verse fodern.
Es wird kein buch, keine hochzeit, kein begräbnüß ohn vns gemacht; vnd
gleichsam als niemand köndte alleine sterben, gehen vnsere gedichte
zuegleich mit jhnen vnter. Mann wil vns auff allen Schüsseln vnd kannen
haben, wir stehen an wänden vnd steinen, vnd wann einer ein Hauß ich weiß
nicht wie an sich gebracht hat, so sollen wir es mit vnsern Versen wieder
redlich machen. Dieser begehret ein Lied auff eines andern Weib, jenem
hat von des nachbaren Magdt getrewmet, einen andern hat die vermeinte
Bulschafft ein mal freundtlich angelacht, oder, wie dieser Leute gebrauch
ist, viel mehr außgelacht; ja deß närrischen ansuchens ist kein ende.
Mussen wir also entweder durch abschlagen jhre feindschafft erwarten,
oder durch willfahren den würden der Poesie einen mercklichen abbruch
thun. [B 4a] Denn ein Poete kan nicht schreiben wenn er wil, sondern
wenn er kan, vnd jhn die regung des Geistes welchen Ovidius vnnd andere
vom Himmel her zue kommen vermeinen, treibet. Diese vnbesonnene Leute
aber lassen vns weder die rechte zeit noch gelegenheit: wie sich denn
Politianus in einer epistel hefftig darüber beschwäret, vnd Ronsardt,
wie Muretus meldet, hat pflegen zue sagen, er empfinde nicht so grosse
lust wann er seine eigene Liebe beschriebe, als er grossen verdruß
empfinde, wann er anderer jhre liebe beschreiben muste. Wiewol etliche,
gemeiniglich aber die schlimmesten, sich selber hierzue antragen, vnd
den leuten jhre träwme fast einzwingen. Diese meinet sonderlich
Aristoteles, _Eth. ad Nic. lib. 9. c. 7._ da er saget, das sie jhre
getichte vber die maße lieb haben, vnd so hertzlich gegen jhnen geneiget
sein: wie die eltern gegen den kindern. Vnd _Cicero 5. Tusc._ spricht
auch fast auff diesen schlag: _In hoc enim genere nescio quo pacto magis
quam in aliis suum cuique pulchrum est. adhuc neminem cognoui Poetam, &
mihi fuit cum Aquinio amicitia, qui sibi non optimus videretur._ Das
ferner die Poeten mit der warheit nicht allzeit vbereinstimmen, ist zum
theil oben deßenthalben Vrsache erzehlet worden, vnd soll man auch
wissen, das die gantze Poeterey im nachäffen der Natur bestehe, vnd die
dinge nicht so sehr beschreibe wie sie sein, als wie sie etwan sein
köndten oder solten. Es sehen aber die menschen nicht alleine die sachen
gerne, welche an sich selber eine ergetzung haben; als schöne Wiesen,
Berge, Felde, flüße, ziehrlich Weibesvolck vnd dergleichen: sondern sie
hören auch die dinge mit lust erzehlen, welche sie doch zue sehen nicht
begehren; als wie Hercules seine Kinder ermordet, wie Dido sich selber
entleibet, wie die Städte in den brand gesteckt werden, wie die pest
gantze Länder durchwütet, vnd was sonsten mehr bei den Poeten zue finden
ist. Dienet also dieses alles zue vberredung vnd vnterricht auch
ergetzung der Leute; [B 4b] welches der Poeterey vornemster zweck ist.
Die nahmen der Heidnischen Götter betreffendt, derer sich die
stattlichsten Christlichen Poeten ohne verletzung jhrer religion
jederzeit gebrauchet haben, angesehen das hierunter gemeiniglich der
Allmacht Gottes, welcher die ersten menschen nach den sonderlichen
wirckungen seiner vnbegreifflichen Maiestet vnterschiedene namen
gegeben, als das sie, wie Maximus Tyrius meldet, durch Minerven die
vorsichtigkeit, durch den Apollo die Sonne, durch den Neptunus die Lufft
welche die Erde vnnd Meer durchstreichet; zue zeiten aber vorneme Leute,
die wie Cicero im andern buche von den Gesetzen saget, vmb jhres
vordienstes willen in den Himmel beruffen sein, zue zeiten was anders
angedeutet wird, ist allbereit hin vnd wieder so viel bericht darvon
geschehen, das es weiterer außführung hoffentlich nicht wird von nöthen
sein. Was auch der Poeten Leben angehet, (damit ich mich nicht zue lange
auffhalte) ist es nicht ohn, das freylich etliche von jhnen etwas auß
der art schlagen, vnd denen, die in anderer Leute mängeln falcken, in
jhren eigenen Maulwörffe sein, anlaß geben jhnen vbel nach zue reden.
Die Vrsache kan wol zum theile sein, das jhre Poetische gemüter
vnterweilen etwas sicherer vnd freyer sein, als es eine vnd andere zeit
leidet, vnd nach des volckes Vrtheil nicht viel fragen. Zum theile thut
auch der wein etwas; sonderlich bey denen, welchen Horatius besser
gefellt da er schreibet:
_Prisco si credis, Mæcenas docte, Cratino,
Nulla valere diu, nec viuere carmina possunt,
Quæ scribuntur aquæ potoribus._
Mecenas, wil du mir vnd dem Cratinus gleuben,
Der der da wasser trinckt kan kein guet carmen schreiben;
Als Pindarus, der stracks im anfange seiner bücher saget: [C 1a]
{Ariston men hydôr}, +Das Wasser ist das beste das man findt+. Mit
welchem es Alceus, Aristophanes, Alcman, Ennius vnd andere nicht
gehalten hetten; auch Eschilus nicht, dem Sophocles vorgeworffen, der
wein hette seine Tragedien gemacht, nicht er. Vnd zum theile thut auch
zue dem etwas nachleßigen wandel mancher Poeten nicht wenig die
gemeinschafft etlicher alten, die jhre reine sprache mit garstigen
epicurischen schrifften besudelt, vnd sich an jhrer eigenen schande
erlustiget haben. Mit denen wir aber vmbgehen mußen wie die bienen,
welche jhr honig auß den gesunden blumen saugen, vnd die gifftigen
Kräuter stehen lassen. Doch wie ehrliche, auffrichtige, keusche gemüter
(welche von den auch keuschen Musen erfodert werden) derer die jhre
geschickligkeit mit vblen sitten vertunckeln nicht entgelten können, so
sind auch nicht alle Poeten die von Liebessachen schreiben zue meiden;
denn viel vnter jhnen so züchtig reden, das sie ein jegliches ehrbares
frawenzimmer vngeschewet lesen möchte. Man kan jhnen auch deßentwegen
wol jhre einbildungen lassen, vnd ein wenig vbersehen, weil die liebe
gleichsam der wetzstein ist an dem sie jhren subtilen Verstand
scherffen, vnd niemals mehr sinnreiche gedancken vnd einfälle haben,
als wann sie von jhrer Buhlschafften Himlischen schöne, jugend,
freundligkeit, haß vnnd gunst reden. Wie dann hiervon der Frantzösischen
Poeten Adler Peter Ronsardt ein artiges Sonnet geschrieben, welches ich
nebenst meiner vbersetzung (wiewol dieselbe dem texte nicht genawe
zuesaget) hierbey an zue ziehen nicht vnterlassen kan:
_Ah belle liberté, qui me seruois d'escorte,
Quand le pied me portoit où libre ie voulois!
Ah! que ie te regrette! helas, combien de fois
Ay-ie rompu le ioug, que maulgré moy ie porte!_
_Puis ie l'ay rattaché, estant nay de la sorte,
[C 1b] Que sans aimer ie suis & du plomb & du bois,
Quand ie suis amoureux i'ay l'esprit & la vois,
L'inuention meilleure, & la Muse plus forte._
_Il me faut donc aimer pour auoir bon esprit,
Afin de conceuoir des enfans par escrit,
Prolongeant ma memoire aux despens de ma vie._
_Ie ne veux m'enquerir s'on sent apres la mort:
Ie le croy: ie perdroy d'escrire toute enuie:
Le bon nom qui nous suit est nostre reconfort._
Du güldne Freiheit du, mein wünschen vnd begehren,
Wie wol doch were mir, im fall ich jederzeit
Mein selber möchte sein, vnd were gantz befreyt
Der liebe die noch nie sich wollen von mir kehren,
Wiewol ich offte mich bedacht bin zue erweren.
Doch lieb ich gleichwol nicht, so bin ich wie ein scheit,
Ein stock vnd rawes bley. die freye dienstbarkeit,
Die sichere gefahr, das tröstliche beschweren
Ermuntert meinen geist, das er sich höher schwingt
Als wo der pöfel kreucht, vnd durch die wolcken dringt,
Geflügelt mitt vernunfft, vnd mutigen gedancken,
Drumm geh' es wie es wil, vnd muß ich schon darvon,
So vberschreit ich doch des lebens enge schrancken:
Der name der mir folgt ist meiner sorgen lohn.
[C 2a] Welchen namen wenn die Poeten nicht zue gewarten hetten, würden
viel derselben durch die boßheit der Leute, die sie mehr auß neide alß
billicher vrsache verfolgen, von jhrem löblichen vorsatze zuerücke
gehalten vnd abgeschreckt werden. Es wird aber bey jhnen nicht stehen,
vnd ich bin der tröstlichen hoffnung, es werde nicht alleine die
Lateinische Poesie, welcher seit der vertriebenen langwierigen barbarey
viel große männer auff geholffen, vngeacht dieser trübseligen zeiten und
höchster verachtung gelehrter Leute, bey jhrem werth erhalten werden;
sondern auch die Deutsche, zue welcher ich nach meinem armen vermögen
allbereit die fahne auffgesteckt, von stattlichen gemütern allso
außgevbet werden, das vnser Vaterland Franckreich vnd Italien wenig wird
bevor dörffen geben.
Das IIII. Capitel.
Von der Deutschen Poeterey.
VOn dieser Deutschen Poeterey nun zue reden, sollen wir nicht vermeinen,
das vnser Land vnter so einer rawen vnd vngeschlachten Lufft liege, das
es nicht eben dergleichen zue der Poesie tüchtige _ingenia_ könne
tragen, als jergendt ein anderer ort vnter der Sonnen. Wein vnnd früchte
pfleget man zue Loben von dem orte da sie herkommen sein; nicht die
gemüter der menschen. Der weise Anacharsis ist in den Scitischen wüsten
gebohren worden. Die Vornemsten Griechen sind in Egypten, Indien vnd
Franckreich gereiset, die weißheit zue erlernen. Vnd, vber diß das wir
so viel Vorneme Poeten, so heutiges tages bey vns erzogen worden, vnter
augen können stellen, erwehnet Tacitus von den Deutschen in dem buche
das er von jhnen geschrieben, das ob wol weder Mann noch Weib vnter
jhnen zue seiner zeit den freyen künsten ob zue liegen pflegeten,
faßeten sie doch alles was sie im [C 2b] gedächtniß behalten wolten in
gewisse reimen vnd getichte. Wie er denn in einem andern orte saget, das
sie viel von des Arminius seinen thaten zue singen pflegeten. Welches
sie vieleichte den Frantzosen nachgethan haben, bey denen, wie Strabo im
fünfften buche anzeiget, +Dreyerley Leute waren, die man in sonderlichen
ehren hielt: _Bardi_, _Vates_ vnnd Druiden. Die Barden sungen
Lobgetichte vnnd waren Poeten; Die _Vates_ opfferten vnd betrachteten
die Natur aller dinge; Die Druiden pflegten vber die Natürliche
Wissenschafft auch von gueten sitten zue vnterrichten.+ Welches auch
Marcellinus im fünfften buche bekrefftiget: +Die Barden+, saget er,
+haben berümbter männer ritterliche thaten mit heroischen Versen
beschrieben, vnd mit süßen melodien zue der leyer gesungen+, Vnd
_Lucanus_ im ersten buche des bürgerlichen Krieges:
_Vos quoque qui fortes animas belloque peremptas
Laudibus in longum vates demittitis æuum,
Plurima securi fudistis carmina Bardi._
Das ich der meinung bin, die Deutschen haben eben dieses im gebrauche
gehabt, bestetiget mich, vber das was Tacitus meldet, auch der alten
Cimbrer oder Dänen ebenmäßiger gebrauch, die von jhren Helden schöne und
geistreiche Lieder ertichtet haben, deren nicht wenig von alten jahren
her in Dennemarck noch verhanden sind, vnd von vielen gesungen werden.
So ist auch Hiarnes bey jhnen einig vnnd alleine deßentwegen zum
Königreiche kommen, weil er dem vorigen Könige zue ehren ein solch
grabgetichte gemacht, das vor allen andern den preiß behalten.
[C 3a] Vnd vber diß, sind doch eines vngenannten Freyherrens von Wengen,
Juncker Winsbeckens, Reinmars von Zweter, der ein Pfältzischer vom Adel
vnd bey Keyser Friedrichen dem ersten vnd Heinrichen dem sechsten
auffgewartet hatt, Marners auch eines Edelmannes, Meister Sigeherrens,
vnd anderer sachen noch verhanden, die manchen stattlichen Lateinischen
Poeten an erfindung vnd ziehr der reden beschämen. Ich wil nur auß dem
Walter von der Vogelweide, Keyser Philipses geheimen rahte, den Goldast
anzeucht, einen einigen ort setzen; darauß leichtlich wird zue sehen
sein, wie hoch sich selbige vorneme Männer, vngeachtet jhrer adelichen
ankunfft vnd standes, der Poeterey angemaßet:
Nun sende vns Vater vnd Suhn den rechten Geist heraben,
Das wir mit deiner süssen füchte ein dürres hertze erlaben.
Vnkristenlichen dingen ist al al dui kristenheit so vol,
Swa kristentum ze siechhus lit da tut man jhm nicht wol.
Ihn dürstet sehre
Nach der lehre
Als er vom Rome was gewon,
Der jhn da schancte
Vnd jhn da trancte
Als é da wurde er varende von.
Swas im da leides je gewar
Das kam von Symonis gar.
Vnd ist er da so fründebar
Das er engetar
[C 3b] Nicht sin schaden genügen.
Kristentum vnd Kristenheit
Der disü zwei zusamme sueit
Gelih lanc, gelih breit,
Lieb vnd leit
Der wolte auch das wir trügen
In kriste Kristenliches leben
Sit er vns vf eine gegeben
So suln wir vns nicht scheiden, &c.
Das nun von langer zeit her dergleichen zue vben in vergessen gestellt
ist worden, ist leichtlicher zue beklagen, als die vrsache hiervon zue
geben. Wiewol auch bey den Italienern erst Petrarcha die Poeterey in
seiner Muttersprache getrieben hat, vnnd nicht sehr vnlengst Ronsardus;
von deme gesaget wird, das er, damit er sein Frantzösisches desto besser
außwürgen köndte, mit der Griechen schrifften gantzer zwölff jahr sich
vberworffen habe; als von welchen die Poeterey jhre meiste Kunst, art
vnd liebligkeit bekommen. Vnd muß ich nur bey hiesiger gelegenheit ohne
schew dieses errinnern, das ich es für eine verlorene arbeit halte, im
fall sich jemand an vnsere deutsche Poeterey machen wolte, der, nebenst
dem das er ein Poete von natur sein muß, in den griechischen vnd
Lateinischen büchern nicht wol durchtrieben ist, vnd von jhnen den
rechten grieff erlernet hat; das auch alle die lehren, welche sonsten
zue der Poesie erfodert werden, vnd ich jetzund kürtzlich berühren wil,
bey jhm nichts verfangen können.
Das V. Capitel.
[C 4a] Von der zuegehör der Deutschen Poesie, vnd erstlich von der
invention oder erfindung, vnd Disposition oder abtheilung der dinge von
denen wir schreiben wollen.
WEil die Poesie, wie auch die Rednerkunst, in dinge vnd worte
abgetheilet wird; als wollen wir erstlich von erfindung vnd eintheilung
der dinge, nachmals von der zuebereitung vnd ziehr der worte, vnnd
endtlich vom maße der sylben, Verse, reimen, vnnd vnterschiedener art
der _carminum_ vnd getichte reden.
Die erfindung der dinge ist nichts anders als eine sinnreiche faßung
aller sachen die wir vns einbilden können, der Himlischen vnd
jrrdischen, die Leben haben vnd nicht haben, welche ein Poete jhm zue
beschreiben vnd herfür zue bringen vornimpt: darvon in seiner Idea
Scaliger außfürlich berichtet. An dieser erfindung henget stracks die
abtheilung, welche bestehet in einer füglichen vnd artigen ordnung der
erfundenen sachen. Hier mußen wir vns besinnen, in was für einem _genere
carminis_ vnd art der getichte (weil ein jegliches seine besondere
zuegehör hat) wir zue schreiben willens sein.
Ein Heroisch getichte (das gemeiniglich weitleufftig ist, vnd von hohem
wesen redet) soll man stracks von seinem innhalte vnd der Proposition
anheben; wie Virgilius in den büchern vom Ackerbawe thut:
_Quid faciat lætas segetes, quo sidere terram
Vertere, Mæcenas, vlmisque adiungere vites
Conueniat; quæ cura boum, qui cultus habendo
Sit pecori, atque apibus quanta experientia parcis,
Hinc canere incipiam._
Vnd ich (wiewol ich mich schäme, das ich in mangel ande-[C 4b]rer
deutschen exempel mich meiner eigenen gebrauchen soll, weil mir meine
wenigkeit vnd vnvermögen wol bewust ist) in dem ersten buche der noch
vnaußgemachten Trostgetichte in Wiederwertigkeit des Krieges:
Des schweren Krieges last den Deutschland jetzt empfindet,
Vnd das Gott nicht vmbsonst so hefftig angezündet
Den eifer seiner macht, auch wo in solcher pein
Trost her zue holen ist, soll mein getichte sein.
Nachmals haben die heiden jhre Götter angeruffen, das sie jhnen zue
vollbringung des werckes beystehen wollen: denen wir Christen nicht
allein folgen, sondern auch an frömigkeit billich sollen vberlegen sein.
Virgilius spricht weiter an gedachtem orte:
_Vos, o clarissima mundi
Lumina, labentem coelo quæ ducitis annum,
Liber, & alma Ceres, &c._
Vnd ich:
Diß hab ich mir anjetzt zue schreiben fürgenommen.
Ich bitte wollest mir geneigt zue hülffe kommen
Du höchster trost der welt, du zueversicht in not,
Du Geist von GOtt gesandt, ia selber wahrer GOtt.
Gieb meiner Zungen doch mit deiner glut zue brennen,
Regiere meine faust, vnd laß mich glücklich rennen
Durch diese wüste bahn, durch dieses newe feldt,
Darauff noch keiner hat für mir den fuß gestelt.
Wiewol etliche auch stracks zue erste die anruffung setzen. Als
Lucretius:
[D 1a] _Aeneadum genetrix, hominum diuumque voluptas,
Alma Venus, &c._
Vnd Wilhelm von Sallust in seiner andern woche:
_Grand Dieu, qui de ce Tout m'as fait voir la naissance,
Descouure son berceau, monstre-moy son enfance.
Pourmeine mon esprit par les fleuris destours
Des vergers doux-flairans, où serpentoit le cours
De quatre viues eaux: conte-moy quelle offence
Bannit des deux Edens Adam, & sa semence._
Gott, der du mich der welt geburt hast sehen lassen,
Laß mich nun jhre wieg' vnd kindheit jetzt auch fassen,
Vnd meinen Geist vnd sinn sich in dem kreiß' ergehn
Der gärte vol geruchs, hier wo vier flüsse schön'
Hinrauschen mitten durch: erzehl vmb was für sachen
Sich Adam vnd sein sam' auß Eden muste machen.
Doch ist, wie hier zue sehen, in der anruffung allzeit die proposition
zuegleich begrieffen. Auff dieses folget gemeiniglich die dedication;
wie Virgilius seine _Georgica_ dem Keiser Augustus zuegeschrieben. Item
die vrsache, warumb man eben dieses werck vor sich genommen: wie im
dritten buche vom Ackerbawe zue sehen:
+_Cetera, quæ vacuas tenuissent carmina mentes,
Omnia, jam vulgata_+;
vnd wie folget. Dem ich in den Trostgetichten auch habe nachkommen
wollen:
Das ander ist bekandt. wer hat doch nicht geschrieben
[D 1b] Von Venus eitelkeit, vnd von dem schnöden lieben,
Der blinden jugendt lust? wer hat noch nie gehört
Wie der Poeten volck die grossen Herren ehrt,
Erhebt sie an die lufft, vnd weiß herauß zue streichen
Was besser schweigens werth, lest seine feder reichen
Wo Menschen tapfferkeit noch niemals hin gelangt,
Macht also das die welt mit bloßen lügen prangt?
Wer hat zue vor auch nicht von riesen hören sagen,
Die Waldt vnd Berg zuegleich auff einen orth getragen,
Zue stürtzen Jupitern mit aller seiner macht,
Vnnd was des wesens mehr? nun ich bin auch bedacht
Zue sehen ob ich mich kan auß dem staube schwingen,
Vnd von der dicken schar des armen volckes dringen
So an der erden klebt. ich bin begierde voll
Zue schreiben wie man sich im creutz' auch frewen soll,
Sein Meister seiner selbst. ich wil die neun Göttinnen,
Die nie auff vnser deutsch noch haben reden können,
Sampt jhrem Helicon mit dieser meiner handt
Versetzen allhieher in vnser Vaterlandt.
Vieleichte werden noch die bahn so ich gebrochen,
Geschicktere dann ich nach mir zue bessern suchen,
[D 2a] Wann dieser harte krieg wird werden hingelegt,
Vnd die gewündschte rhue zue Land vnd Meer gehegt.
Das getichte vnd die erzehlung selber belangend, nimpt sie es nicht so
genawe wie die Historien, die sich an die zeit vnd alle vmbstende
nothwendig binden mußen, vnnd wiederholet auch nicht, wie Horatius
erwehnet, den Troianischen krieg von der Helenen vnd jhrer brüder geburt
an: lest viel außen was sich nicht hin schicken wil, vnd setzet viel das
zwar hingehöret, aber newe vnd vnverhoffet ist, vntermenget allerley
fabeln, historien, Kriegeskünste, schlachten, rathschläge, sturm,
wetter, vnd was sonsten zue erweckung der verwunderung in den gemütern
von nöthen ist; alles mit solcher ordnung, als wann sich eines auff das
andere selber allso gebe, vnnd vngesucht in das buch keme. Gleichwol
aber soll man sich in dieser freyheit zue tichten vorsehen, das man
nicht der zeiten vergeße, vnd in jhrer warheit irre. Wiewol es
Virgilius, da er vorgegeben, Eneas vnd Dido hetten zue einer zeit
gelebet, da doch Dido hundert jahr zuevor gewesen, dem Keyser vnd
Römischen volcke, durch welches die stadt Carthago bezwungen worden, zue
liebe gethan, damit er gleichsam von den bösen flüchen der Dido einen
anfang der feindschafft zwischen diesen zweyen mächtigen völckern
machte. Ob aber bey vns Deutschen so bald jemand kommen möchte, der sich
eines vollkommenen Heroischen werckes vnterstehen werde, stehe ich sehr
im zweifel, vnnd bin nur der gedancken, es sey leichtlicher zue
wündschen als zue hoffen.
Die Tragedie ist an der maiestet dem Heroischen getichte gemeße, ohne
das sie selten leidet, das man geringen standes personen vnd schlechte
sachen einführe: weil sie nur von Königlichem willen, Todtschlägen,
verzweiffelungen, Kinder- vnd Vätermörden, brande, blutschanden, kriege
vnd auffruhr, kla-[D 2b]gen, heulen, seuffzen vnd dergleichen handelt.
Von derer zugehör schreibet vornemlich Aristoteles, vnd etwas
weitleufftiger Daniel Heinsius; die man lesen kan.
Die Comedie bestehet in schlechtem wesen vnnd personen; redet von
hochzeiten, gastgeboten, spielen, betrug vnd schalckheit der knechte,
ruhmrätigen Landtsknechten, buhlersachen, leichtfertigkeit der jugend,
geitze des alters, kupplerey vnd solchen sachen, die täglich vnter
gemeinen Leuten vorlauffen. Haben derowegen die, welche heutiges tages
Comedien geschrieben, weit geirret, die Keyser vnd Potentaten
eingeführet; weil solches den regeln der Comedien schnurstracks
zuewieder laufft.
Zue einer Satyra gehören zwey dinge: die lehre von gueten sitten vnd
ehrbaren wandel, vnd höffliche reden vnd schertzworte. Jhr vornemstes
aber vnd gleichsam als die seele ist, die harte verweisung der laster
vnd anmahnung zue der tugend: welches zue vollbringen sie mit allerley
stachligen vnd spitzfindigen reden, wie mit scharffen pfeilen, vmb sich
scheußt. Vnd haben alle Satyrische scribenten zum gebrauche, das sie
vngeschewet sich vor feinde aller laster angeben, vnd jhrer besten
freunde ja jhrer selbst auch nicht verschonen, damit sie nur andere
bestechen mögen: wie es denn alle drey Horatius, Juuenalis vnnd Persius
meisterlich an den tag gegeben.