In den Konzentrationslagern.[171]

„Ich hatte die Erlaubnis erlangt, die Lager der Armenier längs des

Euphrat von Meskene bis Deir-es-Sor zu besuchen und Rechenschaft zu

geben von dem Zustande, in dem sich die dorthin deportierten Armenier

befinden, von den Bedingungen, unter denen sie leben, und, wo möglich

von der annähernden Anzahl der Verschickten.

Die Aufgabe des gegenwärtigen Berichtes ist, die Ergebnisse dieser

Mission darzustellen. Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen meinen Bericht

zu übersenden, indem ich Sie zugleich bitte, die sich daraus ergebenden

Schlußfolgerungen in Erwägung zu ziehen. Auch wenn Sie dieselben

annehmen, werden sie nur in sehr geringem Maße dazu dienen, die täglich

andauernden Leiden eines unglücklichen Volkes zu lindern, das im

Begriff ist zu verschwinden.

Es ist unmöglich, eine Vorstellung von den entsetzlichen Eindrücken

zu geben, die ich auf der Reise durch die verstreuten Lager längs des

Euphrat empfing. Ich reiste auf dem rechten Ufer des Stromes. Von

„Lagern“ zu sprechen ist eigentlich nicht möglich. Der allergrößte Teil

dieser Unglücklichen, die in brutaler Weise aus ihrer Heimat von Haus

und Hof fortgetrieben worden, getrennt von ihren Familien, noch im

Augenblick ihrer Austreibung alles dessen beraubt, was sie besessen,

unterwegs entblößt auch von allem, was sie noch mitgenommen hatten, ist

unter freiem Himmel wie Vieh zusammengepfercht, ohne den geringsten

Schutz gegen Hitze und Kälte, beinahe ohne Kleidung, sehr unregelmäßig

und durchgängig in völlig unzureichender Weise ernährt. Jedem Wechsel

der Witterung ausgesetzt, im Sommer dem glühenden Sonnenbrand der

Wüste, im Frühjahr und Herbst dem Wind und Regen, im Winter der

bitteren Kälte, durch die äußersten Entbehrungen geschwächt, durch

endlose Märsche entkräftet, übelster Behandlung, grausamen Torturen und

der beständig drohenden Todesangst ausgesetzt, haben sich diejenigen,

die noch einen Rest ihrer Kräfte behielten, an den Ufern des Stromes

Löcher in die Erde gegraben, in die sie sich verkriechen.

Die äußerst Wenigen, denen es gelungen ist, einige Kleider und etwas

Geld bei sich zu behalten und die in der Lage sind, etwas Mehl zu

kaufen, werden als glückliche und reiche Leute angesehen. Glücklich

auch die, welche sich von den Landleuten einige Wassermelonen oder

eine kranke und magere Ziege, die sich die Nomaden mit Gold aufwiegen

lassen, erstehen können. Überall sieht man nur blasse Gesichter und

ausgemergelte Gestalten, herumirrende Skelette, die von Krankheiten

geschlagen sind und sicherlich dem Hungertode zum Opfer fallen werden.

Bei den Maßnahmen, die man getroffen hat, um diese ganze Bevölkerung in

die Wüste zu transportieren, hat man in keiner Weise für irgend welche

Ernährung Sorge getragen. Im Gegenteil, es ist ersichtlich, daß die

Regierung den Plan verfolgt hat, sie Hungers sterben zu lassen. Selbst

ein organisiertes Massentöten wie in der Zeit, da man in Konstantinopel

noch nicht Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit proklamiert hatte,

würde eine sehr viel menschlichere Maßregel gewesen sein, denn es würde

diesem erbarmungswerten Volk die Schrecken des Hungers, den langsamen

Tod und die entsetzlichsten Schmerzen unter raffinierten Torturen, wie

sie grausame Mongolen nicht erdacht haben würden, erspart worden sein.

Aber ein Massaker ist weniger konstitutionell als der Hungertod. Die

Zivilisation ist gerettet!

Was noch übrig ist von der armenischen Nation, die an die Ufer des

Euphrat versprengt ist, setzt sich zusammen aus Greisen, Frauen und

Kindern. Männer mittleren Alters und junge Leute, soweit sie noch nicht

abgeschlachtet sind, wurden auf den Landstraßen des Reiches zerstreut,

wo sie Steine klopfen oder für den Bedarf der Armee für andere Arbeiten

auf Rechnung des Staates requiriert sind.

Die jungen Mädchen, oft noch Kinder, sind die Beute der Muhammedaner

geworden. Auf den langen Märschen zum Ziel ihrer Verschickung hat

man sie verschleppt, bei Gelegenheit vergewaltigt, verkauft, soweit

sie nicht bereits von den Gendarmen, welche die düsteren Karawanen

begleiteten, umgebracht wurden. Viele sind von ihren Räubern in die

Sklaverei des Harems geschleppt worden.

Wie an die Pforte von Dantes Hölle kann man an die Eingänge des

Konzentrationslagers schreiben: „Die ihr hier eintretet, lasset alle

Hoffnung fahren.“

Berittene Gendarmen machen die Runde, um alle, die zu entweichen

suchen, festzunehmen und mit der Knute zu bestrafen. Die Straßen

sind gut bewacht. Und was für Straßen! Sie führen in die Wüste, wo

sie ein ebenso gewisser Tod erwartet, wie unter der Bastonnade ihrer

ottomanischen Gefängniswärter.

Ich begegnete in der Wüste, an verschiedenen Orten, sechs solcher

Flüchtlinge, die im Sterben lagen. Sie waren ihren Wächtern

entschlüpft. Nun waren sie von ausgehungerten Hunden umgeben, die auf

die letzten Zuckungen ihres Todeskampfes warteten, um sich auf sie zu

stürzen und sie zu verzehren.

Am Wege findet man überall die Überbleibsel solcher unglücklichen

Armenier, die hier liegengeblieben sind. Zu Hunderten zählen die

Erdhaufen, unter denen sie ruhen und namenlos entschlafen sind, diese

Opfer einer unqualifizierbaren Barbarei.

Auf der einen Seite hindert man sie, die Konzentrationslager zu

verlassen, um sich irgendwelche Nahrung zu suchen, auf der anderen

Seite macht man es ihnen unmöglich, die natürlichen Fähigkeiten, die

dieser Rasse eigen sind, zu gebrauchen, um sich an ihr schreckliches

Schicksal anzupassen und ihre traurige Lage in erfinderischer Weise zu

verbessern.

Man könnte irgend welche Unterschlupfe, Stein- oder Erdhütten bauen.

Wenn sie wenigstens irgendwo unterkommen könnten, wäre es ihnen

möglich, sich mit Landarbeit zu beschäftigen. Aber auch diese Hoffnung

hat man ihnen genommen, denn sie werden beständig unter Bedrohung des

Todes von einem Ort zum andern geschleppt, um Abwechslung in ihre

Qualen zu bringen. Man scheucht sie auf zu neuen Gewaltmärschen, ohne

Brot, ohne Wasser, unter der Peitsche ihrer Treiber neuen Leiden, neuen

Mißhandlungen ausgesetzt, wie sie nicht einmal die Sklavenhändler des

Sudan ihren Opfern zufügen würden, und die ganze Strecke des Weges,

eine fürchterliche Reihe von Leidensstationen, ist durch die Opfer

dieser Transporte bezeichnet.

Diejenigen, die noch etwas Geld bei sich haben, werden unablässig

von ihren Wärtern ausgeplündert, die sie mit einer noch weiteren

Verschickung bedrohen, und wenn ihre kleinen Mittel erschöpft sind,

diese Drohungen auch in Ausführung bringen. Hier von „Tausend und

eine Nacht“ des Schreckens zu reden, heißt nichts sagen. Ich glaubte

buchstäblich die Hölle zu durchqueren. Die wenigen Züge, die ich

wiedergeben will, sind zufällig und in der Eile zusammengelesen.

Sie können nur eine schwache Vorstellung von dem entsetzlichen und

grauenhaften Bild geben, das ich vor Augen gehabt habe. Überall,

wo ich gereist bin, habe ich dieselben Szenen gesehen; überall, wo

das Schreckensregiment der Barbarei herrscht, das die systematische

Ausrottung der armenischen Rasse zum Ziel hat. Überall findet man

dieselbe unmenschliche Bestialität der Henker, dieselben Torturen, mit

denen man die unglücklichen Opfer quält. Von Meskene bis Der es Zor,

überall sind die Ufer des Euphrat Zeugen derselben Scheußlichkeiten.

1.

Meskene, durch seine geographische Lage an der Grenze von Syrien und

Mesopotamien, ist der gegebene Konzentrationspunkt für die Transporte

der deportierten Armenier aus den anatolischen Wilajets, von wo aus

sie längs des Euphrat verteilt wurden. Sie kamen dort zu Zehntausenden

an, aber der größte Teil von ihnen ließ dort sein Leben. Der Eindruck,

den die große Ebene von Meskene hinterläßt, ist tieftraurig und

deprimierend. Die Auskünfte, die ich an Ort und Stelle empfangen habe,

gaben mir das Recht zu sagen, daß gegen 60000 Armenier hier begraben

sind, die dem Hunger, den Entbehrungen, der Dysenterie und dem Typhus

erlagen. Soweit das Auge reicht, sieht man Erdhügel, von denen jeder

etwa zweihundert bis dreihundert Leichen enthält. Frauen, Greise,

Kinder, alles durcheinander, von jedem Stand und jeder Familie.

Gegenwärtig sind noch 4400 Armenier zwischen der Stadt Meskene und dem

Euphrat eingepfercht. Sie sind nicht mehr als lebende Gespenster. Ihre

Oberwächter verteilen ihnen sehr unregelmäßig und sparsam ein kleines

Stück Brot. Es kommt oft vor, daß sie im Lauf von drei oder vier Tagen

absolut nichts erhalten.

Eine entsetzliche Dysenterie wütet und fordert besonders unter den

Kindern schreckliche Opfer. Diese unglücklichen Kleinen fallen in ihrem

Hunger über alles her, was sie finden, sie essen Gras, Erde und selbst

Exkremente.

Ich sah unter einem Zelt, das nur einen Raum von fünf zu sechs Metern

im Quadrat bedeckte, ungefähr vierhundert Waisenkinder, die am

Verhungern waren. Diese unglücklichen Kinder sollen täglich 150 Gramm

Brot erhalten. Es kommt nicht nur vor, sondern geschieht oft, daß man

sie zwei oder drei Tage ohne jede Nahrung läßt. Natürlich ist die

Sterblichkeit fürchterlich. In acht Tagen hatte die Dysenterie, wie ich

selbst feststellen konnte, siebzig dahingerafft.

2.

Abu Herere ist eine kleine Ortschaft nördlich von Meskene am Ufer

des Euphrat. Es ist der ungesundeste Ort der Wüste. Auf einem Hügel

zweihundert Meter vom Fluß fand ich 240 Armenier, von zwei Gendarmen

bewacht, die sie mitleidslos unter gräßlichen Qualen des Hungers

sterben ließen. Die Szenen, welche ich gesehen habe, lassen jede

Vorstellung denkbaren Grausens hinter sich. Nahe dem Ort, wo mein Wagen

hielt, sah ich Frauen, die kaum, daß sie mich hatten kommen sehen,

sich daran machten, aus dem Kot der Pferde die wenigen unverdauten

Gerstenkörner, die sich noch darin fanden, auszulesen, um sie zu essen.

Ich gab ihnen Brot. Sie warfen sich darüber, wie verhungerte Hunde,

und zerrissen es in grauenhafter Gefräßigkeit mit ihren Zähnen, unter

Zuckungen und epileptischen Konvulsionen, und sobald jemand diesen 240

Unglücklichen, oder besser gesagt, diesen 240 hungrigen Wölfen, die

seit 7 Tagen nichts gegessen hatten, meine Ankunft mitgeteilt hatte,

stürzte sich die ganze Horde, von der Höhe des Hügels herabrasend, auf

mich, streckten mir ihre Skelette von Armen entgegen und flehten mich

mit heiserem Geschrei und Schluchzen um ein Stück Brot an. Es waren nur

Frauen und Kinder, etwa ein Dutzend Greise darunter.

Bei meiner Rückkehr brachte ich ihnen Brot, und mehr als eine Stunde

lang war ich der mitleidige aber ohnmächtige Zuschauer einer wahren

Schlacht um ein Stück Brot, wie sie selbst verhungerte wilde Tiere

nicht aufführen können.

3.

Hamam ist ein kleines Dorf, wo 1600 Armenier eingeschlossen sind. Auch

da jeden Tag dasselbe Schauspiel des Hungers und Entsetzens. Die Männer

sind in Strafabteilungen zu Erdarbeiten auf den Straßen requiriert

worden. Als Lohn ihrer Arbeit empfangen sie täglich ein ungenießbares

und unverdauliches Stück Brot, das absolut unzureichend ist, um ihnen

für ihre schwere Arbeit die nötige Kraft zu geben.

An diesem Ort traf ich einige Familien, die noch etwas Geld hatten und

auf eine nicht ganz so jämmerliche Weise ihr Leben zu fristen suchten.

Aber die große Masse hatte kein anderes Quartier als die nackte Erde,

ohne den geringsten Schutz und nährte sich von Wassermelonen. Die

Elendesten unter ihnen suchen ihren Hunger zu betrügen, indem sie die

Schalen, die die andern wegwerfen, essen. Die Sterblichkeit ist enorm,

besonders unter den Kindern.

4.

Rakka ist ein bedeutender Platz am linken Ufer des Euphrat. Dort

sind 5-6000 Armenier, hauptsächlich Frauen und Kinder, die auf die

verschiedenen Stadtviertel verteilt sind, in Gruppen von fünfzig

bis sechzig, in verfallenen Häusern untergebracht, die die Güte des

Gouverneurs diesen Unglücklichen angewiesen hat. Man soll das Verdienst

ehren, wo man es findet. Was als nichts anderes als die Erfüllung

elementarster Pflichten gegenüber ottomanischen Untertanen von Seiten

eines türkischen Beamten gelten sollte, muß unter den gegenwärtigen

Umständen für einen Akt eines besonderen, ja fast heroischen Edelmutes

angesehen werden. Obwohl die Armenier in Rakka besser behandelt werden,

als sonst irgendwo, ist ihr Elend gleichwohl schrecklich genug.

Brot wird ihnen nur sehr unregelmäßig und in völlig unzureichenden

Quantitäten von den Behörden ausgeteilt. Alle Tage sieht man Frauen

und Kinder vor den Bäckereien angesammelt, die um ein wenig Mehl

betteln. Hunderten von Bettlern begegnet man in den Straßen. Immer

diese entsetzliche Qual des Hungers! Dabei muß man bedenken, daß sich

unter der verhungerten Bevölkerung nicht wenige befinden, die eine hohe

Stellung im sozialen Leben eingenommen haben, die begreiflicherweise

unter diesem Elend doppelt leiden müssen. Gestern waren sie reich und

beneidet. Heut betteln sie gleich den Ärmsten um ein Stück Brot.

Auf dem rechten Ufer des Euphrat, gegenüber von Rakka, fand ich

ebenfalls Tausende Armenier unter Zelten zusammengepfercht und von

Soldaten bewacht. Sie waren gleichermaßen ausgehungert. Sie warteten

darauf, an andere Plätze weitertransportiert zu werden, wo sie die

ausgestorbenen Reihen ihrer Vorgänger ausfüllen sollen. Aber wie viele

werden auch nur an ihren Bestimmungsort gelangen?

5.

Sierrat liegt nördlich von Rakka. Dort kampieren 1800 Armenier. Sie

leiden dort mehr als anderwärts unter dem Hunger. Denn in Sierrat

ist nichts als Wüste. Gruppen von Frauen und Kindern irren am Flusse

entlang und suchen einige Halme von Kräutern, um ihren Hunger zu

stillen. Andere brechen unter den Augen ihrer gleichgültigen,

mitleidlosen Wächter ohnmächtig zusammen. Eine barbarische Order,

barbarisch in jedem Sinn, verbietet jedermann die Grenze des Lagers zu

verlassen ohne spezielle Erlaubnis, bei Strafe der Bastonnade.

Semga ist ein kleines Dorf, wo 250 bis 300 Armenier eingesperrt sind,

unter denselben Bedingungen, in derselben traurigen Lage wie überall.

6.

Der es-Zor ist der Sitz des Gouverneurs der Provinz gleichen Namens.

Vor einigen Monaten waren hier 30000 Armenier in verschiedenen Lagern

außerhalb der Stadt unter dem Schutze des Gouverneurs Mutessarif Aly

Suad Bey untergebracht. Obwohl ich mich der persönlichen Bemerkungen

enthalten will, möchte ich mir doch den Namen diese Mannes einprägen,

denn er besitzt ein Herz, und die Deportierten sind ihm dankbar, weil

er versucht hat, ihr Elend zu erleichtern. Ihm ist es zu danken, daß

einige unter ihnen sich etwas durch Straßenhandel verdienen konnten

und sich erträglich dabei standen. -- Dies beweist, daß, selbst wenn

man einen Augenblick zugestehen will, daß irgend eine Staatsraison

die Massen-Deportation der Armenier forderte, um den Schwierigkeiten,

denen die Lösung der armenischen Frage begegnen konnte, zuvorzukommen,

gleichwohl die türkische Behörde, im eigenen Interesse des Reiches,

die Menschlichkeit nicht hätte zu verleugnen brauchen, wenn sie die

Armenier in Gegenden transportiert hätte, wo sie Arbeit finden und

sich dem Handwerk oder Handel hätten widmen können. Man hätte sie in

kultivierbare Gegenden schicken können, wo sie in dieser Zeit, wo

der Ackerbau so darniederliegt, reichliche Arbeit gefunden hätten.

Aber nein, es war ein vorbedachter Plan, die armenische Rasse zu

vernichten und so mit einem Schlage die armenische Frage aus der Welt

zu schaffen. Diesen Zweck würde man bei einem anderen Vorgehen nicht

erreicht haben. -- Die günstigeren Umstände, deren sich die Armenier

von Der es-Zor erfreuten, wurden der Anlaß zu einer Denunziation bei

der Zentralbehörde in Konstantinopel. Der „schuldige“ Aly Suad Bey

wurde nach Bagdad geschickt und durch Zekki Bey ersetzt, der durch

seine Grausamkeit und Barbarei genügend bekannt ist. Man hat mir

entsetzliche Dinge erzählt, die unter diesem neuen Gouverneur passiert

sind. Einkerkerung, scheußliche Torturen, Bastonnaden, Hängen waren

an der Tagesordnung. Sie waren das tägliche Brot der Deportierten

in dieser Stadt. Die jungen Mädchen wurden vergewaltigt und den

arabischen Nomaden der Umgegend überlassen. Die Kinder wurden in den

Fluß geworfen. Aly Suad Bey, dieser seltene türkische Beamte, hatte

etwa Tausend Waisenkinder in einem großen Hause untergebracht und gab

ihnen auf Kosten der Munizipalität ihren Unterhalt. Sein Nachfolger

Zekki Bey warf sie auf die Straße, und die meisten von ihnen starben

wie Hunde vor Hunger und entsetzlichen Entbehrungen. Noch mehr. Die

30000 Armenier, die in Der es-Zor waren, wurden in das Gebiet längs

des Flusses Chabur, eines Nebenflusses des Euphrat, verschickt. Es ist

die schlimmste Gegend der Wüste, wo es unmöglich ist, irgend etwas zum

Lebensunterhalt zu finden. Nach den Nachrichten, die ich eingezogen

habe, ist ein großer Teil dieser Deportierten bereits dem Tode erlegen.

Was davon noch übrig ist, wird dasselbe Schicksal erleiden.“

5.

Das armenische Hilfswerk in Urfa und Umgebung.

Unser Hilfswerk in Urfa und Umgegend begann als die allgemeine

Deportation und Vernichtung des armenischen Volkes in der Türkei

begonnen hatte. Dies war im Mai 1915. Damals kamen die ersten

Deportierten aus Nordanatolien hier durch, bereits schon in der

unsagbar traurigsten Verfassung und keine Männer unter ihnen, nur

Frauen und Kinder. Die Männer und Väter waren schon auf die Seite

gebracht worden. Wer immer von Urfas christlicher Bevölkerung damals

jemand von diesen Bedauernswerten verstecken konnte, der tat es. Urfa

besaß damals drei Missionen, zwei evangelische, eine amerikanische und

eine deutsche, und eine katholische. Letztere allerdings war schon

seit Kriegsausbruch, weil französisch, unterbunden. Alle taten ihr

Möglichstes zur Linderung der Not. Schon im April 1915 hatten sie

Boten an ihre Konsuln in Aleppo gesandt, um sie von dem drohenden

Unheil zu unterrichten. Im Juni suchte Schreiber dieses, er war eben

von einem schweren Typhus aufgestanden, das deutsche, österreichische

und amerikanische Konsulat in Aleppo auf, um sie inständig zu

bitten, doch ihr Möglichstes zur Unterbindung des grausamen, auf die

völlige Vernichtung des armenischen Volkes hinzielenden Treibens zu

tun. Allein alle diese Schritte nützten nichts. Der Armenier war

vogelfrei geworden. Er mußte umgebracht werden. Ich war nicht in

der Lage, über die schrecklichen Frauen- und Kindertransporte in

europäischen Zeitschriften Berichte zu lesen, aber ich nehme an,

daß diese gewiß schon oft geschildert worden sind. Mir ist es, als

ob sie unbeschreiblich waren. Schon im August wurde die persönliche

christliche Hilfe für die Unglücklichen hier illusorisch wegen der

Maßregeln der Regierung. Wohl hatten alle Missionare hier ihre

Häuser voll der Schutz Suchenden, aber an ein und demselben Tage

wurden alle aus diesen Häusern, es waren deren etliche Hundert,

polizeilich abgeholt. Wer unter ihnen Mann war, wurde, wenn er aus

dem amerikanischen Institute war, erhängt; wenn er aus dem deutschen

Spitale, aus dem deutschen Privathause war, oder aus dem dänischen und

schweizerischen Hause, wurde er alsbald als Soldat weggeschickt. Die

Frauen aber und Kinder mußten in die Wüste wandern, von wo es keine

Rückkehr mehr gab. Auch den Muhammedanern wurde verboten, Armeniern

Unterschlupf zu geben. Glücklicherweise aber finden alle amtlichen

Verbote in der Türkei ihre Übertreter. Und diesen Übertretern ist

es zu verdanken, wenn heute noch Tausende und Abertausende von

armenischen Kindern wieder zum Vorschein kommen, nachdem sie 4

Jahre in muslimischen Häusern in Stadt und Land gewesen waren. Auch

das deutsche Missionshospital durfte, selbst in der Zeit, da es am

schlimmsten zuging, viele Frauen und Kinder hindurchretten. Freilich,

Männer hindurchretten konnte es nicht, da selbst die in demselben

sich befindenden Verwundeten abgeholt und umgebracht worden waren.

Nur der dänischen Missionarin, Fräulein Karen Jeppe, gelang es, allen

Hausdurchsuchungen zum Trotze, sieben Männer durchzubringen. Die

amerikanische Mission hatte im Oktober ihre Arbeit einstellen müssen,

weil der noch vorhandene Missionar seiner Sache zum Opfer gefallen war.

Mir drohte ein Pascha, mich wie einen Armenier zu behandeln, wenn ich

ferner den Armeniern beistehen würde. Durch meine Tätigkeit in unserem

Hospital konnte ich aber für die Sterbenden und Schwerkranken, welche

wir aus den nie endenwollenden Zügen der hier Durchdeportierten nahmen,

sehr viel tun und tun lassen. Wir beherbergten von Juli 1915 bis Juni

1916 nicht weniger als 500 dieser Unglücklichsten. Das Hospital galt

allgemein als ein Hort der Armenier. Dies war wohl der Hauptgrund,

weshalb ein jungtürkischer Sanitätsrat das Hospital im Juni 1916

schloß. Nun mir die Tätigkeit im Hospital verboten war, konnte ich an

die Gründung eines eigentlichen Hilfswerkes denken. Denn jetzt hatte

ich auch Zeit dazu. Die Deportation nahte ihrem Ende. Daher wagten sich

denn immer mehr von den Arabern in den Dörfern versteckt gehaltene

Frauen mit ihren Kindern nach der benachbarten Stadt zurück. Diesen

mußte geholfen werden. An eine Wiedereröffnung der zwei Waisenhäuser,

welche bis Oktober 1915 hier existierten, durfte nicht gedacht werden.

Das hätte die Regierung niemals erlaubt. Aber ich konnte mehr oder

weniger heimlich die Armen unterstützen. Wohl mußte ich mir deshalb

des öfteren polizeiliche Untersuchungen gefallen lassen. Ich galt auch

als Spion, deshalb kam auch niemals ein noch so unverdächtiges, von mir

abgesandtes Telegramm an sein Ziel.

Dem Eingang der eingegangenen Hilfsgelder entsprechend, die anfangs

ziemlich spärlich flossen, konnte ich Waisen unterstützen. Erwachsene

mußten sehen, wie sie sich durchbrachten, an Arbeit fehlte es damals

nicht, weil die Muhammedaner Dienerinnen benötigten. Ich trug die

Namen der Waisen, welche ich unterstützen konnte, in fortlaufender

Nummer in ein Buch ein. Auf der Karte, welche das unterstützte Kind

erhielt, waren die Unterstützungen eingetragen, damit ich doch eine

gewisse Kontrolle hatte. Ein Arbeitsmangel für die vielen Witwen trat

erst zu Anfang 1917 ein, als große Transporte von Armeniern aus dem

Deportiertenlager, aus Rakka hierher gebracht worden waren, und als

eine Teuerung begann, weshalb viele Araber ihre armenischen Schützlinge

nach der Stadt schickten.

Ich ließ nun feine Handarbeiten verfertigen, in denen so viele

Armenierinnen große Künstler sind. So ließ ich über 13000 Taschentücher

mit feinen Spitzen anfertigen. Allein deren Herstellung erforderte gar

bald so große Summen, daß alsdann für die vielen Waisen keine Hilfe

mehr möglich gewesen wäre. Eine Umsatzmöglichkeit war ausgeschlossen,

weil solche Tücher für Europa und Amerika bestimmt sind, und wegen

des Krieges an einen Transport nicht zu denken war. Aus gleichem

Grunde ging auch eine im Frühjahr angefangene Seidenzucht wieder ein.

Es war da ein junger verbannter Armenier aus Brussa, der ein Diplom

hatte als Seidenzüchter, der arbeits- und brotlos war. Dem verhalf

ich zur Arbeit, indem ich ihn Seide züchten ließ, und da wir bestimmt

auf ein baldiges Kriegsende rechneten, so ließ ich ihn auch für das

andere Frühjahr Brut bereiten. Allein der Krieg ging nicht zu Ende.

Jemand, der die Kokons hätte verarbeiten können, fand sich nicht, auch

kein Seidenweber. Nicht einmal ein Käufer für die Kokons ließ sich

auftreiben. Und als die junge Brut im Frühjahr 1918 ausschlüpfte, war

niemand da, der hier und anderswo danach verlangte. Auch der Mann aus

Brussa hatte Urfa wieder verlassen. So blieb mir nichts anderes übrig,

als die wimmelnde Brut wegzuwerfen.

War die Zahl der unterstützten Waisenkinder im Juni 1916 bloß 87, so

stieg sie bis zum Juni 1917 auf über 2000. Im Sommer 1917 aber kam

wieder ein Abtransport. Man benötigte zum Straßenbau Frauen und Kinder,

weshalb viele nach Biredjik und Surudj gebracht worden waren. Andere

wieder flohen und suchten ihre alte Heimat wieder aufzufinden. Manche

von diesen erhielten etwas Zehrgeld von uns.

Eine schwierige Arbeit war die Versorgung der Armenier in

anderen Städten, welche zum Sandjak Urfa gehörten. Rakka war ein

Emigrantenzentrum. Diese Stadt war bis Frühjahr 1917 von Aleppo aus vom

amerikanischen Konsul versorgt worden. Nach Wegzug dieses Konsuls wurde

mir vom deutschen Konsul in Aleppo diese Arbeit übergeben. Zweimal

konnte ich Mittel hinsenden und zweimal ging ich selbst mit bedeutenden

Mitteln hin. Das zweite Mal aber wurde ich einige Tage festgehalten.

Der Gendarmeriekommandant hatte von mir Bestechung erwartet. Nach

Biredjik und Adiaman gelang es mir, kleine Summen zu senden und sie

dort durch deutsche Offiziere zu verteilen. Den an der Straße von

Surudj Frohndienst leistenden halbnackten Kindern und Frauen konnten

wir einmal zwei Lasten Kleider bringen. Aus Dörfern der Umgebung

kamen zuweilen Armenier, welche im Namen der daselbst befindenden

Notleidenden Hilfe erbaten. Geringe Mittel konnten wir geben.

Im Dezember 1916 begab ich mich nach Aleppo, um dem amerikanischen

und deutschen Konsul auch die Not der kurdischen Emigranten ans Herz

zu legen, die zu Tausenden an den Wegen und in den Dörfern Hungers

starben. Ich hoffte durch eine Unterstützung auch dieser Emigranten

eine Erleichterung für das armenische Hilfswerk von seiten der

türkischen Regierung, die dies bislang so sehr beargwöhnte. Schon im

Februar 1917 reifte die Frucht dieses Schrittes. Durch Konsul Jackson

erhielt ich 700 Pfund, und vom deutschen Konsul 300 Pfund für diesen

Zweck. Im März habe ich denn auch in Hunderten von Dörfern an Tausende

von Muselmanen, die dem Hunger verfallen waren, Weizen und Gerste

austeilen dürfen. Von diesem Zeitpunkte an konnte ich wenigstens in

Urfa freier für die Armenier arbeiten.

Im Laufe dieser Notzeit haben wir auch armenische Familienreste

leihweise, aber kräftig unterstützt. Diese hatten vor der Deportation

bedeutende Summen bei Banken oder bei Missionen hinterlegt, welche sie

aber jetzt unmöglich beziehen konnten.

Anfang 1917 richtete meine Frau heimlich, sorgfältig vor den Augen

der Regierung versteckt, ein kleines Waisenhaus ein, nachdem sie

schon früher in christlichen syrischen Familien eine Anzahl Ganzwaisen

untergebracht hatte. Ende 1917 hatte sie schon zwei kleine Häuser mit

Waisen gefüllt, denen sie sogar den Segen der Schule zuteil werden

lassen konnte. Über hundert Kinder besuchten auch eine vom Hilfsgelde

eingerichtete Schule im syrischen Stadtquartier. Doch dauerte diese

Freude nicht lange. Durch jungtürkischen Ukas wurden alle nicht

vom Staate geöffneten Schulen im ganzen Reiche geschlossen. Etwas

Gescheiteres gab es offenbar für die Landesväter nicht zu tun während

dieses fürchterlichen Krieges.

Neue Aufgaben brachte unserem Werke der Waffenstillstand. Da begannen

Urfa-Armenier, sei es aus der Wüste, sei es vom Soldatenstande

hierher zurückzukehren. Diese fanden hier ihre Häuser zerstört vor.

Man mußte ihnen zu einem Bette verhelfen oder ihnen zu einem neuen

Geschäftsanfange die Hand reichen.

Gott Bei Dank war nun der Bann gebrochen, den das jungtürkische Regime

über das armenische Volk verhängt hatte, und das zur Vernichtung von

wohl mehr als Dreiviertel des Volkes geführt hatte. Nun wehte ein

anderer Wind. Durch Ausrufen ließ die Regierung in den Straßen der

Stadt verkünden, daß jetzt kein Armenier mehr bedrückt werden dürfe,

und daß alle armenischen Kinder, Jungfrauen und Frauen, selbst wenn

diese verheiratet worden seien, jetzt entlassen werden müssen. Dieser

Befehl aber war eine bittere Nuß für viele Muhammedaner. Besonders,

die Frauen entlassen! Hatten doch viele sich Armenierinnen genommen

und dann gefunden, daß so eine Armenierin doch eine ungleich bessere

Hausfrau ist, als eine geborene Türkin. Immerhin, mit der Entlassung

der besten unter ihnen hatten sie keine Eile. Erst entließ man einmal

die Alten, Gebrechlichen und Kranken. Daneben diejenigen Kinder, welche

man noch nicht recht zur Arbeit gebrauchen konnte. Aber eine große

Menge wurde doch schon entlassen. Wohin sollten sich diese wenden? Eine

armenische Gemeinde existierte seit 1916 in Urfa nicht mehr[172]. Zu

Jakob Effendi, war die Losung der Befreiten! Damit war ich und meine

Frau gemeint. Es war sehr gut, daß ich in jenen Tagen die Gebäude des

amerikanischen Instituts von der Regierung zurückerhalten hatte. Wenn

sie auch ihres Mobiliars beraubt waren, so waren doch wenigstens die

Gebäude noch bewohnbar. Somit war Platz für mehrere Hunderte von Waisen

geschaffen. Diese kamen denn auch in großer Zahl, sei es, daß sie

von den Muhammedanern entlassen worden waren, oder selbst von diesen

fortliefen. Allein sie kamen ohne Betten, oft ohne Kleider, viele

von ihnen krank. Auch viele Frauen kamen an. Im Vertrauen auf Gott

nahmen wir fast alles auf, was da kam. Die Gebäude füllten sich rasch.

Leider aber stellten die Banken, durch welche wir unsere Hilfsgelder

erhielten, ihre Auszahlungen ein. Der Geldmangel zwang mich, Ende

November nach Aleppo auf die Suche nach Mitteln zu gehen. Allein auch

dort war vorerst nicht viel zu holen. Um nicht mit leeren Händen nach

Urfa zurückkehren zu müssen, griff ich zu etwas sonst nicht erlaubtem,

ich schrieb einen Scheck auf die Bank in der Schweiz, durch die ich

bisher Gelder von dort geschickt bekam. Mit dem Gelde des Schecks,

es waren 10000 Franks, konnte ich viele Kleider, Bettwerk, Essen für

die wachsende Kinderschar anschaffen. Aber schon im Januar dieses

Jahres war wieder völlige Ebbe in der Kasse, trotzdem stieg die Zahl

der aufgenommenen Waisen bis zu Ende des Monats auf 200. Diesmal half

ich mir dadurch, daß ich Herrn Dr. Lepsius in Potsdam mit 26000 Mk.

belastete, welche ich hier auch in der Hoffnung aufnahm, daß bei ihm

gewiß wieder Hilfsgelder eingegangen sein werden, welche aber jetzt

nicht hergesendet werden konnten. Anfang Februar erhielt ich auch von

Mr. Fowle, American Board, wieder Hilfsgelder. Auch zeitigte meine im

November nach Aleppo gemachte Reise eine neue Frucht, indem mein damals

an das britische Hauptquartier gerichtetes Gesuch Erhörung fand und uns

nun für das Hilfswerk eine bedeutende Summe zugestellt wurde.

Nun ist aber das amerikanische Institut voll besetzt. Eine Schule ist

im Gange, Weberei, Schusterei und Spinnerei sind in Betrieb, aber

der Waisen werden es täglich mehr. Zusammen mit einigen wenigen noch

vorhandenen armenischen Männern wollen wir noch eins, zwei weitere

Waisenhäuser einrichten. Diejenigen, welche von auswärts sind, und

irgendwo westwärts Verwandte zu haben glauben, senden wir an die

nächste Bahnstation, von wo sie durch englische Hilfe in die alte

Heimat geschickt werden.

Mit Beginn des Waffenstillstandes erhielt ich auch das von der

Deutschen Orient-Mission (auch mit Schweizer Geld) unterhaltene

Hospital zurück von der militärischen Behörde, welche es zwei

Jahre lang für ihre Soldaten besetzt hatte. Somit war auch gleich

ein hochnötiges Krankenheim für die vielen kranken Waisenkinder

bereit. Augenblicklich ist die Skabies in sehr hartnäckiger Form die

Hauptkrankheit.

Mit den Hilfsgeldern konnten wir wieder einmal nach drei Monaten die

täglich in vermehrter Zahl unser Haus umlagernden Witwen und Waisen

unterstützen, welche in der Stadt zerstreut wohnen oder neu aus Dörfern

eingekehrt waren, aber in unserem Waisenhause nicht Aufnahme fanden. So

wurden an einigen Tagen über 1000 Personen, meist Kinder, unterstützt.

Ferner konnten wir all den Vielen, welche in ihre alte Heimat reisen

wollten, wieder wie den früher Verreisten, einen Zehrpfennig auf den

Weg mitgeben.

In der ersten Zeit unseres Hilfswerks machten diese Arbeit meine Frau

und ich allein. Seit Frühjahr 1917 mußte ich ab und zu Pater Ephraim

Djurassian, den Prediger in der syrisch-protestantischen Kirche, einer

der wenig übrig gebliebenen Armenier, zu Hilfe rufen. Er übernahm auch

das Lehramt. Seit November 1918 aber habe ich ihn und seine Frau als

Waiseneltern im amerikanischen Institut eingesetzt. Seit Februar 1919

ziehen wir uns zur wachsenden Arbeit die nötigen Helfer heran. Wir,

das heißt meine Frau, welche fast übermenschlich ihr organisatorisches

Talent in den Dienst des Hilfswerks stellte, und ich harren auf neue

amerikanische oder europäische Hilfe, denn es ist uns zuweilen, als ob

die Kraft uns versagen wollte. Doch, wie der Tag so die Kraft, so war

es bis heute gewesen und wird es weiter so bleiben, bis die Ablösung da

sein wird.

Urfa, den 20. Februar 1919.

Jakob Künzler.

Deutschland und Armenien, 1914-1918: Sammlung diplomatischer Aktenstücke · 第 131 / 134 题