Willy Seeger, Leiter der Anatolischen Industrie- und
Handelsgesellschaft, Filiale Konia. Georg Biegel,
Mittelschullehrer. Heinrich Janson, Werkmeister. J. E. Maurer,
Diplom-Ingenieur.
An die Kaiserlich Deutsche Botschaft
Konstantinopel.
144.
(Auswärtiges Amt.)
Telegramm.
Berlin, den 18. August 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Bitte zu geeigneter Zeit und in entsprechender Form Bericht aus
Aleppo vom 27. Juli bei Pforte verwerten und Überzeugung aussprechen,
das Vorgehen gegen die Armenier widerspreche ihren Absichten und
Instruktionen.
Unsere Freunde im türkischen Kabinett werden begreifen, daß wir schon
wegen des gegen uns erhobenen Vorwurfs der Anstiftung an energischer
Unterdrückung der Ausschreitungen lebhaft interessiert sind.
Zimmermann.
145.
Eingabe eines Armeniers.
Deutsche Botschaft.
(Von Msgnre Dolci übergeben.) Pera, 19.8.1915.
Aus der Deportation der Armenier.
Die Katholiken von Nicomedia (Ismid) sind mit anderen Armeniern
deportiert worden. Zwei Priester und ein Teil der katholischen Armenier
sind durch einen glücklichen Zufall in Eskischehir geblieben. Nach fünf
Tagen werden sie davon fortgejagt. Wir bitten Sie, es zu erlangen,
daß diese zwei Priester und ihr Volk entweder nach ihren Städten oder
Dörfern zurückkehren, oder in Eskischehir bleiben, aber so frei wie die
dortigen katholischen Armenier.
Gegen alle Versprechungen hat man am 16. d. M. die katholischen und
protestantischen Armenier von Baktschedjik abtransportiert. Durch
einen Zufall sind fünf Nonnen und drei Priester in Nicomedia geblieben
und ihr Volk durch Eisenbahn deportiert. Wir bitten Sie, diese
Priester und Schwestern entweder nach Baktschedjik zurückzuschicken
oder nach Konstantinopel kommen zu lassen. Ebenfalls das katholische
und protestantische Volk nach seinem Dorfe zurückschicken oder in
Eskischehir aufhalten.
Den Eisenbahnbeamten Order geben, daß sie diese Unglücklichen
menschlicher behandeln.
Man gestatte uns, den Armen Almosen zu geben.
(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)
Verfügung.
Herrn Generalkonsul Mordtmann mit der Bitte, die Sache möglichst heute
noch bei Talaat befürwortend zur Sprache zu bringen.