»Sie muß doch haben, was sich gehört,« entgegnete der Bruder ärgerlich.
»Wenn der Vater Geld hergibt,« sagte Marie, »dann schon; aber ich kann
nicht alles hergeben für die Kleine. Sie könnte auch selbst manchmal
etwas heimbringen, in ihrem Alter war ich längst nicht mehr so dumm!«
»Dafür ist sie ehrlich,« sagte Thomas.
»Wer ist ehrlich?« fragte der Vater. Er hatte bisher nur mit halbem Ohr
zugehört; aber das hätte er doch gerne gewußt, wer in seiner Familie
ehrlich sei.
»Die da, die Konfirmandin. Der Pfarrer hat es ja vor allen gesagt; und
sie hat seine Börse voll Gold und Silber, ungezählt, ins Pfarrhaus
tragen müssen und hat keinen Pfennig heraus genommen. Ich aber auch
nicht; Regine hat mir auf die Finger gesehen. Ich glaube, sie hätte mir
einen abgebissen; ist's nicht wahr, du?« Die beiden Verbündeten sahen
sich vergnügt an, worüber Marie große Augen machte, denn sie konnte die
Geschwister nicht begreifen. Der Vater sah nachdenklich auf Regine.
»Ehrlich ist sie?« wiederholte er wie verwundert, und nach einer Weile:
»Ein anständiges Gewand soll sie bekommen zu ihrer Einsegnung; daran
darf's nicht fehlen.«
Die Wochen vergingen; schon war ein Monat verflossen, seitdem die Mutter
das Haus verlassen hatte. Ein einziges Mal waren Nachrichten aus dem
Gefängnis gekommen; einen Brief voll Heimweh hatte sie geschrieben, voll
Sehnsucht nach dem Kleinen vor allem. Und dieser entbehrte auch am
meisten die Mutter. Wenn die Großen morgens alle das Haus verließen,
legten sie wohl mancherlei zu essen hin, oder sie brachten ihn zu einer
mitleidigen Nachbarin: aber doch trieb sich der Kleine viele Stunden auf
der Straße herum; sehnsüchtig ausschauend, ob nicht die Mutter endlich
wieder die Straße herunterkäme, in der sie vor seinen Augen verschwunden
war. Sie trösteten das Kind manchmal, Regine komme jetzt bald ganz aus
der Schule und bleibe dann immer bei ihm wie früher die Mutter. Nur noch
vier Wochen mußte sie die Schule besuchen, das war nicht mehr lang.
Nein, nicht lang, und doch zu lang für das mutterlose Kind. Einmal fand
Regine es ganz durchkältet, die Schuhe und Strümpfe vollständig
durchnäßt, die Füße eiskalt von dem geschmolzenen Schneewasser, in dem
es herumgestiegen war. Weinend saß der Kleine auf der steinernen
Hausstaffel und zitterte am ganzen Körper. Nun wurde er freilich zu
Bette gebracht, und als er nachts fieberte, holten sie den Arzt zu ihm.
Marie blieb nun von der Fabrik daheim und pflegte mit Liebe den kleinen
Bruder; aber die Fürsorge kam doch zu spät, und ehe sie nur recht gewußt
hatten, daß das Kind in Lebensgefahr schwebte, war es schon einer
Lungenentzündung erlegen.
In großer Bestürzung standen sie alle an dem Bett des Kleinen, und _ein_
Gedanke beherrschte die ganze Familie: der Gedanke an die Mutter. Wie
würde sie die Nachricht ertragen! Was mußte das einst für ein Heimkommen
sein, wenn sie ihren Liebling nicht mehr fände! Und welche Vorwürfe
würde sie ihnen machen! Hätte man das Kind nicht unter Tags in Kost
geben können, oder in eine Kinderschule schicken? Aber all diese
Gedanken kamen zu spät.
Die kleine Leiche war schon zur Erde bestattet, und noch hatte niemand
sich entschließen können, der Mutter die Trauerbotschaft zu schreiben.
Der Vater tat es endlich mit wenigen kurzen Worten, das Briefschreiben
war ihm ungewohnt.
Es kam darauf keine Antwort von der Mutter. Durfte sie nicht schreiben,
oder war sie krank geworden vor Kummer? Zürnte sie ihnen, daß sie das
Kind nicht besser behütet hatten? Sie hörten nichts von ihr.
Der Pfarrer, Reginens Pfarrer, hatte das Kind beerdigt und bei diesem
Anlaß Einblick in die Familie getan; auch war ihm so manches über sie
bekannt geworden, was ihn für seine Konfirmandin besorgt machte. Er
hatte das Gute, das in ihr schlummerte, geweckt. Es lebte jetzt in ihr,
aber es mußte gepflegt werden. So hätte er dies Mädchen gern in andere
Verhältnisse versetzt, wo es unter ehrlichen Menschen sich in der
Ehrlichkeit befestigen konnte. So manches Mal beriet er mit seiner Frau
darüber; aber wo sollte man ein so kleines Mädchen unterbringen, von dem
man nicht einmal rühmen konnte: es ist aus gutem Haus!
Endlich fand sich doch Rat, und eines Tages wurde Regine wieder von dem
Pfarrer aufgefordert, nach der Stunde in das Pfarrhaus zu gehen. Dort
wurde sie freundlich empfangen von der Pfarrfrau, die eine lebhafte,
eifrige Frau war. Man merkte ihr wohl an, wie sie sich freute, daß sie
für Regine ein gutes Plätzchen gefunden hatte. »Es ist bei meiner
Schwester,« erzählte sie ihr, »bei einer Pfarrfrau auf dem Lande. Sie
hat kleine Kinder, herzig nette Kinderchen; und ein ehrliches treues
Dienstmädchen, das aber nicht mehr allein mit der Arbeit fertig wird.
Dort kannst du helfen, wirst immer unter guten Menschen sein und selbst
ein solcher werden, und das möchtest du doch gewiß?« Regine bejahte aus
aufrichtigem Herzen.
»Und ein Taschengeld sollst du auch bekommen,« fuhr die Pfarrfrau fort,
»fünf Mark im Monat, und nach einem Jahr, wenn du dich bewährst,
erhältst du das Doppelte. Bis dahin wirst du in der frischen Landluft
und bei der guten Kost groß und stark geworden sein. Nun geh nur heim
und erzähle es deinem Vater; der wird sich freuen, und deine Schwester
bittest du, daß sie dir die nötige Wäsche und Kleider richtet. Gleich
nach der Konfirmation müßtest du abreisen, denn meine Schwester möchte
am liebsten schon heute eine Hilfe.«
Regine eilte, ganz erfüllt von diesem Lebensplan, nach Hause. Sie fühlte
sich so stolz und glücklich, wie wenn sie sich schon als treue Pfarrmagd
bewährt hätte. Wie würden sie sich daheim alle wundern über das
Vertrauen, »Respekt!« würde Thomas wieder sagen. Und sie träumte sich
hinein unter die guten, feinen Menschen, zu den herzigen Kindern.
Zu Hause saßen der Vater und Marie schon am Mittagstisch, Thomas fehlte
noch. Sie wollte mit ihrer Erzählung warten, bis er käme; aber als es
eine Weile gedauert hatte, konnte sie nicht mehr zurückhalten, was ihr
ganzes Herz erfüllte. »Die Frau Pfarrer weiß mir ein gutes Plätzchen,«
begann sie und wiederholte alles, was sie darüber gehört hatte. Und nun
erlebte sie eine schmerzliche Enttäuschung. Mit Hohn und Geringschätzung
wurde von diesem »Plätzchen« gesprochen und dieses so heruntergemacht,
daß nichts, aber auch gar nichts Gutes mehr daran blieb. Als Kummer und
Scham ihr eben Tränen in die Augen trieben, kam Thomas heim, und beim
Anblick dieses ihres Verbündeten faßte Regine wieder Mut. Ehe sie aber
ein Wort an ihn richten konnte, rief ihm schon Marie entgegen: »Du, als
Magd will die Regine fortgehen, aufs Land, und fünf Mark Monatslohn
bekommt sie; was sagst du dazu?« Und sie lachte laut.
»Unsinn,« entgegnete Thomas und schien gar nichts weiter wissen zu
wollen, sondern machte sich daran, seine Suppe zu essen. Und die andern
sprachen auch nichts mehr darüber. Regine verstand sie alle nicht. Warum
wollten sie ihr denn das schöne Plätzchen nicht gönnen? Sie brachte kein
Wort mehr heraus während des Essens, so bitter und schmerzlich war ihr
zumute. Als aber der Vater sich anschickte wegzugehen, rief sie, während
ihr die Tränen aus den Augen stürzten: »Was soll ich denn dann der Frau
Pfarrer sagen?«
Da sah Thomas die kleine Schwester überrascht an; er merkte erst jetzt,
daß es sich für sie um eine Lebensfrage handelte. »Was ist's eigentlich,
was will sie denn?« fragte er, und nun gab es ein lebhaftes Hin- und
Herreden. »Verdingen will sie sich,« rief Marie, »statt daß sie in die
Fabrik geht, wo sie viel mehr verdient.«
»So viel mehr ist's zwar auch nicht,« entgegnete jetzt der Vater, »du
rechnest immer nicht, wieviel die Kost ausmacht. Im Dienst hat sie
alles frei, Kost und Wäsche, das macht ein paar hundert Mark im Jahr;
und dabei wird sie vielleicht nicht so liederlich, wie eine andere, die
ich kenne.«
Marie lachte. »So soll sie gehen; aber die Mutter tät's nicht leiden,
wenn sie da wäre.«
»Ja, das ist's,« sagte der Vater, »sie will immer hoch hinaus mit ihren
Töchtern.«
»Ja, die Mutter, das ist wahr,« meinte auch Thomas, »wenn sie heimkommt
-- das eine Kind ist tot, das andere fort; -- Regine, sei gescheit, höre
auf zu weinen. Sag dem Pfarrer, es lasse sich nicht machen, weil die
Mutter fort sei; er weiß ja schon davon und wird's verstehen.«
Er sagte das freundlich; aber Regine war doch nicht zufrieden mit ihrem
Bundesgenossen. Er hatte nicht zu ihr gehalten, und nun war es aus und
vorbei mit ihrem schönen Plan. Der Vater und Marie gingen weg; nur
Thomas blieb an dem Tisch sitzen und las den Tagesanzeiger. Regine holte
ihren Katechismus und setzte sich an das andere Ende des Tisches, um zu
lernen. Sie schlug das Buch auf; da fiel ihr ein Blatt Papier entgegen,
groß und deutlich standen darauf von einer ihr unbekannten Handschrift
geschrieben einige Worte. Unwillkürlich sagte sie laut: »Wie kommt denn
das in mein Buch?« Thomas blickte von seiner Zeitung auf. »Was steht
denn darauf?«
»Nur ein Sprichwort; ich weiß nicht, wie das Papier in mein Buch kommt.«
Gleichgültig schob sie es beiseite.
»Zeig doch her, was ist's für ein Sprichwort?« rief Thomas, griff nach
dem Blatt und las laut: »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!« Er
behielt das Papier in der Hand und starrte darauf; während Regine wieder
in ihren Katechismus sah und ganz erstaunt aufblickte, als nach einiger
Zeit ihr Bruder rief: »Wer hat dir denn die Bosheit angetan? Gewiß
wieder die Emilie Forbes! Weißt du nicht, was das heißen soll: Der
Apfel fällt nicht weit vom Stamm?« Und als Regine ihn immer noch
verständnislos ansah, sagte er: »Das heißt, daß du auch nicht ehrlich
bist, weil es die Mutter nicht ist. Kannst das jetzt verstehen?«
Ja, jetzt begriff Regine, was der Bruder meinte; über und über errötete
sie und sah das Blatt Papier an wie etwas Häßliches, Feindseliges. »Aber
das ist nicht die Schrift von Emilie Forbes,« sagte sie nach einiger
Zeit. -- »Dann hat es jemand anders für sie geschrieben; sie will
natürlich nicht, daß euer Pfarrer ihre Handschrift erkennt, wenn du ihm
das Blatt zeigst.«
»Ich zeige es ihm nicht, sonst wird noch einmal vor allen davon
gesprochen. O, Thomas, wenn doch die Mutter das nicht getan hätte!« Sie
stützte den Kopf in die Hände und weinte. Es war auch heute alles so
traurig; das gute Plätzchen durfte sie nicht annehmen, und nun kam noch
das dazu!
Der Bruder war erzürnt über Reginens Mitschülerin. »Ich schreibe dir
auch einen Zettel,« sagte er, »den legst du in ihr Buch, und an dem soll
sie auch keine Freude haben!« Nicht umsonst half er täglich als Setzer
eine Zeitung drucken, die voll Gift und Galle war. Eine scharfe Antwort
kam ihm schnell in die Feder, sie lautete nicht fein. Aber Regine wollte
nichts davon wissen, Thomas wurde ärgerlich. »So etwas läßt man sich
doch nicht gefallen!« sagte er, »was hilft dein Weinen? Wehren muß man
sich!« -- Aber unter bitterem Schluchzen rief Regine: »Es wird eben wahr
sein, Thomas, was auf dem Zettel steht; wir sind alle nicht ehrlich,
weil's die Mutter nicht ist. Wenn das mit dem Apfel wahr ist, so muß
doch auch das mit uns wahr sein!«
Thomas war betroffen von dieser Bemerkung und sah das Sprichwort auf dem
Papier nachdenklich an. Aber bald sprach er tröstend zur Schwester:
»Nein, nein, es ist nicht wahr. Die Äpfel bleiben freilich liegen, wo
sie hinfallen; aber wir Menschen können aufstehen, und gehen, wohin wir
wollen. Und auf Diebeswegen gehen wir schon einmal nicht, wir zwei,
gelt, du?« Da hob die Schwester vertrauensvoll den Kopf zu dem Bruder,
der jetzt wieder mit ihr im Bunde stand. Sie rückte näher zu ihm heran
und sah ihm zu, wie er nocheinmal ein Blättchen Papier beschrieb. »So,«
sagte er, »das kannst du ruhig Emilie Forbes ins Buch schieben; das ist
jetzt ganz zahm, und wenn es zufällig dein Pfarrer zu lesen bekäme, so
hätte er selbst nichts dagegen.« -- Regine las: »Ein Apfel bin ich nicht,
der nur so liegen bleibt. Ich bin ein Mensch und kann mich frei vom
Platz bewegen.«
Zustimmend nickte sie, so gefiel es auch ihr. »Das Blatt kannst du ihr
frei in die Hand geben, dann sieht sie gleich, daß du dich nicht vor ihr
fürchtest. Paß auf, dann läßt sie ihre bösen Reden künftig bleiben.«
Als nach der nächsten Konfirmandenstunde Emilie Forbes eben ihre Bücher
zusammenpackte, wandte sich Regine nach ihr um, schob ihr das Blatt
Papier entgegen und sagte: »Das gehört in dein Buch.« Betroffen sah das
Mädchen auf die Worte, die da standen, und errötete beschämt. Aber sie
geriet in noch größere Aufregung, als sie bemerkte, daß Regine vor allen
andern Mädchen mit dem Pfarrer zugleich den Saal verließ; gewiß in der
Absicht, mit ihm reden zu können. Darin hatte sie auch recht, nur daß
Regine nicht über das sprechen wollte, was ihr Emilie Forbes angetan
hatte; nein, sie mußte dem Pfarrer Bescheid geben wegen des schönen
Plätzchens, das sie nicht annehmen durfte. Zögernd brachte sie die
ablehnende Antwort heraus. Dem Pfarrer war es sichtlich leid, daß der
Vorschlag seiner Frau nicht angenommen wurde. »Schade, schade!« sagte
er, »es wäre so gut für dich gewesen.« Gerne hätte er in dem Herzen des
Mädchens gelesen, ob die Abwesenheit der Mutter der wahre und einzige
Grund der Ablehnung war. »Später, wenn deine Mutter zurück ist, dürftest
du dann die Stelle annehmen?« fragte er. Regine wußte nichts darauf zu
antworten. Die Mutter war ja gerade diejenige, die nichts vom Dienen
wissen wollte. So blieb sie die Antwort auf diese Frage schuldig. Sie
gingen noch eine Weile schweigend nebeneinander.
»Zunächst ist da nichts zu machen,« sprach jetzt der Pfarrer,
»vielleicht später, wenn deine Mutter heimkommt. Das wird ein trauriges
Wiedersehen geben, Regine, wenn die Mutter deinen kleinen Bruder nicht
mehr findet. Du mußt sie dann recht lieb haben, trotz dem was sie getan
hat. Die Mutter lieben, aber die Unehrlichkeit hassen, so halte du es,
Regine. Und an deiner Konfirmation, wenn du an den Altar trittst, so
denke daran, was ich dir gesagt habe; und wenn ich dir die Hand zum
Segen aufs Haupt lege, so werde ich auch daran denken: das ist eine, die
hat einen schweren Kampf aufzunehmen, die will die Mutter innig lieben,
aber die Unehrlichkeit grimmig hassen; Gott gebe ihr die Kraft dazu!«
Der letzte Sonntag vor der Konfirmation war gekommen. Regine saß am
Nachmittag ganz allein zu Hause; der Vater, der Bruder, die Schwester
waren da- und dorthin gegangen. »Wenn du konfirmiert bist, nehme ich
dich auch einmal mit dahin, wo's lustig zugeht,« hatte Marie
versprochen; obgleich sie selbst nicht mehr so lustig aussah wie früher,
sondern blaß und verstimmt war. Aber sie war doch gegangen, und Regine
war allein.
Alle ihre Gedanken beschäftigten sich mit dem nächsten Sonntag. Gestern
Abend hatte die Näherin ihr das schwarze Kleid gebracht; es sah wie neu
aus, obwohl es aus dem der Schwester gemacht war. Sie nahm es aus dem
Schrank und freute sich daran. Dann dachte sie an ihre Mutter. Man hörte
gar nichts mehr von ihr, sie war wie verschollen. Ob sie wohl wußte,
daß am nächsten Sonntag ihre Konfirmation war? Wie traurig zu denken,
daß die Mutter eingesperrt in ihrer Keuche sitzen würde, wie der Vater
das immer nannte; während andere Mütter in die Kirche kamen, um zu
sehen, wie ihre Kinder eingesegnet würden. Das zu denken, tat ihr weh.
Sie wollte ihr auch einmal schreiben, heute noch, gleich jetzt. Sie
sollte ja die Mutter lieb haben.
So setzte sich Regine an diesem einsamen Sonntag Nachmittag hin und
schrieb der Mutter einen langen Brief; erzählte ihr von der Konfirmation
und kam auch auf das verstorbene Brüderchen zu sprechen, wie es immer
nach der Mutter verlangt habe, und unter Tränen beschrieb sie die
Krankheit und den Tod des Kindes. Am nächsten Morgen bat sie den Bruder,
daß er den Brief überschreibe und besorge. Er las ihn und meinte, wenn
die Mutter nicht krank sei, würde sie ihn ganz gewiß beantworten. Darauf
hoffte nun Regine, und dachte es sich schön aus, daß sie zur
Konfirmation wenigstens einen Brief bekommen werde.
Allein die Woche verging; der Tag der Konfirmation brach an, und es kam
kein Lebenszeichen von der Mutter. Regine dachte freilich an diesem
Morgen kaum mehr daran. Ihre Gedanken waren erfüllt von der Feier. Sie
mußte auch nicht allein zur Kirche gehen. Der Vater, der am Sonntag
Morgen gerne lange schlief, wollte freilich nicht mit ihr gehen; und
Marie entschuldigte sich damit, daß sie heute etwas Gutes kochen wolle.
Aber Thomas begleitete sie, und der war ihr doch der liebste. So gingen
Bruder und Schwester zusammen, und sie vertraute ihm an, was der Pfarrer
zu ihr gesagt hatte, und sie sagte nicht: »ich« soll die Mutter lieben
und die Unehrlichkeit hassen, sondern sie sagte »wir« und zog ihren
Bundesgenossen mit herein in die Lebensaufgabe, die ihr gestellt war.
Vor der Kirche trennten sich die Geschwister, der Bruder stieg auf die
Empore und sah von oben, wie unter dem Geläute der Glocken die
Konfirmanden in langem Zug durch das Schiff der Kirche bis zu den Bänken
vor dem geschmückten Altar kamen. Die Feier, die er seit der eigenen
Konfirmation nicht mehr mitgemacht hatte, bewegte dem jungen Burschen
das Herz.
Als Regine an den Altar trat, mochte manches Glied der versammelten
Gemeinde denken: Welch ein kleines, schmächtiges Mägdlein, noch ein
ganzes Kind! Und doch war vielleicht keine von all den Konfirmandinnen
mit solchem Ernst bei der Einsegnung, wie eben diese Kleine. Hatte ihr
doch auch der Pfarrer versprochen, daß er an sie denken wollte. Sie
erinnerte sich an seine Worte und trat, nachdem er sie eingesegnet
hatte, mit fröhlicher Zuversicht aus der Kirche heraus, um den Kampf des
Lebens aufzunehmen.
Zu Hause sah es nicht festlich aus. Der Vater, eben erst aufgestanden,
war mürrischer Laune; und die Schwester von eigenen Gedanken
hingenommen, die nicht erfreulich schienen. Doch hatte sie der
Konfirmandin zu Ehren ein gutes Essen gekocht, das nun in aller Stille
verzehrt wurde. Seit dem Tod des Kleinen war es immer still beim Essen.
Plötzlich ging die Türe leise auf, und in ihrem Rahmen erschien eine
blasse Frau mit abgehärmten Zügen und sah mit großen, traurigen Augen
auf die Anwesenden. Ein Ausruf des Erstaunens entfuhr allen: »Die
Mutter!« Und da alle, wie vor einem Gespenst erschreckend, sie ansahen,
so blieb die Gestalt wie gebannt an der Türe stehen und rührte sich
nicht. Einen Augenblick währte die Bestürzung, dann erhob sich der Mann
und ging auf seine Frau zu. »Wie kommst du heute hierher?« fragte er.
»Ich glaube gar, du bist heimlich entwichen.« -- »Nein, nein,« sagte die
Frau und trat nun näher an den Tisch heran; »ich habe meinen
Entlaßschein, ich bin frei. Die Hälfte der Zeit ist mir erlassen worden
wegen guter Führung, auch wegen meiner Kränklichkeit und aus Rücksicht
auf die Kinder. Zum Konfirmationstag haben sie mich entlassen.«
Nachdem sie dies gesagt hatte, blickte sie nach der Stelle, wo noch
immer das leere Kinderbett stand; wandte sich dorthin, warf sich
schluchzend über das Bettchen und rief in lautem Jammer: »Mein Hansel,
mein gutes, gutes Kind!«
Sie standen alle erschüttert und mit schlechtem Gewissen diesem Kummer
gegenüber, und jeden Augenblick erwarteten sie, daß die Mutter sich mit
Vorwürfen an sie wenden würde. Aber sie schien nicht an sie zu denken.
»O Kind!« rief sie, »ich bin schuld, daß du gestorben bist. Deine Mutter
hat dich verlassen, und sie hat dich doch so lieb gehabt! Hätte ich nur
bei dir sein und dich noch ein einziges Mal sehen können!« Allen, die da
standen, kamen die Tränen. Wie sah auch die Frau so elend und abgehärmt
aus! Nicht mehr wieder zu erkennen war sie.
Hinter rauhen Worten suchte jetzt der Vater seine Rührung zu verbergen.
»Laß jetzt das Jammern,« sagte er barsch. »Setz dich her und iß etwas,
du siehst ja aus, daß es Gott erbarmt!« Da erhob sich die Frau, setzte
sich an den Tisch und aß ein wenig, ohne vom Teller aufzusehen. Marie
rückte ihr die Schüssel näher. »Du siehst so abgemagert aus, Mutter;
warst du krank oder hast du Hunger leiden müssen?«
»Hunger nicht; man bekommt genug zu essen. Manche sagen auch, es sei
gut, aber mir hat keinen Tag das Essen geschmeckt,« sagte sie. »Schlaf
habe ich auch nicht viel gefunden. Ich war doch an unsere Federbetten
gewöhnt; die gibt's dort nicht. Mich hat es immer gefroren. Krank war
ich auch, zwei Wochen haben sie mich in die Krankenstube gelegt. Da hat
man's besser, und die Wärterin hat es wirklich gut mit einem gemeint und
mit jeder gesprochen. Aber dann bin ich wieder in meine Keuche gekommen.
Untertags habe ich gearbeitet; aber die langen Abende, wo man ohne
Licht allein dasitzt, die sind schrecklich. Dann kam die Nachricht, daß
das Kind gestorben sei. Von da an habe ich keinen Schlaf mehr finden
können; immer mußte ich darüber nachgrübeln, daß ich's hätte verhüten
können. An diese Nächte werde ich denken mein Leben lang.«
Sie waren alle ergriffen und hörten noch manches von der Mutter; denn
sie war noch mit all ihren Gedanken bei dem, was hinter ihr lag, und
hatte noch keine einzige Frage an die andern gerichtet. Jetzt stand
Regine auf. »Ich muß in die Kirche,« sagte sie. Da schien die Mutter
erst wieder in die Gegenwart zu kommen. Einen aufmerksamen Blick wandte
sie der Konfirmandin zu, die nun im schwarzen Kleid, mit dem langen
Kleiderrock vor ihr stand und ihr verändert vorkam. Daß das alles so
geworden war trotz ihrer Abwesenheit, erschien ihr merkwürdig; und als
nach Regine auch die andern fortgingen, eines dahin, eines dorthin, wie
sie es an den Sonntagnachmittagen gewohnt waren, fand sich die Mutter
ganz allein zu Hause; wußte nicht recht, wozu sie da war und warum sie
sich heimgesehnt hatte, da doch niemand ihrer bedurfte. Bald saß sie
wieder trauernd am Bett des verstorbenen Kindes, des einzigen, das ihr
zugejubelt hätte.
So fand Regine die Mutter, als sie aus dem Gottesdienst zurückkehrte.
Mit einem Blick voll Liebe und Mitleid ging sie zu ihr hin. Die Mutter
fühlte das. »Komm, setze dich her und erzähle mir was von dir,« sagte
sie, und dann fuhr sie selbst fort: »Deinen Brief habe ich noch in der
Krankenstube bekommen und habe ihn die Wärterin lesen lassen, denn sie
ist eine gute gescheite Person. Sie hat auch gleich mit mir gesprochen,
wie sie deinen Brief gelesen hat. 'Das Kind ist noch unverdorben,' hat
sie gemeint, 'die dürfen Sie nicht mit der großen in die Fabrik
schicken. Ich würde sie gleich aus dem Haus in eine gute Familie tun.'«
Regine horchte hoch auf, eine leise Hoffnung erwachte in ihr. »Warum
schaust du so?« fragte die Mutter. -- »Weil unser Herr Pfarrer auch so
meint,« entgegnete Regine und schilderte mit aller Wärme die Stelle, die
ihr angeboten war, und die sie ausgeschlagen hatte.
»O,« rief die Mutter, »da hättet ihr zugreifen sollen, wenn es gleich
nur ein geringer Platz ist. Soviel habe ich jetzt gelernt: wenn man zu
hoch hinaus will, dann kommt man erst recht tief hinunter, bald genug
wird das auch die Marie erleben.« »Ich will nicht hoch hinaus, Mutter,
aber du willst ja nicht, daß wir in Dienst gehen.« -- »Ich habe es
freilich nicht gewollt, aber wenn man solche Nächte durchgemacht hat wie
ich, dann denkt man über manches anders als vorher. Ich rate dir: danke
deinem Gott, wenn du fortkommst, je eher je lieber!«
Regine sah die Mutter freudig überrascht an. »Mutter, wenn du so sagst,
dann gehe ich jetzt gleich ins Pfarrhaus und frage, ob das gute
Plätzchen noch zu haben ist.« Die Mutter wunderte sich über ihre Kleine;
die hatte sich verändert. »Geh nur gleich,« sagte sie, und eiligen
Schritts ging die Konfirmandin dem Pfarrhaus zu. Wieder saß die Mutter
allein im Zimmer, aber ihre Gedanken waren nicht mehr bei dem
verstorbenen Kind. Sie begleitete im Geist das Mädchen, das voll Eifer
ihr neues Leben beginnen wollte; und sie sagte vor sich hin, denn sie
hatte sich in der einsamen Zelle angewöhnt, ihre Gedanken laut werden zu
lassen: »Sie ist ganz anders als wir; es muß etwas Gutes in sie hinein
gekommen sein, vielleicht durch den Konfirmandenunterricht. An der
wenigstens kann man einmal Freude erleben.«
Inzwischen kam auch Thomas heim und hörte staunend von dem raschen
Entschluß. Gespannt warteten Mutter und Sohn auf Reginens Heimkehr. Sie
sahen ihr die Freude gleich am Gesicht an. »Ich bekomme mein gutes
Plätzchen,« rief das Mädchen in hellem Glück. »Aber nächste Woche soll
ich fort; da ist noch viel zu richten! Ob das alles fertig wird? Marie
hilft nicht gerne dazu.« »Wir machen's schon ohne sie,« meinte die
Mutter und stand rasch auf, wie wenn sie gleich an die Arbeit gehen
wollte. »Gut, daß du wieder da bist, Mutter!« sagte Regine. Da verlor
das traurige Gesicht der Frau den trostlosen Ausdruck, den es bisher
gehabt hatte. »Gut, daß du wieder da bist,« die Worte taten ihr wohl;
zeigten sie ihr doch, daß sich jemand über ihre Rückkehr freute.
»So kommst du wirklich in eine Pfarrfamilie?« sagte Thomas nachdenklich
zu der Schwester. »Dann kann ich auch nicht mehr in der Druckerei
bleiben und für eine Zeitung arbeiten, in der nur gespottet wird über
alles, was geistlich ist; du müßtest dich ja schämen, wenn es bekannt
würde.« -- »Was fängst du dann aber an, Thomas?« fragte die Schwester
betroffen.
»Es gibt noch mehr Druckereien; ich will sehen, daß ich bei einer
anständigen Zeitung unterkomme. Ich habe das ewige Spotten und Schimpfen
selber satt, es kommt nichts Gescheites dabei heraus. Weißt du, ich bin
nur so zufällig hinuntergefallen in die schlechte Gesellschaft, wie so
ein Apfel vom Baum in den Graben fällt; aber ich will nicht liegen
bleiben, verstehst du?«
Ja, Regine verstand ihren Bundesgenossen, und noch einmal sagte sie zu
ihm die Worte: »Ich vertraue dir ganz und gar.«
Und wir vertrauen allen beiden und können sie nun getrost verlassen; sie
meinen es ehrlich, und es wird ihnen gelingen. Ja, mit Gottes Hilfe wird
Segen von ihnen über ihre ganze Familie kommen.
Von =Agnes Sapper= sind im gleichen Verlag erschienen:
=Die Familie Pfäffling.= Eine deutsche Wintergeschichte. 288 Seiten.
31.-40. Tausend. In Leinwand gebunden Mk. 3.--.
=Werden und Wachsen.= Erlebnisse der großen Pfäfflingskinder. 350
Seiten. 16.-23. Tausend. In Leinwand gebunden Mk. 4.--.
Der Glanzpunkt Sapperscher Erzählungskunst ist die Geschichte der
_Familie Pfäffling_ in zwei Bänden. Der erste Band mit der
Jugendgeschichte der Pfäfflingskinder ist eine Perle erzählender
Literatur, und für Kinder _und_ Eltern gleich interessant. Keine
großen äußeren Verhältnisse werden da vorgeführt, alles geschieht
nur im Rahmen einer bescheidenen, arbeitsamen Familie, und doch --
wie packt es, wie läßt einen von Satz zu Satz, von Seite zu Seite
die Spannung nicht los, und wie greift Freude und Leid im
Miterleben ins eigene Herz! -- Dem Verlangen nach einem Mehr, das
auch den erwachsenen Leser dieser Geschichte befallen muß, hat
Agnes Sapper im zweiten Band: »_Werden und Wachsen_« entsprochen.
Es ist ein nachdenkliches Buch, für die reifere Jugend geschrieben
und, wie der erste Band, auch für Eltern und Erzieher wichtig.
Jenaer Volksblatt.
=Das erste Schuljahr.= Eine Erzählung für Kinder von 7-12 Jahren. Vierte
Aufl. Gebunden Mk. 1.20.
=Gretchen Reinwalds letztes Schuljahr.= Für Mädchen von 12-16 Jahren. 3.
Aufl. Geb. M. 3.--.
Jede Mutter, die dies Buch prüft, wird sagen, daß dies eine der
gesündesten, frischesten Jung-Mädchengeschichten ist, die wir
haben.
Beide Teile in _einem_ Band gebunden:
=Gretchen Reinwalds erstes und letztes Schuljahr.= Dritte Auflage. In
Leinwand Mk. 4.--.
=Lieschens Streiche= und andere Erzählungen. Mit Bildern von Gertrud
Caspari. Zweite Auflage. Gebunden Mk. 3.60.
Das sind fröhliche und ernste Geschichten, die aus des Kindes
ureigenem Quell schöpfen und darum allen Kindern gefallen werden.
=Kriegsbüchlein.= 120 Seiten. 11.-20. Tausend. Steif geheftet Mk. 1.--.
Das ist wieder ein ganz treffliches Kinderbuch, das der bekannten
Verfasserin viele neue Freunde gewinnen wird. Die feine Auswahl von
höchst lebendig geschilderten kleinen Kriegsgeschichten aus Ost und
West läßt unsere Kinder hineinblicken in das große Geschehen der
Gegenwart, es läßt sie mitkämpfen, mitleiden, mithoffen. Manch
feines pädagogisches Wort weist unaufdringlich, aber dennoch
eindringlich darauf hin, daß das deutsche Volk nur dann siegen und
an die Spitze der Völker treten kann, wenn jeder einzelne auch ganz
und wahrhaftig ein Deutscher zu sein bestrebt ist. Eine Anzahl
prächtiger kleiner Kriegserlebnisse, ernst und launig, auch von
unserem Hindenburg, bildet den Beschluß. Allen Eltern wird dies
»Kriegsbüchlein« höchst willkommen sein....
Erlanger Tageblatt.
=Im Thüringer Wald.= Mit Vollbildern von P. F. Messerschmitt und
Buchschmuck von Helene Reinhardt. Ein fein illustriertes Büchlein in
steifer Decke M. 2.--.
Diese rührende Geschichte aus dem Leben der armen Puppenmacher wird
in der schönen Ausstattung mit zehn Vollbildern und zahlreichen
hübschen kleinen Zeichnungen Kindern besondere Freude bereiten.
=Erziehen oder Werdenlassen?= 336 Seiten. In Leinwand gebunden Mk. 4.--.
Ein verständiges, aus praktischer Erfahrung erwachsenes Buch, das
dem Erzieher als wertvoller Ratgeber zur Seite stehen kann vom
Erscheinen des Kindes an bis zu seinem Eintritt in das Leben der
Erwachsenen. Frei von der modernen Anbetung des Kindes, zeigt das
Buch doch auf jeder Seite die Achtung vor der werdenden
Persönlichkeit, die _eben deshalb_ kein bloßes Werdenlassen kennt,
sondern dem Kinde durch Erziehung zu möglichster Vollendung seiner
individuellen Persönlichkeit helfen will.
Die Frau.
... Die Wahrheiten und Erfahrungen, die uns Agnes Sapper so oft
durch den bunten Schleier ihrer reinen und launigen Erzählungen
schimmern ließ, trägt sie in ihrem neuesten Buche als praktische
Pädagogik vor. Das Beste an diesem Buche ist, daß es keine Theorie,
daß es goldene _Erfahrungen einer Mutter_ sind von der ersten bis
zur letzten Zeile.
Deutscher Courier.
[Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf
Grundlage der 1915 bei D. Gundert erschienenen vierten Auflage erstellt.
Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem
Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
p 013: Der zog sein Mützchen ab und sagte. -> sagte:
p 040: [Anführungszeichen] »Euch ... fleißiger.« -> 'Euch ... fleißiger.'
p 044: [Vereinheitlicht] kannst in Sonnenberg oft genug -> Sonneberg
p 132: Abfahrt der Prinzen und der Prinzessin -> des Prinzen
p 195: [Anführungszeichen] wußte nicht genau, sagte sie -> genau,« sagte
p 203: hat man dem Apother -> Apotheker
p 219: [Anführungszeichen] Uhr ist's vorbei. »Ich -> vorbei. Ich
p 230: dein Patenkind zur dir zu nehmen -> zu dir
p 282: nicht vorher verraten hat -> hast
p 292: [Anführungszeichen] und sagte leise: Patin?« -> »Patin?«
Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Formatierung
wurde prinzipiell beibehalten.
Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt. Textauszeichnungen
wurden folgendermaßen ersezt:
Sperrung: _gesperrter Text_
Fett: =fett gedruckter Text=
Antiquaschrift: #Antiquatext# ]
[Transcriber's Note: This ebook has been prepared from the fourth
edition published in 1915 by D. Gundert. The table below lists all
corrections applied to the original text.
p 013: Der zog sein Mützchen ab und sagte. -> sagte:
p 040: [inner quotes] »Euch ... fleißiger.« -> 'Euch ... fleißiger.'
p 044: [unified] kannst in Sonnenberg oft genug -> Sonneberg
p 132: Abfahrt der Prinzen und der Prinzessin -> des Prinzen
p 195: [added quote] wußte nicht genau, sagte sie -> genau,« sagte
p 203: hat man dem Apother -> Apotheker
p 219: [removed quote] Uhr ist's vorbei. »Ich -> vorbei. Ich
p 230: dein Patenkind zur dir zu nehmen -> zu dir
p 282: nicht vorher verraten hat -> hast
p 292: [added quote] und sagte leise: Patin?« -> »Patin?«
The original spelling and minor inconsistencies in the formatting have
been maintained.
The original book is printed in Fraktur font. Marked-up text has been
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Spaced-out: _spaced out text_
Bold: =bold text=
Antiqua: #text in Antiqua font# ]