[10] 1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S.

267).

[11] Nach +Fahie+ (~History of Telegraphy to 1837~) stammt die +erste+

Idee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten Physiker

+Salva+ von Barcelona (um 1800).

[12] +Fischer+ a. a. O. S. 82.

[13] +Veredarius+ a. a. O. S. 261.

[14] Von anderen sehr kostspieligen +Zeitungstelegrammen+ sei die der

amerikanischen „Tribune“ über die Schlacht von +Gravelotte+ zugegangene

Depesche erwähnt: sie kostete 20000 Dollars in Gold, d. i. etwa 80000

Mark.

[15] Hauptsächlich nach +Fischer+ a. a. O. S. 85-88.

[16] Die Western Union Telegraph Company in +Amerika+ ist die

bedeutendste aller Telegraphen-Gesellschaften der Welt. Ende Juni 1884

betrug die Länge sämtlicher Drahtleitungen der Gesellschaft (somit der

Land- und See-Linien) 725110 km. Im Jahre 1883/84 erzielte sie einen

Überschuß von 6,6 Millionen Dollars. (Gothaischer Hofkalender für 1886.)

[17] Zur Zeit gibt es 26 Kabelgesellschaften, von denen 16 ihren Sitz

in London, 3 in Berlin, 1 in Kopenhagen, 1 in Paris, 1 in Buenos-Aires

und 4 in New-York haben.

[18] +Veredarius+ a. a. O. S. 367.

[19] +~Mulhall~+, ~Dictionary of Statistics~, S. 442. ~London~,

~Routledge and Sons~, 1884.

[20] Deutsche Verkehrszeitung 1885, Nr. 7, S. 54.

[21] Deutsche Verkehrszeitung 1886, Nr. 19.

[22] Als Quellen hierfür dienten: ~Carte générale des grandes

communications télégraphiques du monde, dressée par le Bureau

international des Administrations télégraphiques~, ~Berne~ 1885,

das ~Journal télégraphique~, die +Veredarius+ beigegebene Karte der

internationalen Telegraphenverbindungen und die Übersichtskarte

der internationalen Telegraphen-Verbindungen, bearbeitet im

Telegraphen-Betriebs-Bureau des Reichs-Postamts, Berlin, 1886,

Reichsdruckerei.

[23] Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide

beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht

durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt

übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der

technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen.

Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden.

Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der

Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in

Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende

elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in

Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. -- Ein anderes

Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes:

Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von

Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema,

in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens,

aufgegeben wurde und seinen Weg über +Montevideo+ nach Rio de Janeiro

nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾

Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis

für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen,

und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz

Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien

starke Regen niedergingen! (~Journal télégraphique~, S. 99, Jahrg.

1885.)

[24] Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „+Statistik+ der

deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, und

+~Ternant~+, ~Les Télégraphes~, ~Paris~, ~Hachette~ 1884. 2. Aufl.

[25] Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der

Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auch

~Hyde~, ~The Royal Mail~, ~London~, ~Blackwood and Sons~, ~2. edition~,

1885, ~p.~ 249-254.

[26] Vgl. hierzu +Veredarius+ a. a. O. 277-281; +Zetzsche+ a. a. O.

449-452; +Fischer+ a. a. O. 113-124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885,

S. 335 u. 336.

[27] Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben,

+Neumann-Spallarts+ „Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius

Maier, 1884) entnommen.

[28] Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt

in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich

einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die

Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen,

die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen

Nacht ½ Million Worte übersteigen.

[29] Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.

[30] A. a. O. S. 367.

[31] Nach +Hendschels+ Telegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.

[32] Litteratur: +Veredarius+ a. a. O. -- ~+Figuier+~, ~l’Électricité~.

~Paris~, ~Hachette & Co.~, 1884. -- +Schwartze+, +Japing+ und +Wilke+,

Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. -- +Urbanitzky+, Die

Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben,

1885.

[33] Vom griechischen ~têle~ = in die Ferne, und griech. ~phoneîn~ =

tönen.

[34] Eine bezügliche Arbeit von +Reis+ (1862) wurde von +Poggendorf+

in die „Annalen“ +nicht+ aufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das

Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden

war, ersuchte +Poggendorf+ um einen Bericht. Da antwortete aber der

enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es

ist zu spät. Jetzt will +ich+ einen solchen nicht mehr schicken. Mein

Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“

(~+Figuier+~, ~l’Électricité~).

[35] Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen

Apparates auch die schwächsten (griechisch ~mikrós~ = klein) Töne oder

Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons ist +Hughes+,

derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.

[36] Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.

[37] Einer Art Fernsprache begegnet man schon im +Altertum+. So

berichtet z. B. der griechische Schriftsteller +Diodorus Siculus+ von

den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen

wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen.

Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte

hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche

die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren

in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen

also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf

den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung

bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener

Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen

weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile.

Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten

Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar,

daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie

sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es

die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen

vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre

Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. -- Von einer

eigenartigen Fernsprache in +Kamerun+ berichtet das „+Ausland+“ (1885).

Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere,

~ndimbo~ genannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten

Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern

Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg

in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines

Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt,

werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene

Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz

bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig

ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck

bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung,

in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird,

miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im

nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze

Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem Afrikareisenden

~Dr.~ +Buchner+ ist diese +Trommelsprache+ der Kamerun-Neger vielleicht

die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der

halbwilden Völker überhaupt.

[38] Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung

kommenden +Apparate+ sind ausschließlich das +Mikrophon+ von +Hughes+

und der +Siemens+sche +Fernsprecher+. -- Neuestens ist es dem Belgier

+van Rysselberghe+ gelungen, +auf ein und demselben Leitungsdraht

zu telegraphieren und zu telephonieren+. Belgien hat sich diese

Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres

1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen

den größeren Städten mittels der staatlichen +Telegraphen+leitungen.

Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das

System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen.

Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.

[39] +Veredarius+ a. a. O. S. 276.

[40] Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.

[41] Litteratur: +Stephan+, Geschichte der preußischen Post. Berlin,

Decker, 1859. -- +Stephan+, Das Verkehrsleben im Altertum und das

Verkehrsleben im Mittelalter, in +Raumers+ Histor. Taschenbuch, 1868

und 1869. -- +Stephan+, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer,

1879. -- +Ilwof+, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten

Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. --

+Hartmann+, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868.

-- +Veredarius+, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885.

-- +Zehden+, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879.

-- +Paulitschke+, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau,

Hirt, 1881. -- +Frank+, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher

Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.

[42] Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld den ~tabellarii~ wieder

entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig

ihren Dienst barfuß zu thun (+Veredarius+, Das Buch von der Weltpost,

S. 47).

[43] Die Ermächtigung zur Benützung der Post erfolgte durch eigene

Staatspostscheine oder ~diplomata~; sie waren in der Regel auf

Pergament ausgefertigt und, wie das Wort selbst andeutet, doppelt

gefaltet.

[44] Litteratur: +Löper+, „Geschichte der Straßen“, im 5. Jahrg. des

„Archiv für Post und Telegraphie“, 1877. -- +Stephan+, Verkehrsleben

im Altertum und Mittelalter, a. a. O. -- +Derselbe+, Weltpost und

Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1874. -- +Sax+, Die Verkehrsmittel

in Volks- und Staatswirtschaft. 2 Bde. Wien, Hölder, 1878 und 1879. --

+Poststammbuch+. Berlin, Reichsdruckerei, 1877. -- +Veredarius+, Das

Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885, S. 37-43.

[45] Litteratur: +Stephan+, Weltpost und Luftschiffahrt, S. 17-26. --

+Derselbe+, Geschichte der preußischen Post. -- +Derselbe+, Geschichte

des Verkehrslebens im Altertum, a. a. O. -- Zeitschrift „+Europa+“

1884, Nr. 9 und 10 (Zur Geschichte des Wagens). -- +Saalfeld+,

Straßenpflaster und Kutschwagen. Prag, Deutscher Verein zur Verbreitung

gemeinnütziger Kenntnisse, 1883. -- +Heinze+, Pferd und Fahrer.

Leipzig, Spamer, 1876. -- +Deutsche Verkehrszeitung+, 2. Jahrg. --

+Veredarius+ a. a. O. S. 52-58. -- +Ilwolf+ a. a. O.

[46] Siehe hiezu auch +Hennicke+, „Das Reichspost-Museum in Berlin“, in

Bd. 55 von Westermanns Monatsheften.

[47] Vgl. hierzu besonders: +Löper+ a. a. O. -- +Stephan+,

Verkehrsleben im Mittelalter a. a. O. -- +Derselbe+, Weltpost und

Luftschiffahrt. -- +Sax+ a. a. O.

[48] Der Ausdruck „Chaussee“ rührt von der frühern Art der Pflasterung

(~calciata~) her. Die Steine wurden nämlich zur Erzielung bessern Halts

in Kalk (lat. ~calx~) gebettet.

[49] Willegisus war der Sohn eines Stellmachers aus dem sächsischen

Dorfe Stroningen. Zur Erinnerung daran ließ er einen Wagen mit

Speichenrädern an die Wand malen und darunter die Inschrift setzen:

„Willegis, Willegis, deiner Abkunft nicht vergiß!“

[50] Der Name „Kutsche“ kommt sonach nicht von dem Orte +Kots+ im

Komorner Bezirk. Siehe „Europa“ a. a. O.

[51] Der Name „de Tassis“ soll von ihrem Wohnsitze in dem an Dachswild

überaus reichen und darum so genannten Tazisschen oder Tassisschen

Gebirge im Bergamesischen herrühren.

[52] Das Wort „+Post+“ ist hervorgegangen aus dem verdorbenen

lateinischen Worte ~posta~, welches die Abkürzung von ~posita~ ist, dem

Femininum des Particips Perfecti von ~ponĕre~ (legen, setzen, stellen).

Da nun die Römer den Ort, an welchem ein Wechsel der Beförderungsmittel

stattfand, ~mansio~ oder ~mutatio~ nannten, so sagte man: ~mansio~

oder ~mutatio posita~ in N. N., woraus das abgekürzte ~posta~ in N. N.

entstand. +Veredarius+ a. a. O.

[53] Die Erzielung hoher Einnahmen im Gebiete der Postverwaltung

lag Friedrich stets am Herzen. Anträge, deren Erfüllung mit

Geldaufwendungen verknüpft gewesen wäre, wurden von ihm meist mit der

Bemerkung abgewiesen: „~Non habeo pecuniam~“ (ich habe kein Geld),

oder: „ich höre schlecht“. Als vollends der Postmeister von Stargard

seinem Immediatgesuch um Gehaltsaufbesserung dadurch Nachdruck zu

verleihen vermeinte, daß er seine Entlassung nehmen zu müssen erklärte,

wenn ihm keine Zulage gewährt würde, erfolgte ein höchsteigenhändiger

Vermerk, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: „Sol er

sich sofort ~paquen, Consilium abigundi~.“ +Veredarius+ a. a. O. S. 124.

[54] Von +Richelieu+ stammt die Äußerung: „Wenn man wissen will, was

in einem Briefe steht, -- ~eh bien!~ so muß man ihn öffnen lassen und

lesen.“ Dieser Grundsatz wurde zur Zeit Ludwigs XV. so unverblümt

befolgt, daß viele ihre Briefe überhaupt gar nicht mehr versiegelten,

sondern einfach mit Nadeln zusteckten. +Veredarius+ a. a. O. S. 130.

Vgl. auch +~Belloc~+, ~Les Postes françaises~. ~Paris~, 1886.

[55] Vgl. hierzu die S. 75 Anm. 1 angeführten Schriften.

[56] Als Prinz Georg von Dänemark im Jahre 1703 den damaligen Bewerber

um den spanischen Thron, den spätern Kaiser Karl VI., in Windsor

besuchte, brauchte er zu der etwa 9 engl. Meilen betragenden Strecke

nicht weniger als 14 Stunden, wobei, schreibt der Chronist, „die lange

Reise um so mehr habe überraschen müssen, als Se. Königliche Hoheit nur

dann anhielten, wenn der Wagen umgeworfen wurde oder im Dreck stecken

blieb“. +Veredarius+ a. a. O. S. 106. -- Zahlreiche Belege für den

schlechten Zustand der englischen Straßen enthält auch ~+Hyde+~, ~The

Royal Mail~, S. 1-13.

[57] Die Messageries leiten ihre Benennung von Messager ab, weil im

frühen Mittelalter, bevor es Posten gab, die Verbindungen durch Boten

(~messagers~) unterhalten wurden.

[58] ~mail~ = Post, ~coach~ = Wagen.

[59] Siehe den Artikel „Zur Geschichte des Postwesens in England“ in

„Deutsche Verkehrszeitung“, 1882, S. 378.

[60] Über den Lebensgang dieses hochverdienten Mannes mögen folgende

Daten orientieren:

Heinrich +Stephan+ ist als der Sohn eines einfachen Handwerkers

am 7. Januar 1831 zu Stolp in Pommern geboren. Er besuchte das

Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand auf demselben bereits 1847 das

Abiturienten-Examen, trat aber dann, da der Vater für sechs Kinder zu

sorgen hatte und seine Mittel nicht so weit reichten, um dem Sohne

die akademische Laufbahn zu eröffnen, 1848 in das Postfach ein. Sein

klarer Geist erfaßte bald die mächtige Kulturerscheinung des modernen

Postwesens in ihrer vollen Bedeutung. Während er sich seinem Fache mit

Liebe widmete, betrieb er zugleich, dem Schlafe nur wenige Stunden

vergönnend, die vielseitigsten Studien. Schnell absolvierte er die

ersten Examina; er erregte 1855 bei Ablegung des höhern Postexamens

die Aufmerksamkeit der Examinatoren durch sein gediegenes und

umfassendes Wissen und wurde infolgedessen, nach kurzer Thätigkeit

im Postaufsichtsdienste, 1855 als geheimer expedierender Sekretär

ins Generalpostamt zu Berlin berufen. Hier, an dem Centralpunkte der

Verwaltung, vermochte seine große Begabung sich am schnellsten zur

Blüte zu entfalten, und er stieg bald zu den höheren Stellen der Post,

1858 zum Postrat, 1863 zum Oberpostrat, 1865 zum Geheimen Postrat und

Mitgliede des Generalpostamtes auf. Seine Sprachkenntnisse machten ihn

vorzugsweise geeignet zum Vertreter der Postverwaltung beim Abschlusse

von Postverträgen zur Regelung des Postverkehrs mit den auswärtigen

Staaten. Eine seiner tüchtigsten Leistungen war die Übereignung der

Thurn- und Taxisschen Post an die Krone Preußen durch den Staatsvertrag

vom 28. Januar 1867. Am 1. Mai 1870 zum Generalpostdirektor ernannt,

gab er gleich im Beginn seiner Verwaltung durch die Einrichtung der

„Feldpost“, die in ausgezeichneter Weise den Verkehr der deutschen

Truppen mit der Heimat vermittelte, einen glänzenden Beweis seiner

Befähigung. Stephan ist in dieser bedeutenden Stellung der Reformator

des Postwesens nicht nur im Deutschen Reich, sondern der ganzen Erde

geworden, da stets von ihm die Verkehrserleichterungen zwischen den

verschiedenen Ländern den Anstoß erhalten haben. Vom 1. Januar 1876 ab

wurde ihm, unter Ernennung zum Generalpostmeister, außer der Leitung

des Postwesens auch diejenige des Telegraphenwesens übertragen, und

auch hier merkte man bald die Spuren seines energischen Geistes. Die

Zahl der Telegraphenämter erhöhte er in drei Jahren aufs doppelte,

unterirdische Linien wurden gelegt und durch Einführung eines neuen

Tarifs die finanziellen Verhältnisse gehoben. Seit 1872 ist er Mitglied

des preußischen Herrenhauses und Ehrendoktor der Universität Halle.

Seit 1880 führt er den Titel „Staatssekretär“ mit dem Prädikate

„Excellenz“. Infolge seiner außerordentlichen Verdienste um das

deutsche Post- und Telegraphenwesen, das dermalen unstreitig das

bestorganisierte der Erde ist, wurde er 1884 anläßlich des zehnjährigen

Bestehens des Weltpostvereins durch die Gnade Sr. Majestät des

deutschen Kaisers Wilhelm I. in den erblichen Adelstand erhoben.

Bemerkt sei noch, daß ~Dr.~ von Stephan auch ein hervorragender

Schriftsteller ist. Außer einem „Leitfaden zur Anfertigung

schriftlicher Arbeiten für junge Postbeamte“ schrieb er eine Geschichte

der preußischen Post und ein wertvolles Buch über Ägypten, ferner

verschiedene sehr gediegene Arbeiten in Raumers Histor. Taschenbuch und

in „Unsere Zeit“, dann das höchst lehrreiche und humorvolle Werkchen

„Weltpost und Luftschiffahrt“, und endlich ist er als Begründer

des „Archivs für Post und Telegraphie“ und als Herausgeber des

„Poststammbuch“ zu nennen.

[61] Litteratur: +Fischer+, Post und Telegraphie im Weltverkehr.

Berlin, Dümmler, 1879. -- +Veredarius+ a. a. O. -- +Stephan+, Weltpost

und Luftschiffahrt. -- +Zetzsche+, Die Ocean-Dampfschiffahrt und die

Postdampferlinien nach überseeischen Ländern. Weimar, Geographisches

Institut, 1885.

[62] „Gegen eine Entlohnung von wenigen Francs laufen in Marokko die

Postboten die lange Strecke zwischen Tanger und Fez in 4, zwischen

Tanger und Marokko in 7 bis 8 Tagen ab. Sie nähren sich schlecht,

nehmen mit einigen Feigen und einem Stück Brot vorlieb und schlummern

auf freiem Felde, ob Regen, ob schön. Um die Morgenstunden nicht

zu verschlafen, heften sie eine Art von Zündschnur an das nackte

Fußgelenk, die in den Pausen, während welcher der Bote schläft,

fortglimmt und, wenn sie abgebrannt ist, den Schläfer in sehr fühlbarer

Weise zum Aufbruch mahnt. Der Postkurier hält fast immer die geradeste

Linie ein, er durchwatet oder durchschwimmt die Flüsse, klettert über

Berghänge, auf denen ein geübtes Maultier straucheln würde, kriecht

oft auf allen vieren vorwärts, trotzt im Herbste ausgiebigen und

anhaltenden Regengüssen, im Sommer der Hitze, im Winter dem Staube und

dem Durst. So durchwandert und durchläuft dieser geplagteste Mensch im

ganzen Kaiserreiche dieses letztere jahrein jahraus fast seiner ganzen

Länge nach von Nord nach Süd und umgekehrt.“ (+Amicis+, Marokko. Frei

bearbeitet von +Schweiger-Lerchenfeld+. Wien, Hartleben, 1883, S. 138

u. 139.)

[63] Unter den Fußbotenleistungen ist hier der Beförderungsdienst von

+Postort+ zu +Postort+ verstanden.

[64] Die Zahl der in +London+ im Postbestelldienst verwendeten Personen

betrug 1782: 155; 1884: 4030 (~+Hyde+~, ~The Royal Mail~. ~2. ed.

Lond.~, ~Blackwood & Sons~, 1885, ~p.~ 126).

[65] Die bei den Römern übliche Bezeichnung des Kurierpferdes war

„~veredus~“, das griechische ~berédos~, welches selber wieder von dem

persischen ~berd~ (= tragendes Tier) kommt. Die reitenden Kuriere

nannte man „~veredarii~“ (+Veredarius+ a. a. O.).

[66] ~mail~ = Post, ~coach~ = Wagen.

[67] ~malle~ = Briefpost.

[68] Litteratur: +Veredarius+ a. a. O. S. 197-203. -- +Frank+, Das

deutsche Postwesen in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878.

Wiesbaden, Limbarth. -- +~Ternant~+ a. a. O., ~vol. I~, 2. ~éd.~, ~p.~

175-237.

[69] Litteratur: +Veredarius+ a. a. O. -- +~Ternant~+ a. a. O., ~vol.

I~, 2. ~éd.~, ~p.~ 238-279.

[70] „~Ils (les pigeons) sont bien mieux merité de la patrie que les

oies du Capitole,~“ sagt Ternant, „~ils ont sauvé Paris de la mort

morale, que pouvait determiner l’absence complète des nouvelles. Le

simple avis: ‚Un pigeon vient d’arriver‘,~“ fährt er fort, „~suffisait

à faire tressaillir d’aise la population entière de la grande ville, et

les poètes ont rendu hommage et justice à ces oiseaux sacrés.~“

[71] Die englische Preß-Expreßtaube soll Strecken bis zu 500 engl.

Meilen in erstaunlich kurzer Zeit zurückzulegen im stande sein.

Bei einem in England angestellten Versuche zur Feststellung der

Fluggeschwindigkeit der Brieftauben ergab sich, daß die Brieftaube eine

größere Geschwindigkeit an den Tag legte, als der zwischen Dover und

London verkehrende Eilzug, und dieser legte 14½ Meilen in der Stunde

zurück.

[72] Litteratur: Hauptsächlich +Stephan+, Weltpost und Luftschiffahrt.

-- +Veredarius+ a. a. O. S. 390 ff. -- +Pisko+, Die Luftschiffahrt der

Neuzeit, in „Unsere Zeit“, 1885. -- +~Marion~+, ~Les Ballons~. ~Paris~,

~Hachette & Cie.~, u. a.

[73] Einen der größten aller Luftballons, den „Riesen“ (~Le Géant~),

veranschaulicht das Titelbild. Nadar in Paris ließ denselben am 4.

Oktober 1864 steigen. Die Fahrt war jedoch von einem Unfall begleitet.

In der Höhe von 2400 m zerriß nämlich das Seil an der Klappe, was ein

rasches Sinken des Ballons zur Folge hatte.

[74] Entnommen der „Statistik der deutschen Reichs-Post und

Telegraphen-Verwaltung für das Kalenderjahr 1884“. Berlin, 1885.

[75] Die folgenden Zahlen sind dem Buche v. +Neumann-Spallarts+

„Übersichten der Weltwirtschaft“, Jahrg. 1881-82 (Stuttg., Jul. Maier,

1884) entnommen.

Der Weltverkehr Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt, in ihrer Entwickelung dargestellt · 第 48 / 50 段