An der Verbesserung des so gefundenen Telegraphenapparates a

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1887 erschienenen Buchausgabe

so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Zeichensetzung

und offensichtliche typographische Fehler wurden stillschweigend

korrigiert. Ungewöhnliche sowie inkonsistente Schreibweisen wurden

beibehalten, insbesondere wenn diese in der damaligen Zeit üblich

waren oder im Text mehrfach auftreten.

In der vorliegenden Textversion wurden die im Original besonders

breiten Tabellen aufgeteilt und diese Teile untereinander

dargestellt. Einige Kopfzeilen und -spalten wurden als Legenden

vor bzw. nach der betreffenden Tabelle angefügt. Die Angaben

in den Kopfzeilen bzw. -spalten wurden teilweise durch Symbole

dargestellt, welche wiederum mit Hilfe Legenden über bzw. unter

der betreffenden Tabelle erklärt werden. In manchen Fällen wurden

dagegen Tabellen der besseren Lesbarkeit halber zusammengesetzt;

die hierdurch nicht mehr benötigten Zeilen für Überträge wurden

entfernt.

Einige Abbildungen wurden dem Textfluss entsprechend verschoben;

zugehörige Seitenangaben wurden sinngemäß angepasst.

Einige Berechnungen sind fehlerhaft, dennoch wurden alle

Zahlenwerte ohne Korrektur übernommen, insbesondere weil die

Fehlerquelle meist nicht ermittelt werden kann. Eine Ausnahme

hierbei bilden rein typographische Fehler, z.B. einzelne nicht

gedruckte Ziffern. In diesen Fällen wurden die entsprechenden

Zahlenwerte stillschweigend ergänzt.

Steigungen von Schienenwegen wurden im Original teilweise

irrtümlich in Prozent anstatt in Promille angegeben. In dieser

Bearbeitung wurden die korrigierten Angaben in Promille verwendet,

um die Größenordnung der Zahlenwerte zu wahren.

Namen wurden meist gesperrt gedruckt; diese Regel wurde im Original

allerdings nicht konsequent angewandt. In der vorliegenden

Bearbeitung wurden diesbezüglich keinerlei Änderungen vorgenommen.

Ähnliches gilt für die Verwendung von Antiquaschrift.

Für die von der Normalschrift abweichenden Schriftschnitte wurden

die folgenden Sonderzeichen verwendet:

kursiv: _Unterstriche_

fett: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiqua: ~Tilden~

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+Der Weltverkehr.+

Von

~Dr.~ Michael Geistbeck.

[Illustration: Illustrierte Bibliothek der Länder- u. Völkerkunde

Herder’sche Verlagshandlung Freiburg im Breisgau]

[Illustration: Der Ballon „~Le Géant~“,

aufgestiegen am 4. Okt. 1864. (Siehe S. 110.)]

Der Weltverkehr.

Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt

+in ihrer Entwickelung dargestellt+

von

~Dr.~ =Michael Geistbeck=.

+Mit 123 Abbildungen und 33 Karten.+

=Freiburg im Breisgau.=

+Herdersche Verlagshandlung.+

1887.

Zweigniederlassungen in Straßburg, München und St. Louis, Mo.

Wien I, Wollzeile 33: B. Herder, Verlag.

Das Recht der Übersetzung in fremde Sprachen wird vorbehalten.

~Entered according to Act of Congress, in the year 1887, by _Joseph

Gummersbach_ of the firm of =B. Herder=, St. Louis, Mo., in the

office of the Librarian of Congress at Washington, D. C.~

Buchdruckerei der +Herder+schen Verlagshandlung in Freiburg.

Vorwort.

Ein Gegenstand, der ohne Zweifel das Interesse der weitesten Kreise

beanspruchen darf, sind die modernen Verkehrsmittel. Gleichwohl fehlt

es bis zur Stunde an einem Werke, das +in nicht allzu großem Umfange

und in gemeinverständlicher Darstellung dieselben in ihrer Gesamtheit

und nach dem neuesten Stand ihrer Entwicklung+ behandelte. Diesem

Mangel, den ich auch in meiner Stellung als Lehrer der Erdkunde an

einer Lehrerbildungsanstalt und einer höhern landwirtschaftlichen

Schule oftmals schmerzlich empfunden, abzuhelfen, habe ich die

vorliegende Arbeit verfaßt. Daß ich hierfür fast nur das beste und

zuverlässigste Material zu Rate gezogen und verwertet, wird mir jeder

Kenner der bezüglichen Litteratur gerne zugestehen. Im übrigen war ich

eifrigst bedacht auf geeignete Stoffauswahl, möglichst übersichtliche

Gliederung und Gruppierung des Ganzen.

Zu tiefstem Danke bin ich der Königl. Generaldirektion der bayerischen

Verkehrsanstalten verpflichtet, die mir mit größter Bereitwilligkeit

die Benutzung ihrer reichhaltigen Bibliothek gestattete; auch

den beiden Verwaltern derselben, Herrn Postdirektionssekretär M.

+Schormaier+ und Herrn Betriebsingenieur +Lutz+, sei hier für

ihr überaus liebenswürdiges Entgegenkommen der herzlichste Dank

ausgesprochen.

Desgleichen haben mich bei Abfassung des vierten Teiles dieses Werkes

die Gesellschaften +Lloyd’s+ und +Lloyd’s of British and Foreign

Shipping+ in London durch ihre Sekretäre, die Herren +Henry M.

Hozier+ und +Bernard Waymouth+, +Esqu.+, in der freundlichsten Weise

unterstützt; ich bin ihnen hierfür aufs tiefste verbunden.

Auch verschiedene Dampfschiffahrts-Gesellschaften, so der Norddeutsche

Lloyd und der Österreichisch-Ungarische Lloyd, die Compagnie générale

transatlantique, die Navigazione generale italiana u. a., haben mir in

der zuvorkommendsten Weise die erbetenen Aufschlüsse erteilt.

Zu den statistischen Angaben über das Telegraphen- und Fernsprechwesen

sei noch bemerkt, daß die diesbezüglichen +neuesten+ Daten sich im

Nachtrag des Buches finden, da sie mir erst jetzt zugänglich wurden.

Möge das Buch in Schule und Haus, in Bureau und Comptoir freundliche

Aufnahme finden!

+Freising+, im Oktober 1886.

=Der Verfasser.=

Inhalts-Verzeichnis.

Erster Teil: =+Telegraphie+=.

Seite

=Erstes Kapitel.=

Geschichte der Telegraphie 1

=Zweites Kapitel.=

Telegraphenleitungen:

~A.~ Oberirdische Leitungen 9

~B.~ Versenkte Leitungen:

1. Unterirdische Leitungen 14

2. Unterseeische Leitungen 19

=Drittes Kapitel.=

Übersicht über die wichtigsten Telegraphenlinien

der Erde 29

~A.~ Die großen Kontinentallinien 29

~B.~ Die wichtigsten unterseeischen

Verbindungen 30

~C.~ Weltlinien 32

=Viertes Kapitel.=

Leitungsstörungen 33

=Fünftes Kapitel.=

Der Telegraph als Verkehrsmittel 41

=Sechstes Kapitel.=

Statistik des Telegraphenwesens 45

Anhang.

Das Fernsprechwesen 54

Zweiter Teil: =+Weltpost+=.

=Erstes Kapitel.=

Geschichte des Postwesens:

I. Altertum 59

II. Mittelalter 70

III. Neuzeit 79

IV. Neueste Zeit 89

=Zweites Kapitel.=

Die Mittel des Postverkehrs:

1. Fußboten 94

2. Reiter 98

3. Wagen 100

4. Eisenbahnen 101

5. Schiffe 102

6. Rohrpost 103

7. Tauben 105

8. Luftschiffe 108

=Drittes Kapitel.=

Poststatistik:

I. Briefpostverkehr 117

II. Geldverkehr der Post 125

III. Postpaketverkehr 132

IV. Personenbeförderung 136

V. Feldpost 137

VI. Postanstalten 137

VII. Außergewöhnliche Leistungen

der Postanstalten 139

=Viertes Kapitel.=

Hindernisse des Postverkehrs 141

=Fünftes Kapitel.=

Geschichte des Briefes, der Freimarke,

der Postkarte und der Zeitungen 146

Anhang.

Die finanziellen Ergebnisse des Postbetriebes 163

Dritter Teil: =+Eisenbahnen+=.

=Erstes Kapitel.=

Geschichte der Eisenbahnen 164

=Zweites Kapitel.=

Geographie der Eisenbahnen:

~A.~ Die Eisenbahnen Europas 174

I. Übersicht über die europäischen Bahnen 174

II. Die Gebirgsbahnen Europas 186

III.~Projektierte Bahnen 205

~B.~ Die Eisenbahnen Asiens 211

I. In Betrieb befindl. Bahnen 211

II. Projektierte Bahnen 213

~C.~ Die Eisenbahnen Afrikas 218

I. In Betrieb befindl. Bahnen 219

II. Projektierte Bahnen 220

~D.~ Die Eisenbahnen Amerikas 221

I. Die Eisenbahnen Nordamerikas 222

II. Die Eisenbahnen Mejicos, Mittelamerikas und

Westindiens 232

III. Die Eisenbahnen Südamerikas 234

~a.~ In Betrieb befindliche Bahnen 234

~b.~ Projektierte Bahnen 240

~E.~ Die Eisenbahnen Australiens 241

I. In Betrieb befindl. Bahnen 241

II. Projektierte Bahnen 243

Anhang.

1. Die Stadtbahnen 244

2. Die elektrischen Eisenbahnen 253

=Drittes Kapitel.=

Statistik des Eisenbahnwesens. 256

=Viertes Kapitel.=

Die Eisenbahnsysteme der Hauptkulturvölker 270

Vierter Teil: =+Schiffahrt+=.

=Erstes Kapitel.=

Die Anfänge der Schiffahrt 291

=Zweites Kapitel.=

Die Schiffahrt der Kulturvölker:

1. Die Schiffahrt der Alten 297

2. Die Schiffahrt des Mittelalters 301

3. Die Schiffahrt der Neuzeit 304

=Drittes Kapitel.=

Geschichte der Dampfschiffahrt 307

=Viertes Kapitel.=

Fortschritte d. Nautik in neuester Zeit:

I. Oceanographie 314

II. Meteorologie 325

III. Seemännische Instrumente 331

IV. Seekarten 342

V. Hydrographische Institute 344

VI. Schiffsbau 355

VII. Seebauten und Hafenanlagen 366

1. Interoceanische Kanäle 366

~a.~ Ausgebaute Kanäle 366

~b.~ In Bau befindl. Kanäle 376

~c.~ Projektierte Kanäle 385

2. Hafenanlagen 389

=Fünftes Kapitel.=

Gefahren der Schiffahrt 397

=Sechstes Kapitel.=

Mittel zur Sicherung des Seeverkehrs 403

=Siebentes Kapitel.=

Das Rettungswesen 411

=Achtes Kapitel.=

Die bedeutendsten Dampfschiffahrtsgesellschaften der Erde 417

=Neuntes Kapitel.=

Übersicht über die hauptsächlichsten überseeischen

Dampfschiffverbindungen Europas 431

=Zehntes Kapitel.=

Die Dampfschiffahrt im Dienste der Weltpost 444

=Elftes Kapitel.=

Schiffahrtsstatistik 449

=Schlußkapitel.=

Wirkungen moderner Verkehrsmittel 461

=Nachtrag= 481

=Register= 485

Verzeichnis der Illustrationen und Karten.

Titelbild: Der Ballon „~Le Géant~“.

Figur Seite

1. Telegraph von Claude Chappe 2

2. Optische preußische Telegraphenstation 3

3. Karl Fr. Gauß 4

4. Wilhelm Weber 4

5. Karl Aug. Steinheil 5

6. Samuel F. B. Morse 5

7. Das Morse-Alphabet 7

8. Deutsches siebenadriges Erdkabel 17

9. Zweites transatlantisches Kabel von 1865 24

10. Malta-Alexandria-Kabel 24

11. Die unterseeischen Verbindungen zwischen Europa

und Nordamerika 30

12. ~Teredo norvegica~ 38

13. ~Limnoria lignorum~ 38

14. =Der internationale Telegraphenverein= (Tonbild) 44

15. Philipp Reis 54

16. Hemerodrom 62

17. Die Staatspost unter den römischen Kaisern 64

18. Gipsabguß eines Denksteins mit der Darstellung einer Rheda 69

19. Postbotenfigur aus dem 14. Jahrhundert 71

20. Briefbote mit dem deutschen Reichsadler aus dem 15.

Jahrhundert 72

21. Nürnberger Postbote aus dem 18. Jahrhundert 72

22. Breslauer Postbote aus dem 16. Jahrhundert 73

23. Die Landkutschen und Haudererwagen im 15. und 16.

Jahrhundert 79

24. Preußischer Personenpostwagen ohne Verdeck aus der ersten

Hälfte des 18. Jahrhunderts 87

25. Dänischer Kugelpostwagen aus der ersten Hälfte des 19.

Jahrhunderts 88

26. Englische Mail Coach am Schlusse des 18. Jahrhunderts 88

27. Staatssekretär ~Dr.~ von Stephan 91

28. =Der Weltpostverein= (Tonbild) 94

29. Japanesische Landpostbeförderung 95

30. Chinesischer Depeschenträger 95

31. Marokkanischer Postbote 96

32. Französischer Landbriefträger 97

33. Siamesischer Kurier 98

34. Kamelpostreiter 100

35. Russische Schlittenpost 101

36. Chinesisches Postboot 103

37. Die Gebrüder Montgolfier 109

38. Ballon des Marquis d’Arlandes 111

39. Luftschiff Blanchards 112

40. Henri Giffards lenkbarer Luftballon mit zweiflügeliger

Schiffsschraube und Dampfmaschine

115

41. Luftschiffahrten von Renard und Krebs 116

42. ~Luftballon, getrieben durch den elektrischen Strom~

(Tonbild) 116

43. Das Centralpostgebäude in Berlin 138

44. Das Postamt auf der Booby-Insel 139

45. Quipu (Knotenschrift) 148

46. Palmblattbrief 150

47. Der Dampfwagen Cugnots 167

48. Dampfwagen, konstruiert von Trevithick 168

49. Georg Stephenson 169

50. Eröffnung der Stockton-Darlington-Eisenbahn 171

51. Stephensons „Rocket“ 172

52. Verbindungen mit dem Kontinent 175

53. Die von Berlin auslaufenden Bahnen 177

54. Die von Wien auslaufenden Bahnen 178

55. Die wichtigsten Bahnen Italiens 182

56. Die Bahnen der Balkanhalbinsel 183

57. Die wichtigsten Bahnen Rußlands 185

58. Alpen-Querbahnen 187

59. Weinzettelwand 187

60. Viadukt über die „Kalte Rinne“ 188

61. Wassertunnel bei Gossensaß 189

62. Österreichische Alpenbahnen 190

63. Louis Favre 193

64. Die Zugangslinien des Gotthardtunnels 194

65. Gotthard-Bohrmaschine 195

66. Brücke über die Maderanerschlucht bei Amsteg 196

67. Trisanna-Viadukt 199

68. Gießbachbahn 201

69. Vesuvbahn 202

70. Lokomotive und Waggon der Bahn Vitznau-Rigi 203

71. Schnurtobelbrücke 204

72. =Die Hauptbahnlinien Europas= (Tonbild) 205

73. Thomé de Gamond 207

74. Die projektierten Tunnellinien zwischen Frankreich und

England 209

75. Felspartie an der Kandy-Bahn 212

76. Die Bahnen Asiens 214

77. =Die Pacific-Bahnen Nordamerikas= (Tonbild) 222

78. Dale-Creek-Viadukt 226

79. Eisenbahnkarte von Panama 234

80. Station an der Eisenbahn von Panama 235

81. Eisenbahn auf der Panama-Landenge 236

82. Tunnel zwischen S. Mateo und Anchi 237

83. Kurven der Bahn beim Überschreiten des Rimac 238

84. Brücke über ~los infernillos~ 239

85. =Eisenbahn in den Cordilleren= (Tonbild) 239

86. Die Geleis-Verknotungen der Londoner Stadtbahnen bei

der Clapham Junction 245

87. Front der Pancras-Station in London 246

88. Unterirdische Eisenbahn Londons nebst den wichtigsten

Bahnstationen der Stadt 247

89. Der Bahnhof von Baker Street 248

90. Die Pfeiler-Eisenbahn in New-York 249

91. Übersicht der Berliner Stadt- und Ringbahn 251

92. Übergang am Bahnhof „Friedrichstraße“ in Berlin 252

93. Elektrische Eisenbahn bei Charlottenburg 254

94. Speisesaal im Orient-Expreßzug 267

95. Die New-York-Brooklyner Hängebrücke 276

96. Wege über die East-River-Brücke 277

97. Amerikanische Lokomotive der Neuzeit 281

98. Äußeres eines Pullmanschen Schlafwaggons 284

99. Inneres eines Pullmanschen Palastwaggons 285

100. Schmalspurige Eisenbahn im Arkansas Cañon 289

101. Rindenkahn der Australier 292

102. Eskimo im Kajak 293

103. Doppelpirogue der Fidschi-Insulaner 295

104. Altes Nilboot 298

105. Querschnitt einer griechischen Quinquereme 299

106. Griechische Pentereme 300

107. Staatsschiff des Hiero von Syrakus 301

108. Drache 302

109. Venetianische Galeere 302

110. Schiff des Kolumbus 303

111. Robert Fulton 309

112. Älterer transatlantischer Raddampfer 312

113. Skizze zur Darstellung der Schraube und des Steuers 313

114. Verteilung der Land- und Wassermassen 315

115. Schlick oder Tiefseeschlamm 317

116. Die Bewegung der Wellen 318

117. Darstellung von Ebbe und Flut 319

118. Isorachien 321

119. Meeresströmungen 322

120. Beispiel von Felsauswaschungen 324

121. Cyklonale Bewegung um ein Luftdruckminimum und

Anticyklonale Bewegung um ein Luftdruckmaximum 326

122. Windverteilung auf der Erde 328

123. Wechsel in der Windrichtung bei einem Cyklon 330

124. Sturmbahnen der tropischen Cyklone 331

125. Schiffskompaß in Cardanischer Aufhängung 332

126. Brookes Apparat zum Messen großer Meerestiefen 337

127. Schleppnetz 338

128. Taucher bei der Arbeit 339

129. Das Log 340

130. Zeitballsäule 341

131. Wetterkärtchen 349

132. Wetter-Signal-Apparat 351

133. Sturmsignale 352

134. Dienstgebäude der deutschen Seewarte 354

135. Schnelldampfer „Ems“ 361

136. =Dampfer „Elbe“= (Tonbild) 365

137. Ferdinand von Lesseps 367

138. Der Suezkanal 370

139. Der Panamakanal 378

140. Der Nordostseekanal 382

141. Die Tilbury-Docks 393

142. Schwimmdock bei Steinwärder 394

143. Eddystone 405

144. Leuchtschiff mit Bake 407

145. Rettungsboot mit Transportwagen 413

146. Raketenapparat 413

147. Rettungsleine mit Hosenboje 414

148. Korkjacke und Korkring 415

149. =Linien zwischen Europa und Asien= (Tonbild) 431

150. Linien zwischen Europa und Afrika 434

151. Linien zwischen Europa und Australien 435

152. Linien zwischen Europa und Nordamerika 436

153. Linien zwischen Europa und Südamerika 438

154. =Linien zwischen Europa einerseits und Mittelamerika

und Westindien andererseits= (Tonbild) 439

+Lithographierte Karte+: =Die wichtigsten Telegraphenverbindungen der

Erde= (zu S. 33).

+Der Weltverkehr.+

I.

Telegraphie.

Erstes Kapitel.

Geschichte der Telegraphie[1].

Schon in den ältesten Zeiten fühlte man das Bedürfnis, wichtige

Nachrichten möglichst schnell nach entfernten Orten zu befördern.

Diesem Zwecke dienten zunächst +optische+ Signale, wie +Feuer+,

+Fackeln+, +Rauchsäulen+ u. s. w. So soll die schnellste Nachricht

vom Falle Trojas durch Feuerzeichen (Fanale) nach Griechenland

gelangt sein. Apulejus erzählt von den Persern, daß sie ausgestellte

Posten hatten, welche durch Fackeln die Signale bis zur Residenz des

Königs vermittelten. Nach Herodot meldete der persische Feldherr

Mardonius dem noch in Sardes befindlichen Könige die Nachricht von

der Besetzung des verlassenen Athen durch Feuerzeichen. So heißt es

auch bei Thucydides: „Gegen die Nacht wurden die Peloponnesier durch

Feuerzeichen benachrichtigt, daß 60 athenische Schiffe von Leukas im

Anzuge seien.“ Von den desfallsigen Kommunikationen der Macedonier

erwähnt Curtius: ~Observabatur ignis noctu, fumus interdiu~ (nachts

wurde Feuer, bei Tage Rauch wahrgenommen), und Cäsar ließ seinen

bedrängten Legaten durch weithin sichtbaren Rauch den Anmarsch der

zur Hilfe anrückenden Legionen verkünden. Aus dem Periplus des Hanno

ersehen wir an mehreren Stellen, daß auch bei den afrikanischen

Völkern ein ähnlicher Gebrauch bestand. Ebenso besaß China in früherer

Zeit eine Art optischer Telegraphie mittels Feuerzeichen. -- Für

die Kommunikation der Seeschiffe wurden bei Tage +Flaggensignale+

verwendet. In der Seeschlacht bei Cyzicus machten z. B. auf ein

Flaggensignal des Admirals (Alcibiades) sämtliche Dreiruder ein

plötzliches und entscheidendes Manöver; ebenso in der Schlacht bei

Mytilenä auf ein vom Admiral (Konon) mit der purpurnen Flagge gegebenes

Zeichen. -- Im Mittelalter wurde von optischen Telegraphensignalen

(Flaggen, Raketen) wenig Gebrauch gemacht. An eine sichere und

ausgedehnte Anwendung des Lichtes war in früheren Zeiten überhaupt

nicht zu denken, da man selbst auf kurze Entfernungen zur Übermittlung

von Nachrichten zu viel Zwischenstellen nötig hatte, wodurch die

getreue Wiedergabe einer Nachricht erheblich beeinträchtigt wurde. An

eine größere Verwendung des Lichtes konnte erst nach Erfindung des

Fernrohrs (um das Jahr 1600) gedacht werden, weil es dadurch ermöglicht

wurde, auch kleine Lichtquellen auf bedeutende Entfernungen dem Auge

noch wahrnehmbar zu machen. Die Folge dieser Erfindung war, daß man

außer mit dem Lichte auch mit beweglichen hölzernen Armen, die auf

erhöhten Punkten standen und durch einen Mechanismus bewegt werden

konnten, optische Signale zu geben im stande war. +Robert Hooke+,

ein englischer Mathematiker, machte 1684 einen derartigen Vorschlag;

derselbe kam jedoch, wie mehrere andere aus derselben Zeit, nicht zur

dauernden praktischen Verwendung; erst dem französischen Ingenieur

+Claude Chappe+ (1792) gelang es nach mehrjährigen, von seinen Brüdern

unterstützten Versuchen, brauchbare optische Telegraphen herzustellen.

Das Wesen derselben bestand darin, daß drei Balken an einem weithin

sichtbaren Orte an ein Gestelle derartig befestigt waren, daß sie, in

vielfachen Kombinationen zusammengestellt, eine große Zahl bestimmter

Zeichen geben konnten. Die Beobachtung und Nachbildung eines Zeichens

erforderte unter günstigen Umständen 20 Sekunden. Von Toulon nach Paris

(etwa 800 km) brauchte ein Zeichen 20 Minuten. Die erste derartige

Linie wurde 1794 zwischen Paris und Lille vollendet. Nach und nach aber

wurden in Frankreich Linien von 5000 km Länge hergestellt, die sämtlich

in Paris zusammenliefen. Andere Länder folgten bald mit ähnlichen

Einrichtungen, so England, Schweden, Dänemark, Preußen u. s. w. Die

bedeutendste derartige Telegraphenlinie in Deutschland war die von

Berlin nach Köln.

[Illustration: Fig. 1.

Telegraph von Claude Chappe.

(Nach ~Ternant, Les télégr.~)]

So weite Verbreitung diese Art optischer Telegraphie auch gefunden, so

hatte sie doch bedeutende Nachteile. Nicht nur, daß die Apparate die

Zeichen nur verhältnismäßig langsam beförderten, bei Nacht und Nebel,

Regen und Schnee war die Vermittlung von Nachrichten oft ganz unmöglich.

Die Tage der „Holztelegraphie“ währten indes nicht zu lange. „Als zu

Anfang der vierziger Jahre die elektrische Telegraphie[2] aus dem

Zustand der Versuche heraustrat und die ersten Anwendungen derselben

erkennen ließen, daß mit ihr ein mächtiger Hebel für den Verkehr

gewonnen war, da verschwanden alsbald die ungefügen Holzmassen; an ihre

Stelle traten schlanke Stangen mit dünnen Metalldrähten, und in den

neu eingerichteten Stationen verkündete das Ticken des Morse-Apparats,

daß der Zeiger der Weltenuhr wieder um ein Stück vorzurücken sich

anschickte.“

[Illustration: Fig. 2. Optische preußische Telegraphenstation.]

Die ersten Versuche mit elektrischen Apparaten fallen in das Jahr

1746. Man bediente sich hierbei, da weder die sogenannte Berührungs-

und noch viel weniger die Induktionselektricität entdeckt waren,

der +Reibungs-Elektricität+. Die bekanntesten Experimente dieser

Art sind jene des +Lesage+ in Genf (1774). Für die Telegraphie im

großen ist jedoch die Reibungselektricität, selbst bei Verminderung

der erforderlichen großen Anzahl von Drähten -- Lesage hatte deren

24-27 nötig -- nicht brauchbar, da dieselbe zu unbeständig, von dem

Feuchtigkeitsgehalt der Luft abhängig und schwer zu isolieren ist.

[Illustration: Fig. 3. Karl Fr. Gauß.]

Einen Schritt weiter ging die Telegraphie mit der Entdeckung des

+Galvanismus+ (1789), der +Voltaschen Säule+ und ihrer Wirkungen. 1809

bereits stellte +Samuel Thomas von Soemmerring+ in München (geb. 1755

in Thorn, gest. 1830) einen Telegraphen her, der mittels der Zersetzung

des Wassers durch den galvanischen Strom Zeichen gab. Eine allgemeine

Anwendung dieses Telegraphen mußte indes schon an den hohen Kosten

der Apparate scheitern, ganz abgesehen von manchen anderen Mängeln

derselben.

[Illustration: Fig. 4. Wilhelm Weber.]

Ein neuer praktischer Weg zur Konstruktion elektrischer Telegraphen

wurde durch die Entdeckung des +Elektromagnetismus+ seitens des

dänischen Professors +Hans Christian Oersted+ (geb. 1777, gest.

1851) eröffnet. Derselbe machte nämlich zu Ende des Jahres 1819 die

Wahrnehmung, daß eine Magnetnadel, in deren Nähe ein elektrischer Strom

vorbeigeht, je nach der Richtung des Stromes nach der einen oder andern

Seite hin abgelenkt werde. Dadurch war nun die Möglichkeit gegeben,

die Buchstaben und Zahlen des Alphabets durch eine gewisse Anzahl

von Rechts- und Links-Ablenkungen der Nadel auszudrücken. Oersted

ist demnach als der intellektuelle Urheber der Nadeltelegraphen zu

betrachten.

[Illustration: Fig. 5. Karl Aug. Steinheil.]

[Illustration: Fig. 6. Samuel F. B. Morse.]

An der Verbesserung des so gefundenen Telegraphenapparates arbeiteten

die Physiker +Ampère+, +Ritchie+, +Fechner+ und namentlich auch

der mit +Soemmerring+ nahe befreundete, aus deutscher Familie

stammende russische Staatsrat Baron +Schilling von Kannstadt+

(geb. 1786 zu Reval, gest. 1837). Die +erste größere+ Anlage eines

elektromagnetischen Telegraphen mit vereinfachtem Nadelapparate

errichteten 1833 die beiden Professoren +K. Fr. Gauß+ (geb. 1777,

gest. 1855) und +Wilhelm Weber+ (geb. 1804) zwischen der Sternwarte

und dem physikalischen Kabinett in Göttingen; sie können hiernach als

die Erfinder der elektromagnetischen Telegraphen angesehen werden.

Von ihnen aufgefordert, unternahm es Professor +Steinheil+ in München

(geb. 1801 zu Rappoltsweiler im Elsaß, gest. 1870), die Apparate zu

vereinfachen und zu einer möglichst sichern und leichten Zeichensprache

einzurichten. Durch seinen erfinderischen Geist und seine große

Geschicklichkeit in technischen Ausführungen ist es ihm denn nicht

bloß gelungen, dem +Gauß+schen Apparate die höchste Vollendung zu

geben: durch seine in großem Maßstabe angestellten Versuche, sowie

durch eine Reihe wichtiger Beobachtungen und praktischer Vorschläge ist

er auch der Gründer des gegenwärtigen Systems der elektromagnetischen

Telegraphie geworden. So erzielte es Steinheil 1836, den

+Nadeltelegraphen+ in einen +elektromagnetischen Schreibtelegraphen+

umzugestalten. 1837 baute er im Auftrage des Königs von Bayern die

größte der bis dahin bestandenen Linien, die Leitung von der Akademie

in München nach der 5400 m entfernten Sternwarte Bogenhausen, und 1838

entdeckte er die +Erdleitung+. Die letztere Entdeckung namentlich,

+die Erde als Rückleitung für den galvanischen Strom verwenden zu

können+, gehört zu den glänzendsten Errungenschaften auf dem Gebiete

der elektrischen Telegraphie; denn dadurch, daß durch den Fortfall

der Rückleitung die Hälfte der Drahtleitung, d. i. mindestens ⅓ der

Anlagekosten, erspart wird, hat dieselbe am meisten zu deren Einführung

in die Praxis beigetragen.

In derselben Zeit wurde auch in England von +Wheatstone+ und +Cooke+

eifrigst an der Herstellung elektrischer Telegraphen gearbeitet,

jedoch waren die bezüglichen Konstruktionen gegenüber jenen in

Deutschland gebräuchlichen, wo die Telegraphie durch +Gauß+, +Weber+

und +Steinheil+ bereits einen so hohen Grad der Einfachheit und

Vollendung erreicht hatte, viel komplizierter und unpraktischer; wohl

aber gebührt den beiden Gelehrten das große Verdienst, elektrische

Telegraphenlinien zum +praktischen Betriebe+ auf größeren Strecken

+zuerst+ angelegt zu haben. Auch in Frankreich wurden diesbezügliche

Experimente gemacht, aber ohne besondern Erfolg. Dagegen bahnte in

Amerika der Historienmaler Professor +Samuel Finley Breese Morse+ (geb.

1791 bei Charlestown) eine neue Ära des elektrischen Telegraphenwesens

an durch den von ihm 1837 erfundenen +Schreib-+ oder +Druckapparat+,

der, mehrfach verbessert, noch heute auf fast allen Telegraphenlinien

benutzt wird. Zunächst hatte Morse freilich noch jahrelang mit

Vorurteilen zu ringen; erst 1843 wurde im Kongresse auf besondere

Empfehlung des Patent-Kommissionärs Ellsworth mit 89 gegen 83 Stimmen

seine Petition betreffs der Erbauung der Linie Washington-Baltimore

genehmigt. Später aber wurde seine hartnäckige Ausdauer reichlich

belohnt. Napoleon III. bewirkte es, daß die Hauptmächte Europas

auf einem Kongresse in Paris dem Erfinder +Morse+ 400000 Francs

als Belohnung darbrachten. Die Yale University ernannte ihn zum

Ehrendoktor, Frankreich reihte ihn in die Ehrenlegion ein, Österreich,

Deutschland, Dänemark und die Türkei zollten ihm die größten

Ehrenbezeigungen. Amerika endlich errichtete ihm 1871 im Centralpark

von New-York eine Bronzestatue. Morse starb zu New-York 1872, fast 81

Jahre alt.

Was dem Morse-Apparat so schnell allenthalben Eingang verschaffte,

das ist seine bewunderungswürdige Einfachheit, die eine solide

Herstellung gestattet, die Reparaturen erleichtert und sie seltener

notwendig macht, sowie der Umstand, daß er einen sichern Aufschrieb

hinterläßt. Der Aufschrieb selbst oder das telegraphische Alphabet

besteht bekanntlich aus Punkten und Strichen, die in allen Ländern

des Welttelegraphenvereins auf Grund der internationalen Verträge

für die verschiedenen Buchstaben dieselben sind. Die Telegraphie hat

somit erreicht, was für die gewöhnliche Schrift und den Buchdruck

noch unendlich lange ein frommer Wunsch bleiben wird: ein für alle

Völker des Erdballs gleiches Alphabet. Übrigens sei bemerkt, daß

der dem Morse-Apparat zu Grunde liegende Hauptgedanke schon mit dem

Schreibtelegraphen +Steinheils+ gegeben war, Morse also nicht als

„Erfinder der elektrischen Telegraphie“ gelten kann.

[Illustration: Fig. 7. Das Morse-Alphabet.]

Im Jahre 1837 wurden auch die ersten +Typendrucktelegraphen+ und zwar

von dem mit +Morse+ arbeitenden Amerikaner +Alfred Vail+ erfunden;

sie geben das Telegramm auf der Empfangsstation in der gewöhnlichen

Druckschrift. Erst 1868 aber gelang es dem (1831 in London geborenen,

aber schon 1838 nach Nordamerika ausgewanderten) jetzigen Professor

+David Hughes+ (juhß), einen Typendrucker herzustellen, der mit

Sicherheit in der Minute 150 Buchstaben oder 25 Wörter reproduzierte.

+Hughes+’ Apparat teilt sich jetzt mit dem +Morseschen+ Telegraphen

den Weltverkehr; doch ist derselbe, da seine Bedienung monatelange

Vorübungen erfordert und häufige Reparaturen verlangt, nur auf großen

Stationen anwendbar.

Aus dem Jahre 1839 stammt +Wheatstones Zeigertelegraph+, so genannt,

weil ein Zeiger vor einer Scheibe umgedreht wird und nach Belieben vor

dem einen oder andern der am Rande verzeichneten Buchstaben und Ziffern

angehalten werden kann. Die erste Idee hierzu ging jedoch schon von

+Davy+ im Jahre 1838 aus.

Um die in ihrer Anlage sehr kostspieligen Telegraphenlinien möglichst

auszunützen und den Bedürfnissen des immerfort wachsenden Verkehrs

möglichst zu genügen, ist man bestrebt, die sogenannte +mehrfache

Telegraphie+ (Multiplex-Telegraphie) einzuführen; sie besteht darin,

daß +gleichzeitig+ auf einem und demselben Drahte mehrere Telegramme

befördert werden. In dieser Beziehung war auf der elektrischen

Ausstellung des Jahres 1884 zu Philadelphia ein +Edison+sches

Quadruplex-System zu sehen, welches gestattete, vier Depeschen

gleichzeitig mittels verschiedener Ströme in entgegengesetzter Richtung

über den nämlichen Draht zu senden, desgleichen ein zwischen Boston und

Providence bereits zur vollsten Zufriedenheit arbeitendes System (von

P. B. +Delany+ in New-York stammend), welches erlaubt, mit einem Male

über den nämlichen Draht 72 Depeschen in entgegengesetzter Richtung zu

geben. Gewiß wunderbare Fortschritte auf diesem Gebiete![3] Einer der

bedeutendsten Multiplex-Apparate ist auch der des Elsässers B. +Meyer+

(gest. 1884). Seine Leistungsfähigkeit kann auf 1600 bis 1800 Worte in

der Stunde veranschlagt werden.

Die außerordentliche Bedeutsamkeit des neuen Verkehrsmittels war

bald weithin erkannt. Vorab an dem Bedürfnis der zahlreichen

Eisenbahn-Verwaltungen und an dem politischen Interesse der

Staatsgewalten fand es gleich kräftigen Halt. Auch konnte für

eine kapitalmächtige Zeit in den Erstellungskosten des neuen

Nachrichten-Transportmittels nichts Abschreckendes liegen.

Die +erste+ Telegraphenanlage erhielt, wie schon erwähnt, Deutschland

1833 und 1837 (vgl. S. 5 u. 6). In England ward 1840 von +Cooke+

eine Linie der Great-Western-Bahn entlang ausgeführt, aber erst 1846

entstand die ~Electric Telegraph Company~, die in Großbritannien in

kurzer Zeit eine große Zahl Telegraphenlinien errichtete. In Amerika

baute +Morse+ 1844 die erste Linie von Washington nach Baltimore.

In Deutschland ließ alsbald die Direktion der Rheinischen Eisenbahn

bei Aachen eine kurze Leitung mit vier Drähten von einem Engländer

erstellen, worauf 1844 +William Fardely+ aus Mannheim eine Leitung mit

bloß +einem+ Draht an der Taunusbahn anlegte. Frankreich erhielt seine

erste Leitung 1845, Rußland 1844, Österreich 1846, Preußen und Bayern

im gleichen Jahre. Sehr spät entstanden in Europa Telegraphenleitungen

in Norwegen, im Kirchenstaat und in Portugal; in den beiden

ersteren Staaten 1855, im letzteren 1857. Es ist indes genug dieser

Einzelnachweise. Gegenwärtig giebt es keinen Staat mehr in Europa, der

nicht dem Telegraphen schon eine Stätte auf seinem Territorium bereitet

hätte; ja es giebt schon keinen Weltteil mehr, nach welchem nicht,

unter Benutzung der vorhandenen Linien, von jedem andern Weltteil aus

telegraphiert werden könnte. Und wenn auch noch manche Lücke in dem

Telegraphennetz der Gegenwart besteht, so ist doch jetzt schon auf die

Telegraphie in ihrem unaufhaltsamen Fortschreiten über den Erdball das

Wort des Psalmisten (Ps. 19, V. 4 u. 5) angewendet worden:

„Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme hörte; ihre

Schnur geht aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende.“

Zweites Kapitel.

Telegraphenleitungen.

Die Telegraphenleitungen zerfallen in +oberirdische+ oder

+Luftleitungen+ und +versenkte+ Leitungen; erstere sind in gewisser

Höhe über dem Erdboden hingeführt, letztere werden unter die Erde oder

unter das Wasser versenkt und zerfallen daher wieder in +unterirdische+

und +unterseeische+ (+submarine+, bezw. +Flußleitungen+).

Für manche Zwecke, namentlich für die Kriegstelegraphie, braucht

man Leitungen nur vorübergehend; man wählt dann eine +tragbare+

(+ambulante+) Leitung, die sich rasch herstellen und wieder abbrechen,

also auch verlegen läßt.

~A.~ Oberirdische Leitungen.

1. +Begriff.+ Eine +oberirdische+ oder +Luftleitung+ ist ein

Metalldraht, der von einer Station zur andern in der Luft ausgespannt

und durch isolierende Körper so unterstützt ist, daß er keinen andern

Gegenstand als diese letzteren berührt und bei nasser Witterung durch

die Feuchtigkeit keine fortlaufende leitende Verbindung zwischen dem

Drahte und der Erde entstehen kann. -- In Deutschland wandten schon

+Weber+ und +Steinheil+ Luftleitungen an.

2. +Leitungsdraht.+ Da nächst dem Silber das Kupfer den galvanischen

Strom am besten leitet, so nahm man anfangs den +Leitungsdraht+

von Kupfer. Allein der hohe Preis dieses Materials, die dadurch

veranlaßten häufigen Diebstähle und die geringe Festigkeit der

Leitung -- Kupferdraht ist bei gleichem Querschnitt nur halb so fest

als Eisendraht -- waren Grund genug, daß man die Anwendung des

Kupfers für die oberirdischen Leitungen aufgab und an seine Stelle

Eisendraht setzte[4]. Die gewöhnliche Stärke desselben beträgt 4 mm.

Auf den internationalen Linien ist Eisendraht von 5 mm Durchmesser

vorgeschrieben. In besonderen Verhältnissen, wie in Ostindien, wo die

auf dem Drahte sich belustigenden Affen eine ganz besondere Verstärkung

desselben notwendig machen, ist eine Drahtdicke von 8 mm im Gebrauch.

3. +Tragstangen.+ Der Draht liegt in der Regel auf +hölzernen+

Tragsäulen, die bei Eisendraht je nach der Örtlichkeit und Zahl der

Drähte 30-80 m auseinanderstehen und je nach dem Gewichte und der Zahl

der daran aufzuhängenden Drähte verschiedene Stärke und Höhe haben.

In Deutschland werden vorwiegend kieferne Stangen verwendet. Da aber

das Auswechseln der hölzernen Telegraphensäulen und das Umlegen der

Leitungen kostspielig und für den Telegraphenbetrieb störend ist,

so hat man wiederholt Versuche mit Säulen aus +Eisen+ gemacht. Ihre

Festigkeit hat indes den Erwartungen nicht in dem Maße entsprochen, daß

eine +allgemeine+ Einführung derselben je beabsichtigt werden könnte.

Große Schwierigkeiten verursacht mitunter die Beschaffung der

Leitungsträger in tropischen Breiten, wo bearbeitetes Holz den

Angriffen der Feuchtigkeit und der Zerstörungswut gefräßiger Insekten

zu unterliegen pflegt. Auf den Philippinen sah man sich genötigt, statt

der anfangs verwendeten Stangen aus Palmholz die Leitungen an lebende

Bäume zu hängen, wozu der auf dieser Inselgruppe sehr verbreitete

Baumwollbaum sich besonders gut eignet.

4. +Isolatoren.+ Da die Telegraphenstangen mit der Erde in leitender

Verbindung stehen, die Leitungsdrähte aber, welche von ihnen getragen

werden, von dem Erdboden möglichst isoliert sein müssen, so muß

zwischen den leitenden Trägern und dem Draht selbst notwendig ein

+Isolator+ eingeschoben werden. Als Material zu solchen ist Porzellan

besser als Glas. Die Form der Isolatoren ist verschieden.

5. +Aufstellung der Leitungen+[5]. Die Erbauung oberirdischer Leitungen

erfordert zwar Sorgfalt und Sachkenntnis, bietet aber keine besonderen

Schwierigkeiten, wenn die Leitung, wie dies in kultivierten Ländern

die Regel bildet, dem Zuge bereits vorhandener Straßen folgend, in dem

Körper von Landstraßen oder neben dem Damm von Eisenbahnen befestigt

werden kann. Schwieriger wird die Sache, wenn für die Leitung quer

durchs Gebirge oder am pfadlosen Meeresufer ein Weg geschaffen werden

muß, der die Anlage zugleich vor Stürmen, Schneehäufungen, Flugsand und

Flut möglichst schützen soll. Bei der Anlage der Telegraphenleitung auf

der kurischen Nehrung z. B. hatte man Sanddünen zu überwinden, in deren

beweglichem Boden die Stangen nur mit großer Mühe befestigt werden

konnten; mit 4 und 5 Pferden gelang es an einzelnen Strecken nicht,

mehr als zwei Stangen auf einmal von der Stelle zu schaffen; einigemale

gerieten Fuhrwerke derart in den Triebsand, daß die Pferde in aller

Eile losgeschnitten werden mußten, um sie vor dem Versinken zu retten.

Den Arbeitern bot sich mitunter meilenweit, z. B. auf der 25 km langen

Strecke von Memel bis Schwarzort, keine menschliche Wohnung zum Obdach;

sie waren gezwungen, außer ihren Werkzeugen und Materialien auch ihre

gesamten Lebensbedürfnisse für einige Zeit bei sich zu führen.

Noch größer sind die Schwierigkeiten, welche bei Erbauung von

Telegraphenlinien in unkultivierten Ländern überwunden werden müssen.

Die sibirische Linie, die quer durch ganz Asien bis nach Wladiwostock

am Stillen Ocean führt, die indo-europäische Linie, welche Kaukasien,

Persien und Balutschistan durchschneidet, die Telegraphenlinien,

welche von Port Augusta nach Port Darwin und von Süd-Australien über

Port Lincoln nach Eucla-Bay ziehen, haben unter Bedingungen erbaut

werden müssen, welche den Unternehmern reichliche Gelegenheit gaben,

ihre Thatkraft und ihren Mut zu bewähren. In Australien z. B. mußten

Wüsten, deren Natur zum Teil noch gänzlich unbekannt war, messend

durchwandert werden; auf Hunderte von Meilen waren über wegloses Land

die Leitungsmaterialien heranzuschaffen; das für Menschen und Pferde

unentbehrliche Wasser war nur aus weiter Ferne zu erlangen.

Eine ganz außerordentliche Leistung ist besonders der Bau der über 3000

km langen Strecke von Port Augusta bis Port Darwin. „In einem Jahre und

elf Monaten,“ heißt es bei +Jung+, „mußten 36000 Telegraphenstangen im

Gewicht von 5000 t gefällt, zugerichtet und an ihren Bestimmungsort

gefahren werden, in einigen Fällen aus einer Entfernung von 560 km. Da

man fand, daß das Holz Australiens gegen die im Norden sehr zahlreichen

weißen Ameisen nicht widerstandsfähig genug war, importierte man

eiserne Pfosten aus England und hatte dieselben durchschnittlich 640

km weit zu schaffen. Außerdem waren 2000 t anderen Materials an ihren

Platz zu bringen, und mehrere Tausende von Schafen und Rindern mußten

zur Ernährung der Arbeiter auf Entfernungen von 2000 km herbeigetrieben

werden. Wege von 16 m Breite waren durch Waldstrecken von 800 km Länge

zu bahnen, Baumaterialien, Telegraphenapparate und Vorräte für die zu

erbauenden Telegraphenämter mußten beschafft werden.“ Der Bericht über

die Erbauung des Südwest-Telegraphen, die von Sir Charles Todd mit

der gleichen Energie ausgeführt wurde, mit welcher derselbe bereits

den Bau der vorhergenannten Linie geleitet hatte, äußert sich also:

„Die ganze Linie, 600 Meilen lang, mit einem Draht, ist innerhalb

12 Monaten errichtet worden, und dies angesichts von Hindernissen,

die fast unüberwindlich erscheinen. Eine Spur von 50 Fuß Breite mußte

Hunderte von Meilen weit durch den Wald gehauen werden, und selbst dies

war nur ein kleiner Teil der Schwierigkeiten, die man besiegen mußte.

Auf den ersten Blick schien die schwierige Beschaffung der Mittel für

die Reise das ganze Werk nicht zur Ausführung kommen lassen zu wollen.

Alle Vorräte mußten gefahren werden, und der Wassermangel, dieser

wunde Fleck in so vielen Teilen Australiens, schien das Unternehmen

wirklich in Frage zu stellen. Einhundert Pferde wurden angeschafft

und dauernd bei dem Baue beschäftigt, obgleich man mehrmals über 145

Meilen von dem nächsten Wasserdepot entfernt war.“ -- In +Senegambien+

bereiten der Mangel gebahnter Straßen, die geringe Standfestigkeit

des Bodens, die Dichtigkeit der Gebüsche da, wo die Vegetation ein

günstigeres Terrain findet, die zu Zeiten sehr hohe Temperatur und

die Nachbarschaft feindlicher Eingeborener oder der afrikanischen

Löwen der Anlage und Unterhaltung der Telegraphenlinien besondere

Schwierigkeiten. Das Material muß auf Mauleseln transportiert

werden; der Mangel an Steinen macht es sehr schwer, die Stangen fest

einzusetzen oder in dem feuchten Erdreich vor der rasch zerstörenden

Nässe zu schützen. Die Instandhaltung ist besonders während der

Regenzeit mühevoll. Die gießbachähnlich herabrauschenden Regengüsse

und die wütenden Stürme dieser Periode brechen zahlreiche Stangen

um und zerstören die Isolatoren. Vielfach werden die Stangen auch

vernichtet durch die Feuersbrünste, welche die Eingeborenen entfachen,

um ihre Felder mit der Asche der verbrannten Gräser zu düngen. Dagegen

sind die böswilligen Beschädigungen der Linien äußerst selten. Die

Schwarzen fürchten sich in ihrem Aberglauben, Hand an dieselben zu

legen, und glauben überdies, sie seien nur zu dem Zwecke errichtet,

um den Europäern als Wegweiser zu dienen. -- Aus der Schnelligkeit,

mit welcher das Netz der Telegraphenlinien auf +Caledonien+ vergrößert

worden ist, darf keineswegs geschlossen werden, daß die Herstellung

der Anlagen mühelos vor sich ging. Aus einem Bericht des obersten

Telegraphenbeamten der französischen Strafkolonie geht vielmehr

hervor, daß die mit der Leitung des Baues betrauten Beamten mit

Widerwärtigkeiten der mannigfachsten Art zu kämpfen gehabt haben. Bald

herrschte gänzlicher Mangel an Lasttieren, so daß Baumaterial und

Lebensmittel bis aus Entfernungen von 80 km von kanakischen Lastträgern

herangeschleppt werden mußten; bald Mangel an Trinkwasser, welches

man gleichfalls meilenweit herzuholen gezwungen war; bald folgten

sich beinahe unpassierbare Sümpfe, dichtverwachsene Wälder, deren

Durchlichtung auf 12 m Breite nötig wurde, steiniger Boden, zerrissene

Bergketten und breite Einschnitte, welche das Meer bis weit in das Land

hinein gebildet hat, unmittelbar in ermüdendem Wechsel aufeinander; in

anderen Gegenden wieder waren die nötigen Arbeitskräfte infolge der

ansteckenden Krankheiten, welche die Eingeborenen seit der Besitznahme

der Insel durch die Europäer scharenweise dahinraffen, durchaus nicht

zu beschaffen.

Auf der Insel +Sumatra+ stößt man nach amtlichen Berichten

der niederländisch-indischen Telegraphenverwaltung auf große

Schwierigkeiten, die Leitungen aufrecht zu erhalten, da sie häufig von

den Elefanten zerstört werden. In den Jahren 1874-1877 sind 60 solcher

Störungen vorgekommen. Am 25. Mai 1876 wurde die Linie Mnara-Dura-Lahat

in einer Länge von drei Pauls gänzlich zerstört; der Draht und die

Isolatoren wurden teilweise in die Rohrdickichte verschleppt. Was

bei Tag ausgebessert worden war, wurde in drei aufeinander folgenden

Nächten wieder zerstört. Außerdem machen es die zahlreichen Tiger,

Bären, wilden Büffel u. s. w. äußerst schwierig, die Leitungen in den

dichten Urwäldern zu überwachen, während große und kleine Affen auf den

Drähten ihre gymnastischen Übungen bewerkstelligen, dieselben zerreißen

oder die Isolatoren zerschlagen.

Im Territorium +Dakota+ in Amerika richten die wilden Büffel großen

Schaden an, indem sie ihre mächtigen Stirnen sehr heftig an den

Telegraphenpfählen reiben.

Außer den Schwierigkeiten, die mit der Aufstellung der Linien schon

an sich verbunden sind, gab es in der ersten Zeit der Einführung des

Telegraphen auch noch Hindernisse anderer Art zu überwinden: Vorurteile

und Aberglauben. Hierfür nur ein paar Beispiele!

Als im Jahre 1848 eine elektromagnetische Linie von Hamburg nach

Kuxhaven im Bau begriffen war, legten die Bewohner vieler Ortschaften

im Hannöverschen, durch deren Gemarkungen dieselbe ging, bei der

Behörde und in öffentlichen Blättern gegen die Durchführung Protest

ein, da der Telegraph einen nachteiligen Einfluß auf das Gedeihen

der Feldfrüchte ausübe; die Drähte zögen, behaupteten die Bauern,

bei aufkommenden Gewittern die Elektricität in solchem Grade ab, daß

sich die Gewitterwolken des fruchtbringenden Regens nicht entladen

könnten, die Pflanzen müßten also notwendig verdorren; und nicht

bloß ihr Eigentum, sogar ihr Leben werde gefährdet, indem die Drähte

den Blitz plötzlich anzögen und nicht stark genug wären, selbigen

fortzuführen. Auch unterließen sie nicht, einfließen zu lassen, daß

sie, die Bauern, eigentlich die kompetentesten Beurteiler in derartigen

Fragen seien; denn sie allein hätten von den Gesetzen der Natur infolge

täglicher Anschauung einen klaren, gesunden Begriff. Und als am 18.

Juli 1849 bei dem Dorfe Warstade ein in der Nähe der Telegraphenlinie

befindliches Bauernhaus von einem Blitzstrahle entzündet wurde, konnte

man die Bewohner nur mit Mühe abhalten, die Stangen umzuhauen. Die

Telegraphenlinie aber mußte, soweit sie durch das Dorf lief, verlegt

werden. Es sind dies Vorkommnisse, wie sie gelegentlich auch heute noch

sich zutragen. Als 1870 die englischen Telegraphen in Staatsverwaltung

kamen und eine bedeutende Erweiterung erfahren sollten, schlossen

sich aus irgend welchen Gründen einige Städte von der Wohlthat des

neuen Verkehrsmittels aus, indem sie die Drähte nicht in ihr Weichbild

hereinzuziehen gestatteten[6].

~B.~ Versenkte Leitungen[7].

=1. +Unterirdische Leitungen.+=

1. +Geschichtliches.+ Die zahlreichen und erheblichen Störungen, denen

die oberirdischen Leitungen ihrer Natur nach ausgesetzt sind, haben

schon früh das Verlangen nach unterirdischen Telegraphenverbindungen

angeregt. Der erste Gedanke, die Leitung unterirdisch zu führen,

tauchte nachweislich 1774 auf. +Lesage+ in Genf wollte dazu glasierte

Thonröhren benützen, die von Toise zu Toise Scheidewände aus glasiertem

Thon oder Glas enthielten. Die Scheidewände hatten Löcher, und diese

bildeten die Lager für die durchzuziehenden Drähte. 1794 schlugen

+Deutsche+, Namens +Reusser+ und +Böckmann+, unterirdische Leitungen

vor; 1816 hatte +Ronalds+ in England einen Draht in Glasröhren geführt.

Hierauf versuchten noch mehrere Physiker das Problem der unterirdischen

Leitung zu lösen, bis +Jacobi+ im Jahre 1842 auf dem Admiralitätsplatz

zu Petersburg eine 2835 m lange Leitung in Glasröhren legte. Ein

befriedigendes Resultat wurde indes auf diesem Wege nicht erreicht.

In Amerika hatte +Morse+ 1837 vorgeschlagen, den Leitungsdraht in

eiserne Röhren zu legen; aber auch auf diese Weise gelang es nicht,

den Draht vollkommen zu isolieren. Da empfahl 1846 der damalige

Artillerie-Lieutenant +Werner Siemens+ die von dem englischen Arzte

~Dr.~ Montgomery (in Singapore) nach Europa gebrachte Guttapercha

als einen zur Isolierung der Leitungsdrähte vollständig geeigneten

Körper[8]. Die angestellten Versuche ergaben ein befriedigendes

Resultat, und so entschloß sich die preußische Regierung im Jahre 1847,

die mit Guttapercha isolierten Leitungsdrähte in einem größern Maßstabe

anzuwenden; es wurden ca. 2250 km gelegt. Leider wurde mit diesen

unterirdischen Leitungen der Zweck nicht vollständig erreicht; denn bei

dem gänzlichen Mangel an Erfahrungen über die Eigenschaften des zur

Verwendung kommenden Materials, bei den damals noch sehr unvollkommenen

Maschinen zur Herstellung des Überzuges und durch die Übereilung, mit

der die Linien angesichts der drohenden politischen Verhältnisse damals

eingeführt wurden, hatten sich viele Mängel eingeschlichen, infolge

deren diese Linien nach einiger Zeit den Dienst fast ganz versagten.

Durch diese Erfahrungen zurückgeschreckt, verließ man nun in Preußen

das System der unterirdischen Leitung.

Ähnlich wie in Preußen ging es mit den unterirdischen Leitungen in

anderen Ländern, so in Österreich, Sachsen, Dänemark und Rußland;

überall wurden dieselben nach kurzer Zeit wieder beseitigt.

Der Weltverkehr Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt, in ihrer Entwickelung dargestellt · 第 1 / 50 段