Werke

von

=Jakob Wassermann=

+Bei S. Fischer, Verlag, Berlin:+

+Die Juden von Zirndorf.+ Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte

Auflage. Geh. 4 M., geb. 5 M.

+Die Geschichte der jungen Renate Fuchs.+ Elfte Auflage. Geh. 6

M., geb. M. 7.50

+Der Moloch.+ Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geh.

4 M., geb. 5 M.

+Der niegeküßte Mund – Hilperich.+ Novellistische Studien. Geh. 2

M., geb. 3 M.

+Alexander in Babylon.+ Roman. Dritte Auflage. Geh. M. 3.50, geb.

M. 4.50

+Die Schwestern.+ Drei Novellen. Dritte Auflage. Geh. 2 M., geb. 3

M.

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+Die Kunst der Erzählung.+ Ein Dialog. (Bei Julius Bard, Berlin)

+Caspar Hauser+ oder +Die Trägheit des Herzens.+ Roman.

Neunte Auflage. (Bei der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart)

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+Die Juden von Zirndorf+

Der Verfasser der »Geschichte der jungen Renate Fuchs«, Jakob

Wassermann, hat seinen vor zehn Jahren erschienenen Roman »Die Juden

von Zirndorf« in einer neubearbeiteten Ausgabe herausgegeben, der

die Kürzungen trefflich zustatten gekommen sind. Ein merkwürdiger

Roman, diese »Juden von Zirndorf«. Kaum je hat ein jüdischer Poet

seinen Glaubensgenossen und über das Judentum der Gegenwart überhaupt

schärfere und zutreffendere Dinge gesagt als Wassermann in diesem

Buche. Die besten Eigenschaften des jüdischen Volkes erscheinen in ihm

selbst verkörpert, vor allem der kritisch-skeptische Sinn, der auch

sich selbst nicht schont. Mit diesem verbindet sich auch bei Wassermann

eine starke, jedoch mehr mystisch als sinnlich glühende Phantasie, der

namentlich in dem phantastischen »Vorspiel« des Romans, welches eine

mit dem Erscheinen des merkwürdigen Messias Sabbatai Zewi verknüpfte

Judenverfolgung im siebzehnten Jahrhundert behandelt, eine glänzende

poetische Leistung gelungen ist. Dieses Vorspiel bildet den Grundakkord

zu der in unseren Tagen spielenden Geschichte der »Juden von Zirndorf«,

in denen ein begabter Jüngling Agathon, in dem das edelste Judentum

verkörpert ist, die von einem brutalen Christen erduldete Schmach durch

einen Mord an seinem Peiniger rächt. Dennoch beweist der Dichter sowohl

in der reichen Fülle feingezeichneter Charaktere als im Gange der

Handlung die vollkommenste Objektivität.

(Neue Zürcher Zeitung)

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+Die Geschichte der jungen Renate Fuchs+

Jedes große, befreiende Buch muß ein Buch der Erlösung und der

Wiedergeburt sein. Dies ist ein Buch von der Erlösung der Frauen, »die

alten sinnlichen Vorurteilen zu mißtrauen beginnen, die ihr Schicksal,

ihr Frauenschicksal erleben und nicht länger leibeigen sein wollen«.

– Seit dem »Grünen Heinrich« Kellers ist in deutscher Sprache kein so

interessanter und tiefsinniger Roman erschienen.

(Die Zukunft)

Ernsthafte Kritiker werden nach sorgfältiger Registrierung aller

Stimmungen und aller Gedankentiefen, nach angestrengtem Studium

aller Formfeinheiten und aller Seelenanalysen auf Eid und Gewissen

versichern dürfen, daß es sich bei dem Buch Jakob Wassermanns wirklich

um ein bedeutendes dichterisches Werk handle, um ein Werk, von dem

jedes Kapitel ein vollgültiger Beweis intimster Empfindung und feinster

Erkenntnis der menschlichen Natur sei.

(Berliner Tageblatt)

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+Der Moloch+

Ein bedeutendes Werk! Bedeutend durch die ernste Idee, die ihm zugrunde

liegt, bedeutend durch die psychologische und gestaltende Kunst,

mit der Wassermann jene Idee zu einem groß und breit angelegten,

lebensvollen Gemälde gestaltet hat! ... Man kann schon aus dieser

gedrängten Inhaltsangabe ersehen, daß es sich hier vorwiegend um ein

psychologisches Problem handelt; der Verfasser hat dieses Problem in

der Tat auch vollständig, seinem Wesen entsprechend, psychologisch

behandelt, und zwar in geradezu bewundernswerter Weise. Ja, so groß

ist des Autors Kunst seelischer Schilderung, daß der Leser alle die

Vorgänge mitzuerleben glaubt und sie in Wahrheit mitempfindet. Mag das

Weltbild, das Wassermann hier entwirft, ein einseitiges sein, mögen

einzelne weniger interessierende Seiten seines Bildes gar zu breit

ausgeführt, mag selbst die ihm zugrunde liegende Idee nicht unbedingt

anzuerkennen sein und das Poetische etwas zu kurz kommen –, so viel

bleibt gewiß, daß das umfangreiche Werk von Anfang bis zum Ende eine

Stimmung ausströmt, die unwiderstehlich fesselt und mit der Macht fast

eines Erlebnisses wirkt.

(Berner Bund)

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+Der niegeküßte Mund – Hilperich+

In diesen Novellen hat die Wassermannsche Erzählungskunst eine mehr als

respektable Höhe erreicht. Es sind belletristische Kunstwerke von einer

so feinen und sicheren Arbeit, wie wir ihrer in der heutigen deutschen

Literatur nicht viele besitzen. Was sie vornehmlich auszeichnet, ist

ihre gute Haltung im Sinne der epischen Kleinkunst. Wie hier alles

in den Verhältnissen abgewogen ist, wie anmutig und doch streng die

Linie fließt, wie der Zierat sich verteilt, Licht und Schatten sich

verhalten, Ausführung und Andeutung zueinander stehen – alles das

verrät einen in Deutschland sehr seltenen Kunstverstand und ungemein

viel Talent. In dieser Hinsicht wären nur wenig Aussetzungen zu machen,

so wenige, daß man sie verschweigen darf und erklären: der künstlerisch

Genießende, der Kenner, wird hier sein volles Genügen finden.

(Die Zeit, Wien)

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+Alexander in Babylon+

Nichts als der reale Gang der gerichtlichen Ereignisse von Alexanders

Rückkehr aus Indien bis zu seinem vorzeitigen Tode wird uns erzählt,

dies freilich in farbigreicher kulturhistorischer Ausmalung und mit

ebenso kühner als intensiver Psychologie. So ist dieses Buch weit mehr

ein Prosaepos als ein Roman, und es bietet weit mehr eine faszinierende

Ausdeutung der Geschichte als etwa eine Spannungserzeugung durch

pragmatische Verwicklungen. Auf jeden Fall aber ist es ein Kunstwerk,

sowohl durch die Geschlossenheit seiner Komposition wie durch seine

kaum genug zu preisende sprachliche Behandlung. Es gehört zu unsern

schönsten deutschen Prosabüchern. Manche Kapitel verdienten in den

Schulen gelesen zu werden. Auf solche Weise wird Geschichte lebendig

gemacht und beseelt.

(Neue Freie Presse, Wien)

... Daß man sich ja nicht durch die Erinnerung an die ägyptischen

Romane von Ebers oder an die Völkerwanderungsromane von Felix Dahn

abschrecken lasse, diesen »Alexander in Babylon« zu lesen. Hier gibt

es keine in Griechen oder Perser verkleidete deutsche Leutnants; man

braucht nur, wenn man es nicht ohnehin spürt, in Plutarchs »Alexander«

nachzulesen, um alsobald zu begreifen, daß Wassermann die antike Welt

gleichsam in seine Seele hineingeglüht hat, etwa so, wie es in neuerer

Zeit der Dichter Hugo von Hofmannsthal in seinem Drama »Elektra« tat.

(Berner Bund)

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+Die Schwestern+

Die Heldinnen dieser Novellen gehören zu jenen glücklichen,

unglücklichen Geschöpfen, die ein Traum, ein Aberglaube, eine

Sehnsucht, ein Wahn den Dingen dieser Welt entfremdet und zu neuem,

wunderlichem Dasein gerufen hat. Arme Kranke sind es, aber Wassermann

sucht aus dieser Krankheit die tiefsten Geheimnisse des Lebens

herauszulesen. Glänzen uns hier nicht Schönheiten entgegen, die wir

sonst an unserem Lebenswege vergeblich suchen? Öffnet sich hier nicht

dem Blick ein neues Leben, viel wahrhaftiger, viel lebenswerter als

das, an dem wir tragen? Was ist nun Wirklichkeit, was ist nun Traum?

Eine holde Schwärmerei ist das Buch, in den Tönen lieblicher Inbrunst

gegeben, ein holder Traum, von siegesstarken Sehnsüchten und Ahnungen

durchzuckt.

(Hannoverscher Kurier)

Der Vortrag dieser Geschichten ist stilistisch meisterhaft, in der

Schilderung des Tatsächlichen von der Einfachheit der altitalienischen

Novellen, dabei hin und wieder blitzend von seltsam geschliffenen

Wortprägungen spezifisch Wassermannscher Art. Nur einem kabbalistischen

Grübelsinn, einer so heißen Phantasie wie der dieses deutschen

Orientalen konnte es gelingen, die Verrücktheiten der kastilischen

Isabella so tief poetisch märchenhaft zu durchleuchten und aus den zwei

phantastisch konstruierten Kriminalfällen das Rauschen geheimnisvoller

seelischer Unterströmungen so hervortönen zu lassen. – Das historische

Vorspiel der »Juden von Zirndorf«, »Alexander in Babylon« und diese

drei Novellen bezeichnen für mich bisher die Höhepunkte im Schaffen

Jakob Wassermanns.

(Literarisches Echo)

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Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig.

Die Masken Erwin Reiners · 第 19 / 20 题