II.

_Stuttgart_, 10. März 1840.

_Euer Hochwohlgeboren_

haben kürzlich einen Landsmann von mir, dem ich mir erlaubte ein

Schreiben an Dieselben mitzugeben, unerachtet Sie Sich, wie leicht zu

denken war, meines persönlichen Besuchs vor bereits 8 Jahren nicht

mehr erinnerten -- dennoch mit so viel Güte aufgenommen, daß ich dem

Wunsche einer liebenswürdigen Frau und verdienstvollen Schauspielerin

am hiesigen Hoftheater, der Madame Wittmann, nicht entgegen sein

mag, sondern mir die Freiheit nehme, sie mit diesen Zeilen bei Euer

Hochwohlgeboren einzuführen.

Madame Wittmann wünscht am Dresdner Theater einige Gastrollen zu geben,

wo sie, wie ich denke, um so eher gefallen dürfte, als sie namentlich

in mehreren Stücken Ihrer Prinzessin _allerliebst_ spielt. Können

Euer Hochwohlgeboren ihr hiebei Vorschub thun, so werden Sie Ihre Güte

einer Künstlerin erweisen, welche derselben in jedem Betrachte würdig

ist.

Entschuldigen Sie die Freiheit, die ich mir auch dießmal genommen, und

genehmigen die Versicherung unwandelbarer Verehrung von

Briefe an Ludwig Tieck (4/4) Vierter Band · 第 124 / 310 题