~Schweizer~ (_ihnen entgegen._) Sey willkommen, mein Hauptmann -- Ich
bin ein bischen vorlaut gewesen, seit du weg bist. (_Er führt ihn an
die Leiche._) Sey du Richter zwischen mir und diesem -- ~von hinten~
hat er dich ermorden wollen.
~Räuber~ (_mit Bestürzung._) Was? Den Hauptmann?
~Moor.~ (_In den Anblick versunken, bricht heftig aus._) O
unbegreiflicher Finger der rachekundigen Nemesis! -- Wars nicht dieser,
der mir das Sirenenlied trillerte? -- Weihe diß Messer der dunklen
Vergelterinn! -- das hast ~Du~ nicht gethan, Schweizer.
~Schweizer.~ Bei Gott! ich habs wahrlich gethan, und es ist beim Teufel
nicht das schlechtste, was ich in meinem Leben gethan habe. (_geht
unwillig ab._)
~Moor~ (_Nachdenkend._) Ich verstehe -- Lenker im Himmel -- ich
verstehe -- die Blätter fallen von den Bäumen -- und mein Herbst ist
kommen -- Schafft mir diesen aus den Augen. (_Spiegelbergs Leiche wird
hinweg getragen._)
~Grimm.~ Gib uns Ordre, Hauptmann -- was sollen wir weiter thun?
~Moor.~ Bald -- bald ist alles erfüllet -- Gebt mir meine Laute -- Ich
habe mich selbst verloren, seit ich dort war -- Meine Laute sag ich --
Ich muß mich zurück lullen in meine Kraft -- verlaßt mich.
~Räuber.~ Es ist Mitternacht, Hauptmann.
~Moor.~ Doch warens nur die Thränen im Schauspielhaus -- den
Römergesang muß ich hören, daß mein schlafender Genius wieder aufwacht
-- Meine Laute her -- Mitternacht, sagt ihr?
~Schwarz.~ Wohl bald vorüber. Wie Bley liegt der Schlaf in uns. Seit
drei Tagen kein Auge zu.
~Moor.~ Sinkt denn der balsamische Schlaf auch auf die Augen der
Schelmen? Warum fliehet er mich? Ich bin nie ein Feiger gewesen, oder
ein schlechter Kerl -- Legt euch schlafen -- Morgen am Tag gehen wir
weiter.
~Räuber.~ Gute Nacht, Hauptmann (_Sie lagern sich auf der Erde und
schlafen ein._)
Tiefe Stille.