Einen sauren Richterdienst verwaltend, habe ich nur sehr wenige

Freistunden, welche meine Muse oder meine Freunde deren ich mehrere

und vortreffliche besitze, in Anspruch nehmen. Ich habe die Liebe für

die Welt, und meinen Respect vor dem Himmel frisch behalten wie ich

beide von Kindheit her im Herzen trug, lache und weine dabei über die

Thorheit des Menschen und werde mein Rittergut, das ich nächstens in

der Lotterie gewinne, »Heraclitsruhe« und »Demokritslust« nennen.

Mein Jugendland Holstein liegt wie eine glückliche Insel vor den

Blicken meiner Erinnerung, nichts desto weniger fühle ich mich ganz

Oldenburgisch, und weiche in dieser Gesinnung keinem Eingebornen, gebe

einigen sogar auf die Parthie Patriotismus mehrere Points vor.

Für dießmal schließe ich. Mein nächstes Werkchen wird über Prießnitz

und Gräfenberg im Jahre 1840 handeln.

Ende des zweiten und letzten Bändchens.

Beim Verleger dieses ist ferner erschienen:

Kobbe, Theod. von, die Schweden im Kloster zu Uetersen:

Historischer Roman. 8. 1830.

1 Rt. 4 ggr.

-- -- humoristische Skizzen und Bilder. 8. 1831. geh. 21 ggr.

-- -- Die Leier der Meister in den Händen des Jüngers, oder:

achtzehn Gedichte in fremder Manier, und eins in eigener. gr. 8.

1826.

12 ggr.

-- -- Reiseskizzen aus Belgien und Frankreich. Nebst einer Novelle,

der anonyme Brief. 8. 1835. brosch.

-- -- Wesernymphe. Novellen und Erzählungen. gr. 8. 1831, brosch. 1

Rt. 8 ggr.

-- -- Briefe über Helgoland, nebst poetischen und prosaischen

Versuchen in der dortigen Mundart. 1840. brosch. 12 ggr.

* * * * *

Sodann erschien so eben:

Greverus, Reiselust in Ideen und Bildern aus Italien und

Griechenland. 2 Bde.

1r Bd.: Reise in Italien 1 Rt. 12 ggr.

2r Bd.: Reise in Griechenland. 1 Rt. 12 ggr.

Gall, Ferd. v., Reise durch Schweden. 2 Bde.

1 Rt. 16 ggr.

Fußnoten:

[1] Ich verstehe darunter die Menschen vom Regiment »Lieblosigkeit.«

[2] Ich habe schon anderweitig bemerkt, daß die Namen der Wirthshäuser

bei Hamburg größtentheils vom Anhalten der Pferde hergenommen sind,

als Luhrop (Laur auf), Stahwedder (Steh wieder), Jappob (Japp auf),

Kruppunner (Kriech unter), und Oha.

[3] Die Personen sind: Thraso, ein Offizier. Gnatho, dessen

Schmarotzer. Parmeno, ein Diener des Phädria.

[4] _Senex depontanus._ Ein Greis, der nicht mehr über die Brücke zu

den Volkscomitien gehen durfte.

[5] Name des damaligen Custos.

[6] Die Anspielung ist etwas _à la Pater Abraham a Santa Clara_.

Dieser predigte: »Es giebt allerhand Narren: Tanznarren, Freßnarren,

Hofnarren, Spielnarren, Saufnarren, Geldnarren. Daher steht auch

geschrieben: _Narraverunt patres et nos narravimus omnes_.«

[7] Die Bäckergesellen hatten sich dermalen mit ihren Meistern

veruneinigt und waren ausgezogen gewesen, jedoch nach stattgehabter

Vereinigung zurückgekehrt.

[8] Und diese Zeit wandte der Director der Altonaer Schule Professor

+Struve+, den bekannten Virgil’schen Vers

_Superet modo Mantua nobis O Mantua nimium vicina miserae Cremonae_

sehr glücklich parodirend auf Hamburg und Altona an:

_Superet modo Altona nobis O Altona, nimium vicina_ (allzunah) _misero

Hamburgo_.

[9] Das Verlangen der Musensöhne, ihre Siebentagsfliegen Excellenzen

mit einer Schildwache vor ihren Häusern zu ehren, wurde in Gnaden

abgeschlagen. Dagegen ritten sie, mit den Rang eines Generallieutnants

bekleidet, rechts am Kutschenschlag neben den Majestäten, während sich

die wirklichen Obristen mit dieser Ehre an der linken Seite des Wagens

begnügen mußten.

[10] Junker Slenz war bekanntlich der Commandeur eines Freicorps im

Anfang des sechszehnten Jahrhunderts, das er an fremde Potentaten

zu einzelnen Kriegszügen vermiethete. Er fand seinen Tod in

Ditmarsen, wohin er den König Hans von Dänemark begleitete. Seine

Soldaten trugen die Devise »Wahr di Buhr, de Gard de kummt.« Als

diese aber schwer bewaffnet im Morast stecken geblieben, wurden sie

von den leichtfüßigeren des Terrains kundigen Ditmarsen mit den

Contrevolutions-Worten »Wahr di Gard de Buhr de kummt« erschlagen.

[11] Die Lastthiere des Staats, die am Meisten mit Arbeit Geplagten

sind immer die Frommsten. Freilich! wie soll die auch der Hafer

stechen? da die Pferde, die ihn am Meisten verdienen, ihn bekanntlich

nicht bekommen.

[12] Diesen letzten Titel hat der König von Dänemark seitdem abgelegt

und die früher confiscirten reichsunmittelbaren Ranzau’schen Güter

ganz dem guten Dänemark einverleibt. Das ist hart für die Gräflich

Rauzau’schen Schwerdtmagen und Spielmagen, und, da ich zu den letzten

gehöre, auch für meinen Magen. -- Wer will meinen Anspruch an die

dänische Krone kaufen? Drei Herrschaften und drei und dreißig Edelgüter

-- Wer bietet Geld?

Humoristische Erinnerungen aus meinem academischen Leben, Zweites Bändchen in Heidelberg und Kiel in den Jahren 1817-1819 · 第 9 / 9 段