Deine Agnes Asmus.“

Und nun kam niemand mehr.

Welch seltsames Büchlein. Durch das feine Papier und das kostbare graue

Leder mit dem silbernen Wappen hindurch sah Erne Sörensen das junge

ernst-frohe Leben seiner Schülerin wie ein Bild auf Goldgrund gemalt.

Und er meinte bei sich, es sei wohl etwas Schönes hier unter den

Menschen zu stehen, die alle mit guten Gedanken ein Mäuerchen um die

Sörine Heidekamp bauten.

So schrieb er rasch mit seiner großen, deutlichen Schrift:

„Gut sein und glücklich machen!

Dein Freund Sörensen,

Direktor am Lyzeum Birkholz.“

Dein Freund Sörensen.

Ja, das war die Wahrheit. Die junge Sörine würde sich nicht über die

Unterschrift wundern, die sah ja durch „Mauer und Holz“. Aber auch in

Birkholz würde niemand erstaunt und im Lyzeum niemand gekränkt sein,

denn dies Büchlein war mit seinem Namen abgeschlossen. Das fühlte er,

trotzdem es ihm niemand gesagt und trotz der vielen leeren Seiten, die

noch folgten. Solch ein feines, stilles, rührendes Buch mit den letzten

Liebesworten der toten Eltern, das gab man nur ganz wenigen...

Und als ob er noch eine Bestätigung seiner inneren Gewißheit haben

sollte, fand er auf der allerletzten Seite noch eine Eintragung,

die wollte dem, der etwa doch einmal unbefugt hereinschaute, sagen:

hier ist kein Platz mehr, ich habe das Buch meiner Enkelin schon

zugeschlossen.

„Order parieren, Gott vor Augen, den König im Herzen.

Das Lyzeum in Birkholz: Roman · 第 21 / 58 题