In den Häusern zündete man die Lampen an und die Glocken läuteten den Abend
ein, als die Gesellschaft in die Stadt eintrat. In den Straßen war es schon
auffallend dunkel und merkwürdig warm. Kinder lärmten und die Leute standen
vor den Häusern um die erfrischende duftende Luft zu genießen. Man hörte
Stimmen in den noch dunkeln Zimmern, Worte, die gerufen wurden, die Familie
des Schlächtermeisters Keim war um eine Talgkerze versammelt und nahm das
Abendessen ein.
Am Marktplatze ging die Gesellschaft unter vielem Lärm und fröhlichem
Lachen auseinander.
Grau und Adele gingen miteinander. Sie hatten den gleichen Weg.
»Wir haben ja den gleichen Weg!« sagte Adele und sie sahen einander an und
nickten. Sie waren beide beklommen und stiegen schweigend die Stufen
hinauf. Über die Mauer des Friedhofes und aus Eisenhuts Garten hingen
Zweige und Blüten, so daß sie durch eine Gasse von Blüten und Duft gingen.
Es war schwül hier und dämmerig. Adele stand still und sog den Duft ein.
»Es ist Jasmin.«
»Ja, es ist Jasmin!« sagte Grau und wieder begegneten sich ihre Blicke.
Oben war es kühler. Sie atmeten auf.
Adeles Blicke gingen über die Stadt hin, in der es mehr blühende Bäume als
Häuser gab. Aus dem Dunst der Dämmerung blinzelten Lichter und auf einem
Dache lag ein fahler goldener Ton. Eisenhuts Garten war eine einzige lange
Woge von Blüten, die gegen die Höhe anschäumte. Adele schüttelte den Kopf
und deutete auf Eisenhuts Gartenmauer.
»Die Tafeln,« sagte sie, »die Tafeln sind verschwunden. Vor den Hunden wird
gewarnt, Vorsicht Selbstschüsse -- Sie erinnern sich? Was ist doch mit
Herrn Eisenhut vorgegangen? So artig und nett, wie er heute war! Was mußten
Sie sich doch denken, als ich ihn auf dem Liederkranzball so schlecht
behandelte?«
»Es ist wahr, Sie waren grausam gegen ihn.«
»Aber warum doch? Warum quälte ich ihn denn? Ich hatte zu viel Sekt
getrunken und plötzlich kam es über mich. So häßlich war ich an jenem
Abend. Und Eisenhut quälte ich, weil ich mich ihm gegenüber schuldig
fühlte. Freilich, er erinnerte mich auch zu oft daran. Ich habe einmal
schlecht gegen ihn gehandelt und er hat mir doch einen großen Dienst
erwiesen -- er lieh mir zehntausend Mark und wollte nicht einmal einen
Schuldschein haben -- aber ich will gar nicht davon sprechen. Ich habe auch
noch andre häßliche Bemerkungen gemacht.« Sie sah Grau prüfend an.
»Ich erinnere mich nicht mehr an alles, was an jenem Abend gesprochen
wurde,« sagte Grau.
»Das ist gut,« fuhr Adele fort, sie stockte. »Haben Sie denn Besuch, Herr
Grau? Es sitzt jemand auf Ihrer Treppe,« fragte sie.
Vor dem kleinen Hause Graus saß eine dunkle Gestalt und rauchte Pfeife. Es
war ein kleiner alter Mann. Er erhob sich und machte eine Verbeugung.
»Ich rauche Ihre Pfeife, Herr Grau, mit Ihrer Erlaubnis,« sagte er.
»Es ist ein alter Handwerksbursche,« sagte Grau, »der vorläufig hier wohnt.
Er saß eines Tages auf meiner Treppe, abends, als ich heim kam, fand ich
ihn da. Er war krank und hatte Fieber. Man hatte ihm die Aufnahme in der
Herberge verweigert, weil seine Papiere nicht in Ordnung waren. Ich konnte
ihm doch nicht gut ein Obdach verweigern, zumal er Fieber hatte, nicht
wahr? Übrigens stört er mich nicht, ich habe ja so viel Raum.«
»Wie lange wohnt er schon hier?«
»Drei Wochen. Warum?«
»Ich meine nur. Ich habe gehört, Sie haben Ihr Bett verschenkt und behelfen
sich selbst mit einem Strohsack?«
Grau lächelte. »Eine merkwürdige Stadt!« sagte er. Sonst nichts.
»Eine Dame hat es erzählt. Das Bett gehört ja zum Pfarrhause, es gehört
nicht Ihnen?«
»Ich werde ein neues Bett kaufen,« sagte Grau. »Sagen Sie der Dame, sie
könne ganz unbesorgt sein. Ich habe das Bett hergeliehen, einer armen
Wöchnerin. Ja, mein Gott, ich kann doch da nicht erst lange fragen, wem das
Bett gehört? Eine ganz merkwürdige Stadt!« -- Adele lachte leise.
Sie gingen schweigend an der Parkmauer entlang bis zum Gitter. Adele
blickte hinein. Im Hause war ein Flügel beleuchtet und man hörte ein
Klavier.
»Wir haben Gesellschaft,« sagte sie, »die Offiziere von Weinberg.« Sie sah
zu den hellen Fenstern hinauf und lauschte. »Es ist Mama, die spielt.« Sie
blickte in den weiten Park hinein, dahin wo er ganz dunkel lag, und
schüttelte den Kopf. Sie fröstelte. Sie blickte Grau lange an. Dann sagte
sie mit einem Blick auf die hellen Fenster: »Ich habe keine Lust. Kommen
Sie!«
Sie gingen weiter, den Weg entlang, der in den Wald führte. Es war ein
Kiesweg und man sah ihn weit hinein in den Wald fließen, obgleich es hier
ganz dunkel war. Zu ihren Häupten schlängelte sich eine schmale blaue
Straße des Himmels und ein früher Stern wanderte darauf. Bald versank jeder
Laut hinter ihnen und sie waren allein.
Zuerst hörten sie ihre Schritte auf dem Kies, aber das Ohr gewöhnte sich
daran und lauschte auf die tiefe Ruhe des Waldes.
»Welcher Friede, fühlen Sie!« sagte Grau leise.
»Ja, hier ist Friede!« sagte Adele, deren Gesicht in der Dunkelheit zu
leuchten anfing. Sie stand still und wandte die Augen auf Grau. Er sah ihre
Augen, so hell waren sie. »Horchen Sie! Hören Sie das Klavier nicht mehr?«
»Nein.«
»Es ist Mama, die spielt. Ich höre es jetzt auch nicht mehr. Da sitzt sie
nun, meine kleine Mama und spielt und wartet auf mich. Denn sie tut ja
nichts andres. Sie wartet und die Herren lachen und plaudern. Sie sagt zu
Konrad: Konrad, wenn meine Tochter kommt, melden Sie es mir sofort. Sie
wartet und wird immer nervöser. Ich aber komme nicht.«
»Sollten Sie nicht umkehren?« fragte Grau.
Adele schüttelte den Kopf. »Nein,« sagte sie, »ich habe keine Lust. Ja,
fühlen Sie doch den Frieden hier, Sie haben recht, wir wollen den Frieden
hier fühlen. Wie es riecht! Als ob Sie Rinde abschälten. Haben Sie viel
Frieden in sich? Ich nicht, nein, ich würde lügen, würde ich es behaupten.
-- Das heißt, es ist ja nicht so schlimm,« fuhr sie mit freierer Stimme
fort, »es ist nur der Frühling, weil alles so schön ist und die jungen
Mädchen heute lachten so viel.«
Der Kiesweg war zu Ende. Sie gingen in einem Walde hoher Fichten. Der Boden
war glatt von Nadeln und Moos und es roch hier nach Harz und Wurzeln.
Grau lächelte, und als ob Adele sein Lächeln gefühlt habe, blickte sie zu
ihm her. Er sagte: »Wir gehen wie im Werke einer großen Orgel, zwischen all
den schlanken Pfeifen. Als der Geist der Orgel gehen wir hier.«
Er sah, daß Adele lächelte; ihre hellen Augen glänzten.
»Warum sprechen Sie so eigentümlich?« fragte sie.
»Sprach ich denn eigentümlich?«
»Ja, Ihre Stimme klang ganz verändert.«
Adele blickte zu den schwarzen phantastischen Wipfeln empor, die regungslos
dastanden, wie aus Erz gegossen, und einen fahlen grauen Himmel sehen
ließen, als beginne es zu tagen. Sie lächelte und sagte: »Aus unseren
Orgelstunden ist leider nichts geworden. Sie erinnern sich, daß ich neulich
bei Ihnen anfragte?«
Er stehe jederzeit zur Verfügung.
»Ich danke Ihnen aufrichtig,« sagte Adele, »aber der Baron sieht es nicht
gerne, mein Bräutigam. Ich weiß nicht warum, aber er hat solche Angst, die
Leute könnten über mich sprechen. Und dann hat er es noch nie gehört, daß
eine Dame Orgel spielte. Wüßte er, daß ich mit Ihnen hier gehe, so hätte er
nichts dagegen, nein, aber er hätte Angst, jemand könnte es sehen. Er hält
viel auf Etikette. Er denkt in jeder Beziehung frei und vornehm, aber er
will nicht, daß die Leute über mich sprechen. Sie haben ihn doch kennen
gelernt? Sind Sie in ein Gespräch mit ihm gekommen?«
»Wir haben nur ein paar nichtssagende Worte gewechselt.«
»Schade!« sagte Adele. »Ich wünschte, Sie hätten mit ihm gesprochen, er ist
sehr gebildet und klug. Freilich ist er ja meist zu müde zum Sprechen, er
liebt es auch nicht, er ist schweigsam. Sie würden vielleicht den Eindruck
bekommen, daß er etwas konventionell ist in seinen Anschauungen. Er könnte
zum Beispiel nie einen Handwerksburschen beherbergen, niemals in seinem
Leben -- aber er ist --. Vor allem liebt er mich sehr, er liest mir jeden
Wunsch von den Augen ab.«
»Sie werden ja nun bald heiraten?«
»Ja.« Adele blickte auf den Weg. »Er, der Baron, drängt sehr. Auch fühlt
sich Mama jetzt besser. Mir eilt es ja nicht so sehr -- obgleich ich den
Baron von ganzem Herzen liebe. Er besitzt eine Menge großer Eigenschaften,
Sie würden das bald herausfinden -- nun hört der Wald auf -- lassen Sie uns
nicht von diesen Dingen sprechen. Weshalb sehen Sie mich an?
Es ist ja langweilig für Sie, nur von meinen Angelegenheiten zu hören, Herr
Grau. Deshalb. Wollen Sie mir nicht jenen Traum zu Ende erzählen, den Sie
auf dem Ball begannen?«
»Gerne.«
Sie traten aus dem Walde und der Rücken der Höhe lag im Dämmerlichte vor
ihnen. Im Tale zogen Nebel und die Stadt war in Dunst gehüllt. Einige
Lichter flimmerten, und wo der Bahnhof lag, blinzelte eine Reihe von
Laternen wie der Leichenzug eines armen Mannes. Der Himmel war fahl und
einige matte Sterne schwebten darin. Sie gingen am Rande des Waldes entlang
und kamen an eine Bank. Adele macht Miene sich niederzusetzen, aber sie
ging weiter.
»Jene Frau und ich,« begann Grau, »gingen über die Heide, es war graue
Nacht und ganz still. Es war fahl wie jetzt, nur daß es dem Morgen zuging,
es war aber stiller als jetzt, obgleich hier kein Laut zu hören ist.
Trotzdem war es stiller. Die Luft war kühl, so wie sie ist, wenn der Morgen
nahe ist, sie war gewürzt von all den Kräutern und Blumen, die in der Heide
blühten. Wir gingen schweigend dahin, jene Frau, mit der Sie eine leichte
Ähnlichkeit haben, und ich. Alles war wie ein Schatten und wir selbst
schienen Schatten zu sein, die in der grauen Nacht dahingingen. Es standen
viele Sterne am Himmel, aber sie leuchteten nicht. Plötzlich begann es zu
sausen über unseren Häuptern und ein Heer von Sternschnuppen, ein
ungeheurer Regen von Sternschnuppen jagte blitzschnell über den Himmel und
verschwand hinter dem Horizonte. Es waren Milliarden von Sternschnuppen,
der ganze Himmel war fegendes Feuer. Ich erschrak, denn ich hatte niemals
so etwas Schönes gesehen. Warte, sagte die Frau an meiner Seite -- und
wieder fegten Milliarden von Sternschnuppen über den Himmel. Diesmal
dauerte es lange Zeit, endlos schien der goldene Regen zu sein. Endlich
hörte er auf und die letzten Funken versprühten am Horizonte. Mein Herz
schlug heftig, ja, es schlägt jetzt sogar bei der Erinnerung an dieses
schöne Schauspiel, das schöner war, als alles was ich im Wachen und im
Traum gesehen habe.«
»Es wurde wieder fahl wie zuvor und die Frau sah mich lange an. Wie gefiel
es dir? sprach sie. Ich nickte, ich sagte nichts.«
»Und weiter?« fragte Adele.
»Wir wanderten zusammen,« fuhr Grau fort, »und es schien als wanderten wir
eine endlose Zeit in der grauen Nacht, aber ich wanderte dahin und fühlte
mich glücklich an der Seite der schönen Frau. Die Frau sprach sehr gütig zu
mir, aber ich weiß nicht mehr, was sie sagte, doch ich erinnere mich, daß
sie sehr gütig zu mir sprach. Ich habe niemals im Leben diese Güte in der
Stimme einer Frau gehört, aber im Traume hörte ich sie, niemals hatte ich
die sanfte Hand einer Frau auf meinem Arm gefühlt, aber im Traume, da
fühlte ich es. So sanft war sie! Wir wanderten über die Heide und mein Herz
war fröhlich. Wir unterhielten uns in einer fremden Sprache, aber ich hatte
keine Schwierigkeiten damit, ich verstand, ich sprach --«
»So ist es im Traume.«
»Ja. Der Boden war sanft unter unsern Füßen und wir konnten unsere Schritte
nicht hören -- wie jetzt, da wir über die Wiesen gehen. In der Heide
blühten Blumen. Es war eigentümlich, ich sah sie erst jetzt, die ganze
Heide war voll davon. Sie waren klein und niedrig und hatten Traumfarben.
Sie waren Tulpen ähnlich, durchsichtige mattfarbene Kelche hatten sie. Aber
in jedem dieser Kelche lebte -- so schien es -- ein Lichtgeisterchen, die
Lichtgeisterchen umschwebten die Blumen, sie saßen auf dem Blütenrande, sie
wirbelten hin und her. Plötzlich sah ich die ganze Luft von solchen
Geisterchen erfüllt, die auf und nieder schwebten. Sieh, sagte ich zur
Frau, sieh, und ergriff den Arm der Frau und deutete in die Luft --« Grau
erzählte so eifrig, daß er die Hand auf Adeles Arm legte und in die Luft
deutete, als sei sie erfüllt von Wesen, Adele sah ihn lächelnd an -- »sieh
doch, sagte ich, sieh doch! Sie lachte leise. Ich habe vergessen, daß du
ein Mensch bist, sagte sie, ein Blinder und Unwissender. Weißt du denn
nicht, daß jeder Hauch der Luft erfüllt ist von Wesen? -- Wir mußten einen
schmalen Bach überschreiten und ich war sehr erstaunt zu sehen, daß sich
über den Wellen des Baches Tausende von Quellengeisterchen tummelten, sie
schwebten hin und her in der Bewegung der Wellen und über einem kleinen
Strudel kreisten sie im Reigen, sie tanzten und lachten leise. Wie
merkwürdig, dachte ich, deshalb ist es so eigentümlich berückend auf das
Rieseln eines Baches zu lauschen? Ich beugte mich herab und beobachtete die
Geisterchen, sie sahen mich alle mit kleinen lichtgrünen Augen an. Sie
kamen mir so nahe, daß ich glaubte sie fühlen zu müssen, ein Geisterchen
streifte meine Wange, ein anderes saß einen Augenblick lang auf meiner
Lippe.«
»Plötzlich erschrak ich. Ein hohler, tiefer Ton, der stark tremulierte,
erschütterte die Luft. Ich begann zu zittern, denn der Ton klang
unheimlich, er klang bald in der Ferne, bald schrecklich nahe und ich
zitterte, denn ich fühlte mich allein inmitten der Nacht und inmitten einer
Welt, in der ich ein Fremder war. Warum zitterst du denn? sagte die Frau an
meiner Seite, aber sie sprach gütig. Oh, ihr Menschen seid solch feige
zitternde Gespenster, nichts wollt ihr verlieren, nicht einmal euer Leben.
Wie lächerlich erscheint ihr doch den andern Wesen.«
»Wir gingen und sprachen und die Frau an meiner Seite sagte mir, daß ich
einen schwachen Kopf habe und nie denken gelernt hätte, wie alle Menschen
sähe ich nur die Oberfläche der Dinge. Ihr gebärdet euch alle überaus klug
und wichtig, sagte sie, und euer Gehirn ist doch so schwach, daß es bei
jedem kleinen Gedanken explodiert und der Gedanke ist noch dazu falsch.
Weshalb lebst du, weißt du es? -- Welche Angst hatte ich doch zu antworten!
Ich lebe um meine Seele zur Harmonie und Schönheit zu entfalten, sagte ich.
Die Frau lächelte. Wie oberflächlich ist das doch! sagte sie. So lebe ich
vielleicht, um meine Seele zur Güte, zur Liebe und Wahrheit und
Gerechtigkeit zu erziehen? Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Das ist ja
alles so nebensächlich, sagte sie. Nun, sagte ich, ich lebe vielleicht um
mich zu wundern? -- Da faßte sie meinen Arm und sagte: Verhülle dein
Gesicht! Ich tat es, ich sah wie sie rasch die Hände auf das Gesicht legte
und verging, als sterbe sie. Ein Hauch fuhr über die Heide und der leise
Gesang der Geisterchen ringsum vereinigte sich zu einem einzigen Ton, der
wie ein leises Seufzen klang. Ich versank in eine Art Schlaf und als ich
erwachte, ging ich wieder neben der Frau in der grauen Nacht.«
»Ich sah keine Blumen mehr, die Heide war eine gewöhnliche Heide und ich
erkannte die Kühle und den Geruch vom Anfange unserer Wanderung wieder. Es
ist Zeit, daß ich gehe, sagte die Frau, der Sternschnuppenregen ist
vorüber. Leben Sie wohl. -- Sie sprach wie eine Fremde.
Leben Sie wohl! sagte ich und zog den Hut.
Sie sah mich an und lächelte eigentümlich, sie stand ganz nahe.
Leben Sie wohl, wiederholte sie, Sie haben mich heute nicht wiedererkannt.
Leben Sie wohl.
Leben Sie wohl.
Sie gab mir die Fingerspitzen der beiden Hände und sah mich an. Leben Sie
wohl, flüsterte sie, bis wir uns wiedersehen!
Leben Sie wohl.
Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Sie wissen nicht, was ich denke?
Nein? Leben Sie wohl. -- Sie ging und wandte sich noch einmal zu mir um und
bewegte die Lippen. Sie verschwand, ich weiß nicht wohin. Ich stand in der
Heide und blickte ringsum. -- Das ist der ganze Traum,« schloß Grau.
Adele blickte auf den Boden und lächelte. Wie seltsam! Welch ein schöner
Traum! »Vielleicht haben Sie im Traume viele wahre Dinge erblickt, die wir
in Wirklichkeit nicht sehen können? Wie seltsam!« Sie standen am Gitter des
Parkes.
Nach einer Weile sagte sie: »Was hat jene Frau doch gemeint, als sie sagte:
Sie wissen nicht, was ich denke?«