Viertes Kapitel

In den Häusern zündete man die Lampen an und die Glocken läuteten den Abend

ein, als die Gesellschaft in die Stadt eintrat. In den Straßen war es schon

auffallend dunkel und merkwürdig warm. Kinder lärmten und die Leute standen

vor den Häusern um die erfrischende duftende Luft zu genießen. Man hörte

Stimmen in den noch dunkeln Zimmern, Worte, die gerufen wurden, die Familie

des Schlächtermeisters Keim war um eine Talgkerze versammelt und nahm das

Abendessen ein.

Am Marktplatze ging die Gesellschaft unter vielem Lärm und fröhlichem

Lachen auseinander.

Grau und Adele gingen miteinander. Sie hatten den gleichen Weg.

»Wir haben ja den gleichen Weg!« sagte Adele und sie sahen einander an und

nickten. Sie waren beide beklommen und stiegen schweigend die Stufen

hinauf. Über die Mauer des Friedhofes und aus Eisenhuts Garten hingen

Zweige und Blüten, so daß sie durch eine Gasse von Blüten und Duft gingen.

Es war schwül hier und dämmerig. Adele stand still und sog den Duft ein.

»Es ist Jasmin.«

»Ja, es ist Jasmin!« sagte Grau und wieder begegneten sich ihre Blicke.

Oben war es kühler. Sie atmeten auf.

Adeles Blicke gingen über die Stadt hin, in der es mehr blühende Bäume als

Häuser gab. Aus dem Dunst der Dämmerung blinzelten Lichter und auf einem

Dache lag ein fahler goldener Ton. Eisenhuts Garten war eine einzige lange

Woge von Blüten, die gegen die Höhe anschäumte. Adele schüttelte den Kopf

und deutete auf Eisenhuts Gartenmauer.

»Die Tafeln,« sagte sie, »die Tafeln sind verschwunden. Vor den Hunden wird

gewarnt, Vorsicht Selbstschüsse -- Sie erinnern sich? Was ist doch mit

Herrn Eisenhut vorgegangen? So artig und nett, wie er heute war! Was mußten

Sie sich doch denken, als ich ihn auf dem Liederkranzball so schlecht

behandelte?«

»Es ist wahr, Sie waren grausam gegen ihn.«

»Aber warum doch? Warum quälte ich ihn denn? Ich hatte zu viel Sekt

getrunken und plötzlich kam es über mich. So häßlich war ich an jenem

Abend. Und Eisenhut quälte ich, weil ich mich ihm gegenüber schuldig

fühlte. Freilich, er erinnerte mich auch zu oft daran. Ich habe einmal

schlecht gegen ihn gehandelt und er hat mir doch einen großen Dienst

erwiesen -- er lieh mir zehntausend Mark und wollte nicht einmal einen

Schuldschein haben -- aber ich will gar nicht davon sprechen. Ich habe auch

noch andre häßliche Bemerkungen gemacht.« Sie sah Grau prüfend an.

»Ich erinnere mich nicht mehr an alles, was an jenem Abend gesprochen

wurde,« sagte Grau.

»Das ist gut,« fuhr Adele fort, sie stockte. »Haben Sie denn Besuch, Herr

Grau? Es sitzt jemand auf Ihrer Treppe,« fragte sie.

Vor dem kleinen Hause Graus saß eine dunkle Gestalt und rauchte Pfeife. Es

war ein kleiner alter Mann. Er erhob sich und machte eine Verbeugung.

»Ich rauche Ihre Pfeife, Herr Grau, mit Ihrer Erlaubnis,« sagte er.

»Es ist ein alter Handwerksbursche,« sagte Grau, »der vorläufig hier wohnt.

Er saß eines Tages auf meiner Treppe, abends, als ich heim kam, fand ich

ihn da. Er war krank und hatte Fieber. Man hatte ihm die Aufnahme in der

Herberge verweigert, weil seine Papiere nicht in Ordnung waren. Ich konnte

ihm doch nicht gut ein Obdach verweigern, zumal er Fieber hatte, nicht

wahr? Übrigens stört er mich nicht, ich habe ja so viel Raum.«

»Wie lange wohnt er schon hier?«

»Drei Wochen. Warum?«

»Ich meine nur. Ich habe gehört, Sie haben Ihr Bett verschenkt und behelfen

sich selbst mit einem Strohsack?«

Grau lächelte. »Eine merkwürdige Stadt!« sagte er. Sonst nichts.

»Eine Dame hat es erzählt. Das Bett gehört ja zum Pfarrhause, es gehört

nicht Ihnen?«

»Ich werde ein neues Bett kaufen,« sagte Grau. »Sagen Sie der Dame, sie

könne ganz unbesorgt sein. Ich habe das Bett hergeliehen, einer armen

Wöchnerin. Ja, mein Gott, ich kann doch da nicht erst lange fragen, wem das

Bett gehört? Eine ganz merkwürdige Stadt!« -- Adele lachte leise.

Sie gingen schweigend an der Parkmauer entlang bis zum Gitter. Adele

blickte hinein. Im Hause war ein Flügel beleuchtet und man hörte ein

Klavier.

»Wir haben Gesellschaft,« sagte sie, »die Offiziere von Weinberg.« Sie sah

zu den hellen Fenstern hinauf und lauschte. »Es ist Mama, die spielt.« Sie

blickte in den weiten Park hinein, dahin wo er ganz dunkel lag, und

schüttelte den Kopf. Sie fröstelte. Sie blickte Grau lange an. Dann sagte

sie mit einem Blick auf die hellen Fenster: »Ich habe keine Lust. Kommen

Sie!«

Sie gingen weiter, den Weg entlang, der in den Wald führte. Es war ein

Kiesweg und man sah ihn weit hinein in den Wald fließen, obgleich es hier

ganz dunkel war. Zu ihren Häupten schlängelte sich eine schmale blaue

Straße des Himmels und ein früher Stern wanderte darauf. Bald versank jeder

Laut hinter ihnen und sie waren allein.

Zuerst hörten sie ihre Schritte auf dem Kies, aber das Ohr gewöhnte sich

daran und lauschte auf die tiefe Ruhe des Waldes.

»Welcher Friede, fühlen Sie!« sagte Grau leise.

»Ja, hier ist Friede!« sagte Adele, deren Gesicht in der Dunkelheit zu

leuchten anfing. Sie stand still und wandte die Augen auf Grau. Er sah ihre

Augen, so hell waren sie. »Horchen Sie! Hören Sie das Klavier nicht mehr?«

»Nein.«

»Es ist Mama, die spielt. Ich höre es jetzt auch nicht mehr. Da sitzt sie

nun, meine kleine Mama und spielt und wartet auf mich. Denn sie tut ja

nichts andres. Sie wartet und die Herren lachen und plaudern. Sie sagt zu

Konrad: Konrad, wenn meine Tochter kommt, melden Sie es mir sofort. Sie

wartet und wird immer nervöser. Ich aber komme nicht.«

»Sollten Sie nicht umkehren?« fragte Grau.

Adele schüttelte den Kopf. »Nein,« sagte sie, »ich habe keine Lust. Ja,

fühlen Sie doch den Frieden hier, Sie haben recht, wir wollen den Frieden

hier fühlen. Wie es riecht! Als ob Sie Rinde abschälten. Haben Sie viel

Frieden in sich? Ich nicht, nein, ich würde lügen, würde ich es behaupten.

-- Das heißt, es ist ja nicht so schlimm,« fuhr sie mit freierer Stimme

fort, »es ist nur der Frühling, weil alles so schön ist und die jungen

Mädchen heute lachten so viel.«

Der Kiesweg war zu Ende. Sie gingen in einem Walde hoher Fichten. Der Boden

war glatt von Nadeln und Moos und es roch hier nach Harz und Wurzeln.

Grau lächelte, und als ob Adele sein Lächeln gefühlt habe, blickte sie zu

ihm her. Er sagte: »Wir gehen wie im Werke einer großen Orgel, zwischen all

den schlanken Pfeifen. Als der Geist der Orgel gehen wir hier.«

Er sah, daß Adele lächelte; ihre hellen Augen glänzten.

»Warum sprechen Sie so eigentümlich?« fragte sie.

»Sprach ich denn eigentümlich?«

»Ja, Ihre Stimme klang ganz verändert.«

Adele blickte zu den schwarzen phantastischen Wipfeln empor, die regungslos

dastanden, wie aus Erz gegossen, und einen fahlen grauen Himmel sehen

ließen, als beginne es zu tagen. Sie lächelte und sagte: »Aus unseren

Orgelstunden ist leider nichts geworden. Sie erinnern sich, daß ich neulich

bei Ihnen anfragte?«

Er stehe jederzeit zur Verfügung.

»Ich danke Ihnen aufrichtig,« sagte Adele, »aber der Baron sieht es nicht

gerne, mein Bräutigam. Ich weiß nicht warum, aber er hat solche Angst, die

Leute könnten über mich sprechen. Und dann hat er es noch nie gehört, daß

eine Dame Orgel spielte. Wüßte er, daß ich mit Ihnen hier gehe, so hätte er

nichts dagegen, nein, aber er hätte Angst, jemand könnte es sehen. Er hält

viel auf Etikette. Er denkt in jeder Beziehung frei und vornehm, aber er

will nicht, daß die Leute über mich sprechen. Sie haben ihn doch kennen

gelernt? Sind Sie in ein Gespräch mit ihm gekommen?«

»Wir haben nur ein paar nichtssagende Worte gewechselt.«

»Schade!« sagte Adele. »Ich wünschte, Sie hätten mit ihm gesprochen, er ist

sehr gebildet und klug. Freilich ist er ja meist zu müde zum Sprechen, er

liebt es auch nicht, er ist schweigsam. Sie würden vielleicht den Eindruck

bekommen, daß er etwas konventionell ist in seinen Anschauungen. Er könnte

zum Beispiel nie einen Handwerksburschen beherbergen, niemals in seinem

Leben -- aber er ist --. Vor allem liebt er mich sehr, er liest mir jeden

Wunsch von den Augen ab.«

»Sie werden ja nun bald heiraten?«

»Ja.« Adele blickte auf den Weg. »Er, der Baron, drängt sehr. Auch fühlt

sich Mama jetzt besser. Mir eilt es ja nicht so sehr -- obgleich ich den

Baron von ganzem Herzen liebe. Er besitzt eine Menge großer Eigenschaften,

Sie würden das bald herausfinden -- nun hört der Wald auf -- lassen Sie uns

nicht von diesen Dingen sprechen. Weshalb sehen Sie mich an?

Es ist ja langweilig für Sie, nur von meinen Angelegenheiten zu hören, Herr

Grau. Deshalb. Wollen Sie mir nicht jenen Traum zu Ende erzählen, den Sie

auf dem Ball begannen?«

»Gerne.«

Sie traten aus dem Walde und der Rücken der Höhe lag im Dämmerlichte vor

ihnen. Im Tale zogen Nebel und die Stadt war in Dunst gehüllt. Einige

Lichter flimmerten, und wo der Bahnhof lag, blinzelte eine Reihe von

Laternen wie der Leichenzug eines armen Mannes. Der Himmel war fahl und

einige matte Sterne schwebten darin. Sie gingen am Rande des Waldes entlang

und kamen an eine Bank. Adele macht Miene sich niederzusetzen, aber sie

ging weiter.

»Jene Frau und ich,« begann Grau, »gingen über die Heide, es war graue

Nacht und ganz still. Es war fahl wie jetzt, nur daß es dem Morgen zuging,

es war aber stiller als jetzt, obgleich hier kein Laut zu hören ist.

Trotzdem war es stiller. Die Luft war kühl, so wie sie ist, wenn der Morgen

nahe ist, sie war gewürzt von all den Kräutern und Blumen, die in der Heide

blühten. Wir gingen schweigend dahin, jene Frau, mit der Sie eine leichte

Ähnlichkeit haben, und ich. Alles war wie ein Schatten und wir selbst

schienen Schatten zu sein, die in der grauen Nacht dahingingen. Es standen

viele Sterne am Himmel, aber sie leuchteten nicht. Plötzlich begann es zu

sausen über unseren Häuptern und ein Heer von Sternschnuppen, ein

ungeheurer Regen von Sternschnuppen jagte blitzschnell über den Himmel und

verschwand hinter dem Horizonte. Es waren Milliarden von Sternschnuppen,

der ganze Himmel war fegendes Feuer. Ich erschrak, denn ich hatte niemals

so etwas Schönes gesehen. Warte, sagte die Frau an meiner Seite -- und

wieder fegten Milliarden von Sternschnuppen über den Himmel. Diesmal

dauerte es lange Zeit, endlos schien der goldene Regen zu sein. Endlich

hörte er auf und die letzten Funken versprühten am Horizonte. Mein Herz

schlug heftig, ja, es schlägt jetzt sogar bei der Erinnerung an dieses

schöne Schauspiel, das schöner war, als alles was ich im Wachen und im

Traum gesehen habe.«

»Es wurde wieder fahl wie zuvor und die Frau sah mich lange an. Wie gefiel

es dir? sprach sie. Ich nickte, ich sagte nichts.«

»Und weiter?« fragte Adele.

»Wir wanderten zusammen,« fuhr Grau fort, »und es schien als wanderten wir

eine endlose Zeit in der grauen Nacht, aber ich wanderte dahin und fühlte

mich glücklich an der Seite der schönen Frau. Die Frau sprach sehr gütig zu

mir, aber ich weiß nicht mehr, was sie sagte, doch ich erinnere mich, daß

sie sehr gütig zu mir sprach. Ich habe niemals im Leben diese Güte in der

Stimme einer Frau gehört, aber im Traume hörte ich sie, niemals hatte ich

die sanfte Hand einer Frau auf meinem Arm gefühlt, aber im Traume, da

fühlte ich es. So sanft war sie! Wir wanderten über die Heide und mein Herz

war fröhlich. Wir unterhielten uns in einer fremden Sprache, aber ich hatte

keine Schwierigkeiten damit, ich verstand, ich sprach --«

»So ist es im Traume.«

»Ja. Der Boden war sanft unter unsern Füßen und wir konnten unsere Schritte

nicht hören -- wie jetzt, da wir über die Wiesen gehen. In der Heide

blühten Blumen. Es war eigentümlich, ich sah sie erst jetzt, die ganze

Heide war voll davon. Sie waren klein und niedrig und hatten Traumfarben.

Sie waren Tulpen ähnlich, durchsichtige mattfarbene Kelche hatten sie. Aber

in jedem dieser Kelche lebte -- so schien es -- ein Lichtgeisterchen, die

Lichtgeisterchen umschwebten die Blumen, sie saßen auf dem Blütenrande, sie

wirbelten hin und her. Plötzlich sah ich die ganze Luft von solchen

Geisterchen erfüllt, die auf und nieder schwebten. Sieh, sagte ich zur

Frau, sieh, und ergriff den Arm der Frau und deutete in die Luft --« Grau

erzählte so eifrig, daß er die Hand auf Adeles Arm legte und in die Luft

deutete, als sei sie erfüllt von Wesen, Adele sah ihn lächelnd an -- »sieh

doch, sagte ich, sieh doch! Sie lachte leise. Ich habe vergessen, daß du

ein Mensch bist, sagte sie, ein Blinder und Unwissender. Weißt du denn

nicht, daß jeder Hauch der Luft erfüllt ist von Wesen? -- Wir mußten einen

schmalen Bach überschreiten und ich war sehr erstaunt zu sehen, daß sich

über den Wellen des Baches Tausende von Quellengeisterchen tummelten, sie

schwebten hin und her in der Bewegung der Wellen und über einem kleinen

Strudel kreisten sie im Reigen, sie tanzten und lachten leise. Wie

merkwürdig, dachte ich, deshalb ist es so eigentümlich berückend auf das

Rieseln eines Baches zu lauschen? Ich beugte mich herab und beobachtete die

Geisterchen, sie sahen mich alle mit kleinen lichtgrünen Augen an. Sie

kamen mir so nahe, daß ich glaubte sie fühlen zu müssen, ein Geisterchen

streifte meine Wange, ein anderes saß einen Augenblick lang auf meiner

Lippe.«

»Plötzlich erschrak ich. Ein hohler, tiefer Ton, der stark tremulierte,

erschütterte die Luft. Ich begann zu zittern, denn der Ton klang

unheimlich, er klang bald in der Ferne, bald schrecklich nahe und ich

zitterte, denn ich fühlte mich allein inmitten der Nacht und inmitten einer

Welt, in der ich ein Fremder war. Warum zitterst du denn? sagte die Frau an

meiner Seite, aber sie sprach gütig. Oh, ihr Menschen seid solch feige

zitternde Gespenster, nichts wollt ihr verlieren, nicht einmal euer Leben.

Wie lächerlich erscheint ihr doch den andern Wesen.«

»Wir gingen und sprachen und die Frau an meiner Seite sagte mir, daß ich

einen schwachen Kopf habe und nie denken gelernt hätte, wie alle Menschen

sähe ich nur die Oberfläche der Dinge. Ihr gebärdet euch alle überaus klug

und wichtig, sagte sie, und euer Gehirn ist doch so schwach, daß es bei

jedem kleinen Gedanken explodiert und der Gedanke ist noch dazu falsch.

Weshalb lebst du, weißt du es? -- Welche Angst hatte ich doch zu antworten!

Ich lebe um meine Seele zur Harmonie und Schönheit zu entfalten, sagte ich.

Die Frau lächelte. Wie oberflächlich ist das doch! sagte sie. So lebe ich

vielleicht, um meine Seele zur Güte, zur Liebe und Wahrheit und

Gerechtigkeit zu erziehen? Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Das ist ja

alles so nebensächlich, sagte sie. Nun, sagte ich, ich lebe vielleicht um

mich zu wundern? -- Da faßte sie meinen Arm und sagte: Verhülle dein

Gesicht! Ich tat es, ich sah wie sie rasch die Hände auf das Gesicht legte

und verging, als sterbe sie. Ein Hauch fuhr über die Heide und der leise

Gesang der Geisterchen ringsum vereinigte sich zu einem einzigen Ton, der

wie ein leises Seufzen klang. Ich versank in eine Art Schlaf und als ich

erwachte, ging ich wieder neben der Frau in der grauen Nacht.«

»Ich sah keine Blumen mehr, die Heide war eine gewöhnliche Heide und ich

erkannte die Kühle und den Geruch vom Anfange unserer Wanderung wieder. Es

ist Zeit, daß ich gehe, sagte die Frau, der Sternschnuppenregen ist

vorüber. Leben Sie wohl. -- Sie sprach wie eine Fremde.

Leben Sie wohl! sagte ich und zog den Hut.

Sie sah mich an und lächelte eigentümlich, sie stand ganz nahe.

Leben Sie wohl, wiederholte sie, Sie haben mich heute nicht wiedererkannt.

Leben Sie wohl.

Leben Sie wohl.

Sie gab mir die Fingerspitzen der beiden Hände und sah mich an. Leben Sie

wohl, flüsterte sie, bis wir uns wiedersehen!

Leben Sie wohl.

Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Sie wissen nicht, was ich denke?

Nein? Leben Sie wohl. -- Sie ging und wandte sich noch einmal zu mir um und

bewegte die Lippen. Sie verschwand, ich weiß nicht wohin. Ich stand in der

Heide und blickte ringsum. -- Das ist der ganze Traum,« schloß Grau.

Adele blickte auf den Boden und lächelte. Wie seltsam! Welch ein schöner

Traum! »Vielleicht haben Sie im Traume viele wahre Dinge erblickt, die wir

in Wirklichkeit nicht sehen können? Wie seltsam!« Sie standen am Gitter des

Parkes.

Nach einer Weile sagte sie: »Was hat jene Frau doch gemeint, als sie sagte:

Sie wissen nicht, was ich denke?«

Der Tor: Roman · 第 56 / 86 题