Susanna lachte leise: »Aber wie kannst du das doch behaupten, Mütterchen!
Nun, ja, er ist ein wenig leichtsinnig, Herr Grau. Und er ist
verschwenderisch. Die ganze Familie gibt das Geld leicht aus. Auch Adele
braucht viel Geld, ja, sie wirft das Geld zum Fenster hinaus, kann ich
Ihnen sagen. Und nun brach das Feuer aus! Sie waren hoch versichert.«
Susanna blickte Grau lange an. »Denken Sie, wie böse die Menschen sein
können! Sie wissen, was ich meine!« Susanna ballte die Fäuste.
»Ja,« sagte Grau; »es ist übrigens recht gut möglich, daß das Feuer von
selbst entstanden ist,« fügte er hinzu, »durch Wolle, Späne oder irgend
etwas.«
Susanna lächelte. »Aber hören Sie, es war doch ein Glück dabei. Ja, ein
großes Glück. Nämlich er, der Major, er wollte keine Versicherung mehr
bezahlen. Auch die Freifrau nicht. Der Beamte der Gesellschaft
unterhandelte mit ihnen und da warf sich Adele ins Zeug und sagte, man
müsse versichern. Die Freifrau hat es den Sindings-Mädchen erzählt. Wie
gut, daß wir Adele nachgegeben haben, sagte sie.«
»Das war allerdings Glück im Unglück!« sagte Grau.
»Aber ich wollte ja von Adele erzählen, wie eigentümlich sie ist,« fuhr
Susanna fort. »Denken Sie, sie hat keine Miene gerührt, als das Feuer
ausbrach und niemals darüber gesprochen. Sie war der einzige Mensch in der
Stadt, der nicht davon sprach, es war gerade, als ob nichts geschehen wäre.
Auch den glücklichen Umstand, daß gerade sie es war, die auf die Erneuerung
der Versicherung drang, ließ sie unerwähnt, zu keinem Menschen sprach sie
davon. Auch als sie sich verlobte -- sie hat sich mit einem Baron Kirchgang
verlobt, aus einer sehr reichen und feinen Familie -- ja, da hat sie
ebenfalls keine Miene gerührt. So eigentümlich ist sie. Manchmal scheint es
als ob sie aus einer andern Welt sei.«