Damit zeigt sich ein weiterer wesentlicher Zug des Gaskampfes. Das
Proletariat, das früher Panzerplatten, Kanonen, Sprengstoffe, Munition
herstellte, kannte genau den Zweck der Fabrikation. Im Zeitalter des
Giftgaskrieges weiß der Arbeiter in der Fabrik nicht mehr, ob er ein
harmloses Heilmittel, irgend eine Farbe oder ein äußerst gefährliches
Giftgas herstellt.
Hier enthüllt sich mit voller Schärfe die konterrevolutionäre Forderung
der Zweiten Internationale, daß man bei Kriegsausbruch den Krieg einfach
unmöglich mache, dadurch, daß man keine Munition herstellt. Hier zeigt
sich klar, daß diese Forderung nur dazu dient, das Proletariat von der
Erkenntnis der unerbittlichen Notwendigkeit des Kampfes gegen die
Bourgeoisie, des „Krieg dem Kriege“, abzuhalten.
Der nächste Krieg wird in der Hauptsache geführt werden gegen die großen
Städte und gegen die Industriezentren. Das Proletariat ist in seiner
Masse im nächsten Krieg an die Produktionsstätten gebunden. Der
Hauptangriff richtet sich gegen die Produktionswerkstätten, die
verschärfte Bedeutung haben, da es in diesem nächsten Krieg auf die
dauernde Produktion der Giftstoffe und der Flugzeuge ankommt.
Der nächste Krieg wird geführt werden von einer vom Proletariat
losgelösten Spezialistentruppe mit Waffen, bei deren Produktion der
Arbeiter nicht weiß, daß er Waffen herstellt. So erscheint das
Proletariat zunächst getrennt und losgelöst von der Waffe, aber in weit
höherem Maß ist die Waffe wiederum dadurch in seine Hand gegeben, daß
das Proletariat an den Stätten der Produktion von Kriegsmitteln, die
eine weit höhere Bedeutung gewinnen, in starkem Maß konzentriert ist.
Damit wird die einzige Möglichkeit für das Proletariat, diesem kommenden
Krieg zu begegnen oder ihn zu beendigen, klar sichtbar: nur wenn es die
Leitung der Produktion in den Händen hat, nur wenn es den Betrieb
besitzt, kann es die Produktion der Kriegsmittel verhindern. Daher wird
mit erhöhter Notwendigkeit die Umwandlung der kapitalistischen
Wirtschaft in die proletarische vorzunehmen sein. Dies kann nur
geschehen dadurch, daß die Bourgeoisie gestürzt und das Proletariat die
Leitung der Produktion, die Macht überhaupt übernimmt. So verlangt die
moderne Kriegsführung ihre schleunigste Beendigung durch die Umwandlung
des Krieges in einen Krieg des Proletariats gegen die Bourgeoisie zu
ihrem Sturze. Diese Kriegsführung verlangt schon vorher die Vorbereitung
des Kampfes des Proletariats.“