4. Giftgase und Proletariat

Damit zeigt sich ein weiterer wesentlicher Zug des Gaskampfes. Das

Proletariat, das früher Panzerplatten, Kanonen, Sprengstoffe, Munition

herstellte, kannte genau den Zweck der Fabrikation. Im Zeitalter des

Giftgaskrieges weiß der Arbeiter in der Fabrik nicht mehr, ob er ein

harmloses Heilmittel, irgend eine Farbe oder ein äußerst gefährliches

Giftgas herstellt.

Hier enthüllt sich mit voller Schärfe die konterrevolutionäre Forderung

der Zweiten Internationale, daß man bei Kriegsausbruch den Krieg einfach

unmöglich mache, dadurch, daß man keine Munition herstellt. Hier zeigt

sich klar, daß diese Forderung nur dazu dient, das Proletariat von der

Erkenntnis der unerbittlichen Notwendigkeit des Kampfes gegen die

Bourgeoisie, des „Krieg dem Kriege“, abzuhalten.

Der nächste Krieg wird in der Hauptsache geführt werden gegen die großen

Städte und gegen die Industriezentren. Das Proletariat ist in seiner

Masse im nächsten Krieg an die Produktionsstätten gebunden. Der

Hauptangriff richtet sich gegen die Produktionswerkstätten, die

verschärfte Bedeutung haben, da es in diesem nächsten Krieg auf die

dauernde Produktion der Giftstoffe und der Flugzeuge ankommt.

Der nächste Krieg wird geführt werden von einer vom Proletariat

losgelösten Spezialistentruppe mit Waffen, bei deren Produktion der

Arbeiter nicht weiß, daß er Waffen herstellt. So erscheint das

Proletariat zunächst getrennt und losgelöst von der Waffe, aber in weit

höherem Maß ist die Waffe wiederum dadurch in seine Hand gegeben, daß

das Proletariat an den Stätten der Produktion von Kriegsmitteln, die

eine weit höhere Bedeutung gewinnen, in starkem Maß konzentriert ist.

Damit wird die einzige Möglichkeit für das Proletariat, diesem kommenden

Krieg zu begegnen oder ihn zu beendigen, klar sichtbar: nur wenn es die

Leitung der Produktion in den Händen hat, nur wenn es den Betrieb

besitzt, kann es die Produktion der Kriegsmittel verhindern. Daher wird

mit erhöhter Notwendigkeit die Umwandlung der kapitalistischen

Wirtschaft in die proletarische vorzunehmen sein. Dies kann nur

geschehen dadurch, daß die Bourgeoisie gestürzt und das Proletariat die

Leitung der Produktion, die Macht überhaupt übernimmt. So verlangt die

moderne Kriegsführung ihre schleunigste Beendigung durch die Umwandlung

des Krieges in einen Krieg des Proletariats gegen die Bourgeoisie zu

ihrem Sturze. Diese Kriegsführung verlangt schon vorher die Vorbereitung

des Kampfes des Proletariats.“

(CHCl=CH)3As (Levisite); oder, Der einzig gerechte Krieg · 第 98 / 229 题