Und schon wurde der Kommunist von einigen kräftigen Ordnungsleuten
heruntergeholt. Genosse Bauer schüttelte noch den Kopf und riet
überlegen freundschaftlich von Gewaltanwendung in diesem besonderen Fall
ab.
„Hofrichter-Rauscher-Breuer-Kuttner!“ drohte der Kommunist mit der Faust
... „und damals in den Kapptagen, erinnern Sie sich noch auf der
Pressekonferenz ... Sie, ihr, die wirklichen Urheber an der Ermordung
... Soll ich Ihnen das sozialdemokratische Rezept verraten: Was sagt
euer Wels: „Wir haben eine Bewegung der Arbeitermassen nicht zu
fürchten. Wenn sie über unsere Köpfe hinwegzugehen droht, stellen wir
uns an ihre Spitze und biegen die Bewegung um, wie 1918 ...“
Dies schrie der Kommunist noch, schon halb aus dem Saal geschleift.
Ein riesiger athletischer Bursche vom republikanischen Ordnerdienst
klopfte jetzt auf ihm mit einem stählernen Totschläger einigemal herum.
„Längst erledigt! Zur Sache! Moskowiter! Genosse Bauer hat jetzt das
Wort ...“
„Hinaus ... aus ... aus ...“ echote es rings.
Am Saaleingang aber vermochte sich der Kommunist doch noch einmal
aufzurichten, sich loszureißen und mit einer mächtigen Stimme
schleuderte er zurück:
„Ihr, ihr, ihr dort oben: ihr habt dem Proletariat den Mut, das
Kraftgefühl, das Selbstvertrauen gestohlen. Und das ist vielleicht von
allen eueren Missetaten, Unterlassungssünden, Gemeinheiten das
Allerschlimmste ... Ihr seid in den Reihen der bürgerlichen Klassenarmee
nichts weiter als die Spezialkommandos zur Niederknüppelung der
revolutionären Arbeiterschaft ... Ihr seid der Klassenfeind im eigenen
Lager ... Pfui, Mörder, Schufte, Verräter! Schluß mit euch ...!“
Die Saaltür krachte jetzt zu.
„So ein Kommunist ist nicht tot zu kriegen ...“