Es ist Zeit für mich, zu gehen, Mutter. Ich gehe.
Wenn Du im fahlen Dunkel der einsamen Dämmerung Deine Arme ausstreckst
nach Deinem Kindchen im Bett, werde ich sagen: »Kindchen ist nicht da!«
-- Mutter, ich gehe.
Ich werde ein zarter Lufthauch werden und Dich liebkosen; und ich werde
das Kräuseln auf dem Wasser sein, wenn Du badest, und Dich küssen und
wieder küssen.
In der Sturmnacht, wenn der Regen auf die Blätter prasselt, wirst du
mein Flüstern hören in Deinem Bett, und mein Lachen wird mit dem Blitz
durchs offne Fenster in Dein Zimmer leuchten.
Wenn Du wach liegst, an Dein Kindchen denkend bis spät in die Nacht,
werd' ich singen zu Dir von den Sternen: »Schlaf, Mutter, schlaf.«
Auf den irrenden Mondstrahlen werd' ich mich über Dein Bett stehlen und
auf Deiner Brust liegen, während Du schläfst.
Ich werde ein Traum werden und durch die kleine Öffnung Deiner
Augenlider werd' ich in die Tiefen Deines Schlafes schlüpfen; und wenn
Du aufwachst und bestürzt herumschaust, werd' ich wie ein glitzernder
Leuchtkäfer hinaus ins Dunkle schwirren.
Wenn zum großen Puja-Feste die Nachbarskinder kommen und herumspielen im
Haus, werd' ich in die Musik der Flöte schmelzen und in Deinem Herzen
schlagen den ganzen Tag.
Die liebe Muhme wird kommen mit Puja-Geschenken und wird fragen: »Wo ist
unser Kindchen, Schwester?«
Mutter, Du wirst ihr leise sagen: »Er ist in den Sternen meiner Augen,
er ist in meinem Körper und in meiner Seele.«