Detaillierte Angaben über Richtung und Geschwindigkeit des W

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| Anmerkungen zur Transkription |

| |

| Gesperrter Text ist als ÷gesperrt÷ markiert, kursiver Text |

| als ¯kursiv¯, und Fettdruck als $fett$. Tiefgestelle Indizes |

| sind mit {} markiert und mit einem führenden _ versehen, |

| wobei kein Leerzeichen vor oder nach dem _ steht (also etwa |

| F_{1}). Hochgestellte Indizes sind mit einem führenden ^ |

| markiert, wobei kein Leerzeichen vor oder nach dem ^ steht |

| (also etwa v^3). Brüche sind als 1/2 dargestellt, bei |

| Zahlenangaben bedeutet 2-1/2 soviel wie 2,5 (und nicht 1,5). |

| Die Subtraktion ist hingegen mit freistehendem Leerzeichen |

| geschrieben (wie 2 - 1/2 = 1-1/2). In mathematischen Formeln |

| wurden Klammern hinzugefügt, um die Operatorbindung zu |

| verdeutlichen. Das Wurzelzeichen in Formeln ist als [sqrt] |

| dargestellt, die dritte Wurzel als [3root]. Anmerkungen zu |

| Änderungen befinden sich am Ende des Buches. |

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DIE

LUFTSCHIFFAHRT der GEGENWART.

DIE

LUFTSCHIFFAHRT

DER

GEGENWART.

Von

Hauptmann HERMANN HOERNES.

MIT EINER TAFEL UND 161 ABBILDUNGEN.

[Illustration]

WIEN, PEST, LEIPZIG.

÷A. HARTLEBEN'S VERLAG.÷

1903.

ALLE AUTOREN-RECHTE, INSBESONDERE DAS RECHT DER ÜBERSETZUNG

IN FREMDE SPRACHEN VORBEHALTEN.

DRUCK VON FRIEDRICH JASPER IN WIEN.

VORWORT.

Nimmt man verschiedene Zeitungsblätter zur Hand, so stößt man fast jeden

Tag auf irgend eine Notiz aëronautischen Inhaltes. Betrifft diese

»sportliche Fahrten mit Ballons« oder Berichte über »lenkbare Ballons«,

»Flugmaschinen« oder »simultane Ballonfahrten« u. dgl. m., stets wird

dem Leser zugemutet, auf einem Gebiete bewandert zu sein, das, nach

Ansicht des Laien, eigentlich noch gar keine Berechtigung hat, das

Tagesgespräch zu bilden, ist doch dem Menschen die Beherrschung des

Luftozeans noch immer nicht gelungen! Die rege Beteiligung der Presse an

einem Schmerzenskinde der Menschheit läßt uns aber erkennen, wie tief

das Interesse an der Sache der Luftschiffahrt trotzdem allenthalben ist.

Es äußert sich nicht nur in der Beteiligung an den zahlreichen

Luftschiffer-Vereinen und Aëro-Klubs, an den Auffahrten und

wissenschaftlichen Untersuchungen etc., sondern wird auch bestätigt

durch die zahlreichen, stets wiederkehrenden Projekte, Anfragen und

Nachrichten aus dem Laien-Publikum. Die Erfahrung lehrt, wie schwierig

es solchen Personen, welche nicht fachmännisch gebildet sind, wird, aus

dem großen Wuste der widersprechendsten Nachrichten sich zurecht zu

finden.

Es war daher meine Absicht, in einer allgemein verständlichen Weise den

Umfang und das Wesen der aëronautischen Bestrebungen der letzten Jahre

zu erläutern, den Leser mit den hervorragenderen Leistungen auf dem

Gebiete des sogenannten Kunstfahrens bekannt zu machen und ihn in

weiterer Folge über die Bestrebungen der Aëronautik (Ballontechnik) und

Aviatik (Flugtechnik) der allerletzten Jahre zu informieren.

Von einer Behandlung der Militär-Aëronautik wurde abgesehen, weil sie

später in einer eigenen Schrift erörtert werden soll.

Eine rein theoretische Behandlung des Stoffes schien demnach von

vorneherein ausgeschlossen.

Die vorliegende Schrift wendet sich somit nicht so sehr an die

Fach-Aëronauten, obwohl sie auch diesen, wegen der darin enthaltenen

Übersichtlichkeit des Stoffes und als Nachschlagebehelf nicht

unwillkommen sein dürfte, sondern an den großen Kreis jener, welche den

Bestrebungen der Luftschiffahrt überhaupt sympathisch gegenüberstehen.

Entschieden hat bis jetzt ein in deutscher Sprache abgefaßtes Werk,

welches die vielen Gebiete der Luftschiffahrt in einer auch dem Laien

verständlichen Weise erörtert, gefehlt. Diese Lücke soll durch die

Herausgabe dieses Buches nach Möglichkeit ausgefüllt werden.

Als hauptsächlichste Quellen wurden benützt: vor allen die

»Illustrierten, aëronautischen Mitteilungen«, dann die »Zeitschrift für

Luftschiffahrt«, »Velo«, »l'Auto-Velo«, »Allgemeine Sportzeitung«,

»l'Aérophile«, »Aeronautics«, »The Aeronautical Annual« und meine

eigenen Schriften.

Der sehr rührigen Verlagsbuchhandlung danke ich bestens für ihre warme

Unterstützung.

So möge denn dieses Werk hinaus in alle Welten wandern und dem Leser

verkünden, was die Luftschiffer treiben, wie sie den Gelehrten nützen

und was die Flugtechniker arbeiten, um einst dem entzückten, nimmer

ruhenden Menschen freibestimmend das Antlitz der Erde aus dem Reiche der

Lüfte zu zeigen.

÷Korneuburg.÷

DER VERFASSER.

INHALTS-VERZEICHNIS.

I. Kapitel.

$Vorbegriffe.$ Seite

1. Die Luft 1

2. Der Wind 2

3. Der Luftwiderstand 3

¯A)¯ Allgemeines 3

¯B)¯ Experimente 5

¯C)¯ Resultate 6

¯D)¯ Folgerungen aus dem Luftwiderstandsgesetze 7

4. Motoren 8

5. Luftschrauben 14

6. Materialien 18

II. Kapitel.

$Interessante Fahrten mit Kugelballons.$

1. Einleitendes 21

2. Zielfahrten 22

3. Hochfahrten 26

4. Weitfahrten 35

5. Dauerfahrten 43

6. Fahrten bei Windstille 49

III. Kapitel.

$Besonders interessante Ballonfahrten.$

1. Die Andréesche Nordpol-Ballonexpedition 50

2. Ballonfahrten über die Alpen 63

3. Bersons Hochfahrt in England 68

4. Graf de la Vaulx' Fahrt über das Mittelländische Meer 74

5. Fahrt über die Sahara 82

6. Fahrt über den Großen Ozean 83

7. Jagd nach dem Ballon 86

IV. Kapitel.

$Meteorologische Ballonfahrten.$

1. Einleitendes 90

2. Beobachtungen vom Fesselballon aus 91

3. Registrierballons (Ballons sondés) 94

4. Die Instrumentenfrage 101

5. Simultane Ballonfahrten 107

V. Kapitel.

$Der lenkbare Luftballon.$

1. Einleitendes 116

2. Wesen und Theorie des lenkbaren Ballons 125

3. Parallelballons 130

4. Überlastete Ballons 133

5. Die lenkbaren Ballons von Zeppelin, Severo, Dumont etc. 136

6. Neueste Ballonprojekte 145

7. Schlußwort zu den lenkbaren Ballons 150

VI. Kapitel.

$Drachen.$

1. Einleitendes 154

2. Verschiedene Drachenkonstruktionen 155

Eddy-Drache 155

Hargrave-Drache 158

Lamson-Drache 162

Zimmermann-Drache 166

Russische Drachen 167

Nickelscher Drache 167

Kabel und Kabelwinde 171

3. Drachenaufstiege 172

4. Drachen-Observatorien 176

5. Drachenaufstiege mit Menschen 176

VII. Kapitel.

$Der persönliche Kunstflug.$

1. Lilienthals Versuche 174

2. Der Leiterdrache 181

3. Die vielflügelige Gleitmaschine 184

4. Die Doppelflächen-Gleitmaschine 194

5. Die Doppeldeck-Gleitmaschine 198

6. Wrights Grundsätze für den Gleitflug 199

7. Weitere Entwicklung des persönlichen Kunstfluges 201

VIII. Kapitel.

$Flugmaschinen.$

1. Allgemeines 203

2. Drachenflieger 208

Die Kreßschen Drachenflieger 228

3. Schraubenflieger 237

4. Schaufelradflieger 240

5. Segelradflieger 244

6. Flügelflieger 246

$Schlußwort$ 250

$Sachregister$ 256

FIGURENVERZEICHNIS.

Figur Seite

1 Friedrich Ritter von ÷Loessl÷, der bis jetzt erfolgreichste

Experimentator auf dem Gebiete des Luftwiderstandes 5

2 Der Röhrenkessel von Maxims Drachenflieger 9

3 Hiram ÷Maxim÷, seinen leichten, 170 pferdestarken Dampfmotor

hebend 10

4 Herrings leichter Motor für Flugmaschinen 12

5 ÷Santos-Dumont÷, den Buchet-Motor seines Ballons betrachtend 13

6 Schrauben- und Drachenfliegermodell von Hargrave 16

7 Blick in die aëronautische Werkstatt von ÷Lachambre÷ in

Vaugirard 18

8 Schematische Skizze des Wasserstofferzeugungs-Apparates von

÷Tissandier÷ 20

9 und 10, Plaquette für die Sieger der aëronautischen Wettflüge in

Paris 1900. Besitzer Graf Henry de la Vaulx 22

11 Auffahrt im Park von Vincennes. Abfahrt des Herrn ÷Nirolleau÷ 25

12 Ballonfüllung im aëronautischen Park von Vincennes am 24. Juni

1900, 8 Uhr früh 28

13 Gefüllte Ballons zum Aufstiege bereit im aëronautischen Park von

Vincennes, am 24. Juni 1900, 3 Uhr nachmittags 29

14 Gaston ÷Tissandier÷, berühmter französischer, aëronautischer

Schriftsteller 30

15 Gefüllte Kugelballons im aëronautischen Park von Vincennes zur

Hochfahrt bereit 32

16 Dr. ÷Süring÷ erreichte am 31. Juli 1901 mit ÷Berson÷ zusammen die

bis jetzt größte erstiegene Höhe von 10.500 ¯m¯ 34

17 Ansicht der Encinte von Paris mit der Ballonhalle und einem

gefüllten Ballon im Park von Vincennes aus einer Höhe von etwa

600 ¯m¯ 36

18 Blick aus 200 ¯m¯ Höhe von einem auffahrenden Ballon aus auf dem

Auffahrtsplatz, wo noch acht gefüllte Ballons zur Fahrt bereit

stehen 40

19 Bilder der berühmtesten, französischen Kugelballons-Luftschiffer

der Gegenwart und zwar von links nach rechts: Graf ÷Castillon de

St. Victor÷, ÷Hervieu÷, ÷Balsan÷, ÷Faure÷, Graf ÷de la Vaulx÷,

÷Juchmès÷, ÷Maison÷ 44

20 Halbgefüllte Ballons im aëronautischen Park von Vincennes am

17. Juni 1900, 9 Uhr früh 46

21 Füllung der Ballons im aërostatischen Park zu Vincennes am

17. Juni 1900, 9 Uhr früh 47

22 ÷Andrée÷, der Führer der ersten Luftballon-Nordpolexpedition 52

23 ÷Fränkel÷, Teilnehmer an der Andrée-Expedition 53

24 ÷Strindberg÷, Teilnehmer an der Andrée-Expedition 54

25 ÷Niels Ekholm÷, ist von der Andréeschen Luftballon-Nordpolexpedition

zurückgetreten 56

26 Ballonhalle mit gefülltem Ballon im Viragohafen 57

27 Viragohafen mit Umgebung. Auffahrtsstelle der

Andrée-Expedition 59

28 Der Ballonkorb des Andréeschen Ballons 60

29 Der Ballon »÷Wega÷« zur Abfahrt über die Alpen bereitgestellt 63

30 Blick vom Ballon »÷Wega÷« aus einer Höhe von 4100 ¯m¯ bei seiner

Fahrt über die Alpen 1899 auf die Rhonetalgletscher 65

31 Blick vom Ballon »÷Wega÷« aus auf den Genfer See und dessen

Umgebung 66

32 ÷Spelterinis÷ Auffahrt vom Rigi aus 67

33 Ballonauffahrt von Turin aus 68

34 Porträt von ÷Berson÷ 70

35 Gefüllter Ballon an Bord eines französischen Schiffes 75

36 Die Ausrüstung des Ballonkorbes des »Méditerranéen Nr. I«,

am Vorabend der Auffahrt 77

37 Der »Méditerranéen« auf seiner Fahrt über dem Mittelländischen

Meere 79

38 Weg einiger Ballons über den Ärmel-Kanal 84

39 Fallschirmballon von Louis ÷Capazza÷ 88

40 Ballon mit Drachenflächen 92

41 Drachenballon aus der Ballonfabrik A. Riedinger in Augsburg auf

der Jubiläums-Ausstellung in Wien. Konstruktion von Parseval und

Bartsch von Sigsfeld 93

42 Wilfrid de ÷Fonvielle÷, berühmter, aëronautischer

Schriftsteller 95

43 Instrument zum Messen der Temperatur in großen Höhen

(Thermophore) 102

44 Enveloppe meteorologischer Instrumente für Ballons sondées 103

45 Instrument zum Messen des Luftdruckes in großen Höhen

(Barograph) 104

46 Enveloppe meteorologischer Instrumente für Ballons sondées 105

47 Originalkurven von den selbstregistrierenden Instrumenten vom

19. September 1897 aufgenommen 106

48 Major ÷Moedebeck÷ 111

49 Hauptmann ÷Groß÷ 112

50 Henry ÷Giffard÷, der Erbauer des ersten

»lenkbaren Dampf-Luftballons« (1852) 116

51 Drei berühmte, französische Ballon-Konstrukteure (÷Dupuy de Lôme÷,

÷Renard÷, ÷Krebs÷) 117

52 Porträt von Charles ÷Renard÷ 118

53 Renard-Krebsscher Ballon vom Jahre 1884, erreichte 6 ¯m¯

Geschwindigkeit pro Sekunde und kam unter sieben Fahrten fünfmal

wieder auf seinen Auffahrtsplatz zurück 119

54 Die Gondel des »lenkbaren Ballons« Schwarz von vorne gesehen 120

55 Die Gondel des »lenkbaren Ballons« Schwarz von rückwärts

gesehen 122

56 Graf von ÷Zeppelin÷ 123

57 Das Luftschiff des ÷Grafen von Zeppelin÷ in der Luft 124

58 Querschnitt durch die schwimmende Ballonhalle des Grafen von

Zeppelin mit ausziehbarem Floß, auf dem der Ballon montiert war 125

59 Verschiedene Typen »lenkbarer Ballons«, und zwar: 1. sphäroidaler

Ballon von Giffard mit Tragstange, 2. zylindrischer Ballon von

Haenlein, 3. fischförmiger Ballon von Renard-Krebs 126

60 Lenkbarer Ballon von Campbell aus dem Jahre 1889 127

61 Lenkbarer Ballon von Debayeux 128

62 Der Doppelballon von Rozé 131

63 Blick in den Zwischenraum des »lenkbaren Ballons« Rozé 132

64 ÷Santos-Dumont÷, der Gewinner des Deutsch-Preises 137

65 ÷Santos-Dumont÷ auf seiner Fahrt zum Eiffelturm 138

66 ÷Santos-Dumont÷ in seinem Ballontraggerüste des Ballons Nr. 5,

aus seiner Ballonhalle im Aëro-Klub ausfahrend 139

67 Landung des »Santos-Dumont« Nr. 2 im Jardin d'Acclimation in

Paris, am 18. März 1899 141

68 Aufstieg des lenkbaren Ballons von Santos-Dumont 142

69 Santos-Dumonts lenkbarer Ballon Nr. 5 auf der Fahrt über dem Bois

de Boulogne 143

70 Lenkbarer Ballon von Santos-Dumont von unten gesehen 144

71 Der Ballon von Santos-Dumont in der Bucht von Monte Carlo

manövrierend 145

72 Lenkbarer Ballon »Bartolomeu de Gusmão« von Severo 146

73 ÷Severo÷ 147

74 Generelle Längs- und Querschnitte von Severos Ballon »Pax« 148

75 ÷Deutsch de la Meurthe÷ 149

76 ÷L'Hoste÷, französischer Luftschiffer, welcher den Kanal La Manche

mehrmals mit seinem Ballon überflogen hat 150

77 Schematische Skizze von L'Hostes »Lenkbarem Ballon« 151

78 Lenkbarer Ballon Cuyer 151

79 P. J. ÷Janssen÷, Direktor des physikalisch-aëronautischen

Observatoriums zu Meudon 152

80 Eddy-Drache, wie er von Baden-Powell zum Aufheben von Menschen

Verwendung findet 156

81 Dom- oder Haubendrache 158

82 Hargrave-Drache 158

83 Hargrave-Drache 159

84 Hargrave-Drache 159

85 Hargrave Zellen-Drache 159

86 Hargrave-Drache 160

87 Zwei Hargrave-Drachen neuesten Modells 161

88 Hargrave-Drache 162

89 Chanutes System von gewölbten Schachteldrachen 162

90 Vielzelliger Drache von Lecornu 163

91 ÷Hargrave÷, australischer Flugtechniker 164

92 Lamsons Multiple Folding-Drache 165

93 Lamsonscher Drache 165

94 Lamsonscher Drache in der Luft 166

95 Seitenansicht von Zimmermanns Drachen 166

96 Russischer Drache 167

97 Nickels Registrier-Drache. Ansicht von unten 168

98 Vorbereitungen zum Aufstieg vom Nickelschen Drachen 169

99 Der Nickelsche Drache im Aufsteigen begriffen. Links vor dem

Drachen steht Offizial Hugo Nickel 171

100 Kurven, welche von an Drachen befestigten Apparaten aufgenommen

werden 174

101 Aufstieg eines Beobachters mit Hilfe von Hargrave-Drachen 180

102 Drache von Millet mit Korb für einen Beobachter 181

103 Ingenieur Otto ÷Lilienthal÷ 183

104 ÷Lilienthal÷ mit seinem Fächerfallschirmapparate 184

105 ÷Lilienthal÷ im Momente des Abspringens mit seinem

Fallschirmapparate 184

106 ÷Lilienthal÷ mit einem seiner ersten Fallschirmapparate in den

Lüften 185

107 ÷Lilienthal÷ mit seinem Fallschirmflieger im absteigenden Aste

seiner Flugkurve von unten gesehen 187

108 ÷Lilienthal÷ mit seinem Doppelsegelapparate in den Lüften 187

109 ÷Percy S. Pilcher÷ 188

110 Der amerikanische Flugtechniker Octave ÷Chanute÷ 190

111 Leiterdrache von Chanute (Ladder Kite) 191

112 ÷Chanute÷ macht im Jahre 1896 den Absprung 192

113 Die vielflügelige Gleitmaschine 193

114 Fallschirmflieger von Chanute aus dem Jahre 1896 194

115 Die Doppelflächen-Gleitmaschine 195

116 Querschnitt durch eine Gleitmaschine 196

117 Flugapparat von Butusow 197

118 Kochs Flügelflieger 198

119 Wilbur Wrights Flugdrache 198

120 Lamsonscher Flieger 199

121 Patrick ÷Alexander÷, aëronautischer Schriftsteller 204

122 Aëroplan von Pénaud aus dem Jahre 1872 215

123 Drachenflieger von Henson 216

124 Hiram ÷Maxim÷ 218

125 Maxims Drachenflieger aus dem Jahre 1889 219

126 Maxims Drachenflieger, Querschnitt-Modell 1889 219

127 Landungsvorrichtung bei Maxims Drachenflieger 220

128 Die Unterseite des Maximschen Drachenfliegers mit einer Gruppe

von Besuchern 220

129 Maxims Drachenflieger auf der Rollbahn 221

130 Maxims Drachenflieger, letzte Type 221

131 Flugapparat von Ader 222

132 ÷Langley÷, amerikanischer Flugtechniker und Mitglied des

Smithsonian-Institutes in Washington 223

133 Langleys Aërodrom 224

134 Drachenflieger von Carelli, Seitenansicht 225

135 Draufsicht auf den Drachenflieger von Carelli 225

136 Carellis Drachenflieger, von unten gesehen 226

137 Drachenflieger von Karos, von der Seite gesehen 227

138 Drachenflieger von Karos, von oben gesehen 227

139 Die drei Ansichten des von Samuelson ausgeführten

Modelldrachenfliegers 227

140 Hofmanns Drachenflieger mit Stelzenapparat 228

141 Flugtechniker Wilhelm ÷Kreß÷ 229

142 Von Kreß projektierter Drache 229

143 Von Kreß projektierter Drache, im zusammengelegten Zustande 230

144 Kreßscher Drachenflieger, Projekt aus dem Jahre 1894 230

145 Kreßscher Drachenflieger 230

146 Kreßscher Drachenflieger, Modell 1899-1901. Von der Seite

gesehen 231

147 Kreßscher Drachenflieger, Modell 1900-1901. Von oben und

rückwärts gesehen 232

148 Seitenansicht des Kreßschen Drachenfliegers. Die Tragflächen sind

noch nicht montiert. Modell 1902 233

149 Ansicht des Kreßschen Drachenfliegers, Modell 1902. Von rückwärts

gesehen 234

150 Ansicht des Kreßschen Drachenfliegers und seiner Bauhütte. Modell

1902. Von vorne gesehen 235

151 Perspektive Ansicht des projektierten Drachenfliegers von Rosborg

und Nyberg mit Eiskufen 236

152 Drachenflieger von Whitehead (Weißkopf) 236

153 Schaufelflieger von Koch 240

154 Kochs Schaufelrad-Flugmaschine. Seitenansichten und

Vorderansicht 241

155 Schaufelrad von Kochs Schaufelrad-Flugmaschine 241

156 Stahldrahtgerüste des Schaufelradfliegers von Koch, nach

einer Originalphotographie 242

157 Kochs Schaufelrad-Flugmaschine. Draufsicht 243

158 Längs- und Querschnitt des Segelradfliegers von Wellner 245

159 Flügel-Fliegermodelle von Pichancourt 1889 246

160 Motor eines Flügelfliegers mit führenden Mechanismen 247

161 Flügelradflieger. Modell von Major Moore 248

I. Kapitel.

Vorbegriffe.

1. Die Luft.

Das Studium der Eigenschaften der atmosphärischen Luft bildet die

÷Basis÷ aller flugtechnischen Betrachtungen.

Im gewöhnlichen Leben nimmt man von der Existenz der Luft nicht viel

Notiz. Sie als einen wirklichen ÷Körper÷ zu betrachten, fällt uns in der

Regel nicht ein und doch muß man dies, denn die einzelnen Flugobjekte

÷durchfliegen÷ nicht nur die Luft, sondern diese ist auch jenes wichtige

und gewichtige Medium, welches einerseits die erforderliche Tragkraft

liefert, anderseits den zu überwindenden Widerstand leistet.

Es kann nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, die für die Flugtechnik so

wichtigen Eigenschaften der Luft alle detailliert zu besprechen. Ihre

eingehende Behandlung fällt teils in das Gebiet der Physik, teils in

jenes der Meteorologie und würde für sich allein einen stattlichen Band

ausmachen. Nur flüchtig soll daher auf das weite Gebiet dieses Themas

hingewiesen und jedem ernsten Flugtechniker ans Herz gelegt werden, sich

wohl vertraut zu machen, nicht nur mit der Zusammensetzung der Luft,

sondern auch mit den so variierenden Temperaturverhältnissen, der

Abnahme der Wärme mit der Höhe, den Vorsichten bei der Messung der

Temperaturen, dem Drucke und dem Gewichte der Luft, dem Einflusse der

einzelnen Faktoren auf die verschiedenen Eigenschaften der Luft, der

Feuchtigkeit, respektive dem Wassergehalte der Luft, der Bildung der

Niederschläge, der Bewölkung etc. Auch die akustischen, optischen und

elektrischen Erscheinungen der Atmosphäre, sowie insbesondere die

Elastizität der Luft, sind Eigenschaften, welche den Luftschiffer

intensiv interessieren.

Man nahm einst an, die Verhältnisse zwischen Luft und Wasser seien sehr

ähnlich, was jedoch nicht in dem Maße der Fall ist, als man, besonders

früher, glaubte. Abgesehen davon, daß ja die Luft circa 777mal leichter

als das Wasser ist, ist sie weit leichter zusammendrückbar als letzteres

und ihm an Elastizität unendlich überlegen. Deshalb sind, wie neuere

Forschungen immer mehr dartun, die von Experimenten mit Wasser

herrührenden Erfahrungsresultate keineswegs so ohne weiteres auch auf

die Luft zu übertragen.

Von besonderer Bedeutung ist das mit der Höhe abnehmende spezifische

÷Gewicht÷ der Luft. Dieses ist sehr variabel, also bei weitem kein

konstanter Wert, sondern abhängig von der jeweilig herrschenden

Temperatur und dem Barometerstande, in geringem Maße auch von dem

vorhandenen Grade der Feuchtigkeit.

2. Der Wind.

Ein weiteres, sehr beachtenswertes Element, mit dem die Flugtechnik

rechnen muß, ist der Wind.

Dieser ist nichts anderes, als in Bewegung begriffene Luft. Er entsteht

durch Druckunterschiede in der Atmosphäre, indem Luft aus den Bereichen

höheren, in die niederen Druckes fließt.

Während die ÷Meteorologie÷ sich zumeist mit der Ermittlung der

Hauptwindrichtung und der durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten,

deren täglichen Perioden, der Verteilung des Windes auf der Erde und dem

gesetzmäßigen Auftreten beider, den Schwankungen u. dgl. befaßt,

studiert die ÷Flugtechnik÷ außerdem noch die Einwirkung des Windes auf

die Flugobjekte, die in kleinen Intervallen auftretenden primären und

sekundären Schwankungen des Windes, der vertikalen und horizontalen

Richtung und der Geschwindigkeit nach.

Bezüglich der ÷Windarten÷ unterscheiden wir zwischen ÷gleichmäßig÷

wehendem Wind, welcher in der Natur zumeist nur für wenige Augenblicke

vorkommt und zwischen ÷stoßweisem÷ Wind, welcher, wenigstens in der Nähe

der Erdoberfläche, als die Regel angenommen werden muß.

Alle Berechnungen können sich nur auf die erstere Gattung des Windes

beziehen; jedoch muß man sich die letztere Eigenschaft des Windes dabei

stets vor Augen halten. Die ÷Unbeständigkeit der Luftströmungen÷ zeigen

uns (in größeren Höhen) nicht nur die Wolken und die Ballonfahrten an,

sondern auch (in den niederen Schichten der Atmosphäre) der aus den

Schornsteinen aufsteigende Rauch, die wirbelnden Blätter, der Staub, das

Treiben des Schnees, das Wogen der Saatenfelder, das Rauschen der Wälder

etc.

Zum ÷Messen der Windgeschwindigkeiten÷ hat man in neuester Zeit

besonders sinnreiche Apparate konstruiert, welche auch die in kleinen

Zeiträumen wiederkehrenden Fluktuationen des Windes zu beobachten

gestatten. Es sei hier unter anderem auf die Apparate von Lilienthal,

Wellner und Langley kurz verwiesen, sowie auf meine in der Broschüre

»Ballonbeobachtungen und deren graphische Darstellung« enthaltenen

Anweisungen darüber.

Versuche und Messungen ergeben, daß die Windgeschwindigkeiten innerhalb

nur weniger Sekunden sehr bedeutend differieren, so daß (wenn man sich

die Zeiten auf einer Abszissenachse, die Geschwindigkeiten auf einer

Ordinatenachse aufträgt) selbe durch größere oder kleinere Wellenlinien

wiedergegeben werden, in deren auf- und absteigenden Ästen wieder

sekundäre Schwankungen auftreten.

Die bisherigen Versuche zeigten, daß der Ablenkungswinkel gegen die

mittlere Windrichtung oft 10-20 und mehr Grade beträgt, die Differenzen

des Neigungswinkels der jeweiligen Windstriche gegen die Horizontale

übersteigen nicht selten selbst im ebenen Terrain 5-6 Grade. Eine

mechanische Ausnützung dieses Umstandes durch Flugobjekte ist schwer

denkbar. Trotzdem muß man diese Eigentümlichkeit des Windes sich stets

gegenwärtig halten. Wer weiß übrigens, ob diese ÷sekundären÷

Schwankungen für schnell fliegende Luftschiffe wirklich von Belang sind?

Von besonderer Wichtigkeit ist die Geschwindigkeit und die ÷Richtung des

Windes÷, welche für die Bahn des Luftschiffes über der Erde von

entscheidendem Einflusse wird.

Gleichmäßig wehender Wind ist wohl auf die vertikale Bahn des

Flugobjektes ohne Einfluß, weil letzteres die Geschwindigkeit des Windes

annimmt und alle Rechnungen bezüglich der Tragfähigkeit, Bahn etc. so

auszuführen sind, als ob gänzliche Windstille herrschen würde, doch

variiert die Geschwindigkeit des zurückgelegten Weges sehr bedeutend, je

nachdem Mit- oder Gegenwind weht. Es ist ein alter Erfahrungssatz, daß

gerade für Anfänger die sogenannte ÷Windfrage÷ meist eine Klippe bildet,

über die zu kommen, bei der großen Zahl der auf diesem Gebiete

existierenden Schriften höchst fraglichen wissenschaftlichen Wertes,

oft recht schwer fällt.

Detaillierte Angaben über Richtung und Geschwindigkeit des Windes,

dessen Häufigkeit und Wechsel, respektive Zunahme mit der Höhe und alle

für Luftschiffahrt in Betracht kommenden Faktoren findet man in meinem

Buche »Lenkbare Ballons« auf den Seiten: 59-93, ferner auf den Seiten

188-203.

3. Der Luftwiderstand.

¯A.¯ Allgemeines.

Der ÷Luftwiderstand÷ ist die Ursache der in der Luft verzögerten

Bewegung von Flugobjekten im Gegensatze zur Bewegung im luftleeren

Raume.

Das ÷Luftwiderstandsgesetz÷ ist jener analytische Ausdruck, welcher den

Einfluß sämtlicher, die absolute Größe des Luftwiderstandes bestimmenden

Elemente rechnungsmäßig darstellt.

÷Hervorgerufen÷ wird der Luftwiderstand dadurch, daß das Flugobjekt an

die Luft eine bestimmte Menge Energie überträgt.

Wie aus Obigem hervorgeht, ist der Luftwiderstand eine ÷Kraft÷, welcher

bei Bewegung des Flugobjektes an demselben wirkt und einen Verlust an

Energie hervorbringt. Dieser Verlust muß, nach dem bekannten Satze von

der Arbeit, wonach die Aktion stets dasselbe Maß an Reaktion

hervorbringt, gleich sein der auf die Luft übertragenen Energie-Menge.

Wie an jeder Kraft, ist auch an dem Luftwiderstande zu unterscheiden

zwischen der ÷Größe÷ und der ÷Richtung÷ derselben. Diese Elemente

hängen, wie eine einfache Überlegung lehrt, ab von:

¯a)¯ der Geschwindigkeit der Bewegung;

¯b)¯ den Dimensionen des Körpers;

¯c)¯ der Gestalt des Körpers;

¯d)¯ der Lage der jeweiligen Achse;

¯e)¯ dem Zustande der Luft.

In der Flugtechnik befassen wir uns im allgemeinen nur mit

Geschwindigkeiten bis zu 50, eventuell 80, im Maximum 100 Meter per

Sekunde, also mit geringen Größen im Gegensatze zur Ballistik.

Die Gestalt der zu betrachtenden Körper ist meist eine flächenartige

oder doch eine aus einer Kombination von Flächen zusammengesetzte. Nur

selten werden Rotationskörper in Anwendung kommen.

¯B.¯ Experimente.

Zur Ermittlung des Luftwiderstandsgesetzes wird ausschließlich der

experimentelle Weg eingeschlagen. Es würde zu weit führen, alle Methoden

und darauf bezügliche Daten hier auch nur auszugsweise wiederzugeben.

Die Vornahme dieser Experimente soll stets in großen, geschlossenen

Räumlichkeiten geschehen. Die Resultate der in der freien Atmosphäre

veranstalteten Experimente sind infolge von Wind und sonstigen

Witterungserscheinungen so voll von Fehlerquellen, daß sie wenig

brauchbar werden. In diese Kategorie gehören Versuche von Langley,

Wellner, Cailletet, Collardeau, Touche, Lilienthal u. a. Die Experimente

selbst teilen sich in solche mit Rundlauf- und in solche mit

Wageapparaten gemachte ein, über deren Gebrauch und Verwendung man in

÷von Loessls÷ ausgezeichneten Schriften, besonders in seinem Hauptwerke:

»Die Luftwiderstandsgesetze, der Fall durch die Luft und der Vogelflug«,

Wien 1896, die Seiten 3-23 nachlesen wolle.

[Illustration: Fig. 1. Friedrich Ritter von ÷Loessl÷, der bis jetzt

erfolgreichste Experimentator auf dem Gebiete des Luftwiderstandes.]

Bei allen werden ebene, dünne Flächen in gleichmäßige Bewegung gesetzt

und die sich hierbei ergebenden Widerstände ihrer Größe nach durch

wiederholt angestellte Versuche ermittelt. Diese Messungen erfordern

einen großen Aufwand von Zeit, Mühe, Geduld, Fleiß, Accuratesse, Geld u.

dgl. mehr und sind viele Jahre hindurch in geradezu mustergiltiger Weise

von Loessl ausgeführt worden.

Ein Blick auf die hier beigefügte Tafel, welche eine Anzahl von diesem

hervorragenden Experimentator verfertigter Versuchsmodelle im Bilde

enthält, läßt die aufgewendete Arbeitsleistung ahnen.

¯C.¯ Resultate.

Infolge der oben besprochenen Gründe anerkennt man heute als einwandfrei

nur jene Resultate, welche ÷von Loessl÷ bei seinen minutiösen

Luftwiderstandsmessungen gefunden hat.

Um die Ergründung dieses Luftwiderstandsgesetzes machten sich außerdem

noch folgende Experimentatoren verdient:

Newton, Bernoulli, Euler, Borda, Robins, Thibault, du Buat, Poncelet,

Kummer, Didion, Piobert, Robin, Rouse, Hutton, Vince, Helie, Virlet,

Majewski, Bashfort, Krupp, Wellner, Lilienthal, Langley, Maxim,

Weisbach, Renard, Eytelwein, Gerlach, Lord Raleigh, Smeaton etc. etc.

Aus dieser Aufzählung allein kann man schon ermessen, wieviel auf diesem

Gebiete experimentiert wurde; trotzdem sind noch bei weitem nicht alle

Fragen einspruchsfrei beantwortet.

Die Größe des Luftwiderstandes ist innerhalb jener

Geschwindigkeitsgrenzen, welche uns interessieren, gleich groß, ob sich

nun eine Fläche mit einer bestimmten Geschwindigkeit in ruhender Luft

vorwärts bewege, oder ob dieselbe Fläche im Raume feststehend, von immer

gleichförmig bewegter Luft mit derselben Geschwindigkeit getroffen

werde. Stets kommt es auf die relative Bewegung zwischen Luft und

Flugobjekt an.

Mit Hilfe von Experimenten, indem man Flächen von bekannter Größe mit

variablen Geschwindigkeiten umlaufen ließ, hat man gefunden, daß der

Luftwiderstand proportional der Größe der bewegten Fläche sei und mit

dem Quadrate der Geschwindigkeit der Luft wachse.

Von einem gewissen Einflusse ist auch das Gewicht der Luft, in dem die

Flächen- oder Körperbewegungen vor sich gehen. Hierbei muß man sich

gegenwärtig halten, daß das Gewicht der Luft von der Temperatur und dem

Luftdrucke abhängig ist.

Die geometrische Figur der Experimentalfläche hat einen mehr

untergeordneten Einfluß.

[Illustration: Kleine Versuchsobjekte in dem Loesslschen Laboratorium

für Luftwiderstands-Messung.

September 1902.]

Vor der Fläche bildet sich ein sogenannter ÷Luftkegel÷, das ist ein

Kegel ruhender komprimierter Luft, welche sich im Zustande des

statischen Gleichgewichtes befindet und der die bewegte Luft gleichsam

keilförmig ablenkt.

Über die äußere ÷Luftreibung÷ liegen noch sehr wenige Daten vor, im

allgemeinen vernachlässigt man sie.

Überhaupt ist dieses Gebiet, so grundlegend das Luftwiderstandsgesetz

für die theoretische Behandlung des Gegenstandes genannt werden muß,

noch ein viel zu wenig durchforschtes.

Allgemein ausgedrückt, ist der Luftwiderstand direkt proportioniert

einem Produkte, bestehend aus dem spezifischen Gewichte der Luft, der

Fläche, einem dieser entsprechenden Koeffizienten, dem Quadrate der

Geschwindigkeit und umgekehrt proportioniert der Accelleration der

Schwere.

Im algebraischen Gewande lautet diese Formel:

R = γ/g ξ F v^2, worin bedeuten:

R = den Luftwiderstand in ¯kg¯ einer Fläche von beliebiger Gestalt;

γ = das spezifische Gewicht der Luft in ¯kg¯, bei der jeweilig

herrschenden Temperatur und dem betreffenden Barometerstande;

g = die Accelleration der Schwere;

F = die Fläche in ¯m^2¯;

ξ = einen von der Form und Lage der Fläche abhängigen Koeffizienten.

Bei ebenen Flächen, welche geneigt sind, ist ξ = sin α, d. h.

gleich dem Sinus des Neigungswinkels;

v = die relative Bewegung zwischen Luft und Fläche in Meter per

Sekunde.

¯D.¯ Folgerungen aus dem Luftwiderstandsgesetze.

Die Arbeitsgleichung des Luftwiderstandsgesetzes gibt uns wertvollen

Aufschluß über die für flugtechnische Probleme so wichtigen

Arbeitsleistungen. Die Experimente lehren uns, daß die Arbeit mit der

dritten Potenz der Geschwindigkeit wächst, was wohl zu beherzigen ist.

Aus den einzelnen, hier nicht wieder gegebenen Formeln lassen sich eine

ganze Reihe höchst wichtiger Gleichungen entwickeln, welche nicht nur

über die Natur des Luftwiderstandsgesetzes vieler einschlägiger

flugtechnischer Fragen Aufklärung geben, sondern uns überhaupt neue

Bahnen bei Behandlung dieses Gegenstandes eröffnen.

Wer sich für dieses Kapitel intensiv interessiert, den verweise ich auf

das ÷Loessl÷sche Werk über die Luftwiderstandsgesetze pag. 149-178 und

auf meine Schrift: »÷Das Loesslsche Luftwiderstandsgesetz und dessen

Anwendung auf die Flugtechnik÷«, Sonderabdruck aus den »Technischen

Blättern« in Prag.

4. Motoren.

Wir wollen nun eine kurze Umschau über die für ballon- und

flugtechnische Zwecke brauchbaren Motoren halten. Die Motoren müssen die

Widerstandsarbeit leisten. Um ein Gutachten über die verschiedenen

Kraftspender abgeben zu können, und die richtige Wahl zwischen

verschiedenen zu treffen, muß man Maschinentechniker sein. Aber selbst

diesem fällt die Abgabe eines Urteiles bezüglich der Brauchbarkeit des

einen oder des anderen Motors oft recht schwer.

Die ÷Bedingungen÷, welche ein solcher erfüllen muß, sind meist recht

komplizierter Natur, oft bis knapp an die Grenze des Erreichbaren

gehend. Bekanntlich unterscheiden wir zwei Hauptgruppen von Motoren, es

sind dies:

1. ÷die Accumulatoren,÷

2. ÷die eigentlichen Motoren.÷

In erstere legen wir künstlich Energie hinein, (wir laden sie), die

theoretisch gleich der zu leistenden Arbeit, praktisch infolge der

zahlreichen Effektsverluste natürlich stets bedeutend größer sein muß.

Dies sind künstliche Accumulatoren. Die zweite Gattung leistet eine

Arbeit infolge Verwertung von natürlichen Accumulatoren, wie z. B. von

Kohle, Gas, brennbaren Ölen etc.

Für Zwecke der Luftschiffahrt kommen von ÷künstlichen Accumulatoren÷ in

Betracht:

Maschinen mit komprimiertem Gas,

Natronlaugenmaschinen,

Dynamos mit elektrischen Accumulatoren.

Von ÷eigentlichen Motoren÷:

die Dampfmaschinen,

die Gas-, Petroleum- oder Benzin-Motoren,

Dynamos mit Primärbatterien,

Dampfturbinen.

Welchen Bedingungen sollen die für flugtechnische Zwecke gebauten

Maschinen entsprechen?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten; ich will versuchen, die

Hauptbedingungen aufzuzählen.

1. Soll das Gewicht der Maschine im Verhältnis zur Leistung, 2. der

Verbrauch an Material ein Minimum sein, 3. sollen dieselben frei von

verschiedenen Stößen sein, 4. mit variabler Geschwindigkeit arbeiten

können, 5. kompendiös sein, 6. wenig Reparaturen und Bedienung

erheischen, 7. ein Versagen nahezu ausschließen, 8. einfach

übersichtlich und leicht zugänglich disponiert, 9. leicht

auswechselbar und leicht reparierbar sein, 10. durch eine längere

Zeitdauer absolut sicher funktionieren, 11. verhältnismäßig wenig

Gewicht an Speisematerial benötigen.

[Illustration: Fig. 2. Der Röhrenkessel von Maxims Drachenflieger.]

Die Punkte 1 und 2 lassen sich so zusammenfassen, daß man sagen

kann: Eine Flugmaschine soll pro effektiver Ballon- oder

Flugmaschinen-Stundenpferdestärke ein Minimum an Gewicht erfordern.

Da es zu weit führen und dem Zwecke dieser Zeilen nicht entsprechen

würde, wenn ich hier diese ganze Frage eingehend behandeln wollte, was

einer anderen Arbeit vorbehalten sein soll, so will ich dieses Thema nur

in großen Zügen besprechen.

Bei der Verwendung von ÷Dampfmaschinen÷ müssen auf dem Luftschiffe Platz

finden:

¯a)¯ der Dampferzeuger, (Dampfkessel),

¯b)¯ die Speisung für ¯a¯ u. zw.:

α) Heizmaterial (Kohle, Gas), β) Wasser,

¯c)¯ der eigentliche Dampfmotor (die Maschine),

¯d)¯ die diversen Nebenbestandteile, wie Armatur, Pumpen,

Injektoren etc. etc.

¯e)¯ der Kondensator.

Diese Unterabteilungen zeigen, wo man bei den einzelnen Bestandteilen an

Gewicht sparen kann.

Derzeit sind wohl die Wasserrohrkessel die relativ leichtesten; Maxim

hat eine geradezu brillante Form derselben in die Flugtechnik

eingeführt.

Zu brauchen sind auch Serpollets Generatoren, vielleicht werden sich

auch die Wärmetransmissionskessel von Herz für unsere Zwecke verwenden

lassen. Der Tätigkeit des Kesselbauers eröffnet sich da ein neues und

weites Feld.

[Illustration: Fig. 3. Hiram ÷Maxim÷, seinen leichten 180pferdestarken

Dampfmotor hebend.]

Das Wasser wird nur im chemisch reinen Zustande mitgenommen werden

dürfen. Kohle oder Kohlenstaub wird man nicht verwenden, vielleicht

dagegen Heizölfeuerung. In ausgiebigster Weise wird man aber von

Petroleum und Benzinfeuerung Gebrauch machen. Die Verbrennungen müssen

vollkommene sein. Dem Leichterwerden des Luftschiffes durch Verbrauch an

Brennmaterial ist Rechnung zu tragen.

Außer den vorbenannten natürlichen Accumulatoren kommen noch die

Gasfeuerungen in Betracht, u. zw. dies besonders dann, wenn es sich um

lenkbare Ballons handelt, die ihren Gasvorrat mit sich führen.

Besonders großen Heizwert besitzt das Wasserstoffgas mit 34460

Wärmeeinheiten.

Wasserstoffgas im komprimierten Zustande für Heizzwecke mit sich zu

führen, ist einerseits wegen der doch immer nicht ausgeschlossenen

Explosionsmöglichkeit gefährlich und anderseits wegen des Gewichtes der

Umhüllung nicht rentabel.

Für flug- oder ballontechnische Zwecke wird man Dampfmaschinen nicht für

kleine Betriebe bauen, sondern nur von ca. 30-50 Pferdestärken

angefangen.

Eine eingehende Betrachtung der Gewichtsverhältnisse lehrt nämlich, daß

eine Dampfmaschine pro effektive Stundenpferdestärke gemessen, um desto

leichter ist, je größer sie wird. Man hat bei derselben auf schnelle

Gangart, möglichste Ökonomie des Dampfverbrauches, Freisein von Stößen,

Vibration, und einfache Konstruktion zu sehen.

Dies führt auf die Verwendung von ÷Compoundmaschinen÷. Ein

Hauptaugenmerk wird auf die Anordnung einer entsprechenden Kondensation

und zwar einer Oberflächenkondensation mit Luftkühlung zu richten sein.

Ein sehr interessantes und lehrreiches Beispiel eines

Flugmaschinenmotors bietet der von ÷Maxim÷ konstruierte.

Die Röhrenkesselanlage samt Wasserinhalt soll 545 ¯kg¯, die der

zugehörigen Compoundmaschine 272 ¯kg¯ betragen, und einen Effekt von 363

HP geliefert haben.

Der Dampf- und Kohlenbedarf beträgt nach meiner Quelle »North American

Review« pro Pferdestärke und Stunde 11·3 ¯kg¯.

Es würde sich somit das Gewicht des ganzen Motors samt Brennmaterial und

Wasserbedarf für eine ganze Stunde auf circa 15-17 ¯kg¯ belaufen.

Einen anderen ebenfalls sehr leichten Dampfmotor hat Herring gebaut. Er

wiegt nur etwa 1·2 ¯kg¯ und soll 7 gebremste Pferdestärken leisten.

Seine Admissionsspannung beträgt dabei 16 Atmosphären und die Tourenzahl

40 Umdrehungen pro Sekunde.

Eine andere Serie Motoren bilden die $Dampfturbinen$. Sie haben den

großen Vorteil, rotierende Dampfmotoren und äußerst kompendiös zu sein.

In neuester Zeit hat besonders ÷De Lavals÷ Dampfturbine sehr gute

Resultate aufzuweisen.

Als ein Übelstand muß die große Anzahl von Umlaufszahlen (20.000-30.000

pro Minute) angesehen werden.

Dies verlangt ausgiebige Übersetzungen ins Langsame und dadurch

hervorgerufene große Effektsverluste.

Auch ist der Dampfbedarf ein etwas größerer, als bei normalen

Dampfmaschinen. Es soll aber schon gelungen sein, ihn gegenwärtig auf

11·6 ¯kg¯ herabzubringen. Immerhin ist durch den Entfall der hin- und

hergehenden Massen und dadurch, daß das Eigengewicht des Motors auf ein

Minimum reduziert werden kann, diese Dampfturbine für flugtechnische

Zwecke beachtenswert.

Ein 20pferdiger De Laval-Motor wiegt z. B. nur 340 ¯kg¯ und nimmt samt

dem Übersetzungsgetriebe einen Flächenraum von 75/55 ¯cm¯ ein.

[Illustration: Fig. 4. Herrings leichter Motor für Flugmaschinen.]

Das Turbinenrad besitzt hierbei nur 15 ¯cm¯ Durchmesser. Die 8·8 ¯mm¯

dicke Welle macht 22.000 Umdrehungen, die auf 2200 Touren zum Betriebe

von Dynamomaschinen heruntergebracht wird.

Nur kurz sei der ÷Natrondampfkessel÷ gedacht; sie erzeugen weder Gase

noch Rauch und haben den Vorteil, stets eine gleiche Gewichtsquantität

zu besitzen.

Die Wärmequelle bildet die konzentrierte Natronlauge. Die Natronlösungen

besitzen die Eigenschaft bei gewisser Konzentration und dadurch

bestimmtem Siedepunkt Wasserdampf unter Wärmeentwicklung aufzunehmen,

sie können mithin benützt werden, den Auspuffdampf einer Maschine zu

kondensieren und durch die dabei entstehende Erhitzung Wasser zu

verdampfen. Demnach findet bei dem Natronkessel ein Kreislauf statt, der

solange fortgesetzt werden kann, bis die Lauge bei einer bestimmten

Verdünnung ihren Siedepunkt erreicht hat und aufhört, den Auspuffdampf

aufzunehmen.

Durch Verbindung mit Wärmetransmissionskesseln dürften sich, wie ich

glaube, günstige Resultate erzielen lassen.

Eine andere Art von für flugtechnische Zwecke ins Auge zu fassenden

Motoren sind die $Gas-, Petroleum- und Benzinmotoren$, welche in die

Gruppe der $Explosionsmotoren$ rangieren. Sie haben den Vorteil, keinen

eigenen Kessel und ein sehr geringes Gewicht an Betriebsstoff (circa 0·5

¯kg¯ pro Pferd und Stunde) zu benötigen.

Auch kann der Luftkondensator, der einen geringen Vorrat von Kühlwasser

hält, circa drei- bis viermal so leicht sein, als bei einer gleich

starken Dampfmaschine.

[Illustration: Fig. 5. ÷Santos Dumont÷ den Buchet-Motor seines Ballons

betrachtend.]

Da aber, entweder im Vier- oder im Zweitakt, nie doppelwirkend,

gearbeitet wird, so fällt der eigentliche Motor schwerer aus, als die

analoge Dampfmaschine.

Nachteilig erscheint die komplizierte Steuerung, die Mischung mit

Luftzündung und der Bedarf an Kühlwasser.

Sie sind die ausgesprochenen Luftschiffmotoren der Zukunft. Ihre

dermalige Ausgestaltung verdanken sie unstreitig ihrer Verwendung im

Automobilbau. Liest man ihre Eigengewichte, wie sie die einzelnen

Maschinenwerkstätten angeben, so glaubt man, der jahrelange Traum der

Luftschiffer nach dem leichten Motor habe sich endlich verwirklicht. So

finden wir z. B. das Gewicht einer Pferdestärke von Buchet-Motoren von

6·3-7·8 ¯kg¯ differierend angegeben, je nachdem man eine 20, 30 oder 40

pferdestarke Maschine in Betracht zieht. Mors liefert die Pferdestärke

zu einem Gewichte von 3·2 bis 6·2 ¯kg¯ bei Motoren von 90-200 Pferden.

Bourdiaux und Delalande gar zu 2·1-3·3 ¯kg¯ bei Motoren von 50,

respektive 20 Pferden. Es schwindelt einem förmlich bei diesen Zahlen.

In der Wirklichkeit jedoch stellen sich die Verhältnisse etwas anders.

Zu dem Gewichte des eigentlichen Motors kommen nämlich noch die Gewichte

all der Nebenbestandteile etc. etc., ohne welche der Motor nicht

funktioniert, so daß wir heute noch mit Gewichten von 17-20 ¯kg¯ pro 1

Luftschiffpferdestärke rechnen müssen. Immerhin schon ein ungeheuerer

Fortschritt gegen frühere Jahre, wo eine solche Pferdestärke z. B. bei

Giffards Ballon (1852) noch 290 ¯kg¯, bei Tissandiers Ballon (1883) noch

186 ¯kg¯, bei Renard-Krebs (1884) 77 ¯kg¯ und bei Zeppelin, Daimler

(1900) 30 ¯kg¯ wog.

Auf dem Gebiete der Explosivmotoren wird erst seit circa 30 Jahren

intensiver gearbeitet und lassen die bis nun erzielten großen Erfolge

wohl noch eine weitere ersprießliche Entwicklung erwarten.

Von den $elektrischen Motoren$ dürften in erster Linie die Accumulatoren

in Betracht kommen, doch sind sie gegenwärtig noch ziemlich schwer.

Das Gewicht der elektrischen Motoren setzt sich zusammen aus dem der

Dynamos, Getriebe, Accumulatoren, Regulatoren und Schaltern.

Aus diesen wenigen Andeutungen geht klar hervor, daß die Luftschiffahrt

und die Flugtechnik an die Motoren zum Teile mit ganz neuen, bis jetzt

fast bei keinen anderen Betrieben (Torpedoboote und Automobile

ausgenommen) gestellten Anforderungen herantritt, welche ein intensives

Studium, eigene Versuche und separate Erprobungen erfordern. Schon jetzt

ist Aussicht vorhanden, daß die Maschinentechnik die ihr hier gestellten

Aufgaben mit Erfolg lösen wird.

5. Luftschrauben.

Die Luftschrauben gehören strenge genommen auch zu den Motoren, sie

haben den Zweck, die eigentliche Energieabgabe an die Luft zu

veranlassen und bewirken so die Fortbewegung des Fahrzeuges.

Bei den Luftschrauben dient die Luft als Schraubenmutter, ähnlich wie

das Wasser bei den Wasserschrauben.

Die Luftschrauben erhalten von den sie betreibenden Motoren die Kraft,

das Luftschiff entweder zu heben oder zu ziehen, respektive vorwärts zu

treiben, oder beides zugleich.

Diese Wirkungsweise erfolgt je nachdem die Achse der Luftschraube

entweder vertikal, horizontal oder schief gestellt ist.

Demnach läßt sich die Einteilung treffen in:

¯a)¯ Hubschrauben mit vertikaler Achse,

¯b)¯ Zugschrauben mit horizontaler Achse,

¯c)¯ Druckschrauben mit horizontaler Achse,

¯d)¯ Universalschrauben mit geneigter Achse.

Die Gattungen ¯b)¯ und ¯c)¯ lassen sich auch als Vortrieb oder

Triebschrauben kurzweg zusammenfassen.

Entscheidend für die Arbeitsleistung ist neben der wirkenden ÷Kraft÷

auch die ÷Geschwindigkeit÷ der Schrauben.

Als Maß derselben gilt einerseits die minutliche Zahl der Umdrehungen,

anderseits die Größe der Geschwindigkeit des Druckmittelpunktes.

Wenn sich eine Schraube bewegt, so ist klar, daß die Bewegung im

Mittelpunkte Null, die an der Peripherie am größten sein wird.

Zur rechnungsmäßigen Verwertung aber ist allein jene Geschwindigkeit

geeignet, welche dem Druckmittelpunkte zukommt.

Es sollen hier nur kurz jene Punkte angeführt werden, welche bei der

Konstruktion von Schrauben hauptsächlich Beachtung finden müssen.

Es sind dies vor allen jene Elemente, die auf die ÷Entstehung der

Schrauben÷ Bezug haben, wie die ÷Schraubenlinie÷, die ÷Schraubenfläche÷,

der ÷Schraubengang÷, die ÷Erzeugungslinie÷ und die ÷Richtlinie÷.

Hiervon ist die ÷Erzeugungslinie÷ von besonderer Wichtigkeit; einige

empfehlen flachgewölbte, dem Vogelflügel ähnlich gebaute zu verwenden,

andere hingegen ebene. Wie sie auf die Achse aufzusetzen sind, ob

senkrecht oder unter welchen anderen Winkel, ist ebenfalls eine offene

Frage.

Bezüglich des ÷Schraubenflügels÷ unterscheidet man die Art und Zahl der

Gänge, die günstigste Flügelzahl, die Fläche, Lage, das Material und die

Stärke der Flügel, sowie die Schraubennabe und die Befestigung der

Flügel.

Meist wird es wohl ziemlich einerlei sein, ob man ÷rechts÷- oder

÷links÷gängige Schrauben verwendet, oft und besonders bei Hub- und

Universalschrauben werden beide Gattungen gewählt werden müssen.

Die ÷Zahl der Gänge÷ darf zwei nicht überschreiten. Eigene Versuche

ergaben das mich anfangs überraschende, aber sehr wohl erklärliche

Resultat, daß auch ÷ein÷flügelige, gehörig ausbalanzierte Schrauben mit

Erfolg zu verwenden sind.

Bezüglich der günstigsten ÷Flächen÷ der Flügel, der Flügelkreisflächen,

der abgewickelten Flügelfläche, der projizierten Flügelfläche und dem

Bruchteil der Ganghöhe liegen bei Luftschrauben noch gar keine

Erfahrungen vor.

[Illustration: Fig. 6. Schrauben und Drachenfliegermodell von Hargrave.]

Die ÷abgewickelte Flügelfläche÷ soll in der Nähe der Achse möglichst

wenig Fläche besitzen, desto mehr gegen das Ende der Flügel zu, um den

Trägheitshalbmesser möglichst groß zu bekommen. Sie kann Dreiecks- oder

Trapezform erhalten, meist wird sie länger als breit ausfallen.

Sehr empfehlenswert sind nachstehend abgebildete Schraubenformen, welche

für große Tourenzahlen berechnet sind.

Entschieden ist auch noch nicht die Frage, ob viele ÷kleine÷ Flügel,

oder wenige, ÷große÷ Flügelflächen vorteilhafter sind. Beide Arten haben

ihren Vertreter.

Auch bezüglich des ÷Schraubendurchmessers÷ sind sehr geteilte Meinungen

vorhanden.

Während z. B. ÷Pichault÷ und ÷Jarolimek÷ nur solche von höchstens bis zu

0·5 ¯m¯ Durchmesser empfehlen, hatten nachfolgende ausgeführte Schrauben

folgenden Durchmesser:

Giffard 3.5 ¯m¯

Dupuy de Lôme 9.0 ¯m¯

Haenlein 4.6 ¯m¯

Tissandier 2.9 ¯m¯

Renard, Krebs 7.0 ¯m¯

Maxim 5.43 ¯m¯

was einem tatsächlichen Mittel von 5.4 ¯m¯ entspricht.

Auf einer Achse kann endlich entweder nur ÷eine÷ Schraube oder ein

System unter sich versetzter Schrauben aufgebracht werden. Auch darüber

fehlen leider Versuche, obgleich dies eine der allerwichtigsten

flugtechnischen Fragen ist.

Es ist besonders zu bestimmen, wie groß die Entfernung der einzelnen

Flügel voneinander sein soll, und wie viele man auf eine Achse überhaupt

aufsetzen kann.

Sehr verschieden ist der ÷Wirkungsgrad÷ einzelner Schrauben; die besten

bis nun konstruierten hatten circa 50-60%.

Hervorzuheben ist die vermehrte Hebewirkung der Hub- und

Universalschrauben bei Wind.

Die einzelnen Umlauf-Geschwindigkeiten betrugen bei den bis jetzt

ausgeführten Schrauben bei:

Die Luftschiffahrt der Gegenwart · 第 1 / 19 段