Gut. —

(versetzt ihm einen Rippenstoß)

Wie wär’s mit Prügeln, du Kalfakter?

+Tartar+ (mit dem Knüppel drohend):

Ick klopp dir Pelz mit Bakel ut!

+Herakles+:

Das sei just +seine+ Meinung, sagt er.

+Poseidon+:

Schön ... paßt’s euch, mein’ auch +ich+: er nimmt’s!

+Herakles+ (zu Ratefreund):

Du ... also mit dem Szepter stimmt’s!

(Alle schicken sich an, zum Frühstück zu gehen)

+Ratefreund+:

Halt ... eben fällt mir noch ’was ein:

Die +Hera+ mag dem Zeus verbleiben;

Doch soll er mit dem Töchterlein,

Mit +Basileia+, mich beweiben.

+Poseidon+ (wendet sich unmutig ab):

Du scherzest ... gib dir keine Mühe!

Wir gehn nach Haus!

+Ratefreund+:

+Mir+ ist’s egal!

(hinausrufend):

Koch, würz nur ja die Bratenbrühe!

+Herakles+ (zu Poseidon):

Wie komisch bist du auf einmal!

Ein Krieg um +eines Weibes+ willen!

+Poseidon+ (unschlüssig):

Was machen wir in diesem Fall?

+Herakles+:

Wir wollen seinen Wunsch erfüllen!

+Poseidon+:

Du Jammerlappen! Merkst du nicht,

Wie er dich zu betrügen trachtet?

Schad’st dir ja selber, armer Wicht!

... Wird Zeus einmal vom Tod umnachtet,

Laß dich bloß schnurstracks auch begraben,

Wenn +die+ hier erst die Herrschaft haben!

... +Dein+ ist, wenn Zeus stirbt, alles, was

Er je an Macht und Geld besaß.

+Ratefreund+:

O weh ... wie täuscht dich der Sophist!

Komm her ... ich will dir was vertrauen!

(den Herakles beiseite ziehend):

Du darfst nicht auf den Oheim bauen!

Was er vom Erbe fackelt, ist

Für dich — den Bastard — ein Geschwätze!

+Dich+ trifft es +nichts+ — nach dem Gesetze.

+Herakles+:

Ein +Bastard+ ich?

+Ratefreund+:

So ist’s, jawohl.

Die dich gebar, gilt nicht für voll.

Wie erbte anders sonst Athene,

Die Tochter, hätt’ er richtige Söhne!

+Herakles+:

Wenn aber gleichwohl dem +Bastard+

Das Vatergut verschrieben ward?

+Ratefreund+:

Da sei getrost und guter Ruh:

So was läßt das Gesetz nicht zu.

... Er, der dich aufhetzt, — s’ist zum Lachen! —

+Poseidon+ wird dir’s strittig machen,

Weil er’s als +Bruder+ reklamiert ...

Hör’ an, wie Solon dekretiert:

Der Bastard hat, sofern eheliche Kinder vorhanden sind, keinerlei

Erbfolgerecht. Sind eheliche Kinder nicht da, so fällt das Vermögen an

den nächsten Verwandten des Vaters.

+Herakles+ (verblüfft):

Da fällt mir also gar nichts zu?

+Ratefreund+:

Weiß Gott, nein ... Aber +eins+ noch, du:

Hat dich der Vater sozusagen

Bereits ins Stammbuch eingetragen?

+Herakles+ (noch mehr verdutzt):

Nein ... ’s hat mich auch schon längst erstaunt.

+Ratefreund+:

Was stierst du aufwärts mißgelaunt?

... Geh, halt’s mit uns! Ich will dich krönen

Und mittelst +Vogelmilch+ versöhnen ...

+Herakles+:

Gut also ... ja ... ich geb’ sie dir.

Top!

+Ratefreund+ (zu Poseidon):

Was sagst du?

+Poseidon+:

Ich protestier’!

+Ratefreund+:

So kommt’s auf den Tartaren an ...

(sich an diesen wendend):

Wie stellst denn +du+ dich?

+Tartar+ (grinsend, mit fistliger Stimme):

Swalbele ... quitt ...

Hei sall det moje Maidje han

Und grote Konigin ... kiwitt ...

+Herakles+:

Das heißt: wir sollen sie ihm geben.

+Poseidon+:

Nein, nein, so ist das nicht gemeint.

Er schwalbenzwitschert, wie mir scheint.

+Ratefreund+:

Nun ja doch ... Schwalben ... Vögel ... eben!

+Poseidon+:

So schließt +ihr+ Frieden und Verträge,

Indes ich mich aufs Schweigen lege.

+Herakles+ (freudig zu Ratefreund):

Schön ... was du forderst, wird gebilligt!

Nun steig mit uns ins Himmelreich,

Hol’ dir die Basileia gleich

Und alles, was wir dir bewilligt!

+Ratefreund+:

Wie gut, daß ich die Vögel just

Zu meiner Hochzeit schlachten mußt’!

+Herakles+ (sich die Finger leckend):

Was meint ihr, wenn ich hier verbliebe

Und mir die Zeit am Spieß vertriebe?

+Ihr+ könnt’ ja gehn ...

+Poseidon+:

+Das+ paßte dir!

Du drehst den Spieß aus Freßbegier.

... Kommst nicht mit uns?

+Herakles+:

Ist mir zu weit!

+Ratefreund+ (hinausrufend):

Man bringe mir das Hochzeitskleid!

Die Vögel · 第 53 / 61 题