DAS SECHSTE KAPITEL.

Nun hatte die Frau des Landraths eine Idee.

Das Gerücht von ihm war nämlich sehr stark geworden in dieser Gegend, so

dass viele Leute aus Neugier kamen, um ihn zu sehen. Viele logen und

erzählten seltsame Geschichten von Wundern und Kranken, die geheilt worden

waren. Und die Menschen liefen hin. Sie blieben da und folgten ihm etliche

Tage und warteten auf ein Zeichen. Wenn nichts geschah, was ihre

Hoffnungen erfüllte, gingen sie nach Hause, ihren Geschäften nach. Diese

sagten stets, dass Alles gelogen war. Sie bewiesen sonnenklar, dass solche

Wunder unmöglich und gegen die Natur seien, warteten doch darauf und

würden sie bestritten haben, wenn sie geschehen wären. Die Zeitungen

bemächtigten sich des Stoffes. Sie hofften ihre Leser zu amüsiren. Einmal

tauchte er hier auf und einmal da. Es machte den Reportern Spass, gerade

die abenteuerlichsten Geschichten zusammenzutragen, gefälschte Interviews

und lange Extrakte aus Reden, die er niemals gehalten hatte. Auskunft war

da ertheilt über Himmel und Hölle mit genauer Beschreibung der Lage und

Gliederung der Letzteren, eines jeden Pfeilers, auf dem Gottes Thron

stand. Einige brachten sogar ein ganzes Nationale, dass er der Sohn eines

Zimmermanns Joseph Schäppli aus Bing an der Enz in Württemberg sei. Dieser

Sohn hatte für einen Narren gegolten in seiner Jugend. Im Ort gab es viel

zu erzählen von seinen sonderbaren Thaten und Reden. Dann war er

verschwunden, als er etwa dreissig Jahr alt war. Etliche sagten, er wäre

in der Enz ertrunken, Andre, dass er in die Wälder gegangen wäre und dort

als ein Waldmensch und Einsiedler hauste. Sie behaupteten, dieser selbe

Zimmermannssohn aus Bing sei es, der jetzt aufgetaucht wäre und predigte.

Seine eignen Eltern sollten es beschworen haben. Ein besonders eifriger

Neuigkeitenvertreiber hatte sogar seine Mutter aufgesucht und wusste, dass

sie eine Haube trug und in ihrer Jugend Visionen gehabt hatte. Das war

übrigens nichts Seltnes bei diesem schwäbischen Gebirgsvolk, arbeitsam und

verständig, aber von schweifender Phantasie, mit einer beständigen

Sehnsucht im Herzen, die die Berge wachhielten, oder auch der alte Schatz

von Legenden, einstiger Herrlichkeit und Weltgrösse, die in diesen Stämmen

lebendig geblieben waren trotz des neuen deutschen Reichs, Lutherthum und

Schulbehörden. Wieder Andre hielten ihn für einen Wanderprediger aus den

norwegischen Bergen. Es gab ihnen Gelegenheit, über mystische Schwärmer,

Tolstoi und Ibsen zu reden, den Geist des Urchristenthums, der sich dort

in einigen weltabgeschiedenen Gemeinden rein erhalten hatte. Diese

verbreiteten, dass er der Sohn eines schottischen Lords oder vornehmen

Grafen wäre. Es that ihnen wohl, das zu glauben.

Und gewaltig erschütterte Alle Fritz Kuhlemann’s Stimme, eines einfachen

Arbeiters und verlorenen Gesellen, der in den grossen Städten auftrat und

forderte Busse zu thun: Im Namen Jesu des Lebendigen, der Fleisch war und

unter ihnen wandelte. „Denn die Zeit ist gekommen.“

Das Volk lief ihm zu. Etliche erwarteten Lohnerhöhungen, Gaben der

Reichen. Andre rechneten auf die Revolution, wo er ihr Häuptling werden

sollte. Denn seine Rede klang gewaltig. Es war in ihr der rothe Hass der

Ungerechtigkeit und eine neue strahlende Liebe, weit wie die Sonne, die

über Gerechte und Ungerechte scheint, aber wild auch und schöpferisch, wie

die des Mannes zum Weibe. Es gab Viele, die sich betroffen fühlten unter

den Vornehmen und Reichen, zu sich selbst sagten: Wir können nicht

wohlleben und in Wagen fahren, wo unser Bruder hungert und nicht hat, da

er sein Haupt hinlegen soll? – Denn so sprach er: „Nicht ausser Euch,

sondern in Euch richtet auf das Reich Gottes! Denn das ist Gottes in Euch,

dass Ihr Liebe gebet. Das Andre, Neid, Geiz, Hoffarth, ist des Thieres und

des Teufels. Und Ihr seid Alle Gottes.“

Viele kamen auch zu ihm und sagten: Wir wollen sehen, ehe wir glauben. Er

sagte ihnen: Seht die Werke an in seinem Namen gethan und thut wie Er. –

Aber das gefiel diesen nicht.

Es gab Viele unter den reichen und vornehmen Leuten, die den Fremden auch

gern gesehen hätten. Aber sie wollten sich nicht lächerlich machen. Auch

fürchteten sie in der Oeffentlichkeit ihre Namen zu compromittiren.

Diese Landräthin, deren Mann zugleich Reichstagsabgeordneter war, hatte

eine grosse Gesellschaft zu geben. Sie war eine kluge Dame aus

reichsgräflichem Hause, die sich viel einbildete auf ihre Bildung, dass

auf ihren Gesellschaften immer etwas Besonderes, Geistiges und

Interessantes war. Da bei vielen ihrer Freundinnen und Nebenbuhlerinnen

Theosophie in Mode war, dachte sie, es würde sehr interessant sein, den

Fremden einzuladen, ihn ihren Gästen gleichsam als Curiosität und zur

Unterhaltung vorzuführen.

Gleichzeitig that sie damit einem Mann einen Gefallen, der ihr selbst und

ihrem Landrath sehr nützlich war, in einem Kreis, wo er vermöge seines

Namens und Reichthums eine höchste und selbstverständliche Stellung

einnahm, die sie als arme Beamte und Frischnobilitirte sich nur mühsam

erobern konnten, mit allen Mitteln suchen mussten zu befestigen. Dieser

Mann war der alte Prinz Schönheim-Wagram-Trauttenberg, Minister unter der

liberalen Aera Friedrich Wilhelms des Vierten. Er hatte in seiner Jugend

mit der Revolution und dem Dilettantismus coquettirt, dabei als Lebemann

und Schöngeist sich ein Renommee erworben. Seine „Briefe eines Diplomaten“

erregten das grösste Aufsehen seiner Zeit. Er war der Erste gewesen, der

mit der Tradition brach, dass Heuchelei und geheimnissvolle Zugeknöpftheit

unentbehrliche Attribute der Staatsklugheit bildeten. Unter einem fast

ruchlosen, scheinbar offenherzigsten Cynismus verbarg er füchsische

Verschlagenheit, die Raubthierkralle eines Cäsar Borgia im

Sammethandschuh. Man nannte ihn den Fürsten Talleyrand der Provinz. Seine

Stellung dort war unerschütterlich selbst nach seiner officiellen

Niederlage als Staatsmann, seitdem neue Systeme und Principien ihn und

sein System hinweggefegt hatten. Die Landräthin gehörte zu seinen

Protegees. Nicht, dass ihre spärlichen Reize den alten Viveur in

Versuchung geführt hätten. Nach einem galanten Sabbath ohne Gleichen hatte

das Küchenpersonal und noch tiefer hinab, bei ihm endgültig die Palme

davongetragen. Er bezeugte diese Vorliebe sehr ungenirt. Aber er liebte es

immer, seinen Finger mit in der Pastete zu haben, die Landräthin und ihr

strebsamer Gatte erschienen ihm als gefügige Werkzeuge für seine kleinen

Pläne, die er durchaus nicht aufgegeben hatte, nur versteckt hielt unter

witzelnder Indifferenz. Das Renommee eines mystischen Einflusses erfreute

ihn. Er fand es vornehmer, hinter den Coulissen zu operiren, als vorne auf

der Bühne die grossen Schreie auszustossen: heutzutage weiss man von jeder

Macht die Adresse. Jeder trägt seine Befugnisse und Eigenschaften wie

aufgeklebte Etiketten mit sich herum: Büreau für Stellenbesetzung,

Vermittlung von Börsengeschäften, Vademecum für Hoflieferanten. Früher

ging das in’s Geheimnissvolle wie der liebe Gott. Und hielt die Bande in

Schrecken. Man weiss zu gut, was wir _nicht_ können. Darum will jetzt

Jeder Alles besser wissen.

Das Neueste in dem sehr beweglichen Geiste und fieberhaften

Lebensbezeugungsdrang des Prinzen war ein Werk über Buddhismus, den er für

die Religion der Religionen hielt. Sie passte in den Cynismus des alten

Diplomaten, diese Idee des Jenseits von Gut und Böse, der souveränen

Verachtung aller Moralsysteme. Viele zweifelten an seiner Gelehrsamkeit,

sie war etwas zusammengewürfelt nach der Mode des Ancien Régime. Er besass

diese Eigenheit der Regierenden, dass er über Alles reden und geistreich

reden konnte. Trotzdem wurde sein wirkliches Wissen bestritten. Er selbst

vermied Gelehrte, sein eigentliches und Hauptpublikum blieben Damen. Nur

der Doctor Rothe konnte es mit ihm aushalten. Dies war um so

verwunderlicher, als der junge Mann thatsächlich ein sehr bedeutender Kopf

war. Seine Examina hatten das Staunen seiner Lehrer erregt. Professoren

und Mitschüler erwarteten von Anton Rothe etwas ganz Außerordentliches,

den Aufgang eines neuen Sterns am Himmel der Gelehrtenwelt. Einen Stürmer

und Dränger sahen die Andern in ihm, einen grossen Künstler. Er hatte alle

ihre Erwartungen getäuscht, war mit sechsundzwanzig Jahren als

Privatsecretair in die Dienste des Fürsten getreten, der ihn in einer Art

Auerbach-Keller kennen gelernt hatte, und diesem seitdem auf allen seinen

Reisen gefolgt. Legenden von geheimen, raffinirtesten Ausschweifungen,

denen sich Herr und Diener auf solchen Weltreisen in afrikanischen

Lasterhöhlen, den Schmutzpfühlen überseeischer Hafenstädte hingegeben

hätten, konnten allein diese seltsame Anziehung zwischen dem beinah

achtzigjährigen Weltmann und dem zweiunddreissigjährigen, prachtvollen,

genialen Menschen erklären. Man hatte das ungleiche Paar Faust und

Mephisto getauft, der äussere Eindruck entsprach der Vorstellung, neben

dem ernsthaften, schönen jungen Mann, schwerer germanischer Typus, das

sardonische, zahnlose Affengesicht des Alten, der es liebte, von seinen

literarischen Speichelleckern als Voltaire bezeichnet zu werden.

Dies waren die Hauptpersönlichkeiten, denen die Gräfin den Fremden

vorführen wollte. Sie hatte eigentlich eine Abneigung gegen den Doctor

wegen seiner bürgerlichen Abkunft und sonstigen Anrüchigkeit. Aber die

allgemeine Werthschätzung, deren er sich erfreute, seine sagenhafte

Allmächtigkeit bei dem Fürsten zwang sie, freundlich gegen ihn zu sein.

Ihre Sauersüsse bei solchen Gelegenheiten amüsirte dann den Alten: „Es ist

wunderbar, wie diese Frau aus Ehrgeiz sich zu beherrschen weiss. Da sagt

man, nur Männer hätten eine Hundenatur. Sie schlagen uns noch auf allen

Punkten.“

Der Landrath, ihr Mann, that immer, was sie wollte: „Wenn Du meinst,

Amélie.“ ... Sie schrieb also ein Billetchen an den Fremden des Inhalts,

dass eine distinguirte Reunion im Schlosse von X., Datum und Stunde, von

seinem Geist und Wirken gehört, den Wunsch hätte, ihn zu kennen und sich

belehren zu lassen. – Höflichkeit bei solchen Gelegenheiten ist immer

angebracht. Sie kostet nicht viel und leistet dasselbe wie baares Geld.

Uebrigens lag der Gräfin wirklich an dieser Attraction für ihren Rout.

Boshafte Leute waren hier wieder der Meinung, dass diese berühmten

gräflichen „geistigen Attractions“ vieles Andre, weniger Attractive

verbergen sollten, zum Beispiel eine entschiedene Dürftigkeit des

Vorgesetzten, und den Umstand, dass der Champagner immer ausserordentlich

spät, im letzten Augenblick servirt wurde.

Der Diener fand den Fremden unter einem Apfelbaum, wo er sich ruhte. Zwei

schwarze Amseln liefen nach Würmern pickend neben ihm im Grase. Es schien,

als ob diese Thiere ihn fragten und er ihnen antwortete. Der Mann schwor

nachher auf die Hexerei.

„Ich werde kommen,“ sagte der Fremde.

Die Gräfin, die es nie verschmähte, auch ihre Kammerdiener auszufragen,

merkte sich diesen kleinen interessanten Zug. Sie hatte eine sozusagen

symbolistische Toilette gemacht: Weiss, sehr in’s Crême spielend, mit

schwarzen Jetkettenschnüren viermal um den Hals.

Der Landrath war etwas sorgenvoll: seine Stellung und quasi officielle

Sanction ... „Das verstehst Du nicht, mein Freund,“ sagte sie milde, aber

fest. – „Man wird sich erdrücken.“

Man erdrückte sich.

Die Gräfin war allgegenwärtig. Es galt, ihren Gästen das Ausserordentliche

ihres Schrittes klar zu machen, diese Einladung an den Fremden, mit der

sie ihren geistreichen Freunden einen Gefallen thun wollte, und sich

gleichzeitig möglichst gegen üble Folgen schützen, da man es ihr nach oben

hin falsch auslegen konnte.

Gegen die Einen, die sie für freie Geister hielt, war sie frivol, für die

Andern ernsthaft, priesterlich. Allerliebst reumüthig, bescheiden,

entschuldigte sie sich gegen den Superintendenten, einigen alten Damen

gegenüber. „Ich bin so eine moderne Ketzerin. Es ist doch auch, damit Sie

selbst den Unsinn sehen ...“

„Interessant“ war ihr Wort. Dafür liess sie sich einen scherzhaften

Fächerschlag auf den Arm von der alten Baronin Rehden gefallen. Die

Superintendentin bat sie um ihr Recept für schwarzen Johannisbeergelee.

Dabei vergass sie niemals dem Prinzen zuzulächeln: „Wie werden wir uns

nachher über alle diese mokiren. Wir Beide verstehen uns, dass Alles nur

eine Farce ist.“ ...

„Ist sie nun nicht bewundrungswürdig?“ fragte der Prinz seinen Adjutanten.

„Diese Frau wäre bei August dem Starken die Orczelska, bei Ludwig dem

Vierzehnten Maintenon, bei Alexander Krüdener gewesen. Für die Tochter der

Herodias reicht’s leider nicht. Sie hätte auch da ihr Bestes gethan und

man würde ihr wahrscheinlich das Haupt bewilligt haben, wenn auch aus

andern Gründen.“

Der junge Mann antwortete nicht. Er betrachtete den Fremden, der allein an

einem Ende des Saales stand.

Er stand ganz ruhig in seinem einfachen Anzug zwischen den plaudernden,

lachenden, zischelnden Gruppen. Fortwährend drängten sich die Diener durch

unter irgend einem Vorwand, um ihn anzustarren.

„Eigentlich eine tolle Idee der guten Gräfin,“ sagte die alte Baronin

Steuben, sich Luft zufächelnd. Sie war eine wirkliche grosse Dame und

verachtete die kleinen Trics und Kniffe der Andern.

Ein junges Mädchen erstaunte, dass er keinen Frack trüge. Der Prinz

bemühte sich, der kleinen Frau eines Rittergutsbesitzers einzureden, dass

es sehr möglich sein könnte, dieser wäre wirklich Christus. Die kleine

Frau begriff nicht. Ihre Augen vergrösserten sich unmässig. Sie stand

buchstäblich mit offenem Mund.

In einer Gruppe junger Damen und Offiziere hatte man beschlossen, den

geheimnissvollen Gast direct zu attaquiren. Ein kleiner, kecker Dragoner

war ausgesandt worden als Avantgarde. Man setzte ihm zu von allen Seiten.

Und er that auch, als ob er etwas besonders Gefährliches unternähme, hegte

noch Skrupel über die Anrede. „‚Meister‘ ist ja wohl das Officielle?“ ...

„Ach gehen Sie!“

Aller Augen folgten ihm, wie er gesucht dandyhaft quer durch den Saal

chassirte. Die jungen Damen kicherten.

„Erlauben Sie, dass ich mich vorstelle.“ Der junge Mann verbeugte sich,

forcirt vorschriftsmässig die Hacken zusammenschlagend.

Der Fremde sah ihn an. „Ich möchte mir eine Frage erlauben, Herr ...“ Er

zögerte vor dem Namen, um dem Andern zu markiren, dass er seine

Vorstellung erwartete. „Halten Sie es für Ihren und dem christlichen

Grundgedanken entsprechend, Kriegsdienste zu nehmen?“

Der Fremde antwortete nicht.

„Ich betrachte die Frage ganz ernsthaft. Es steht doch in der Bibel: Du

sollst nicht tödten. Wir versprechen unsre Feinde zu lieben, Böses mit

Gutem zu vergelten. Christus nimmt Petrus das Schwert aus der Hand.

Dennoch zwingt uns das Gesetz.“

„Welches Gesetz?“ fragte der Fremde.

„Nun, das bürgerliche, das des Staats, dem wir angehören.“

„Du gehörst nicht dem Staat, der Staat gehört Dir,“ sagte der Fremde.

„Aber das Staatsgesetz bestraft mich. Ich werde schuldig gefunden und

verurtheilt, wenn ich mich weigre ihm zu folgen. Gehorsam gegen das Gesetz

ist uns ebenfalls anbefohlen. Was soll ich thun?“

„Was Du willst,“ sagte der Fremde.

„Das ist es. Aber ich weiss doch nicht, was ich will.“ Der junge Offizier

war in einen gewissen Eifer gerathen, er nahm sich vor, den Punkt bis zu

Ende zu verfechten. „Wenn mein Wille gegen das steht, was ich soll?“

„Du sollst wollen.“

„Man zwingt mich. Ich komme in’s Gefängniss. Man behandelt mich als

Verbrecher. Was bin ich, Einer gegen so Viele?“

„Viele Einzelne sind Viele.“

„... Die Duchoborzen. Eine Art Tolstoi. Auch Quäker leisten ja keine

Kriegsdienste, glaube ich? Interessant, sehr interessant!“ sagte die

Gräfin.

„Jedes Land hat alle seine Kräfte nöthig gegen den äusseren Feind!“ sagte

der Candidat der Theologie, der zugleich Reserveoffizier war. „Ein Land,

das sich seine Waffen nimmt, ist wie ein Körper ohne Widerstandskraft. Es

entmannt eine Nation, sie ist dann nicht fähig, ihre Ehre zu vertheidigen.

Die Ehre eines Volkes ist wie die Ehre eines Individuums.“

Er liebte das Wort: Ehre. Er sagte es in einem besonderen schnarrenden

Ton. Er war auch _für_ das Duell und fing ein längeres Gespräch mit dem

Lieutenant darüber an, „zum Beispiel, wenn Einer mich mit meiner Frau

betrügt. Dann greift schließlich jeder Holzknecht zur Axt.“

„Aber der Holzknecht ist ein Mörder und kriegt seine fünf Jahr Zuchthaus,“

sagte der Prinz freundschaftlich. „Das ist der ganze Unterschied, mein

braver Langenhahn.“

Natürlich müssten gewisse Formalitäten beobachtet werden; der Candidat gab

das zu. Der Lieutenant sah nicht ein, warum schliesslich Messerstechen und

Ohrabbeissen nicht auch gelten sollten, immer gerade mit diesem Falle des

Ehemanns gegen die Ehebrecherin und ihren Mitschuldigen gerechnet.

„Ich fände es doch einfacher für ihn, Beide todtzuschlagen,“ sagte der

Doctor.

„O, aber lieber Doctor! Das nun wieder!“ ... Die Gräfin flatterte

skandalisirt.

„Es wäre das Logische. Entweder wir haben Faustrecht oder wir haben keins.

Diese Mittelzustände machen unsre heilige Civilisation so ungeniessbar.“

„Das ist nun doch schrecklich, Doctor, was Sie sagen!“ Die Baronin

schüttelte vorwurfsvoll den Kopf. Ihr gefiel der junge Mann, seine schöne

Stirn.

„Erlauben Sie. Es ist in Allem so. Besonders was die Frauen angeht.

Entweder eine Frau ist ein für sich selbst verantwortliches Wesen, ein

Mensch, eine Seele, oder sie ist Sache. Mein Eigenthum. Mein Stück

Kuhfleisch. Dann der Sack und der Bosporus.“

„Aber es giebt doch Mitteldinge.“

„Die sind dann einfach absurd. Ich schlage mich – aber ich gebe ihm

dieselbe Chance. Ich sage, sie weiss nicht was sie thut, und lade ihr die

volle Verantwortung auf. Wir können eben nie etwas reinlich durchführen.“

„Dann wären wir Teufel.“

„Oder Engel. Sie haben die Wahl.“

„Ich glaube, _Sie_ haben schon gewählt!“ Sie wollte damit discret auf

Einiges hindeuten, was über seine Reisen zu ihren Ohren gedrungen war.

„Vielleicht doch noch nicht so ganz,“ sagte der junge Mann kalt.

„Es giebt auch noch ein Drittes.“

– „Sagen Sie mal, sind Sie glücklich?“

„Befehlen Sie Thee oder Kaffee, Baronin?“

Jemand, ein älteres Fräulein, sagte, dass alle Völker eine Familie wären,

Deutsche, Franzosen, Juden. Sie hatte „Die Waffen nieder!“ der Baronin

Suttner gelesen und schwärmte für Völkerverbrüderung.

„Das ist doch eine etwas grosse Familie,“ sagte der Lieutenant von Detten

zu seiner hübschen Nachbarin. „Ich goutire Juden nur allenfalls als

Schwiegerväter.“

Der Candidat fand, man dürfte nicht Antisemit sein vom Vernunftstandpunkt

aus. Aber man wäre es physisch.

Der Superintendent drohte ihm mit dem Finger: „Wir sind Alle Brüder und

unser Herr Christus kam von den Juden.“

Der Prinz erzählte eine amüsante Anekdote von einem Orientalen, einem

befreundeten Pascha, der alle Hufthiere verabscheute, weil er selbst einen

Klumpfuss hatte.

Der Blaustrumpf unterhielt sich über Frauenfrage mit einem

Gymnasialprofessor. Er hatte einen schmutzigen Hemdkragen an und kaute

seine Nägel: „Nun gewiss, auch Frauen haben eine Seele,“ sagte der

Professor zerstreut. „Das heisst – Seele! –“ er lachte sardonisch. Er

hatte Lust, auf den Fussboden zu spucken. Aber er besann sich. Man hatte

ihn eingeladen, weil er in den Wahlvereinen wichtig war.

„Man muss das schwache Gefäss in Geduld tragen,“ sagte der Superintendent.

„Wir haben ja auch aus der ersten christlichen Kirche schöne Beispiele:

Tabbea, Phoebe, die der Apostel erwähnt. Echt evangelische

Frauengestalten.“

„Darf man heirathen?“ fragte ein sehr junges Mädchen. „Es steht doch in

der Bibel, nicht heirathen ist besser?“

„Dann würde aber die Welt aussterben?“

„Und das wäre sehr schade,“ sagte der Prinz ernsthaft. Der Superintendent

witterte römische Ketzereien. Er wies auf das grosse Exempel Martin

Luther’s und seinen gesegneten Ehestand. Die Superintendentin sass steif

mit einer spitzen Nase. Sie dachte an den übriggebliebenen Gänsebraten für

morgen, ob ihr die Mägde nicht drangingen. Der Prinz machte confiscirte

Witze und trieb den Superintendenten in die Enge mit einigen fröhlichen

Vierzeilern von Martin „Nonnenfreund“. Die Lieutenants secundirten, der

alte Herr wehrte sich tapfer. Sein Gesicht wurde schweissroth vor

Anstrengung: „Ein echter deutscher Mann! Ein Mann nach dem Herzen Gottes!“

„Ein Bismarck!“

Der Candidat schwärmte für Bismarck. Die Gesellschaft verhielt sich etwas

ablehnend. Für die Offiziere war er eigentlich ein Rebell, ein unruhiger

Kopf, der die Consigne brach. Die Gräfin brachte rasch das Thema auf etwas

Anderes, um ihren Mann aus der Verlegenheit zu retten. Der Candidat war

oft recht taktlos.

Einige Leute wollten Fragen stellen: Werde ich eine grosse Carriere

machen? Siegt mein Gaul beim nächsten Rennen? Wann werde ich meine

Schulden bezahlen? Die jungen Mädchen hätten gern gewusst, ob „er“ ihnen

treu war? Wird der Bestimmte mich zum Cotillon engagiren? – Die Meisten

hatten so eine Art Taschenspielervorstellung, Tischrücken, Kartenlegen

oder Aehnliches erwartet und waren enttäuscht.

Der Superintendent hatte den Fremden mit Beschlag belegt. Er hatte eine

Broschüre über das Glaubensbekenntnis, Harnack und die Agende

veröffentlicht und wollte jetzt dem Andern auf den Zahn fühlen über diese

wichtigen Punkte. Sein Grundsatz war, dass Kirche und Staat zusammengehen

müssten in den jetzigen socialen Wirren. Vernünftige Reform. Aber die

feste Hand von oben. Und vor allem musste die Autorität gewahrt werden.

Das Patriarchalische ist das einzig Wahre. Dabei hatte er einen Geschmack

für weltliche schöne Literatur, citirte Classiker und bekannte sich zur

Goethe’schen Schule.

Der Candidat war ein Heisssporn. Er war für ein sociales Kaiserthum, eine

Art Theokratie unter von oben inspirirtem Oberhaupt mit unumschränkter

Autorität. „Die Idee des Gottesgnadenthums muss wieder herrschend werden.“

Dieser Ausdruck gefiel ihm. Ihn zog das Katholische an. Er war für

High-Church-Reforms. Allenfalls für einen deutschen Papst, grössere

Prunkentfaltung. Er selbst mit einer edelsteinbedeckten Brust hohe

Kirchenakte celebrirend – das hätte seiner Neigung entsprochen.

Wenn der Superintendent das Presbyterianische, die Selbstverwaltung der

Gemeinden betonte, betrachtete er ihn fast als eine Art Hochverräther.

Dieser im Gegentheil versprach sich nicht viel von den jungen Leuten. Er

war mehr für die kleinen Lokalpäpstchen. Man lebte in Frieden und that

sein Möglichstes. Die Frau Superintendent liess bei sich nähen und war im

Vorstand aller Wohlthätigkeitsvereine. Alles das, diese kleinen Spiele und

Gegenspiele, die er witterte, erheiterte den Prinzen. Er hatte die

„Baalspfaffen“ speciell auf dem Korn und liebte es, an ihren Bäffchen sein

Müthchen zu kühlen. Er erzählte die bekannte Anekdote von Friedrich dem

Grossen: „Der Pfaff soll sein Maul halten, mein Reich ist nicht von dieser

Welt,“ mit der die Kinder der Welt die Pfarrer anöden. Der Doctor

secundirte ihm eifrig, ebenfalls einige von den Lieutenants. Alle waren

für apostolische Einfachheit, den Stab und einen Rock: er hatte nicht, da

er sein Haupt niederlegen sollte.

„Aber erlauben Sie! Erlauben Sie!“ Der Superintendent hielt seine

halbgeleerte Kaffeetasse in der Hand, in der er den dicken, bräunlichen

Zuckerseim hin- und herschob. Er nahm gern ein bischen viel Zucker; bei

andern Leuten kostete es nichts. „Unser Herr hat durchaus nicht gewollt,

dass die Gläubigen sich kasteien. Das ist eine ganz irrige Auffassung,

katholische Ketzerei: hat er doch selbst auf der Hochzeit zu Kana das

Wasser in Wein gewandelt, durch seine gesegnete Gegenwart den heiligen

Ehestand ausgezeichnet.“

„Er hat doch aber selbst nicht geheirathet, Maria oder Magdalena?“ Dies

war ein vorlauter Lieutenant.

„Diese Ausnahme lag doch wohl in seinem heiligen Amt. Und wir müssen nicht

vergessen, dass er in verhältnissmässig jungen Jahren –“

„Sie meinen, er ist nicht alt genug geworden dazu,“ sagte der Prinz. „Das

ist auch eine Auffassung.“

Diese Bemerkung erregte allgemeinen Jubel.

„Das ist profan! Das ist profan! ... Wirklich, meine Herren! ... Sie

müssen selbst einsehen ...“

Der Prinz klopfte ihm auf die Schulter. Er mochte begreifen, dass sein

Scherz etwas zu weit gegangen war: „Darum keine Feindschaft nicht. Ich

weiss ja, wir brauchen das für die Dummen.“

Der Candidat ärgerte sich. Die Kirche musste eine ganz andre Gewalt wieder

haben. Und es wäre in der That gut gewesen für die Stellung des Priesters

– er sagte immer „Priester“, er fand, dass das nach mehr klang – wenn das

Cölibat innegehalten würde. Wenigstens für die höheren und höchsten

Kirchenämter. Vieles in der römischen Kirche war sehr beherzigenswerth.

Der Landrath verstand ihn. Er war auch dieser Meinung, übrigens war sie

jetzt die tonangebende. „Die militairische Organisation muss durchgeführt

werden, mehr Disciplin! Diese Disciplin ist Alles.“

Ein Umschlag in der Meinungsäusserung war eingetreten.

„Ich hatte einen famosen Pastor, bei dem ich im Quartier lag,“ versicherte

ein Lieutenant. „Wirklich ein famoser Kerl!“

„Ach, und die schöne Kirchenmusik!“

„Und Weihnachten!“ sagte eine andre junge Dame. „Es ist so tief und

bedeutungsvoll.“

„Ich fände es doch schrecklich zum Beispiel, sich nicht in der Kirche

trauen zu lassen,“ sagte der Doctor.

„O, pfui!“ machten Alle. Sie wussten nicht recht, ob er es im Ernst

meinte. Der Doctor war ein schrecklicher Mensch, sehr interessant. Sie

waren Alle fest entschlossen, ihn nie zu heirathen, wenn er um Eine von

ihnen anhielte; aber er hielt nie an.

Ein junges Mädchen war sehr traurig. Sie fühlte dunkel, dass dieser Mensch

etwas Extraes war, klüger und stärker als die Andern. Warum lachte er

höhnisch und sagte scharfe Worte, die weh thaten? – Ein alter Herr war da,

der an Gesichtszucken litt, seine Hände sonderbar und krampfig bewegte.

Sie sah, dass Einige dies beobachteten, darüber lachten. – Sie fühlte sich

abgestossen, elend. Dieses junge Mädchen war sehr jung noch, ein halbes

Kind fast. Niemand bekümmerte sich um sie.

Der Fürst unterhielt sich mit dem Fremden. Die Gräfin Thornhill fand ihn

sehr interessant. Sie behauptete, sie sähe deutlich einen breiten, blauen

Schein um seine Stirn. Sie nannte das das Fluidum. Das Fluidum, das von

dem Fremden ausging, war erstaunlich. Die Gräfin Thornhill galt für eine

Heilige. Es kamen sehr einflussreiche Leute zu ihren spiritistischen

Reunions; so geschahen wirklich manchmal Wunder da.

Der Assessor von Brincken bestritt sehr ernsthaft, dass er keineswegs

nicht an Wunder glaubte. „Ich war früher wie Sie. Aber seit ich Frau

Gräfin kenne ...“ Sie hatte ihn bekehrt. „Es giebt eben doch mehr Dinge

zwischen Himmel und Erde, als unsre Schulweisheit sich träumen lässt.“ Der

Assessor war sehr zugeknöpft über diese Dinge. Er war eben ein

Eingeweihter. Den Doctor schnitt er: „Ein gefährlicher Charakter! Ich

würde mich nicht wundern, den Burschen eines Tages auf den Barrikaden zu

sehen.“ Auch der Fürst war ihm unsympathisch: „Er ist frivol, er schadet.“

Der Assessor war für’s Correcte, sein Vater war erst geadelt worden; da

ist es der sicherste und geradeste Weg.

Der Doctor beobachtete seinen Patron und den Fremden. Er sah das breite

Faungrinsen des Alten. Er kannte diese kühle Manier, mit der er die

teuflischsten Dinge sagte, dies freche Augurenzwinkern des Eingeweihten,

das dem Andern gleichsam die Replik über dem Kopf wegnahm: Wir Beide

wollen uns doch nichts vormachen. Du denkst darin ebenso wie ich. Die

Andern sind Dummköpfe. – Er hielt sich noch ganz gerade, zu gerade. Der

weisse Schnurrbart stand steif aufgewichst. Die Backen waren roth

geschminkt, die Augen glänzten, um die Brauen sorgfältig geschwärzt. Auf

der schwarzseidigen Frackfläche bildete der grosse Stern mit dem

Ordensband einen markanten Fleck. Seine Hand trug kostbare Ringe. Er war

stolz auf diese lange, magre, aristokratische Hand, gebrauchte sie, um

seine Bartspitzen zu liebkosen. Es war eine Lieblingsredensart von ihm:

„Profile giebt’s wohl noch allenfalls, aber Hände! Hände! – Wir sind Alle

Ouvriers geworden.“ Tadellos zog sich die Scheitelspur. Er war der König

des Kreises; er dominirte.

Anton Rothe allein und sein vertrauter Kammerdiener wussten, was das Alles

kostete, dies Gerüst, das noch immer zusammenhielt, zu neuen Blendungen,

neuen Ausschweifungen. Er und nur er kannte die erstaunliche Lebens- und

Genusskraft des Skeletts, die standhielt, in einer kalten Douche sich neu

schmiedete, wenn er selbst, der Junge, erschöpft war, rasend, zum

Selbstmord angeekelt.

Er dachte an eine junge Dame. Sie war arm gewesen und stolz. Ein

herrliches Weib! Mit solcher geht man in unbebaute Colonien und hat Kinder

und stirbt vor dem Feind für seinen Herd. Er hatte für ihn geboten auf

sie. Der Kampf reizte ihn. Er bot höher und höher. Weil sie arm war und

Hungers starb, hatte sie angenommen. Nur darum. Er wusste es. – Sie sagte

nur ein Wort: Schurke! Er hatte gelächelt.

Warum fiel ihm das jetzt ein?

Ein Hass kam über ihn, ein glühender, fressender Mörderhass gegen dies

miserable Kunststück der Hypercivilisation, diesen Fetzen von Haut und

ausgedörrten Knochen, den er schütteln konnte, der ihn hielt wie eine

Viper unter seinem kalten, grausamen Willen, seine Intelligenz zerbrach

wie morschen Baumbast unter der polirten Stahlschneide seiner frechen

Philosophie der Verneinung.

Plötzlich sah er den Alten blass werden. Seine Farbe wechselte sich in

Leichenfarbe. Er war ein grinsender Todtenschädel. Unter dem weissen,

gestärkten Vorhemd schien die Brust einzuschrumpfen. Es war hohl dahinter.

Er lehnte sich gegen die Portiere.

Anton Rothe war im Nu an seiner Seite.

„Es ist nichts. Eine kleine Uebelkeit. Der verdammte Büchsenhummer ...“ Er

war wieder ganz höflicher Weltmann, als die Gräfin, nun auch besorgt,

herbeieilte. Gleichzeitig wurden die Klänge der Polonaise laut, die den

Ball eröffnen sollte: „Wir werden noch manche Polonaise zusammen führen.“

Der kalte Schweiss stand auf seiner Stirn. Er zitterte, lächelte mit

bläulichen, lallenden Lippen.

Anton Rothe hob ihn wie ein Kind in den Wagen. Er selbst sprang auf den

Bock. Niemand achtete auf den Andern in einem allgemeinen Hin- und

Hergelaufe, während drinnen zur Tanzmusik die geschmückten Paare sich

ordneten. Es wetterleuchtete. Lichter leckten auf in bläulichen, breiten

Zungen, duckten sich wieder, huschten auf einer andern Seite spielerisch

entlang. – Sie fuhren die schwarzen Trakehner, das berühmteste Viergespann

der Gegend, auf das königliche und kaiserliche Marställe fabelhafte Summen

geboten hatten. Der Fürst liebte sein Leben, aber er hielt auf Rasse.

Die Gräfin stand am Schlage mit ihrem Gattenadjutanten. Der Greis, jetzt

wohl eingehüllt in seine Zobelpelze, bückte sich noch hinaus: „O nichts,

nichts, schöne Frau – meine kluge Freundin. Der Fremde – der Fremde ...

Cocasse! Ein sonderbarer Kunde, Ihr Fremder ...“

Anton Rothe hob die Peitsche und zog die Pferde an. Sie waren unruhig und

warfen die Köpfe, als ob sie das Gewitter röchen. Es lag Phosphorgeschmack

in der Luft. Man öffnete das grosse Hofthor. Einen Moment stand der ganze

Horizont in Flammen, ehe es sich wieder hinter ihnen schloss. Sie waren

ganz schwarz wie auf Feuer gezeichnet, eine schwarze Kutsche mit schwarzen

Pferden und einem kohlschwarzen Kutscher auf dem Bock. ...

Er wusste, er fuhr einen Sterbenden.

Der Fremde war verschwunden.

Am dunklen Fenster der verlassnen Garderobe stand das kleine Mädchen. Sie

mochte nicht tanzen. Sie weinte. Sie fühlte sich sehr traurig. ...

Der Fremde: Ein Gleichniss · 第 9 / 46 题