Zweite Szene. (Verwandlung.)

Eine Straße in Rom vor dem päpstlichen Palast. Trübe, naßkalte

Morgendämmerung; an einer Ecke ein tiefherabgebranntes flackerndes

Öl-Licht.--Totenstille.

_Eine Thüre am päpstlichen Palast öffnet sich leise und heraus tritt_

DAS WEIB, _die Röcke knapp zugebunden, die halb entblößte Brust

vor Kälte schützend, mit verwirrten Haaren und hohläugigen Blicks,

übernächtigt und abgeschlagen; macht die Thüre leise hinter sich zu;

schlürft einige Schritte vorwärts; sie hat zweierlei Pantoffel an,

beide zu groß, in den Ohren und am Hals Brillantschmuck, schaut sich

scheu und vorsichtig um; da bricht der._

TEUFEL (_der bis dahin ungesehen längs einer Dachrinne im Schatten

gestanden, hastig hervor, auf sie zu, gebieterisch._) Jetzt zu den

Kardinälen! Dann zu den Erzbischöfen! Dann zu den Gesandten! Erst zu

den Gesandten der italienischen Staaten; dann zu den fremdherrlichen

Gesandten! Dann zum Camerlengo! Dann zu den Neffen des Papstes! Dann

zu den Bischöfen! Dann durch alle Klöster durch! Dann zu dem übrigen

Menschenpack!--Tummle dich und halte die Rangordnung ein!--(_Weib

langsam ab._)

(_Der Vorhang fällt._)

(Schluß.)

Das Liebeskonzil: Eine Himmels-Tragödie in fünf Aufzügen · 第 56 / 56 题